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  #1  
Alt 29.07.2007, 12:40
andrea11 andrea11 ist offline
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Beitrag ...ein Alptraum BSDK

Hallo zusammen,

gestern habe ich den Link des Krebs-Forums gefunden. Die vielen Schicksale hier machen mich sehr traurig, gleichzeitig habe ich absolute Hochachtung von den Mut Betroffener. Ich suche Hilfe, da ich das Gefühl habe, mit der Situation nicht klar zu kommen.
Bis vor 2 Wochen habe ich mir absolut keine Gedanken über BSDK gemacht. Vor ca. 3 Wochen ist mein Daddy ins Krankenhaus (Vivantes Neukölln in Berlin) gekommen, weil er ganz gelb war. Ein paar Tage zuvor war er noch bei seinem HA wegen seiner gelben Farbe, doch der hat ihn nach allgemeiner Untersuchung ohne Ergebnis nach Hause geschickt. Im KH stellten die Ärzte fest, dass der Gallengang umgeknickt ist. Sie haben dann dafür gesorgt, dass der Knick wieder beseitigt wird (sorry für etwas naive Schreibweise, ich bin keine Ärztin und völlig unbewandert bei diesem Thema). Nach ein paar Tagen ging es ihm wieder gut, er bekam wieder eine völlig normale Hautfarbe und auch sonst gings ihm prächtig.
Wegen Verdachts auf einen Tumor in der BSD wurde Freitags ein CT gemacht (dies konnte mein Daddy während der Wartezeit vor dem CT aufgrund der Unterlagen entnehmen, die man ihm mitgegeben hat). Wir hatten nun das gesamte WE Zeit, uns Gedanken zu machen. Meine Mutter hat sich völlig verrückt gemacht. Schwierig war in der ungewissen Situation, meinem Daddy nicht den traurigen Verlauf dieses Krebses zu erzählen. Wir haben uns zusammen gerissen und über völlig normale Themen gesprochen (in der Hoffnung, dass es falscher Alarm ist und einfach nur eine präventive Untersuchung gemacht worden ist).
Montags drauf, war es unmöglich einen Arzt zu erreichen, der uns das Ergebnis der CT mitteilen konnte. Leider bin ich persönlich beruflich sehr eingespannt und konnte tagsüber nicht ins KH (noch eine Nacht ohne Schlaf). Meine Mutter hat sich dann Dienstags vormittag einen Termin geben lassen. Die Gewissheit war nun da, auf dem CT erkennbar.
Am Freitag ist mein Daddy dann auf die Chirurgie verlegt worden, um am Montag per Whipple operiert zu werden. Am Samstag mittag ist die Oberärztin zu meinem Vater bekommen (ich war gerade zufällig da), um ihn auf die Risiken der OP hinzuweisen und den Verlauf der OP zu erklären. Sie teilte uns ebenfalls mit, dass, wenn sie ihn nach 1 Std. wieder zumachen, der Krebs schon zu sehr gestreut hat, was auf dem CT allerdings nicht zu erkennen ist. Mein Vater bat die Ärztin in dem Gespräch, wenn es aufgrund der Narkose zu einem Herzstillstand kommt (er hat Herzprobleme), keine lebenserhaltenden Maßnahmen zu ergreifen, da er kein Pflegefall werden möchte. Mich traf diese Nachricht wie eine volle Wucht, da ich bis dato zwar per Internet mich ein wenig über BSDK informiert habe, aber die Folgen und Konsequenzen für meinen Daddy nicht wahr haben wollte. Die Ärztin hat ihm zum Glück passendes dazu erzählt.
Das WE war schrecklich, da mein Vater sich gesundheitlich absolut gut gefühlt hat, wollte er nach Hause. Er war der Meinung, einfach das Thema fallen zu lassen und weiter zu leben, um dann zu schauen, was auf ihn zukommt. Ihn zu überzeugen, dass wir noch Glück haben, wenn die Ärzte eine Whipple-OP vor haben und ihn optimistisch zu stimmen, ging schon sehr an unsere Kräfte. Am Sonntag bekam er nichts mehr zu essen und durfte mehrere Liter dieser Flüssigkeit zu sich nehmen, damit im Innern alles gesäubert wird.
Letzten Montag sollte er dann gleich am Morgen operiert werden. Dies verzögerte sich bis Mittags, da es einige Notfälle gab. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sich mein Vater gefühlt hat, als er auf seine OP gewartet hat. Meine Mutter hat dann regelmäßig im KH angerufen, die erste Beruhigung war, dass sie ihn nach 1 Std. weiter operiert haben. Nach einer ca. 6 h OP ist er dann gegen 17:30 Uhr in die Intensivstation gekommen. Wir durften ihn dann auch besuchen. Als ich meinen Vater dort habe liegen sehen, mit all diesen Apparaten, Schläuchen und Beuteln, nicht ansprechbar und irgendwie so klein in diesem Bett, brach alle Anspannung aus mir heraus und mein Kreislauf machte schlapp. Die Schwestern und Pfleger waren einfach nur klasse. Mir war diese Situation total unangenehm, mein Vater liegt dort, ich wollte stark sein, auch meiner Mutter ggü., die jetzt auch jede Stärke benötigt und kippe einfach um. Im Nachhinein war es vielleicht ganz gut, dass meine Mutter an diesem Abend abgelenkt wurde.
Am Dienstag hatte meine Mutter dann ein Gespräch mit dem Chrirurgen. Er hat sich viel Zeit genommen und sie darauf vorbereitet, dass die nächsten Wochen und Monate sehr schwierig für uns werden. Der Tumor ist bösartig und sie konnten nicht alles entfernen. Die Lebenserwartung sieht er als nicht allzu groß an, aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung. Nun warten wir auf die Ergebnisse der Untersuchungen.
Mein Daddy ist inzwischen wieder ganz gut drauf. Er hat zwar Fieber und Wasser in der Lunge, das wird aber jeden Tag geröntgt und mit weiteren Medikamenten behandelt. Ab und an kommt er schon aus seinem Bett und darf auf einen Stuhl sitzen. Er darf auch schon ein wenig Wasser trinken, obwohl es hieß, dass er nach der OP 5 Tage lang keine feste Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen darf. Ihm haben die Ärzte erzählt, dass der Tumor bösartig war und sie alles entfernen konnten, damit er optimistisch ist und an seiner Genesung mitwirkt. Ich weiß, dass das sicherlich der richtige Weg ist, nur für meine Mutter und mich bedeutet es auch während der Besuchszeit sich ganz normal zu verhalten und unsere Kraft auf ihn zu übertragen.
Meine Mutter macht mir große Sorgen, sie will nichts mehr wissen, auch nicht, was die Untersuchungen ergeben haben. Sie geht jeden Tag ins KH, wie ein Uhrwerk und steht völlig neben sich. Nun habe ich mir die Rufnummer des Chrirurgen geben lassen, damit ich morgen einen Termin ausmachen kann. Ich möchte stark sein für Beide und unterstützen, das bedeutet für mich auch, dass ich wissen muss, was noch auf uns zukommen kann, da ich momentan keine Vorstellungen habe.
Inzwischen kenne ich fast alle Internet-Seiten und bin richtig froh, diese Seite gefunden zu haben. Sie hilft mir zu sehen, dass ich nicht allein bin mit meinen Gedanken und Ängsten. Danke dafür!!! Die ganze Zeit hält mich aufrecht, dass eine OP bei diesem Krebs noch die beste Heilungschance ist.

