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  #1  
Alt 31.12.2006, 17:59
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Conny44 Conny44 ist offline
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Standard BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Hallo an alle Kranken und Gesunden. Ich lese seit 1 Woche aufmerksam in diesem Forum bis der Kopf weh tut, habe mich nun entschlossen, selbst zu schreiben. Mein Paps ist seit ca. 10 Jahre in Behandlung wegen immer wieder auftretender Bauchspeicheldrüsenentzündungen, war in der Zeit 4 mal im KH. Im November nahm er dann innerhalb kurzer Zeit 10 kg ab, hatte aber zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden. Seine Blutwerte, welche aller 5 Wochen (seit 10 Jahren) kontrolliert wurden, waren aber elend schlecht. Die Hausärztin entschied dann endlich, ihn zum CT zu schicken. Am 4.12.06 war dann der Befund da, aber gleichzeitig auch die Schmerzen bei meinem Paps. Verdickung an der BSD, evtl. Tumor oder auch nur Entzündung. Außerdem war er gelb. Er wurde dann ins Krankenhaus eingeliefert, welche ihn 1,5 Wochen weiter untersuchten, Schmerzmittel, Tropf verabreichten. Feststellen konnten sie nichts. Sie legten ihm noch einen Stent, weil der Gallengang abgedrückt wurde. Am 13.12.2006 wurde er dann entlassen. Am 15.12.2006 hatte er einen Vorstellungstermin bei Prof. Dr. Ott in der Uniklinik Leipzig. Am 19.12.2006 war dann die Einweisung und am 20.12.2006 die OP. Es sollte eigentlich die Whipple OP gemacht werden. Dann die grausame Diagnose: BSDK, 1 Lebermetastase entfernt und eingeschickt, Ummauerung der Darmgefäße (oder Einwachsung in die Gefäße). Es konnte nicht weiter operiert werden, es wurde nur der Dünn???darm etwas verlegt und ein Stück Magen weggeschnitten. Der Prof. sagte uns, dass die Chancen auf eine weitere OP schlecht sind. Wir geben aber die Hoffnung nicht auf. Im Januar soll Chemo gemacht werden. Jetzt muss er sich noch von der OP erholen. Z.Zt. ist der Prof. im Urlaub, danach will ich den genauen Befund wissen.
Ich habe schon viel von der Uniklinik Heidelberg und Dr. Büchler gelesen. Allerdings sind das 500 km von Leipzig, wo wir wohnen, entfernt. Das ist meinem Paps fast nicht zuzumuten. Hat jemand Erfahrung mit der Uniklinik in Leipzig???? Oder kennt jemand eine Klinik in der Nähe von Leipzig, welche auch spezialisiert ist? Mein Paps ist mit der Uniklinik Leipzig zufrieden und vertraut auch den Ärzten. Das ist ja auch ganz wichtig, und ich will da auch nicht eingreifen. Aber man hält sich ja an jedem Strohalm fest. Würde mich freuen, wenn sich jemand meldet. Was wir, die ganze Familie durchmachen, brauch ich ja nicht zu sagen. Meine Mutter ist total hinüber, zumal mein Paps immer der Leithammel in der Familie war. Sie hat einfach keine Kraft mehr! Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2007 und vorallem viel "Gesundheit" und Kraft! Das ist wichtiger als alles Geld der Welt. Liebe Grüße von Conny
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  #2  
Alt 31.12.2006, 18:25
chrirei chrirei ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Hallo Conny,

also mein Mann hat wohl einen ähnlichen Tumor- Gallengangskarzinom. Also ich musste mich seit 1 Monat selber über die Krankheit informieren, weil wir überhaupt nicht aufgeklärt wurden. Derzeit liegt mein Schatz immer noch auf der chirurgischen Abteilung in Frankfurt am Main - und baut immer mehr ab als dass er aufgebaut wird. Es ist am 3. ein Gespräch mit dem Onkologen geplant - vorher hatten die anscheinend keine Zeit. Ich habe auch sehr viel von Heidelberg gehört - und wir haben am 8. nach Frankfurt dort einen Termin. Du kannst dort übrigens auch als Angehörige mit Vollmacht vom Patienten hingehen - musst alle Unterlagen mitbringen und wirst beraten - ein Versuch ist es alle mal wert denke ich. Seit 2 Tagen will mein Schatz keinen Besuch mehr - es geht im zu schlecht und weiß gar nicht mehr weiter. Heute habe ich ihm erst mal ein anderes Schmerzmittel erkämpfen müssen. Auf meine Frage, was sie denn so als Aufbaumittel geben,sagte die doch glatt: machen Sie sich doch mal in der Drogerie schlau. Hallo, wo leben wir eigentlich? Ich bin so traurig, und gleichzeitig so stinke sauer , sei froh, wenn Dein Paps wenigstens gut behandelt wird und sich wohl fühlt. Das ist schon die halbe Miete!!!!!!!!!!! Hauptsache der Patient ist positiv drauf!

