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  #1  
Alt 04.06.2018, 19:28
Yelli Yelli ist offline
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Standard Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Guten Abend,

bei mir wurde Anfang März 2018 nach einer Odyssee durch die Ärztelandschaft Lungenkrebs festgestellt (ich hatte aufgrund von andauerndem Husten dann beim 3. Arzt letztlich auf eine Röntgenaufnahme bestanden).
Ich bin seit 16 Jahren Nichtraucherin und war immer sportlich. Generell schön, aber leider musste ich die Erfahrung machen, dass unter diesen Randbedingungen kein Arzt auf die Idee Lungenkrebs kam - zumal ich erst 47 bin.
Nach CT UND Biopsie hatte ich schon einen Termin für den Thoraxchirugen in der Tasche und sollte nur noch ein PET CT machen. Und zu meinem Entsetzen ergab dies eine Knochenmetastase in der Brustwirbelsäule, einen weiteren „suspekte“ Wirbel, 3Metastasen im Mediastinum und zwei unter dem Schlüsselbein. Alle auf der rechten Seite wo der Krebs sitzt.
Ich fiel in einen tiefes Loch...

In der ganzen Hektik, die dann Ausbrach wurde mir eine Chemo, 5 Zyklen im Wochenabstand und Betsrahlung, insgesamt 35x Palliativ verordnet.
Damit bin ich jetzt durch und warte auf meinen nächsten CT Termin.
Ich habe inzwischen stärkeren Husten als je zuvor und nicht das Gefühl, dass sich etwas Positives getan hat. Ich versuche zwar positiv eingestellt zu bleiben, wie ihr alle wisst, ist das aber Mega schwer.

Mich würde es sehr interessieren, ob irgendjemand schon einmal davon gehört hat, dass man trotz Metastasen operiert werden kann? Mein Ärzte sagen Nein, aber mir fällt es schwer das zu akzeptieren (na ja, ist ja schließlich mein Leben um das ich da kämpfe Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwas besser wird, so lange das fiese Ding es sich auf meinen Bronchien gemütlich macht. Rein gedanklich würde es für mich Sinn machen, die Krankheit von verschiedenen Seiten anzugehen und Metastasen und Ursprungskrebs von einander getrennt zu behandeln.
Natürlich mag das total blauäugig sein, aber der Gedanke sitzt einfach in meinem Kopf fest.

Was meint ihr? Habt Ihr Erfahrungswerte?
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  #2  
Alt 05.06.2018, 00:00
Lexi2110 Lexi2110 ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Hallo Yelli,

Ich bin auch Stadium IV inoperabel, habe zwar keine Knochenmetastasen, aber dafür neben dem primärtumor im linken Unterlappen beide Lungenflügel voll Metastasen.

Obwohl ich viel gelesen habe seit der Diagnose ist mir vieles bis heute auch noch nicht so richtig klar und ich frage mich manchmal warum bestrahlt man die Lunge nicht und operiert danach den Tumor. So einfach ist es aber leider nicht und ich hoffe/glaube das die Ärzte alles ausschöpfen was möglich ist für uns.

Um auf deine Frage zu antworten, ich habe bisher noch nicht davon gehört das in solch einem Fall doch operiert worden ist, aber das soll nichts heißen.

Auch wenn es zeitweise sehr schwer ist und in solch einer Phase bin ich grad selber, man muss versuchen so positiv wie möglich zu bleiben weil einem das die Kraft gibt durchzuhalten.

Lieben Gruß
Alex
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  #3  
Alt 05.06.2018, 04:58
MikyBx MikyBx ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Hallo Yelli!

Ja, der Gedanken, die Metastasen herauszuoperieren, spukt auch in meinem Kopf herum. Aber in keiner Leitlinie o.ä. wird dies empfohlen. Und alle vier Onkologen, mit denen ich geredet habe, haben dies auch abgelehnt, allerdings ohne (für mich) schlüssige Begründung.

Hab zur Ablehnung verschiedene Argumente gelesen:
- Durch die OP könnte das "seeding", also das weitere Ansiedeln von Metastasen begünstigt werden
- Nach der OP sollen verstärkt Wachstumsimpulse zur Heilung gegeben werden, die allerdings auch den Krebs wachsen lassen und sogar schlafende Tumorzellen wecken kann
- Durch die verstärkte Blutzirkulation wird die Zirkulation der Krebszellen begünstigt

Aber bitte, hab das so als Meinungen gelesen, Studien oder so dazu hab ich keine gefunden.