Nun habe ich sehr viel geschrieben, merke auch, dass es mir unheimlich gut tut, mal alles von der Seele zu schreiben. Gleich werde ich wieder zum Krankenhaus fahren.

Liebe Grüße an alle
Andrea
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  #2  
Alt 29.07.2007, 14:06
Kölner Leser Kölner Leser ist offline
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Standard AW: ...ein Alptraum BSDK

Hallo Andrea,

reagiere jetzt bitte nicht geschockt, aber wenn Du einen Ratschlag hören möchtest: Versuche alle Unterlagen - Aufnahmen vor der OP und vor allem den aktuellen OP-Bericht - zu erhalten und schicke diese an Heidelberg (Prof. Büchler) und Hamburg (Prof. Izbicki). Die genauen Anschriften findest Du hier bei Suche im Forum. Das geht per Post, CT auf CD brennen. OP-Bericht den vorläufigen.

Bei beiden einfach nur fragen, ob sie dort nachresektieren können. Beide werden sich umgehend bei Dir melden.

Du kannst das alles regeln, ohne Deine Eltern involvieren zu müssen oder die behandelnden Ärzte vor den Kopf zu stossen. Erst wenn Heidelberg oder Hamburg zusagen sollten, kannst Du das ja weitergeben und dann weiterschauen.

