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  #1  
Alt 09.12.2018, 13:35
CarltonLeach CarltonLeach ist offline
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Standard Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Liebes Forum,

bei mir (Männlich, 34 Jahre alt) wurde im Januar 2018 ein Adenokarzinom im Stadium 4 diagnostiziert. Aufgrund des Stadiums wurde initial keine TNM Formel erstellt. Das CT zeigte diverse vergrößerte Lymphknoten im Bauch-, Hals- und Schulterbereich, sowie 2 Metastasen suspekte Raumforderungen der Leber. Der Primarius befand sich zwischen Magen und Speiseröhre, hatte eine Länge von ca. 6 cm, das Grading entsprach der Stufe 1 (G1). Nach einer Tumorkonferenz folgten 8 Zyklen FLOT Chemotherapie und im Anschluss eine weitere CT Aufnahme und Magenspiegelung: Hierbei zeigten sich die vormals vergrößerten Lymphknoten deutlichst größenregredient (Rückgang um 95% gemäß der Referenzmessungen) und die durch die Magenspiegelung erhobenen Biopsien enthielten keine aktiven Tumorzellen mehr. Es kam zu einer weiteren Tumorkonferenz und man empfahl mir eine chirurgische Resektion des Primarius (Ivor Lewis Verfahren sprich Magenhochzug), eine Resektion der vormals vergrößerten Lymphknoten, sowie eine Hemihepatektomie. Ich stimmte allem zu und lies mich in einer renommierten Uniklinik 2x operieren (Zunächst Ivor Lewis OP & Lymphadenektomie, dann Hemihepatektomie & weitere Lymphadenektomie). Die Histologie war klasse, denn es konnten keine Krebszellen im Resektat nachgewiesen werden und ich habe eine komplette pathologische Remission erreicht: Tumorformel somit T0N0M0. Die Operationen sind nun knapp 7 Monate her und meine Lebensqualität ist leider immer noch wirklich miserabel: Ich habe sämtliche Muskeln sowie ca. 15 kg Körpergewicht eingebüßt, mein vorderer Oberkörper fühlt sich an, als ob mehrere Stahlplatten implantiert worden wären. Treppensteigen erzeugt Luftnot, Krankengymnastik und Fitness Training bringen nur minimale Verbesserungen. Die direkt nach dem Krankenhausaufenthalt erfolgte AHB hatte ebenfalls leider keinen positiven Effekt. Es ist echt zum Verzweifeln! Ich war zuvor sportlich und athletisch, jetzt strengen mich kleinste Tätigkeiten sehr stark an. Essen klappt gut, jedoch scheint die Verwertung nicht zu funktionieren (nehme nicht zu, aber zumindest auch nicht mehr ab).

Wie lange hat es bei Euch nach der OP gedauert bis ihr wieder eine akzeptable Lebensqualität erreicht habt?

Danke,
Carlton

Geändert von CarltonLeach (16.12.2018 um 14:30 Uhr)
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  #2  
Alt 10.12.2018, 13:47
monika.f monika.f ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Hallo Carlton,

da hast Du ja in jungen Jahren schon einiges hinter Dir! Aber dass die Behandlung so gut angeschlagen hat und nach der Operation das Ergebnis dann T0N0M0 ist, das ist doch ein Riesenerfolg!

Aber zur Deiner Frage, wie lange andere gebraucht haben:

Ich glaube, Du musst Dir noch etwas Zeit geben. Alles zusammengenommen, also die Chemotherapie und 2 (!) schwierige Operationen, das ist nicht wie eine Blinddarmoperation, nach der man innerhalb von 2 Wochen wieder fit ist.

Ich selbst bin Mitte Februar 2018 operiert worden. Vorbereitung des Magens minimal-invasiv, Thoraktomie dann offen. Es ist alles gut verlaufen, Rippen heil geblieben. (Ich habe gelesen, dass öfter auch mal eine Rippe dabei bricht.)

Die äußerlichen Narben verheilen relativ schnell, aber Du musst Dir vorstellen, dass das Gewebe drunter ja auch durchtrennt wurde. Ein Spannungsgefühl habe ich im rechten Oberkörper auch manchmal noch.

