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  #16  
Alt 31.07.2014, 23:47
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Taziana Taziana ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hey,
Hab nur Schnellboot Handy deinen Beitrag gelesen und 😢😢 - bin wieder nah am Wasser gebaut im Moment!

Ich werde dir die Tage ausführlich antworten, bis dahin halt die Ohren steif und Papa auch *zwinker*
__________________
Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot. Der ist nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird.

Mama (Bronchialkarzinom) 05.05.1949 - 27.06.2014
Oma (Nierenzellkarzinom) 24.08.1925 - 03.01.2004
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  #17  
Alt 03.08.2014, 12:24
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo Tazi!

Ich erwarte sehnsüchtig eine Nachricht von dir!
Bin schon sehr gespannt...

LG Angela
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PAPA!

*12.09.1937

ED: 12.06.2014: Kleinzelliges Bronchialkarzinom mit 2 Lungenmetastasen und 1 Lebermetastase
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+09.01.2016


Ich vermisse dich so sehr! Weil ich dich so liebe!
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  #18  
Alt 05.08.2014, 12:37
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo an alle!

Am Samstag waren mein Mann, meine 2 Jungs und ich bei meinen Eltern und haben geholfen, Kartoffeln zu ernten.
Ich bin immer wieder verwundert über meinen Papa, wie sehr er sich verändert hat.
Früher hat er nie Arbeit abgegeben. Wollte immer alles alleine machen. Auch um sich zu beweisen, das er es noch kann und schafft.

Am Samstag kam auch ab und an mal der Versuch, es selber zu machen, aber mein Mann hat ihn gleich in seine Schranken gewiesen, daß er heute nur Anweisungen geben darf.

Er hat sich so verändert, nicht unbedingt zum Schlechten. Sondern eher angenehm!

Ich denke, er hat sich mit seiner Situation abgefunden und weiß um sich. Er wirkt so ruhig, bedacht und friedlich.
Gut, da er nicht viel über seine Gefühle oder Gedanken redet, weiß man nicht so gut, wie es in ihm aussieht.

Trotzalledem bewundere ich meinen Papa! Wie er mit der Situation umgeht finde ich so wunderbar.
Manchmal hoffe ich immernoch das er den Krebs besiegen wird. Aber ich weiß auch, das es nie so sein wird.

Am Montag beginnt seine 3te Chemo!
Ich hoffe, er steckt sie wieder einigermaßen gut weg!

Papa? Du bist ein toller Mann!!!

Angela
__________________
PAPA!

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  #19  
Alt 05.08.2014, 20:02
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Taziana Taziana ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hi Majesty...
Ich hab im Moment super viel um die Ohren. Ein Säugling ist im Haus!
Ich antworte dir auf deine tolle Nachricht, wie angekündigt.

Zitat:
Zitat von Majesty Beitrag anzeigen
Hallo @alle!
Es ging mir an diesem Tag sowieso nicht so gut. Das kam wahrscheinlich anders bei dir an!
Tut mir leid.
Das muss dir nicht leid tun!
Zitat:
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Es ist gut mich mit euch auszutauschen. Da ich alles, aber auch alles von dieser sch...ß Krankheit wissen will. Ich möchte einfach alles verstehen. Ich möchte auch das Gefühl haben, das die Ärzte meinen Papa richtig behandeln.
Wirklich feststellen kann man das als Laie wohl nicht richtig. Das wichtigste ist, dass man sich in der Behandlung wohlfühlt und Ärzte und Pfleger um sich hat die auf Wünsche und Forderungen eingehen. Es kann unter Umständen im weiteren Verlauf der Krankheit zu raschen Entscheidungen kommen. Da sich der Zustand sehr schnell positiv und/oder negativ verändern kann. (Siehe Herzinfarkt weiter unten)
Zitat:
Zitat von Majesty Beitrag anzeigen
Eigentlich wollte ich eine gute Nachricht letzte Woche verbreiten. Und zwar diese, das bei meinem Papa vor der zweiten Chemo festgestellt worden ist, das der Lungenkrebs (Primärtumor) etwas kleiner geworden ist!
Top, so soll es sein! Denn wenn man den Krebs zurück drängen kann, ist die Chance, dass dein Papa noch länger ohne Beschwerden (oder nicht so starke Beschwerden) leben kann. Erschrecke bitte nicht, der Krebs wird sich höchstwahrscheinlich irgendwann wieder ausbreiten (rezidiv), das war bei meiner Mama auch so. Ich kannte mich damals noch nicht damit aus, und es war ein Schock für mich...
Dennoch ist das wirklich etwas worüber ihr euch zurecht freuen könnt.
Zitat:
Zitat von Majesty Beitrag anzeigen
Aber dann kam am Donnerstag die Nachricht, das Papa einen Herzinfarkt erlitten hatte.
Ich dachte wirklich, das darf doch nicht wahr sein. An diesem Tag sollte er eigentlich wieder nach Hause!
Einige Krebsarten neigen dazu Thrombosen auszubilden. Solltest du mal in meinem Profil gestöbert haben, gibt es einige alte Threats über den Krankheitsverlauf meiner Mama... Sie hatte 2 mal einen Schlaganfall. Die Thrombosen waren sehr schwer in den Griff zu bekommen. Weil sie die CLexane so schlecht vertragen hat und auch etwas gegen das Spritzen an sich hatte (alles voller blauer Flecke, das Gefühl wirklich krank zu sein wurde verstärkt und so weiter). Es wurde dann irgendwann mit Tabletten gemischt, dann musste sie nur noch 1 mal täglich spritzen.

Sollte der Tumor deines Papas (bei meiner Mama Adenokarzinom) dazu neigen Thrombosen zu verursachen und das die Ursache für diesen Herzinfarkt gewesen sein sollte, werden die Ärzte deinen Vater vermutlich schon medikamentös eingestellt haben. Durch die Chemo werden ja regelmäßig Blutkontrollen durchgeführt - hier kann man Trombosen dann frühzeitig erkennen und handeln.

Zitat:
Zitat von Majesty Beitrag anzeigen
Die Ärzte sagten uns, das der Infarkt sowieso passiert wäre. Also hat mit der Chemo nichts zu tun.
Ja, also... Eine Chemotherapie verursacht meines Wissens keine Thrombosen, somit wohl auch keinen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Infarkte (Meine Mama hatte auch einen unerkannten Milzinfarkt). Die Chemo (unabhängig von der Zusammensetzung) zerstört idR schnellwachsende Zellen, deshalb wachsen bei vielen Chemotherapiepatienten keine Haare (Haarwurzeln sind schnellwachsende Zellen, wie die meisten Krebszellen).

Somit wäre mir neu, dass sowas einen Herzinfarkt verursacht und du kannst den Ärzten getrost glauben. Allerdings steigern (wie oben schon geschrieben) viele Tumorarten das Thromboserisiko.

