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  #16  
Alt 05.04.2006, 23:22
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AndreaS AndreaS ist offline
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Hallo Anemone,

ja, mir geht es auch so. Ganz schlimm war es, als das Geld der Lebensversicherung auf meinem Konto war. Das Geld, das für unser Alter geplant war, damit hatten wir vor, längere Zeit in Griechenland zu verweilen. Es war schrecklich. Ich hatte bei Claus Tod auch noch ein wenig Haushaltsgeld. Das hab ich bis heute noch nicht angerührt. Es muss anders gehen. Ich sage immer: Das ist sein Geld. Er hat genau diese Scheine in der Hand gehabt und die will ich nicht ausgeben. Blöd, ich weiß, aber solange wir nicht verhungern, oder die Inflation so richtig Einzug hält, lass ich es dabei.

Hallo Tina, wie schön, dass du da bist
Zitat:
Ich hoffe das sich hier auch ältere User von denen ich lange nichts mehr gehört habe melden werden.
genau das ist auch mein Wunsch. So viele, von denen ich so lange nichts gehört habe, z.B. Sani, Daggi und Doris, Hoppit, Irene Z, Bärti und so viele andere wäre schön, wenn sie den Stammtisch finden würden.

Ich wünsch euch allen eine angenehme Nacht und morgen einen besseren Tag mit möglichst schönen Sonnenstrahlen

LG
Andrea
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  #17  
Alt 05.04.2006, 23:36
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atebete atebete ist offline
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Hallo und guten Abend alle miteinander,


als Jutta mir heute erzählte, dass Du den Stammtisch hierhin gestellt hast, habe ich mir gedacht, Stammtisch, heute oder gestern eröffnet. Andrea, auch ein "altes" Stammtischmitglied möchte sich hier wieder einbringen.

Habe in der letzten Zeit arge Probleme gehabt, und vor allem heute. Heute ist mal wieder der berühmte "Tag", der fünfte eines Monats. Heute vor vier Monaten hat mein Schatz mich verlassen. Ich muss sagen, heute den ganzen Tag über habe ich "wirklich" nicht daran gedacht.

Ich war heute auf Fortbildung, habe im Seminar sehr oft - bei der zu lernenden Datenbankanwendung - den 05.04.2006 anwenden müssen. Mir sind aber überhaupt keine Gedanken gekommen. Durch das Seminar und die vielen zu lernenden Inhalte habe ich keine Relation gezogen.

Dann heute nachmittag, ich hatte mich mit meiner Mutter zum Shoppen verabredet, sagte sie zu mir "Heute bitte nicht wieder weinen, es ist der fünfte".

Ausgerechnet meine Mam hat mich wieder an den "fünften" eines Monats erinnert Als ich ihr sagte, dass ich das erste mal nicht mehr den fünften als den Sterbetag von Norbert in Erinnerung hatte, fühlte sie sich schuldig. "Kind, das habe ich doch nicht gewußt". Aber im Nachhinein gesehen hat sie recht. Jeden Monat dieses Tages habe ich mich tränenüberströmt an sie gewandt, habe mich bildlich gesehen in ihre Arme geflüchtet.

Jetzt war ich einen Schritt weiter - und dann das. Aber ich will und kann ihr keine Vorwürfe machen. Sie will ja, dass ich mich damit abfinde, dass mein Norbert nicht mehr bei mir ist. Aber ich kann es noch? nicht. Kann ich es jemals? Darauf kann mir keiner eine Antwort geben.

Ich grüße Euch und finde es von Dir, liebe Andrea, eine Super-Idee, hier einen extra-Stammtisch aufgemacht zu haben.

So, der Roman war lange genug, bin aber auch etwas durcheinander. Aber ich bin froh, mir mal wieder alles von der Seele geredet zu haben.

Beate
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  #18  
Alt 05.04.2006, 23:37
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Hallo Miezmauz,

bin auch dabei.

Liebe Grüße

Beate
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  #19  
Alt 05.04.2006, 23:49
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AndreaS AndreaS ist offline
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Nur das eine noch (so gehts mir immer )

Beate, wie war es ganz am Anfang? Bei mir war es in der ersten Woche die Todesstunde, jeden Tag hab ich daran gedacht, dann wurden es Tage, später Wochen, wusste immer genau wieviele Wochen vergangen waren. Dann habe ich begonnen, nur noch die magischen Monate zu zählen.

Bei mir sind es am Samstag 18 Monate. Der 8. ist es nicht immer, aber fast immer noch der Freitag. Fast jede Woche aufs Neue. Besonders schlimm wird es, wenn der 8. auf einen Freitag fällt, dann geht gar nichts mehr.

