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  #1  
Alt 06.11.2014, 06:38
Shorty2071 Shorty2071 ist offline
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Frage Abschied nehmen

Hallo zusammen,
da ich hier völlig neu bin, mir aber irgendwie gar nicht zu helfen weiß was einen Gesprächspartner angeht, möchte ich gerne hier meine Frage platzieren. Kurz zur Vorgeschichte: Bei meinem Vater (67) wurde im Juni bei einer Augenuntersuchung und späterer Diagnostik eine Hirnmetastase welche durch einen Lungentumor hervorgerufen wurde festgestellt. Metastasierend ebenfalls in die Niere (rechst) und teilweise in die Lymphknoten. Nach Hirn OP, Kopfbestrahlung und begonnener Chemo, liegt mein Vater nun seit 48h mit einer Sepsis auf der ITS, (Lungenentzündung Rechts, Tumor links) und ist dem Tod näher als dem Leben. Nun zu meiner Frage:
Was mich in den Wahnsinn treibt als Sohn, ich hatte keine Möglichkeit meinem Vater Auf wiedersehen zu sagen. Als er ins KHS eingeliefert wurde war die schwere dieses Verlaufs nicht abzusehen, und das er nochmals klar erwacht ist ebenfalls eher Utopie als Tatsache. Das treibt mir die Tränen in die Augen und ich kann kaum damit umgehen. Dennoch muss ich gegenüber meiner Mutter und meiner Familie (Kinder, Frau) eine gewisse Stärke zeigen, (glaube ich) aber merke wie ich gerade selber in ein tiefes Loch falle. Was wäre nun richtig.... einfach mal 10 Minuten los heulen?? Hilfe bei dem Psychologischem Dienst des KHS holen?? Ich habe ein klein wenig Angst daran zu scheitern... oder reicht es aus in der Stille Abschied zu nehmen?... Danke für die Zeit des lesens, Gruss Shorty!
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  #2  
Alt 06.11.2014, 07:39
mausi69 mausi69 ist offline
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Beiträge: 1.383
Standard AW: Abschied nehmen

Hallo shorty!

Setz dich zu deinem Papa ans bett und sag ihm alles was du noch sagen willst, er wird dich wahrnehmen! Stärke vor deiner Familie wozu? Es ist dein Papa den du verlieren wirst, verstecke deine tränen nicht!
Mein Mann hat in der Zeit die meine Mama gekämpft hat und auch die letzten Wochen sehr oft um meine Mama geweint und hat zu mir gesagt er ist ein weichei! Nein habe ich zu ihm gesagt es ist Stärke das er seine tränen vor mir nicht versteckt hat!

Sei so oft du kannst bei deinem Papa glaub mir er spürt es das du da bist!

Ganz viel Kraft zu dir!

Lg mausi
__________________
Meine Mama
BSDK ED 05.02.2014

28.07.1949 - 22.06.2014

Du warst es wert so sehr geliebt zu werden!
Du bist es wert, das so viel Traurigkeit an deiner Stelle geblieben ist!



http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62514
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  #3  
Alt 06.11.2014, 10:01
IchinAngst IchinAngst ist offline
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Beiträge: 31
Standard AW: Abschied nehmen

Hallo Shorty!

Für die kommende schwere Zeit wünsche ich dir viel Kraft...Kämpfe nicht gegen deine Tränen und Gefühle an... Ich muss seit Mamas Erkrankung auch oft Weinen....das ist völlig normal und lindert den Schmerz zumindest für einen Moment....reden hilft mir auch...mit meinem Hausarzt, einer Psychologin, mit Freunden....
Gestern hatte ich auch wieder einen Tiefpunkt... Meiner kleine Tochter , sie ist gerade 8, habe ich gesagt ich würde wegen eines Verstorbenen Bekannten weinen. Einige Zeit später sagte die Maus dann zu mir, Mama zu hast doch geweint, weil deine Mama krank ist....sie merkte genau, das was nicht stimmt....

Wegen des Abschied Nehmens.... Nimm dir die Zeit und setze dich zu deinem Papa ans Bett... Erzähle ihm was du fühlst... Mach dir ggf vorher einen Zettel mit Notizen, damit du nichts vergisst...er wird deine Anwesenheit spüren....
Alles Gute für Euch

Ester
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  #4  
Alt 08.11.2014, 00:07
Shorty2071 Shorty2071 ist offline
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Registriert seit: 06.11.2014
Beiträge: 3
Standard AW: Abschied nehmen

Erst mal vielen Dank für Eure Antworten und netten Worte. Heute ist mein Papa von der ITS zurück verlegt worden auf die Onko/Palli Station. Nach einem schwerem aber sehr ehrlichem Gespräch mit dem Arzt wissen nun ganz sicher das wir nicht mehr in Tagen sondern eher in Stunden rechnen sollten. Abschied nehmen konnten wir jetzt, und warten nun eigentlich nur noch darauf das mein Papa loslässt, und auf die bessere Seite wechselt. Ich glaube das dieses "loslassen" und nicht die maximal mögliche Therapie anzuwenden mit Zwangs Beatmung, Ernährung und Reanimation genau das wäre was mein Papa sich gewünscht hätte, und es wäre auch nur ein stehlen von Zeit, welche wir und Er aber so oder so nicht mehr haben.
Tränen wollen noch nicht fließen, aber ich denke das wird noch kommen und ich glaube das ich es dann auch einfach zulassen kann und auch werde. Wem gegenüber müsste ich auch dann noch eine Stärke beweisen die ich z.Zt. gar nicht wirklich habe?? Danke erst mal an euch.........
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  #5  
Alt 09.11.2014, 03:09
Shorty2071 Shorty2071 ist offline
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Registriert seit: 06.11.2014
Beiträge: 3
Standard AW: Abschied nehmen

Es ist viel zu früh zu spät.
Er hat es geschafft.
HDL Papa
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  #6  
Alt 09.11.2014, 08:51
mausi69 mausi69 ist offline
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Registriert seit: 19.02.2014
Beiträge: 1.383
Standard AW: Abschied nehmen

Lieber shorty!

Mein aufrichtiges beileid. Es gibt keine Worte die dich jetzt trösten könnten daher kann ich dich nur still umarmen!

Lg mausi
__________________
Meine Mama
BSDK ED 05.02.2014

28.07.1949 - 22.06.2014

Du warst es wert so sehr geliebt zu werden!
Du bist es wert, das so viel Traurigkeit an deiner Stelle geblieben ist!



http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62514
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  #7  
Alt 09.11.2014, 19:52
sandra76 sandra76 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 25.09.2014
Beiträge: 100
Standard AW: Abschied nehmen

Mein herzliches beileid ,ich wünsche Dir das du jetzt ganz viel Kraft findest die du jetzt ganz bestimmt brauchst .einen stillen gruss Sandra
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Stichworte
abschied, hilfe, trauer


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