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  #1  
Alt 28.09.2008, 12:25
Benutzerbild von Eleve
Eleve Eleve ist offline
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Standard Übers Sterben sprechen

Hallo,

ich möchte einmal ein schwieriges Thema anschneiden. Nicht, weil es akut wäre, zum Glück hab ich im Moment noch (eher: wieder) eine sehr gute Distanz dazu. Aber gerade deshalb möchte ich es jetzt ansprechen, wo mich abweisende Antworten oder gar eine Löschung des Themas vielleicht nicht so sehr mitnehmen.

Niemand, der an Krebs erkrankt ist, kommt am Thema Tod und Sterben völlig vorbei. Und leider ist es sehr sehr schwer, mit jemandem darüber zu sprechen, so, daß es zum aktuellen persönlichen Bedürfnis passt. Wo es doch im Alltag schon schwierig ist, über Krebs zu sprechen, ohne irgendwelche Verletzungen zu verursachen oder Kommunikations-Tabus zu brechen.

Als ich meine Diagnose hatte, habe ich mich natürlich zuerst einmal informiert über die Krankheit. Und gleichzeitig kamen lähmende Ängste und hektische Versuche, mit dem Ganzen klar zu kommen. Gedankenkarussellfahrten im Kopf, die so schwindelig machten, daß man am Ende glaubte, schon Metastasen im Gehirn zu haben.

Einer der ersten Gedanken war: Wie kann man sich schmerzlos umbringen, bevor das große Leiden beginnt? Google ist da nicht hilfreich. Suchst Du "Selbstmord" findest Du "Prävention" oder "Hilfen für Angehörige".
Irgendwo ist das auch gut so, denke ich jetzt, ein Jahr später. Damals habe ich einfach gewartet, ob ich aus dem dunklen Loch wieder herauskomme. Und tatsächlich: Nachdem sowohl der Winter als auch die Chemo zu Ende waren, kam ich Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben. Heute z.B. gerade ein ganz normales Leben. Von ein paar Arztbesuchen und Untersuchungen hie und da abgesehen. Hätte ich das damals geglaubt?
Danke auch den Leuten hier im Forum, denen ich dann bald geglaubt habe, daß man an BK nicht soooo schnell stirbt, wie ich zunächst geglaubt hatte.

Trotzdem lungert es um mich herum, das Thema "Tod". Und trotz liebevollem Ehemann, Mutter und hie und da Psychiaterin oder Psychoonkologin an der Hand, evtl. auch Pfarrer, merke ich, daß ich mit niemandem meine Gedanken und Sorgen zu dem Thema teilen kann.
Hier im Krebskompass scheint mir auch nicht der richtige Ort. Alle wollen positiv denken. Keiner will wirklich übers Sterben und alles drum herum sprechen.
Mit dem Thema bleibt man allein.

Muß man das wirklich mit sich selbst ausmachen?
Oder könnt Ihr irgendeinen Ort empfehlen? Ein Forum? Oder an wen wendet Ihr Euch mit solchen Gedanken?

Ich wünsche mir irgendwie in dunklen Stunden schon einen gewissen Austausch, Gedanken von anderen Menschen, die meine Gedanken sicher nicht wirklich nachfühlen, aber ernst nehmen können. Wo ich auch mal richtig negativ sein kann und darf.

Hm... jegliche Gedanken oder Tipps sind herzlich willkommen.

Viele Grüße,
Eleve
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  #2  
Alt 28.09.2008, 14:29
Benutzerbild von mona35
mona35 mona35 ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Hallo Eleve
Als ich meine Diagnose bekommen habe hab ich auch sofort ans Sterben gedacht und bin bei dem Gedanken fast verrückt geworden.
Am schlimmsten war es in der Chemozeit.
Heute geht es mir wieder gut und ich denk nicht mehr so viel darüber nach.
Es ist schon schwer darüber zu schreiben und die richtigen Worte zu finden.
Liebe Grüße Ramona
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  #3  
Alt 28.09.2008, 14:41
Benutzerbild von Karin55
Karin55 Karin55 ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Hallo Eleve,

ich kann mir gut vorstellen, dass dir das Gespräch über das Sterben fehlt. Mir macht es zunächst große Angst, was daran liegt, dass ich keine lange Lebenserwartung habe wegen Metastasen und ich - im halbwegs normalen Zustand - es einfach nicht aushalten kann, daran ernsthaft zu denken. Ich konnte vor 2 Jahren noch theoretisch darüber diskutieren, vielleicht meine "kleinen Ängste" beruhigen, als ich ohne Rückfall noch berechtigte Hoffnung auf Heilung hatte.

