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  #1  
Alt 27.01.2006, 18:42
Benutzerbild von kleiner Bär
kleiner Bär kleiner Bär ist offline
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Standard Wie kann ich meinem Vater helfen?

Hallo!

Ich bin neu hier, und habe auf dieser Seite noch wenig lesen können, denn die Ereignisse haben sich in der letzten Woche überstürzt. Es tut mir deshalb leid, wenn ich etwas frage, was andernorts schon diskutiert wurde - aber ich muss das hier einfach irgendwo loswerden...

Mein Vater, bald 69, hatte seit einiger Zeit Probleme mit Übelkeit. Seit Weihnachten hatte er stark an Gewicht verloren, und da er selbst (er ist Arzt) allmählich ratlos war, ist er ins Krankenhaus gegangen. Wegen Magenproblemen - dachten wir. Die Diagnose, die gestellt wurde, lautete allerdings: Lungenkrebs. Ein Nicht-Kleinzeller (welche Art genau, ist noch nicht heraus), in fortgeschrittenem Stadium, beide Lungenflügel sind betroffen. Und die Übelkeit rührte von (ebenfalls bereits fortgeschrittenen) Metastasen im Gehirn her.
Der Schock war groß. Da mein Vater bis zu seiner Pensionierung an eben dieser Klinik gearbeitet hatte und die meisten Ärzte persönlich kennt, hatten wir insofern Glück, dass sich sofort alle geradezu rührend bemüht haben, zu helfen. Die Strahlen- und Chemotherapie soll am Montag bereits losgehen (also eine Woche nach dem ersten Befund), und natürlich versuchen alle, uns Hoffnung zu machen.
Ich will hier gar nicht nach Therapiemöglichkeiten, Prognose usw. fragen - dazu habe ich schon einiges gelesen (leider), und ich denke, wir werden ausreichend informiert werden.

Meine Frage ist vielmehr: wie kann sich die Familie (meine Mutter, drei Geschwister und ich) verhalten, um meinem Vater bestmöglich zu helfen?
Uns fehlt die Erfahrung. Niemand in der Familie war je ernsthaft krank, und die ganze Sache kam so überraschend, dass auch niemand Zeit hatte, sich darauf einzurichten. Bis auf die Magenprobleme ging es meinem Vater ja gut! Nicht einmal er selbst hat etwas geahnt - aber natürlich als Arzt auf dem Röntgenbild auf Anhieb erkannt, wie es um ihn steht.

Und genau das ist das größte Problem: er weiß besser als wir, wie gut oder schlecht die Aussichten sind, wie die Nebenwirkungen der Therapie aussehen können usw. - es bringt also kaum etwas, übertriebenen Optimismus zu verbreiten. Wie aber damit umgehen? Vor allem, weil bisher, abgesehen von Kurzatmigkeit und der Übelkeit, ja kaum äußere Anzeichen zu erkennen sind (er sich also auch noch nicht wirklich eingeschränkt fühlt, körperlich). Er hat versprochen, ganz offen über alles zu reden - aber natürlich ist das für ihn auch nicht einfach.

Soll man ihn auf die Ängste ansprechen, die er sicher hat? (Er war nie jemand, der mit anderen über sich selbst geredet hat - selbst in seinen besten Zeiten nicht.) Soll man versuchen, ihn so weit wie möglich zu entlasten? Sollen wir versuchen, ihm Dinge, wie z.B. die finanziellen Angelegenheiten (wie Steuererklärung etc.), die ihn immer gestresst haben, und die er bisher ganz alleine erledigt hat, teilweise abzunehmen? Oder setzen wir damit genau das falsche Signal? Wie "normal" kann und soll man im Alltag weitermachen?

Meine Geschwister und ich (ich selbst bin 28, mein jüngster Bruder ist 18) fühlen uns alt genug, um aktiv helfen zu können. Unser Vater war immer für uns da. Ein Fels in der Brandung - egal, welche Probleme wir hatten. Und nun bräuchte er Beistand. Wir würden so gerne etwas für ihn tun - wissen aber nicht, was.

