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  #1  
Alt 30.01.2006, 20:51
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Unglücklich Krebs bei meiner Mama!

Hallo Ihr Lieben,

vor knapp 3 Jahren ist meine Mutter an Krebs erkrankt. Damals war eigentlich "nur" von 3 Tumoren im Bauchraum die Rede. Nach einigen Untersuchungen wurde dann beschlossen, sie zu operieren. Dies hat sich alles in allem dann noch fast 4 Monate hingezogen. Während der OP stellte sich dann heraus, dass Ihr ganzer Bauchraum und sämtliche Organe befallen waren. Die OP hat über 9 Stunden gedauert und die Ärzte haben die Gallenblase, Teile des Darms, der Blase, die Gebärmutter und die Eierstöcke rausgenommen. Hinterher hat meine Mutter 6 Monate eine Chemo per Infusion bekommen und ihr Tumormaker war am Ende der Chemo sehr niedrig. 3 Monate später kam dann die Nachricht, dass der Tumormaker wieder erheblich gestiegen ist und wieder Chemo gemacht werden muss. Diesmal in Form von Tabletten. Diese Chemo hat sie dann fast 2 Jahre gemacht, bis ihr Tumormaker so hoch war, dass Sie wieder operiert werden sollte. Ihr Bauchraum war leider wieder befallen. Letztes Jahr kurz vor Weihnachten kam sie dann wieder ins Krankenhaus und wurde operiert. Was heißt "operiert", die Ärzte haben den Bauchschnitt wieder aufgemacht, geguckt und beschlossen, sie können nichts mehr für sie tun, da die Tumore so sehr mit Blase, Darm und Leber verwachsen sind, dass sie die Organe bei einer OP zu sehr beschädigen würden. Das war dann unser Weihnachtsgeschenk! Jetzt hat sie am 9.1. eine neue Chemo bekommen (Caelyx) über Port-Infusionen. Leider verträgt sie die Chemo überhaupt nicht. Seit 3 Wochen spuckt sie fast rund um die Uhr, so dass sie letzten Sonntag dann ins Krankenhaus eingeliefert wurde, da sie kaum noch Flüssigkeit im Körper hatte. Dort ging es ihr ein wenig besser und seit Donnerstag ist sie wieder zuhause. Leider spuckt sie weiterhin... Und ich weiß gar nicht mehr so recht, was ich noch machen soll. Nächsten Montag wäre eigentlich ihre nächste Chemo, aber sie will diese Chemo nicht weitermachen bei diesen Nebenwirkungen, was ich natürlich auch sehr gut nachvollziehen kann. Morgen hat sie einen Termin mit Ihrem Arzt und wird um eine andere Form der Chemo bitten. Ich hoffe, es gibt noch eine andere Möglichkeit, das Wachstum der Tumore hinauszuzögern. Leider habe ich seit Weihnachten verstanden, dass es keine Heilung mehr für sie gibt, sondern nur noch lebensverlängernde Maßnahmen :-( Auch wenn ich mich schon lange damit beschäftige, ist die endgültige Diagnose doch ein Schlag ins Gesicht.

Also gut, ich hoffe, ich habe hier nicht zuviel geschrieben und euch gelangweilt. Vielleicht mag mir ja einfach jemand seine Erfahrungen schreiben oder auch einfach nur so :-) Ich freue mich über Post!

Liebe Grüße
Katharina
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  #2  
Alt 31.01.2006, 13:52
Marria Marria ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

hallo katharina,

meine mutter ist ebenfalls betroffen. das heißt ich weiß nur zu gut, was in dir vorgeht! meine mutter hat heute mit der chemo begonnen (das ist nun die dritte) sie bekommt jetzt auch cälyx... ich hoffe, dass sich die nebenwirkungen in grenzen halten werden. heißt das, dass sich deine mutter ständig übergeben muss???? in welcher stadt seid ihr? in welchem krankenhaus wird das ganze gemacht?

diese krankheit... manchmal weiß ich nicht, was ich hoffen soll... dass man so wenig wie es geht leidet??? ich weiß es einfach nicht...

lebensverlängerte maßnahmen.... ich höre immer wieder man soll sich damt auseinandersetzen, dass die eigene mutter an dieser krankheit sterben wird... nur wie setzt man sich damit auseinander?

zur chemo: die verbindung von carboplatin und cärix soll effektiv sein!