Vielmehr frage ich mich, wie man Palliativmedizin bzw. "palliative Psychoonkologie" für die Leute umsetzt, die noch nicht über das Sterben oder über Hospiz oder Schmerzbekämpfung reden wollen. Die vielleicht noch einige Jahre vor sich haben.

Gibt es das, eine langfristige Vorbereitung auf das, was uns alle einmal betrifft? Stirbt man dann leichter, mit sich mehr im Einklang? Oder mache ich mir mein derzeitiges Leben damit nicht noch schwerer?

Ich finde, es ist ein gravierender Unterschied, ob man über das Sterben redet, evtl. philosophiert, wenn die Hoffnung auf ein längeres Leben noch da ist als wenn man nur noch 1 bis 5 Jahre vor sich hat. Meine eigentlich sehr nette Ärztin sagte vor ein paar Tagen zu mir: "Manchmal muss man einfach verdrängen; wenn man sich immer sagt, der Krebs wird mich eines Tages von innen auffressen, dann ist das nicht gut ..." Das war ein ganz unangenehmes Bild für mich, hat mich niedergeschmettert, obwohl es so sein wird. So ähnlich wäre jetzt für mich die Auseinandersetzung mit dem Tod, der leider allzu wirklich ist.

LG
Karin
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  #4  
Alt 28.09.2008, 14:51
Evche Evche ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Hallo Eleve,

nach meinem schweren Unfall vor 8 Jahren hatte ich einige Monate Suizidgedanken, weil ich mich mit meinem veränderten Körperbild und den vielen Narben einfach nicht abfinden konnte. Knapp 2 Jahre später und nach den ersten Korrektur-Operationen konnte ich mein Leben wieder annehmen. Suizid in dieser Zeit wäre ein Weglaufen gewesen.

Vor 2 Jahren bin ich an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Dieses Mal war die Auseinandersetzung mit dem Sterben kein Weglaufen, sondern es war eine Möglichkeit des Verlaufes meiner Erkrankung. Die Gefühle von Hilflosigkeit waren dieselben wie 8 Jahre zuvor, mit dem Unterschied, daß ich dieses Mal um jeden Preis leben wollte.

Ich habe diese Phase genutzt, um die letzten "alten Leichen" aus meinem persönlichen Keller zu räumen, Ordnung und wirklichen Frieden in mein Leben zu bringen. Mein Testament liegt in der Schublade, ich habe sogar die Musik festgelegt, die bei meiner Beerdigung gespielt werden soll.

Der Tod kann jederzeit und plötzlich kommen, er gehört zum Leben wie die Geburt. Aber er ist ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Jeder denkt irgendwann darüber nach, vor allem wenn der Zenit überschritten ist, jemand an Krebs erkrankt oder einen lebensgefährlichen Unfall überstanden hat.

Für mich war die Auseinandersetzung wichtig, um mit meiner Angst vor dem Tod umgehen zu können. Denn durch diese Auseinandersetzung ist mir sehr bewusst geworden, wie schön das Leben ist. Auch mit meinen vielen Narben, mit meiner Brustamputation und ohne Gebärmutter.

Mir ist bewusst, daß ich irgendwann gehen muß. Wann das sein wird, weiß ich nicht, ich hoffe aber auf viele glückliche Jahre, die noch vor mir liegen. Aber egal, wann meine Uhr abläuft, es gibt keinen Bereich in meinem Leben, in dem ich nicht meinen Frieden habe. Und den hätte ich ganz gewiss nicht, wenn mein Unfall und meine Krebserkrankung nicht gewesen wären. Erst durch diese schlimmen und traumatischen Erfahrungen konnte ich reifen und habe das Loslassen gelernt. Dafür bin ich dankbar.

