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  #1  
Alt 15.05.2008, 17:31
Benutzerbild von Ingridk
Ingridk Ingridk ist offline
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Beiträge: 11
Standard Morphinpflaster Erfahrung ???

Meine Mama hat das Krankenhaus am Mittwoch auf eigenen Wunsch verlassen und möchte zuhause sterben. Es klingt hart aber es ist leider die Wirklichkeit. Bis jetzt hat sie kaum Schmerzen. Der Darm ist durch den Tumor total blockiert und so kann sie nichts mehr trinken oder essen, sie erbricht sich ständig. Eine Operation oder sonstiges kommt nicht mehr infrage weil es ihr Allgemeinzustand nicht mehr zuläßt. Sie ist total klar im Kopf und bekommt alles mit, was die ganze Sache sehr sehr schwer macht. Sie regt sich jetzt auch immer mehr auf und hat es unglaublich schwer. Die Ärztin sagte mir nun, daß sie Infusionen braucht, wegen dem Flüssigkeitsverlust und man kann auch nur noch Medikamente per Infusion geben da sie sich ja ständig erbricht, bzw. Spritzen setzen wenn keine Infusionen mehr gehen, weil diese evtl. para laufen würden.
Als Alternative bot sie uns Morphinpflaster an und meinte auch, die Patienten werden dadurch ruhiger und würden schneller sterben, das Leiden würde nicht so lange gehen wie ohne, aber das müßten wir Angehörigen mitentscheiden.
Ich finde das so brutal, ich kann doch nicht meine Mama fragen, möchtest du nächste Woche sterben mit Pflaster oder übernächste ohne? Sollten Pflaster unumgänglich werden, wer hat damit Erfahrungen gemacht?
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  #2  
Alt 15.05.2008, 18:14
bibest bibest ist offline
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Beiträge: 428
Standard AW: Morphinpflaster Erfahrung ???

Liebe Ingrid,

meine Schwiegermutter ist im letzten Jahr an Leukämie gestorben. Als klar war dass sie nicht mehr lange keben wird haben wir ein sehr ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt geführt. Wir heißt alle söhne und alle Schwiegertöchter. mein Schwiegervater war da selber in einem Krankenhaus. wir haben uns einhellig für die Variante mit Morphin entschieden, obwohl es bei ihr auch die Lebenszeit verkürzt hat. bei ihr kamen Atemprobleme dazu und die werden mit Morphin schlimmer.
Es war für uns alle sehr wichtig dieses Gespräch zu führen. Sie selber war nicht klar ansprechbar.
Später haben wir ihr dann erklärt dass sie stirbt und sie konnte noch Abschied nehmen.

Ich habe nicht gut verstanden warum Du nicht mit Deiner Mutter über ihr Sterben srechen kannst, will sie das Thema nicht berühren oder ist es für Dich so schwer?
Wenn sie weiß dass sie stirbt kann sie die Entscheidung möglicherweise selber treffen. Es ist unendelich schwer für einen anderen Menschen zu entscheiden, besonders wenn man selber diesen so gern noch behalten würde. Kann sie loslassen? Würde sie die verbleibende Zeit noch gerne haben?

Habt ihr früher mal über das Sterben gesprochen?
Ich bete für Euch
Birgit
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  #3  
Alt 15.05.2008, 18:22
Benutzerbild von Ingridk
Ingridk Ingridk ist offline
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Beiträge: 11
Standard AW: Morphinpflaster Erfahrung ???

wir haben noch nicht direkt darüber geredet und ich finde einfach nicht den richtigen zeitpunkt, wir verdrängen das ganze und sprechen die tatsachen nicht beim namen aus. ich habe auch angst davor, dieses thema mit ihr zu bereden, will ihr ja auch keine angst machen.
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  #4  
Alt 15.05.2008, 19:10
Lasna Lasna ist offline
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Standard AW: Morphinpflaster Erfahrung ???

Hallo liebe Ingrid!