Liebste grüße und viel viel kraft wünsch ich dir

marria
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  #3  
Alt 31.01.2006, 18:36
magicN magicN ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Liebe Katharina!
Bin selber auch an Ovarialca erkrankt (Op Oktober 2005) und mache zur Zeit meine erste Chemo mit, gestern den 5. Zyklus. Außerdem ist mein Vater im Januar 2000 an Krebs gestorben. mein Vater hatte 1989 seine erste Op und anschließend Bestrahlung, danach hatte er bis November 1999 Ruhe. Im November war es dann aber relativ schnell klar das eigendlich nur noch eine palliative Behandlung gemacht werden kann. Meine Mam und wir Kinder haben dann versucht so viel Zeit wie möglich mit meinem Vater zu verbringen und die ihm verbleibende Zeit so schön wie möglich zu machen. Wir haben meinem Vater, in Absprache mit seinen Ärzten die Wahrheit gesagt. Dadurch konnte mein Vater aber auch noch viele Dinge regeln. Er wollte auf keinen Fall mehr in ein Krankenhaus. Er ist dann am 26. Januar zu Hause gestorben, meine Mam und ich waren dabei. Die 2 Monate waren eine sehr intensive Zeit , in der ich viel geweint habe und auch Angst davor hatte, daß mein Vater Schmerzen hat. Aber man kann sich wirklich gute Hilfe holen, z.b. beim Hospitz.
Bei meinem Vater war es klar, daß er sterben muss, man wollte ihn trotz allem noch einer Op unterziehen, nach der er nicht mehr hätte sprechen können. Zudem hätte er eine Sonde zur Ernährung durch die Bauchdecke bekommen müssen und hätte dann vielleicht etwas länger gelebt. Er hat sich dann dafür entschieden in der Zeit die ihm noch bleibt, möglichst viel Lebensqualität zu haben. Ich möchte Dir nicht die Hoffnung nehmen, ich denke nur ,das es wichtig ist sich wirklich gut zu informieren und manchmal ist es auch besser eine 2. Meinung einzuholen, vielleicht gibt es noch eine andere (schonendere)Behandlungsmöglichkeit für deine Mutter. Es ist so schrecklich neben einem Menschen zu stehen und ihn so leiden zu sehen und das Gefühl zu haben nicht helfen zu können. Aber du bist für deine mam da und unterstützt sie, und gibst ihr damit sicher die Kraft die sie braucht um Ihren Weg zu finden.
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  #4  
Alt 31.01.2006, 18:41
magicN magicN ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

..... für dich liebe Katharina alles liebe und viel Kraft für die nächste Zeit. Manchmal hilft Die Hoffnung auch mehr als die teuersten Medikamente.
Ich denke ganz fest an Euch Nena
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  #5  
Alt 31.01.2006, 19:16
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

hallo marria, hallo nena,

vielen lieben dank für eure lieben worte.

weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen soll. mir gehen soviele sachen durch den kopf und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu schreiben.

morgen hat meine mama nun endgültig das gespräch mit ihrem behandelnden arzt im krankenhaus. ich hoffe, es gibt eine abgeschwächtere form der chemo, die vielleicht trotzdem alles noch ein wenig aufhalten kann. mal schauen, was dabei raus kommt. wir wohnen in hamburg und nachdem wir von zwei krankenhäusern abgewiesen wurden, weil die dort meine mutter nicht behandeln wollten, sind wir in der uniklinik hier in hamburg gelandet. der arzt meiner mutter ist sehr nett und verständnisvoll. er nimmt sie auch mal in den arm, wenn ihr danach ist :-) er ist ganz lieb! sie fühlt sich im uke sehr gut aufgehoben und das ist für mich natürlich auch sehr wichtig.

ich habe nun schon einige beiträge hier in den verschiedenen foren gelesen und mir war eigentlich bisher noch gar nicht so richtig klar, was noch alles auf mich zukommen kann und wahrscheinlich auch wird. meine mama liegt den ganzen tag im bett, spuckt regelmäßig 3 mal am tag, ist aber ansonsten noch klar im kopf und kann auch noch so dinge wie, auf klo gehen etc. ganz alleine. wenn ich mir vorstelle, dass es ihr bald schlechter geht, was sicherlich passieren wird, dann weiß ich gar nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. es fällt mir jetzt schon sehr schwer, sie leiden zu sehen... das ist für mich das schlimmste an der ganzen geschichte. mein eigenes leiden geht schon einigermaßen, aber wie muss es bloß für jemanden sein, der im bett liegt und weiß das er sterben wird? ich habe überhaupt keine vorstellung, aber ich stelle es mir furchtbar schlimm vor. meine mama hat immer versucht die starke für mich zu sein, seit einigen wochen ist es das erste mal so, dass ich die stärkere von uns beiden sein muss. das ist eine ungewohnte situation und ich muss mich erst daran gewöhnen.