Zitat:
Zitat von Majesty Beitrag anzeigen
Papa versucht immer noch sehr stark zu sein. Leider wirkt er sehr traurig. Das tut mir sehr weh ihn so zu sehen. Denn, er tut zwar stark, aber er ist es nicht. Das darf er auch. Ich würde mir für ihn mal wünschen, daß er mal frei weinen kann. So lange wie er will.
Evtl. tut er das, wenn ihr nicht dabei seid. Ich verstehe ihn, du verstehst ihn. Willst du stark sein? Denkst du manchmal: "Ich kann jetzt auf keinen Fall weinen, dann denkt er - ich fühle mich schlecht, wegen ihm.", "Ich will ihm keinen Kummer bereiten.", "Ich sollte ihm eine Stütze sein und ihn nicht nochmehr runter ziehen". - Ich kann dir versichern, er denkt das auch.

Zitat:
Zitat von Majesty Beitrag anzeigen
Es sind oft Situationen wie gestern morgen, wo ich bei ihm war, das er sagt: Ach den Infarkt habe ich überlebt. Ich lebe noch!
Fängt an zu Lachen und im nächsten Moment weint er. Aber immer nur kurz. Habe ihn dann in den Arm genommen und auch geweint.

Was muß wohl in ihm vorgehen???
Wie fühlt er sich???
Was denkt er wirklich???
Und nun werde ich zum ersten mal von den Fakten weggehen.
Das hat mich sehr traurig gemacht, als ich den Post zum ersten Mal gelesen habe... Weil ich das auch durchgemacht habe und weiß wie man sich fühlt.

Es ist vollkommen normal, was dort passiert. Dein Papa durchlebt etwas was vielleicht die schwerste Aufgabe unseres Lebens ist. Er muss sich damit abfinden, dass sein Leben endlich ist. Das bedeutet nicht nur, dass er alles verliert was ihm wichtig ist. Sondern er muss sich auch damit arrangieren, dass er zukünftiges nichtmehr mit erleben wird. Er wird seine Enkel nicht (mehr weiter, oder überhaupt nicht) aufwachsen sehen. Er kann keinen weiteren Hochzeitstag mit seiner Frau verbringen, er wird einfach "weg" sein.

Denn die Angehörigen leben mit dem Schmerz, wenn der Mensch tod ist. Ich lebe "ohne" meine Mama weiter. Das ist schmerzlich, aber diesen Schmerz spüren ist am schlimmsten JETZT wo es soweit ist. Erkrankte - und das wurde mir erst bewusst als sie tot war - haben diesen schlimmen Schmerz bereits lange vorher. Nämlich dann wenn ihnen bewusst wird, dass ihr Leben bald vorbei ist. Das sie keine Dinge mehr tun können, die sie gerne getan haben und das sie die Menschen, die sie lieben "einfach" zurücklassen. Das sie ihre Kinder nicht mehr unterstützen können. Das muss unglaublich hart sein. Und an der von dir beschrieben Situation kann man erkennen, dass dein Papa an diesem Punkt ist... Das ist nichts schlechtes, im Gegenteil. Aber es tut unglaublich weh. Sogar mir, obwohl ich deinen Papa und dich nicht mal kenne. Ich ziehe sofort die Paralelle und muss heulen...

Zitat:
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Er wollte eigentlich in knapp drei Wochen nach Italien. Er ist Italiener und hat seine Geschwister schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen. Noch mal so lange er noch fit ist. Das Grab seiner Mutter und seines Vaters besuchen.
Er sagte gestern, wenn ich mich in drei Wochen so fühle wie heute, dann wird er nicht fahren...

Er tut mir so leid!
Aber ich kann ihm da nicht helfen.
Doch, du kannst. Bitte ermutige ihn seine Wünsche zu erfüllen. Wenn sein Zustand stabil ist (Reise mit Arzt abklären) sollte euch nichts aufhalten. Zwischen den Chemos sind ja abstände (3 Wochen?). Evtl. findet ihr eine Möglichkeit für wenige Tage zu fahren - solange er noch keiner Pflege bedarft. Meine Mama hat sich so sehr auf ihre Reha gefreut. Ihr "letzter" Urlaub. Beide Reha wurden abgesagt... Sie war so nidergeschmettert, das zu sehen war einfach so traurig... Wenn ihr das vermeiden könnt, wäre das ganz toll.

Zitat:
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Er sagt auch immer wieder, das er alles versuchen wird was Chemo anbelangt, damit seine 4 Kinder nicht hinterher sagen, er hätte nicht alles versucht!
Das ist löblich, allerdings sollte er sich trotzdem nicht quälen um euch einen Gefallen zu tun, wenn er merkt er verträgt keine Chemo, oder die Therapie tut ihm nicht gut, ermutige ihn nach Alternativen zu suchen (manchmal wird einfach eine andere Chemo genutzt)


Mein Text ist lang geworden! Deine Gesichte nimmt mich echt mit. Deshalb habe ich mir bewusst Zeit für diese Antwort genommen! Entschuldige bitte, dass es solange gedauert hat. Wie geht es deinem Papa? Gibt es Neuigkeiten?

Liebe Grüße
Tazi
__________________
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  #20  
Alt 06.08.2014, 18:23
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hi Tazi!

Danke für deine, wie immer, umfangreiche Nachricht!

Wenn du ein Säugling zu Hause hast, ist es deiner?
Und ja, da hat man nicht so viel Zeit. Das kenne ich gut! Aber mittlerweile haben wir die Säuglingszeit hinter uns gelassen!

Zitat:
Top, so soll es sein! Denn wenn man den Krebs zurück drängen kann, ist die Chance, dass dein Papa noch länger ohne Beschwerden (oder nicht so starke Beschwerden) leben kann. Erschrecke bitte nicht, der Krebs wird sich höchstwahrscheinlich irgendwann wieder ausbreiten (rezidiv), das war bei meiner Mama auch so. Ich kannte mich damals noch nicht damit aus, und es war ein Schock für mich...
Dennoch ist das wirklich etwas worüber ihr euch zurecht freuen könnt.
Das hat auch an dem Mittwoch vor zwei Wochen sehr gut getan so eine Nachricht zu bekommen. Das der Krebs, leider der Kleinzeller, schnell wieder rezidivieren kann, das weis ich. Ich finde es sehr schade, das diese Art von Krebs in diesem Stadium nicht mehr heilbar ist. Man freut sich zwar sehr, daß der Krebs zurück gedrängt wurde, aber es wird sehr schnell überschattet mit dem Wissen, das es nicht so bleiben wird...

Zitat:
Sollte der Tumor deines Papas (bei meiner Mama Adenokarzinom) dazu neigen Thrombosen zu verursachen und das die Ursache für diesen Herzinfarkt gewesen sein sollte, werden die Ärzte deinen Vater vermutlich schon medikamentös eingestellt haben. Durch die Chemo werden ja regelmäßig Blutkontrollen durchgeführt - hier kann man Trombosen dann frühzeitig erkennen und handeln.
Das weiß ich leider nicht. Fakt ist, das die Ärzte in der Lungenfachklinik ihm ein Blutverdünnendes Medikament verschrieben haben. Aber er darf es nicht nehmen, da er zusätzlich noch die Autoimmunerkrankung Morbus Werlhof hat, und da braucht er Medikamente die das Blut verdicken...
Ich weiß momentan noch nicht, ob das alles so gut ist. Aber ich hoffe, die Ärzte wissen was wichtig ist.
Die Ärzte im Krankenhaus haben meinen Eltern gesagt, der Infarkt wäre eh gekommen. Auch ohne Chemo und Krebs.
Man muß es einfach glauben, das es nicht am Krebs liegt!

