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  #1  
Alt 27.01.2007, 22:12
Ulla Krefeld Ulla Krefeld ist offline
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Standard Glück im Unglück

Hallo Ihr Lieben, will mich hier auch kurz vorstellen und vielleicht dem einen oder anderen ein bisschen Zuversicht vermitteln.
Im September l.J. bekam ich furchtbare Schulterschmerzen. Da ich aber sehr viele Stunden arbeiten musste und keine Vertretung hatte, nahm ich Medikamente. Nach 3 Wochen entdeckte ich unterhalb des Busens ziemlich viele blaue Flecken, erzählte das einer Freundin, die meinte, ich solle doch mal weisse BH`s anziehen, anstatt alles in Schwarz. (Hihi) Zu den blauen Flecken wurde mein Gesicht immer geschwollener. Nach Durchlesen der Medikamentenbeschreibung, war mir schnell klar, dass ich diese so schnell wie möglich absetzen musste, und tat das auch. Die Schmerzen waren unerträglich, ging also zu meiner Hausärztin. Nach gründlicher Untersuchung wurde nichts festgestellt. Mittlerweile bekam ich Mittel gegen Allergien. Ich fühlte mich von Tag zu Tag unwohler, mein Hals schwoll fast auf das Doppelte an, mein Herz raste und ich bekam nach körperlicher Anstrengung kaum noch Luft. Aber - ich war ja gesund. Insgesamt litt ich fast sechs Wochen unter diesem Zustand und entschloss mich dann am 1.10.2006 in die Notaufnahme des hiesigen Krankenhauses zu fahren. Gesagt - getan. Wieder EKG i.O. Ich kam mir schon wie eine Simulantin vor, bekam aber ein Zimmer zugewiesen und da sass ich nun bis zum nächsten Morgen mit Abendessen, Frühstück, etc. Gegen Mittag kommt eine sehr junge Ärztin herein, fragt nach meinem Namen und sagt: Tja, wir haben bei der Notaufnahme eine Aufnahme von Brust und Rücken gemacht und dabei festgestellt, dass sich über ihrem Herzen eine sehr grosse Geschwulst befindet, die auch für die Stauungen und Venenzeichnungen verantwortlich sein kann, sie gehen jetzt sofort ins CT und wenn der Bauchraum auch voll ist, tut es mir sehr leid, sehen wir für Sie keine Chance mehr! ------------DA HAST DU DEINEN KREBS ----------------------
Nachdem ich dann gehorsam das erste CT meines Lebens erduldete und die Unterlagen dieser jungen Ärztin abgeben wollte, meinte sie, das sei Sache des Oberarztes, Aha, also nur er darf mein Todesurteil aussprechen, soso. Aber Glück gehabt, Bauchraum war frei und somit lohnte ja doch noch die Überweisung in die Onkologische Klinik. Das war meine Rettung.
Nach allen wichtigen Untersuchungen versuchte man direkt, mich von meinem Monsteraussehen zu befreien und mir, weil die Geschwulst auf die grosse Vene drückte, einen Stent zu setzen. Das wurde unter einem kleinen CT gemacht. Der Professor meinte, das grösste Problem sei, diesen Stent über das Herz und die Geschwulst zu bekommen. Hat geklappt, aber es wurde hierbei festgestellt, dass mein kompletter rechter Arm nicht mehr durchblutet war. (Höchste Embolie-Gefahr) Es ging dann untersuchungstechnisch weiter, Herz-Echo, Skelett-CT und letztendlich die Gewebeprobeentnahme. Dafür muss man unterschreiben, weil doch einiges passieren kann. Ich sage, Herr Professor, ich bin sehr Gottes gläubig, sollte ich schon hierbei das Zeitliche segnen, lassen sie mich da, wo ich bin, denn der liebe Gott will mir dann einen langen, mühsamen Weg ersparen. Die Antwort des Professors war der Hit.
Pass mal auf Mädchen, ich glaube auch an Gott, aber ich glaube auch daran, dass du mit 52 Jahren zu jung zum Sterben bist. Das war meine psychische Rettung. Ab sofort vertraute ich dem kompletten Ärzteteam und habe eine so wunderbare Behandlung erfahren. Das Zimmer war bildschön, mit eigenem grossen Badezimmer, orangefarbenen Gardinen und Wänden. Neben mir lag Christine, eine süsse alte Dame aus Herongen. Wie wunderbar, Christine kannte alle meine Kindergebete, und wir zwei beteten lauthals und freuten uns wie kleine Kinder. Ich hoffe, es geht ihr gut.

