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  #1  
Alt 18.03.2005, 20:45
Gast
 
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Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

Grüße an alle!

Meine Mutter, 54. Jahre alt, hat ein so genanntes diffuses großzellig-B-Zell Lymphom. Der oder das Lymphom, Geschwulst oder was immer, ist knapp 2 cm groß, und befindet sich am Gehirn - nicht im Gehirn selbst, sondern an der Seite.

Begonnen hat das Ganze in Jänner, als meiner Mutter ziemlich schlecht wurde, sie starke Kopfschmerzen hatte und erbrechen musste. Sie wurde von der Rettung in ein Krankenhaus geführt (Lainz in Wien), und dort zuerst ein Hirntumor prognostisiert. Nach etwa einer Woche wurde meine Mutter dann in ein anderes Krankenhaus überführt (MSZ Ost - Wien), dort blieb sie circa. 2 Wochen. In diesem Krankenhaus stellten die Ärzte fest, daß die Geschwulst aufgrund medikamentöser Behandlung kleiner wurde, und meine Mutter vorübergehend für 2 Monate entlassen (d.h. Neuaufnahme dann wieder in 2 Monaten). Mit dem Hinweis natürlich, daß, sollte die Läsion bzw. Geschwulst kleiner werden, eine OP nicht notwendig wäre. In diesem Fall würde es eine Strahlentherapie geben oder ähnliches, so wurde es jedenfalls uns erklärt.

Gut, seit fast 2 Wochen ist meine Mutter wieder im Spital, und nach einer Biopsie wurde dieses diffuses großzellig-B-Zell Lymphom ausgemacht.

Ich habe heute mit einer Ärztin gesprochen. Diese Ärztin, nicht die behandelnde meiner Mutter, hat zu mir gemeint, wonach ein diffuses großzellig-B-Zell Lymphom an sich bösartig wäre, aber für Behandlungen gut ansprechbar. Näheres wollte sie wieder nichts sagen (Heilungschancen, Überlebenschancen etc.), vielmehr hat sie darauf hingewiesen, sich bei den Ärzten der Onkologie näher zu erkundigen (wieder Lainz - Wien), zu denen dann meine Mutter überführt wird betreffend Strahlen- und leichte Chemotherapie (angeblich 4-6 Wochen lang).
Ich fragte die Ärztin auch bezüglich des NHL, doch sie meinte nur, das diffuse großzellig-B-Zell Lymphom sei dem NHL ähnlich..

Jetzt meine Frage und Bitte: Wer kann mir etwas über das diffuse großzellig-B-Zell Lymphom schreiben, sprich: wie sind die Heilungschancen, Überlebenschancen, die Risiken, und natürlich, was hat es mit diesen "5 Jahren" auf sich?

Und an mögliche Betroffene und Leidensgenossen aus Wien, die an diesem Forum hier vielleicht auch teilnehmen: was sie zu der Onkologie im Krankenhaus Lainz meinen, und ob es eventuell bessere onkologische Zentren in Wien gibt?

Im voraus Besten Dank - Stefan aus Wien
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  #2  
Alt 18.03.2005, 21:34
Gast
 
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Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

Hallo Stefan,


das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom ist nicht "dem NHL ähnlich", sondern es IST ein NHL, und zwar eines der hochmalignen Art. Generell hat es eine gute Prognose und Heilungschance. (Die niedrigmalignen NHLs haben keine so gute Heilungschance, aber dafür eine laaange Lebensdauer auch ganz ohne Behandlung, aber das ist ein anderer Schuh).

Leider ist es ein Sonderfall, wenn es im oder am Gehirn sitzt. Um die Schranke zu überwinden, muß man bei Lymphomen im Gerhirn oder im ZNS Kortison ins Rückenmark spritzen, soviel ich weiß, aber das ist ja bei Deiner Mutter wieder was anderes, da es nicht IM, sondern AM Hirn sitzt. Vermutlich kommt die Chemo dort auch so an. Und man bestrahlt ja auch zusätzlich. (Lymphome sind strahlensensibel.)

Hochmaligne NHLs werden normalerweise mit 8 Zyklen CHOP in 14 tägigen Abständen therapiert, heute meist unter Zusatz des monoklonalen Antikörpers Rituximab, der die Heilungsquote noch mal um 20 % erhöht. Warum man bei Deiner Mutter nur so eine kurze Chemo macht, weiß ich nicht, vielleicht weil das Lymphom noch nicht generalisiert ist und man daher die Haupttherapie in der Radiatio sieht.