Zitat:
Evtl. tut er das, wenn ihr nicht dabei seid. Ich verstehe ihn, du verstehst ihn. Willst du stark sein? Denkst du manchmal: "Ich kann jetzt auf keinen Fall weinen, dann denkt er - ich fühle mich schlecht, wegen ihm.", "Ich will ihm keinen Kummer bereiten.", "Ich sollte ihm eine Stütze sein und ihn nicht nochmehr runter ziehen". - Ich kann dir versichern, er denkt das auch.
Als ich diese Sätze gelesen habe, ging mir ein Licht auf. Jetzt weiß ich auch, warum ich mich hier angemeldet habe. Es tut gut Menschen um sich zu haben, die einen die Augen öffnen. Man ist doch sehr verblendet momentan und kann nicht richtig nachdenken...
Ich danke dir Tazi! So habe ich das noch nicht gesehen!

Zitat:
Er muss sich damit abfinden, dass sein Leben endlich ist. Das bedeutet nicht nur, dass er alles verliert was ihm wichtig ist.
Wie oft hat er Scherze gemacht!
Ob ich nächstes Jahr Weihnachten noch da bin?
Vielleicht ist das mein letzter Geburtstag?
Was war ich manchmal wütend auf ihn wenn er so gesprochen hat...
Das fing an, als er in Rente ging mit 65 Jahren!

Aber jetzt ist es was anderes. Es sind Nebensätze bei ihm.
Nächstes Jahr mache ich keine Kartoffeln mehr. Tomaten auch nicht und Gurken!
Das ist mir am Samstag aufgefallen. Man nimmt es kaum wahr. Aber er macht keine Pläne mehr...
Ich akzeptiere das und finde es gut, das er sich langsam arrangiert damit. Das ist nicht böse gemeint von mir. Aber, je eher er sich damit auseinander setzt, umso eher kann er sein Schicksal akzeptieren. Weißt du, was ich meine?

Zitat:
Denn die Angehörigen leben mit dem Schmerz, wenn der Mensch tod ist. Ich lebe "ohne" meine Mama weiter. Das ist schmerzlich, aber diesen Schmerz spüren ist am schlimmsten JETZT wo es soweit ist. Erkrankte - und das wurde mir erst bewusst als sie tot war - haben diesen schlimmen Schmerz bereits lange vorher. Nämlich dann wenn ihnen bewusst wird, dass ihr Leben bald vorbei ist. Das sie keine Dinge mehr tun können, die sie gerne getan haben und das sie die Menschen, die sie lieben "einfach" zurücklassen. Das sie ihre Kinder nicht mehr unterstützen können. Das muss unglaublich hart sein. Und an der von dir beschrieben Situation kann man erkennen, dass dein Papa an diesem Punkt ist... Das ist nichts schlechtes, im Gegenteil. Aber es tut unglaublich weh. Sogar mir, obwohl ich deinen Papa und dich nicht mal kenne. Ich ziehe sofort die Paralelle und muss heulen...
Es tut mir weh, das zu lesen. Ich mußte ein paar mal schlucken. Aber es ist die Wahrheit und du hast das sehr gut formuliert!
Ja, und mir tut es auch leid, das du das durchgemacht hast und weißt, wovon du sprichst...
Danke das du für mich da bist Tazi! Auch wenn ich dich nicht kenne!

Zitat:
Bitte ermutige ihn seine Wünsche zu erfüllen. Wenn sein Zustand stabil ist (Reise mit Arzt abklären) sollte euch nichts aufhalten. Zwischen den Chemos sind ja abstände (3 Wochen?). Evtl. findet ihr eine Möglichkeit für wenige Tage zu fahren - solange er noch keiner Pflege bedarft. Meine Mama hat sich so sehr auf ihre Reha gefreut. Ihr "letzter" Urlaub. Beide Reha wurden abgesagt... Sie war so nidergeschmettert, das zu sehen war einfach so traurig... Wenn ihr das vermeiden könnt, wäre das ganz toll.
Das ist auch schon alles abgeklärt mit den Ärzten. Die Ärzte haben gesagt, sie machen das möglich für ihn und ich will ja auch, das er fährt.
Leider kam der Herzinfarkt dazwischen und die Ärzte haben ein Fragezeichen hinter diese Reise gemacht und mein Papa auch.
Er hat 3 Wochen zwischen den Chemos. Mein großer Bruder und seine Freundin werden meine Eltern nach der dritten Chemo mitnehmen nach Süditalien.
Ich denke nur, wenn er selber kein gutes Gefühl bei der Sache hat weil er sich nicht gut fühlt oder aus welchen Gründen auch immer, dann sollte er seinen Gefühlen nachgehen. Ich sage immer zu ihm und meiner Mutter, wartet es ab. Und entscheidet dann spontan!
Deshalb meinte ich, man kann nicht wirklich helfen!

Zitat:
Das ist löblich, allerdings sollte er sich trotzdem nicht quälen um euch einen Gefallen zu tun, wenn er merkt er verträgt keine Chemo, oder die Therapie tut ihm nicht gut, ermutige ihn nach Alternativen zu suchen (manchmal wird einfach eine andere Chemo genutzt)
Ja, das tuen wir alle. Alternativmedizin in Form von Schüssler Salzen nimmt er schon wegen mir...
Um die guten Zellen zu schützen, etc...
Darauf habe ich bestanden. Es wird ihn nicht heilen, aber es wird ihm körperlich damit besser gehen und geistig hilft es auch!
Und wenn er sich irgendwann gegen alles entscheiden sollte, stehe ich trotzdem hinter ihm.

Zitat:
Mein Text ist lang geworden! Deine Gesichte nimmt mich echt mit. Deshalb habe ich mir bewusst Zeit für diese Antwort genommen! Entschuldige bitte, dass es solange gedauert hat. Wie geht es deinem Papa? Gibt es Neuigkeiten?
Das finde ich auch toll von dir, das du dir Zeit nimmst für einen Menschen, den du nicht kennst! Und deshalb entschuldige dich bitte nicht bei mir! Es war auch mein Fehler, ich habe ein wenig gedrängt!
Ich habe momentan sehr das Bedürfniss mich mit anderen Menschen, die das selbe erlebt haben oder noch erleben, auszutauschen.
Aber leider gibt es nicht mehr Antworten in meinem Thread.
Deine bereichern mich dafür umso mehr!
Ich weiß das sehr zu schätzen!!!