das einzige, was ich mir wünsche ist, das meine mama nicht lange leiden muss. sie sagt selber, dass sie lieber ein kürzeres leben mit noch einem rest lebensqualität haben möchte, als ein längeres durch chemos beeinträchtigte... und ich werde sie in dieser entscheidung so gut ich kann unterstützen, auch wenn sie einfach noch viel zu jung ist. das meine mama krank geworden, kann ich nicht mehr ändern, jetzt ist es zeit, ihr alles so angenehm wie möglich zu machen.

fühlt euch gedrückt! ich danke euch sehr!
liebe grüße
katharina

@nena: wie geht es dir denn bei deiner jetzigen chemo? ich stelle es mir noch viel schwerer vor, wenn man das selber alles durchmachen muss und auch schon den eigenen papa durch krebs verloren hat. es tut mir sehr leid!

@marria: ich wünsche euch, dass deine mama die chemo besser verträgt. bei vielen ist dies wohl auch der fall (habe ich zumindest öfters schon im internet gelesen). du kannst mich ja mal auf dem laufenden halten. würde mich freuen.
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  #6  
Alt 31.01.2006, 21:42
magicN magicN ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Liebe ,Katharina!
Habe die Chemo am Anfang überhaupt nicht vertragen, hatte 10 Tage nach meiner großen Bauchop den ersten Zyklus und war total von der Schwere, der Nebenwirkungen überrascht. Da ich vorher noch nie ernsthaft krank war und auch noch keine Op hatte konnte ich mit meinem Kranksein überhaupt nicht umgehen.Also habe ich nach der ersten Chemo in 5 Tagen, 6 Kilo abgenommen, da ich weder essen noch trinken konnte. Dann habe ich auch noch eine Angina und eine Zahnfleischentzündung bekommen und konnte mir nicht vorstellen, wie man daß noch 5 Mal aushalten kann. Habe dann mit dem Doc gesprochen und bekomme jetzt wirklich gute Med., seit dem geht es bei jedem Zyklus besser. Falls das Spucken deiner Mam von der Chemo kommt, kann der Arzt ihr bestimmt etwas dagegen verschreiben. Im Krankenhaus haben sie deiner Mutter bestimmt auch Med. gegen die Übelkeit in die Infusion getan. Manchmal hilft es auch herauszufinden was man verträgt- ich konnte eine ganze Weile nur eine bestimmte Sorte Tee und roten Traubensaft trinken. Es kann auch helfen zu einem Heilpraktiker zu gehen, der sich mit Krebspatienten auskennt, mir haben auch Globuli gegen die Übelkeit geholfen, die kann man im Mund zergehen lassen und haben keinen Geschmack.
Du siehst es gibt sicherlich noch viele Möglichkeiten deiner Mam zu helfen. Am wichtigsten ist es aber für mich, daß meine Familie und meine Freunde für mich da sind und mich in meinen Entscheidungen unterstützen.
Wie alt ist deine Mam eigendlich? Wie alt bist Du und bist Du mit deiner Mam alleine? Ich denke ganz fest an Euch und hoffe daß es deiner Mam bald besser geht, fühlt Euch gedrückt Nena
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  #7  
Alt 01.02.2006, 00:24
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Liebe Nena,

meine ma hat in den letzten wochen, die seit der op vergangen sind über 20 kilo abgenommen. sie sagt selber immer, sie habe ja ein recht hohes ausgangsgewicht, da schadet ihr das ja nicht :-) ihren humor hat sie trotzallem nicht verloren...