Als meine Mutter im November vorigen Jahres dem Sterben nahe war, haben wir auch nicht viel darüber geredet, aber wir spürten es alle. Die Ärztin hat mit ihr darüber gesprochen und mir gesagt, dass meine Mama Bescheid wusste. Vielleicht ersuchst du eine Ärztin, mit ihr darüber zu sprechen? Unter so engen Familienmitgliedern ist dieses Thema natürlich oft viel zu schwer - aber so notwendig!

Du wirst nun erleben, dass die Schmerzen kommen werden - das ist nun leider einmal so. Morphinplaster lassen sich schrittweise höher dosieren. Meine Mama war, so lange sie die Pflastern hatte, klar bei Verstand. Als die Schmerzen zu stark wurden, bekam sie Morphin i.v., war dann aber nicht mehr ansprechbar. Ich denke, diese Schmerzen sollten aber jedem Menschen erspart bleiben. Versuche doch, das Thema irgendwie - wenn auch über jemand anderen - anzuschneiden.

Liebe Ingrid, es stehen dir schwere Tage bevor und ich weiß ganz genau, wie du dich fühlst. Es ist schrecklich, aber in seiner Intensität und großen Bedeutung für das Ende eines gemeinsamen Lebens so wichtig, dass du diese Tage und Stunden dankbar in Erinnerung haben wirst - so paradox das jetzt klingt! Ich bin unendlich froh, dass ich bis zum Schluss bei meiner Mama sein konnte. Dieser Abschied war sehr, sehr wichtig.

Noch einmal: Thematisiere die Schmerzmittel unbedingt, und im ZWeifelsfall - lass sie ihr verabreichen.

Ich wünsche dir sehr viel Kraft für die nächsten Tage und denke an euch zwei,
Ines
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  #5  
Alt 16.05.2008, 04:15
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Standard AW: Morphinpflaster Erfahrung ???

Hallo Ingrid,

das ist ein schwieriges Thema, was für dich als Tochter schwer anzusprechen ist, besonders wenn die Gespräche alles ausschließen.

Warum macht das nicht die Ärztin deiner Mutter mit ihr und euch Angehörigen?
Die Hausärztin meiner Mutter setzte sich damals mit ihr und mir hin, erklärte uns genau welche Mittel es nun für sie noch gäbe.
Das Morphiumpflaster beschleunigt nicht das Sterben, da müssen schon ganz andere Geschütze, eine sehr hohe Dosis aufgefahren werden, deshalb verstehe ich die Aussage dieser Ärztin überhaupt nicht.
Das Morphiumpflaster hat zu Beginn (bis zu 4 Wochen) die Nebenwirkung von Übelkeit und Brechreiz, da wäre aber wirklich nur bei Schmerzen die tägliche Gabe von Morphintropfen oder einer Spritze bedeutend besser.
Die Infusionen für den Flüssigkeitsverlust verlängern das Leben, da sie die Organe "künstlich" versorgen und ein natürliches Herunterfahren hinaus zögern.

Meine Eltern, sowie meine Freundin (Eierstockkrebs) und viele der Menschen die ich begleitete, bekamen gegen ihre Schmerzen in der letzten Phase Morphium, entweder in Form von Tropfen, Spritze oder als Schmerzkatheder gesetzt (je nach Schmerzzustand).
__________________
Jutta
_________________________________________




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  #6  
Alt 16.05.2008, 12:09
Nawinta Nawinta ist offline
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Registriert seit: 17.09.2007
Ort: ländlich/ am Tor zur fränkischen Schweiz
Beiträge: 144
Standard AW: Morphinpflaster Erfahrung ???

Hallo Ingrid,

auch meine Mutter hat Morpinpflaster bekommen. Und ich kann die Aussage, dass man mit Morphinpflaster früher stirbt absolut nicht nachvollziehen.
Morphin soll allerdings den Darm zusätzlich "faul" und die Darmtätigkeit verlangsamen. Andere wieder bekommen Durchfall.

Morpin wird nicht nur bei Patienten mit geringer Lebenserwartung eingesetzt. Es wird verabrreicht, wenn andere Schmerzmittel nicht mehr anschlagen. Manche nehmen über Jahre Morphin und in der Dosis, die meine Mutter zum Schluß bekam. Morphin macht jedoch abhängig.

