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  #1  
Alt 19.10.2008, 14:12
Heiderose Heiderose ist offline
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Standard Mutmachereckchen für uns alle

Hallo an alle, die ihr mir in den letzten Wochen mit sehr viel Rat zur Seite gestanden haben!

Krebs - wau das ist eine Diagnose, die haut einen erst mal um, wupps da liegts du. Auf einmal ist man nicht mehr der Handelnde, man wird behandelt - manchmal auf unsägliche Weise, wie ich hier oft lesen konnte.

Ich denke immer noch an mein erstes Diagnosegespräch. Sie haben Krebs, wollen Sie einen Kaffee????????????? Operieren können wir nicht, ist aussichtslos, zu grosse Raumforderung?????????????????Wir fangen mal mit Chemo an, wenn sie einverstanden sind?????????
Ich war unsäglich verwirrt, habe nur noch nichts, aber auch gar nichts verstanden und habe mich auf meine beruflichen bedingt vorhandenen Rhetorikfähigkeiten besinnen müssen, um mich durchzusetzen und genauere Informationen zu erhalten. Aus den vom DOC wohl einkalkulierten fünf Minuten wurden 50 Minuten. Pech gehabt, Doc, aber ich bin ein mündiger Patient. Aber danach haben wir uns gut verstanden, er wusste mich einzuschätzen und ich habe mich auf unsere Gespräche gut vorbereitet. Langer Zettel, viele Fragen, Internetdurchsuche vorher. Ich glaube dass ich für seine grauen Haare mitverantwortlich bin. Aber bitte schön, das ist doch mein Leben, um das es hier geht. So viel Zeit muss sein. Auch wenn die DOCs meinen, dass ich nicht mehr viel Zeit habe.

Nach sechs Chemotherapien bei den DOCs grosses Erstaunen, bin wohl ein Klimawunder, weil meine Tumore wie Schnee in der Sonne schmelzen. Haben Sie noch nie gehabt, sagen sie. Wir können doch operieren, sagen sie. Wundert mich nicht, bin doch Gott sei gedankt ein Invidium. Ich bin keine Statistik Ich bin ein Mensch, kein TumorIch will leben Und ich bestimme letztendlich, was ich dafür auf mich nehme, weil ich muss es ertragen. Nicht der DOC

Nach der OP grosses Erstaunen, Primärtumor ist draussen (keiner hats geglaubt, ausser mir). Metastasen sind noch da. Nun will man einfach warten und mein Bauch sag mir, DAS IST FALSCH!

Erster Termin beim Spezialisten: Ich bin wieder nur ein Tumor mit Anhängsel Mensch, nein das will ich nicht. Ich sage es auch. Und wechsle den Spezialisten.

Tumorbiologie in Freiburg: Hier bin ich ein Mensch mit Anhängsel Tumor. Hier hat man nichts dagegen, dass ich eine eigene Meinung habe und Fragen stelle - auch unbequeme

Und hier rät man mir nicht dauernd zur Ruhe, sondern akzeptiert, daß ich aktiv bin, arbeite, wandere, Wein trinke (trotz Chemo), kurz gesagt, dass ich mein normales Leben (zu dem jetzt eben auch die Chemo gehört) weiterlebe.

Ich bin nicht nur Patient - ich bin auch Mensch. Ich fliege in Urlaub, obwohl ich einen Tag nach dem Urlaub wieder Chemo habe. Keiner schimpft, im Gegenteil man freut sich mit mir.

Ich feiere meinen Geburtstag (mit Wein), freue mich an meine Kids, an meinem Enkelsohn, an meiner Arbeit. Kurz gesagt, ich weigere mich einfach so zu sterben.

Und siehe da, das funktioniert.

Wie lange, das weiß keiner.

Aber letztendlich kommt es nicht auf die Quantität unserer Tage, sondern auf die Qualität unserer Tage an. Und gerade jetzt geniesse ich den Sonnenschein, den Hund auf meinen Füssen und ein unbändiges Glücksgefühl.

So sollte es uns allen gehen und immer wenn ich jemanden ein wenig Hoffnung geben, kann dass auch ein "krebsiges" Leben schön sein kann, dann bin ich froh und glücklich.

Alles Liebe an alle, die der gleichen Meinung sind

Heiderose
  #2  
Alt 19.10.2008, 18:37
frieda3 frieda3 ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle

liebe heidrose,

dem ist nichts hinzuzufügen. weiter so. nach dem spiel ist vor dem spiel, sag ich doch...nach 2 rezidiven seh ich auch überhaupt nicht ein, mein leben nicht zu leben. alles geht nicht mehr so fix, ja und. werde älter, und vielleicht wäre das sowieso so gewesen und vielleicht liegt das ja an den "wechseljahren". immer schön der reihe nach!

wechsel die spezialisten, wenn sie nix sind. wir haben da keine zeit zu verlieren. das halte ich auch so. ich bleibe nicht mehr "in teufels küche", dann gehe ich.
ich und ich (das nette duo): schwimm in anderen flüssen.....