Nun gut, am dritten Tag war das Resultat der Biopsie da. Nicht sehr erfreulich, kleinzelliges Bronchialkarzinom, sehr bösartig. Die richtige Chemotherapie wurde ausgesucht und ab in meine Venen. Wie gern nahm ich diese mit herrlich roter Farbe versehenen Chemoflüssigkeit. Danke, lieber Gott, dass es Chemo gibt, sonst wäre ich mausetot. Durch die Stauung schwoll mein Oberkörper fast bist zum Platzen an. Nachmittags kam eine Schwester und wollte noch 2 Beutel Kochsalzlösung herein bringen. Ich sage, Mädel, für wen soll die denn sein, ja für sie sagt sie. Ich sage, hau ab, ich sehe ja schon aus wie ein Marche Mellow und fliege gleich aus dem Fenster von dannen. Ich sah so schlimm aus, man hätte mir sicher gern einen Job auf der Geisterbahn angeboten. Aber nicht mehr lange, denn die Chemo hat sofort gegriffen und das Gewerbewasser sackte runter zum Busen (wäre die beste Konkurrentin für Pamela Anderson) , dann in den Bauch und nach weiteren zwei Stunden verlor ich 6 kg Gewebewasser. Ich war wieder ein Mensch. Hurra

Der Krankenhausaufenthalt tat mir körperlich sehr gut. Alle Familienmitglieder, Freunde und Bekannte kamen ab sofort in Scharen. Da ich vorher immer sehr viel gearbeitet habe, hatte ich nun endlich mal Zeit. Viele weinten bei meinem jämmerlichen Anblick, so dass ich sie trösten musste. Keine Angst sag ich, so schnell stirbt man nicht. Das einzige, was mich sehr traurig machte, war die Tatsache, dass mein hübscher Sohn mich noch nicht zur Omi gemacht hat. Sobald eine Freundin von diesem Thema anfängt, ist er auf und davon.

Kurz darauf wurde ich nach Hause entlassen. Während des Krankenhausaufenthaltes haben sich gleich mehrere Freundinnen um meine Tiere gekümmert, alles geputzt und gewaschen. Ich war soooo froh, dass ich meine Tiere und mein zu Hause wiedersehen durfte. Ich glaube, dass war mit einer meiner glücklichsten Tage in meinem Leben. Mir blieb keine Zeit über meine Krankheit nachzudenken, weil man sich die Türklinke in die Hand gab. Ich habe so wunderbare Menschen um mich herum, für die ich jeden Tag dem lieben Gott danke.

Nächste Woche erhalte ich die letzte von sechs Chemotherapien. Nach dem
dritten Zyklus wurde ein CT gemacht. Die Geschwulst ist von 6,2 x 5 cm auf nicht mehr sichtbare 1 cm zurückgegangen, keine Metastasen, auch nicht im Skelett. DANKE GOTT - und DANKE ONKOLOGIE. Danach soll drei Wochen lang u.a. das Gehirn sowie der Tumor (der ja wohl jetzt ganz weg ist) prophylaktisch bestrahlt werden. O.k. Ich mach doch alles mit.
Die Aussage eines ansässigen Onkologen, bei dem ich lediglich eine Überweisung für die Ambulanz Onkologie holen musste, hat mich fast meinen Frohsinn gekostet. Ja, sagt er, sind sie mal nicht so euphorisch, denn ihr Krebs ist sehr bösartig und kann jederzeit wiederkommen. Ich sage, darf ich denn erstmal wenigstens so ein bisschen gesund werden, und wenn es soweit ist, komme ich damit auch noch klar. Denn einen Vorteil habe ich dann Ihnen gegenüber. Ich kann meine Beerdigung planen und alles vorbereiten, wenn ich den letzten Weg gehe und Sie, Sie wissen nicht, wann es Sie treffen wird.
Er schaute mich an, als sei ich von einem anderen Stern.