Papa geht es momentan nicht so gut. Er schläft mal wieder sehr schlecht nachts. Dadurch am Tag sehr viel müde. Er hat einen entzündeten Mund und kann kaum was essen. Obwohl er sehr viel Hunger hat. Meine Mama versucht ihm alles so einfach wie möglich zu machen. Großen Respekt an sie!
Nicht nur eine tolle Mutter, sondern auch perfekte Ehefrau...

Er bekommt schon Medikamente gegen den Pilz im Mund und gegen die Entzündung. Nächste Woche Montag ist seine 3te Chemo. Die Ärzte sind schon am Überlegen, die Chemo nicht mehr ganz so hoch zu machen, da auch sein Blut letzte Woche sehr schlecht war. Vor allem seine weißen Blutkörperchen waren drastisch gesunken. Er hat provisorisch Antibiotika bekommen damit er nicht krank wird. Naja, gut für die Darmflora ist das nicht. Und somit für das Immunsystem auch nicht! Man dreht sich da im Kreis finde ich! Morgen wird wieder sein Blut untersucht. Hoffentlich ist alles besser geworden...
Die Ärzte vermuten, die Chemo ist zu stark in der Dosierung für ihn!

Nur, meine Sorge ist, wenn sie die Chemo leichter machen, das es dann hoffentlich keinen Nachteil für den Krebs gibt!

Naja, nach einem Tief kommt auch wieder ein Hoch!

So, nun habe ich mir auch die Finger wund geschrieben.
Ich freue mich auf Nachricht von dir!
Kann aber auch verstehen, wenn du auf Abstand gehst. Das mit deiner Mama ist ja auch noch nicht so lange her!

Ich drücke dich

Liebe Grüße Angela
__________________
PAPA!

*12.09.1937

ED: 12.06.2014: Kleinzelliges Bronchialkarzinom mit 2 Lungenmetastasen und 1 Lebermetastase
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+09.01.2016


Ich vermisse dich so sehr! Weil ich dich so liebe!

Geändert von Majesty (06.08.2014 um 18:35 Uhr)
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  #21  
Alt 06.08.2014, 21:35
Awkward Awkward ist offline
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Liebe Angela,

ich möchte Dir neben all den anderen auch eine gehörige Portion Mut zu sprechen. Ich weiß, in Deiner Situation ist jede Erfahrung Gold wert...

Mein Paps hatte ebenfalls ein kleinzelliges BC. Ich weiß, hatte... klingt nicht sehr vielversprechend... Aber wenn ich mir seine Geschichte anschaue, dann denke ich doch, dass sie anderen Angehörigen ein wenig Hoffnung schenken kann. Natürlich ist jeder Krankheitsverlauf, ebenso wie jeder Mensch individuell. Aber als ich Deine Geschichte gelesen habe, habe ich sofort gedacht, "mensch, ist das ein Glück, dass ihr Papa schon 76 ist und trotzdem noch körperlich fit".

Das sind zwei wesentliche Punkte, die im Kampf gegen den Kleinzeller nicht zu unterschätzen sind. Klar. Er breitet sich rasend schnell aus. Gleichzeitig ist die Zellteilung mit 76 aber bedeutend langsamer, als noch mit Anfang 50. Ein riesen Pluspunkt.

Mein Paps hat 5 1/2 Jahre mit diesem fiesen Krebs gelebt, 4 Jahre davon ohne jede Einschränkung und ohne weitere Behandlung. Anfang 2009 bekamen wir die Diagnose. Der Primärtumor (etwa 5 cm) war inoperabel. Ok. Ich gebe zu. Der Krebs hatte noch nicht gestreut. Das ist sicherlich besonders. Mein Vater hat eine intensive Chemotherapie bekommen. Nach deren Abschluss Bestrahlung der Lunge und prophylaktisch des Hirns (da gehen die Metas gern hin). Der Lungentumor war komplett verschwunden. Unsichtbar.

Auch wenn wir wissen, dass das schon damals nur eine palliative Behandlung war, hat der Kleinzeller ganze 4 Jahre gebraucht, um sich zu erholen und erneut aufzutauchen. Diese Krebsart spricht einfach wahnsinnig gut auf die Chemo an.

Beim zweiten Mal, es war im Mai letzten Jahres, kamen zum Lungentumor Metastasen in Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren hinzu. Es waren insgesamt 10 Stück, von ordentlicher Größe. Diese Zeit war hart. Zwei Monate Krankenhaus. Mein Paps eigentlich nicht ansprechbar. ABER trotz Patientenverfügung haben wir für ihn entschieden, die selbe Chemo noch einmal zu versuchen... Die letzten zei Zyklen konnte Paps ambulant machen. Kein Koma mehr. Nein viel besser. Er war (fast) wieder der Alte. Die ersten Untersuchungen im September zeigten keinerlei (!) Auffälligkeiten. Der Primärtumor unsichtbar, alle Metas unsichtbar. Wie ein kleines großes Wunder.

Wir hatten fünf schöne, sehr schöne Monate. Paps konnte Autofahren. Das hätten wir nie gedacht. Ich habe die Zeit sehr genossen, auch wenn sie mehr Alltag als alles andere war. Aber so funktioniert der Mensch. Das menschliche Gehirn blendet aus. Und das ist gut so.

Natürlich nimmt meine Geschichte kein gutes Ende. So wie bei den Meisten hier. Aber nochmal. Sie soll Dir zeigen, was alles möglich ist!

Im März diesen Jahres war klar, dass der Krebs trotz Chemo in das Hirn gestreut hatte. 6 Metas. Wir versuchten erneut Bestrahlung. Es ging Paps sehr schlecht damit, so dass er sie nicht beenden konnte. Die letzten Monate waren lang und schwer. Aber erstaunlicherweise bis zum Ende hin ohne merkliche Schmerzen. Wir drei, Mama, Paps und ich, haben entschieden, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Obwohl Paps bis zum letzten Tag immer geglaubt hat, dass er wieder gesund wird. Er hatte einen felsenfesten Glauben...Am 31.7. ist er in Begleitung von uns für immer eingeschlafen.

Ich möchte Dir noch eins mit auf den Weg geben: Es ist richtig und normal, dass sich jetzt in Dir alles sperrt und Du das unvermeidliche dieser Krankheit nicht akzeptieren kannst und willst. Wehre Dich nicht dagegen. Das ist richtig und logisch. Dein Herz und Deine Seele werden zur richtigen Zeit umschalten und Du wirst ihn begleiten können, wenn die Zeit da ist. Ich habe mich so lange gewehrt, geweint, geschrien und wohl auch getrauert, als er noch am Leben war. Jede neue Diagnose war ein unmenschlicher Schock. Die Akzeptanz, die Ruhe, die Dankbarkeit, dass er jetzt gehen kann, all das kam erst kurz vorher, aber es kam. Und es hilft mir jetzt ungemein. Denn der Prozess des Trauerns hat sich schon vor langer Zeit in Gang gesetzt.