liebe grüße
frieda3
  #3  
Alt 19.10.2008, 18:44
future future ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle

Liebe Heiderose,

das hast du gut ausgedrückt .. ich lebe in ähnlicher Weise mit meinem Krebs zusammen .. hoffe , dass wr uns eines Tages zu einem persönlichen Austausch begegnen können .. wir haben offensichtlich in unserer Lebenseinstellung vieles gemeinsam ..


lieber Gruß

Sylvia
  #4  
Alt 19.10.2008, 21:29
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Sternschnuppe07 Sternschnuppe07 ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle



Hallo liebe Heiderose, hi liebe Silvia, hallo liebe Frieda,

dankeschön liebe Heiderose für Deine wundervollen, offenen und wahren Worte, besser kann man diese Situationen auch gar nicht beschreiben.

Ja, es ist eine Hammerdiagnose und wie in einem anderen Beitrag schon erwähnt, bekam ich diese, so "ganz nebenbei" von einer sehr "sensiblen", jungen Chirurgin im 1. Krankenaus, einem stinknormalen, weil ich ja da noch nicht wusste, was mich genau erwartete. "Ihr Tumormarker weist stark auf EK hin" bekam ich lässig zu hören, als würde sie sagen: "sie haben Schnupfen meine Gute." Dass muss man erst einmal verdauen, wegstecken, begreifen. Dann die ewig dummen Fragen: "wie lange noch?" Ebenso dumme Antworten:" also dieses Krankenhaus werden sie bestimmt lebend verlassen und " also in diesem Jahr sicherlich nicht." Bis mir ein Gyn. erklärte, dass man so eine Frage nur im Film stellt, weil man diese nicht beantworten kann. Aber es ging ja da auch noch weiter. Dachte ich Schaf, ich sei noch im Anfangsstadium, immerhin war meinereiner ja schließlich einige Monate vorher bei der Vorsorge gewesen, bekam ich den nächsten Schlag mit dem sinnbildlichen Hammer: "nein, das ist fortgeschritten." Klar, Aszites, sah damals aus wie eine Hochschwangere, heute bin ich schlauer, damals leider noch nicht.
Doch dann erwachte mein Kampfgeist, leider sollte der nächste Hammer bald folgen. Man hatte mich operiert und als ich aus der Narkose erwachte, war mein Mann neben mir, ich sah auf die große Uhr an der Wand, die OP hatte nur etwas über eine Stunde gedauert, viel zu kurz, instinktiv wusste ich, da stimmt etwas nicht. Richtig, man brachte es mir auch so nebenbei bei, dass sich leider die Tumorherde weit ausgebreitet hatten, hätte man mich richtig operiert, hätte man viel zu viel wegschneiden müssen und dann wäre ich ja noch kranker geworden als vorher. Also hatte man nur das Netz entfernt, wollte Chemo machen. Aber es kam wieder ein wenig anders, denn ich erholte mich gar nicht von der OP, behielt nichts bei mir, meine Nierenwerte wurden immer schlechter, bis man mich in die UK einlieferte. Hier lag ich schon am nächsten Morgen auf der Intensivstation, ich hatte eine Sepsis, schnell legte man mir 2 ZVK und ab an die Dialyse. Gottseidank nahmen meine Nieren sehr schnell wieder ihren Dienst auf, wofür ich ihnen noch heute unsagbar dankbar bin!!! und ich konnte bald wieder auf die normale Station. Es vergingen aber noch einige Tage, bis ich endlich meine 1. Chemo bekam. Nach 3 Zyklen, gab es ein CT und kurz darauf einen Anruf, die Chemo habe sehr gut gewirkt, man wollte mich nun operieren, das machte man auch, der allergrößte Teil wurde entfernt, es folgten noch 4 Zyklen, aber es blieben winzige Restchen zurück.
Inzwischen bin ich in einer Studie und siehe da, meine Restchen sind deutlich zurückgegangen, juchhuu, nun warte ich ab bis zur nächsten CT Untersuchung und hoffe sehr, dass es dann noch weiter zurückgegangen ist!!!
Leider hatte ich diese Woche 2 Tage Durchfall, einen Magen- und Darmvirus, aber ich hoffe sehr, dass meine Tabletten trotzdem gewirkt haben.
Fakt ist und bleibt, ich gebe nicht auf, ich schaffe das schon!!! Wer aufgibt, hat schon von vornherein verloren, lt. meiner Onkologin gab es Frauen, die hatten eine weitaus bessere Prognose als ich, haben es aber nicht geschafft und wiederum andere, die hatten eine schlechtere als ich, die hatten einen so großen Kampfgeist und haben es geschafft.
Sterben müssen wir leider alle einmal, aber jetzt will ich es noch nicht, ich will, dass meine Restchen sich komplett aus meinem Körper entfernen, will leben, für mich, für meine Kinder, meinen Mann noch viele, viele, viele Jahre!!!