Liebe Grüße vom Evche
__________________
Macht hat nur der über mich, dem ich sie gebe.
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  #5  
Alt 28.09.2008, 15:02
Benutzerbild von friebe
friebe friebe ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Hallo Eleve,

eine Sekunde habe ich überlegt, ob ich das jetzt lesen will oder ob ich Deinen Beitrag ignoriere. Aber das Thema ist sowieso in einer Ecke im Kopf, warum also nicht darüber reden. Ich finde das Forum hier auch gar nicht schlecht dafür. Du hast eine gute Formulierung für das Thema gefunden. Wer nicht darüber lesen oder reden will, kann es gut umgehen.

Ich habe meine Diagnose im Januar bekommen und ich war der festen Überzeugung, dass mir nur noch wenige Monate bleiben. Ich war wie gelähmt und gleichzeitig ärgerlich, weil ich doch die verbleibende Zeit sinnvoll nutzen sollte. Ich hatte mein Leben zu einem ganzen Teil an dieser Gewissheit ausgerichtet: "Wozu neue Jeans kaufen. Die alten sind zwar zu weit, aber für die paar Monate geht es auch mit Gürtel." "Eigentlich bräuchte ich ein neues Handy, aber es lohnt sich nicht, dafür Geld auszugeben" … - Das muss für meine Familie ziemlich anstrengend gewesen sein. Darüber geredet haben wir nicht wirklich. Ich habe aber ein neues Handy bekommen, das viel zu teuer war und dass wir vor einem Jahr sicherlich nicht genommen hätten.

Irgendwann habe ich dann auch begriffen, dass es sich nicht so schnell stirbt. Ganz wegdrücken kann ich das Thema aber nicht und ich glaube, ich will es auch gar nicht. Es ist auch nicht so, dass ich über den Tod nachdenke, weil ich Krebs habe (hatte?), sondern der Krebs hat den Anlass dafür gegeben. Solange ich gesund war, war das Leben selbstverständlich. Schreckliche Dinge passieren - allerdings nur den anderen. Es ist die Erkenntnis, dass ich genau wie alle anderen sterblich bin, die mir erstmal die Füße weggehauen hat. Ich weiß nicht, wann und wodurch ich sterben werden, aber ich möchte nie wieder so eiskalt von dieser Erkenntnis überrascht werden. Ich denke, gut wäre es, wenn man es hinbekommt, den Tod als Teil des Lebens zu sehen. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das hinkriegen soll, aber ich habe das Gefühl, dass ich damit irgendwie dem Ganzen ein kleines bißchen den Schrecken nehmen kann.

Ich wüßte jetzt auch nicht, mit wem ich darüber sprechen sollte. Meine Familie steht ganz doll hinter mir, wäre damit aber überfordert. Ich hatte einen Versuch bei der Psychoonkologin gestartet, dass hat auch nicht funktioniert. Vielleicht muss man diese Todesangst selbst erlebt haben, um das überhaupt verstehen zu können?
Über den Tod zu sprechen, hat für mich nichts mit negativem Denken zu tun. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht runterziehen lässt. Im Moment geht es mir ganz gut, da ist das Thema ok. Ich weiß nicht, ob ich mich darauf einlassen würde, wenn ich mies drauf bin.

Liebe Karin, Du hast sicherlich Recht. Ob man sich damit beschäftigen will und kann, hat sicherlich etwas mit der Prognose zu tun. Bei mir sieht es im Moment nicht schlecht aus. Da ich nicht weiß, ob das so bleiben wird, will ich das Thema für mich lieber jetzt ein bißchen sortiert bekommen.

Liebe Grüße - Klara
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  #6  
Alt 28.09.2008, 15:03
Ilse Racek Ilse Racek ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

@ Karin

mir gefällt Dein Satz "Ich finde, es ist ein gravierender Unterschied.............."

