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  #16  
Alt 28.12.2007, 03:01
Anja A Anja A ist offline
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Registriert seit: 07.10.2007
Ort: Dresden
Beiträge: 5
Böse AW: palliatives Leben und Sterben

Hallo Andrea!

Bis jetzt war ich nur stille Leserin in diesem Forum .
Mein Papa ist am 30.09.2007 von uns gegangen und irgendwie gleichen sich unsere Erfahrungen. Wir haben die Diagnose Ende Mai bekommen,dort wurde uns auch gesagt das die Krankeheit zwar ernst wäre aber nicht so bedenklich.
Man versicherte uns auch nach dem ersten abgeschlossenen Untersuchungen das keine Metas. da wären. Was aber nicht stimmte.Man sagte mir am Telefon ( ich wohne leider etwa 100 km von meinen Eltern entfernt) das man erst eimal keine Op durchführen könnte weil der Tumor die gesamten Blutgefäße im Bauchraum umklammert, dafür würden sie aber schon mal mit der Chemo beginnen. Wir mußten nun mit ansehen wie mein Papa von Woche zu Woche immer mehr an Gewicht verlor. Für die im Krankenhaus war immer alles in betser Ordnung.Ich trängte auf künstliche Nahrung sie wollten nicht ran. Hinzu kam das mein Papa völlig dicht machte , nichts von seiner Krankheit wissen und auch nie mit uns darüber reden wollte. Zwei Tage bevor er starb fing er an schwarz zu erbrechen. Ich drang darauf das er ins Krankenhaus ging. Ich fuhr sofort am nächsten Morgen zu meiner Mutti und zusammen mit meiner Schwester waren wir gegen 10 im KH. Mein Dad lag in seinem Bett, alles beschmiert und ihm war total kalt ( Fenster war weit auf ).
Erst nach mächtigen Druck und etwas lauterer Stimme und mehreren nachfragen wurde nun entlich nach der Ursache geforscht.Zwischendurch wurde uns von einen " Arzt " berichtet das man von einen Darmverschluß ausging und das wir uns weitere Schritte überlegen sollten weil er ja für eine OP zu Schwach wäre. Das hat er im Beisein von meinen Papa gesagt. Wir schluckten alle und ich begleitete den Mann hinaus dort wurde er richtig däutlich und klärte mich über das ganze Ausmaß auf . Ich erfuhr das wohl schon sein ganzer Körper mit Metas. voll wäre und er wäre ja ganz erstaunt das wir das nicht wüßten. Für mich brach in diesem Moment das aufgebaute Kartenhaus völlig zusammen.Meiner Schwester und meiner Mutti brachte ich es langsam bei . Nach weiteren 3 Stunden warten kam dann der Arzt wieder und überbrachte uns ( in seinen Augen ) gute Nachricht, Es wäre nur ein Magenbluten und das bekämen sie in den Griff . Meinen Papa ging es dann auch wieder besser so das er auch wieder etwas aufstehen konnte.Mit einen schlechten Gefühl im Magen aber der Ausage des Arztes ( alles wird wieder besser ) fuhr ich wieder heim. Habe aber meinen Papa noch mal richtig drücken können ( war die andere Zeit nicht möglich, er war sehr verändert ).
Da ich meine Oma noch bei mir hatte versprach ich am nächsten Tag gleich Früh mit Ihr zu kommen ( seine Mutter ). Gegen Zehn Uhr erhielten wir ,die für uns alle schlimme Nachricht das mein Dad nicht mehr unter uns weilt. Verstorben war er aber bereits früh 6.10 Uhr und wurde laut Ausage der Schwestern von der Putzfrau gefunden. Man hätte leider die falsche Telefonnummer gehabt und deshalb hätte man meine Mutti nicht erreichen können . ( meine Mutti hatte im KH angerufen und wollte nur wissen ob alles i.o. sei ). Ich kan gar nicht beschreiben wie wir uns gefühlt haben bei solchen Ausagen und solchen Handeln , denn es wäre keiner von uns nach Hause gegangen wenn wir gewußt hätten was da kommt.Ich habe dann den Totenschein gelesen und wir sind uns nun alle einig häten wir gwußt das es so schlimm steht hätten wir Ihm die Chemo erspart und er hätte seine bleibende Zeit besser nutzen können. ( war bis zur Diagnose noch arbeiten ) . Er hat wärend der ganzen Zeit uns immer wieder versprechen müßen zu kämpfen aber ich denke er hatte viel früher als wir alle der Wahrheit ins Auge gesehen, deshalb wollte er denke ich auch keine Gespräche . Er war immer für uns da hat uns Kindern immer die Wege frei gemacht und wollte immer das wir und seine geliebten drei Enkelkinder glücklich sind. Was für mich immer noch unforstellbar ist das immer alles in bester Ordnung war bei den Untersuchungen im Krankenhaus. Ich weis aber auch eins sollte noch einmal in meiner Fam. solch eine Diagnose bekommen werde ich anders handeln und nicht mehr aus Angst die Augen schließen ,denn für mich als Krankenschwester hätte viel früher die Erwachung kommen müßen aber ich habe es nicht war haben wollen obwohl ich Tag ein Tag aus mit solchen Diagnosen umgehe.