Mit der Hilfe vom lieben Gott schaffe ich es, ich wünsche es mir zumindest sehr und allen anderen auch!!! Möge es endlich ein Mittel geben, was ALLEN für immer hilft und das bitte möglichst schnell, damit wir ALLE etwas davon haben!!!

liebe Grüße

Eure Manu
__________________




Der Krebs kam leider ungefragt einfach so in mein Leben, nun kann er gefälligst ebenso wieder verschwinden und zwar auf NIMMERWIEDERSEHEN !!!
  #5  
Alt 20.10.2008, 08:17
frieda3 frieda3 ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle

hallo mädels (und mitlesende jungs),

bei mir war das so. zufallsbefund bei der damaligen gynäkologin. im kh gyn. untersuchung (wobei die ärztin als oa mir von einer freundin, die beruflich. krankenschwester ist, wärmstens empfohlen wurde), dann die anweisung an die assistentin für eine blutabnahme zur bestimmung des tm. ich war erschrocken. sie sagte, das sei nur zur vorsicht u. müsse nichts heißen, nur hinterher könne man das nicht machen (hatte sie recht). war sehr sensibel.

die op sollte wg. meiner myomösen gebärmutter sein. im nachhinein erfuhr ich, dass man sogar dachte, ich hätte gebärmutterkrebs u. ek zusammen. die diagnose nach der op auf der intensivstation (ja, es war bösartig, aber alles ist raus). die oä war toll u. ist heute niedergelassen u. meine gyn. damals war die wahrscheinlichkeit 80%, dass nichts mehr kommt.

war leider nicht so. nach 4,5 jahren rezidiv. der neue chefarzt operierte u. ich bekam chemo-standard. nach 1,5 jahren neues rezidiv. nun entscheidung, ob op oder nicht-standard bestrahlung. diese nahm ich, weil es ging. bis heute ca. 2 jahre wieder ruhe, aber kontrolle alle 2 monate zu meiner sicherheit. bin immer noch bei der gyn, die das letzte rezidiv, trotzdem der tm noch oberhalb der norm lag, früh identifizierte u. mir wahrscheinlich viel erspart hat (die bestrahlung war "halb so kalt" u. modern, mein bestrahlungsgerät habe ich jeden morgen begrüßt u. es ariane7 genannt. der bestahlungsarzt war ein jungenhafter, kompetenter typ, mein cosy andy, so nannte ich ihn. er beruhigte mich ob der zu erwartenden nebenwirkungen. ach, frau...., das war doch bestahlungstechnisch steinzeit, heute ist das viel besser, wir können punktgenauer landen...wir haben übrigens viel miteinander gelacht u. er war immer ansprechbar. ein toller arzt! der übrigens nebenbei marathon läuft u. seine erlöse für arme kinder spendet....seine assistentin sagte mir immer, sie mag ihren chef so gerne...
er sagte mal zu mir: mist, dass sie so ne blöde krankheit haben, gut, dass sie die bei uns haben...(er meinte deren möglichkeiten der behandlung).
in der onkologie habe ich sehr viele feinfühlige ärztinnen u. ärzte kennengelernt. das letzte war die supernette gyn (assistenin, hochbegabt, in "meiner" klinik, die sagte, wenn ein arzt ne prognose gibt, soll ich da weggehen, sie würden so viele prognose-widersacher-fälle erleben, eben sowohl als auch...). ich gehe da immer zum port-spülen hin (möchte darauf nicht verzichten wg. des guten kontakts zu meinem "familiären" kh) u. wir "töttern" über alles mögliche, das tut mir immer gut. die ist so süß.

so, allen einen wunderschönen tag
und fallende kurse bei den vorhandenen tms
frieda3
  #6  
Alt 20.10.2008, 13:59
Mosi-Bär Mosi-Bär ist offline
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Hallo ihr Lieben und danke Heiderose für den neuen Thread,

tja, also bei mir hatte sich über Monater eine kräftige Aszites gebildet, mein Bauch war etwas dicker geworden, ich wog immer noch zu viel, obwohl ich meine Ernährung stark reduziert hatte, was ich nicht verstand und das Walken und die Gymnastik, die ich eigentlich täglich machte, fielen mir ziemlich schwer und fielen immer öfter aus. Ich konnte nicht mehr so viel essen, hatte schnell ein Völlegefühl und Aufstoßen, viel Sodbrennen über Monate und habe sehr viel gehustet, vor allem, wenn ich aus der Ruheposition in Bewegung kam.

Zusätzlich hatte ich monatelang Schmerzen in der rechten Leiste, lt. Orthopäden eine Adoktorenzerrung. Es ging einfach nicht weg.

Ich dachte an eine Magenschleimhautentzündung und bin zu meinem HA. Der machte Ultraschall: Flüssigkeit im Bauchraum, die da gar nicht hingehört. Überweisung zum Gyn. Ultraschall: Hm! Keine Auffälligkeiten zu sehen, kein Unterschied zum US vor 7 Monaten. Eben nur die Flüssigkeit!