Wenn ich trübe Gedanken habe, finde ich imeistens einen Menschen zum Reden. Wohlbedacht darauf, dass ich mich nicht all zu sehr "reinsteigere"

LG
__________________
Ilse
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  #7  
Alt 28.09.2008, 15:12
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andile2412 andile2412 ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Liebe Karin!

Du hast so Recht, genau so stell ich mir das vor... wenn man sich "unmittelbar" mit dem Sterben befassen MUSS!! Einige leben ja wirklich mit der Hoffnung, dass sie gesund sind und schieben das Thema Sterben erst mal wieder weit von sich! Tut mir sehr leid für Dich, aber ich hoffe es ist soweit erträglich und Du hast noch eine relativ gute und lange Zeit!


Liebe Eleve!

Das Thema Sterben kann ich auch mit keinem besprechen! Jeder blockt da sofort ab und ich merke, dass niemand darüber reden will/kann! Da heisst es dann nur: "Du bist doch wieder gesund, an sowas brauchst gar nicht zu denken!!" Tja, was bringt mir das??? Überhaupt gar nix !!Anfangs hatte ich auch Panik, dass ich bald sterben werde! Ich dachte manchmal einfach nur ICH WILL NICHT !!!!!!!!!!!!!!!!!!Jetzt auch noch manchmal, aber nicht mehr ganz so oft! Vielleicht ist das ein Selbstschutz? Mein Doc hat letzte Woche zu mir gesagt: "Manchmal muss man bestimmte Dinge einfach verdrängen, sonst würde man durchdrehen!" Wir haben ja die Hoffnung, dass wir wieder "gesund" sind! Aber ich weiß auch, dass sich das sehr schnell ändern kann! Bin ich in 1 oder 3 oder 5 Jahren noch hier?? Sogar "20" Jahre wären mir noch zu wenig, weil da wäre ich ja auch erst 58 Jahre alt!!! Nun ist es wohl tatsächlich so, dass ich nicht in den Genuss komme 80 Jahre alt zu werden! Das macht mir manchmal solche Angst und ich werde auch irgendwie wütend darüber!! Angst vor dem Tod selber habe ich weniger, aber vor dem Sterben davor! Ich hoffe nur für mich, dass es schnell geht!! Wenn ich aber so mitbekomme, dann ist es für den der stirbt wohl gar nicht "so" schlimm, aber für die Lieben, die er zurück lässt!! Dann habe ich wieder Zeiten, an denen ich überhaupt keine Angst habe! ...dann ist es halt so, denke ich dann! "Gesunde" Menschen wissen doch auch nicht, wie lange sie noch Zeit haben! Ich kann ja auch an was ganz anderem sterben?!?!? Ach, irgendwie ist das ein Endlosthema...! Bald darf ich zur Reha und ich freue mich schon, wenn ich dort mal so richtig über meine Ängste reden kann - vielleicht tut mir das auch schon gut!!
Ich hoffe trotzdem, dass ich noch lange leben darf... so oder so!!

Schönen Sonntag noch, liebe Grüsse Andrea.
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Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.
Und Glück ist die gute Fee, die aufpasst, dass wir dabei nicht ins Stolpern geraten. (Peter Kuzmic)
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  #8  
Alt 28.09.2008, 15:24
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Maphalda Maphalda ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Das Thema Sterben hat mich schon lange vor dem Krebs sehr beschäftigt. Intensiv auseinandergesetzt habe ich mich damit in einem mehrmonatigen Hospizkurs. Kurz bevor ich dort mit der ehrenamtlichen Arbeit beginnen wollte, erlitt meine Mutter zwei schwere Schlaganfälle. Sie lag etwa ein Jahr im Wachkoma und wurde dank Magensonde am Sterben gehindert. In dieser Zeit habe ich zum ersten Mal hautnah erlebt, wie wir unsere Mitmenschen sterben lassen.

Die Einschläferungsspritze, die man jedem leidenden Haustier gönnt, wird Sterbewilligen vorenthalten. Da kann man drüber denken, wie man will. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich frühzeitig in ein Hospiz gehen werde, wenn ich irgendwann mal "austherapiert" sein sollte.

