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  #16  
Alt 29.08.2010, 17:25
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Da hier immer wieder mal Fragen und Themen aufkommen:

WAS bedeutet eigentlich "Palliativ"? und
"wenn ich Morphium bekomme sterbe ich dadurch"

möchte ich einen Link zu einer Sendung einstellen, die ich soeben geschaut habe und in der sich
vielleicht für den ein oder anderen hier Fragen klären.

http://www.wdr.de/tv/tag7/sendungsbe...ch_zuhause.jsp

Liebe Grüße,
Angie
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  #17  
Alt 29.08.2010, 18:54
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annika33 annika33 ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo Angie,

die Sendung habe ich auch vorhin geschaut, und fand es sehr...ja...bewegend.

Dieses Palliativnetz in Bochum ist wirklich beispielhaft und sollte für meine Begriffe richtungsweisend sein, bei der Betreuung unheilbar erkrankter Menschen, die auch zu Hause sterben "wollen".

Schade finde ich, dass dererlei "Projekte" durch finanzielle Aspekte gefährdet sind:

http://www.sapv.de/wdr_lokalzeit_ruhr120208.pdf

Dagegen müsste man wirklich etwas unternehmen. Jeder einzelne. Denn so wie die Dame im Beitrag schon sagte: irgendwann geht ja jeder einmal.

Liebe Grüße und danke für´s Einstellen

Annika
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  #18  
Alt 16.09.2010, 19:30
Dante Dante ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo,

ich habe lange mit mir gerungen ob ich mich hier im Forum überhaupt äußern soll oder ob ich nicht einfach stiller Leser bleiben möchte, aber ich habe in dem eigentlichen Unterforum, welches mich interessiert nichts passendes gefunden...nämlich das Thema Hospiz und Palliativmedizin.

Vielleicht ein wenig zur "Erklärung". Meine Schwiegermama hat einen Hirntumor (Glioblastom multiforne IV). OP, Stahlentherapie und Chemo - lange Zeit ging alles gut, oder anders ausgedrückt meine Schwiegermama ging davon aus, dass sie geheilt war und mein Mann und mein Schwager haben es laufen lassen... Das Rezitiv kam (für mich persönlich nicht überraschend, aber selbstverständlich hätte auch ich mir gewünscht, dass der gute Zustand länger angedauert hätte) und es war nach Konsultation mehrerer Fachärzte klar, diesmal gibt es keine zweite OP. Es wurde über erneute Strahlentherapie und Chemo gesprochen, mit der Chemo fing man auch an. Jedenfalls hat die Familie es weiterhin verdrängt sich um eine andere Wohnung zu kümmern (sie wohnt im 4. Stock und es gibt keinen Fahrstuhl, es war manchmal zweifelhaft ob sie es aus eigener Kraft überhaupt noch in ihre eigene Wohnung schafft), die Beantragung der Pflegestufe wurde lange hinausgezögert aber es gab bereits Hilfe (stundenweise am Vormittag) durch eine Pflegekraft.

Vor knapp 4 Wochen haben wir den Schritt getan, gemeinsam mit meiner Schwiegermama ein Hospiz zu besuchen. Sie war auch angetan, aber es war ja noch laaaange nicht soweit. Seit vergangenen Freitag sieht die Situation plötzlich ganz anders aus. Mein Schwager hatte sie am Boden liegend vorgefunden und mit dem Krankenwagen in Krankenhaus bringen lassen. Die Ärzte und Schwestern gehen davon aus, dass sie auf keinen Fall (ohne eine komplette Tagesbetreuung/ evt. Nachtbetreuung) zurück in ihre Wohnung kann. Mein Mann geht arbeiten (wir wohnen auch nicht um die Ecke), mein Schwager arbeitet ebenso und ich muss sogar wegen dem Job eine Wochenendehe führen und lebe auswärts unter der Woche- es ist keiner da. Im Krankenhaus gibt es eine Palliativstation. Wie lange kann ein Patient max. da verbleiben, weiß das jemand ?

Gibt es die Palliativbetreung zu Hause nur in Bochum oder existiert so ein Netzwerk auch in anderen (wenn ja, welchen) Regionen von NRW ?