Viel Kraft weiterhin Anja
__________________


Mein Vati ( Jahrgang 1950) BSDK mit Lebermetastasen Diagnose wurde im Mai gestellt
Behandlung mit Chemo am 30.09.07 ist er von uns gegangen
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  #17  
Alt 01.01.2008, 22:57
Kerstin Kerstin ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 24.09.2004
Beiträge: 333
Standard AW: palliatives Leben und Sterben

Zitat:
Zitat von andrea1332 Beitrag anzeigen
Hallo Kerstin,
Viele Kranke unterziehen sich noch therapeutischen Tortouren, nur um ihre Angehörigen nicht zu enttäuschen, nur weil sie denken, dass es von ihnen erwartet wird. Diese Fälle meinte ich.

Liebe Grüße, Andrea
Hallo liebe Andrea,

wenn es der Wunsch der Erkrankten ist, eine Therapie zu machen, dann haben wir das zu akzeptieren. Ob sie das für sich machen oder für uns Angehörige, ist egal. Es ist ihre Entscheidung und die haben wir zu respektieren. Ich habe meiner Mom gesagt, dass sie nicht für uns kämpfen muss, wenn es ihr Wille ist, dann soll sie es machen und wir unterstützen sie dabei. Meine Mom ist noch nicht bereit zu sagen „das war es“, also soll und muss sie weiter kämpfen. Das ist für uns in Ordnung so, wenn es auch unheimlich weh tut. Ich möchte nicht wissen, was in ihrem Kopf vorgeht, es muss schrecklich sein für sie. Aber solange sie nicht darüber reden will, müssen wir das akzeptieren.

Ich glaube nicht, dass gegen den Willen der Patienten auf Teufel komm raus therapiert wird. Ich weiß von Fällen, in denen keine Chance mehr bestand und die eine weitere Chemo wollten, sie bekamen NaCl Infusionen.

Ich empfinde die Bestrahlungen, die meine Mom derzeit bekommt unmenschlich, aber sie will sie und es ist wohl die einzige Möglichkeit, sie aufgrund der Knochenmetastasen einigermaßen schmerzfrei zu bekommen. Die andere Alternative wäre Morphium hochdosiert und wir hätten keine Möglichkeit mehr, uns mit unserer Mom normal zu unterhalten und langsam Abschied zu nehmen. Wir hatten ein schönes Weihnachtsfest, wir haben mit einem Schlückchen Sekt zu Silvester angestoßen und nun schauen wir, wie es weiter geht.

LG
Kerstin
__________________
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist

Wir hatten ein kleines Wunder. Meine Mom hat dem Mistkerl fast 3,5 Jahre die Stirn geboten. Am 17.01.08 hatte meine Mom keine Kraft mehr zu kämpfen. Sie hat nun ihren Frieden und keine Schmerzen mehr. Ich bin stolz auf meine Mom.
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