Was meine Fitness angeht: Nach 6 Monaten konnte ich wieder bis zu einstündige Spaziergänge machen und 15 Minuten schwimmen. (Mehr habe ich aber gar nicht ausprobiert, weil ich vor der Diagnose auch nicht besonders sportlich war.) Als wir vor ein paar Wochen ein paar Renovierungen gemacht haben, bin ich allerdings bald an meine Grenzen gekommen. Bücken ging schlecht wegen Reflux, abkleben war auch anstrengend. Nicht zu schweigen von Material tragen.

Der Unterschied zu Dir ist sicherlich, dass ich nicht erwarte, zu dem, was ich vor 30 Jahren konnte (ich bin jetzt 58) zurückzufinden. Auch ohne Erkrankung würde ich das nicht mehr machen können. Aber mit 34 sieht so was natürlich anders aus.

Wenn Du essen kannst, ist das schon mal gut. Nimmst Du Kreon? Das wurde mir in der AHB empfohlen (bei der ich übrigens auch kaum was machen konnte, noch nicht mal richtig schwimmen). Es soll die Fettverdauung unterstützen. Ich nehme es nicht, weil ich fettarm esse und keine Verwertungsstörungen bemerke. (Mein Gewicht ist wie vor der Diagnose.)

Was sagen denn die Ärzte? Mir wurde immer gesagt, es braucht Zeit, ich muss Geduld haben. Und nach dem, was ich so gelesen habe, auch von Teilnehmern hier, die eine Website erstellt haben, ist es einfach ein langwieriger Prozess. Noch dazu, wo Du 2 Operationen hattest. Und beschleunigen kann man den wahrscheinlich nicht.

Leichter gesagt als getan.

Vielleicht kommen ja noch ein paar Erfahrungsberichte von anderen hier.

Alles Gute,

Monika
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  #3  
Alt 11.12.2018, 16:01
Benutzerbild von Slowfox
Slowfox Slowfox ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Hallo Charlton,
das kommt mir bekannt vor. Nach 1,5 Monaten Chemo und Bestrahlung wurde ich, (am 6,Febr.2017) wie du, an Speiseröhrenkrebs operiert (Magenhochzug,..usw). Als es entdeckt wurde hatte ich T4,.. nach der Chemo und Bestrahlung war es T1. Nach der OP hatte ich das gleiche Gefühl wie du.
Ich sollte auch schnell zur Anschluß Reha, die ich persönlich für nutzlos hielt. Ich fühlte mich wie aus der Intensivstation zur Reha gekarrt. Viele Dinge, die auf dem Plan standen konnte ich körperlich nicht machen. Es gab viel Vorträge über gesunde Ernährung. Einmal stand jemand auf und fragte, "Schöner Vortrag,.. aber warum kriegen wir hier so einen Fraß ?" Recht hatte er, . bekam aber keine Antwort.
Lange Rede kurzer Sinn,.. ich kann alles essen, nur in kleinen Mengen. Ich halte mein Gewicht. Leichte Schmerzen an den Rippen rechts. Denke, beim Aufbiegen haben die mir einige Rippen angeknackst.
Gesundheitlich hat sich nicht viel geändert. Ich lebe,.. das ist alles.
Ansonsten,.. Gleichgewichtsstörungen, Allgemein Schwäche (40% von vorher) Antriebsschwäche. Ängste, etwas allein zu unternehmen. Mache jetzt alles mit meiner Frau.
Morgen soll ich das 2te mal zur Reha. Diesmal keine Krebsklinik. Die erste Reha war ein Witz.
Ich wog 92 Kg bei 180 cm. Runter auf 62 und jetzt auf 72 Kg.
Mal sehen, was die Reha bringt.

Bleib am Ball. Nicht überanstrengen. Gute Besserung.

LG Wolfgang

Im Besonderen kann ich mich den Ausführungen von Monika anschliessen.
__________________
Immer weiter machen.

Geändert von gitti2002 (12.12.2018 um 00:12 Uhr)
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  #4  
Alt 14.12.2018, 18:33
henk39 henk39 ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Hallo Carlton,

da hast Du dieses Jahr einigen hinter Dich gebracht, so wie es sich liest mit einem guten Ergebnis!
Was Du schreibst ist gut bekannt, bei mir war die Diagnose vor 3 Jahren (T3) und OP im März 2016 nach Radiochemo.
Wieder auf die Beine zu kommen ist ein langwieriger Prozeß, der Umbau des Bindegewebe (Narben) dauert bis zu einem Jahr, d. h. jede Aktivität und jede KG hat auch jetzt immer noch eine Verbesserung zur Folge, allerdings in immer kleineren Schritten.