Warum ich so viel schrieb, ja ich möchte Euch sagen: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Habt Vertrauen. Habt keine Angst. Wir müssen durch diese finstere Tal, um die richtige Sonne zu erkennen. Ich möchte diese harte Prüfung bestehen, denn ich weiss, Gott liebt mich und will mein Heil

Alles Liebe Euch allen und Gottes Segen

Eure Ulla Krefeld
  #2  
Alt 27.01.2007, 22:21
Benutzerbild von Nicky81
Nicky81 Nicky81 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Danke,

für deinen schönen Beitrag er hört sich sehr Optimistich an. Das brauch man mal wenn man schoneine ganze Zeit mit der Scheiss Krankheit zu tun hat.
Ich wünsche dir weiterhin soviel Kraft.

Liebe Grüße Nicole
  #3  
Alt 27.01.2007, 23:11
Benutzerbild von kamelle
kamelle kamelle ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Hi Ulla,

alles Gute und auch weiter die Gnade Unseres HERRN und seinen Frieden für Dich. SEIN Wille wird geschehen, wenn ER die Schulmedizin einsetzen möchte dann tut ER das. Wenn ER Wunder vollbringen möchte dann tut ER das auch. Wir werden die Wege GOTTES nicht immer verstehen, aber wir können uns darauf verlassen das wir nie tiefer als in SEINE Hand fallen werden.

LG Kamelle
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Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben
  #4  
Alt 28.01.2007, 11:29
Angelmarie Angelmarie ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Hallo Ulla,es ist richtig das du trotz allen den positiv denkst.
Eine Frage habe ich an dich,lags du zufällig im Klinikum Krefeld?
Da ich selber diese Krankheit habe .jetzt seit Januar beim Schichtröntgen
nichts mehr zu sehen und im Klinikum Krefeld war.
Gruß Angelmarie
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  #5  
Alt 28.01.2007, 13:40
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destiny68 destiny68 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Liebe Ulla,

schön, dass Du uns an diesen positiven Ereignissen teilhaben lässt. Es tut wirklich gut, das zu lesen.

Wünsche Dir weiterhin so gute Ergebnisse!

Lieben Gruß
Helga
  #6  
Alt 28.01.2007, 13:46
ulla46 ulla46 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Liebe Ulla,
ja ja die Ärzte... Manche begreifen immer noch nicht, wie wichtig die Psyche ist. Ich freue mich riesig mit dir. Dein Humor ist spitze!!! Damit verjagst du jeden Miesepeter aus deinem Umfeld. Das hilft zum Gesundwerden und dein Glaube natürlich auch!
LG Ulla
__________________
SPK 2005, ED T4, Nx, Mx, G2. Chemo und anschl. Chemoradiatio bis Ende 2005. Seitdem ohne Befund.
www.mein-krebs.de
  #7  
Alt 28.01.2007, 16:15
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Tanni2006 Tanni2006 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Hallo Ulla,
danke das habe ich mal als Angehörige gebraucht!
Alles, alles Gute weiterhin

LG Tanja
  #8  
Alt 31.01.2007, 11:48
Tiffy05 Tiffy05 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück


Liebe Ulla,

ich Bewundere deine Art wie Du mit deiner Diagnose Umgehst.Wenn alle so Denken würden,wäre mancher Mensch mit mehr Mut dabei.
Hoffe Du hast die Kraft alles gut Durch zu stehen.
Alles Glück der Welt.