Ich wünsche Deinem Paps, Dir und Deinen Liebsten sooooooooooooo viel Kraft - möge der liebe Gott mit unseren Liebesten doch ein Einsehen haben!!!!! Und ein kleines Wunder vollbringen

Liebe Grüße und guten Rutsch

chrirei
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  #3  
Alt 31.12.2006, 18:49
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Conny44 Conny44 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Hallo Chirirei,
vielen Dank für deinen Beitrag. Es tut mir so leid für deinen Schatz. Wie alt ist er? Ich kann mir vorstellen, dass es ganz schlimm ist für dich, wenn er keinen Besuch empfangen will. Ich wüsste auch nicht, wie ich damit umgehen soll. Will er dich aber noch sehen, oder auch nicht? Vielleicht will er, dass andere ihn nicht so leiden sehen? Man weiß eben nicht was in den Betroffenen so vorgeht. Diesen harten Schlag wegzustecken, ist Schwerstarbeit.
Die Auskunft der Ärzte mit der Information in der Drogerie finde ich auch unter aller Kanone. Aber man darf nicht locker lassen! Selbst im Gesundheitswesen heiß es kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen!
Meinen Paps wollten sie heute entlassen, obwohl er noch bzw. wieder Schmerzen hatte. Da hat er nicht mitgemacht und hat sich einfach nur beurlauben lassen, muss morgen 8.00 Uhr wieder zur Visite rein. Die wollten da erst nicht mitmachen, da sagte er, dann gehe ich eben gar nicht und bleibe gleich hier! Und ihnen blieb nichts anderes übrig. Das Schlimme ist, dass über die Feiertage leider nur immer eine Notbesetzung da ist und immer wieder ein anderer Arzt. Hoffe auch, dass es im neuen Jahr wieder besser wird.
Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, Gallengangkarzinom hat nicht so schlechte Prognosen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs!? Wie gesagt ich weiß es nicht. Wenn man hier so liest, hört man ja immer wieder mal von Wundern! Und an die musst du einfach glauben, sonst überstehst du den nächsten Tag nicht!
Ich drücke dir und deinem Schatz ganz fest die Daumen und wünsche dass das neue Jahr hoffnungsvoll verläuft. Ganz liebe Grüße von Conny
PS: Vielen Dank noch für den Tipp mit Heidelberg und der Vollmacht!
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  #4  
Alt 04.01.2007, 10:15
Katrin72 Katrin72 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Hallo Conny,
lese seit nunmehr einem Jahr in diesem Forum und musste mich heute anmelden, um dir meine Erfahrungen mit der Uni in Leipzig mitzuteilen. Meine Freundin erkrankte im Oktober 05 und wurde erst von den Ärzten als Simulant abgestempelt und zur Arbeit geschickt. Im Dezember kam dann die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie lag dann mittlerweile schon seit 6 Wochen in der Uni. Bei ihr wurde dann auch der Stent gelegt und sie wurde entlassen und bekam dann ambulante Chemo. Und danach begann ihr Horrortrip. Da ja im letzten Jahr gestreikt wurde, wurden die Termine für die Chemo regelmäßig abgesagt. Dann wechselten pausenlos die Ärzte, da es nur noch Bereitschaftsdienste gab. Als der Stent zugewachsen war, hat man die Chemo erst einmal abgesetzt und wollte eine neue probieren, welche gerade in Amerika zugelassen wurde. Das dauerte dann 1,5 Monate bis endlich alle Voruntersuchungen abgeschlossen waren und zwischenzeitlich übernahm die AOK die Kosten nicht mehr. Gegen die Schmerzen bekam sie das Schmerzpflaster. Als dieses zu schwach wurde, bekam sie Paracetamol. Ich habe bis heute nie wieder gehört, das Paracetamol gegen Krebsschmerzen eingesetzt wird. Durch Zufall hat sie dann von einem Vertretungsarzt Morphium bekommen, wo sie dann wenigstens keine Schmerzen mehr hatte. Zwischenzeitlich lag sie dann wieder in der Uni Leipzig. Wobei weder Untersuchungen noch Pflege stattfand. Sie wurde weder gewaschen, noch zur Toilette begleitet oder ähnliches. Sie lag 2 Monate nur im Bett. Als sie es dann in der Uni nicht mehr ausgehalten hat, hat sie sich in das Hospiz verlegen lassen. Dort wurde sie zum ersten mal wieder als Mensch behandelt. Sie wurde nach 2 Monaten Uni geduscht und ihr wurden auch die Haare gewaschen. Sie hat sich über diese Kleinigkeiten total gefreut, da sich um diese menschlichen Bedürfnisse in der Uni keiner gekümmert hat. Auch wurden ihr endlich so viel Schmerzmittel gegeben, dass sie nicht mehr leiden musste. Dort wurde dann nach Ihren Wünschen Essen gekocht, so dass sie endlich wieder etwas essen konnte. Leider hat sie im Hospiz nur noch eine Woche verbracht und ist mit knapp 34 Jahren gestorben. Ich bin der Überzeugung, dass sie hätte nicht so leiden müssen, wenn man sie in der Uni in Leipzig richtig behandelt hätte. Für mich war es nur ein Trost, dass sie wenigsten in der letzten Woche noch einmal Freude empfunden hat und nicht mit Schmerzen sterben musste.