Heute ist ihr Geburtstag und ich kann noch nicht mal da sein...

hilflose Grüße
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  #19  
Alt 16.09.2010, 20:07
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annika33 annika33 ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo Dante,

Zitat:
Im Krankenhaus gibt es eine Palliativstation. Wie lange kann ein Patient max. da verbleiben, weiß das jemand ?
Meine Mutter lag ca. 14 Tage auf der Palliativstation, ehe sie starb. So recht einzuschätzen wusste den Zustand seinerzeit keiner. Also dass man konkret hätte eingrenzen können, noch Tage oder Wochen. Zeitlich wurde uns kein Druck gemacht. Die Erfahrungen waren, sofern der Begriff überhaupt mit dem Thema in Einklang zu bringen ist, durchweg gut. Die Betreuung war gut, sorgfältig, ordentlich, menschlich. Das hätten wir daheim so fachmännisch nicht zu leisten vermocht.

Die Palliativnetze gibt es in verschiedenen Städten. Wenn Du mir sagst, in welcher Region / Stadt ihr wohnt, helfe ich Dir gern online zu suchen.

Wir hatten auch einen ambulanten Palliativdienst zu Hause, der 2x täglich kam. Allerdings war das ab einem Zeitpunkt x einfach nicht mehr ausreichend. Ähnlich wie bei Euch, hatte meine Mutter Probleme mit dem Laufen, fiel hin und der Zustand verschlechterte sich zusehends.

Wenn ich Dich richtig verstehe, dann ist innerfamiliär keine Möglichkeit gegeben, eine Betreuung zu gewährleisten. Somit wäre die vermutlich beste Lösung, wenn ihr den Hospizplatz in Anspruch nehmen könntet. Ich denke dass das Pflegepersonal des Krankenhauses da auch über die bestmögliche Vorgehensweise informiert ist, und die schnelle Kontaktaufnahme herbeiführen kann.

Liebe Grüße

Annika
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  #20  
Alt 16.09.2010, 20:25
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo Dante,

inzwischen ist man dabei ein Netzwerk auch aus Palliativ-Ärzten zu gründen und es gibt schon eine ganz gute Abdeckung.

Es ist aber so:
aus eigener Erfahrung (ich bin ex. Altenpflegerin mit Hospizerfahrung)
kann ich Dir sagen, dass die ambulanten Palliativdienste ganz sicher KEINE
24-Stunden-Rundum-Betreuung leisten und Deine Mutter wird auch keine Pflegestufe bekommen, die sowas ermöglicht.
Es gibt Ausnahmen bei außerklinisch Beatmeten mit Trachoetomie, die können jemanden 24 St bekommen, oder manchmal auch Patienten wenn sie die Pflegestufe 3+ bekommen ... aber das ist eben sehr selten.

Ich sehe für euch 2 Möglichkeiten:
Es gibt ja nun seit 2008 die Möglichkeit, durch die Schaffung des Pflegezeitgesetzes, dass man sich bei familiärem Pflegefall für einige Monate "freistellen" lassen kann - näheres findest Du zB ... HIER ...

Wenn sich das jemand zutraut???

Zweite Möglichkeit:
Ihr lasst eure Mama ins Hospiz einweisen. Dazu bedarf es lediglich der Einweisung des Arztes, der "Hospizbedürftigkeit" verordnet.
In unserem kleinen Hospiz lebte eine Dame fast 4 Jahre, bis sie dann verstarb.
Die Kasse hat zwar immer mal wieder nachgefragt, ob die Hospizbedürftigkeit noch bestehe, unser Arzt hat denen dann mitgeteilt:" Ja. Man sterbe aber eben nicht nach der Uhr."
So haben die Kassen die Pflege bis zum Schluss bezahlt/bezahlen müssen.

