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  #1  
Alt 10.05.2012, 19:21
Nici79 Nici79 ist offline
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Standard Hormonersatz nach Adenokarzinom der Gebärmutter

Liebe Forumsfrauen

Kann mir jemand weiter helfen ich bin zur Zeit sehr verunsichert, da ich sehr unterschiedliche Meinungen bezüglich Hormonersatzpräparate höre.

Ich hatte im Mai 2011 ein Adenokarzinom der Gebärmutter im Station pT1a G1. Am 9.6. wurde lap. eine Hysterektomie mit Adnexektomie bds. durchgeführt. Dabei wurden auch beide Eierstöcke entfernt. Seit der OP bin ich in den Wechseljahre. Ein Adeno-CA der Gebärmutter ist in meinem Alter von 32 Jahren sehr untypisch. Das CA war auf die Östrogene und das Progesteron 100% positiv. Daher wurden unter anderem die Eierstöcke mitentfernt.

In der Klinik in der Schweiz wurde mir dann vom Chefarzt geraten ein Hormonersatzpräparat (Wirkstoff Tibolon) einzunehmen, gerade da ich noch so jung bin. Dies soll vorallem die Schutzfunktion für das Herz und die Haut sein. Ich habe lange überlegt und es mit meinem eigenen Gynäkologe besprochen. Der hat mich darin bestätigt.

Nun war ich bei einem anderen Arzt, um es wegen der Osteoporose anzuschauen. Dieser bezeichnet die Hormongabe bei meinem CA als Kunstfehler. Nun bin ich wieder völlig verunsichert. Gerade da in meiner Familie jemand das zweite Rezidiv nach einem Mammakarzinom hat. Dies ist ja auch durch die Hormone gespiesen.

Hilfe... hat jemand von euch Erfahrung???

Liebe Grüsse
Nici
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  #2  
Alt 13.05.2012, 21:16
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Hormonersatz nach Adenokarzinom der Gebärmutter

Hallo Nici,

hatte auch ein Adeno-Ca, die Wertheim mit Eierstockentnahme im Jan 2011. Bin seitdem auch in den Wechseljahren. Meine Ärzte haben mir von Hormonpräparaten abgeraten. O-Ton: "Da müssen sie so durch!" Dem Himmel sei Dank hab ich erträgliche Beschwerden. Die Hitzewallungen sind auszuhalten, Haarausfall hab ich eigentlich schon immer und mein Gewicht hat sich seit der OP sogar um ca 3-4 Kilo reduziert. Schlafstörungen und Depris halten sich sehr in Grenzen.
Hast Du schlimme Beschwerden? Evtl kann man ja was auf pflanzlicher Basis machen? Leider kann ich Dir nichts empfehlen, da ich selbst nichts einnehme. Frag doch mal Deinen FÄ.

Liebe grüße,
snoopy
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  #3  
Alt 13.05.2012, 23:36
Nici79 Nici79 ist offline
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Standard AW: Hormonersatz nach Adenokarzinom der Gebärmutter

hallo Snoppy

Danke für deine Antwort. Nei ich hatte nicht zu starke Wechseljahrbeschwerden. Der Chefarzt hat es mir angeraten, da die Hormone ja auch einen Nutzen für den Körper haben insbesondere die Schutzfunktion für die Organe wie das Herz. (???) Gerade wegen meinem jungen Alter meinten die Ärzte sei es sinnvoll. Ich hatte erst knapp 3 Monate nach der OP mit dem Medi angefangen, war lange unsicher was ich machen soll. Ich merke, dass die Ärzte sich bei diesem Thema selber sehr unsicher sind. Ich werde mir sicher noch eine Zweitmeinung einholen.

Snoppy du bist glaube ich im ähnlichen Alter oder? Waren bei dir die Östrogen- und Progesteronrezeptoren ebenfalls positiv und der Tumor durch die Hormone gespiesen?

Sorry für meine Fragen. Genau heute vor einem Jahr habe ich am Freitag 13.5. meine Diagnose erhalten. Unglaublich wie die Zeit vergeht. Doch heute ist alles wieder sehr präsent.

