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  #46  
Alt 09.04.2007, 21:02
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Ihr Lieben!
Ich sitze die ganzen Osterfeiertage zu Hause und weiß nicht, ob ich gerade Leukos habe oder nicht. Naja, morgen bin ich dann schlauer, wenn ich beim Blut abnehmen war. Irgendwie mache ich mir weniger Gedanken über meine Erkrankung als darüber wie ich meine Zeit zu Hause sinnvoll nutzen kann. Ich lese ganz viel. Ich will meine Zeit nicht vor dem Fernseher vertun, weil wir hier alle ja wissen wie endlich das Leben ist. Eigentlich wäre ich gerade mit meiner Gemeinde auf Sylt. Letztes Jahr bin ich genau ein Tag bevor ich die Reise antrat ins Krankenhaus gekommen. Dieses Jahr war ich eine Woche schneller. Ich bekomme aber nette sms von den Gemeindemitgliedern von Sylt. Ich freue mich über jede positive Zuwendung, die ich aus meiner Umgebung erfahre. Komillitonen, die ich erst vor einem Semester kennengelernt habe, haben mich im Krankenhaus besucht und haben ihre Kurse jetzt sogar so gelegt, dass wir vielleicht im Wintersemester zusammen studieren können. Ich gehe immer davon aus, dass ich bis dahin wieder gesund und fit bin, obwohl ich mir nicht mehr so viel aufladen will wie letztes Jahr. Eine Woche nach einer Chemo ein Studium anzufangen war wirklich die Härte. Man kann es schaffen, aber muss man sich das antun?

Liebe Grüße und noch schöne Ostern
Kerstin
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  #47  
Alt 11.04.2007, 00:11
Lisa87 Lisa87 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Kerstin,
hab viel an dich denken müssen. Auch wenn ich dich ja gar nicht kenne. Für mich waren es keine schönen Ostern. Das erste Ostern ohne meinen Vater. Wie geht es dir im Moment? Körperlich und seelisch... Kannst ja mal was von dir hören lassen...
Ich drück dich ,
Lisa
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  #48  
Alt 11.04.2007, 13:12
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Lisa!

