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  #61  
Alt 10.07.2003, 15:03
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Liebe Karina,

wie geht es denn Deiner Mom? Ich hoffe so sehr besser.Melde Dich doch mal kurz und berichte.

Ich denk an euch. LG Heike
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  #62  
Alt 11.07.2003, 00:14
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

nur ein Tpp für alle die bestrahlt werden müssen - geht nicht an die Uniklink in Regensburg - dort bist du eine Nummer und wirst dementsprechend behandelt. Meine Mutter wurde zwischen Weihnachten und Neujahr nicht bestrahlt - warum? Gabs Ferien? - auf unsere Frage hin gabs icht einmal eine anständige Antwort. Prognosen etc. wurden auf dem gang kurz und hektisch erklärt. Also geht nicht dorthin, es war unwürdig.
Alessa
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  #63  
Alt 12.07.2003, 21:30
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Liebe Heike,

leider gibt es immer noch nichts Neues von meiner Mom. Ihr ist immer noch nach jedem Essen, das sie runterquält, so schlecht, dass sie sich hinlegen muss. Am nächsten Donnerstag hat sie wieder einen Termin beim Onkologen. Leider bin ich Donnerstag und Freitag geschäftlich in Heilbronn, so dass ich sie leider nicht begleiten kann. Aber mein Vater geht mit. Vielleicht hat ja der Arzt noch irgendeine Idee oder überredet sie doch noch mal zum CT zu gehen, denn sie will momentan nach wie vor nicht hin. Es ist ihre Entscheidung, aber diese Unsicherheit macht auch mich völlig fertig. Aber lieb von Dir, dass Du nachfragst.

Ich verfolge auch noch den anderen Eintrag zum Thema Gehirnmetas, in dem Du ja auch postest. Auch wenn bei meiner Mom ja momentan die Gehirnmetas nicht im Vordergrund stehen. Immerhin haben wir wenigstens dort durch die Bestrahlung Erfolge erziehlt - was ja nun nicht immer der Fall ist.

Wie geht es Dir eigentlich? Wie kommst Du mit dem Verarbeiten klar?

Viele liebe Grüße

Karina
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  #64  
Alt 14.07.2003, 13:53
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Liebe Karina,

bekommt Deine Mom eigentlich Astronautenkost? Verschreibt auch der Hausarzt, wenn ihr einen guten habt. Das müßte sie eigentlich auch etwas aufbauen. Ansonsten könnte sie doch auch mal eine Zeitlang Breikosten essen(Kartoffel mit Möhren usw.)das verträgt sie vieleicht besser und liegt dann auch nicht so schwer im Magen.

Danke der Nachfrage wegen mir, aber es geht nicht so gut. Im Moment irgendwie von Tag zu Tag sehr schwankend. Manchmal stehe ich morgens auf und könnte nur noch heulen, ich nehme dann Tabletten, damit ich meinen Büroalltag besser ertrage. Es ist halt dieses Unabänderliche. Sie fehlt mir so und mein Vater auch. Auch die Verarbeitung der letzten 4 Wochen ihres Lebens, dieser körperliche Abbau, den sehe ich ständig vor mir. Es ist einfach alles, was jeder durchmacht, der einen geliebten Menschen verloren hat. Ich weiß ja, es muß weitergehen, aber alles ist anders.

Ich denk an euch und drück euch weiterhin die Daumen, daß es Deiner Mom bald wieder besser geht. Melde Dich bitte wieder.

Liebe Grüße Heike
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  #65  
Alt 19.07.2003, 14:42
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Liebe Heike,

Astronautenkost hab meine Mom längere Zeit bekommen, aber das war noch letztes Jahr. Mittlerweile kann sie das Zeug nicht mehr sehen und will es einfach nicht mehr. Durch ihr schwaches Immunsystem hat sie zudem am Oberschenkel Gürtelrose bekommen und in einem Gespräch letzte Woche meinte sie, dass sie in der Leistengegend Metastasen ertasten könnte. Sie gibt sich am Telefon stark, aber ich weiss genau, dass ihre Angst immer größer wird. Bei dem Arzttermin (Onkologe) letzte Woche kam auch nichts sonderlich Neues raus. Sie bekommt weiterhin die Tabletten, dass sie besser verdauen kann und welche gegen die Übelkeit.