Es wird wohl immer schlimm bleiben, nur nicht mehr ganz so schrill wie am Anfang, das würde man körperlich wohl auch nicht lange aushalten.

LG
Andrea, das war jetzt aber wirklich mein "Absacker"
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  #20  
Alt 06.04.2006, 09:41
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Petra_S Petra_S ist offline
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Hallo alle zusammen!
Endlich will ich nun unserem Stammtisch auch viele gute Gespräche und "Treffen" für die Zukunft wünschen! Es ist toll, wer bisher schon hier aufgetaucht ist, hoffe es ist immer reger Betrieb!

Ich bin seit gestern nicht so zum reden aufgelegt, habe gestern den vorletzten Schritt gemacht, noch einmal in der Garage räumen, dann gebe ich dem Schlüssel von unserem alten zu Hause endgültig ab!
Zu dem habe ich dann noch irgendwas im Fernsehen gesehen, da meinte eine Frau "...in unserer Familie werden sie alle sehr alt meine Mutter wurde 93 Jahre." - ich bin erst 41J. - nooooch über 50 Jaaaahre - länger als ich bis jetzt gelebt habe ???! Also nee, in solchen Dimensionen habe ich ja noch garnicht gedacht, das will ich nicht - ohne meinen Liebsten? Da sind mir 8 Jahre schon unvorstellbar!

So, dafür, dass mir nicht zum schwätzen ist, habe ich wieder ganz schön viel gelabert...
Liebe Grüße an alle, der "Gründerin" des stammtisches ein !
Petra
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  #21  
Alt 06.04.2006, 10:44
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AndreaS AndreaS ist offline
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Guten Morgen alle zusammen,

die Sonne scheint zwar, aber so wirklich ist heute nicht mein Tag. War wohl zu mutig gestern, zu viel zugetraut und mir die Dokumentation am späten Abend noch angesehen: "Zeit, die mir noch bleibt".

Ich war unfähig, auszuschalten, bin den Weg nochmals "mitgegangen", hab mich erinnert und war unsagbar traurig, seit längerer Zeit wieder sehr geweint, bin ich heute noch traurig, wird mich wohl auch nicht so schnell wieder loslassen.

Ja, das haben wir alle erlebt, auch diese bedingungslose Liebe, von der die Rede war, dieses Gefühl, da bleibt noch was, etwas was einzig und alleine wichtig ist. Trotzdem will die schwere Trauer nicht aus meinem Herzen weichen heute und es war unerträglich eben eine geschlagene Stunde den Tobsuchtsanfall meiner Chefin am Telefon ertragen zu müssen. Ausraster für Nichtigkeiten, die mich noch nicht einmal betreffen, aber ich bin halt da und mal wieder hatte es Bruni so schön formuliert "Schlag mich noch, ich wehr mich nicht" (oder so ähnlich)

Jetzt hab ich Kopfweh und Herzrasen und wünschte, ich könnte die Uhr heute schneller laufen lassen, um aus diesem Büro nach Hause zu können.

Etwas zurückgeworfen, etwas traurig, wieder mehr am Anfang als Richtung Bergspitze, leer und kraftlos

Wie gut, dass morgen ein neuer Tag ist

LG
Andrea, und Petra, danke für den kann ihn gut gebrauchen
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  #22  
Alt 06.04.2006, 14:06
Kirsten VoKi Kirsten VoKi ist offline
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Hallo Ihr LIeben!

Ich denke, ich kann nur ein bischen nachvollziehen wir es Euch geht. Diejenigen, die ihren Ehepartner beerdigen mussten tragen eine ganz andere Trauer in sich als wir, denen ein Elternteil fehlt. Das war mir vorher nie so wirklich bewusst. Ist aber ja irgendwo logisch.

Ich schicke Euch mal ein paar und ganz viel Liebe, Kraft und Geduld um das tiefe Tal durchschreiten zu können!

Liebe Grüße
Kirsten
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  #23  
Alt 06.04.2006, 14:31
Brooklyn Brooklyn ist offline
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Hallo ihr lieben!

