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  #1  
Alt 17.09.2003, 12:11
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Standard Chemo mit Campto

Hallo,

meine Mama wurde im Oktober letzten Jahres an einem bösartigen Tumor operiert. Aufgrund mehrerer Lebermetastasen wurde sie zunächst mir 5Fu weitertherapiert. Da der erwünschte Erfolg ausblieb, wurde sie in eine Studie mit dem neueren Medikament Campto aufgenommen. Um den dabei als Nebenwirkung auftretenden Durchfall in den Griff zu kriegen muss sie 3 Tage lang Quantalan (dickflüssige Trinklösung) einnehmen. Davon wird ihr so schlecht, dass sie es nicht weiter zu sich nehmen kann. Gibt es Alternativen? Wer hat Erfahrungen mit Campto machen können und kann mir auch ganz allgmein dazu etwas sagen.

Vielen Dank im voraus für Hilfestellungen.

Minni
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  #2  
Alt 17.09.2003, 13:53
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Standard Chemo mit Campto

Hallo Minni,

mit Campto habe ich keine Erfahrungen, aber bei meinem Vater haben wir die schlimmen Durchfälle durch das Kurzdarmsyndrom und die Chemo mit Opiumtropfen (oral) gut in den Griff bekommen. Sie haben auf diesem Wege keine berauschende Wirkung, da der Körper das Opium nicht aufnehmen kann, stellen aber den Darm ruhiger.

Die Dosierung ist eine individuelle Sache und man muß es langsam ausprobieren und dann ggf. streigern, damit der darm nicht zu sehr gelähmt wird.

Alles in allem war es sehr hilfreich.

Sprich den Onkologen darauf an. Ein erfahrener Arzt müßte sich damit gut auskennen.

Viel Glück, dass das Campo hilft!!!!

Liebe Grüße, Janine
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  #3  
Alt 09.10.2003, 14:10
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Standard Chemo mit Campto

Hallo Minni,
ich selbst werde seit einigen Monaten mit Campto/ 5Fu therapiert und leide sehr unter den plötzlich auftretenden Durchfällen. Sehr hilfreich sind, wie Janine schon erwähnte, Opiumpräparate,
( z.B. Loperamid ), die allerdings am Tag vor und 24 Std. nach der Chemo nicht eingenommen werden dürfen, weil sie in der Medikamentenverbindung das Knochenmark schädigen können. Geholfen hat mir ebenfalls das Kortisonpräparat " Budenofalk ", was ich aber wieder abgesetzt habe, weil sich Hautrötungen und Pickel zeigten, zudem ein aufgedunsenes Gesicht. Inzwischen nehme ich vor jeder Mahlzeit Apfelpektine ( Granulat Aplona ) und Heidelbeerkonzentrat- Kapseln und ab 24 Std. nach der Chemo im Bedarfsfall Loperamid ein und komme damit sehr gut zurecht. Für akute Notfälle liegen Sandostatin Ampullen im Kühlschrank, die man sich selbst unter die Haut ( s.c. ) spritzen kann. Sie sollen eine sofortige Wirkung zeigen.
Zum Theama "Chemo mit Campto" kann ich mich ansonsten nur positiv äußern, da meine Lebermetastasen sich bei der vorletzten MRT- Untersuchung um 50% veringert und bei der letzten MRT- Kontrolle nochmals um die Hälfte zurückgebildet hatten.( Die Restmetastasen können nun an der Uni-Klinik Frankfurt bei Prof. Vogl- Radiologie - weggelasert werden.)
Allerdings erhalte ich zusätzlich 3 Mal wöchentlich Hyperthermie ( Tiefenwärmebehandlung bei c.a. 45- 55 Grad).Wahrscheinlich ist es die Kombination beider Therapieformen, die sich nach nur 5 Monaten so erfolreich auswirkte?!
Vielleicht einfach mal alles ausprobieren!
Ich wünsche euch dabei viel Glück und Zuversicht für eine baldige Heilung.
Liebe Grüße
Heike

h.plaikner@TeleBel.de
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  #4  
Alt 10.10.2003, 12:42
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Standard Chemo mit Campto

Hallo Heike,

vielen Dank für Deine Nachricht. Ich bin ja "nur" die Tochter, aber auch ich weiß, was Krebs und Chemo bedeuten, da ich mich selbst im Mai einer Brustamputation unterziehen musste und jetzt gerade 6 Zyklen einer recht heftigen Chemo hinter mich gebracht habe. Da meine Mutti sich mit den Möglichkeiten des Internet nicht auskennt, übernehme ich das gerne für sie. Ich wende mich direkt an Dich mit den Fragen, die ich noch habe, werde sie aber auch ins Forum stellen. Zunächst einmal, wo bist Du denn operiert worden? Meine Mutti war im Klinikum Hanau. Hast Du vor Campto/5Fu auch zunächst eine andere Therapie bekommen. Meine Mutter bekam zunächst die Standardtherapie 5Fu/FA, dann innerhalb einer Studie Campto, und da auch das nicht den gewünschten Erfolg bezüglich der Lebermetastasen brachte, steht jetzt die Kombinationstherapie mit Campto/5Fu an. Was Du schreibst, macht uns Hoffnung. Wo erhältst Du die Hyperthermie-Anwendung und wie bist Du zu Prof. Vogl-Radiologie gekommen. Von Evtl. Weglasern hat zu uns noch niemand gesprochen.