Jedenfalls ist es so, dass wir einerseits (sichtbare) Metastasen haben, andererseits kann es sein, dass da auch welche sind, die noch so klein sind, dass man sie mit den bildgebenden Verfahren noch nicht sieht, und dann gibt es noch die CTC, die "circulating Tumor Cells", das heißt einzelne Zellen, die im Blut nachweisbar sind und die sich irgendwo absiedeln und Metastasen bilden können. Und dann gibt es noch schlafende Krebszellen, die irgendwann wieder aufwachen KÖNNEN. Deshalb wäre eine Entfernung der sichtbaren Metastasen wohl im besten Fall eine Hilfe für das Immunsystem, damit da weniger zu bekämpfen da ist, aber nicht die definitive Lösung. (Mein aktueller Standpunkt).

GLG
Miky
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  #4  
Alt 06.06.2018, 10:30
Yelli Yelli ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Vielen Dank für euere Antworten.
In meinem Kopf schwirrt halt immer die Frage umher, ob es ohne eine OP überhaupt eine Chance gibt - eigentlich ja ehr nicht.
Und ich muss immer daran denken, dass der Tumor wenn er im Körper bleibt fröhlich weiter Schaden anrichten kann. Denn auch wenn er da ist, kann er ja prima weiter streuen und weiterhin all die aufgezählten Gefahren produzieren.
Von den Ärzten hat mir das auch niemand zu richtig plausibel erklären können, daher vielen Dank für die Ansätze, von denen du gelesen hast.
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  #5  
Alt 06.06.2018, 11:47
Rottweilerfreund Rottweilerfreund ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Dein Klumpen bleibt ja nicht im Körper. Erst setzt ihm die Chemo zu, und dann wird er mit Strahlen erschossen.
Bei mir war es noch nicht ganz so fortgeschritten wie bei dir. Stadium III und "nur" zwei Metastasen. Aber schon nach dem dritten Zyklus war der Tumor um die Hälfte zurückgegangen, die Metastasen immerhin um ein Drittel. Seitdem habe ich die Bestrahlung weitestgehend hinter mich gebracht, und es wird damit gerechnet, dass dann alles weg ist. Auch ich hatte keine OP.
Nun ist jede Krankheit anders, und auch jeder Körper ist anders. Aber gehe mal davon aus, dass dein Tumor nicht mehr in aller Ruhe so weiter machen kann. Chemo und Bestrahlung sind schon harte Geschütze für den Burschen.

Gruß
Rene
__________________
Ich gehe nicht. Du gehst!
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  #6  
Alt 06.06.2018, 16:52
MikyBx MikyBx ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Hallo Yelli!

Inzwischen ist als Standard vorgesehen, dass auf Mutationen (EGFR+ROS1+KRAS+ALK mindestens, evtl. auch MET-Amplifikation und MET-Exon-14-Skipping) und auf auf PD-L1 getestet wird.
Für einige Mutationen gibt es die sogenannten zielgerichteten Therapien (targeted terapies) und für die PD-L1 gibt es die Immuntherapie - wobei nicht für alle Immuntherapien die PD-L1-Expression vorgesehen ist.
Diese haben höhere Ansprechraten und weniger Nebenwirkungen als Chemo. Werden inzwischen aber auch zusammen eingesetzt.

Ich habe auch Stadium IV und ich hatte keine Mutation, dafür aber die PD-L1-Expression 60%. Deshalb keine Chemo, sondern direkt mit Immuntherapie gestartet. Hab einige Problemchen mit Durchfall, ansonsten geht es mir inzwischen seeeehr viel besser (Krebsi machte viele Beschwerden, die verschwunden sind).

GLG
Mikybx
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  #7  
Alt 09.06.2018, 08:52
Yelli Yelli ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Danke für euer Antworten. Ich sage mir täglich, dass ich es schaffe. Manchmal ist da aber eben diese fiese kleine Stimme die fragt „und wenn nicht?“
Ich habe in 1,5 Wochen mein CT und die Ärzte gehen davon aus, dass dann die Immuntherapie losgeht (sind also nicht so optimistisch wie ich
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  #8  
Alt 09.06.2018, 20:22
katze67 katze67 ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Hallo..Immuntbetapie ist Super..bei mir hst Sie alles platt gemacht.Plus Cyberknife noch dazu..niemals den Kopf in den Sand stecken.Es wird.
LG
Katze67

Geändert von gitti2002 (09.06.2018 um 22:09 Uhr) Grund: Vollzitat
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  #9  
Alt 21.06.2018, 18:01
Yelli Yelli ist offline
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Standard Fragen zu Rundherd & Knochenmetastase