Würde mich auch gern dazugesellen. Es gibt zwar schönere Gründe als aus diesem Grund mti Menschen in kontakt zutreten, aber es ist gut das es das hier gibt. Ich am 31.01.06 meinen Papa verloren. Kann also die Trauer, die Wut und den Schmerz gut nachvollziehen. Zudem ist meine Beziehung auch arg ins schwanken geraten. Zurzeit herscht Eiszeit zu Hause. Dachte immer er will nix mehr hören von meinem Hauptthema, es würde ihn belasten. Doch das war falsch, nun ist er verletzt weil er dachte, er wäre nicht wichtig genug, das ich mit ihm darüber rede. Auch wenn es mir langsam besser geht, war es alles zu viel. Wünsche mir zurzeit nichts mehr, als das ich mit meinem Partner noch mal von vorn anfangen kann. Er fehlt mir sehr und mein Papa noch viel viel viel mehr. Er war in solchen Situationen immer mein Ansprechpartner.
So genug gejammert...
Ein Hoch auf die Dame, die das hier gegründet hat
Alles liebe an euch

Alexandra
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  #24  
Alt 06.04.2006, 15:37
Anemone Anemone ist offline
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Hallo alle zusammen,
möchte mich doch mal kurz melden. War den ganzen Vormittag bei meiner kranken Enkeltochter (Schwiegertochter musste zur Arbeit). Ist kein guter Tag heute: Schwiegertochter hat Geburtstag, mein lieber Mann hatte ihr letztes Jahr eine schöne Halskette geschenkt (... ist ja sicher das letzte Mal, dass ich Dir eine Geburtstagsfreude machen kann...) Ich habe gestern beim Juwelier die passenden Ohrringe entdeckt und sie ihr geschenkt. Da kamen natürlich bei uns allen wieder viele Gedanken an die Oberfläche. Gut, dass Schwiegertöchterchen zur Arbeit musste und ich mit der Kleinen zu tun hatte...
Das wunderbare Sonnenschein hilft mir aber, wieder ein bißchen Mut zu schöpfen. Ich werde mich nun auf mein Fahrrad schwingen und ein paar Einkäufe erledigen.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Frühlingstag und schicke Euch viele liebe, sonnige Grüße von der Bergstraße,
Anemone
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  #25  
Alt 06.04.2006, 19:38
Miezmauz Miezmauz ist offline
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Hallo Ihr Lieben,

Beate,wie freu ich mich von Dir zu lesen .
Schön das Du auch hier bist.

Andrea, danke das Du diesen Thread eröffnet hast
die ersten gesellen sich schon dazu.

Auch an alle anderen:schön das ihr hier seid.

Vergessen werden wir die geliebten Menschen die wir verloren haben niemals.
Mein Dad ist schon 20 Monate nicht mehr da,und es gibt immer noch Höhen und Tiefen.An manchen Tagen ist es ganz schlimm.
Auch ich schaue fast jeden Film oder Bericht in der Themenwoche Krebs. Da kommt logischerweise wieder vieles in Erinnerung.Die Angst und Panik die einen Tag und Nacht begleitet hat.Und mir tut jeder Mensch unsagbar leid der dies durchstehen muß und mußte.

Aber nichts desto trotz warte ich immer noch sehnsüchtig auf den Frühling,der will ja wohl garnicht zu uns kommen.

Alles Liebe für euch und ein für alle.