Lieben gruß
Tiffy
  #9  
Alt 01.02.2007, 20:13
Ulla Krefeld Ulla Krefeld ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Hallo Ihr Lieben,

finde ich ja klasse, Eure Ermutigung zu diesem Thema. Vielen Dank für Eure nette Post. Heute stelle ich mit Erstaunen fest, dass meine Haare wieder anfangen zu wachsen. Hoffentlich bekomme ich glatte Haare. Mein Leben lang musste ich mich mit dicken Locken herum schlagen. Als ich die erste Chemo bekam, meinte die Ärztin, dass sie sehr stark sei und mir die Haare auf jeden Fall ausgingen. Ne, sag ich, nur wenn sie in einem warmen Rotton und ganz glatt nachwachsen, sonst behalte ich die alten.... hihi ´Genau drei Wochen später ringelte ich eine Locke um meine Finger und raus waren sie. Schock.... Habe gleich ein nettes Bändchen um diese Locke gemacht. Zur Erinnerung. Aber das verstehe ich nicht, weil ich doch morgen die letzte von 6 Chemos bekomme. Wachsen die Haare denn nicht erst nach der letzten Therapie? aber gut, so wichtig ist das nicht. Ich wünsche uns allen von ganzem Herzen, dass wir gesund werden.

An Rockshaver - schreibe Dir eine private Nachricht

Allen einen schönen Abend und liebe Grüsse von

Ulla
  #10  
Alt 01.02.2007, 20:41
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Tanni2006 Tanni2006 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Ich wollte nochmal danke sagen für deinen Beitrag, er hat ich würde fast sagen mein Leben etwas verändert, ich habe wieder und Mut und Hoffnung, dass es bei meiner Mama vielleicht auch schrumpft und besser wird.
Vielen Dank dafür und weiterhin alles Gute.
LG aus der Nachbarstadt Moers, Tanja
  #11  
Alt 03.02.2007, 14:32
ulla46 ulla46 ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Liebe Ulla,
ich glaube, jeder der so ein Tief mal mitgemacht hat, schickt dir jetzt ein Riesenkraftpaket! Kannst du wenigstens trinken, damit das Gift schnell rauskommt? Manchmal klappt ja sogar das Trinken nicht mehr und dann gibt es nur eins: ab in die Klinik. Sonst konzentriert sich das Gift im Körper unkontrolliert.
Fall du Ingwer magst, dann versuche Ingwerwasser zu trinken (3 dickere Scheiben der Wurzel mit kochendem Wasser übergießen und dann über den Tag verteilt trinken.
Nimmst du Selen? Das verringert die Nebenwirkungen aber nicht die Wirkung der Chemo. Ich habe das auch erst genommen, als ich einige Abstürze hinter mir hatte und ab da war alles ok! Ich habe Cefasel 100 Stix genommen, das ist ein Granulat, das man in den Mund nimmt und das sich dort auflöst und schnell aufgenommen wird.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass der Zustand schnell vorbei geht.
LG Ulla
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  #12  
Alt 04.02.2007, 09:29
Ulla Krefeld Ulla Krefeld ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Liebe Ulla,

vielen lieben Dank für Deinen Zuspruch. Mit der Ingwer-Wurzel hast Du genau ins Schwarze getroffen. Ingwer war das Lieblingsgewürz meiner bereits vor 8 Jahren verstorbenen Mutter. Sie liebte Ingwer, auch als Süssigkeit. Sie konnte immer gewiss sein, dass wir Kinder (vier an der Zahl) da auf jeden Fall die Finger von liessen.