Wieder zum HA: wieder US, Flüssigkeit hat zugenommen, Einweisung in die Klinik, Innere. US zeigte, daß auch Flüssigkeit zwischen den Lungenlappen der rechten Lunge. Keine Erklärung dafür! Nach ein paar Tagen und vielen Untersuchungen, Abpunktieren der Flüssigkeit (ca. 3 Liter im Bauch, ca. 1 Liter zwischen den Lungenlappen), wage Vermutungen der Internisten, Eierstöcke wären leicht vergrößert, Gynäkologen kontaktiert.

Hm! Wieso? Mein Gyn meinte doch, alles wäre normal wie vor 7 Monaten...

Eine Woche nach Aufnahme in der Klinik die Diagnose und die war einfach der Hammer. Sie wurde meinem Männe und mir an meinem Krankenbett mitgeteilt, die Mitpatientin war auch im Raum, der junge Oberarzt sagte uns, was los sei, daß das Bauchfell schon knotig verändert wäre. Das Wort Peritonealcarcinose fiel nicht und außerdem sagte mir der Arzt gleich, daß ich mit der großen OP (hat mir gleich gesagt, was alles raus müßte) und 6 mal Chemotherapie sehr, sehr gute Chancen hätte, wieder ganz gesund zu werden.

Dachte, ich bin im falschen Film. Dachte, der spricht nicht von mir, das muß ein Irrtum sein. Krebs? Tod? Nein! Doch nicht ich! Ich hatte doch bloß so 'ne blöde Flüssigkeit im Bauchraum...

Aber: ...mit der großen OP und der Chemotherapie haben Sie sehr, sehr gute Chancen, wieder ganz gesund zu werden...

Es war eine Prognose, der Arzt hat sich damit weit aus dem Fenster gelegt, ich weiß nicht, ob ihm klar war, wie krank ich wirklich war, er war ja noch jung, war kein Onkologe und das FIGO-Stadium war ja noch nicht bekannt.

Sein Satz klang mir in den Ohren und am nächsten Tag schon wußte ich, daß ich es schaffen werde, daß ich wieder gesund werde. Bald schon hatte ich meinen Männe mit meiner Überzeugung angesteckt.

OP war zunächst nicht möglich, aber der Professor der Gyn und sein Oberarzt meinten, nach der Bauchspiegelung wüßte man mehr. Allerdings wurde ich auch auf die große OP vorbereitet, denn sollte man bei der Bauchspiegelung sehen, daß alles gut operabel wäre, würde man gleich weitermachen.

Als ich nach der OP etwachte und auf die Uhr im OP sah, wußte ich, daß es keine große OP gegeben hatte. Aber eigentlich war das ganz okay!

Mir haben die Onkologen und Gyns gesagt, daß EK zwar gut ist im Austeilen, aber nur ganz schlecht einstecken kann. Sie haben mir gleich gesagt, daß EK unter der Chemo schmilzt wie Schnee in der Sonne.

Und so ist es auch gekommen. Nach 3 Chemos Komplettremission, OP nach der 4. Chemo, tumorfrei operiert, keine Lymphknoten befallen. Juhuuuuuuu! Geschafft! Die beiden letzten Chemos kein Problem, CT zum Abschluß, alles okay!

Alles ist so gekommen, wie es uns die Ärzte gesagt haben.

Daß ich FIGO IV hatte, habe ich erst aus dem Bericht der Bauchspiegelung erfahren, gesagt hat mir das keiner und durch Recherchieren im Internet habe ich erfahren, was das bedeutet....

Aber trotzdem: das, was der junge Oberarzt gesagt hatte, hatte sich fest in meinem Unterbewußtsein verankert. Alle schlechten und deprimierenden Berichte im Internet schob ich von mir, alles Statistiken hatten überhaupt nichts mit mir zu tun, da war ich soooo sicher!

Es hört sich vielleicht blöde an: ich hatte immer das Gefühl, daß die Krankheit ein Irrtum in meinem Körper gewesen ist, gar nicht für mich geplant gewesen ist und nun wurde alles wieder in Ordnung gebracht.

Das ist natürlich Unsinn, aber das hat mir geholfen und deswegen bin ich seit über 2 Jahren tumorfrei! Ich will leben!

Sorry, daß es so lang geworden ist, aber das mußte ich einfach alles nochmal loswerden, denn das tut gut.

Liebe Grüße
Mosi-Bär
  #7  
Alt 20.10.2008, 15:23
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Sternschnuppe07 Sternschnuppe07 ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle



Hallo liebe Mosi,

ja, Du bist wirklich eines der absoluten Paradebeispiele dafür, dass es auch komplett anders gehen kann gell?

Na ja, die Ärztinnen, die mir das im 1. Krankenhaus "verklickert" hatten, waren keine Gyn., sie waren noch relativ jung und eben leider auch unsensibel. Sie wussten eigentlich überhaupt nichts, außer, dass mein TM seinerzeit stark in Richtung EK gehen würde, nicht mehr und nicht weniger. Wie kann man da so eine dämliche Antwort geben?

Egal, wir wissen, was wir von "Prognosen" halten sollen, jeder Krankheitsverlauf ist eben individuell, kein Arzt der Welt steckt da genau hinter.