Kann uns irgendjemand helfen? Tipps aus eigener Erfahrung? Was geholfen hat oder völlig verkehrt war? Wir sind dankbar für jeden Ratschlag!


Danke im Voraus und viele Grüße!

Ein (sehr deprimierter) kleiner Bär...
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"Wenn die Strömung gegen dich ist und du am Ende deiner Kräfte bist, hör auf zu denken, hör auf zu sehen und zu hören, hör meinetwegen auch auf zu hoffen, aber hör niemals auf zu atmen und zu schwimmen!"
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  #2  
Alt 28.01.2006, 03:13
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Lady Molly Lady Molly ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Lieber kleiner Bär,

weisst du, es gibt kein richtig oder falsch, zumindest keins, welches wir beurteilen könnten, da wir euch als Familie nicht kennen.
Nimm etwas Mut zusammen und frage deinen Vater direkt, sage ihm das du unsicher bist, aber helfen möchtest, ihn deshalb nicht aufgibst...

Ich hoffe die Behandlung schlägt an und ihr habt noch einige Zeit miteinander!

Alles Gute,
Susanne
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  #3  
Alt 28.01.2006, 06:53
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Hallo kleiner Bär,

Wie Molly schon schrieb, gibt es kein Patentrezept, und besonders ohne Euch zu kennen.

Was mir persönlich diese Schwellenangst damals bei meinem Pa nahm, war, daß ich ihn direkt darauf ansprach, was er von mir erwartet.
Ich sagte ihm, ich bin immer für ihn da, und werde all seine Wünsche so respektieren, wie wir seither im Leben miteinander umgegangen sind, aber er muß mir schon sagen, wann ich an seine emotionalen Grenzen stoße und ich mich zurückziehen sollte. Das waren die Anfangsgespräche, danach ließ ich meinem Pa die Zeit zum Nachdenken, bis er bereit war sich zu öffnen und wir zuerst über die "organisatorischen Dinge" sprachen. Nach und nach kamen die emotionalen Gespräche, die sehr intensiv und tief wurden, aber immer bedacht, seine Art und Weise mit viel Respekt und honorierender Würde außer Acht zu lassen.

Achte darauf, wie Dein Vater auf Nähe reagiert, was seine Augen sagen. Seid in organisatorischen Dingen offen beim Fragen, und gebt ihm das Gefühl, daß er noch immer so geachtet wird, wie vor der Krankheit.
__________________
Jutta
_________________________________________




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  #4  
Alt 30.01.2006, 17:32
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kleiner Bär kleiner Bär ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Hallo Molly, Hallo Jutta!

Danke für Eure Antwort. Ich denke, ihr habt recht - wir müssen meinen Vater fragen, was er braucht. Es wird wohl nicht leicht sein, direkt mit ihm über seine Bedürfnisse zu reden, denn er hat immer versucht, "bedürfnislos" zu erscheinen - v.a. uns Kindern gegenüber. Aber über die organisatorischen Fragen könnten wir ihn vielleicht zum Reden bringen. Ihm sind praktische Angelegenheiten immer leichter gefallen, als über Gefühle sprechen zu müssen. Ich glaube, die größte Angst, die er zur Zeit hat, ist, dass er durch die Gehirnmetastasen irgendwann nicht mehr ganz klar im Kopf ist. Leider fällt mir nicht ein, wie man in in diesem Punkt beruhigen kann - außer ihm zu versichern, dass wir ihn immer so in Erinnerung behalten werden, wie er vorher war.

Insgesamt ging es ihm am WE besser - durch das Cortisonpräparat, das seine Übelkeit dämpft. Dadurch kann er wieder etwas besser essen. Am Sonntag saß er ganz glücklich am Frühstückstisch und erklärte "Das ist schon meine dritte Tasse Tee!" (Dass er seinen Schwarztee nicht trinken konnte, so lange, hat ihn wirklich gestört.) Aber zwischen diesen kurzen Phasen des Aufblühens sind auch solche, wo er ganz offen vom Sterben spricht, und davon, dass er nicht reanimiert werden will, wenn es soweit ist. Es fällt mir, um ehrlich zu sein, etwas schwer, mich auf die wechselnden Stimmungen einzustellen - v.a. wei ich nie weiß, welche gerade zu erwarten ist, wenn ich ihn anspreche.