Eine Freundin von mir, der es finanziell super gut geht, macht sich jeden Morgen zum Frühstück einen Ingwer-Apfel, danach ihre Gymnastik und geht dann in ihr 15 m2 grosses Badezimmer, duscht und "salbt" ihren gepflegten Körper ein. Da sie zeitweise unter Depressionen leidet und ich sie daraus holen kann, machte ich mir über sie so meine Gedanken. Mein Gott denke ich, wie gut geht es ihr und sie kühmt / auf gut Deutsch gesagt immer noch. Kurz danach erzählte ich ihr, dass ich sie morgens mit dem Ingwer-Apfel sehe, ihre Gymnastik machend und sage zu ihr, Danke doch für Dein schönes Leben, ich werde morgens wach und weiss nie, wie lange es noch dauert. Das hat gesessen. Seit dem gehts ihr gut. Die Depression hat sich gelegt. Das zu Ingwer.

Heute geht es mir schon viel besser. Habe gestern noch Pfefferminztee getrunken, der blieb drin. Um Selen werde ich mich d.W. kümmern. Danke für den Hinweis. Heute mittag hätte ich ganz lieben Besuch bekommen. Gerade ruft mich dieser Freund hat und meint, sie könnten nicht kommen, da seine Frau eine starke Erkältung bekommen hat. Schade, schade. Aber besser ist es, man kann ja schlecht mit Mundschutz im Lokal sitzen, denn wir wollten hier in Uerdingen zum Jugoslawen essen gehen. Bin froh, wenn mein Immunsystem wieder in Ordnung kommt. Die Blutwerte sind doch ziemlich im Keller durch die Chemotherapien. Aber das habe ich ja nun überstanden.

Ich wünsche Dir und allen anderen noch einen wunderschönen Sonntag.

Liebe Grüsse Ulla
  #13  
Alt 06.02.2007, 21:30
Ulla Krefeld Ulla Krefeld ist offline
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Standard AW: Glück im Unglück

Hallo Ihr Lieben,

ist ja unbeschreiblich, wie schnell man mich heutzutage glücklich machen kann. Habe Euch ja erzählt, dass meine Heizung - auch noch genau am Chemotag - kaputt ging. Der Monteur meinte ja, er hätte nun Wochenende und die Reparatur würde zu lange dauern. Das war Freitag mittag 12.oo Uhr.
Ich solle doch Montag morgen im Büro anrufen wegen eines erneuten Termins. Habe ich gemacht und was sagt die nette Dame: frühestens Freitag 11 Uhr. Normalerweise nutze ich meine Krankheit nicht aus. Habe ihr aber gesagt, wenn ich dann die Türe nicht mehr aufmachen kann und sie meinen Namen mit schwarzem Rahmen in der Zeitung sieht, ihre Firma sich den Schuh anziehen darf. Ich sei krebskrank, bekomme Chemo und dadurch ist das Immunsystem derart geschwächt, dass ich mir keine Lungenentzündung leisten kann. Ja, tut mir leid, aber es geht nicht anders, meinte sie. Habe mich bedankt, aufgelegt und meinen Vermieter informiert. Heute morgen wurde eine niegelnagelneue Heizung eingebaut. Ihr glaubt nicht, wie schnell ich nach 5 Tagen ohne Heizung und warmen Wasser in der heissen Badewanne war. Dieser Glücksmoment - kaum zu fassen,

Heute mittag erhielt ich von der Onkologie schon die weiteren Termine für ein erneutes CT, für die anschliessende Besprechung, für die Maskenanfertigung der Strahlenabteilung. Ich bin echt sprachlos, wie toll dort alles funktioniert. Das ist eine Klinik, die wirklich noch Hand in Hand arbeitet.
Habe aber noch 14 Tage Zeit, aber irgendwie freue ich mich drauf, denn dann
bin ich wieder einen ganzen Schritt weiter. Ich hoffe nämlich, dass ich bald wieder wenigstens für ein paar Stunden arbeiten darf. Was denkt ihr, wäre es ratsam, doch noch eine Reha zu beantragen. Kann jemand aus Erfahrung sagen, ob man evtl. auch nach Borkum kommen kann. Das wäre schön, weil ich dort schon einmal meinen Urlaub verbracht habe.