Sicherlich kommt Dir Situation dafür jetzt ziemlich abstrus vor. Mach es trotzdem, es ist nur eine Briefmarke und etwas Zeit. Wenn Du Dich mehr mit der Krankheit beschäftigst, siehst Du die Zusammenhänge.

viel Erfolg, KL
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  #3  
Alt 29.07.2007, 19:25
andrea11 andrea11 ist offline
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Beitrag AW: ...ein Alptraum BSDK

Hallo zusammen,

komme gerade aus dem KH zurück. Der Besuch war sehr kurz. Im Gegensatz zu den letzten Tagen liegt mein Daddy heute apathisch in seinem Bett und nahm meine Mutter und mich kaum wahr. Nach Rückfrage bei der Schwester (die ausgesprochen nett ist und Optimismus ausstrahlt), ob sie mir etwas zu seinem Zustand sagen kann: morgens hat er über große Schmerzen geklagt und es kam wohl sehr viel Sekret aus seiner Wunde. Bei der Behandlung rutschte noch ruckartig eine Menge Flüssigkeit in eine der vielen Beutel. Danach soll es ihm besser gegangen sein. Er hat sogar mit meiner Mutter telefoniert, die ihm den elektr. Rasierer mitbringen sollte, um sich dann rasieren zu können. Seitdem schläft er oder rührt sich kaum, hat Schüttelfrost und hustet viel. Die Anzeige zeigte allerdings nur 38,2° Fieber an. Nun mache ich mir noch mehr Sorgen. Meine Mutter saß wie ein Häufchen Elend auf dem Stuhl. Ich habe sie dann ins Auto gepackt und nach Hause gefahren. Diese Hilflosigkeit ggü. dem Leid macht mir zu schaffen, daher

@KL: herzlichen Dank für Deinen Tipp und Aufzeigen eines Weges, das werde ich auf jeden Fall machen. Dann habe ich auch das Gefühl, etwas sinnvolles zu tun, gemeint ist meine Eltern zu unterstützen. Momentan bin ich eher wie im Schock gelähmt (was sonst gar nicht meine Art ist) und es ist sehr hilfreich aufgerüttelt zu werden! Bei der Art der Krankheit, wird wohl jeder Arzt verstehen, dass eine 2. und 3. Meinung eingeholt wird, ohne an seine Kompetenz zu zweifeln.....

Sobald ich mehr weiß, melde ich mich wieder. Ich wünsche jedem von ganzem Herzen hier viel Kraft, ob Betroffener oder Angehöriger!!!!!!!!!!!!

Liebe Grüße an alle
Andrea
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  #4  
Alt 29.07.2007, 19:54
Alexa1 Alexa1 ist offline
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Standard AW: ...ein Alptraum BSDK

Liebe Andrea,

ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese schwierige Zeit.Es ist unglaublich was ein Mensch alles ertragen kann...Wenn es dir hilft dann schreib auch weiterhin deine Erfahrungen in dieses Forum.Es ist schön zu wissen das man unterstützt wird und nicht alleine ist...

Liebe Grüße
Alexa
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  #5  
Alt 29.07.2007, 23:10
Kölner Leser Kölner Leser ist offline
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Standard AW: ...ein Alptraum BSDK

Hallo Andrea,

also es ist schon wirklich wichtig, nicht nur sinnvoll, sich hier an die Zentren in Heidelberg und Hamburg zu wenden. Die Komplikationsrate in anderen Kliniken ist einfach wesentlich höher, der Verlauf der postoperativen Genesung in der Regel überhaupt gar nicht zu vergleichen. Dazu kommt die Quote von R0 zu R1 und R2 Resektionen die deutlich höher ist in HD und HH bezogen auf die Gesamtzahl der Resektionen, und zuletzt das Gesamtüberleben. Wenn es die Chance gibt, daß ein anderer Chirurg den verbleibenden Tumorrest herausbekommt, dann sollte man sie nutzen. Auch wenn das sicherlich völlig absurd klingt, wenn Dein sich aktuell noch von dem ersten Eingriff erholt.