Heute morgen hat die Therapie begonnen. Wie sie wirkt, das muss die Zeit zeigen. Am Telefon wirkte er etwas erschöpft, meinte aber, das käme von dem Cortison, das putsche ihn so auf, dass er die Nacht über nicht richtig geschlafen hätte. Vielleicht sehen wir ihn heute Abend - er wollte das davon abhängig machen, wie es ihm geht. Ich hoffe das Beste und versuche mich von Tag zu Tag weiterzuhangeln. Irgendwie hoffe ich immer noch ein bisschen, dass ich aus diesem Albtraum gleich aufwache...

Gruß

Euer kleiner Bär
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  #5  
Alt 02.02.2006, 08:00
stupsi stupsi ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Liebe kleiner Bär,

ich kann dir zwei Situationen aus eigener Erfahrung schildern.

Mein Bruder ist vor 3 Jahren an Krebs verstorben, 3 Jahre zuvor war er krank mit allen hochs und tiefs die diese Krankheit mit sich bringt.
Er hat während seiner Erkrankung fast nie über seine Ängste, Schmerzen und Gefühle geredet.
Wir haben das so akzeptiert aber es war für uns Angehöige sehr schwer wir hatten immer Angst etwas falsches zu sagen.

2 Jahre nach seinem Tod bin ich selbst an Krebs erkrankt und ich hab von Anfang an darüber offen gesprochen. Das war gut für mich aber auch für meine Familie.

Und man weiß als Erkrankter auch nie in welcher Stimmung man aufwacht, mal ist es ein Tag wie jeder andere und dann wieder ein Tag voller hoffnungslosigkeit
Und in diesen Situationen ist es so gut sich seinen Stimmungen hingeben zu können und die Famiie ist einfach nur da, zum Festhalten, mitweinen und auch lachen.
Keiner braucht ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn es dem Erkrankten mal nicht gut geht er nicht reden will. Seit einfach nur da ohne nachher zu fagen, was war den gestern??

Ich wünsche dir viel Kraft
liebe Grüße von
Susi
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  #6  
Alt 02.02.2006, 19:01
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kleiner Bär kleiner Bär ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Danke für Deine Antwort, Susi!

Ich glaube, Du hast Recht. Wir werden versuchen, da zu sein und immer wieder das Angebot zu machen: Wir sind da, wann immer Du uns brauchst. Auch wenn das in der praktischen Umsetzung nicht ganz einfach ist,manchmal. Mein Vater bemüht sich sehr, uns alles so einfach wie möglich z u machen, indem er die Sache ganz rational und vernünftig angeht.
Er macht jetzt seit zwei Tagen die Therapie (er bekommt Tarceva, diese neue Alternative zur Chemo bei Lungenkrebs), und wir hoffen alle, dass sie ihm noch etwas Zeit gibt. Ist es falsch, insgeheim zu hoffen, dass es mehr als nur "etwas Zeit" sein könnte? Er selbst ist so entschlossen, rational darüber nachzudenken, dass er für "falsche" Hoffnungen keinen Raum lassen möchte.

Manchmal ist so viel "Vernunft" etwas schwierig - als er meiner Mutter nebenbei erzählte, dass er seinen Körper, wenn es soweit sei, der Anatomie des Klinikums zur Verfügung stellen würde, habe ich sie dann doch etwas trösten müssen.
Mein Vater als anatomisches Präparat?? Ihm hat wohl der Gedanke gefallen, dass er über den Tod hinaus etwas "sinnvolles" tun könnte. Nun, irgendwie passt diese Entscheidung so sehr zu ihm, dass wir uns, denke ich, damit würden anfreunden können, ihn nicht gleich bestatten zu können (die Urnenbestattung würde vom anatomischen Institut zwei Jahre später organisiert). Das ist eben mein Vater!