Ich habe eine Patientenverfügung, in der ausdrücklich steht, dass ich keine lebensverlängernden Maßnahmen wünsche und vor allem unter gar keinen Umständen eine Magensonde haben möchte. Wenn ich Glück habe, gerate ich an gnädige Ärzte, die meinen Willen respektieren.
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  #9  
Alt 28.09.2008, 16:15
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Rubbelmaus Rubbelmaus ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Ich denke da wie Maphalda.

Seit meiner Erkrankunge 2000 habe ich eine notarielle Patienverfügung und ich werde von sehr guten Ärzten betreut. Alle haben mir versprochen, dass sie sich dafür einsetzen, dass ich ich würdevoll sterben kann und so gut es geht auch schmerzfrei in einem Hospiz untergebracht werde. Mittlerweile bin ich auch Mitglied im Förderverein Palliativmedizin.

Früher habe ich auch immer gedacht, dass ich alleine bestimmen will, wann und wie ich gehen werde. Aber diese Ansichten haben sich in den Jahren geändert. Heute gibt es viele gute Möglichkeiten, bis zu seinem Ende ein einigermassen erfülltes Leben zu führen. Ausserdem ist das eine Sache des Glaubens und da ich an einem Leben nach dem Tode glaube, habe ich auch meine eigene Einstellunge dazu. Aber die ist privat und das muss jeder mit sich selber ausmachen.

Nur gibt es über das Thema auch noch andere Probleme. Sprechen ist kein Problem für uns und es gibt wohl kaum ein Buch über das Thema Sterben, das ich nicht gelesen habe. Doch jetzt merke ich, je kränker ich werde und je schneller es auf meinem Ende zu geht, umso größer ist auch meine Angst. Alle Jahre vorher habe ich immer gesagt und gedacht, wenn es mal so weit ist, dann habe ich alles geregelt und ich kann mich ganz dieser Zeit widmen, ohne Angst. Ich habe immer gesagt, jeder hat seine eigene Zeit zum Sterben und sterben müssen wir Alle einmal.

Aber seit einigen Wochen merke ich, es geht nicht so einfach. Es geht mir von Tag zu Tag schlechter. Auch unseren Urlaub mussten wir jetzt abbrechen, weil ich ganz große Problem mit der Atmung habe. Ich bekomme sehr schlecht Luft und neuerdinges habe ganz große, nie gekannte Ängste. Ich liege dann im Bett japse nach Luft, breche dabei viel und habe nur noch eine Scheixxangst. Schmerzen habe ich aber G.s.D. keine. Das hat nicht mal mit der Krankheit alleine zu tun, sondern ich merke, ich habe Angst davor, wie ich sterbe. Ersticke ich plötzlich oder bin ich gut versorgt und unter ärztlicher Kontrolle?

Auch mein Mann wird immer hilfloser. Früher habe ich ihn immer noch beruhigt und wir haben über alles offen gesprochen. Doch jetzt merke ich, ich brauche alle Kräfte für mich selber und kann ihm nur noch bedingt zuhören. Vorgestern bin ich sogar richtig grantig geworden und habe ich angeblafft, dass es mir ja auch leid tut, dass er nicht weiss was er machen soll, aber er muss mit seiner Situation langsam alleine klar kommen und soll sich Hilfe suchen. Ich muß mein Sterben auch lernen und bin schliesslich die Hauptbetroffene. Ich weiss, dass das gemein war. Denn ich habe einen wundervollen Mann der alles für mich tut und er hat das auch nicht verdient. Aber irgendwie kann ich momentan nicht anders und bin völlig neben der Spur.

Versteht ihr mich, was ich mit meinem Beitrag sagen will? Darüber sprechen wenn der Tod noch weit weg ist, ist etwas ganz Anderes als wenn er schon fast bei dir ist und damit real geworden ist.

Ich hoffe, dass ich meinen richtigen Weg noch finden werde,

Heidi
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  #10  
Alt 28.09.2008, 16:57
Evche Evche ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Liebe Heidi,

du hast vollkommen recht. Es gibt große Unterschiede zwischen Sterben wollen, Sterben können und Sterben müssen.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, daß du deinen Weg findest.