Für deinen Vater tut es mir unendlich leid, da ich weiß, wie es sich anfühlt, daneben zu stehen und das Gefühl zu haben, nicht helfen zu können. Also ich kann dir nur empfehlen, sobald du das Gefühl hast, dass er in der Uni nicht gut behandelt wird, ihn zu einem Wechsel zu drängen. Meine Freundin wollte nie aus Leipzig weg, da sie dort ihre Feunde und Eltern hatte. Heute denke ich, es wäre das einzig Richtige gewesen. Aber nun ist es zu spät.

Viele Grüße und ich drücke dir für deinen Paps ganz fest die Daumen

Katrin
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  #5  
Alt 04.01.2007, 16:54
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Conny44 Conny44 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Liebe Kathrin,
vielen Dank für deine Info. Das hört sich ja schrecklich an. Muss das erstmal verdauen. Tut mir ganz doll leid für deine Freundin. 34 Jahre, furchtbar. Da sagt man, dass dieser sch..... Krebs relativ selten vorkommt, und dann trifft es auch noch so junge Leute, welche gerade in der Blüte des Lebens stehen. Wenn man dann noch so unwürdig behandelt wird, wird es ja noch unerträglicher. Als ob das Ganze nicht schon schwer genug ist?!

Bis jetzt hat mein Paps zum Glück diese Erfahrungen nicht machen müssen, aber er ist momentan auch nicht mehr bettlägerig. Zwar sollte er bereits am 31.12.2006 entlassen werden, obwohl es ihm gar nicht gut ging, aber da hat er sich durchgesetzt, so dass er nur beurlaubt wurde und am 1.1.07, 8.00 Uhr, wieder zur Visite rein konnte. Schlussendlich ist er dann am 2.1.07 entlassen worden, es geht ihm momentan aber den Umständen entsprechend ganz "gut". Am 8.1.07 hat er dann Termin in der Onkologie der Uni Leipzig, wo ein Port eingepflanzt werden soll für die ambulante Chemo. Ob und unwieweit diese Chemo (Gemzar) anschlägt, kann man ja nicht vorhersagen.

Von den Schwestern fühlte er sich bisher sehr liebevoll behandelt. Aber er war bis dato ja in der Chirurgischen Klinik II. Das weitere wird ja in der Onkologie gemacht. Mal sehen, wie da so alles läuft. Sollten Chemos ausfallen wegen irgendwelchem Personalmangel oder Streiks, werde ich mich wehren.

Auch wenn deine Erfahrungen mit der Uni Leipzig sehr schlecht sind, danke ich dir für die Antwort. Ich hoffe, dass es bei uns nicht so läuft, aber ich werde es bei mir abspeichern.