meine ma ist jetzt 52, ich bin 24. ich wohne mit meinem freund zusammen, seit einigen jahren nicht mehr bei meiner mama. sie wohnt auch mit ihrem langjährigen freund zusammen, der für meine ma natürlich eine riesige hilfe ist. aber für mich natürlich fast noch mehr, er nimmt mir sehr viel ab. er steht zu ihr in allen lebenslagen und hilft ihr, wo er kann. das erleichtert mir natürlich auch einiges und ich bin ihm riesig dankbar dafür. ich bin immer gerne für meine ma da, aber sie rund um die uhr versorgen, stelle ich mir wahnsinnig schwer vor. habe mich schon oft gefragt, ob das nicht viel zu egoistisch von mir ist?!? sonstige familie haben wir leider nicht, liebe freunde (sowohl meine ma als auch ich), die immer für einen da sind, aber trotzdem wären geschwister oder andere verwandte schön :-) aber wir schaffen das auch so! sie war eigentlich immer sehr optimistisch, was mir natürlich auch immer sehr gut getan hat, das hat sich in den letzten wochen sehr geändert, was ich natürlich auch nachvollziehen kann. ich wüsste nicht, ob ich überhaupt soweit gegangen wäre und das alles ertragen hätte?!? einem wird dann doch sehr vor augen geführt, dass das leben endlich ist.

aber genug von mir :-) wie alt bist du denn? und wo kommst du her?

fühl dich von mir zurück gedrückt und natürlich auch von meiner ma
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  #8  
Alt 08.02.2006, 03:44
nina81 nina81 ist offline
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Unglücklich AW: Krebs bei meiner Mama!

Hallo Katinka,

heute bin ich auf meiner verzweifelten Suche im Internet auf Deinen Beitrag gestoßen.
Ich hoffe, Dir und Deiner Mutter geht es den Umständen entsprechend gut.

"Wie es der Teufel so will", kam heute der Anruf, der wahrscheinlich mein ganzes Leben nicht nur beeinflussen wird, sonder regelrecht zerstören will.
Auch meine Mutter hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Krebs-Tumor am Eierstock und nachdem ich auf die Seiten des Krebsforums geschaut hatte, überkam mich eine unendliche Leere.
Ich denke, nur jemand, der eine solche Situation bereits einmal erlebt hat, kann verstehen, wie es mir in diesem Moment geht.
Meine Ma ist für mich einer der wichtigsten Menschen auf der ganzen Welt und ich kann den Gedanken einfach nicht ertragen, dass sie mich verlässt!
Ich kann einfach nicht begreifen, dass eine Krankheit meine Mutter so zerstören kann.
Im Moment stehe ich einfach wie vor einem Abhang, der nur darauf wartet, dass ich hineinspringe und mein Leben mit einem Schlag beendet wird.

Ich Danke Euch schon im Vorfeld fürs Zuhören

Nina
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  #9  
Alt 09.02.2006, 13:10
Gänseblümchen Gänseblümchen ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Liebe Katinka,
ich weiß, wie du dich gerade fühlst, was für Gedanken dir gerade durch den Kopf gehen. Ich selber habe dies auch einmal durchleben müssen. Meine Mama ist vor 2 Jahren an Krebs gestorben.
Diese Zeit des Kampfes war für uns ganz furchtbar und wundervoll zugleich.
Furchtbar, weil Mama so litt, weil wir nichts tun konnten, weil sie uns entglitt.
Wundervoll, weil wir uns noch mal so nahe gekommen sind, weil wir jede Berührung von ihr/mit ihr genossen, jedes Wort, welches sie sagte, aufsogen, jeden Kuss genossen, weil sie uns noch so viel mit auf den Weg geben hat, weil sie uns tröstete, weil sie für uns da war... .
All diese wundervollen Erinnerungen, Gesten und Worte haben uns auf dem schweren Weg des Loslassens geholfen! Und dafür bin ich so unendlich dankbar!
Ich wünsche dir von Herzen, dass du trotz der schlimmen Bilder, die du nun sehen musst, trotz der Hilflosigkeit, trotz der Trauer die Zeit mit deiner Mama genießen kannst. Umarmungen, Gespräche, Berührungen der Haut sind so viel wert, bringen euch einander nahe, und es enstehen Erinnerungen, die später die schrecklichen allmählich verdrängen!
Ich umarme dich und wünsche dir Kraft und v.a. Hoffnung, denn die darfst du niemals aufgeben!
Anna
P.S.: Ich komme auch aus HH!
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  #10  
Alt 09.02.2006, 13:15
Gänseblümchen Gänseblümchen ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Jetzt hab ich doch das Wichtigste vergessen! Ich habe bei "phönikks-Familien leben mit Krebs" eine Therapie gemacht, die mir unglaublich geholfen hat, um mit diesem Verlust klarzukommen. Dies ist eine private Stiftung, bei der du nichts zahlen musst, um Hilfe zu bekommen. Wenn du magst, kann ich dir die Adresse einmal geben!
Anna
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  #11  
Alt 09.02.2006, 20:52
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Hallo Ihr Lieben,

es tut mir leid, dass ich solange nichts von mir hören gelassen habe... die letzten tage waren sehr anstrengend und ich werde wieder mehr schreiben, wenn es etwas ruhiger ist.