Ich drück Dich ganz fest! Bewahre Dir so viel Normalität, wie Du kannst. Dein Vater wird für sich selbst am Besten wissen, wie er mit seiner Situation umgeht. Mach Dir da keine Sorgen. Er ist ja nicht allein.

Ui, doch ganz schön lang, sorry!!

Liebe Grüße

Steffi
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  #22  
Alt 07.08.2014, 16:09
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Hallo Steffi!

Ich habe gestern mit großer Freude deine Nachricht gelesen.
Das einzige, was nicht so toll ist, das dein Papa gestorben ist... Und das dies noch nicht allzu lange her ist.

Mein aufrichtiges Beileid von mir an dich!

Ich muß sagen, du klingst sehr zufrieden in deiner Nachricht. Beruhigt und zudem noch angstfrei! Ich kann das nicht genau beschreiben und ich hoffe, du verstehst mich nicht falsch. Aber, man merkt dir an, das du deinen Frieden mit dir und der Situation geschaffen hast. Und das schon lange bevor dein Papa gestorben ist!

Ich wurde ganz ruhig als ich deine Nachricht gelesen habe. Und das erste Wort, was mir einfiel als ich sie zu Ende gelesen habe war: WOW!

Zitat:
Das sind zwei wesentliche Punkte, die im Kampf gegen den Kleinzeller nicht zu unterschätzen sind. Klar. Er breitet sich rasend schnell aus. Gleichzeitig ist die Zellteilung mit 76 aber bedeutend langsamer, als noch mit Anfang 50. Ein riesen Pluspunkt.
Meinst du damit die Zellteilung des Krebses oder der gesunden Zellen? Denn, ich denke, den Krebszellen ist es egal, wie alt man ist. Oder wie alt die gesunden Zellen sind. Erklärst du es mir, was du meinst damit?

Zitat:
Mein Paps hat 5 1/2 Jahre mit diesem fiesen Krebs gelebt, 4 Jahre davon ohne jede Einschränkung und ohne weitere Behandlung.
Das ist etwas, was mich sehr gefreut hat. Menschen, die es geschafft haben, damit fast uneingeschränkt zu leben. Und dazu noch so lange. Das gibt mir ein sehr beruhigendes Gefühl!

Zitat:
Auch wenn wir wissen, dass das schon damals nur eine palliative Behandlung war, hat der Kleinzeller ganze 4 Jahre gebraucht, um sich zu erholen und erneut aufzutauchen. Diese Krebsart spricht einfach wahnsinnig gut auf die Chemo an.
Ja, das stimmt. Es wirft aber auch viele Fragen auf. Z.B. wenn er doch so gut mit Chemos in Schach gehalten werden kann und sogar weg ist z.T., warum kommt dieses Biest wieder? Warum kann man ihn nicht komplett mit Chemos aus dem Körper bekommen? Und nur "unsichtbar" machen?
Das ist das, was ich nicht verstehe. Warum kommt er immer wieder?
Und dann meistens noch viel schlimmer als vorher und mit vielen Metastasen!

Zitat:
Er war (fast) wieder der Alte. Die ersten Untersuchungen im September zeigten keinerlei (!) Auffälligkeiten. Der Primärtumor unsichtbar, alle Metas unsichtbar. Wie ein kleines großes Wunder.
Das ist etwas, was man wirklich als Wunder bezeichnen darf. Wahnsinn! So etwas gibt es? Offenbar!
Dein Papa war dieser Mensch!

Zitat:
Es ist richtig und normal, dass sich jetzt in Dir alles sperrt und Du das unvermeidliche dieser Krankheit nicht akzeptieren kannst und willst.
Das habe ich mittlerweile begriffen. Ich hatte es schon von Anfang an gewußt. Nur, ich wollte natürlich diese Gedanken nicht zulassen. Sie waren so schmerzhaft das ich innerlich nach meinem Papa geschrien habe! Schockzustand würde ich dies bezeichnen. Seit ungefähr einer Woche geht es mir besser. Es war urplötzlich vorbei dieses Ohnmachtsgefühl, diese Hilflosigkeit, diese Angst!

Ich weiß, das mein Papa sterben wird.

Zitat:
Dein Herz und Deine Seele werden zur richtigen Zeit umschalten und Du wirst ihn begleiten können, wenn die Zeit da ist. Ich habe mich so lange gewehrt, geweint, geschrien und wohl auch getrauert, als er noch am Leben war.
Ja, das kenne ich. Ich habe um ihn getrauert obwohl er noch lebt. Aber meine Seele weiß, wie es Enden wird. Deshalb habe ich schon getrauert. Es war sowieso seit letztem Jahr einiges komisch.
Seit Anfang diesen Jahres hatte ich immer Angst vor Papas 77 Geburtstag! Ich wußte nicht warum. Wenn ich an seinen Geburtstag im September gedacht hatte, war mir komisch und mulmig zumute.

Die Diagnose kam ja erst mitte Juni! Vorher hat man nichts, aber auch gar nichts gemerkt. Selbst er nicht!

Du hast mir wirklich Mut gemacht mit deiner Nachricht. Und was für eine Leichtigkeit in deinen Zeilen hängt? Wahnsinn!
Du scheinst deinen Weg gefunden zu haben trotz der Situation. Das freut mich sehr!
Ich danke dir für deine angenehmen Zeilen an mich!

Vielleicht hast du auch noch ein paar Antworten für mich bezüglich meiner Fragen!

Liebe Grüße an dich
Angela
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Ich vermisse dich so sehr! Weil ich dich so liebe!

Geändert von Majesty (07.08.2014 um 16:13 Uhr)
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  #23  
Alt 07.08.2014, 21:54
Awkward Awkward ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo Angela,

danke für Deine lieben Worte! Natürlich gibt es auch bei mir rabenschwarze Tage... da kann ich nicht Lügen. Ich hatte und habe eine sehr enge Beziehung zu meinem Paps. Bin eine richtige Papa-Tochter Und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen habe ich beschlossen, dass das Ende seines Leid mich mit unendlicher Dankbarkeit erfüllt. Es nicht akzeptieren zu wollen, ihn mir zurückzuwünschen und sei es auch nur für eine kurze Zeit mehr mit ihm, all das ist vielleicht verständlich, würde mich aber in meinen eigenen Augen zu einem Egoisten machen. Dieser Gedanke macht mich sehr sehr unglücklich. Das möchte ich nicht sein. Wenn ich einen Menschen so sehr liebe, wenn er die Welt für mich bedeutet, dann kann ich ihm das am Besten zeigen, indem ich mir nur das Beste für ihn wünsche. Mein Paps sieht mich jetzt, das weiß ich. Und er versteht meine Gefühle so wie sie sind genau richtig. Darauf vertraue ich fest. Vielleicht ist es diese Einstellung, die mir jetzt hilft, die größte Zeit des Tages geerdet zu sein. Aber es ist weißgott nicht einfach.