Sicherlich mag sich "Dein" junger Arzt etwas aus dem Fenster gelegt haben, aber er hatte doch auch recht damit, ist das nicht schön?

Prognosen und Statistiken, du meine Güte, was legen die denn da überhaupt zugrunde? Meistens sind die dort die Patientinnen jenseits der 60 und können auch an ganz anderen Krankheiten gestorben sein. Darüber hinaus, selbst wenn es, rein theoretisch nur eine Überlebenschance von 1 % geben würde, kann jede(r) auch in dieser Sparte stehen. Was bringt es bspw. wenn man zu 99 % "garantiert", dass man lange überleben wird, wenn man zu den 1 % gehört, die eben auf der anderen Seite stehen?
Es kommt auf den Körper an, darauf, wie dieser das weg steckt, auf die Tumorherde an sich und..und..und. Wie meine OB schon sagte: es gab Frauen, die hatten eine bessere Prognose, aber die haben seelisch abgebaut und es insofern nicht geschafft und Patientinnen, die hatten eine schlechtere, die hatten aber so viel Kampfgeist, dass sie es geschafft haben und nun? Ist also doch in jedem Fall auch eine Einstellungsssache. Klar fährt man mitunter auch seelisch Achterbahn, ganz normal, Frau ist ja schließlich kein Roboter gell? Aber Hauptsache ist doch, dass man immer wieder bergauf fährt und dort auch bleibt!!!

Ich denke auch, dass wir in der Medizin immer weiter vorwärts kommen, irgendwann wird Krebs heilbar sein für alle, hoffen wir also, das dieser Tag nicht mehr allzu weit weg liegt, so dass wirklich ALLE etwas davon haben werden, das liegt mir am allermeisten am Herzen!!!

liebe Grüße

Manu
__________________




Der Krebs kam leider ungefragt einfach so in mein Leben, nun kann er gefälligst ebenso wieder verschwinden und zwar auf NIMMERWIEDERSEHEN !!!
  #8  
Alt 20.10.2008, 15:40
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Cut-Yoah Cut-Yoah ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle

Hallo ihr alle....


beim lesen bekam ich eine super Gänsehaut, sehr schön geschrieben und vieles erinnert mich an die Lebensweise meiner Mama, sehr schön!

Aber mal eine Frage an Mosi-Bär (ich weiss nicht wo ich die Frage stellen soll das sie im richtigen Thread ist,d deshalb stelle ich sie hier, weil du diesen Punkt hier erwähnt hattest). Du schriebst das du Schmerzen in der rechten Leistengegend hattest über Monate, hatte dies mit dem Bauchwasser zu tun??

Meine Mama, die ja zur Zeit noch auf Kur ist hat sein geringer Zeit auch ziehmliche Schmerzen in der Leistengegend, sie war auch beim Arzt der sie untersuchte und nicht weiter feststellen konnte, sie bekommt da jetzt irgendeine Behandlung, er meinte nu "Das wird wieder!", was es nun genau ist weiss ich nicht. Ich werde immer so schnell hellhörig sobald meine Mama äußert das sie Schmerzen hat, ich assoziiere alles immer gleich mit dem Krebs, das er wieder wütet oder so. Ich weiss das das völliger Quatsch ist, aber in letzter Zeit sind wieder so oft Kleinigkeiten die mich in Sorge versetzen.

Schönen Herbsttag euch noch....und macht weiter so!!!!!

Gruß Cut
__________________
"Das wichtigste in deinem Leben ist nicht das, was du materiell erreichst, sondern dein Weg und die Menschen, die dir auf diesem Weg begegnen."
  #9  
Alt 20.10.2008, 16:26
Sunny64 Sunny64 ist offline
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Hallo Ihr Kämpferinnen,

wenn ich das so lese bekomme ich auch eine Gänsehaut und auch wieder etwas Mut für meine Mama. Sie ist allerdings schon 64 und sicher nicht mehr soo fit wie ihr, war aber bisher auch eine Kämpferin. Allerdings ist sie durch den kürzlichen Tod meines Vaters schon sehr geschwächt und mitgenommen.

Ich finde es toll, dass es einige von euch so gut geschafft haben und ich freue mich sehr für euch. Bei meiner Mutter heißt es ja auch - keine Op mehr die überlebt sie nicht, da die Metastasen schon so viele sind im Bauchraum. Die Chemo bekommt sie um die Wasserproduktion zu rezuzieren - aber an sich hat sie auch keine Chance. Ich hoffe sie kämpft und versuche sie schon immer dahingehend aufzubauen und wenn ich eure tollen Berichte lese schöpfe ich etwas Mut.
Ich wünsche euch weiterhin alles Gute und keine neuen negativen Befunde mehr und hoffe ihr drückt mal die Däumchen für meine Mom.

LG Sunny
  #10  
Alt 20.10.2008, 16:55
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Christine R. Christine R. ist offline
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Bei mir ist es ja jetzt 13. Jahre her, dass ich die Diagnose bekam.

Es wurde zuerst eine Laparoskopie gemacht mit Gewebeentnahme.Der Schnellschnitt zeigte schon an, dass es sich um eine Ovarialkarzinom handelte und die grosse OP wurde für 2 Tage später geplant.