Mit dem Essen und der Kraft ist es ein langwieriger Prozeß, ich habe mir jetzt im Urlaub einen Infekt mit Durchfall für mehrere Wochen eingefangen, und 6 KG Gewicht in kurzer Zeit verloren. Habe jetzt wieder angefangen, mir Milch-Joghurt-Quark-Shakes mit Obst/Gemüse zu machen und den mit Maltocal (Kohlenhydrate - leicht lösliches Glucose-Saccharid-Gemisch) oder/und Eiweißpulver (AdPro78 ist ein 78%-iges Eiweißkonzentrat in Pulverform) aufzupeppen.
Beides kann man sich auch über den Hausarzt verordnen lassen bei Mangelernährung - und die haben wir..... Bestellbar auch im Internet von MetaX, oder anderen Firmen.

Weiterhin nehme ich bei fettigem Essen Kreon (Pankreasenzyme) 10.000-40.000 i. E., danach ist die Verwertung besser und ich habe keine Fettstühle oder Durchfall. Nicht jeder Arzt verschreibt das auf Kassenrezept, dann kann man es sich selbst kaufen für ca. 40,- € mit Privatrezept vom Arzt.

Ich habe auf der Seite des Krebskompass einen Beitrag mit link zur Leitlinie für Patienten gesetzt ( http://www.krebs-kompass.de/showthre...93#post1382893 ), für mich waren da viele hilfreiche Beiträge drin.

Viel Erfolg und Alles Gute
henk

Geändert von gitti2002 (15.12.2018 um 01:08 Uhr) Grund: Link
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  #5  
Alt 15.12.2018, 19:15
CarltonLeach CarltonLeach ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Danke Monika, Wolfgang und Henk für Eure Antworten!

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mit der vorliegenden Histologie großes Glück erfahren habe. Gleichwohl weißt mich mein Onkologe stets daraufhin, dass ich initial Stadium 4 war und somit eine infauste Prognose habe. Schaut man sich die Ergebnisse der FLOT-Studiengruppe an, so zeigt die FLOT5, RENAISSANCE Studie, dass ein Überleben beim limitiert-metastasiertem Adenokarzinom möglich zu sein scheint. Darüber hinaus erreichen wohl ~20% der FLOT therapierten Patienten eine komplette pathologische Remission - Rezidive gibt es trotzdem bei einem Großteil der Patienten. Für das Stadium 3 und 2b schaut es ja statistisch auch nicht allzu rosig aus.

Ich nehme Kreon zu jeder Mahlzeit und habe dadurch eine deutliche Besserung festgestellt. Eiweißpulver und Maltocal nehme ich bis dato nicht, werde ich aber umgehend ausprobieren. Danke für den Hinweis!

Schlimm sind wie gesagt für mich die zahlreichen Missempfindungen am Oberkörper: Der Solarplexus fühlt sich an, als ob er aus Stahlbeton bestünde, die rechte Brust und Achsel sind komplett taub. Die große Bauchnarbe zieht noch immer und beeinträchtigt meine Körperhaltung. Eine Besserung ist kaum spürbar. Ein fürchterlicher Zustand.

Die Atemnot habe ich mit meinem Onkologen besprochen: Er sagt sie resultiert aus dem Magenhochzug (die Speiseröhre wurde bei mir um ca. 9cm gekürzt), da der Magen jetzt bis in den Brustbereich reicht und es somit der Lunge an Platz fehlt, um sich voll zu entfalten. Ich bin daher sehr skeptisch, ob ich je wieder meine geliebten Sportarten (Ski, Tennis, Fußball) ausüben kann. Momentan bin ich meilenweit davon entfernt. Gleiches gilt leider für den beruflichen Wiedereinstieg...

Alles in allem bin ich ziemlich desillusioniert (und ja ich bin in Psychoonkologischer Betreuung) und nicht glücklich über die Entscheidung mich operieren zu lassen. Ich bin eher der "quality of life" und nicht so sehr der "quantity of life" guy...

Geändert von CarltonLeach (16.12.2018 um 19:37 Uhr) Grund: Link
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  #6  
Alt 15.12.2018, 23:32
Hibbi Hibbi ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

"....und nicht glücklich über die Entscheidung..."