Im Übrigen habe ich für mich gemerkt, dass es mir auch wahnsinnig hilft, für andere da zu sein, ihnen etwas Mut in dieser unmenschlichen Situation zu machen oder einfach nur ein kleines bisschen "Wissen" weiterzugeben So genug von mir und zu Deinen Fragen:

Ich bin natürlich kein Arzt, aber die Sache mit der Zellteilung habe ich für mich tatsächlich so verstanden, dass sich jedenfalls die gesunden Zellen in fortgeschrittenem Alter merklich langsamer teilen. Das heißt für mich bei einem Krebs, wie dem kleinzelligen BC, dass der Unterschied in der Zellteilung von krankem und gesundem Gewebe markant ist, die Chemo also besonders gut auf die "schnellen" kranken gehen kann und die langsamen gesunden in Ruhe lässt. Ob sich natürlich auch die kranken entsprechend langsamer teilen, das weiß ich nicht. Ich denke, dass das bei dieser Art von Krebs vielleicht nicht so ausschlaggebend ist, denn er streut so oder so schnell. Wohl eher bei eingekapselten Tumoren. Es heißt ja das jeder dritte betagte Mann in den 80ern wohl Protatakrebs entwickelt, aber noch lange nicht dran stirbt. Hier stimmt es vielleicht, dass die Zellteilung da Einfluss macht.

Warum kommt der Krebs wieder? Zum einen ist natürlich immer das Restrisiko da, das nach "nur" Chemo etwas übrig bleibt. Und selbst wenn das nicht der Fall wäre oder man hätte operieren können, ist es bei dem Krebs wahrscheinlich typisch, dass der "Zellfehler" erneut auftritt. Gerade bei den Patienten - und das sind die allermeisten - die den Kleinzeller durch Umwelteinflüsse, wie Rauchen oder Schadstoffe auf der Arbeit bekommen haben. Durch die Chemo ist dieses Grundproblem ja nicht beseitigt. Unser Onkologe hat einmal gesagt, das Paps sich die hinterhältigste und intelligenteste Krebsart ausgesucht. Als ob die Zellen ein Gedächtnis hätten und sich ihrem Umfeld anpassen könnten. Deswegen kommt er wieder, in anderem Gewand, vielleicht mit einer ganz anderen Art von Metas.

Weißt du, was wirklich "witzig" ist? Zu keinem Zeitpunkt, nachdem der Krebs ein zweites Mal ausgebrochen war, konnte man den Primärtumor in der Lunge sehen. Die CTs waren sauber. Nur durch Untersuchung der Metas konnte man in Erfahrung bringen, dass das Ableger des BCs waren. Irre. Als ob der Krebs gewusst hätte, dass alle immer nur auf die Lunge starren. Mein Paps hat auch bis zum Ende keine markanten Lungenprobleme gehabt. Er ist nicht "ertrunken". Was so vielen Angst macht. Am Ende haben still und leise Leber und Nieren versagt. Soweit ich das beurteilen kann, ich habe ihn ja die letzten Tage begleitet, ist er einen schnellen und schmerzlosen Tod gestorben. Das war - wie alles andere auch - ein kleines großes Wunder...

Mach Dir jetzt noch keine allzu großen Gedanken um den Geburtstag Deines Papas. Er kommt, wenn er kommt. Ich kenne das sehr gut. Mein Paps hat am 8.7. Geburtstag. Letztes Jahr lag er im Koma und wir dachten, es ist das letze Mal. Meine Ma ist letztes ahr am 2.8. 70 geworden. Da saß er - zwar noch etwas gerupft - bei uns zuhause mit am Tisch. Fast 40 Grad Außentemperatur und hat sich ein bisschen unterhalten
Dieses Jahr... Dieses Jahr war mein Paps noch bis Mitte April zuhause. Dann ging es nicht mehr. Kurz vor Beginn der WM war er auf der Palliativstation im Krankenhaus. Er sagte, er hätte sich als kleiner Junge immer gefragt, welches wohl seine letzte WM sei, die er sehen könnte. Diese wohl nicht mehr ... Ich hatte einen riesen Kloß im Hals. Wir sind beide so fussballbegeistert. Haben alle Spiele immer zusammen gesehen. Auch, wenn Bundesliga war. Nun, wie ein kleines Wunder ging es ihm etwas besser. Er konnte zwar nicht nach Hause, aber in ein Pflegeheim direkt um die Ecke. Am 21.06. war das. Mein damaliger Freund und ich haben ihm seinen riesen Fernseher geholt und Paps und ich haben Fussball geschaut. Sogar die Sky-Box für die neue Saision... Naja. Paps konnte nahezu jedes Spiel sehen. Das freut mich so sehr! Er hats geschafft. Auch seinen Geburtstag am 08.07. noch. Wir hätten es nicht gedacht!

Was ich damit sagen möchte, Eure Diagnose ist noch so frisch. Selbst nach Jahren werden all diese Gedanken alles, aber nicht Normalität. Abstrakt mag man verstehen, dass es keinen Ausweg gibt. Aber letztlich hat man zunächst immer noch die Monate vor Augen, die noch kommen werden. Das ist gut und richtig. Dein Papa hat Optionen und steht am Anfang seiner Therapie. Erstmal Zwischenbilanz ziehen nach einer Zeit und dann weitersehen

Halt weiter die Ohren steif und denke immer daran, jeder neue Tag ist einzigartig!

Liebe Grüße

Steffi
__________________
Mein Paps - kleinzelliges Bronchialkarzinom - für immer eingeschlafen am 31.07.2014.
Du bist meine Seele, mein Herz. Ich liebe Dich.
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  #24  
Alt 07.08.2014, 22:11
Nicerl Nicerl ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Liebe Majesty!

Ich wollte dir auf diesem Wege auch mal ein bißchen Mut zusprechen!
Das mit den Antworten ist immer ein bißchen schwierig, viele müssen sich erst einlesen und manchmal ist einem das als Angehöriger, wie du wahrscheinlich selbst weisst zuviel.

Das hat nichts mit dir oder der Krankheit deines Papas zu tun.
Ich schreib hier wegen meiner Ma und du hast mir auch schon geantwortet.

Deinem Beitrag von gestern glaube ich, hab ich entnommen, daß dein Pa jetzt mit dieser Chemo viel schläft und müde ist und außerdem unter dem Pilz im Mund sowie Aphten leidet.
Das war bei meiner Ma bis vor Kurzem auch so, nun haben sie auch die Chemo runtergeschraubt, d.h. die mg Menge ist deutlich niedriger.

Damit gehts ihr deutlich besser, zusätzlich noch AB.
Vielleicht ist das ja dann bei deinem Pa auch so.

Ich habe mir übrigens dieselbe Frage gestellt wie du! Wie effizient ist sie dann noch?
Aber ohne jegliche Lebensqualität wie das bei meiner Ma war, stellt sich die Frage eh nicht!

Liebe Majesty, ich drück die Daumen für euch alle, auf daß ihr einen Weg findet, der für euch alle zusammen machbar ist.
Und...... jeder geht damit anders um, ich glaube ja, daß es unser Vorteil ist, daß wir uns bereits in diesem Stadium der Krankheit mit allen Konsequenzen auseinandersetzen!