Morgen haben meine Eltern 30. Hochzeitstag und wir gehen alles zusammen essen. Das ist echt ein komisches Gefühl. Ich erwische mich bei dem Gedanken, ob meine Eltern nächstes Jahr nochmal Hochzeitstag feiern werden.....

Diesen körperlichen Abbau, den Du ansprichst, sehe ich auch zunehmends. Meinem Vater fällt das nicht so auf, da er sie jeden Tag sieht.

Mir geht es psychisch momentan nicht sonderlich gut. Zumal heute morgen ein Bekannter angerufen hat um mitzuteilen, dass SEIN Vater heute morgen verstorben ist - er hatte auch Krebs.

Irgendwelche Tabletten nehme ich noch nicht. Versuche alles irgendwie zu ertragen. Kann oft nicht einschlafen und werde ständig wach, aber ein paar Tage später, wenn die Übermüdung zu groß wird, dann schlafe ich auch mal durch.

Ich finde es wahnsinnig bewundernswert, dass Du -ob hier oder im anderen Eintrag- immer noch versuchst anderen beiseite zu stehen. Vielen Dank dafür!!

Liebe Grüße

Karina
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  #66  
Alt 21.07.2003, 10:36
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Liebe Karina,

ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir phsychisch geht. Ich kenne das leider nur zu gut.Mein Anliegen ist es einfach, meine Erfahrungen mit der Krankheit möglichst offen weiterzugeben und evtl. zumindest ein wenig die Angehörigen zu unterstützen, zu trösten oder aufzubauen. Ich werde im nächsten Jahr einen Hospizkurs besuchen zur Begleitung Angehöriger. Im Moment ist das noch zu früh für mich. Ich habe hier im Forum im Januar auch ein Mädel angeschrieben, die das alles schon durchgemacht hat, wir haben privat gemailt und sie stand mir sehr hilfreich zur Seite in der ganzen Zeit, auch heute noch tauschen wir uns aus. Es hilft einfach. Ich bin einfach der Meinung, Menschen die das noch nicht erlebt haben, können es einfach nicht nachvollziehen. Vielen Dank für Deine lieben Schlußworte.

Ich hoffe, Du hast trotzdem mit Deinen Eltern einen schönen 30. Hochzeitstag verbracht. Ich finde es zählt dann auch der Moment, die Stunde, der Tag. Meine Mutter hatte am 19.2. Geburtstag, am 25.2. ist sie gestorben. Ich habe bereits Tage vorher nichts essen können, die Nächte nicht geschlafen und mich gefragt, wie gratuliert man einem lieben Menschen das letzte Mal. Ich habe meinen Freund und 2 sehr enge Bekannte eingeladen ins Krankenhaus und weißt Du was, es war ein wunderschöner Tag. Ich weiß zwar bis heute noch nicht, wie meine Mutter es geschafft hat so klar bei Verstand zu sein, aber es war so. Es war ein wunderschöner letzter Tag mit ihr, den ich nie mehr vergessen werde, denn ab dem nächsten Tag, war sie nicht mehr ansprechbar. Du mußt versuchen jeden Moment zu genießen, der sich Dir bietet und an dem es ihr gut geht und auch sie ihre Freude hat. Aber ich weiß auch wie schwer das ist, aber Du schaffst das.

Wenn Dir danach ist, dann verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihr und bei ihr.Davon wirst Du irgendwann einmal zehren, aber auch gerne daran zurückdenken.

Jetzt solltest Du mit Deiner Mom aber erst mal untersuchen lassen, was sie für Knötchen fühlen kann und falls es wirklich bösartig wäre, ob man es bestrahlen kann, falls sie es möchte.

Ich denk ganz fest an euch.
Liebe Grüße Heike
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  #67  
Alt 24.08.2003, 22:27
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Hallo Karina,

wie geht es dir und deiner Mom??
Meiner Mom geht es wieder schlechter hat wohl wieder neue Metastasen und wartet auf ein Bett im Krankenhaus.

Meld dich mal wieder!

Gruß Steffi
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  #68  
Alt 25.08.2003, 15:33
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Standard Metastasen auf beiden vorderen Hirnhalften

Hallo zusammen,

Seid dem 4.Aug. liegt meine frau nun schon im krankenhaus (bisherige Diagnose,
Metastasen auf beiden vorderen hirnhalften).
Von den Ärsten bekomme ich leider immer die antwort das sie gegen die Metastasen
nichts unternehmen können da sie den Tumor nicht finden (CUP Symdrom?).
Ich sehe das es ihr körperlich immer besser geht,liegt das am cortison ?
aber geistig immer schlechter! Ein schrit vor zwei zurück .