Bis denni
Tina
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  #26  
Alt 06.04.2006, 20:13
monika62 monika62 ist offline
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hallo andrea,
finde die idee super mit dem stammtisch und stelle mich einfach mal vor und heule mich direkt mal aus. ich denke dies wird mir einfach gut tun.
mein name ist monika bin 43 jahre und betroffen ist meine mutter 70 jahre alt.
bei uns begann es 1997 mit der diagnose brustkrebs und der amputation der brust. nach zwei jahren lungenmetastasen beidseits und op´s. nach weiteren zwei jahren hirnmetastasen und op. nach 3 nachoperationen ging es bergab.als wieder zwei jahre vergangen waren metastasen im oberbauch mit darmbeteiligung, wieder op. vor der op war sie noch zu hausen und wir haben uns um sie gekümmert. nach der op war dies aber leider nicht mehr möglich und sie musste ins heim.problem dabei ist, obwohl das heim wirklich super ist, das meine oma 94 jahre aber gesundheitlich besser als mutter, bis auf altersbedingte schwierigkeiten auch in diesem heim ist. von morgens bis abends geht sie meiner mutter auf die nerven, erzählt immer das gleich und natürlich dies von früher. vor ca. 5 wochen musste meine mutter wieder zur kontrolle ins krankenhaus auf die radiologische/onkologische Station, wo auch ich als stationssekretärin seit 10 jahren arbeite. (sie war meistens bei mir zur chemo und bestrahlung)dort wurde festgestellt, das sie an der gleichen stelle im oberbach,darm,becken, wo die op vor zwei jahren vorgenommen wurde metastasen sind. Prognose kein halbes jahr mehr. chemo verträgt sie seit zwei jahren nicht mehr als bestrahlung. um ihr den rückgang ins heim zu ersparen und auf anraten meiner ärzte und es war auch ihr eigener wunsch,wollte ich sie im hospiz anmelden. aber leider gibt es seit kurzem eine neue regelung, das patienten die einen heimplatz haben nicht in ein hospiz aufgenommen werden, wenn nicht ein zwingend medizinischer grund z.b. diverse aparaturen notwendig sind. also muss sie wieder ins heim zurück. letzte woche habe ich meiner mutter die prognose gesagt, da ich ihr versprochen habe ihr immer die wahrheit zu sagen. es war sehr schwer. sie hat so eine innerliche kraft, das sie mich getröstet hat anstatt ich sie. sie wollte auch, das ich es oma sage (die vor ca. 5 wochen ihren sohn an lungenkrebs verloren hat) auch das viel mir schwer, weil mutter das dritte von vier kindern sein wird was vor ihr geht. oma hat es erstaunlicher weise sehr gefasst aufgenommen.sie wartet jetzt nur darauf, das mutter nächste woche wieder ins heim kommt, damit sie sich voll und ganz um sie kümmern kann. ich denke jetzt schon mit schrecken daran. meine arme mutter. leider geht es meiner mutter von tag zu tag schlechter. heute musste ein zentraler venenkatheder gelegt werden, da sie total ausgetrocknet ist und Termin für eine Portanlage erst nächste woche ist. was ich mir für meine mutter noch wünsche ist, (für mich wird eine welt zusammenbrechen, sie ist meine beste freundin auch immer gewesen), das sie schnell und friedlich einschläft. auch meine tochter 21 jahre, die an ihrer oma wahnsinnig hängt wird dies sehr schlimm werden. sie war erst 12 jahre als alles anfing und hat große physchische probleme und wohnt momentan mit ihrer tochter, nächsten monat zwei jahre seit einer woche wieder bei mir und meinem mann. So nun habe ich mich mal richtig ausgeheult, hat gut getan.

bis bald
liebe grüße monika62
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  #27  
Alt 06.04.2006, 20:38
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AndreaS AndreaS ist offline
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Liebe Monika,

herzlich Willkommen in unserer Runde, auch wenn es wie immer ein trauriger Anlass ist, der uns alle hier zusammenführt.

Zitat:
So nun habe ich mich mal richtig ausgeheult, hat gut getan.
das ist gut so, es befreit für den Moment.

Ich kann mir vorstellen, wie schwer die letzten Jahre für euch alle waren und wünsche deiner Mama von ganzem Herzen, dass der letzte Weg ein wenig leichter wird. Ich weiß nicht, wie du empfindest, liest sich auch immer ein wenig seltsam, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das Ende, sondern nur einen Übergang bedeutet. Dass der Schmerz für uns, die wir zurückbleiben trotzdem fast unerträglich ist, steht außer Frage, aber der Gedanke, dass du mit deiner Mama ihren letzten Weg hier auf dieser Seite zu Ende gehen wirst und sie den Rest des Weges auch nicht alleine sein wird, weil so viele schon vorausgegangen sind, gibt ihr bestimmt auch ein wenig Mut.

Hallo Alexandra, auch an dich ein herzlich Willkommen Vielleicht ist es ja zu einem späteren Zeitpunkt möglich, in Ruhe mit deinem Freund zu reden, ihm zu erklären, was in dir vorgegangen ist, warum du so und nicht anders hast reagieren können. Und vielleicht ändert sich auch wieder etwas bei deinem Papa, jeder geht seinen Weg einsam und alleine, egal wie groß die Familie ist, für jeden ist es unerträglich schwer.


Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Kraft und zum "Ausheulen" ist der Stammtisch u.a. gedacht, wann immer wir es brauchen.

LG
Andrea
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Geändert von AndreaS (06.04.2006 um 20:52 Uhr)
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  #28  
Alt 06.04.2006, 20:57
Blue Blue ist offline
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Hallo Ihr Lieben,

auch ich habe mich riesig gefreut, als ich den Stammtisch entdeckte und ich sage ganz leise Hallo. Ganz leise deshalb, weil ich im Moment wohl wieder das Schild auf dem Rücken trage: schlag mich ruhig, ich wehr mich nicht.