Hallo Carlton.

... das war der Grund für mich, warum ich mich gegen eine OP entschieden habe. Ich lebe weiter mit dem Karzinom am Übergang Speiseröhre/Magen.
Man hätte im März operieren können, aber 2 Ärzte haben mir abgeraten. Ihrer Meinung nach würde ich vielleicht Lebenszeit gewinnen, aber Lebensqualität verlieren.

Durch weitere Chemo und Immuntherapie geht allerdings auch Lebensqualität verloren. Der Körper wird schwächer, die Kraft lässt nach. Meinen Haushalt schaffe ich nicht mehr alleine.
Ich kann auch nichts in voraus planen, da ich nicht weiß, wie es mir am nächsten Tag geht. Einen Tag fühle ich mich fit und versuche so viel wie möglich zu erledigen und dann bin ich für die nächsten Tage wieder platt.

Mit dem Essen gibt es auch Probleme. Einen Tag kann ich alles essen, ohne zu merken ob ich satt bin. Dann kommen wieder Tage an denen ich auf nichts Appetit habe und teilweise vor dem Essen Ekel empfinde.
An manchen Tagen habe ich einen dicken Kloß im Bauch, dann mal Sodbrennen. Müdigkeit und Antriebslosigkeit kommen noch dazu. Sind eben die üblichen Nebenwirkungen einer Chemo.

Bei größeren Beschwerden kommt dann die Angst, ob sich der Tumor vielleicht doch vergrößert hat und vor jedem CT die Angst, dass sich irgendwo neue Metastasen gebildet haben.

Im Großen und Ganzen kann ich aber zufrieden sein. Ein Jahr habe ich schon geschafft seit der Diagnose. Es werden hoffentlich noch ein paar Monate.

Alles gute für dich
Hibbi
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  #7  
Alt 16.12.2018, 14:29
CarltonLeach CarltonLeach ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Hallo Hibbi,

Danke für Deinen Beitrag. Im Vorfeld zu meinen OPs hatte ich 8 Zyklen FLOT Chemotherapie mit ursprünglich rein palliativem Charakter (von OPs sprach damals keiner). Ich muss sagen, dass ich das FLOT Regime sehr gut vertrug (mit Ausnahme von Haarausfall und Diarrhö) und praktisch ein normales Leben weiterführen konnte. Als man mir dann nach der Chemotherapie ein kuratives Procedere vorschlug, war ich natürlich erstmal glücklich und positiv. Das Blatt hat sich dann in den Wochen nach der OP jedoch gewendet, zumal ja nirgendwo Krebszellen nachgewiesen wurden und ich vermutlich von der OP nicht profitiert habe. Das ist das Dilemma mit der Bildgebung: auch im Jahre 2018 kann ein CT, MRT, PET-CT, usw. Krebs nicht verlässlich bestimmen oder ausschließen.

Ich arbeite jeden Tag hart und qualvoll daran die OP Schäden zu kompensieren: Mache Krankengymnastik, Fitness Training, gehe spazieren, besuche einen Heilpraktiker, esse gesund, usw. Leider ist die Lebensqualität nun knapp 7 Monate nach der OP bei vielleicht bei 20% des ursprünglichen Wertes. Es ist zum verzweifeln...

Schönen Sonntag!
Carlton

Geändert von CarltonLeach (16.12.2018 um 14:38 Uhr)
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  #8  
Alt 08.01.2019, 21:52
Susi705 Susi705 ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Hallo Carlton,

du brauchst wirklich Geduld. Ich kann dir nur von meinem Vater berichten. Er wurde im November 2015 operiert.
Ja, er nimmt auch bis heute nicht zu und hat keine Muskeln mehr - er tut aber auch nichts dagegen, du schon.
Eine allgemein verbesserte Lebensqualität hatte er ab 1 einhalb bis 2 Jahren nach der OP.