Das sind so die Augenblicke, wo man einfach nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Wir haben es dann geschafft, uns fürs Lachen zu entscheiden, und darauf war ich schon ein bisschen stolz.
Auch wenn es immer wieder Momente gibt, wo wir immer wieder einfach das Gefühl haben, ihn festhalten zu müssen. Um uns zu vergewissern, dass er noch da ist.
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(Jörg Kastner)

Geändert von kleiner Bär (02.02.2006 um 19:09 Uhr)
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  #7  
Alt 04.02.2006, 01:03
Benutzerbild von Steph570
Steph570 Steph570 ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Hallo kleiner Bär ,
mein paps ist 58 war bisher nie ernsthaft krank und hat jetzt ein nicht kleinzelliges BC. Mit angegriffen sind das Zwerchfell und die Leber.
Entgültige Ergebnisse gibt es erst nächste Woche da noch Untersuchungen ausstehen.
Heilbar ist es nicht , sie können es nur aufhalten (Chemo).
Als er das gesagt bekam war ich dabei. Ich dachte mir reißt jemand den Boden unter den Füßen weg.
Mir gingen die selben fragen durch den Kopf. Wie verhalten , was tun , was nicht tun , was wie sagen etc.

Mein Vater war bisher auch immer jemand der alles mit sich allein ausgemacht hat.
Seit Dienstag ist das anders.
Vor allem mit mir redet er sehr offen und ehrlich. Wir haben die letzte 4 Tage viel Zeit miteinander verbracht und viel über diese sch... Krankheit und alles was dazu gehört gesprochen.

Du kennst Deinen paps. Du merkst bestimmt wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Vielleicht braucht er ein zwei Tage um das mit sich selbst zu regeln und damit klar zu kommen.
Und dann rede mit ihm.

Mir haben die Gespräche die letzten Tage viel gebracht.
Woher ich die Kraft nehmen soll ihm bei zu stehen weiß ich noch nicht aber ich weiß jetzt das ich sie aufbringen werde.

Ich glaube das schlimmste was man tun kann ist zu schweigen.

Ich wünsch Dir viel Kraft
LG steph
__________________
Nordisch nobel , Deine sanftmütige Güte , Dein unbändiger Stolz , das Leben ist nicht fair.
Es war ein Stück vom Himmel , das es Dich gibt.
(Grönemeyer)

Paps geb. 15.04.47 - gest. 08.02.07
Opipi geb. 19.03.22 - gest. 08.01.08
Schwiegerpapa geb. 23.08.35 - gest. 18.01.08
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  #8  
Alt 04.02.2006, 18:05
amoebe amoebe ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

hallo,

ich bin neu hier registriert, lese aber schon eine zeit lang mit...
mir geht es ähnlich wie dir, kleiner bär. ich frage mich auch immer wieder, wie kann ich helfen, was kann ich tun?

meine mutter hat krebs und geht damit nach außen hin sehr gelassen um. anderen geht es schlecht, aber ihr nicht, betont sie immer wieder. ich habe auch das gefühl, sie will nicht zu viel wissen über diagnose, prognose, behandlung und nebenwirkungen (ganz im gegensatz zu mir, seit ich es erfahren habe, versuche ich, so viel wie möglich über "ihren" krebs herauszufinden).

es fällt mir zwar nicht ganz leicht, aber ich lasse sie, akzeptiere ihre art, damit umzugehen, bin einfach nur so gut ich kann für sie da. aber ich fühle mich so hilflos, bin so traurig und habe angst um sie...nichts tun zu können tut so weh!

ich wünsche dir von herzen alles gute und eine intensive zeit mit deinem vater,

amoebe
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  #9  
Alt 04.02.2006, 18:43
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

hallo amoebe,

mir geht es wahrscheinlich ähnlich wie dir. meine ma ist auch an krebs erkrankt, leider schon recht weit fortgeschritten...

