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  #46  
Alt 29.05.2010, 15:12
yagosaga yagosaga ist offline
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Standard AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen

Hallo zusammen,

auch wenn es hier vielleicht nicht hingehört, so möchte ich doch ein paar Eindrücke von meinem Klosteraufenthalt hier festhalten. Über Pfingsten habe ich dieses Jahr drei Tage als Einkehrgast im evangelischen Gethsemanekloster Riechenberg bei Goslar "Kloster auf Zeit" genossen. Ich wollte dort zur Ruhe kommen abseits der alltäglichen Geschäftigkeit und suchte dort Raum für eine Gottesbesinnung.

Als Schweigekloster ist das Gethsemanekloster der ideale Raum dafür. Es liegt etwas abseits zwischen B6 und B82 auf dem Gelände des Klosterguts Riechenberg und wurde Anfang der 90er Jahre durch den Kloster- und Studienfonds sehr schön renoviert. Die Gebäude selber bestehen aus einem Arrangement von sanierten Häusern und erhaltenen Ruinen, dazwischen mächtige Kiefern und Wildblumenwiesen.

Im Kloster selbst gibt es drei Sakralräume (Krypta, in der sonntags der Gottesdienst gehalten wird, Oratorium für das Mittagsgebet und Kapelle für Morgen- und Abendgebet). Ein weiter Klostergarten umfasst von einer alten Klostermauer umgeben das Kloster. Viele Wege, Nischen und Bänke laden zum Spazierengehen ein und eine Mischung von Pflege und Wildwuchs lässt überall etwas entdecken, gerade jetzt im Mai. In den Gebäuden selbst finden sich überall Ikonen, Gemälde oder liebevoll gestaltete Arrangements aus trockenen Kräutern, Blumen und Steinen, an denen die Blicke haften bleiben.

Das ehemalige Tagelohnerhaus ist den Männern vorbehalten zur Klausur, Frauen sind im Einkehrhaus untergebracht. Für Gäste, die "Kloster auf Zeit" erfahren wollen, stehen Klosterzellen zur Verfügung mit Küchen und Bad, in den Klosterzellen sind neben einem Bett auch eine Andachtsecke mit einer Ikone sowie Kerzen und Blumen für das persönliche Gebet.

Drei Brüder leben fest im Kloster. Es ist nicht üblich, sich bei Begegnungen anzusprechen oder verbal zu grüßen. Man belässt den anderen "in der Ruhe". Nur zu den Andachtszeiten (7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr) kommt man zusammen. Die Andachten sind in der Liturgie weitgehend den Ordnungen aus Münsterschwarzach übernommen. Dem Gottesdienst lag eine erweiterte Agende I zugrunde, ergänzt um eine Väterlesung, einem kurzen Text der alten Kirchenväter. Was aber völlig fehlt ist eine Predigt. Beim Mittagsgebet gibt es eine längere Schweigephase, in der über ein Psalmwort meditiert wird. Eine Präsenzbibliothek im Einkehrhaus hält klösterliche Schriften sowie Meditationsliteratur bereit.

Gekocht wird im Kloster vegetarisch. Es gibt Vollwertkost nach Dr. Max O.Bruker, die auf der Ernährungslehre des Schweizer Arztes Maximilian Bircher-Benner beruht. Für Frühstück und Abendbrot werden Frischkornmüsli, Obst, Käse, Brot, selbst hergestellter Joghurt und Kräuterquark im Raum vor der Küche bereit gestellt, das dort im Korb abgeholt wird. Das Mittagessen steht auch in einem Korb zum Abholen bereit. Gegessen wird dann in der eigenen Klosterzelle im Schweigebereich.

Mobiltelephone, Notebook, MP3-Player und iPod sind im Kloster verboten, damit man sich nicht ablenkt, sondern wirklich dem Schweigen Raum gibt. Die Erfahrung des Schweigens mag zunächst befremden, aber ich habe das sehr schnell als angenehm empfunden. Auch das nicht-Reden-müssen, wenn man einen anderen Menschen sieht, hat etwas Entspannendes. Für mich war es wichtig, all die aufkommenden Gedanken einfach ziehen zu lassen.