Für eure Situation wäre Hospiz glaube ich die bessere Lösung. Dort macht man ihr die verbleibende Zeit so angenehm und schön wie möglich und sie ist immer in guten Händen und fachlich gut versorgt ... Eine solche Erkrankung kann sich von einer Minute zur nächsten so verändern, dass man zuhause in eine Notsituation kommt (wie zB das Fallen), aber es gibt auch anderes Unvorhergesehenes 8zB Krampfanfälle durch steigenden Hirndruck), auf das man im Hospiz SOFORT reagieren kann.

Ich wünsche euch eine gute Entscheidung und viel viel Kraft!

Alles Liebe,
herzlichst Angie
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  #21  
Alt 17.09.2010, 16:31
Dante Dante ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo,

Danke für Eure Anworten.

Den Link fand ich sehr interessant, nur vermute ich, dass sich dies auf unsere Situation leider nicht wird anwenden lassen. Ich sprech auf jeden Fall gleich mit meinem Mann darüber, er kommt mich abholen (und zu Hause ist unser Internet gerade flöten gegangen).

Ja die Hospizeinweisung... wie gesagt wir hatten uns bereits erkundigt und soweit ich informiert bin, sind die Mitarbeiter (Ärztin, Sozial..wie heißt es doch gleich, naja jedenfalls die Dame die für sowas zuständig ist)da dran und haben auch eine Voranfrage gestellt, wegen der Verfügbarkeit der Plätze. Wir wollen mit meiner Schwiegermama jetzt am Wochenende sprechen (so gut es geht, denn zeitweise wirkt sie wie weggetreten).

Meine Schwiegermama lebt in Neuenrade und liegt zur Zeit im Klinikum Lüdenscheid (Hellersen).

Wenn ich das Internet zu Hause nicht wieder flott bekomme, kann ich mich frühestens wieder am Sonntag abend melden - also bitte nicht wundern.

Gruß
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  #22  
Alt 19.09.2010, 19:12
Dante Dante ist offline
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Hallo,

seit heute mittag ist meine Schwiegermama im Hospiz - irgendwie überschlagen sich für mich gerade die Ereignisse (so gefühlt...).

Die Schwestern sind da total nett, aber ich war schon so ein wenig erschrocken wie klein das Zimmer ist, wo meine Schwiegermama jetzt drin "lebt" oder wohnt oder ist - kann es gerade nicht so treffend beschreiben. Wir versuchen es ihr da so schön wie möglich zu machen, so mit Fotos von der Familie, aber es ist eben nicht das Zuhause. Und es tut schon weh, wenn Schwiegermama sagt, sie möchte nicht im Hospiz bleiben.

Habe keine Ahnung ob man so schnell Pflegekräfte organisiert bekäme, die eine fast Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten könnten, wenn sie wirklich da unbedingt wieder raus wollte. So gesehen bin ich froh, dass nicht ich für sie entscheiden muss, wenn es nicht mehr geht...

Sehe sie dann hoffentlich nächstes Wochenende.

Gruß
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  #23  
Alt 19.09.2010, 21:31
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Vielleicht kannst Du Dich mal informieren, ob es sonst möglich wäre sie in Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim zu geben? Dort wäre sie dann auch rund um die Uhr betreut und es hätte nicht den Hospizcharakter ...

Dann hättet ihr eine evtl. Ausweichmöglichkeit.

Alles Gute für euch!
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  #24  
Alt 20.09.2010, 19:24
Dante Dante ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo,

wenn ich das richtig verstanden habe, wurde uns dringend davon abgeraten, sie in die Pflege (gemeint war ein Pflegeheim) unterzubringen, denn dann hätte sie keine Möglichkeit mehr ins Hospiz wechseln zu dürfen.

Mal abgesehen davon, dass der MKD sich sehr viel Zeit läßt (der Antrag läuft schon seit Juli) und erst für den 27.09. einen Termin festgelegt hat.

Den Link mit dem Pflegegeld hatten mein Mann und ich diskutiert - keiner von uns hat die Möglichkeit sich 10 Tage unbezahlten Urlaub zu nehmen (weil in unserem Fall sämtliche Vorausetzungen fehlen, wie Anspruchszeit von vollen 6 Monaten, wo eine Pflegekraft voll tätig war) - ich selber bin noch in der Probezeit, da geht das mal gar nicht...