Mein Bruder und viele andere in unserer Familie machen es wie die drei Affen, : Nichts sehen, nichts hören, nicht sprechen!

Alles Liebe Nicerl
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  #25  
Alt 14.08.2014, 15:31
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Majesty Majesty ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo an alle!

Habe lange nichts mehr geschrieben. Es lief in der letzten Zeit alles drunter und drüber.
Mein Papa hätte eigentlich am Dienstag seine 3te Chemo bekommen sollen.
Leider ist seine Mundschleimhaut diesmal so schlimm in Mitleidenschaft gezogen worden, das er tagelang nicht richtig essen konnte, Schmerzen hatte und einfach schlecht drauf war mit dem Rotz.
Am Samstag war er bei mir und sagte mir, das er aufgeben wird, keine Lust mehr weiter zu machen wenn das mit dem Mund nicht besser wird... So will er nicht weiterleben.

Meine Mutter macht und tut. Macht alles zu Brei für ihn, kocht Pudding etc.
Aber er hat solche Schmerzen, das ihm die Lust verging am Essen.
Immer wieder kommen neue Stellen in seinem Mund die Schmerzen.

Nunja, er bekam schmerzstillende Mittel für den Mund, die aber auch nur 5 Minuten geholfen habe und auch nur so, das er nicht ganz dolle Schmerzen hat.
Am Montag dann Einweisung ins Krankenhaus wegen Chemo. Dann kam er nicht auf seine Station 5 sondern auf 3. Es waren am Wochenende viele Notfälle rein gekommen. Deshalb war er auf einer anderen Station.
Dann sollte er erstmal künstlich ernährt werden, aber leider lief der Tropf nicht durch. Irgentwie sind wohl die Venen kaputt vom vielen Stechen.

Dann sollte er Astronauten-Nahrung bekommen. Er hat gedacht, er bekommt nichts, nur son Drink. Er dachte, das wäre was zum Trinken. Also so joghurt-Drink.
Meine Mutter sich voll aufgeregt das er noch verhungert. Jetzt wäre er im Krankenhaus und er wird nicht ordentlich versorgt.
Naja, er bekam aber schon Astronauten-Nahrung. Nämlich der Drink. Das haben wir aber erst 1 Tag später erfahren.
Dann dachten meine Eltern, das er noch von einem Arzt untersucht wird und nicht vom eigentlichen der sich um ihn kümmert auf der Station 5.
Mein Papa fühlte sich allein gelassen und aufs Abstellgleis gestellt.

Aber alle Aufregung umsonst. Seine Ärzte auf seiner Station 5 kümmerten sich weiterhin um ihn. Sie gaben es nur an die Ärzte auf Station 3 weiter.
Aber entschieden haben alles die Ärzte von meinem Papa.
Naja, die Chemo wurde erstmal auf 2 Tage verschoben wegen seinem Mund. Der wurde aber nicht besser. Trotz Medikament aus dem Krankenhaus.

Nun ist er gestern nach Hause gekommen und muß am Montag wieder rein, da sie nicht mit der Chemo anfangen können. Sein Mund war gestern auch nicht besser geworden.
Also Chemoauf eine Woche später verschoben. Mittlerweile wird es wohl so langsam.

Er hat das jetzt seit 2 Wochen. Meine Mutter wird nun prophylaktisch Salbeitee, Kamillentee und vielleicht noch Kamillosan holen, das es das nächste mal nicht so schlimm wird. Sie fahren am 23.08. mit meinem Bruder zu seinen Verwandten nach Italien. Also alles kurz vor knapp diesmal!

Ein Erfolg haben wir aber:

Der Krebs ist noch kleiner geworden.

Ich bin so froh das die Chemos anschlagen. Die richtige Untersuchung erfolgt ja noch mit Ct und so weiter...

Gestern abend war ich bei meinen Eltern. Mein Vater sieht wieder bedeutend besser aus als am Wochenende. Hat 1 1/2 kg wieder zugenommen. er hatte 7 kg verloren! Er fühlt sich auch ein wenig besser!

Hoffentlich wird das nächste mal die Mundschleimhaut nicht wieder so doll in Mitleidenschaft gezogen. Die Ärzte haben aber gesagt, die nächste Chemo wird nicht mehr so stark gemacht!

@Awkward

Ich werde dir noch antworten!

@Nicerl

Ja, ich denke, mein Papa wird mit einer reduzierten Chemo deutlich besser Leben können. Das war ja kein Zustand für ihn.
So kann ich verstehen, wenn er aufgeben will!
Ich danke dir sehr.
Wir sind 4 Geschwister. Meine 2 Brüder und meine Schwester.
Mein großer Bruder will alles wissen und zerpflückt alles um Schwachpunkte bei den Ärzten zu finden, weil er denkt, er wird nicht optimal versorgt. Dem ist aber nicht so.
Meine Schwester machtsich um unsere Mutter mehr sorgen als um den Vater, da Papa ehschon alt ist, er schon lange gelebt hat und seine Zeit nun offensichtlich gekommen ist. Meine Mutter ist 14 Jahre jünger.
Mein kleiner Bruder zieht sich zurück, ruft kaum an und will nichts wissen.
Und ich befasse mich mit allem, mit dem Tod, mit der Chemo, wie er drauf ist, wie ich helfen kann, was noch kommen wird!

So unterschiedlich sind wir alle...

Ganz liebe Grüße Angela
__________________
PAPA!

*12.09.1937

ED: 12.06.2014: Kleinzelliges Bronchialkarzinom mit 2 Lungenmetastasen und 1 Lebermetastase
cT4 N2 M1b

+09.01.2016


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  #26  
Alt 08.09.2014, 16:15
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo an alle!

Ich wollte mich mal melden und euch mitteilen, daß es meinem Papa sehr gut geht.
Nachdem er ja vor 4 Wochen eine sehr starke Stomatitis hatte, haben die Ärzte die Chemo um eine Woche verzögert und ihm eine reduzierte Chemo gegeben. Es ging ihm bis jetzt sehr gut damit. Die Stomatitis kam vor einer Woche zwar zurück, aber nur auf einer Seite im Mund und deutlich weniger als vorher.

Zudem war er ja bei seinen Geschwistern in Italien für 10 Tage. Auch die hat er gesundheitlich super gemeistert. Er fühlt sich wohl und das merkt man auch.

Zum Teil könnte man denken, er hätte keinen Lungenkrebs im Endstadion. Unglaublich!
Aber er ist wieder ganz der Alte! Ich finde das so toll ihn so zu sehen. Es macht einen sehr viel Hoffnung, das er doch noch ein paar Jahre leben darf!

Heute beginnt seine 4te Chemo. Auch wieder reduziert. Am Donnerstag wird entschieden, ob er nach der Chemo ein rundum Check up mit CT und sonstiges bekommt oder ob er die 6 Zyklen Chemo erst voll machen soll.

Ich bin schon so gespannt, wie weit alles zurück gegangen ist. Bis jetzt hat der Krebs gut auf die Chemo angesprochen.
Ich hoffe, es bleibt auch mit der reduzierten Chemo so...