Husten beim Essen hat er immernoch oft oder mal Dumping, aber das ist alles besser als nicht mehr zu leben (für ihn).
__________________
Mein Papa - Speiseröhrenkrebs 07/2015 - 11/2015 -> aktuell krebsfrei :-)
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  #9  
Alt 09.01.2019, 14:49
CarltonLeach CarltonLeach ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Danke Susi für Deinen Beitrag! Es ist schon verwunderlich wie unterschiedlich sich die Rekonvaleszenz verhält. Manche gehen 3 Monate (bspw. Henk) nach der OP wieder arbeiten, oder können E-MTB (Frank) fahren, andere (ich) hängen 8 Monate später noch komplett in den Seilen. Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich mich dieser OP nicht unterzogen. Immerhin habe ich die ursprüngliche infauste Prognose (Rechnen Sie mit dem Schlimmsten und gehen Sie davon aus Weihnachten 2018 nicht mehr am Leben zu sein) meines Onkologen übertroffen und das bisher sogar im Status Komplette Remission (hatte am Montag CT und Tumormarkerkontrolle > zum 3. Mal alles unauffällig). Meine desolate körperliche Verfassung können mir die Ärzte leider auch nicht erläutern...
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  #10  
Alt 09.01.2019, 21:50
monika100 monika100 ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Hallo,

bei meinem Mann war die Op 9/2009.
Seine "Kraf" hat er auch nie wieder zurückbekommen und er ist immer total erschöpft, körperlich immer ziemlich k. o.
Aber - er ist seitdem krebsfrei und das ist das Wichtigste.

Vielleicht versuchst du mal , nicht mehr so zu vergleichen wie das "vorher" bei dir war und ein bisschen mehr anzunehmen, dass "das jetzt "der Preis ist, den du fürs Überleben bezahlt hast. Deine Untersuchungsergebnisse könnten ja nicht besser sein und das ist doch super!

Du musst bedenken, dein Zustand muss ja nicht für immer so bleiben, soo lange ist das ganze ja noch nicht her, mein Mann war auch ein komplettes Jahr zuhause und konnte gar nichts.

Ich weiss das ist nicht leicht und ich drücke dir die Daumen, dass es langsam besser wird.

Wie sieht es denn mit deinem psychischen Zustand aus?
Kann es sein, dass du das alles innerlich vielleicht noch gar nicht so verarbeitet hast? Hast du Angst, dass der Krebs wiederkommen könnte?
Das alles sind nämlich auch Gründe, warum man körperlich total daneben hängen kann. Nur mal so eine kleine Anregung.
Dann müsste deine Behandlung ja u. U. auch anders aussehen.

Alles Gute

Monika

Geändert von monika100 (09.01.2019 um 21:53 Uhr)
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  #11  
Alt 10.01.2019, 18:18
CarltonLeach CarltonLeach ist offline
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Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Hallo,
bei meinem Mann war die Op 9/2009.
Seine "Kraf" hat er auch nie wieder zurückbekommen und er ist immer total erschöpft, körperlich immer ziemlich k. o.
Trainiert Dein Mann (Fitness, Ausdauer)?
Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Aber - er ist seitdem krebsfrei und das ist das Wichtigste.
Klasse! Freut mich sehr zu hören!
Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Vielleicht versuchst du mal , nicht mehr so zu vergleichen wie das "vorher" bei dir war und ein bisschen mehr anzunehmen, dass "das jetzt "der Preis ist, den du fürs Überleben bezahlt hast.
Fällt mir schwer. Zumal ich von einigen Leidensgenossen weiß, die ihr altes Level erreicht haben (bspw. Frank Maienschein).
Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Deine Untersuchungsergebnisse könnten ja nicht besser sein und das ist doch super!
Das stimmt. Ist ja aber nur eine Momentaufnahme
Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Wie sieht es denn mit deinem psychischen Zustand aus?
Kann es sein, dass du das alles innerlich vielleicht noch gar nicht so verarbeitet hast? Hast du Angst, dass der Krebs wiederkommen könnte?
Psychisch bin ich stabil. Gehe wöchentlich zum Psychoonkologen. Habe keine Angst vor einem Rezidiv (mein Onkologe wird nicht müde mir zu sagen, dass es mit angrenzender Sicherheit kommen wird).
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  #12  
Alt 10.01.2019, 22:18
monika100 monika100 ist offline
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Hallo,

warum macht dein Onkologe das?
Das find ich aber nicht gerade mutmachend, er tut ja so als ob es sicher ist, dass ein Rezidiv auftreten wird.
Dabei gibt es so viele Fälle, wo alles gut geht.
Nur hört man meist immer nur, wenn es schlecht ausgeht.