Wir werden schauen was die nächsten Tage so bringen...Hauptsache meine Schwiegermama bekommt wieder etwas mehr Lebensqualität.

Danke nochmal für die Infos.

Gruß
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  #25  
Alt 03.11.2010, 23:24
Dante Dante ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hi,

nur zur Info: meine Schwiegermama ist in der Nacht vom 18. auf den 19.10. verstorben. Es ging auf einmal sehr schnell. Sie hatte erstmals am Tag (18.10.) gekrampft und von da an verschlechterte sich ihr Zustand stündlich. Ich hatte sie noch am Abend besucht und als ich mich gg. 19 Uhr verabschiedet hatte, mit dem Hinweis ich würde versuchen am Mittwoch wieder vorbei zu schauen, da meinte die Schwester schon zu mir, es könnte sein, daß meine Schwiegermama es nicht schaffen könnte bis dahin. Somit war für mich klar gewesen, daß ich die Woche jeden Tag pendeln würde - aber noch in der selben Nacht kam der Anruf.

Das einzige was mich in dem Moment getröstet hatte, war die Gewissheit, daß sie nicht hat lange leiden müssen....

Danke nochmals an alle, die mir Infos haben zukommen lassen.

Gruß
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  #26  
Alt 04.11.2010, 21:11
HeikoJ HeikoJ ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo Dante,

mein aufrichtiges Beileid!

Ja, ich gebe Dir recht, es ist gut dass sie nicht lange leiden musste.

Ich möchte nämlich auch nicht lange leiden, wenn es bei mir soweit ist. Viele können mich nicht verstehen und schon garnicht meine Patientenverfügung. Doch der Tag "X" ist unvermeidbar und ich habe mehr Angst vor grausamer Quälerei, als vor dem Tod selber.

Mit stillem Gruß

Heiko
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  #27  
Alt 25.11.2010, 18:04
Dante Dante ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo Heiko,

Danke.

Die letzen Wochen waren ... eigenartig. Mir fällt momentan kein besseres Wort ein, um diesen Schwebezustand zu beschreiben. Man trauert, gleichzeitig geht das (berufliche) Leben ungerührt weiter, es folgte die Beerdigung und seit einigen Wochenenden sind wir an der Haushaltsauflösung dran. Da hält man ein ganzes Leben in Form von Gegenständen in den Händen und muss Entscheidungen treffen, wohin damit. Ich weiß z.B. gar nicht wann wir mal in Ruhe die ganzen Fotos/Fotoalben sichten können - da sind teilweise so richtig schöne alte Bilder mit drin... erst mal stapelt sich das bei uns.

Du hattest Deine Patientenverfügung angesprochen... was ist da jetzt so besonderes dran, dass sie Unverständnis bei anderen auslöst (wenn ich Dich richtig verstanden habe ) ?

Gruß
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  #28  
Alt 17.08.2011, 15:39
Monday Monday ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Hallo,

habe mich kurz hier eingelesen, leider fehlt mir die Zeit um aus den vielen Infos, die richtige für mich rauszusuchen, darum frage ich mal in dir Runde:

In den letzten Tagen hat sich die Situation meines Vaters dramatisch verschlechtert. Ganz kurz: Er hat viele Metas, in der Lunge, nun auch in der Schilddrüse. Er hatte einen Schlaganfall, linke Körperhälfte komplett weg Die Ärztin sagte uns gestern, dass nichts mehr gemacht wird

Ich habe mich bereits mit der Sozialstation des KH in Verbindung gesetzt. Die Situation ist folgende: Voraussichtlich wird er aus dem KH entlassen, momentan ist er stabil. Meine Eltern wohnen ca. 40 km von mir weg, ich gehe arbeiten, meine Mutter auch. Wir möchten meinen Paps gerne zu Hause haben, also bei ihm zu Hause. Natürlich ist das schwer zu bewerkstelligen.

Abgesehen von einer normalen ambulanten Pflege, was gibt es noch? Pflegestufe ist beantragt, dauert lt. Sozialdienst 2 Wochen bis 2 Monate Was wird bis dahin? Eine ambulante Pflege reicht ja nicht aus!