Natürlich hängt man emotional an den Ärzten die man kennt, auch im behandelnden Krankenhaus. Einem Arzt, den man gut leiden kann, wird man niemals unterstellen, auf einem bestimmten Gebiet, also nicht prinzipiell (!) schlechter zu operieren als ein anderer, den man gar nicht kennt. Als Laie einen Arzt aufgrund seiner Art beurteilen zu wollen ist jedoch absurd. Leider tun das viele Patienten und Angehörige. Gerade bei diesen OPs zählen nur noch Fakten, und jede zusätzliche Operation bringt Know-How und Sicherheit für die nachfolgenden Eingriffe. Die Vivantes Kliniken, also der gesamte Verband in Berlin, macht schon sehr wenige Whipple (<20/Jahr, wenn ich die richtigen Zahlen hier hatte), Heidelberg 1.200/Jahr, Hamburg annähernd so viele, vor allem die komplizierteren Fälle.

Leider vergeht ja so wenig Zeit zwischen Diagnose und OP, daß sich der normale Patient gar nicht ausreichend informieren kann, wenn der Arzt nicht von sich selber vorschlägt, nach HD und HH zu verweisen. Ich hoffe, Du bzw. Dein Vater hat Erfolg bei Büchler oder Izbicki und vor allem, daß sich der Zustand Deines Vaters trotz der jetzigen Komplikationen wieder stabilisiert.

Immer nach vorne schauen und positiv denken.

vG, KL
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  #6  
Alt 30.07.2007, 10:49
katja118 katja118 ist offline
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Hallo Andrea,

ja, kL hat vollkommen recht, sofort die Unterlagen nach Heidelberg.. Auf Deutsch heisst daß, daß Prof. Büchler, wenn es einer schafft, mehr Tumorgewebe entfernen kann als ein anderer, weniger erfahrener Arzt.

Mein Paps wurde auch dort operiert, zwar war das Ergebnis R1, das heißt es ist noch Tumorgewebe verblieben, aber meinem Paps geht es ein halbes Jahr nach OP sehr sehr gut.

Also, laß Dir die CT etc. vom KH auf CDRom aushändigen und schicke es gleich morgen los. Das KH ruhig ein wenig stressen, hier ist jeder Tag wichtig.

Alles liebe für Dich und Deine Familie

Katja
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  #7  
Alt 04.08.2007, 12:47
andrea11 andrea11 ist offline
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Hallo zusammen,

erst einmal:

@Alexa, Katja, KL: vielen Dank für Eure Unterstützung und guten Worte.

Inzwischen ist einiges passiert. Letzten Dienstag hatte ich Nachmittags einen Termin mit dem Chirurgen, bei dem ich sämtliche Unterlagen abfordern wollte. Es kam alles anders. Als erstes teilte er mir mit, dass er gerade auf einen OP-Tisch wartet, um meinen Vater erneut zu operieren. Eine kurze OP, die nur 20 Minuten dauern sollte, um ihm das Atmen zu erleichtern. Das hat mich so dermaßen geschockt, dass ich völlig aus der Bahn geworfen wurde. Mein Vater hat aus meiner Sicht nach der Whipple-OP so dermaßen gekämpft, um so schnell als möglich aus der Intensivstation herauszukommen. Nun dieser Rückschlag. Auf meine Frage, wie sie denn vorhaben, den Krebs weiter zu behandeln, teilte er mir mit, dass es, wenn das histologische Gutachten vorliegt, eine Tumorkonferenz (??!??) geben wird, die entscheiden werden. Mein Vater hat aus seiner Sicht noch ca. 4 Monate zu leben. Wer kann dies ertragen, innerlich bin ich völlig zusammengebrochen, habe mich dann aber zusammengerissen, weil ich sofort zu meinem Daddy auf die Intensiv wollte, um ihn vor der OP zu beruhigen. Er wurde gerade von den Schwestern vorbereitet, die Technik abgeschaltet, die Schläuche abgemacht etc. Mein Vater war ggü. den Schwestern sehr ungehalten, mir teilte er mit, dass er heute Nachmittag eigentlich mit meiner Mutter sprechen wollte, damit sie ihn sofort in ein anderes Krankenhaus verlegen lässt. Mich traf einer Blick aus seinen Augen, aus der ich Angst und ein Hilferuf erkennen konnte. Aber wie soll ich ihm helfen????? Er wurde dann Richtung Chirurgie geschoben. Das ist derzeit das letzte Mal, dass ich mit ihm sprechen konnte. Wir haben dann am Abend im KH angerufen, wie es ihm geht. Er war instabil, aber alles so weit in Ordnung. Als ich am Mittwoch ins KH gegangen bin, in Erwartung, dass es ihm wieder einigermaßen geht, habe ich meine Mutter völlig aufgelöst vorgefunden und meinen Vater schlafend. Er ist Vormittags erneut operiert worden, sie haben die Wunde wieder aufgemacht und alles ausgespült, so der Arzt, der dann zu uns kam. Es hat keiner daran gedacht, uns auch nur in irgendeiner Form Bescheid zu geben. Sie haben sich zwar x-mal entschuldigt und gemeint, dass sie alles für meinen Vater tun, ich fasse das alles nicht mehr! Seitdem halten sie ihn schlafend, voraussichtlich auch noch übers WE, es besteht wohl auch die Gefahr einer Lungenentzündung. Am 07.08. hat mein Daddy Geburtstag und wird 68 Jahre.