Ich hatte ein Einzelzimmer und mein Mann ein Beistellbett.
Nachdem ich nach der Narkose der Laparoskopie wieder wach geworden war kam ich vom Aufwachraumauf mein Zimmer, wo mein Mann schon auf mich wartete. Ich sah ihm sofort an, dass er gerade etwas schreckliches erfahren hatte. Aber ich war noch etwas verschlafen und er sagte, komm erst wieder zu Dir , er wusste schon dass es nicht glatt gelaufen war

Das ist jetzt kein Märchen, wenn ich eure Geschichten lesen muss !
Kurz darauf kam der Chefarzt mit der Oberärztin, der Chirurg nahm sich einen Stuhl, die OÄ setzte sich zu mir auf den Bettrand und hielt meine Hand und streichelte sie dauernd.

Dann zeigten sie mit die Bilder die die Minikamera während der Laparoskopie gemacht hatte und erklärten uns, dass es ein ausgeprägtes Ovarialkarzinom mit Peritonealkarzinose ist.

Ich war fertig, durcheinander , heulte

Beide ganz ruhig , ganz besonnen ,immer wieder mutmachend ...und sagten dann, ich und mein Mann sollten das Ganze jetzt einmal in Ruhe "setzen" lassen, sie kämen heute abend wieder und dann besprächen wir ausführlichst wie es weitergeht und wie die grosse OP und die anschliessende Therapie

Um ca 19 Uhr (das weiss ich heute noch) fand dann in meinem Zimmer , ich im Bett liegend , mein Mann jetzt händchenhaltend am Bettrand und Chefarzt und Oberärztin auf der anderen Seite sitzend, die 1 stündige Besprechung statt.
Ich habe selten so eine menschlich tiefgreifende Art einer Diagnoseübermittlung erlebt (obwohl ich auch noch nie negative Erfahrungen machen musste), aber hier standen mit 2 Mediziner gegenüber die mich als Mensch mit unglaublichen Ängsten sahen und ernst nahmen..
Mir Mut machten , alles ausführlichst erläuterten und nach dem Spruch "wir schaffen das" handelten

Und das während der ganzen Therapie !

Aufgrund dieser Einträge habe ich jetzt gerade gegoogelt und den Namen der Oberärztin, die mich immer gestreichelt hat , nach 13 Jahren versucht zu finden
Sie hat zwischenzeitlich eine eigene Praxis.
Und heute habe ich ihr einen riesen Blumenstrauss schicken lassen, denn sie ist mittlerweile über 30o km weggezogen
Ich denke ich kann dafür gar nicht dankbar genug sein, wie sie auch immer wieder die nächsten Tage kurz hereinschaute , wie Nero den Daumen nach oben und sagte "wir schaffens"

Der Text dazu beginnt mit : Sie werden Sich wundern nach 13 Jahren........

Ich denke sie wird sich sicherlich wundern

Liebe Grüsse an Euch alle und das ihr immer verständnisvolle Ärzte findet

Christine
  #11  
Alt 20.10.2008, 17:48
Mosi-Bär Mosi-Bär ist offline
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Hallo Cut,

ja, zu 99% waren die Schmerzen eine Folge des Bauchwassers. Die Ärzte nehmen an, daß es in die Leiste drückte und da meine rechte Leiste eigentlich immer eine Schwachstelle war und ist, kann das gut sein.

Allerdings ist es durchaus möglich, daß da auch irgendwo eine Metastase gedrückt hat, feststellbar ist es nicht mehr, denn bei der Bauchspiegelung war es fast unmöglich, viel zu sehen, zum einen durch das viele Bauchwasser, was hin und her schwappte (der OA sagte, sie hätten mich mit dem Tisch kopfstellen müssen, um überhaupt irgendwas zu sehen) und zum anderen, weil ich sooooo viele Verwachsungen hatte und ein Durchkommen überhaupt nicht möglich war. Eigentlich wollten sie die Eierstöcke gleich bei der Bauchspiegelung entfernen, war aber unmöglich, weil alles miteinander verbacken war.

Jetzt mache dir wegen der Leistenschmerzen deiner Mama nicht zu große Sorgen. Ich habe seit Ende meiner Behandlung immer wieder Leistenschmerzen, die auch immer wieder vergangen sind. Mal hat's ein oder zwei Monate gedauert, mal nur ein paar Tage. Manchmal zieht sich der Schmerz bis in den Oberschenkel, manchmal ist er auf die Leiste begrenzt.

Aber in den letzten Monaten ist es besser geworden, die Abstände größer. Die Ärzte meinen, es könnte durch Verwachsungen verursacht werden. Aber, wie gesagt, meine Leiste ist schon immer eine kleine Schwachstelle gewesen.

Alles Gute weiterhin deiner Mama und gute Erholung.

Liebe Grüße
Mosi-Bär
  #12  
Alt 20.10.2008, 17:50
Mosi-Bär Mosi-Bär ist offline
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Hallo Christine,

tolle Ärzte hattest und hast du! Sowas wünschen wir uns alle!