Nein mein Mann macht gar nichts.
Ich sag es ihm immer wieder, aber er schafft es nicht.
Er geht mit Mühe und Not zur Arbeit - Vollzeit - und danach ist absolutes Hängen im Schacht, was körperliche Sachen angeht.
Das bisschen Energie, die er hat, setzt er dann lieber für Dinge ein, die ihm Spass machen, wie z. B. ein bisschen Motorrad oder Trike fahren.
Danach ist er zwar auch kaputt, aber es hat ihm wenigstens Spass gemacht.

Alles Gute für dich, berichte mal wie es bei dir weitergeht.
Mir hat nach meiner Krebserkrankung eine Heilpraktikerin sehr geholfen.

Monika
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  #13  
Alt 10.01.2019, 23:05
monika.f monika.f ist offline
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Standard AW: Mein Fall: Adenokarzinom Stadium 4

Zumal ich von einigen Leidensgenossen weiß, die ihr altes Level erreicht haben (bspw. Frank Maienschein).

Hoffentlich meldet er sich mal hier! Denn so wie ich seine Beiträge und Berichte verstanden habe, ging das auch nicht von heute auf morgen.

Geändert von monika.f (11.01.2019 um 09:02 Uhr)
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  #14  
Alt 11.01.2019, 11:14
CarltonLeach CarltonLeach ist offline
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Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
warum macht dein Onkologe das?
Das find ich aber nicht gerade mutmachend, er tut ja so als ob es sicher ist, dass ein Rezidiv auftreten wird.
Er ist Realist, betreut ausschließlich Magen- und Speiseröhrenkrebs Patienten und ist sehr erfahren. Die Einführung der FLOT Therapie hat wohl die Langzeit Überlebenschance insbesondere für Stadium 1 & 2 verbessert.
Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Dabei gibt es so viele Fälle, wo alles gut geht.
Nur hört man meist immer nur, wenn es schlecht ausgeht.
Dein Mann hat wirklich Glück. Schaut man sich die Daten vom NCT oder den Studien von Al Batran an sieht die Sache leider ganz anders aus.
Zitat:
Zitat von monika100 Beitrag anzeigen
Alles Gute für dich, berichte mal wie es bei dir weitergeht.
Vielen Dank. Werde ich machen.

Zitat:
Zitat von monika.f Beitrag anzeigen
Zumal ich von einigen Leidensgenossen weiß, die ihr altes Level erreicht haben (bspw. Frank Maienschein).

Hoffentlich meldet er sich mal hier! Denn so wie ich seine Beiträge und Berichte verstanden habe, ging das auch nicht von heute auf morgen.
Laut seiner Webseite war er 7 Monate nach der OP wieder an seinem Arbeitsplatz. Davor konnte er schon wieder E-MTB fahren. Beides für mich undenkbar (bin fast 9 Monate Post-OP).

Geändert von CarltonLeach (11.01.2019 um 12:06 Uhr)
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  #15  
Alt 12.01.2019, 18:02
henk39 henk39 ist offline
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Hallo Carlton,

Erst einmal Glückwunsch zu Deiner negativen Kontrolluntersuchung!

Deinen Onkologen würde ich auf den Mond schießen, natürlich sterben wir alle irgendwann. Vielleicht aufgrund eines Rezidives, vielleicht erst in hohem Alter oder durch einen Unfall gleich, aber für mich geht es darum, bis dahin mein Leben zu leben.

Die Diagnose und nachfolgende Therapie hat das Leben komplett verändert. Meine Partnerschaft ist intensiver, viele Freundschaften haben sich vertieft und manche sind fort - aus Angst oder was auch immer. Wenn ich schreibe, dass ich wieder arbeite, heißt das aber auch mit 50- 60% meiner früheren Leistungsfähigkeit. Ich bin schneller erschöpft und meine sportliche Aktivitäten sind ein Bruchteil dessen vor der Diagnose. Das ich Manches noch machen kann, wenn auch nicht mehr so intensiv wie früher, dafür bin ich dankbar.
Ein Vergleich vorher/nachher ist toxisch!

Wichtig war für mich, meinen Weg auch nicht mit anderen zu vergleichen, sehr wohl aber Infos zu sammeln und mich auszutauschen, wie andere ihr Leben wieder organisiert haben und für mich neue und hilfreiche Infos zu nutzen.

Viel Erfolg
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