Die Unterlagen soll ich alle bekommen. Den OP-Bericht habe ich bereits und das Gutachten vom Schnellschnitt. Nun warte ich noch auf den histologischen Befund (der ist immer noch nicht da und soll wohl meist 10-14 Tage dauern) und die CT-Bilder, damit ich alles nach Heidelberg und Hamburg senden kann. Was ich absolut nicht verstehe, wenn ich mir den OP-Bericht durchlese (1 1/4 Seiten für eine 5 stdg. OP), da steht immer nur drin, dass der Tumor in seiner ganzen Ausdehnung restlos entfernt werden konnte, wo immer sie ihn auch festgestellt haben. Es steht aus meiner laienhaften Sicht nichts davon im Bericht, dass noch Tumorreste verblieben sind.

Ich hoffe, dass ich sobald als möglich die Unterlagen versenden kann. Diese Hilflosigkeit ist nur schwer zu ertragen und diesen Blick von meinem Daddy werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

Liebe Grüße
Andrea
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  #8  
Alt 04.08.2007, 13:11
Blümle1 Blümle1 ist offline
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Hallo Andrea,

ich habe deinen Bericht, der mir sehr nahe ging, gerade gelesen.
Meine Mama hat seit Anfang Juni die Diagnose BSDK erhalten. Gerne würde ich dich fragen, ob man die Berichte, die du aufgezählt hast, einfach so erhält. Und warum schickst du die nach Hamburg? Gibt es dort Spezialisten?

Andrea, ich wünsche dir Kraft für die kommende Zeit!

Gruß
Sabine
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  #9  
Alt 04.08.2007, 13:14
Benutzerbild von Conny44
Conny44 Conny44 ist offline
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Hallo Andrea,

wenn ich deine traurigen Zeilen so lese, überkommt mich wieder eine maßlose Wut. Erstens - und das liest man hier ja sooo oft - weil sich immer und immer wieder Ärzte anmaßen, eine Prognose abzugeben, welche in Monaten bemessen wird. Dass die Aussichten nicht rosig sind, das wissen wir alle, aber wer nimmt sich das Recht heraus, von 4, 3 oder 6 Monaten zu sprechen.
Es ist einfach nicht wahr und ohnehin nur ein statistischer Wert, den ich persönlich mal ganz schnell vergessen würde (siehe meine Signatur). Es gibt welche, die es schaffen, damit länger zu leben bzw. auch solche, die das Scheißding besiegen können.

Das weitere, was ich nicht fassen kann, ist, dass die Ärzte euch als Familie nicht Bescheid geben, dass eine OP gemacht werden muss. Offenbar war dein Vater wohl auch nicht einverstanden damit, so wie ich es rausgelesen habe. Aber er muss ja irgendwie eine Unterschrift geleistet haben.
Falls er aus diesem KH raus will, kämpft dafür und lasst euch nichts gefallen! Ich habe das auch durch, man hat mir allen möglichen Schwachsinn erzählt, meinen Vater dann allein sogar mit ganz unschönen Worten erpresst, um ihn dort zu behalten. Aber wir haben uns durchgesetzt, und es war das Beste, was wir machen konnten.

Sobald alle Unterlagen da sind, schicke sie nach Heidelberg.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft, dass dein Vater sich wieder erholt und lasst euch nicht verunsichern.
__________________
Traurige Grüße von Conny (& Jörg - seit 15.5.08 nur noch in liebevollen Gedanken)

Ein Millionär und ein Bettler haben statistisch gesehen jeweils 1/2 Million!
Soviel zu Statistiken!