Euch allen noch einen schönen Abend

seid lieb gegrüsst

Ulla
  #14  
Alt 13.02.2007, 23:29
Ulla Krefeld Ulla Krefeld ist offline
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Durch Nacht zum Licht

Nur Geduld, der Wermutwein stärkt gar oft die Kranken,
lass das Kreuz nur Bitter sein, Gott setzt ihm ja die Schranken.

Wenn Dich Jesu Linke schlägt, trags mit frohem Willen,
weil die Rechte sich schon regt, Deine Not zu stillen!

Nur Geduld wenn Deine Saat tränend wird gesät,
Gott Dein Vater weiss schon Rat, dass sie wohl aufgehet.

Ja, Du wirst zur Erntezeit Freudengarben binden,
und damit wird Dein tiefstes Leid, augenblicks verschwinden.


Diesen Vers habe ich vor vielen Jahren abgeschrieben und ihn erst während meiner Erkrankung wieder gefunden.


Ich hoffe, dass unser aller Leid schnell verschwinden mag!!

Ulla
  #15  
Alt 16.02.2007, 17:14
Ulla Krefeld Ulla Krefeld ist offline
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Hallo Ihr Lieben,

ich möchte Euch gerne eine reizende Geschichte aufschreiben, die ich in einem Buch von Peter Michel gelesen habe.

DIE FRAU IN WEISS

Die nachfolgende Geschichte, die einen der dramatischsten Eingriffe der Engelwelt überhaupt schildert, wurde von Hope Mac Donald in ihrem Buch
"Engel in Aktion" überliefert. Sie schildert noch einmal in bewegender Form, dass dem Wirken der Engel keine Grenzen gesetzt sind und ihr Wirken auch das Wort "Wunder" in vielen Fällen verdienen würde.

Eine junge Mutter war eines Vormittags mit Hausarbeiten in der Küche beschäftigt. Da es einer der ersten schönen Frühlingstage war, hatte sie ihre kleine Tochter allein in den Garten gehen lassen, um sich an der Schönheit der im Aufblühen begriffenen Natur zu erfreuen. Der Garten war abgeschlossen, so dass keine Gefahr für die Kleine bestand. Als sie jedoch - aus routinemässiger Kontrolle - aus dem Fenster sah, bemerkte sie, dass jemand die Gartenpforte geöffnet und nicht wieder verschlossen hatte. Das kleine Mädchen hatte die Gelegenheit genutzt, um zu einer Erkundung der näheren Umgebung aufzubrechen. So war sie die kleine Gartenböschung hinunter gekrabbelt und sass jetzt auf den Eisenbahnschienen, die unmittelbar am Haus entlang verliefen.

Dieser Anblick war schon Schrecken genug, doch Sekundenbruchteile später blieb der Mutter nahezu das Herz stehen, als sie sah, wie ein Zug um die Kurve vor dem Haus bog, dessen Lokführer die Kleine wohl gerade erspäht haben musste, denn übergangslos begann die Lokomotive abzubremsen und laute Warnsignale von sich zu geben.

Die Mutter liess alles liegen und stehen und raste laut schreiend und den Namen ihrer Tochter rufend aus dem Haus, doch es konnte eigentlich keinen Zweifel geben, dass sie zu spät kommen müsste. Als sie die gegenüberliegende Seite der Schienen erreicht hatte, erblickte sie eine leuchtende Gestalt, ganz in Weiss gekleidet, die Lisa von den Schienen hob, während der Zug an der Stelle vorbei donnerte, an der die Kleine gerade noch unschuldig gespielt hatte. Während der Zug über die Gleise ratterte, hielt das herrliche Wesen behütend einen Arm um die Kleine. Zusammen schienen sie den Zug zu betrachten, der sich langsam entfernte.
Als die erschütterte Mutter jedoch an der Seite ihrer Tochter ankam, stand sie wieder alleine neben dem Eisenbahngleis!

Ich hoffe, Euch hat diese nette Geschichte auch gefallen.

Bis dahin

Ulla

Geändert von Ulla Krefeld (17.02.2007 um 01:50 Uhr)
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