Alles Liebe für dich vom Evche
__________________
Macht hat nur der über mich, dem ich sie gebe.
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  #11  
Alt 28.09.2008, 16:57
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Tamina Tamina ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Ich habe eine Freundin die sehr realistisch ist, mit ihr kann ich über alles reden. Zum Glück.

Sie kennt ein schönes Hospiz, dahin wird sie mich bringen.

Ich möchte bis zuletzt gut versorgt sein und alles bekommen, was mir das Sterben erleichtert.

Es ist furchtbar, wenn man noch so viel vor hatte und merkt, es ist nicht mehr viel Zeit da.

Es hat eine so unfaßbare Größenordnung, daß es einen manchmal einfach umhaut, der Gedanke ich werde nicht mehr so lange leben. Mich macht es traurig.

Im Moment kämpfe ich noch, aber die Gedanken sind im Unterbewußtsein und kommen in den Träumen hoch.

Letztendlich ist man alleine damit, für die anderen geht das Leben ja weiter.

Habe in vielen Beiträgen gelesen wo Angehörige schreiben wie sie sich fühlen, aber nichts darüber, was der Betroffene selbst fühlt und denkt.

Ich hoffe, ich werde dann mit nicht so viel Selbstmitleid der anderen überschwemmt.

Sage mir immer es sind so viele vor mir gestorben, daß werde ich dann auch noch schaffen und wende mich dem Leben wieder zu, so lange es dauert.

Liebe Grüße

Brigitte
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  #12  
Alt 28.09.2008, 21:07
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hanaya88 hanaya88 ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Hallo zusammen

Mir geht es da wie vielen von euch.....ich mache diese Gedanken übers Sterben meistens mit mir alleine aus. Mein Mann ist der geb. Optimist und möchte nichts davon hören. Mein Sohn weiss wohl dass ich Krebs habe, aber nicht wie ernst es ist (Metas) und den möchte ich mit seinen 12 J auch nicht zu sehr belasten. Also bleiben noch meine Freunde. Aber bei denen kann ich ja auch nicht immer damit anfangen. Schliesslich sind sie gesund, für sie hat sich nichts geändert im Leben......

Ich mache mir auch nicht unbedingt Gedanken vor dem Tod, sondern vielmehr über das dahinsiechen. Davor habe ich Angst. Nichts mehr mitzubekommen, nur noch mit Morphium vollgestopft werden, während mein Krebs mich auffrisst!? NEIN. Ich glaube ich werde da vorher (wenn ich noch kann) selber nachhelfen.....

All diese Gedanken machen mich sehr traurig....immer wieder....auch Angst habe ich.....aber ich versuche es noch zu verdrängen, denn im Moment geht es mir ja noch gut.....aber wie lange noch?!?! seufz

@Heidi: es tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht. Ich hoffe für Dich, dass es doch noch ein Lichtlein gibt und dass Du da raus findest!!! daumendrück

@Andrea: Dein Mail könnte von mir geschrieben sein!!!!

Ich wünsche uns allen, wäre doch nicht zuviel verlangt, ein friedliches und "schönes" Sterben ohne Schmerzen. Und es soll zack zack gehen und nicht über Monate verteilt!

In diesem Sinne: alles Liebe für alle!
Hanaya
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  #13  
Alt 29.09.2008, 02:13
parallele parallele ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Mir ist das Thema auch ein Anliegen - auch wenn es hoffentlich weit weg ist und ich noch viele Jahre vor mir haben werde. Jedenfalls ist der Tenor der medizinischen Auskunft: wir haben alles entfernt. Keine Metastasen. SIE SIND GESUND.
Und mir haben sich alle Haare gesträubt. Denn ob hier im Forum oder im Freundeskreis: ich kenne nun etliche, die mit dieser positiven (und alle Fragen oder Ängste versiegelnden) Auskunft recht bald an Rezidiven oder Metastasen erkrankten.

Meine Ängste und Gedanken kann ich auch nirgends hintragen. Die (erwachsenen) Kinder? Sind schon durch Diagnose und während der Klinik- und Bestrahlzeit ziemlich in die Knie gegangen. Mein Mann ist ein Optimist mit Schutzwall. Auch die Freunde.