Alles Liebe von Conny
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  #6  
Alt 06.01.2007, 19:55
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Conny44 Conny44 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen


Ich muss mich nochmal melden, hatte bisher nicht den Mut dazu, weil ich eigentlich schon weiß, dass es nicht gut aussieh mit meinem Paps. Habe mir von ihm den Entlassungsbericht geben lassen und versucht, diesen weitestgehend zu entschlüsseln.
Da steht:

Diagnosen:
- Pankreaskopfkarzinom mit Infiltration der V.mesenterica
- Lebermetastasen
- arterielle Hypertonie
- nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus Typ 2
- axiale Hiatushernie

Therapien:
- 20.12.06 explorative Laparotomie und PE li. Leberlappen

Histologie:
Infiltrate eines mäßig differenzierten Adenokarzinoms (G2) in einem Leberpunktionszylinder Segment 2.

Tumorklassifikation: Lokalisation: ICD-O-C-22, Typisierung: ICD-O-M-8140/6, Grading: G2

... und noch Text, was gemacht wurde.

Da geht nichts hervor, dass - wie behauptet - ein Stück Magen weggeschnitten wurde oder der Darm verlegt, sondern nur

... wobei ein auffälliger Rundherd im Segment 2 der Leber biopsiert wurde .......... und beendeten den Eingriff als explorative Laparotomie.

Seine anfänglichen Schmerzen wurden angeblich immer auf die Darmverlegung geschoben.
Ich verstehe überhaupt nichts mehr. Das ist alles zuviel für meine Nerven.

Zur Lokalisation konnte ich im Internet lesen: Adenokarzinom-Metastase o.n.A.

Bei der Typisierung habe ich herausgefunden: bösartige Neubildung der Leber und der intrahepatischen Gallengänge.
Außerdem muss wohl noch ein Einwachsen (Infiltration) in die Darmvene vorhanden sein.

Ich denke, jeder, der sich mit dem Sch....kerl auskennt, wird mir leider bestätigen müssen, dass es böse aussieht?! Und dass die Ärzte nicht weiter operiert haben, ist wohl auch verständlich, oder????? Gesagt wurde uns, er hätte die OP wohl nicht überlebt und selbst wenn, hätte es keinen Erfolg gebracht.

Kann mir jemand was dazu sagen?

Mein Paps ist übrigens sehr, sehr aggressiv. Keiner kommt momentan an ihn ran. Meine Ma hat es sehr schwer. Seine Hausärztin meint, er fühlt sich auf einem Pulverfass sitzend, was ja auch stimmt. Es ist seine Art, damit umzugehen.

Es ist kaum auszuhalten, zuzusehen und nichts machen zu können. Aber das kennt Ihr ja leider alle selbst.

Liebe Grüße an alle von Conny
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  #7  
Alt 06.01.2007, 20:10
Jörg46 Jörg46 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Hallo Conny

trauriges Willkommen von mir, leider hast Du mit Deiner Prognose leider recht, dieser Befund schließt z.Z. eine Op leider aus. Ein Pankreaskopfkarzinom mit Infiltration der oberen Darmversorgungsvene, hätte eventuel HH operieren können - aber leider sind da ja noch - die Lebermetastasen und dieses in Kombi macht im Moment noch niemand - Sorry.

Die gemachte Op würde ich genauso lesen wie Du, nur mit der Tumorklassifizierung kann ich nichts anfangen normalerweise ist TNM der Standard, hier ein Bsp.TNM-Klassifikation
T=Tumorgrösse N=Befall der Lymphknoten M=Metastasen
0-3 Ausdehnung (z.B T2 / N1 / M0 = mittelgrosser Tumor
mit befallenen regionalen Lymphknoten, keine Metastasen)
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  #8  
Alt 06.01.2007, 20:25
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Conny44 Conny44 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Vielen Dank Jörg.
Habe schon sehr viel von dir gelesen und bewundere dich und deine Kraft! Und dafür, dass du trotzdem anderen versuchst, zu helfen. Hut ab!

Warum nichts von TNM drin steht, verstehe ich auch nicht.
Aber das, was ich weiß, reicht mir schon.

Ich wünsche dir noch ganz viel Kraft bei deiner nächsten Chemo!