Hallo, Ihr Lieben,

ich hatte gerade den Befund meines CTs vom Montag im Briefkasten (Bepsrechung mit dem Onkologen ist leider erst nächste Woche Dienstag).
Beim ersten CT sprach man von „narbige Veränderung dr Lungenspitze, rechts mehr als links“, jetzt wird das als Rundherde bezeichnet und ein Rundherd sei sogar neu hinzugekommen. Alle haben einen Durchmesser von 5mm.
Ich habe Angst, dass diese Rundherde Metastasen sind. Bisher hat nämlich kein Arzt die Dinger erwähnt und im Krankenhaus wurden die auch nicht punktiert.
Ich bin da jetzt echt etwas panisch

Der Haupttumor ist durch die Behandlung etwas kleiner geworden.

Leider hat sich die Knochenmetastsase auch nicht von den Bestrahlungen beeindrucken lassen. Da ich da schon bestrahlt wurde, weiß ich nicht, ob trotzdem eine Cyberknife Behandlung in Frage käme.

Ich freue mich auf eure Antworten

Geändert von gitti2002 (21.06.2018 um 21:09 Uhr) Grund: Nutzungsbedingungen
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  #10  
Alt 22.06.2018, 06:53
dagehtnochwas dagehtnochwas ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Hallo Yelli,
Leider kann ich dir auch nichts definitives zu den Rundherden sagen. Grundsätzlich muss so ein Rundherd nicht immer maligner Natur sein, es ist eben einfach eine Veränderung in annähernd runder Form. Die Wahrscheinlichkeit das es nicht harmlos ist dürfte bei einem Krebserkrankten allerdings entsprechend hoch sein - man müsste dann wohl schon von einer Metastase sprechen.
Immerhin hat ja der Haupttumor an Gebiet verloren.

Wenn du bereits an einer Stelle die maximale Strahlendosis bekommen hast, da nützt auch kein Cyberknife mehr, das ist auch nur ein Linearbeschleuniger. Strahlung wirkt aber auch eine Zeitlang nach, so das man unmittelbar nach einer Behandlung nicht das ganze Bild hat.

Klingt für mich alles so als bliebe noch einige Arbeit für eine Immuntherapie übrig.

Ich hoffe das es ein Weg für dich ist.

LG dagehtnochwas
__________________
Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.

Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
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  #11  
Alt 22.06.2018, 09:18
katze67 katze67 ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Liebe Yelli,
ich war 49 als mich die Krankheit erwischt hat.Ich war Stadium4, bei mir wurde alles durch eine Not-OP entdeckt.Das war alles 03.10.2016 und nun 2016 lebe ich noch .Trotz Chemo und Immuntherapie und jetzt noch Cyberknife.Nicht soviel google sondern versuchen mit der Krankheit zu leben und sich zu arangieren.
Ich war völlig fertig aber wir leben noch,inzwischen habe ich eine gute Psychoonkologin die mich begleitet.
lg katze67
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  #12  
Alt 10.07.2018, 17:20
Leif3k% Leif3k% ist offline
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Standard AW: Adenokarzinom IV und trotzdem OP?

Also ich bin Stadium IV. hatte einen 7 cm tumor im oberen Lungenlappen der herausoperiert wurde. Er hat auch ziemlich gedrückt und in der Schulter geschmerzt. Des weiteren habe ich je eine Metastase in den Nebennieren. die sollen rausgenommen werden wenn in der nächsten Zeit nicht weitere Metastasen wachsen. Dies wird zur Folge haben dass ich lebenslänglich Hormone zu mir nehmen muss. Dies bin ich aber bereit in Kauf zu nehmen wenn ich dadurch den Dreck aus meinem Körper bekomme. Bei der Chemo mache ich auch eine Immuntherapie.
Dieses Denken in "Leitlinien" ist längst überholt.
Ob Metastasen operiert werden hängt z.B. davon ab von der
Lage und Ausmaß der Metastasierung
patientenspezifischen Faktoren wie z.B.
Alter,
Vor- und Begleiterkrankungen,
Nierenfunktion,
die persönlichen Lebensumstände/-wünsche,
patienteneigene Präferenz der Behandlung

Zum glück habe ich keine Arzte stur in Leitlininien denken. Bei mir sind die Metastasen bis jetzt aber auch gut zu entfernen. Ich hoffe das bleibt so.

Geändert von Leif3k% (11.07.2018 um 13:15 Uhr)
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