P.S. Bettina ist 38 und hat nur noch wenige wochen!!!!
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  #69  
Alt 12.09.2003, 10:43
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Hallo zusammen,
und hallo Steffi,

vielen Dank für Deine mail. Stimmt, ich war lange nicht mehr hier im Forum unterwegs, da auch ich mal eine Auszeit brauchte irgendwie. War auch - nach Absprache mit meiner Mom - 9 Tage in Ägypten im Urlaub und bin erst gestern zurück gekommen.

Meiner Mom geht es unverändert. Sie bekommt jetzt einmal im Monat eine Spritze mit sau teurem Zeug, damit ihr nicht immer so schlecht ist. Man kann aber leider noch nicht sagen, ob es hilft. Gegen den Krebs hilft es sicherlich nicht, aber immerhin bereitet ihr das ein klein wenig mehr Lebensmut.

Ihre Haare fangen auch so langsam wieder richtig an zu wachsen. Das baut sie zusätzlich irgendwie auf. Weiter untersuchen lassen will sie sich allerdings nicht.

Aber nun zu Deiner Mom. Das hört sich ja ganz und gar nicht gut an! Hat man bei ihr was gefunden? Ich hoffe sehr, dass es doch keine Metas sind!! Bitte berichte bald!
Ganz liebe Grüße
Karina


Hallo Joachim,
also dass man gegen Metas im Gehirn nichts machen kann, wenn man den Primärtumor nicht findet, kann ich irgendwie nicht glauben. Die kann man doch trotzdem behandeln. Sei es mit Ganzhirnbestrahlung oder mit gezielter Bestrahlung. Ich weiss ja nicht, wie schnell die Metastasen bei Deiner Frau wachsen, aber ich würde auf jeden Fall an einer Bestrahlung dran bleiben. Bei meiner Mom sind sie super schnell gewachsen - und die Bestrahlung hat glücklicherweise angeschlagen. Versuchen würde ich es.

Viele Grüße
Karina
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  #70  
Alt 13.09.2003, 14:47
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Hallo Karina,

schön das du dir eine Auszeit gegönnt hast! Würde ich auch gerne geht aber zur Zeit nicht.
Tja, meine Mom hat nach vier Wochen endlich mal einen Bettenplatz bekommen. Das linke Bein ist ungefähr dreimal so dick wie das rechte und sie hat starke Schmerzen. Leider können die Ärzte immer noch nicht sagen was es ist. Wir hoffen darauf am Montag was neues zu hören.
Das deine Mom sich immer noch nicht untersuchen lassen will tut mir leid aber ich kenne das! Meine Mom hat mitlerweile auch solche Phasen wo sie keine Lust mehr hat.
Ich hoffe bald wieder was von dir zu hören. Melde mich sofort wenn ich was neues weiß.

Gruß Steffi
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  #71  
Alt 17.11.2003, 14:12
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Seit 18 Monaten wissen wir von dem anaplastische Astrozytom WHO III meines Mannes. Gleich nach der Diagnose sollte operiert werden, doch wir entschieden uns dagegen. Zum Glück! Eine Biopsie hat ergeben, dass die OP nicht gut wäre.
Dann sollte Bestrahlt werden! Auch dagegen haben wir uns wegen der Nebenwirkungen und Schädigung der Umgebung entschieden.
Irgendwie sind wir an das Medikament H 15 gekommen.
Das aus Indien importierbare Präparat "H 15" ist in Europa in der Schweiz zwar frei verkäuflich, darf aber nach Deutschland nur auf Rezept durch deutsche Apotheken in der Schweiz bestellt und eingeführt werden. Es hat den Vorteil, dass es die Schmerzen lindert, ohne den Körper stärker zu belasten.
Es lohnt sich, darum zu kämpfen es zu bekommen!
Zeitgleich haben wir es mit Hyperthermie versucht. Das hat mein Mann recht gut vertragen.
Die bisher bei Hirntumoren nur zögerlich angewandte Hyperthermie bringt nach Verbesserung der Geräte für viele Patienten Vorteile. Die Geschwulst wird dabei gezielt von außen auf ca. 42 Grad erwärmt. Mit dieser Methode lassen sich erhebliche Rückbildungen des Tumors erreichen, teilweise auch vollständige Remissionen. Durch Wiederholung der Behandlung kann der Krankheitsverlauf für Monate und manchmal für Jahre gebremst oder gar gestoppt werden. Mit der Behandlung verbunden ist auch eine deutliche Minderung der Beschwerden.