Die Sache mit den "5 Jahren" bei Krebs bedeutet, daß ein Krebs, der innerhalb der ersten 5 Jahre nach Therapie nicht wiederkommt, als höchstwahrscheinlich endgültig geheilt gilt. (Bei Lymphomen kommen die meisten Rezidive in den ersten beiden Jahren).

Ich weiß nicht, wie jetzt die Prognose bei Deiner Mutter konkret aussieht, aber man sollte sich unbedingt eine Zweitmeinung in einem sog. "Tumorzentrum" holen, man kann dann auch ohne weiteres deren Therapie-Empfehlungen in einem KH, das einem günstiger gelegen ist, durchführen lassen.


Alles Gute für Euch!
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  #3  
Alt 19.03.2005, 10:18
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Beiträge: n/a
Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

Danke für die Antwort!

Was bedeutet "Haupttherapie in der Radiatio"? Tatsächlich sprachen die Ärzte davon, daß das Gewebe um das Lymphom geschwollen wäre. Vor ein paar Tagen wurde meiner Mutter operativ so ein Behälter oder Depot eingepflanzt, durch den Medikamente direkt auf das Lymphom gebracht würden. Die Ärzte haben an die 3 Stunden gebraucht, obwohl die Standardoperation nach den Aussagen der Ärzte an die 10 Minuten dauern sollte..
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  #4  
Alt 19.03.2005, 11:12
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Chancy Chancy ist offline
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Beiträge: 513
Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

Hallo Stefan,
Christina meinte wohl damit, daß die Bestrahlung die Haupttherapie sei.

Deine Mutter hat wohl einen Port implantiert bekommen über welchen die Zytostatika gegeben werden.

LG und alles Gute für Euch

Chancy
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  #5  
Alt 21.03.2005, 13:12
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Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

hallo stefan. hatte ebenfalls ein diffuses großzellig-B-Zell Lymphom. allerdings in der milz. im endstadium. mit 34. bekam hochdosischemo. und jedem arzt zu hören: machen sie sich nicht zu viele sorgen, die heilungschancen sind gerade bei nhl- hochmalign sehr gut. komplettremission liegt in meinem alter bei über 80 % aber auch wenn man älter ist, gibt es gute chancen.
hatte dann auch während der rehabilitation (in boltenhagen -sehr zu empfehlen gerade für nhl) gespräche mit anderen patienten, denen es ähnlich ging. klar-zunächst chemo vom heftigsten -aber letztlich fühl ich mich inzwischen wieder wirklich fit, als wäre nie etwas gewesen.(toi,toi,toi) also: kopf hoch. hoffe für euch das beste.
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  #6  
Alt 21.03.2005, 13:48
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Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

Ich danke Euch für die Antworten!

Meine Mutter ist heute jedenfalls ins onkologische Zentrum (Krankenhaus Lainz) überführt, und morgen wird ihr einmal eine Probe Knochenmark entnommen, um zu überprüfen, ob sich das Ganze nicht weiter verbreitet hat. Mit den behandelnden Ärzten habe ich noch nicht gesprochen.. Nun ja, wer rechnet schon damit... Auf alle Fälle, man bekommt neue Lebensansichten. Ich meine, die Gesundheit sollte einem, neben der Familie, sprich Kinder u.s.w., wirklich das wichtigste sein.

Frage: Ist NHL Krebs, oder was genau? Unter Lymphom lese ich meistens eine krebsartige Erkrankung des Lymphdrüsensystems.
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  #7  
Alt 29.03.2005, 08:37
Bonny Bonny ist offline
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Registriert seit: 08.03.2005
Beiträge: 89
Standard Meine Mutter hat diffuses großzellig-B-Zell Lymph.

Hallo Stefan,

ja es ist Krebs und zwar ist es ja Lymphknotenkrebs und da sich das Lymphsystem durch den ganzen Körper zieht,spricht man von einer Systemerkrankung.Es gibt ja auch verschiedene Stadien.Deine Mutter wird nach der Knochenmarkentnahme mehr wissen.Allerdings dauert die Prüfung des Gewebes ein paar Wochen,weil die Probe eingeschickt wird um sie genau zu untersuchen.
Ich selbst habe auch NHL und gelte seit einem guten halben Jahr als geheilt,aber wie schon erwähnt wurde,sind die ersten Jahre ausschlaggebend und man kann nur hoffen,das die Therapie gut "anschlägt".Wie schon erwähnt sind die Heilungschancen sehr gut.
Viele Grüße
Bonny
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