_____________________________________________________
mein geliebter Mann: BSDK 06.06.1959 - 15.05.2008
mein Pa: BSDK 17.01.1941 - 08.07.2007
meine Mutti: Akute Leukämie 18.11.1941 - 30.03.2011

Geändert von Conny44 (04.08.2007 um 13:37 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #10  
Alt 04.08.2007, 13:56
Kölner Leser Kölner Leser ist offline
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Hallo Andrea,

die Komplikationsrate außerhalb von Hamburg und Heidelberg ist einfach vergleichsweise sehr hoch und die Risiken der Whipple sind ziemlich viele.

Zu dem OP-Bericht: Ohne histologischen Befund gibt es keine Aussage ob direkt Tumorreste verblieben sind. Der OP-Bericht berichtet über das, was der Operateur sieht.

Dann: Ein guter Chirurg braucht nur die CT, spar Dir die Arbeit und die Zeit mit den histologischen Befunden. Du braucht lediglich die Aufnahmen. Unter der Prämisse, daß sich die Operateure Deines Vaters vor der OP die Lage des Tumors angeschaut haben, gibt es eine digitale Version der Aufnahmen. Die muß einfach nur aus dem Netz auf CD gebrannt werden. Frag doch einmal in der Radiologie, das sollte auch eine Schwester machen können. Dann verschicken.

Alles Gute für Deinen Papa!

KL
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  #11  
Alt 04.08.2007, 14:16
andrea11 andrea11 ist offline
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Hallo Sabine,

Danke Dir für Deine Worte. "Kölner Leser" hat mir den Tipp gegeben. Die Unterlagen bekommst Du, wenn Du mit dem behandelnden Arzt redest. Sie sind dazu verpflichtet.
Ich möchte die Unterlagen zu den Profs Büchler (http://www.klinikum.uni-heidelberg.d....104340.0.html) und Izbicki (Universitätsklinikum Hamburg) senden, die weitaus mehr Operationen etc. bzgl. Pankreaskarzinome im Jahr durchführen, um mir weitere Meinungen einzuholen (die beiden Namen kannst Du auch googeln). Wie heißt es immer so schön: "die Hoffnung stirbt zuletzt". Bei diesem miesen Krebs sollte nichts unversucht gelassen werden. Mir persönlich hilft es, um nicht das Gefühl zu haben, untätig herumzusitzen. Vor 4Wochen war die Welt bei meiner Familie noch in Ordnung und nun ist alles anders.

Ich wünsche Dir auch viel Kraft!!!!!!!!

Grüße aus Berlin
Andrea
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  #12  
Alt 04.08.2007, 14:28
andrea11 andrea11 ist offline
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Hallo KL,

Danke Dir für Deine Unterstützung! Für Dienstag (Geburtstag von meinem Vater) habe ich mir frei genommen ..... Dann werde ich sämtliche Stellen abklappern und nicht mehr aus dem KH herausgehen, bevor ich alle Unterlagen zusammen habe.

LG
Andrea
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  #13  
Alt 10.08.2007, 16:57
Elliott Elliott ist offline
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Hallo!!!

Ich bin neu hier im Forum und auch meinen Papa hat es erwischt!Seit Mai nun weiss er die Diagnose BDK mit Lebermetastasen.
Sie haben ihn auch versucht zu operieren,aber dann wieder zugemacht,denn die Leber war betroffen und auch schon Gefaesse.Fuer mich war es ein Schock.Mein Vater ist 70 war aber immer kerngesund.Er wird im Krankenhaus in münster behandelt,was angeblich sehr neue erkenntnisse in der Onkologie hat.Kennt sich da jemand aus?

Er hat jetzt 7 Wochen Chemo hinter sich,leider ist durch ein erneutes CT herausgekommen,dass der Tumor sich nicht verkleinert hat,aber auch nicht grösser geworden ist.Ist das ein gutes Zeichen?Für uns alle war es etwas niederschmetternd.Aber seine Blutwerte seien wohl sehr gut.
nun bekommt er eine andere Chemo(Gemzar),wir hoffen alle,dass sie anschlägt.
Mein Vater hat jetzt wenigstens nach ganz vielen Schmerzen eine gute Schmerztherapie,aber es geht ihm psyschich mal besser,mal schlechter,aber wir reden ganz viel.
Alles macht mich ganz fertig,ich stark sein gegenüber meinem Papa,aber ich muss doch heimlich ganz viel weinen.Das Problem ist auch,ich wohne 700 km entfernt in Konstanz und kann nicht mal eben so hinfahren.
Man kann nur hoffen und ich versuche,meinem Papa ganz viel Kraft zu geben und da zu sein!
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