Viel Glück allen, die gerade noch auf der Suche sind. Und laßt Euch nicht vorschnell etwas einreden.
Meinem Mann geht es nach mehreren Behandlungszyklen inzwischen ganz gut und wir sind dankbar, dass wir uns richtig entschieden haben und uns nicht hetzen ließen.
Zeit zum Sterben bleibt noch genug, dachten wir damals und haben den Kampf gewonnen!
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  #72  
Alt 04.12.2003, 08:23
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Hallo Karina,

habe ja lange nichts mehr von dir gehört. Ich hoffe dir geht es gut!
Meiner Mom geht es ganz schlecht. Der Arzt sagt sie hat ungefähr noch drei Monate kann aber auch schneller gehen. Ich bin total am ende.
Dezember 2001 hat sie die Diagnose bekommen und Dezember 2003 liegt sie im sterben ist schon wahnsinn oder??!!
Wenn ich meine Mom da in ihrem Bett sehe könnte ich nur noch weinen. Sie ist total verwirrt zum teil und hat Halluzinationen kann manchmal garnicht mehr sprechen. Jetzt hat sie sich auch noch eine Lungenentzündung zugezogen und fiebert zwischendurch immer mal was ihren Zustand halt dann verschlimmert.
Mein Vater ist völlig fertig, meine Eltern hatten im April noch ihren 40. Hochzeitstag gefeiert und jetzt kommt seine Frau garnicht mehr zu ihm nach Hause. Ich habe tierische Panik vor Weihnachten und Silvester. Das wird bestimmt das schrecklichste Weihnachten was ich jeh haben werden. Oh man ich bin ganz schön am Ende. Zum Glück habe ich noch meinen Mann der mich immer wieder in den Arm nimmt und immer für mich da ist.

Jetzt zu dir. Wie geht es deiner Mom? Ich hoffe ganz gut. Ist sie immer noch in dieser Spezialklinik?
Meld dich mal wieder!

Ganz dicken Drücker!!

Steffi

P.S: Lieben Gruß an Alle die gerade auch so was durchmachen!
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  #73  
Alt 15.12.2003, 10:30
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Hallo Steffimaus,

sorry,ich war lange nicht mehr hier.... Hab Dir auch grad Deine e-mail beantwortet...

Es tut mir alles so unendlich leid für Euch. Mir rieseln grad die Tränen, wenn ich hier Deinen Eintrag lese. Deine Panik kann ich gut verstehen.... mir fehlen die Worte Dir irgendwas zu schreiben, was Dich aufbaut.

Meine Mom ist immer noch in Bochum, ja. Sie kann aber Weihnachten und Silvester daheim verbringen. Momentan ist auch noch nicht klar, ob die Behandlung überhaupt was bringt. Ich hab auch schreckliche Angst, dass dies das letzte Weihnachten mit meiner Mom sein wird.

Ich nehm Dich mal fest in den Arm.
Meld Dich bitte per mail, wenn irgendwas ist! Ich bin für Dich da.

Liebe Grüße
Karina
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  #74  
Alt 22.04.2004, 00:50
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Hallo zusammen,