ich frage mich oft, wie ich meiner ma helfen kann. ich bin selber oft total hilflos und hoffe immer, nichts falsch zu machen oder zu sagen. ich versuche immer für sie da zu sein und ihr zuzuhören, wenn sie reden mag. manchmal redet sie über ihre gefühle, aber sie hat mir noch nie gesagt, dass sie angst hat zu sterben. ich glaube, sie traut sich nicht... für mütter muss es sicher sehr schwer sein, dem eigenen kind zu sagen, dass man weiß, dass man stirbt und das man eine scheiß angst davor hat... ich glaube, sie versucht mich zu schützen. ich versuche immer so sachlich wie möglich ihr gegenüber zu treten und ihr ja nicht meine angst zu zeigen. ich habe angst, dass ich es ihr damit alles noch viel schwerer mache und das will ich nicht, auch wenn es mir so verdammt schwer fällt...

seitdem ich weiß, dass es keine heilung mehr für sie gibt, bin ich sehr viel hier, hauptsächlich um mitzulesen... es gibt neben den ganzen gedanken, die in mir vorgehen ja auch unendlich viele dinge, die man "regeln" muss. und darüber redet meine ma auch nicht sehr viel... bin ihr aber auch nicht böse drum. ich versuche einfach so gut es geht, mich darauf vorzubereiten, was im schlimmsten fall zu tun ist... wie ich dann wirklich damit klar komme, weiß ich nicht...

was hat deine ma denn genau? und wie gehst du damit um?

ganz liebe grüße und fühle dich von mir gedrückt, auch wenn wir uns nicht kennen
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  #10  
Alt 05.02.2006, 12:44
amoebe amoebe ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

liebe katinka,

danke für deine warmen und verständnisvollen zeilen. ja, wir haben wohl einiges gemeinsam.

du schreibst, du vermutest, deine mutter will dich mit ihrem nicht so offen reden schützen- so etwas habe ich mir bei meiner auch schon gedacht. ich versuche immer wieder, ein bißchen "tiefer" zu gehen und wirklich zu ihr vorzustoßen, sanft...nur hat sie sich halt leider schon seit langem von ihrer gefühlswelt distanziert. sie sagte mir einmal, wie es drinnen aussieht, das geht keinen was an, das zeigt sie niemandem mehr. eher kommt dann so eine kratzbürstigkeit zu tage als tränen. ich denke, sie würde niemals zugeben, dass sie angst hat, da pfaucht sie lieber herum oder macht sarkastische bemerkungen. doch ich kenne sie besser, als sie glaubt und spüre sehr genau, was dahinter ist...aber darüber "darf" ich nicht reden, da blockt sie sofort ab. und ich lasse es dann auch. aber ich bin bereit, wenn sie doch mehr herauslassen will.

sie hat ein mundbodenkarzinom, wurde erst vor weihnachten operiert, es hieß, alles gut gelaufen, keine metastasen, keine lymphknoten befallen, bedenklich wäre nur "G3" im befund (kannst du mir sagen, was das genau bedeutet- grad der aggressivität oder fortgeschrittenheit des tumors?)

nun hat sie kurz vor bestrahlungsbeginn einen harten, rasch wachsenden lymphknoten am kiefer und wird morgen wieder operiert, man weiß noch nicht, ob es wieder bösartig ist. und ich hoffe so....dass es das nicht ist!!!

erzähl mir doch auch mehr von deiner mutter und dir, wenn du möchtest.
ich bin froh, hier über meine sorgen schreiben zu können und "mitbetroffene" kennenzulernen.

alles gute wünsche ich euch von ganzem herzen, und dass ihr euch noch näher kommen könnt. ich glaub, das geht schon auch ohne reden...(bei uns beiden schon, ich spürs einfach!)

alles liebe
amoebe

(mir fehlt hier im forum das "knuddel-smilie", das würd ich dir jetzt gern hersetzen da!)
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  #11  
Alt 05.02.2006, 14:39
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

hallo amoebe,

vielen lieben dank für deine antwort. hab mich sehr gefreut...