Ich finde es toll, daß du deine Ärztin von damals ausfindig machen konntest und ihr einen Blumenstrauß geschickt hast. Die wird sich wundern!

Liebe Grüße
Mosi-Bär
  #13  
Alt 20.10.2008, 17:58
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Hallo liebe Christine,

na ja, nun muss ich aber erst einmal eine Lanze für einige Mediziner brechen, denn im Gegensatz zu dem "normalen" KH war man in der UK komplett anders, von der 1. Minute an, aber davon einmal abgesehen, auch im 1. KH waren die Gyn. anders, hier machte man keine Prognosen und schon einmal gar keine so dummen. Denn 1.und das kann ich gar nicht oft genug betonen, wissen wir wohl alle, was wir grundsätzlich gesehen davon zu halten haben und 2. nur allein aufgrund des TM eine derartig unüberlegte zu stellen, ist wirklich selten dämlich. Fazit: auch wenn es sicherlich nicht selten aufgrund der Nähe schöner sein mag, "einfache" KH aufzusuchen, so ist man dennoch m.E. nach in einer UK weitaus besser aufgehoben, denn hier hat man die Erfahrungen, hier geht man aber nicht nur routinemäßig an das Ganze heran sondern auch ruhig und besonnen. Sicher war es nicht immer einfach zu verstehen, denke ich doch auch heute noch, wenn man mir noch 1 oder 2 Zyklen seinerzeit drangehängt hätte, dann wären sicherlich meine Restchen schon da verschwunden, aber man hatte es eben nicht gemacht, weil man 1. nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen wollte und 2. weil jede Chemo eben auch das Immunsystem belastet. Nun haben sie sich ja zurückgebildet, sogar ganz ohne Chemo und ich hoffe sehr, dass dieser Trend anhält!!!

Sicher waren meine diesbezüglichen Erfahrungen in dem "normalen" KH nicht unbedingt gut, einerseits beim mitteilen der Erstdiagnose und andererseits, weil man offenbar erst spät erkannte, dass ich mich gar nicht erholte von der 1. OP, einiges wäre mir sicherlich dann vielleicht erspart geblieben. Aber man hatte mich ja Gottseidank noch rechtzeitig in die UK überwiesen, das war vielleicht auch mein Glück, denn nur auf diese Weise blieb ich dort ja gleich in Behandlung.

Alles in allem kann ich sagen, hat mein Körper auch schon sehr viel allein geschafft, ich war damals dazu gar nicht in der Lage, war einfach nur müde und apathisch aufgrund meiner Sepsis seinerzeit, er hat es aber geschafft und genau das wollte mir seinerzeit auch ein sehr netter Doc. vermitteln.

Ich habe auch einiges gelernt aus dieser Zeit, betrachte mein Leben heute anders als vorher, lebe bewusster, schaue einigen Dingen ganz einfach auch gelassener entgegen, weil es viel wichtigere Dinge gibt, als sich ständig mit irgendwelchen Problemen zu belasten. Klar mache auch ich mir Gedanken, aber sie werden ruhiger, mein Humor bekommt schnell wieder die Oberhand. Klar zittere ich dem nächsten CT Termin entgegen Mitte November, aber ich hoffe das allerbeste, dass ich bis zum Ende der Studie in dieser bleiben kann und diese auch weiterhin sehr viel bringt, das ich zumindest eine längere Verschnaufpause bekomme. Fakt ist und das hat man mir auch mehrfach gesagt, wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange bei mir und auch das tröstet ungemein. Aber viel besser wäre es natürlich, alles würde komplett durch die Tabletten weggehen und niemals mehr wieder kommen, dass das mein allergrößter Wunsch ist, ist sicherlich jedem klar gell?

Vielleicht war das Ganze ja auch "nur" ein kleiner Stupps, weil ich vorher nämlich viel zu viel um die Ohren hatte, wollte stets und ständig für alle da sein, rund um die Uhr möglichst, habe so gut wie nie an mich gedacht, das war ein Fehler. Heute arbeite ich daran, es geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber es geht. Gehen müssen wir alle einmal, das ist sicher, aber wer möchte schon gerne so alt werden wie ein Johannes Heesters? Fakt ist, einmal ist alles vorbei, nur wann, das weiß niemand und das ist auch gut so. Ich hoffe jedenfalls, dass es noch sehr lange dauert bei mir und selbstverständlich auch bei allen anderen hier!!!

liebe und hoffende Grüße

Manu
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Der Krebs kam leider ungefragt einfach so in mein Leben, nun kann er gefälligst ebenso wieder verschwinden und zwar auf NIMMERWIEDERSEHEN !!!
  #14  
Alt 21.10.2008, 02:09
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nikita1 nikita1 ist offline
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Standard AW: Mutmachereckchen für uns alle

Das ist ein schöner Beitrag - ich will auch gern mal was von der Seele schreiben.
Ich war wegen Myomen beim Gyn und eine Gebärmutterentzündung kam noch dazu, hatte ich doch wahnsinnige Menstruationsschmerzen.
Leider war die Gyn schockierter als ich (lag ja auf dem Stuhl und harrte der Dinge) So sah ich nicht gleich , dass sie voller Blut war...
Nun ja, sie rief eine andere FA dazu, dann musste ich in meinem Hemdchen, blutend durchs Wartezimmer voller schwangerer Frauen zur Sono gehen.
Der ganze Boden war voller Blut.