Es hat mich gerührt zu lesen, dass du an mich gedacht hast. Es ist schön zu hören, dass es Menschen gibt die an mich denken. Vorhin habe ich schon einmal geantwortet, aber dann war die Antwort weg. Ich weiß nicht wie es ist einen geliuebten Menschen zu verlieren, aber eine vage Vorstellung habe ich doch. Wenn meine Mama sterben würde, wäre es für mich die Katastrophe. Außer dass ich müde bin, geht es mir körperlich gut. Ich bin nachts immer hellwach und kann nicht schlafen. Ich mache mir vor allem Gedanken über mein Studium. Ich meine jetzt nicht, dass es ein Problem ist dass ich das Semester aussetze. Ich bin so ein Mensch der immer an sich selbst zweifelt. Trotz Chemo eine Woche vor dem letzten Semester, trotz Bestrahlung während des Semesters, Gürtelrose in den Weihnachtsferien und zwei Erkältungen habe ich das Semester mit sehr gut Noten abgeschlossen. Ich zweilfe immer daran, ob ich reflexiv genug denken kann, um mein Literaturwissenschafts-Studium gut bewältigen zu können. Ich weiß nicht, ob ich vielleicht meine Ängste vor der Krankheit zum Studium verschiebe. Meine Selbstzweifel sind aber auch ein großer Antrieb, so dass ich mein Semester über 120% geackert habe. Jetzt bin ich ganz viel am Lesen. Es beruhigt mich, dass ich mehr Zeit als meine Komillitonen habe um die Fachliteratur zu lesen. Ich empfinde es nicht nur als Zwang, im Moment macht es mir Spass und ich habe das Gefühl eines intellektuellen Höhenfluges, wenn ich den ganzen Tag lese. Viel kann man ja nicht machen, wenn man den ganzen Tag zu Hause hockt. Endlich komme ich dazu alle meine Bücher zu lesen. Ich bin im Moment von meinem Bruder (mein Zwilling) und seiner Freundin genervt. Er macht Fachabitur und sie fängt nach zwei Ausbildungen mit Abitur an. Sie müssen sich ständig profilieren und werfen mit dem Wissen über Nietzsche und Philosophie, was sie gerade gelernt haben, um sich. Ich halte lieber die Klappe, weil sie sich dann vielleicht noch mehr gedrängt fühlen würden an mich heran zu kommen. Das schlimme ist: Ich glaube, ich habe auch mal so eine Phase gehabt, wo ich so Klugscheißer war. Ich versuche das Ganze gelassen hinzunehmen. Immerhin habe ich mein Abitur schon vier Jahre in der Tasche.
Soviel zu meine heutigen Gedanken.
Liebe Grüße
Kerstin
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  #49  
Alt 11.04.2007, 15:36
flyyy flyyy ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Kerstin
schön zu hören dass es Dir einigermassen gut geht!
Die Selbstzweifel die Du erwähnst kenn ich auch. Obwohl ich zu den besten im Studium gehöre, habe ich immer wieder Zweifel, ob ich wirklich gut genug bin. Ob ich genug weiss, genug abstrakt denken kann usw... Vielleicht kommt das wirklich von der Krankheit.
Drücke Dir fest die Daumen dass es Dir weiterhin so gut geht dass Du die dicken Literaturbücher lesen kannst!
Christia
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  #50  
Alt 11.04.2007, 15:52
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Christina!
Hallo ihr Lieben
Mein Vater hat gerade mit mir gesprochen. Ich verstehe mich in der Regel nicht gut mit ihm. Er meinte, ob ich auch von was anderem als mein Studium sprechen könnte, da ich ja lebensbedrohlich krank bin. Für ihm ist es nicht richtig wirklich, weil ich wie immer weiter lebe. Ich bin sauer auf ihn. Soll ich mich lieber auf das Sterben vorbereiten? Kann ich doch nicht dafür, dass er erst jetzt nach einem Jahr geschnallt hat, dass ich schwer krank bin. Deswegen muss ich doch nicht lamentierend in der Ecke liegen, wenn es mir sonst gut geht. Muss ich ihm zeigen, dass ich schwer krank bin, damit er es verarbeiten kann? Bin doch nicht für seine psychischen Probleme zuständig. Wenn ich gut mit meiner Krankheit umgehen kann, dann finde ich das gut. Ich hoffe, dass er mich mit seinen Gedanken nicht runterreißt. Ich finde es nicht falsch die Lebensbedrohlichkeit zu verdrängen. Was würde mir es bringen darüber nachzudenken? Ändern könnte ich daran nichts. Soviel dazu.
Liebe Grüße
Kerstin
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  #51  
Alt 11.04.2007, 23:34
Lisa87 Lisa87 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Kerstin,