Hauptgrund für eine psychologische Therapie, die ich gerade beginne, ist eben jenes Thema. Die Ängste um das Thema Tod. Nicht einmal vor mir selbst kann ich bislang (alles) formulieren, was bedrückt oder panisch macht. Ich hoffe, dass ich das unter fachlicher Führung tun kann. Mich nähern. Dem, was es für mich bedeutet. Wovor die Angst da ist. Nicht nur das primär Sichtbare wie Schmerzen. Das Aufhören der eigenen Persönlichkeit. Keinen Glauben haben - w i e dann ein (verfrühtes) Lebensende ertragen und annehmen? Und so fort.
Erschreckt hat mich, dass in diesem Thread zwei- oder dreimal erzählt wurde, dass auch bei der Psychoonkologin eine Abwehr gegen die Thematik herrschte.
Ich hoffe, ich bin in besseren Händen. Optimismus, Lebensfreude, Lebenswillen und -stärke will ich auch gewinnen. So, dass ich nicht wieder in Depressionen verfalle. Aber mit den Ängsten und der ... vorgezogenen Trauer über einen möglichen frühen Tod, ein verkürztes Leben, einen Verlust an Zeit und Freude und Er-leben möchte ich dort auch gut und unterstützt aufgehoben sein.
Hoffentlich ist das so.

Denn wie gesagt: auch ich weiß nicht, wohin mit dem Thema Sterben und Tod.

Vor vielen Jahren habe ich auch in einem Hospizkreis eine Schulung in 14 Abenden und zwei Drei-Tage-Seminaren gehabt. Damals war ich noch nicht krank - sondern hatte *nur* und unerklärlich große Todesfurcht. Auch damals nirgends Verständnis bei meinen Mitmenschen. Bis ich immerhin zugreifen konnte, mich im Rahmen der Hospiz-Seminare dem Thema Tod überhaupt zu nähern.
Wieviel Aberglauben und Abwehr das Tabu-Thema auslöst, habe ich dann in der engsten Familie erfahren. Mir wurde von meinen Eltern gesagt, dass man das nicht tun dürfe (sich so mit dem Sterben beschäftigen), damit "ziehe man doch den Tod heran". Und als dann mein Vater an einem plötzlichen Herzinfarkt einige Monate später starb, wurde zwar nicht ausgesprochen, aber von meiner Mutter signalisiert, ob nicht ich ...
Und dabei haben sie nur sich im Mittelpunkt gesehen. Dabei ist es doch mein bedrückendes Lebensthema gewesen, das Thema Sterben und Tod. Und was hilft und stützt, wenn man keinen Glauben mehr hat.

Ich bin froh, wie offen Ihr hier schreibt!
Danke.

die parallele

Geändert von parallele (29.09.2008 um 02:16 Uhr)
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  #14  
Alt 29.09.2008, 04:34
Norma Norma ist offline
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Es tut weh, was ich hier lesen muss. :-(

Sooo viele, die mit ihren Gedanken über den Tod alleine dastehen. :-(

Ihr müsst euch wirklich alleingelassen fühlen. :-(

Aber ihr habt ja hier genügend Menschen, die euch verstehen und auch bereit sind, ihre Gedanken mit euch zu teilen. ;-)

Natürlich denke ich ans Sterben.
Natürlich denke ich an den Tod.

Es wäre für mich unrealistisch, als Krebskranke, nicht daran zu denken.

Aber auch hier gilt:
es dauert eine Zeit, bis man -aus der absoluten Panik- und Angstsituation nach der Diagnose-, später ruhiger werdend, darüber nachdenken kann.

Das WIE ist dabei natürlich ganz wichtig.
Vor Qualen haben wir alle wohl die meiste Angst.

Wie bei Einigen von euch auch: mein Mann war der absolute Optimist. Für ihn war mein Ableben so weit entfernt, dass es das gar nicht gab.
Bis er selbst an Krebs erkrankte. :-(
Nun bin ICH es, der immer wieder aufs Neue ihn aufbauen muss.
Nur bin ich halt von Natur aus nicht übermäßig optimistisch; eher realistisch.