ich möchte hier einen weiteren (Fortsetzungs-) Beitrag zur Thematik Hirnmetastasen mit Ursache Colon Carzinom (einfacher: Darmkrebs) zum Nachdenken darstellen. Die Diagnosen und Therapien sind im Original dargestellt, denn wenn man schon einen Vergleich zwischen Einzelschicksalen ziehen möchte, sollte wenigstens die Ausgangsbasis weitestgehend ähnlich sein. Ich habe beim Durchlesen der zahlreichen Erfahrungsberichte den Eindruck gewonnen, daß Hirnmetastasen unterschiedlichen Ursprungs oftmals gleichgesetzt werden, um auf diese Weise eine Art sichere Lebensprognose zu erhalten. Dies ist aber ein grundsätzlicher Fehler, da - je nach Ursprung - auch die Lebenserwartungen bei Metastasen im Hirn ganz unterschiedlich sind. Vereinfacht dargestellt, kann man davon ausgehen, daß bei als äußerst aggressiv eingestuften Primärtumoren (gemeint ist die Quelle der Erkrankung) auch die Lebenserwartung bei darauf rückführbaren Hirnmetastasen entsprechend schlechter ist, als bei weniger aggressiven Tumoren. Wer mag, kann sich hierzu einmal folgenden link ansehen: http://www.arcs.ac.at/dissdb/rn034755, kurze Zusammenfassung einer Dissertation zu diesem Thema mit statistischen Lebenserwartungen in Abhängigkeit des jeweiligen Primärtumors und der durchgeführten Therapie. Aber eines sollte man auch dabei nicht vergessen: Kaum ein Krankheitsverlauf gleicht dem anderen, es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Krebserkrankungen, es gibt ganz unterschiedliche Stadien der Erkrankungen, das unterschiedliche Lebensalter spielt eine Rolle und schließlich darf auch die Qualität der ärztlichen Therapie nicht außer Acht gelassen werden.

Krankheitsverlauf
Im Dezember 1994 wurde erstmals ein stenosierend wachsendes Sigma-Carcinom (im Volksmund "Darmkrebs") festgestellt. Die Therapie bestand in einer Sigmasegmentresektion mit End-zu-End Anstomose am 23.12. Der Tumor konnte also erfolgreich entfernt werden.

Es folgte eine adjuvante Chemotherapie mit 650 mg Fluroblastin vom 17.1. - 21.2.1995 sowie mit jeweils 3 Tabletten Ergamisol a 50 g. Die Patientin (damals 61 Jahre alt) wurde anschließend beschwerdefrei entlassen.

Im Juli 1998 machten sich erneut Veränderungen negativ bemerkbar. Die Diagnose lautete Zökalpoltumor, Rezidiv eines Sigmacarcinoms, Auszug aus der Beurteilung:

"Insgesamt Hinweise für einen riesigen tumorösen Prozeß im Bereich des kleinen Beckens, sowie cranial hochziehend, links mehr als rechts, auch sich ins Becken erstreckend, mit breitbasiger Impression, bzw. Infiltration des Sigma, bzw. bei Z.n. Sigmaresektion des hier anastomosierten Colon descendens. Breitflächige Impression, bzw. Infiltration, bzw. Verdrängung des Coekalpols. Kein Hinweis für einen vom Darm ausgehenden tumorösen Prozeß".

Therapie: Hemikolektomie rechts = die operative Entfernung etwa der Hälfte des Kolons (=Darms).
Anschließende Entlassung, beschwerdefrei.
Anschlußbehandlung:
Therapie mit Panorex 500 mg. i.v. initial, gefolgt von 4 weiteren Applikationen zu 100 mg, jeweils im Abstand von 4 Wochen.

Neuerlicher Befund im April 2000:
Lokoregionäre Adnexmetastase links bei Zustand nach Sigmaresektion und erweiterter Hemicolektomie rechts mit Adnexektomie rechts bei Colon-CA bzw. Colon-CA-Rezidiv.

Therapie: Ovarektomie links (=Entfernung des linken Eierstocks), Hysterektomie (=Entfernung der Gebärmutter).
Medikation bei Entlassung: Keine.

März 2005: Es treten neuerlich Beschwerden auf, dieses Mal in Form von Schwindel, Konzentrationsschwächen, starken Gleichgewichtsstörungen.

Die Magnetresonanztomographie des Schädels ergab:
Das Hinterhorn rechts wird nach ventral hin verlagert mit dem Nachweis einer diffusen Ödembildung links occipital und auch nach temporal hinziehend. In dieser echoarmen Formation in T1-Wichtung zeigt sich eine girlandenförmige Formation mit einem Durchmesser von bis zu 35 mm im Durchmesser und einem ranständigen Kontrastmittel-Enhancement. Eine weitere Formation findet sich in Projektion auf den Balken links. Weitere pathologische Hergebungen mit pathologischen Kontrastmittel-Enhancement zeigen sich nicht. Die größere der o.g. Formationen findet breitbasig zu den Meningen. Entlang der Meningen selbst ist ein Kontrastmittel-Enhancement ebenfalls erkennbar. Eine Mittellinienverlagerung ist derzeit nicht darstellbar. Im sagitalen Strahlengang zeigt sich ein Ventralversatz des HWK4. Das Myelon ist dorsal des HWK 4 und 6 abgeplattet und zeigt nur noch einen Durchmesser von 8,6 cm.