Ich hoffe, ich bin nicht zu aufdringlich, aber es drängt mich nun einmal, alles in Erfahrung zu bringen, was meiner Mutti, die das alles ganz schön tapfer trägt, helfen könnte.

Dir wünsche ich alles alles Gute, liebe Grüße, Sybille (Minni heißt meine Mama)
name@domain.dename@domain.dename@domain.de
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  #5  
Alt 11.10.2003, 20:04
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Standard Chemo mit Campto

Hallo Heike und alle!

Irgendetwas ist beim letzten Post schiefgelaufen. Woher die darunterstehende Adresse kommt, weiß ich nicht. Bin noch nicht so bewandert in Foren. Füge meine richtige e-mail Anschrift nochmal ein.Will ja sicher gehen, dass mich Antworten auch erreichen.


sylar55@aol.com
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  #6  
Alt 14.10.2003, 14:50
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Standard Chemo mit Campto

Hallo Heike,

vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Mit Prof. Dr. Vogl. habe ich schon einmal Verbindung aufgenommen. Ich muss jetzt erst einmal alle Infos "verdauen" und dann es dann mit meiner Mama und dem Rest der Familie besprechen, bevor wir entscheiden, wie wir weiter vorgehen.

Liebe Grüße und alles Gute, Sybille!

Da Du gebeten hast Dein Mail ins Forum zu stellen, versuche ich, füge ich sie nachfolgend ein:

Hallo Sybille, hallo Doris,
ich schreibe euch heute eine kurze gemeinsame, Antwort, da ich leider z.Z.
nicht ins Internet komme und somit meine Erfahrungen leider nicht für alle
im Forum veröffentlichen kann.
Ich wurde im Januar diesen Jahres im Städt. Klinikum Solingen operiert, als
man lebensbedrohlichen Darmverschluß diagnostiziert hatte. Bei der
Entfernung eines Darmabschnittes stellte man Metastasen in der Leber fest,
die im März 2003 in einer weiteren OP entfernt wurden. Restmetastasen wurden
dann bei einem hier ansässigen Onkologen ( Dr. H.J. Bach, Siemensstr.35, in
42657 Solingen - Tel.: 0212/ 7 45 75 ) mit Chemo und Hyperthermie behandelt.
Zunächst wurde 5 Fu über eine 24 Std.-Infusion verabreicht, später sollte
Oxaliplaton in Verbindung mit 5 Fu eingesetzt werden, was bei mir aber schon
nach wenigen Minuten heftiges Kribbeln in Händen und Fußen verursachte und
deshalb sofort abgeseztz wurde.
Deshalb wurde in der nächsten Sitzung Campto eingesetzt, als
Kreislaufbeschwerden auftauchten wurde vorbeugend eine halbe Ampulle Atropin
gespritzt. ( wirkt gut, aber macht etwas müde )
Der Tumormarker stieg zunächst unter dieser Behandlung an, fiel aber im
Verlauf des Zyklus ( 6 Mal ) drastisch ab.
Da die Lebermetastasen sowohl bei der Sonographie, als auch im CT nicht
sichtbar sind, schickte mich Dr. Bach nach Frankfurt zum MRT, weil dort der
Chefarzt der Radiologie Spezialist auf dem Gebiet der Krebsbehandlung ist.
Er entwickelte mit seinem Team ein Verfahren der " lokalen Chemo " ( also
direkt über eine Sonde in die Leber ) und des Laserns. Das erste Verfahren
wurde bei mir nicht eingesetzt, da die Metastasen schon bei der ersten MRT-
Untersuchung um 15%, dann um 50% und beim 3. Mal weiterhin um die Hälfte
reduziert waren. Die Metastasen haben nun eine Größe von 0,5 mm bis 3mm und
können in 2 Wochen per Laser entfernt werden, sodass von einer dauernden
Chemo abgesehen werden kann.
Die Lasermethode ist möglich bei einer Metastasengröße von 4- 5 cm.
Hyperthermie und Camptobehandlung müßten bei jedem guten Onkologen ( also
ambulant ) möglich sein und dauert etwa mit den begleitenden Infusionen
gegen die Nebenwirkungen ( Kortison, Hevatril gegen Übelkeit ) etwa 3 Std.
Anschließend kann 5Fu über den Port infundiert werden. Man kann mit einem "
Chemobällchen " in der Tasche ziemlich beweglich nach Hause gehen und sich
den schöneren Dingen des Lebens widmen... und das solltet ihr !!! -)

Für heute nur soviel. Solltet ihr weitere Fragen haben freue ich mich auf
eure E- Mail. Hoffe auch demnächst wieder im Forum dabei sein zu
können.Vielleicht gelingt es euch bis dahin, meine Antwort an euch dort
hinein zu stellen?!

Bis bald mit den besten Wünschen
Liebe Grüße Heike


sylar55@aol.com
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