Lieber Gruss
Nici
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  #4  
Alt 14.05.2012, 22:51
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Hormonersatz nach Adenokarzinom der Gebärmutter

Hallo Nici,

nee, ganz so ein Jungspund wie Du bin ich nicht mehr, ich hab schon ein paar Jährchen mehr am Buckel wie Du
Ich bin jetzt 48. Hab meine Diagnose am 03.12.2010, 12 Tage vor meinem
47. Geburtstag bekommen. Das war zwar auch ein Freitag wie bei Dir, aber nicht der 13. Das Wochenende danach war der reinste Horror.
Die Zeit bis zur OP war die schlimmste meines Lebens!!! Mir gehts wie Dir: Irgendwie ist die Zeit trotzdem sehr schnell vergangen und manchmal gibts sogar Momente in denen ich gar nicht glauben kann was da alles passiert ist. Mir gehts soweit echt wieder gut, einige Kleinigkeiten sind schon zurückgeblieben (wie der dicke Bauch vor allem auf der linken Seite), aber man kann damit leben.

Das Du Dir ne Zweitmeinung einholst ist richtig. Mir wurde nix mit Hormonen gesagt, nur das ich nix nehmen darf. Hab das so hingenommen und es geht mir ganz gut ohne.

Melde Dich wies Dir geht.

Liebe Grüße, snoopy
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  #5  
Alt 15.05.2012, 18:28
Nici79 Nici79 ist offline
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Ort: Gossau, Schweiz
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Standard AW: Hormonersatz nach Adenokarzinom der Gebärmutter

Hallo Snoppy

Ich habe lange überlegt was ich nun tun soll. Ich habe danach mit dem Chefarzt der Klinik, die mich operiert hat Kontakt aufgenommen für eine Stellungsnahme. Ich war noch nicht ganz aufnahmefähig als dies in der Klinik disskutiert wurde. Ist noch spannend im Nachhinein zu merken, dass ich zum damaligen Zeitpunkt dies nicht mitbekommen habe. Ist doch eine sehr wichtige Entscheidung.

Dies war seine Antwort und die tönt für mich sehr nachvollziehbar:
Sie haben in der Tat insofern Recht, als dass bei Endometriumkarzinomen der Einsatz von Hormonersatztherapien eigentlich kontraindiziert sind. Normalerweise sind Patientinnen mit Endometriumkarzinomen in der Postmenopause, sodass sich die Frage nach dem Hormonersatz meist nicht stellt.

Bei Ihnen ist die Situation etwas anders. Sie erlitten Ihr Endometriumkarzinom im zarten Alter von 32 Jahren. Wir mussten Ihnen neben der Gebärmutter auch die Eierstöcke entfernen, womit Sie unmittelbar in eine viel zu frühe Menopause kommen. Das Wegfallen der weiblichen Hormone führt zum einen zu den sehr unangenehmen Wechseljahrerscheinungen (Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen usw). Zum anderen führt das auch zu Problemen wie Osteoporose usw.

Was nun folgt sind einige recht hypothetische Überlegungen, welche sich zum Teil möglicherweise auch etwas „schwierig“ anhören könnten. Wir haben Sie mit dem Ziel auf Heilung behandelt. Das heisst, wir hoffen und gehen davon aus, dass mit der chirurgischen Entfernung der Gebärmutter keine Krebszellen mehr zurück bleiben. Wenn keine Tumorzellen mehr in Ihnen sind, dann sollten auch weibliche Hormone keinen negativen Einfluss auf Ihr „onkologisches Outcome“ haben. Wäre es so, dass trotz allem Tumorzellen zurückgeblieben sind, dann wäre der Einsatz von weiblichen Hormonen tatsächlich aus onkologischer Sicht ungünstig für den Verlauf. Handkehrum kann man sich in einer solchen Situation auch überlegen, dass wenn Tumorzellen zurück bleiben und die Krankheit früher oder später wieder ausbrechen sollte, dass es dann umso wichtiger wäre, dass die Zeit bis dahin mit einer möglichst guten Lebensqualität verläuft. Bei Ihnen hoffe ich sehr und gehe eigentlich auch davon aus (soweit man das in der Medizin überhaupt kann) dass Sie durch die Operation geheilt wurden. Damit sollte sich unsere Sichtweise nicht nur auf die momentane onkologische Situation einer gut 30-jährigen Frau fokussieren, sondern wir sollten auch die nächsten mehr als 50 Jahre für Sie im Auge behalten. Deswegen denke ich, wie ich das damals mit Ihnen besprach, dass der Einsatz von Tibolon (welches angeblich weniger stimulierend auf die Gebärmutterschleimhaut wirkt) sinnvoll ist.

Ich werde mir dies nun in Ruhe überlegen und ob ich noch eine Zeitmeinung einhole.
Wie Du sagst ging die Zeit unglaublich schnell vorbei und das Thema Krebs steht nicht immer im Vordergrund, sondern wieder das Leben und dies ist unglaublich schön

Lieber Gruss
Nici
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