Anders ausgedrückt und später pathologisch bestätigt: Es wurden zwei Hinrnmetastasen, zurückgehend auf Colon Carzinom, festgestellt. Die Ausfallerscheinungen waren aufgrund der Lage ganz typisch, je nach Lage der Metastasen können sich diese auch ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Grund hierfür ist - wenigstens anfangs - die Ödembildung um die Metastase, welche aufgrund der meist schnellen Raumgewinnung lebenswichtige Hirnfunktionen beeinträchtigt.

Um bei Betroffenen mit den o.g. Symptomen die Lage der Metastase einschätzen zu können, gibt es ein einfaches Mittel. Die betroffene Person muß die Augen schließen und die Arme gerade aus nach Vorne strecken. Dann soll sie in dieser Position auf der Stelle laufen bzw. treten. Während die Betroffene meint, gerade aus "zu laufen" wird man sehen, daß sie sich tatsächlich aber nach links oder rechts dreht und auf dieser Seite wird sich auch die Metastase finden.

Zurück zum Verlauf:
Eine Metastase konnte operativ gänzlich entfernt werden, die zweite ist inoperabel. Nach der OP erholte sich die Frau sehr schnell und bis auf eine kleine Einschränkung des Sehfelds waren alle Funktionen wieder hergestellt.

Es folgte eine Strahlentherapie. Insges. 25 Einheiten, davon 18 für den gesamten Kopfraum, 7 hochdosiert auf den inoperablen Tumor gerichtet. Nach bislang 16 Bestrahlungen sind ein Großteil der Kopfhaare ausgefallen und die Frau fühlt sich zunehmend schwächer. Weitere Nebenwirkungen wie Verbrennungen oder ausbleibender Speichel (in diesem Fall sollten unbedingt Flurschienen besorgt werden, da ansonsten das Gebiss in Mitleidenschaft gezogen wird) sind nicht aufgetreten. Fortsetzung folgt.
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  #75  
Alt 22.04.2004, 01:32
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Standard Bestrahlung bei Hirnmetastasen?

Anbei noch ein paar links zu der Thematik:
http://www.orgon.de/lassek2.htm
http://www.medicalforum.ch/pdf_d/200...002-50-147.PDF
http://www.tumorzentrum-erfurt.de/tz...ze_st/hirn.htm
http://www.arcs.ac.at/dissdb/rn034755
http://www.viszeralchirurg.ch/kr_dkr1.htm
http://www.m-ww.de/krankheiten/krebs...etastasen.html
http://www.krebsinformation.de/body_...en%20behandeln

Und schließlich noch diesen:

Hier geht es knapp und prägnant um die weitere Lebenserwartung der Betroffenen. Es ist nunmal eben so, daß bei Hirnmetastasen eine Heilung nicht mehr möglich ist. Die Ärzte können sich hier nur noch darum bemühen, die Lebenszeit der Betroffenen zu verlängern und für eine akzeptable Lebensqualität zu sorgen (palliative Medizin). Sicherlich gibt es auch ungewöhnliche Verläufe, diese sind aber statistisch betrachtet äußerst selten. So einer ist bspw. Magic Johnson (ehemals Top U.S. Basketballer), der bereits vor vielen Jahren HIV positiv getestet wurde, der eigentliche Krankheitsverlauf blieb aber bis heute aus. Ein anderes "lebendes medizinisches Wunder" ist das noch lebende "L" vom Finanzdienstleister MLP (Pankreas Carzinom überlebt).

Wenn man so will, sind Hirnmetastasen oftmals der Preis meizinischer Errungenschaften. Früher starben Krebserkrankte meist schon an ihren Primärtumoren, heute ist es dagegen in vielen Fällen möglich, den Primärherd so in den Griff zu bekommen, daß über die so gewonnene Lebensverlängerung leider auch das Risiko sich später bildender Hirnmetastasen gestiegen ist. In dem von mir zuvor beschriebenen Fall immerhin 10 Jahre, das sollte man als Positivum trotz der letztlich bitteren Erkenntnis niemals aus den Augen verlieren.

http://www.uni-ulm.de/klinik/tzu/sup...kapitel13.html
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