Ich bin total überfordert momentan, geschockt, fix und fertig.

Vielleicht könnt ihr mir ein paar Denkanstöße geben...

Danke

Liebe Grüße
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  #29  
Alt 17.08.2011, 19:36
silverlady silverlady ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

hallo Monday

es ist schwer, so eine Nachricht zu verkraften. Leider wird man aber gerade in so einer Zeit um so mehr gefordert.

Zur praktischen Seite:

deine Mutter hat zum einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von ihrer Arbeit. Die Krankenkasse übernimmt in der Zeit die Sozialversicherungen für sie.

Aber ehrlich, jeder verantwortungsvolle Hausarzt schreibt einen für diesen zeitraum krank, so das man die Pflege selbst zuhause übernehmen kann.
Zusätzlich könnt ihr euch Unterstützung durch einen ambulanten Hospizdienst holen.

Setzt euch sobald wie möglich mit denen in Verbindung.

Dann habt ihr Anspruch auf eine Pflegeberatung durch die Krankenkasse. Das beschleunigt es sehr wenn die Gutachter,Pflegebett, Toilettenstuhl und was sonst noch gebraucht wird gleich bewilligt.

Solltest du noch fragen haben stelle sie nur

silverlady
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  #30  
Alt 17.08.2011, 23:02
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Standard AW: Hospiz, Palliativmedizin und dergl. Themen

Liebe Monday!

Deine Mutti hat die Möglichkeit, eine Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz in Anspruch zu nehmen.
Dies ist seit 2008 möglich und bedeutet, dass der pflegende Angehörige etwas besser abgesichert ist, als wenn er nur eine unbezahlte Freistellung beantragt.
Wie alle Leistungen im sozialen Bereich, ist dies natürlich an Bedingungen geknüpft. So müssen im Betrieb des Antragstellers mindestens 15 Mitarbeiter vorhanden sein.
Auf den Webseiten des Bundesministeriums für Gesundheit sind dazu einige Erläuterungen. Bitte schaue einmal hier nach: http://www.bmg.bund.de/pflege/hilfen...flegezeit.html

Außerdem kann man beim Bundesministerium für Gesundheit noch Informationsbroschüren zu den Leistungen der Pflegeversicherung bestellen, hier ist die URL:https://www.bundesgesundheitsministe...84ba66c5b25fba

Zitat:
Zusätzlich könnt ihr euch Unterstützung durch einen ambulanten Hospizdienst holen.
Die Mitarbeiter dieser Dienste sind auf die Betreuung von Tumorpatienten spezialisiert. Meistens arbeiten im Rahmen von Netzwerken Pflegedienste mit Ärzten, Sanitätshäusern etc. eng zusammen. So gibt es auch ehrenamtliche Helfer, welche die Betreuung übernehmen, wenn z.B. der Angehörige Wege erledigen muss oder "einfach einmal abschalten möchte".
Es gibt eine Adressenliste dieser Dienste im Internet, bitte schaue einmal hier:http://www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de

oder auch hier:http://www.hospize.de/service/adressen.html

Zitat:
Dann habt ihr Anspruch auf eine Pflegeberatung durch die Krankenkasse
.

In vielen Bundesländern gibt es inzwischen unabhängige Pflegeberatungsstellen, dies ist manchmal günstiger, da Mitarbeiter der Kassen sehr oft nur die Kosten vor Augen haben und auf wichtige Leistungen oder Hilfsmittel nicht hingewiesen wird.

Außerdem empfehle ich Euch, ein sog. Pflegetagebuch zu führen und dort zu dokumentieren, welche Hilfen Dein Vater benötigt hat. So kann man dem Gutachter vom Medizinischen Dienst genau nachweisen, welche Hilfe erforderlich war und wieviel Zeit man dazu benötigt hat.

Liebe Monday, ich hoffe, dass ich Dir mit meinen Zeilen ein Stück weiterhelfen konnte! Für die kommende Zeit wünsche ich Euch viel Kraft!

Tschüß!

Elisabethh.
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