Als bei meine die Mutter die Schmerzen kamen und nicht mehr auszuhalten waren, erschien uns die Ärtzin die ihr Morphim gab wie ein Engel.
Der Nachteil bei den Schmerzpflastern ist, dass die Wirkung des Morphin leider unkontrolliert abgegeben wird, also nicht stedig konstant gehalten werden kann.
Auf der Pallitiav bekam Mutter Infusionen, in die wurde über eine Steuereinheit Morphin beigemischt. Das Morpin kann damit leicht erhöht oder gesenkt werden. Gibt es für zuhause auch. Die Infusionen liefen über den "Poard", damit sie nicht laufend gestochen werden mußte.

Meine Mutter war bis zum Schluß trotz Morphin voll klar im Kopf. 4 Tage bevor sie Starb kontrollierte sich sogar noch die Mietnebenkostenabrechungen für 4Wohneinheiten ohne Taschenrechner (weil ich den zuhause vergessen hatte).

Mutter bekam auch Flüssigkeit sowie Nahrung über den Poard. Sie konnte aber bis auf die letzten zwei Tage Essen und Trinken, auch wenn es durch den Bauchschlauch gleich wieder ablief. Aber hauptsache der Geschmack.

Zum Schluß hatte sie immer Durst und wollt Fruchteis (Caretta).
Sogar auf ihrem Sterbebett haben wir es ihr gegeben. In Stückchen geschnitte und Stückchenweise in dem Mund zum Lutschen gegeben. Da konnte sie kaum noch sprechen.

Habe dir noch zwei links mit abgehängt, die uns sehr geholfen haben
http://www.lebensgedanken.de/sterben...llsprozess.htm
http://www.krebsgesellschaft.de/lk_s...tung,1001.html

Wünsche dir die Kraft die du brauchst für die kommende Zeit

Liebe Grüße Alex
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  #7  
Alt 18.05.2008, 15:50
HeidiHeidi HeidiHeidi ist offline
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Registriert seit: 28.10.2006
Beiträge: 114
Standard AW: Morphinpflaster Erfahrung ???

Hallo,

zuerst einmal wünsche ich euch viel Kraft. Meine Mama hat auch Morphinpflaster bekommen, diesen beschleunigen aber nicht den Tod. Es gibt viele Schmerzpatienten die sich mit Morphinpflaster behandeln lassen. Es hat sehr gut geholfen, weil es ja ständig wirkt. Bei akuten Schmerzen bekam Sie noch Novalgin Tropfen dazu. Nebenwirkungen waren Verstopfung, da haben wir dann ein Mikroklist genommen. Wir haben auch nie über den Tod geredet, sie hatte immer soviel Hoffnung u.war lebensfroh. Später als es zuende ging war sie leider nicht mehr im Stande zu reden... Wir waren alle bei Ihr. Ob jemand 1 mon.früher oder später stirbt entscheidet nur Gott, niemand kann es wissen. Zum Zeitpunkt des Todes lag eine ganz komische Spannung im Zimmer, am Bett meiner Mama hatten wir Sachen aufgehängt diese wibrierten ohne das wir es berührten. Man kann halt nicht alles mit dem bloßen Auge sehen. Ich war die einzige die meiner Mama eine Erlösung gewünscht hat, damit Sie nicht mehr leidet. Die anderen meinten sie müsste doch immer noch weiterkämpfen!Erst als wir alle bei Ihr waren u.gesagt haben sie solle so handeln wie sie es für richtig hält, hat sie aufgehört zu kämpfen. Meine Mama war halt eine Kämpferin...

Vielleicht solltest du versuchen mit deiner Mama zu reden, wie gerne hätte ich mit ihr geredet aber jetzt ist es nicht mehr möglich. Ich möchte nicht das du es irgendwann bereust.

Ah wäre meine liebe Mama doch nur bei uns ich vermisse Sie so sehr. Wünsche euch viel Kraft liebe Grüsse

Geändert von HeidiHeidi (18.05.2008 um 16:10 Uhr) Grund: fehler
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