was das g3 bedeutet, weiß ich leider auch nicht. ich beschäftige mich schon mit der krankheit meiner ma aber mit den ganzen "fachausdrücken" kenne ich mich leider nicht so gut aus. muss das aber unbedingt auch mal machen...

ich stelle es mir sehr schwer für dich vor, dass deine ma abblockt. man selber versucht ja schon, so gut es geht damit umzugehen und hat ja auch mal das bedürfnis mit dem betroffenen darüber zu reden. wie ich schon gesagt habe, mache ich es eher weniger, weil ich meiner ma nicht zeigen möchte, wie sehr mich das alles mitnimmt. das macht es ihr ja auch nicht einfacher und ich habe zum glück viele freunde und arbeitskollegen mit denen ich sehr viel darüber sprechen kann. in der ersten zeit ihrer krankheit hat sie auch oft abgeblockt und immer gesagt, es ist schon alles nicht so schlimm und sie wird schon stärker sein als der krebs. wenn ich dann mal genauer nach behandlungen und so weiter nachgefragt habe, wusste sie oft gar nicht was sie dazu sagen soll. ich glaube, weil sie nie so genau nachgefragt hat und es auch einfach gar nicht wissen wollte. das hat sich mit der zeit geändert, weil sie so auch auf dauer nicht damit klargekommen wäre. vielleicht ändert es sich bei deiner ma auch mit der zeit?!? so wie ich dich verstanden habe, weiß sie auch noch nicht solange, dass sie krank ist?!? wahrscheinlich muss sie für sich selber erstmal verstehen, was es heißt, so krank zu sein, und dann wird sie vielleicht auch mit dir drüber sprechen können...

wie alt bist du denn und deine ma? hast du noch geschwister oder andere familienangehörige, mit denen du deinen kummer teilen kannst? oder gute freunde, die dir zuhören? wo kommt ihr denn her?

meine ma hat morgen ihre nächste chemo im krankenhaus. da sie die chemo bisher leider überhaupt nicht vertragen hat, hoffe ich, dass es ihr morgen nicht so schlecht geht.

dir und deiner ma wünsche ich, dass morgen alles gut läuft und die ergebnisse gut für euch sind. was meinst, wie lange es dauert, bis ihr die ergebnisse habt?

ganz liebe grüße und fühl dich geknuddelt...
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  #12  
Alt 06.02.2006, 09:58
amoebe amoebe ist offline
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Lächeln AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

liebe katinka,

leider hab ich jetzt nicht viel zeit, weil ich dann gleich ins krankenhaus fahre, meine mutter besuchen. sie wurde schon aufgenommen, wird aber doch erst morgen operiert. zwar meint sie immer, ich soll nicht kommen...aber wenn ich dann ganz bestimmt bin und sage- doch, ich will aber, dann freut sie sich sehr.

ich werde morgen 39, meine mutter ist 63. und du?
ach ja, wir sind österreicher (bin ich eigentlich im falschen forum hier, )
ja, ich hab noch eine jüngere schwester, die auch ganz in der nähe der eltern wohnt und sich sehr engagiert, darüber bin ich so froh, weil ich selbst ja nicht so oft vorbeikommen kann, wie ich gern würde (entfernung, job, kinder...).

so, jetzt muß ich aber los,
ich melde mich, wenn ich mehr weiß.
wir können auch gern mailen, das ist vielleicht ein bißchen persönlicher!
amoebe1@gmx.at

liegrü und alles gute, vor allem auch deiner ma für die chemo!
amoebe
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  #13  
Alt 07.02.2006, 00:31
Benutzerbild von chris1970
chris1970 chris1970 ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

@ Kleiner Bär:

Mir geht es oftmals genau wie Dir, zumal mein Dad ähnliche Charakterzüge aufweist wie Deiner (Unsere "Geschichte" ).
Auch er war immer eher introvertiert, war immer das starke Familienoberhaupt, und wenn irgendwo das Bild vom weichen Kern in der harten Schale zutrifft, dann sicher auch bei ihm!
Nun wurde ihm knallhart vor Augen geführt, dass dem eben manchmal (auch von jetzt auf gleich) nicht so ist.
Ich denke auch, dass es kein Patentrezept für den zwischenmenschlichen Umgang gibt - in unserem Fall hat sich der situationsbedingte Umgang miteinander aber fast schon von selbst ergeben. Man muss halt versuchen, auch jedes noch so kleine Zeichen und jeden versteckten Hilferuf des
anderen zu deuten/erkennen und vor allem nicht krampfhaft versuchen, Optimismus zu verbreiten, sondern ganz natürlich und offen mit seinen, aber genau so mit den eigenen Ängsten,Unsicherheiten,Fragen und Hoffnungen umzugehen.
Sobald beide Seiten die Bereitschaft beim anderen erkennen, bedingungslos aufeinander zu-und einzugehen, entwickelt sich ganz viel von selbst (war auf jeden Fall bei uns so).

Ich bin bisher täglich bei ihm gewesen, auch wenn es nur für ne Stunde war, alleine dadurch setzt man ein Zeichen und teilt mit "ich bin da, und zwar immer!".

Genau so muss man aber auch mal ein Schweigen akzeptieren und auch dann nicht krampfhaft ein Gespräch suchen oder aufzwängen. Ebenso finde ich ganz wichtig, dass die Krankheit nicht ausschließliches Gesprächsthema ist - jegliche "Schnackerei", die man sonst immer über alles mögliche geführt hat, was einen interessiert, zeigt dem anderen, dass er noch genau so im Leben steht, wie vorher auch, und dass er eben NICHT isoliert oder ausgegrenzt ist.

Und was die Frage angeht, ob man die tagtäglichen zu erledigenden Sachen abnehmen soll: Auf alle Fälle diejenigen, die auch vorher schon lästig waren, denn die sind es jetzt erst recht. Dazu kommt, dass man dadurch auch dem Ehepartner (also der Mom) hilft, sich auf (zumindest momentan) wichtige Sachen zu konzentrieren.

Das mal so meine (ungeordneten) Gedanken dazu - sie spiegeln zumindest meine Erfahrungen wieder, ob's bei Euch auch so klappt, weiß ich natürlich nicht!

Liebe Grüße,
Chris
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  #14  
Alt 07.02.2006, 09:25
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kleiner Bär kleiner Bär ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Hallo Chris!

Danke für Deine nette Antwort. Es ist immer gut zu hören, dass man nicht allein ist - und vor allem hat sie mir Mut gemacht, meinem Vater nun doch etwas "aufdringlicher" meine Hilfe anzubieten, gerade in finanziellen Fragen. Das ist eine zwiespältige Angelegenheit bei ihm: er hat es immer am liebsten von uns ferngehalten - auch weil es ihm, glaube ich, oft ungangenehm war, dass es um unser Konto nicht immer so gut bestellt war, wie er es sich gewünscht hätte. Aber gerade weil das ein "wunder Punkt" ist, der ihn belastet, sollte ich vermutlich mehr darauf dringen, ihm hier helfen zu dürfen. Leicht wird das allerdings nicht, ich weiß, von wem ich meinen eigenen Sturkopf habe...

Naja, vermutlich sollte ich froh sein, dass es ihm im Augenblick noch so gut geht, dass er versucht, an seinem "ich mache alles alleine" festzuhalten.
Im Augenblick sind noch wenig (Neben)-Wirkungen der Therapie festzustellen - in puncto Nebenwirkungen vielleicht ein Segen, nach dem was ich über Tarceva gelesen habe, bisher. Zum Teil ist das sicher dem Cortisonpräparat zu verdanken, das er z.Z. bekommt. Allerdings soll die Dosis im Laufe der nächsten Wochen reduziert werden, mal sehen, wie es dann weitergeht. Wahrscheinlich sollte ich die Gelegenheit nutzen, solange er sich körperlich noch einigermaßen gut fühlt...
Nur ist im Augenblick alles noch so befremdlich "normal" - auch, weil die Therapie bisher (wir haben Glück und wohnen nahe an der Klinik) ambulant durchgeführt werden kann.