Man teilte mir mit, dass da was wäre, was nicht hingehört - alles sei befallen : Gebärmutter, Eierstöcke und Zervix, man nehme an, es sei Krebs. Aber sie würden gleich noch eine Biopsie machen....

Wie ich nach Hause gekommen bin - ich weiss es nicht mehr. Stand völlig neben mir.
Mein jüngerer Sohn fiel mit weinend um den Hals, als ich es ihm sagte. Der andere sass in Prag und studierte Medizin.
Mein Mann meinte - na ,na, so schlimm wird es doch nicht sein ...er war völlig hilflos.. konnte nicht damit umgehen.
Mein Vater kam dann im April und blieb bis Juli.

Zwei Wochen später kam ich in ein onkologisches Krankenhaus - dort wurde mir auf der Tumorkonferenz erklärt, dass ich einen Tumor in der Zervix und GM hätte - unoperabel, Figo 3b - und dass ich zwei Monate auf die Therapie (Chemo und Bestrahlung) warten müsse, da keine Betten in der Tagesklinik frei wären.
Diagnose am 1.März 2007 - Therapiebeginn am 1.Mai 2007.
Entsetzt schaute ich in die Runde der Onkologen - und stellte mich auf die Hinterbeine... ich will jetzt eine Therapie !! ... wenn ich noch solange warten muss, kann ich gleich mein Begräbnis bestellen.
Die Antwort - tut uns leid, aber es gibt noch schlimmere Fälle als Ihren - alle müssen warten - wir haben nicht genug Kapazitäten...
(Nebenbei bemerkt - ich werde nicht in Deutschland behandelt)

Wieder zu Hause - bekam ich Schmerzen da unten , es tat ziemlich weh und ich holte mir selbst irgendwelche Schmerzpillen aus der Apoheke - hab wohl zuviel davon genommen, denn ich bekam Ausschlag.
Mein Hausarzt hatte Erbarmen mit mir und verschrieb mir ein starkes Schlafmittel mit Psychopharmaka gekoppelt.
So konnte ich wenigstens ein wenig schlafen, trotz der Panikanfälle.

Die Therapie ist dann bis Juli über die Bühne gegangen - bis jetzt soll alles i.O. sein - Tumor weg und seit Oktober 2007 gehe ich wieder arbeiten.

So kann man sagen - ich lebe noch, trotz der Ärzte
Ich hatte allerdings eine wunderbare Radiologin, ihr verdanke ich, dass Darm und Blase nicht verbrannt sind - und sie ist auch die Einzige, mit der ich über meine Ängste sprechen konnte.
Ich will nicht undankbar sein, geheilt haben sich mich, lebe nun schon 20 Monate damit und es geht mir gut.
__________________
Liebe Grüße
Nikita


Tapferkeit ist die Fähigkeit, von der eigenen Furcht keine Notiz zu nehmen.
George Patton

Geändert von nikita1 (21.10.2008 um 16:07 Uhr)
  #15  
Alt 21.10.2008, 12:42
Mosi-Bär Mosi-Bär ist offline
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Blinzeln AW: Mutmachereckchen für uns alle

Hallo Nikita,

deine Geschichte ist ja echt der Hammer! So lange auf die Therapie zu warten, obwohl es eine so heftige Diagnose gibt.... unglaublich! Gibt es sowas in Deutschland auch?

Ich hätte das nicht ausgehalten.

Aber es sieht ja so aus, als wäre es gutgegangen! Das freut mich echt für dich und ich drücke dir ganz fest die Daumen, daß alles so bleibt und nie wieder was zurückkommt.

Wollte übrigens nochwas loswerden: Letzte Woche kam es bei uns im Lokalradio und dann stand's auch in der Rheinischen Post. Die Klinik, in der ich 2006 operiert wurde und auch Chemo bekam, hat ein Prädikat bekommen. Jetzt habe ich leider den Zeitungsausschnitt bei meinen Eltern liegen lassen...

Auf jeden Fall geht es um die Gynäkologische Abteilung und vor allem um Unterleibs-/Eierstockkrebs, da sind sie jetzt eine Krebszentrum geworden und das finde ich gut. Natürlich wurde der "neue" Professor (ist seit 2007 glaube ich da, ich habe ihn noch nicht kennengelernt) in den höchsten Tönen gelobt.

Es ist ein gutes Gefühl, daß ich in einer solchen Klinik in Behandlung bin! Gehe ja immer noch zur Nachuntersuchung mit CT dorthin und fühle mich dort supergut aufgehoben. Das macht echt Mut!

Ich wünsche allen einen schönen Tag.

Liebe Grüße
Mosi-Bär
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