Wir können JETZT über den Tod sprechen; in Ruhe.
Wir haben uns für das Hospiz entschieden, weil wir glauben, dass dort die beste Betreuung sein wird.

Schwierig war es, unsere Kinder vorzubereiten.
Da hat sich mal wieder herauskristallisiert, dass Frauen belastbarer sind als Männer. ;-)

Unsere Tochter findet es gut, vorbereitet zu werden.
Unser Sohn kann damit überhaupt nicht umgehen.
Papa darf nicht sterben ;-) und Mama erst recht nicht. ;-)

Wir haben außer der Patientenvollmacht ein privates Testament gemacht.
Wir haben den Bestatter bestimmt; der Friedhof ist ausgesucht; die Bestattungsart ist festgelegt (wobei wir da den Wunsch unserer Tochter berücksichtigt haben).

Die Adressen zur Benachrichtigung sind hinterlegt; genauso wie sämtliche Behörden aufgeführt sind, welche für uns relevant sind (womit der Bestatter eben nichts zu tun hat).

Ja, wir sind vorbereitet.

Ja, wir finden das für uns persönlich richtig und gut.

Wir sprechen mit anderen Menschen NICHT über unsere Vorbereitungen.
Eben genau deshalb, weil ganz viele Menschen nicht damit umgehen können.
So Phrasen wie: Ihr habt doch alles gut überstanden; ihr seid doch wieder gesund... haben wir hinter uns gelassen.

Wir wissen, dass solche Menschen nicht mit dem Tod umgehen können; sie verdrängen.
Sollen sie... wir tun es nicht.

Wichtig ist für uns, eine wirklich gute ärztliche Betreuung zu haben. Also kein Arzt, der uns Honig um den Mund schmiert.

Wie gesagt: es dauert lange, bis man wirklich ruhig über den Tod nachdenken kann.

Alle Diejenigen unter euch, die noch sehr unter Ängsten leiden: seid geduldig mit euch selbst.
Es ist erlaubt, Panik zu haben.
Es ist erlaubt, von Ängsten beherrscht zu werden.

Schritt für Schritt nähert ihr euch irgendwann den unausweichlichen Gedanken.
Macht diese Tür ganz sachte auf und wenn das nicht gelingt, schlagt sie sofort wieder zu.

Irgendwann schafft ihr es, hinter diese Tür zu blicken.
Ohne Angst, ohne Panik, ohne Schweißausbrüche.

Ich verspreche es euch!

Und lasst die "Außenstehenden" ihre Sprüche von sich geben. Sie können nicht anders.

Ganz liebe -schlaflose- Grüße
eure Norma
Diagnose Brustkrebs Nov. 2001
Diagnose Darmkrebs Juni 2007 bei meinem Mann
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  #15  
Alt 29.09.2008, 09:35
falino falino ist offline
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Ort: Steinefrenz, Westerwald
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Standard AW: Übers Sterben sprechen

Guten Morgen Eleve,
schön, dass du das Thema "Tod" ansprichst. Es stimmt, auch in meiner Umgebung möchte niemanden darüber sprechen. Es heisst immer: "NEIN, Du DARFST nicht ans Sterben denken". Da meine Schwester 1,5 Jahre nach meiner Diagnose an Hirntumor gestorben ist, ist es nicht einfach, NICHT über das Thema nachzudenken.

Ich hatte letztes Jahr 10 Monate lange die Zoladex-Spritzen und in der Zeit dachte ich wirklich sehr oft, dass ich bald sterben werde, habe sogar schon im Stillen meine Beerdigung vorbereitet. In Juni wurden bei mir die Eierstöcke entfernt und seitdem geht es mir blendend. Ich denke nicht mehr soviel über das Sterben nach.

Wie du an den vielen Reaktionen sehen kannst, ist wirklich ein großer Bedarf da, sich auszutauschen.

Wenn du möchtest, kannst du mich jeder Zeit mailen.
Liebe Grüße
Ann
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