schön, dass es dir soweit gut geht. Ich finde, du machst es genau richtig und an dir selbst zweifeln brauchst du nicht. Ich weiß, man kann diese Zweifel nicht immer ausschalten. So einfach ist es leider nicht. Aber du schaffst trotz deiner Krankheit mehr, als andere die gesund sind. Als mein Vater die Diagnose Lungenkrebs bekam, dachte ich: Er muss kerngesund sein, um es aushalten zu können, so krank zu sein. Und zu der Sache mit deinem Vater kann ich nur sagen, für uns Angehörige ist es oft einfach schlimm, zusehen zu müssen und nicht helfen zu können. Da wird man schon mal unfair, weil die Nerven blank liegen. Aber das heißt natürlich nicht, dass du dich hängen lassen darfst. Warum sollst du auch nur im Bett liegen? Ist doch Schwachsinn. Was wir Angehörige halt akzeptieren müssen, ist, dass der Kranke seinen Körper nun mal am besten kennt. Das ist oft schwer. Ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Auch wenn es dich wütend macht, hab das mal im Hinterkopf. Vielleicht siehst du ihn dann ganz anders...
Ich drück dich... lieben Gruß Lisa
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  #52  
Alt 12.04.2007, 23:38
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Lisa!
Hallo ihr Lieben!
Über den Schwachsinn, den mein Vater den ganzen Tag von sich gibt könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Wir haben schon immer ein sehr distanziertes Verhältnis. Wenn wir uns nach einer Reise wiedersehen und uns deshalb begrüßen müssen, geben wir uns die Hand. Ich glaube auch nicht, dass es irgendwann gut werden kann. Ich erwarte eigentlich auch gar nicht, dass er jetzt etwas für mich tut - das bin ich von ihm nicht gewöhnt - und will nur seine verletzten Kommentare nicht. Letztes Jahr hat er irgendwann zwischen den Zyklen zu mir gesagt, dass ich organisch gesund bin.Es ist kein Wunder, dass er nicht sieht das ich krank bin, weil er fast nie im letzten Jahr bei mir im Krankenhaus war. Meine Mama kommt jeden Tag nach der Arbeit zu mir ins Krankenhaus. Er hat mich öfters versetzt, wenn er mich mal aus dem Krankenhaus abholen sollte. Als meine Mama ein Fuß gebrochen hatte und er sie abholte, hat er sich noch nicht mal zu mir gesetzt, sondern sie sofort mitgenommen und in der Tür noch gesagt, dass es mir ja schon besser geht, weil es schon mein zweiter Tag Chemo ist. Er fragte nie wie es mir geht, außer wenn er jemanden brauchte um mit ihm den Familieneinkauf zu erledigen. Dann auf einmal waren meine Blutwerte interessant. Mein Vater kennt keinen einzigen Arzt aus dem Krankenhaus und weiß nicht, dass ich zum Blut abnehmen ins Krankenhaus gehe, obwohl ich da schon unzählige Male war. Er nie. Er ist wohlbmerkt selbständig und kann seine Zeit frei einteilen. Um ein Frühstück am See zu genießen, hat er immer Zeit. Meine Krankheit hat seinen Alltag kaum verändert, außer das er keinen richtigen Urlaub machen konnte, weil meine Mama mich bei den Chemos nicht alleine lassen wollte.
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Geändert von Kerstin22 (12.04.2007 um 23:45 Uhr)
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  #53  
Alt 12.04.2007, 23:46
flyyy flyyy ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Kerstin
Tut mir leid, dass das Verhältnis zwischen Dir und Deinem Vater so schlecht ist.
Ist bei mir und meinem Paps auch so. Ich hab ihn zwar ganz doll lieb, aber so wirklich nahe sind wir uns nicht. Ich würde mich nie bei ihm ausheulen wenn es mir schlecht geht. ich hab einmal vor ihm angefangen zu weinen und er hat mich einfach angeschaut. in so einem moment nimmt man doch die weinende person in den arm, tröstet sie...
Irgendwann habe ich gelernt Abstand zu nehmen. Ich erwarte nichts mehr von ihm und werde dadurch auch weniger verletzt. Klingt zwar extrem hart, aber irgendwie beschützt es mich auch. Wenn ich weiss, dass ich Trost brauche, wende ich mich an andere Personen.
Ich denk an Dich
Christina
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  #54  
Alt 13.04.2007, 00:09
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Ich habe schon vor einiger Zeit (als ich noch gesund war) mir gesagt, das mein Vater krank im Kopf ist. Er macht den ganzen Tag Aussagen, die kein gesunder Mensch sagen würde. Ich versuche mich davon nicht verletzen zu lassen. Bisher hatte ich im Krankenhaus ja größtenteils meine Ruhe vor ihm. Jetzt hat er ja nach einem Jahr beschlossen mich in meiner Krankheit zu unterstützen und da wird dann wohl einiges auf mich zukommen. Ich habe meinen Vater nicht lieb und ich erwarte auch nichts von ihm. Ich will nur keine verletzen Kommentare. Das Schlimme ist, dass meine liebe Mama ihn immer in Schutz nimmt und meint, dass ich ihn immer zu negativ interpretiere. Aber jeder, dem ich in den letzten - ich würde sagen 10 Jahren von seinen Kommentaren erzählt habe, findet sie krass. Ich bin bei einer Psychologin und auch sie rät mir von ihm Abstand zu halten, besonders solange ich noch zu Hause wohne.