seit montag nacht liegt meine mama auf der intensiv-station hier in bergedorf... es war ziemlich schlimm alles. sie lag bis mittwoch im koma, jetzt ist sie aber wieder wach... war sehr viel bei ihr, habe viele dinge gesehen, die ich lieber nicht gesehen hätte :-(

jetzt warten wir darauf, dass sie morgen in die uniklinik eppendorf verlegt wird und dort vielleicht weiterbehandelt wird. ein tumor in ihrem unterleib ist aufgeplatzt, ist jetzt mit kompressen soweit stillgelegt, wird aber aller voraussicht nach nicht wieder von alleine "zugehen" und operiert werden kann sie nicht mehr... weiß auch nicht, wie es weiter geht...

ich danke euch wirklich sehr für eure antworten, habe mich sehr gefreut...

@anna: es tut mir sehr leid, was mit deiner mama passiert ist. mir fehlen die worte dafür... von der stiftung hat mir meine beste freundin auch schon erzählt, da ihre ma auch vor ein paar jahren gestorben ist und sie dort war. ich glaube, ich werde das mal in der nächsten zeit in angriff nehmen, aber erstmal muss hier ein wenig ruhe einkehren. ich melde mich aber ganz bald wieder... versprochen! wie alt bist du denn? und wie alt war deine mama?

@nina: das mit deiner ma tut mir auch sehr leid. es ist wirklich ein schlag ins gesicht, wenn man diese nachricht erhält... und wahrscheinlich liegt noch ein harter weg vor euch. auch bei dir melde ich mich gerne, wenn ich wieder etwas mehr zeit habe... ich hoffe, dass ist in ordnung. ich wünsche euch erstmal alles gute und ganz viel kraft!
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  #12  
Alt 09.02.2006, 21:34
Gänseblümchen Gänseblümchen ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Hey du!
Als ich das eben las, rollten mir Tränen über die Wange! Ich umarme dich! Ich wünsch dir und deiner Mama von ganzen Herzen ganz viel Kraft. Du bist nicht allein. Ich denke an dich! Bergedorf ist nicht weit von mir weg. Am Liebsten würde ich zu euch kommen und euch umarmen!
Versuch die Zeit, die dir noch bleibt, mit deiner Mama zu genießen. Weint miteinander, erzählt euch Geschichten von früher (das haben wir z.B. gemacht), vll könnt ihr auch noch ein bißchen lachen.

Ich bin 24. Meine Mutter starb kurz vor ihrem 52. Geburtstag und einen Tag vor meinem 23. Geburtstag. Aber das soll dich jetzt nicht beschäftigen. Jetzt bist du (und deine Mama) wichtig.

Anna
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  #13  
Alt 09.02.2006, 22:46
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

oh nein, ich wollte dich doch nicht zum weinen bringen :-( es ist schon alles ganz schön traurig und so richtig glauben kann ich das auch alles noch nicht. ich weine viel für mich alleine (höchstens nochmal vor meinem freund oder freunden). aber meine mama versuche ich zu verschonen. ich möchte nicht, dass sie sieht, dass ich leide und unendlich traurig bin... das macht ihr alles noch schwerer und das möchte ich, so gut es geht, vermeiden...

gestern hat sie zu mir gesagt: "als das montag morgen passierte, habe ich gedacht, ich muss sterben..." als ihr freund mich in der nacht anrief und mir sagte, dass er gerade den krankenwagen gerufen hat, hat meine mama im hintergrund geschrien und nach mir gerufen. das war ganz schlimm... bin dann sofort hingefahren und als ich sie da so im bett lagen sah, wurde mir ganz anders. das zu sagen ist hart, es ist schließlich meine mama, aber es war alles voller blut und sie hat gewimmert und geweint... es tat mir so leid, aber ich konnte mich nicht neben sie setzen und ihr die hand halten... es ging einfach nicht! sie hatte noch erzählt, dass sie die ganze zeit die hand des notarztes gehalten hat und er sie ja nicht los lassen sollte, weil sie so große angst hatte, dass sie dann für immer gehen muss. sie hat vorher noch nie so über ihre angst gesprochen... gestern war es das erste mal.