Am Freitag hat mein Papa Geburtstag! 77 Jahre wird er dann!

Ich bin nach wie vor sehr stolz auf ihn. Seine körperliche Verfassung in seinem Alter ist traumhaft. Zudem die seelische, die wieder den Alten zum Vorschein kommen läßt! Er ist noch so topfit! Das ist unglaublich!

Manchmal vergesse ich, das er Krebs hat!
Kann sehr erleichternd sein!

So, ich hoffe, auch euch geht es gut!
Würde mich auf Nachricht freuen!

LG Angela
__________________
PAPA!

*12.09.1937

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  #27  
Alt 08.09.2014, 22:20
carja carja ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Das hast du schön geschrieben mit "du weist" bin in einer ähnlichen Situation und neu hier , nur mein Papa gibt sich gerade jeden Tag mehr auf wir ahnen die Diagnose jetzt 2 Wochen und am Donnerstag erst unser 1 Gespräch ob Chemotherapie ja oder nein? Ich weis nur nicht wie ich ihm noch etwas Hoffnung geben kann.
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  #28  
Alt 09.09.2014, 14:46
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Majesty Majesty ist offline
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo Carja!

Ja, das ist ein hartes Stück Arbeit für jeden, der Betroffen ist!
Es tut weh, den Menschen, der die Krankheit hat, so zu sehen. Zebrochen, im totalen Gefühlschaos...

Am Anfang war es bei meinem Papa auch so. Am Tag, als wir alle, einschließlich ihm, von seinem Lungenkrebs erfuhren, sagte er abends zu uns (seinen 4 Kindern), wir sollen uns um die Mama kümmern wenn er stirbt.

Es war für ihn sein Todesurteil. Er war gefrustet, weinte viel und gab sich am Anfang auch auf.
Na, was soll man auch denken wenn man einen aggressiven Krebs hat der einen Sterben lassen wird?

Sehr schwer einen Menschen in dieser Zeit zu unterstützen. Immer die richtigen Worte zu finden...

Ich meine, bei uns ist es auch erst knapp 3 Monate her. Aber alleine das wir viel im Krankenhaus waren am Anfang, ihn besucht haben, versucht haben, ein Stück Normalität rein zu bringen, wenn er vom Sterben gesprochen hat, einfach auch mal sagen, das dauert noch... Papa, jetzt "noch" nicht!!!

Ich weiß nicht, was ich dir raten soll. Versuche deinen Weg zu finden. Du wirst merken, wie du mit ihm umgehen sollst.

Mehr kann ich dir leider nicht sagen.

Es tut mir leid, das du auch und der Rest deiner Familie diese Erfahrungen machen müßt!

LG Angela
__________________
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  #29  
Alt 10.09.2014, 01:35
NiMo_1714 NiMo_1714 ist offline
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Registriert seit: 09.09.2014
Beiträge: 7
Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Hallo,

ich heiße Nicole und bin 45 Jahre alt.
Wir (meine Eltern und ich) haben gestern auch die Diagnose bekommen, dass mein Vater einen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs hat. Ein Adenokarzinom im Stadium IIIb, eine genauere Klassifizierung haben wir noch nicht.

Auch wenn wir uns schon seit gut einer Woche mit der Wahrscheinlichkeit dieser Diagnose befasst haben, sind wir geschockt und haben natürlich Angst.

Mein Vater wird im nächsten Monat 76 und ist insgesamt in einem schlechten Allgemeinzustand, da er diverse Vorerkrankungen hat. Morgen wird er an der Wirbelsäule operiert, da der Spinalkanal verengt ist und er Schwierigkeiten beim Laufen hat. Mit der OP will man ihm für die nächste Zeit mehr Lebensqualität geben. Neben Diabetes, Herzerkrankungen, einer Demenz und mehreren anderen Beeinträchtigungen jetzt auch noch so ein Sch....

Ich habe ein super Verhältnis zu meinen Eltern, aber meine Mutter und ich wissen im Augenblick nicht weiter. Mein Vater äußert sich nicht zu der Diagnose. Wie soll ich mit ihm sprechen? Ich weiß nicht, ob er annähernd verstanden hat, was jetzt weiter mit ihm passiert. Vielleicht versucht er es auch zu überspielen, um vor uns stark zu sein.

Wie geht's jetzt weiter? Was erwartet meinen Vater? Was, wenn auf Grund des schlechten Allgemeinzustandes keine Behandlung möglich ist?
Den Ärzten gegenüber hat er geäußert, dass er das wohl so hinnehmen muss, ihnen aber vertraue. Er will auch an der Therapie mitarbeiten. Dass hat er vorher anderen Ärzten aber auch erzählt und tapfer bei OP-Aufklärungen seine Raucherei verschwiegen und selbst jetzt, als er eigentlich liegen sollte, immer eine Möglichkeit gefunden, doch heimlich zu rauchen.

Wir versuchen morgen mit dem Pschyoonkologen und weiteren Ärzten zu sprechen. Eigentlich betrachte ich die meisten Sachen immer nüchtern, lasse mir den schlimmsten Fall schildern, weil ich dann eigenlich nur positiv überrascht werden kann. Schlimmer kann es dann ja eigentlich nicht mehr kommen. Davon muss ich mich jetzt wohl verabschieden.

Vielleicht hat jemand einen guten Rat? Ich fühle mich so hilflos.
Für jetzt erst einmal eine ruhige Nacht und alle guten Wünsche.

Nicole
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  #30  
Alt 10.09.2014, 10:15
BeBeBalaton BeBeBalaton ist offline
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Registriert seit: 26.02.2009
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Standard AW: Mein Papa hat Lungenkrebs!

Zitat:
Zitat von NiMo_1714 Beitrag anzeigen
Hallo,

Neben Diabetes, Herzerkrankungen, einer Demenz und mehreren anderen Beeinträchtigungen jetzt auch noch so ein Sch....

Raucherei verschwiegen und selbst jetzt, als er eigentlich liegen sollte, immer eine Möglichkeit gefunden, doch heimlich zu rauchen.
Glaubt Ihr denn wirklich, dass das Verhindern des Rauchens dem Mann das Leben noch ein Stück besser macht?

Natürlich ist es nicht gesund, aber der Stress des Entzuges ist für den Körper viel schlimmer.

Deine Mutter und Du müsst lernen zu Akzeptieren, dass er raucht. Ihr sollt lieber darauf achten, dass er sich nicht erkältet, wenn er sich in einer kalten Hausecke stellt und heimlich raucht.

Denkt immer daran, es ist sein Leben und nicht das Eure. Ihr dürft das begleiten und nicht bestimmen und vorgeben. Das Loslassen fängt schon auf dieser Welt an . . . .

Warum ich das schreibe, ich praktiziere es selber . . . .


Angelika

Geändert von BeBeBalaton (10.09.2014 um 17:04 Uhr)
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bronchialkarzinom, lungenkrebs, mestastase


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