@flyyy: Ich habe ein Foto bei den Glatzenbildern von dir gesehen. Sieht echt spitze aus.

Gute Nacht, ich mach jetzt Schluss, obwohl ich Stunden über verletzende Worte meines Vaters schreiben könnte. Das ist nichts Neues, aber man denkt ja immer, wenn eine schwere Krankheit kommt, wird manche Beziehung besser. Diese aber auch da nicht.
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  #55  
Alt 13.04.2007, 00:19
Melikre Melikre ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo ihr Lieben,

Ich wollte mich nur kurz melden, da ich in letzter Zeit ziemlich viel unterwegs war (so von Klinik zu Klinik)
Muss auch gestehen, dass ich mir den Verlauf des Threads auch nicht durchgelesen habe, da die letzte Woche sehr Nervenaufreibend war.
Am Gründonnerstag rief mein Arzt an und sagte ich müßte schon Sonntags ins Krankenhaus da der OP Termin am 10ten fix eingetragen sei.
Ständiges Hin und Her......aber wurde dann doch nicht operiert da meine Mr/CT Bilder nichts mehr von dem Tumor erkennen lassen.
Was man mir erst 5 minuten vor der OP mitteilte.
Bin noch immer völlig verwirrt....und froh wenn ich mal paar Wochen Ruhe hätte von Ärzten und Co.
Empfohlen ist noch eine leichte Strahlentherapie, aber ich überlege noch ob ich das wirklich machen werde.

Alles Liebe Mel
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  #56  
Alt 13.04.2007, 08:27
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Mel!
Schön von dir zu hören. Auch wenn es ein hin und her gab hört es sich doch toll an, dass man auf den Bildern nichts mehr von deinem Tumor sehen kann. Ich drück dir die Daumen, dass es wirklich so ist.
Liebe Grüße
Kerstin
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  #57  
Alt 13.04.2007, 10:48
flyyy flyyy ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hey ihr zwei süssen
@Melrike, habe jetzt nicht ganz mitbekommen, was bei Dir so läuft. Wie geht es Dir? Aus Kerstins Antwort lese ich heraus, dass es Dir gut geht (bzw. der Tumor weg ist). Das wäre ja super!
@Kerstin: ich denk an Dich. Lass Dich nicht zu viel Ärgern von Deinem Vater. Ich denke in der Situation würde ich ihm sagen, dass er Dich in Ruhe lassen soll. Wahrscheinlich ist es einfach gar nichts von ihm zu hören als nur dumme Kommentare.

Titel dieses Threads ist ja "Krebs und Studium". Ich hoffte eigentlich am 13.6. Promotionsfeier zu haben. Habe alles schön geplant, mit Diplomarbeit abgeben usw zum richtigen Zeitpunkt. Jetzt scheint es, es klappt doch nicht. Professor der die DA beurteilen muss ist in den 2 Wochen zwischen Abgabe der Arbeit und letztem Termin wo er die Note eintragen muss weg. Promotionstermin wird wohl erst im Oktober sein. Ich weiss, das ist eigentlich gar nicht so schlimm, aber ich bin trotzdem sehr traurig, dass es sich verschiebt. Habe so versucht alles unter einen Hut zu bringen, dass ich im Sommer fertig bin. Wenn ich gewusst hätte, dass es sowieso erst auf den Herbst reicht, hätte ich mich nicht so zu stressen brauchen.
Hab nun gerade überhaupt keine Motivation zu arbeiten.
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  #58  
Alt 14.04.2007, 23:28
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo ihr Lieben!

@flyyy: Lass den Kopf nicht hängen. Es hört sich an als wenn du schon ganz viel geschafft und erreicht hast. Versuche aus der veränderten Situation einen Nutzen zu ziehen. So hast du schon Arbeit hinter dir, die sonst noch vor dir liegen würde. Ich bewunder dich und wäre froh, wenn ich auch schon so weit wäre.