wenn ich nicht arbeiten muss (ich habe zum glück einen super tollen chef, der mir alle freiheiten lässt), bin ich bei ihr. als sie noch zuhause war, war ich nur ein paar mal die woche bei ihr. ich genieße jede minute mit ihr... trotz ihrer situation macht sie kleine späße und ich bewundere sie so sehr für ihren lebenswillen. ich bin einerseits froh darüber, dass es ihr so schnell wieder so gut geht, aber andererseits macht es mich unendlich traurig, dass sie doch einfach nur leben will und dennoch weiß, dass sie "bald" sterben muss. das ist doch nicht gerecht und keinem von uns sollte so etwas passieren. dafür sind wir doch alle noch viel zu jung...

ich bin gespannt, was die ärzte im uke morgen sagen, wie es weitergehen soll. sie können ja nicht mehr viel machen, so wie ich es im jetzigen krankenhaus verstanden habe... ich weiß es auch alles nicht...

aber nun genug von mir! wie geht es dir denn heute? unser alter und das unserer mamas passt ja ziemlich genau zusammen... wenn du magst, kannst du mir gerne von deiner mama erzählen! was war sie denn für ein mensch und was hatte sie genau? natürlich nur wenn du magst...

und woher kommst du aus hamburg?

ganz liebe grüße und vorallem ganz vielen lieben dank für alles! ich habe mich sehr über deine worte gefreut... ich drück dich zurück!
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  #14  
Alt 10.02.2006, 11:54
Gänseblümchen Gänseblümchen ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Liebe Katinka!
Ich weiß, dass du mich nicht zum Weinen bringen wolltest. Das ,was du geschrieben hast, hat mich einfach tief bewegt.
Ich konnte damals es auch nicht wirklich glauben, dass meine Mama sterbenskrank war. Bis zwei Tage vor ihrem Tod war ich immer der festen Überzeugung, dass sie es schaffen wird, obwohl ich tief in meinem Inneren wusste, dass sie diesen Krebs nicht überleben wird. Ich glaube, dass war eine Art Selbstschutz. Außerdem ist Hoffnung sehr wichtig, um mit diesen Situationen klarzukommen.
Bei mir war es so, dass ich manchmal meinen Schmerz nicht mehr zurück halten konnte und dann bei meiner Mama bitterlich weinen musste. Sie hat mich in den Arm genommen und mich getröstet. Manchmal weinten wir im Duett. Für Mama war dies wichtig, da sie sich nicht vollständig nutzlos fühlte, und für mich war diese Nähe und dieses Teilen schön.
Ich kann aber auch dich sehr gut verstehen, dass du es deiner Mama nicht noch schwerer machen willst, indem du vor ihr weinst.

Dass du im KH nicht die Hand deiner Mama halten konntest, kann ich auch verstehen, und es ist überhaupt nicht hart oder gemein. Als mein Papa mir sagte , dass meine Mama "Krebs im Kopf" hat (=Gehirnmetastasen), bin ich erst einmal weggelaufen, anstatt in dieser so schweren Stunde bei ihr so sein. Aber ich konnte es einfach nicht. Ich habe eine Freundin angerufen, die sofort ins KH kam und moch tröstete. Erst dann konnte ich meiner Mama unter die Augen treten.
Als wir erfuhren, dass sie Lungenkrebs hat (obwohl sie nie geraucht hat!!!!), konnte ich sie erst einmal nicht berühren. Dies hat sich zum Glück gelegt (später hab ich jede Berührung in mir aufgesogen)!
Ich habe dies alles einmal mit meiner Mama besprochen, und sie sagte mir, dass sie das verstehen kann und mir überhaupt nicht böse ist. Früher als ihre Mama (also meine Oma) krank war, konnte sie es auch nicht verstehen, da Mamas und Papas einfach nicht krank werden. Dieses Gespräch hat mir unglaublich geholfen.
Und deswegen sag ich es jetzt dir: Deine Mama versteht das bestimmt, warum du manchmal nicht ihre Hand halten kannst, obwohl du das vll möchtest!