Und doch ist da immer der Gedanke im Hinterkopf: da ist etwas Schreckliches. Etwas Trauriges. Man möchte so viel sagen, aber findet eigentlich keine Worte. Gerade weil es noch "normal" ist - man also die "Normalität" durchbrechen müsste, um es auszusprechen. Nicht nur wegen praktischer Angelegenheiten, sondern auch was Gefühle angeht. Davor scheut sich irgendwie noch jeder, nachdem am Anfang eigentlich offen darüber geredet wurde. Eine seltsame Situation.

Am WE habe ich meinem Vater (bevor ich weggefahren bin) ein Gedicht geschrieben. Naja, es versucht. Keine literarische Glanzleistung, aber ich hatte das Gefühl, so besser als direkt im Gespräch sagen zu können, was ich fühle: "Papa Bär, ich hab Dich lieb..."

Mag sein, das ist etwas kitschig - aber er war immer mein "Papa Bär" - seit ich 2 Jahre alt war und mit ihm "Kleiner Bär und Papa Bär" unterm Wohnzimmertisch gespielt habe...
Irgendwie fallen mir diese Sachen immer dann ein, wenn ich gerade stark sein möchte, für ihn.

Und dann bin ich wieder ein ganz, ganz kleiner Bär, der nur noch sagen möchte: "Ich geb Dich nicht her! Ich lass Dich nicht weg!". Wird man eigentlich nie erwachsen?

Mein Vater hat nichts gesagt, als ich Sonntagabend wiederkam. Aber das Gedicht liegt jetzt auf seinem Schreibtisch.

Deinem Vater und Dir, Chris, wünsche ich alles, alles Gute. Hoffentlich finden sich auch auf Deine praktischen Fragen Antworten (ich habe leider keine). Ich drücke die Daumen!
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(Jörg Kastner)

Geändert von kleiner Bär (07.02.2006 um 09:45 Uhr)
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  #15  
Alt 07.02.2006, 18:40
Benutzerbild von chris1970
chris1970 chris1970 ist offline
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Standard AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?

Hey kleiner Bär!

Danke erst mal für's Daumen drücken - ich drück natürlich genau so feste zurück!!!

Bei mir hat es auch ein paar Tage gedauert, bis ich gelernt hatte, dass in dieser Situation irgendwann auch die Zeit gekommen ist, ab und an etwas "strenger" mit seinem eigenen Dad umzugehen, gerade dann, wenn er mal wieder meint, dass er als der große, starke Vater, das schon irgendwie alles alleine schafft, und mal wieder darauf bedacht ist, seine Familie vor irgendwas zu schützen oder eben Unangenehmes von ihr fern zu halten.
In einer solchen Situation ist es aber nun mal nicht wie im "normalen", tagtäglichen Leben, sondern vieles wird schlicht und ergreifend auf den Kopf gestellt. Und genau das muss man ihm manchmal in Erinnerung rufen, auch wenn's schwer fällt. Vor allem, wenn er Gefahr läuft, lethargisch zu werden, Hilfe nicht annehmen zu wollen (verletzter & falscher Stolz, Eigenverständnis von Stärke) wird es immer Zeit, ihm bewusst zu machen, dass diesmal SEINE Bedürfnisse und Sorgen absolut und uneingeschränkt Priorität haben.
Wenn er das einmal verstanden und akzeptiert hat, spielt sich das Miteinander und das aufeinander Zugehen und Eingehen meiner Meinung nach fast von selbst ein. Es müssen sich halt beide Seiten darauf einlassen wollen, auch wenn dies bisher halt im familiären Umfeld manchmal nicht so war, und der Vater als Familienoberhaupt doch meist den stärkeren und den beschützenden Part inne hatte.
Auch das sind natürlich nur meine/unsere ganz individuellen und persönlichen Erfahrungen in den letzten gerade mal zwei Wochen!

Liebe GRüße,
Chris
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