Liebe Grüße von Conny
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  #9  
Alt 07.01.2007, 18:33
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Conny44 Conny44 ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Hallo an alle,

waren heute bei meinen Eltern zu Hause. Meinem Paps geht es schlecht, aber mehr wegen seiner Psyche. Schmerzen hat er fast keine. Er ist so deprimiert, dass ihm alles sch... egal ist. Morgen wird der Port gelegt. Er meint, er will überhaupt nichts mehr wissen, Hauptsache, die helfen ihm. Jetzt sagt er: Hoffentlich wird es nach der Chemo besser. Ich glaube aber, danach geht es ihm erstmal noch schlechter, oder?

Ich weiß nun gar nicht mehr, was ich machen soll. Egal, was ich sage, er will es nicht hören. Auf die Frage, welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen, meint er, gar keine, er lässt alles auf sich zukommen.
Von einem Onkopsychologen habe ich gar nicht erst angefangen, denn ich kenne die Antwort: Die können mir auch nicht die Krankheit nehmen. Von sogenanngen "Seelenklempnern" wollte er noch nie etwas wissen.

Es ist so schwer, sich in ihn reinzuversetzen, d.h. man kann es gar nicht. Er meinte schon zu meiner Ma: Du tust ja so, als wäre ich totkrank!
(Ist ja schon fast witzig, aber tut sehr weh, wenn man die Prognosen kennt).

Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen?

LG Conny
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  #10  
Alt 07.01.2007, 18:59
ruthra ruthra ist offline
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Standard AW: BSDK inoperabel m. Lebermetastasen

Liebe Conny,

kann Dich sehr gut verstehen hatte selber mal einen eigenen Thread angefangen mit dem Thema "wie geht ihr mit der Wahrheit um" ich konnte und wollte einfach nicht akeptieren, dass meine Mutter die Wahrheit nicht wahrhaben wollte...inzwischen habe ich mich damit arrangiert und manchmal denke ich sogar, dass sie vielleicht wegen ihrer "naiven" Einstellung, trotz der anfänglichen Prognaosen mit "nicht länger als 5 Monate", nun schon fast ein ganzes Jahr lebt.....sie will es einfach nicht glauben und was sie nicht glaubt kann und darf auch nicht sein...... auch jetzt macht mir da eigentlich große PRobleme da ich gerne das weitere "Vorgehen" mit ihr besprechen wollte...sie wird nämlich sicher nciht mehr lange alleine zu Hause sein können....ich habe aber auch da beschlossen jezt eben solange zu warten bis es wirklich nötig ist über alles zu sprechen.... wenn vorher müßt ich ihr ja sagen...dass es statt besser, wie sie ja immer noch hofft alles eher noch schlechter wird.
Sowas wie psychoonkolologische Unterstützung, hält sie auch für Blödsinn...

Hoffe dass Du auch Deinen Weg findest mit dem Du klar kommen kannst im Umgang mit Deinem Vater.

Dir alles Liebe


Inez
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  #11  
Alt 07.01.2007, 19:20
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Conny44 Conny44 ist offline
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Hallo Inez,

vielen Dank für deine Worte. Ich vermute, dass ihm die Krankheit zwar bewusst ist, er aber eben damit - wie denn auch - überhaupt nicht umgehen kann. Wenn wir auf ihn einreden, machen wir es bestimmt noch schlimmer, da hast du Recht.
Ich muss halt gucken, wie es in den kommenden Tagen aussieht.

Dir und deiner Ma wünsche ich alles Gute, wenig Schmerzen und ganz viel Kraft. Das wünsche ich übrigens allen Betroffenen und Angehörigen hier!!!

Sch..... Boot, in dem wir hier sitzen!

LG Conny
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  #12  
Alt 09.01.2007, 16:57
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Hallo Ihr,
ich glaube, mein Paps hat sich aufgegeben. Gestern wurde der Port gesetzt, heute sollte Chemo beginnen. Seine Blutwerte waren aber so schlecht, dass das nicht ging. Mein Paps will nichts mehr essen, nur noch schlafen und kann sich kaum auf den Beinen halten. Der Arzt sagte, er solle im Krankenhaus bleiben, damit sie ihn ernähren können und damit nächste Woche mit der Chemo angefangen werden kann oder er solle sich zwingen, was zu essen. Aber im Krankenhaus will er nicht bleiben und essen auch nicht. Meine Ma weiß überhaupt nicht mehr was sie machen soll und ich auch nicht.