Ich finde es schön, dass deine Mama dir ihre Angst zeigen kann. Höre ihr einfach nur zu. Vll kannst du ihr ja auch sagen, dass sie keine Angst haben muss, dass alles gut wird... . Ich weiß, das ist unglaublich schwer, aber ich denke, es ist auch wichtig, wichtig für das Loslassen. Für mich war es auch sehr schwer, unglaublich schwer und schmerzvoll. Ich weiß auch gar nicht, wie wir die Zeit überstanden haben, aber irgendwie wächst man in der Zeit über sich hinaus.

Ich drücke dir und v.a. deiner Mama ganz fest die Daumen, dass das Gespräch mit den Ärzten heute einigermaßen "gut" verläuft. Wenn du magst, kannst du mir ja vll davon erzählen.

Nun aber zu mir. Ich komme aus Reinbek (grenzt direkt an Bergedorf an).
Meine Mama hatte Lungenkrebs. Dieser Krebs war schon ziemlich im Endstadium, als er entdeckt wurde. Es stand schon gleich fest, dass sie sterben wird. Das haben wir ihr aber nicht so gesagt, denn das wäre ihr sofortiges Todesurteil gewesen. Für meine Mama war es bis kurz vor ihrem Tod klar, dass sie es schaffen wird. Deshalb wollte sie auch unbedingt eine OP, die sie auch bekam. Ein kompletter Lungenflügel wurde ihr entfernt. Danach kam die Chemo, die sie nicht wirklich gut vertrug. Dann tauchten Gehirnmetatsten auf, und sie wollte unbedingt eine Bestrahlung, die sie auch bekam und relativ gut vertrug, wenn da nicht die Bronchitis gewesen wäre, die sie bekam... . Wenige Tage nach Beendigung der Bestrahlung starb sie.

Ich würde ich sehr freuen, wieder was von dir zu hören! Ich denk an euch und !

GLG Anna
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  #15  
Alt 10.02.2006, 17:40
Katinka1981 Katinka1981 ist offline
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Standard AW: Krebs bei meiner Mama!

Hallo Anna,

heute morgen wurde meine mama nun endlich ins uke verlegt. ihr freund weicht nicht von ihrer seite und hält mich ziemlich gut auf dem laufenden. ich habe mir heute mal einen tag auszeit genommen und bin nach der arbeit direkt nachhause und nicht ins krankenhaus gefahren. ich brauchte das einfach mal.

soweit ich bisher weiß, wird ihr "geplatzter" tumor jetzt erstmal bestrahlt, in der hoffnung, dass er nicht mehr weiter blutet... so genau erfahre ich es aber hoffentlich heute abend, wenn ich mit ihrem freund in ruhe sprechen kann. werde dann auch morgen sofort hinfahren. ihr geht es wohl den umständen entsprechend ganz gut soweit. das ist natürlich schonmal sehr beruhigend... wie es dann aber genau weitergeht und was sie noch für sie tun können, werde ich wahrscheinlich erst morgen genauer von einem arzt erfahren.

ist deine mama im krankenhaus gestorben oder war sie bei euch zuhause? hast du in dieser zeit noch zuhause gewohnt? du hast recht, man wächst in diesen schweren zeiten über sich hinaus. wenn ich an die letzten tage denke, ist es so ein bischen so, als hätte ich es geträumt und es alles gar nicht richtig wahrgenommen. am dienstag hatte ich auch das erste mal so richtige angst, dass meine mama gehen muss. wie gesagt, ich beschäftige mich schon etwas länger damit, aber da wurde mir auch so ein bischen vor augen geführt, wie schlecht es ihr eigentlich schon geht...

als ich am dienstag in der firma saß, habe ich alle nachrichten, die ich noch auf meinem handy von ihr hatte, durchgelesen und gedacht, es sind die letzten nachrichten, die ich von ihr bekommen habe. ich habe mir eine kette von ihr umgebunden, damit ich mehr mit ihr verbunden bin. (klingt wahrscheinlich total seltsam, aber es hat mir irgendwas in dem moment gebracht). ich hatte angst, dass sie nicht mehr aufwacht aus dem koma... dabei gibt es ja auch noch zusätzlich so unendlich viele "sachliche" dinge, die man regeln muss und die wir dringend regeln müssen...

wann hast du denn mit der therapie angefangen? war deine mama da schon gestorben? in welchem krankenhaus wurde sie denn behandelt und wie bist du auf phoenikks aufmerksam geworden?

wir wohnen ja wirklich gleich ums eck :-)

ganz liebe grüße und schonmal ein schönes wochenende...
vielen dank!
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