Mein Vater hat meinen Bruder gefragt wie er es findet wie ich mit meiner Krankheit umgehe (so "routiniert"). Mein Bruder hat gesagt, dass er mich bewundert wie stark ich bin und positiv denke. Mein Vater soll dann gesagt haben, dass er es unbegreiflich findet wie normal ich mich verhalte. Er kann meine Bewältigungstrategie nicht verstehen. Ich habe neulich etwas über unterschiedliche Bewältigungsstrategien gelesen(Tanja Diamantidis: Den Krebs bewältigen und einfach weiter leben). Ich glaube, dass ich zum "aktiven problemorientierten Bewältigungsstil" und zur "Entwicklung von Kampfgeist" tendiere. Alle Strategien (auch Zorn, Selbstmitleid) erfüllen ihren Zweck, nämlich des Umgangs mit der Krankheit. Wie ich das verstanden habe sind meine selbst diagnostizierten Stile die, die zu den "besten" gehören. Ich bin total zufrieden mit meinem Umgang mit meiner Krankheit und kann nicht verstehen was mein Vater von mir erwartet. Ich finde er müsste eher an seinem Umgang mit meiner Krankheit arbeiten. Er ist der einzige der Anstoß an meinem Bewältigungsstil nimmt.
Liebe Grüße und Kraftpakete an Euch Kämpfer
Kerstin
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  #59  
Alt 15.04.2007, 03:11
flyyy flyyy ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Liebe Kerstin
Ich denke auch dass Dein Vater ein Problem hat und nicht Du! Ich bewundere, wie Du mit Deiner Krankheit umgehst. Dein Vater kann anscheinend nicht mit der Krankheit umgehen!!! Aber das soll sein Problem sein, nicht Deines!
Schlussendlich muss jeder selbst einen Weg finden, mit dem Krebs umzugehen. Ich war auch eher wie Du, hab versucht zu kämpfen, nicht alles negativ zu sehen usw. Eine Freundin von mir (die ebenfalls Krank ist), hatte einen anderen Weg gefunden der mit sehr viel Nachdenken, Zweifel und Ängsten verbunden war. Ich denke für sie war es der richtige Weg, für mich wäre er es nicht gewesen!
Du hast Deinen weg gefunden und der ist richtig!
Machs gut
christina


ach ja, danke für deine lieben worte betreffend meinem studium. hab meinen frust bei meinem lieblingsassistenten an der uni ausgelassen. er meint er werde mit dem professor sprechen, vielleicht gibt es doch noch eine möglichkeit den promotionstermin im sommer zu bekommen, eventuell kann der Professor eine Verlängerung der Notenabgabe bekommen. Wäre natürlich schön! Finde es extrem lieb, dass er sich so für mich einsetzt!
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  #60  
Alt 16.04.2007, 12:32
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Hallo ihr Lieben!

Langsam bekomme ich Angst, wenn ich von den Erfahrungen anderer mit der Hochdosis lese. Das Schlimmste für mich wäre Übelkeit. Alles andere, so bilde ich mir ein, kann ich verkraften.
Ich warte darauf, dass meine Haare ausfallen, was sie aber nicht tun. Mein Hämatologe meinte, dass es 10 bis 14 Tage dauert. Jetzt befinden wir uns am 17 Tag nach meiner Chemo. Mein Haarschneidegerät liegt schon griffbereit. Ich wollte Euch ein Foto von mir und meiner "Langhaarglatze" im Park hochladen, aber das hat ein zu großes Format. In letzter Zeit habe ich sporadisch ein komisches Gefühl im Bauch, dann bekomm ich Angst und das Gefühl wird schlimmer. Zweimal hatte ich das jetzt beim Auto fahren, wobei ich einmal selbst am Steuer saß.

Ich hoffe, ich bilde mir das nur ein, weil ich große Angst vor Übelkeit habe.

@flyyy: Ich finde es auch immer toll zu sehen wie hilfsbereit viele Menschen sind, wenn man auf sie zugeht.

Liebe Grüße
Eure Kerstin
P.S. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass Smileys auch eine Glatze haben?
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