Nicht nur daß ich in Gedanken im letzten Jahr festhänge, nein, meine Umwelt macht es mir mal wieder sehr schwer. Zum ersten Mal seit es passiert ist habe ich diese Woche jemanden angebrüllt. Ich lebe seit fast 10 Monate alleine bin (und sowas von allein), seit 9 Monate bin ich wieder voll beruftätig und es geht mir total beschissen. Eigentlich will ich doch nur meine Ruhe haben. Ja, mag sein daß ich mich im Moment selbst bemitleide, aber ich habe meinen Lebensmittelpunkt verloren und ich bin einfach nur übrig geblieben. Ich bin kein so ein guter Mensch, daß ich jetzt ganz versöhnt wäre. Und dennoch gönne ich es meinem Jürgen, daß er sich nicht mehr plagen muß. Aber ich möchte mich nicht ausschließlich plagen müssen. Und im Moment kommt es mir so vor.

Tja, PC kurz eingeschalten, reingeschaut und es hat in den Fingern gejuckt.

Morgen vor einem Jahr (hört sich komisch an) habe ich Jürgen zum letzten Mal ins Krankenhaus gefahren, er blieb dort 5 Tage und kam mit dem Krankenwagen nach Hause und wurde in die Wohnung im 2. Stock getragen. Ich hätte es nicht geschafft. Und morgen vor einem Jahr fragte ein Arzt mich, ob ich über die Krankheit meines Mannes nicht richtig informiert wäre. Auf dem Flur, vor Jürgens Zimmer, habe ich mit diesem Arzt gestritten und dann war ich nur noch Luft für ihn. Glaube, Hoffnung und Zuversicht, ich kenne einen Menschen, der hält sich jetzt bestimmt die Ohren zu, aber so haben wir die 5 1/2 Jahre gelebt - anderst wäre es nicht auszuhalten gewesen.

Ja, auch ich schaue die Krebswoche im Ersten an - ist wie ein innerer Zwang - und so vieles fällt wieder ein.

Ja Monika, ich spüre nahezu den Zwiespalt - Deine Mutter - Deine Oma - und niemand möchtest Du verletzten. Manchmal ist es einfach um verzweifeln.

Andrea? Bist Du dabei?
Bruni
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  #29  
Alt 06.04.2006, 23:10
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Ja, Andrea, gute Frage,

wie war es am Anfang. Wenn ich Dein Posting lese, würde ich fast sagen, genau wie bei Dir.

In der ersten Woche bin ich jeden Morgen zur Todesstunde wach gewesen. Zu Beginn der zweiten Woche, war es nicht mehr täglich, aber jeden Montag Morgen um 3 Uhr 20 habe ich auf den Wecker geschaut. Das ging fast vier Wochen ( einen Monat) so. Wie oft habe ich mich dann bei Jutta ausgeheult - danke Jutta für Deine Unterstützung in der Zeit. Dann kam die Wochenzählung, und heute bin ich so weit, das ich nicht mehr die Wochen zähle, sondern nur noch die Monate. Aber automatisch, am fünften eines Monats, egal welcher Wochentag es ist, kam bisher immer die schlimme Erinnerung auf, zum letzten Mal gestern. Und ich vermute, dass es noch oft passieren wird. ´Diesen Zeitpunkt, diese Stunde, dieser Tag wird immer in meinem Gedächtnis bleiben. Ich war dabei, als mein Norbert die Augen für immer geschlossen hat. Ich habe keine Lust alles nachzulesen, und ich bin ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, ob Du darüber geschrieben hast. Warst Du dabei, als Dein Claus eingeschlafen ist?

Doch nun genug der Laberei.

Ich habe heute eine Entscheidung getroffen, die mir vielleicht helfen wird, in eine neue Zukunft zu blicken. Aber davon gleich oder morgen mehr. Mein PC hat zur Zeit wieder seine Mucken und ich schicke mal ab, bevor alles weg ist.

Bis später

Beate
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  #30  
Alt 07.04.2006, 00:13
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AndreaS AndreaS ist offline
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Hallo Beate,

Entscheidungen treffen----- gute Sache, hab ich heute auch, nur wann ich sie umsetzen werde steht noch in den Sternen.

Zu deiner Frage: Ja, zum Glück war es auch uns vergönnt, dabei zu sein auf seinem letzten Weg. Saskia, meine älteste Tochter und ich waren bei ihm, die beiden Söhne im Haus aber nicht im Zimmer. Wir konnten Abschied nehmen, alle, und das tröstet ein wenig.

Jutta, das glaube ich, dass sie dir eine Hilfe war, seltsam, dass man Hilfe oft dort erfährt, wo die Kraft eh schon für so vieles ausreichen muss...

@Petra, meine Liebe, ich seh dich

@Bruni, meine Liebe, danke

Ich sollte jetzt ins Bett gehen

Gute Nacht ihr Lieben Stammtischler/innen (die Jungs trauen sich wohl noch nicht )
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