Einerseits soll man den Willen respektieren, andererseits zugucken, wie ein Mensch elend zugrunde geht??

Meine Ma ist jetzt bei der Hausärztin, mal sehen, was sie dabei rauskommt.

Es ist einfach alles nur schrecklich.

LG Conny
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  #13  
Alt 09.01.2007, 17:28
ruthra ruthra ist offline
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Liebe Conny,

ich kann mir gut vorstellen wie Dir zu Mute ist, aber dass Dein Pa sich "aufgegeben" hat, nur weil er nichts essen möchte,glaube ich nicht...meine Ma war bisher immer optimistisch und hat mich mit Ihrem Optimismus immer angesteckt, und trotzdem....sie ißt so gut wie nichts !!! in einem Jahr hat sie fast 30 kg abgenommen....das "keinen Appetit haben" ist leider ein ganz typisches "Symptom"..... also, laßt ihn im KH wieder aufpäppeln und laßt ihn erstmal schlafen und fangt nächste Woche mit der Chemo an.................

wünsche Euch alles Liebe und Gute

Inez
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  #14  
Alt 09.01.2007, 18:08
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Conny44 Conny44 ist offline
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Liebe Inez,
danke für deine Worte. Aber mein Paps ist nicht im Krankenhaus, weil er ja wieder nach Hause wollte. Sollte ja bloß zur Chemo dorthin. Er hat von dort Tropfen gegen die Übelkeit bekommen.

Meine Ma war ja bei der Hausärztin. Diese sagt auch, dass er essen muss. Er hat ja gar nichts mehr zu sich genommen. (Er hat übrigens seit November 20 kg abgenommen). Na ja, dann meinte sie weiter, dass sie ihn, sollte er weiter abbauen und sich gar keine Mühe geben, wenigstens kleine Sachen zu essen und zu trinken, leider zwangseinweisen müsste, damit er Nahrung bekommt. Gleichzeitig meinte sie, dass sie das zwar gar nicht darf, aber man könnte es ihm ja mal erzählen. Ist vielleicht nicht die feine Art, aber es hat geholfen!!!!! (Man Paps war schon immer sehr eigenwillig und stur). Jedenfalls hat er vorhin eine kleine warme Mahlzeit zu sich genommen, und die Tropfen helfen auch!!!
Irgend wie müssen wir ihn ja aus seinem Tief holen. So, jetzt hoffen wir, dass er wieder etwas zu Kräften kommt und nächste Woche endlich die Chemo beginnen kann. Die Zeit läuft ....

Liebe Grüße und alles Gute für dich und deine Ma und an alle anderen von

Conny
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  #15  
Alt 10.01.2007, 19:06
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Hallo Ihr,

nun ist mein Paps doch wieder im KH. Haben ihn heute morgen 6.00 Uhr mit Blaulicht in die Notaufnahme gefahren. Er hatte plötzlich starken Schüttelfrost, Fieber, konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und der Bauch war hart wie Stein. Nach ewigen Untersuchungen wurde festgestellt, dass er eine Gallengangsentzündung hätte. Er erhielt einen Einlauf (wieso eigentlich bei Gallengangsentzündung?), hängt am Tropf und bekommt Antibiotika. Also wieder nichts mit Chemo, weil wohl Antibiotika und Chemo nicht zusammen gehen würden.

Wie hier schon alle fast ausnahmslos berichten. Es ist ein ewiges Auf und Ab. Ich glaub, ich muss auch mal zum Arzt, mir irgendwas verschreiben lassen, bin fast an dem Punkt angekommen, wo auch bei mir jegliche Kraft versagt. Gehe voll arbeiten, wo ich mich immer weniger konzentrieren kann, mein Kreislauf spielt verrückt, Schlafen kann ich kaum, soll meine Ma aufbauen, habe selbst Familie, Haushalt und und und .... Krank schreiben möchte ich mich ja auch nicht lassen, weil man ja Angst um den Arbeitsplatz haben muss, und ich weiß ja nicht, was noch kommt, obs mich nicht irgendwann ohnehin umhaut.

Dieses Forum gibt mir zwar auch Kraft, aber das Leid, was jeder einzelne erlebt, tut zusätzlich weh. Nur gut, dass es manchmal auch gute Botschaften gibt.

Viel Kraft an alle!

LG Conny
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