Sowohl die zahlreichen Ikonen, Sinnsprüche als auch der Klostergarten dienen der Vertiefung des Schweigens. Wo belastende Gedanken aufkamen löste ein Spaziergang diese "Gedankenstauung". Da finde ich z.B. im Klostergarten zwischen Mulch und Sträuchern einen Stein, auf dem steht geschrieben: "Im Ja zum Willen Gottes verliert das Leiden seine Macht." Eine Anspielung auf den Leitvers des Klosters, den Jesus im Garten Gethsemane betete: "Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber, aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." (Matthäus 26,39)

Nachmittags verließ ich das Kloster, um ausgedehnte Spaziergänge in die Umgebung zu unternehmen. Es ging durch ein Waldstück hindurch in die Feldmark. Der Weg führte mitten durch ausgedehnte gelbe Rapsfelder. Richtung Süden in ein, zwei Kilometern Entfernung erhoben sich die Berge des Harzes. Richtung Norden blickte man in das sanft wellige Harzvorland. Zwischen den Feldern ging es eine zeitlang an einem Bach entlang. Ich genoss den Farbenreichtum und vor allem die Wärme und den blauen Himmel, die in diesem Mai bisher so selten waren.

Auf die drei Andachten tagsüber freute ich mich jedes mal, da war ich bei Gott und unter den Menschen. Mit zunehmenden Schweigen stellte sich eine neue Erfahrung ein, die des ganz in Gott umschlossenen und geborgenen, hin und wieder sich an unerwartenden "Nebensächlichkeiten" entzündend. Fragen, die ich mit ins Gethsemanekloster genommen hatte, beantworteten sich in dieser Gottesnähe scheinbar ganz von selbst und auf beruhigende Weise.

Bei den Brüdern im Kloster fiel mir eine ausgeprägte Achtsamkeit auf, die an Äußerlichkeiten sichtbar wurde. Ich nahm mir aus einem Glas eine Handvoll Haselnüsse mit für zwischendurch. Am nächsten Tag war dieses Glas bis zum Rand mit Haselnüssen aufgefüllt. Oder ich fand Gefallen an dem selbstgemachten Joghurt und am nächsten Tag stand die doppelte Menge Joghurt im Kühlschrank. Mit der Ernährung hatte ich es nicht einfach, da sich durch die Chemotherapie im Appetit kräftige Abneigungen und Vorlieben entwickelt hatten. Die leichte Vollwertkost dort war dann für mich genau das richtige gewesen.

Mir hat der Klosteraufenthalt bewusst gemacht, dass hier ein Angebot bereitgehalten wird, das etwas Besonderes darstellt. Die Erfahrung des Schweigens lässt im Kontrast zu vorher bewusst werden, wie laut und oft auch geschwätzig unser Alltag ist. Jesus verließ oft seine Jünger und die Menschenmassen, um sich ins Gebet und ins Schweigen zurück zu ziehen und dort heraus die Kraft zu schöpfen und die Gottesnähe zu empfangen, aus der heraus er den Menschen das Gottesreich sinnenhaft erfahrbar werden ließ.

Zum "Kloster auf Zeit" gehört auch der "Abschied vom Kloster". Dazu wird die Klosterzelle so hinterlassen wie sie vorgefunden wurde. Eine "meditative Putzanleitung" steht bereit, in der "der kleine Mönch" einen durch alle Schritte des Putzens, Scheuerns und Staubwischens führt, natürlich nicht ohne dabei auf die nötige Ruhe und Meditation zu achten. Zum Schluss wird ein Gebet gesprochen für diejenigen, die vorher in der Klosterzelle waren und die noch kommen werden.

Auf die Fragen, die ich mit ins Kloster genommen hatte, fand ich dort keine direkte Antwort. Aber ich habe dort eine Antwort darauf gefunden, wie ich in Zukunft mit diesen Fragen umgehen kann. Und die Antwort lautet, ich kann meinem Gefühl vertrauen, dass mir im entscheidenden Moment die richtigen Antworten gegeben werden.

Mehr Informationen gibt es auch auf der Website

http://www.gethsemanekloster.de

Schöne Grüße
Ecki
  #47  
Alt 29.05.2010, 15:26
Gitta aus Nürnberg Gitta aus Nürnberg ist offline
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Hallo Ecki,

besinnliche Eindrücke hast du mitgebracht.

Bis bald
Gitta
  #48  
Alt 29.05.2010, 17:49
meikehase meikehase ist offline
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nochmal vielen dank für die Antworten auf meine Fragen...

hat mir sehr weitergeholfen!

liebe grüsse
  #49  
Alt 29.05.2010, 22:07
Benutzerbild von Blume68
Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen

Lieber Ecki,

"auch wenn es hier vielleicht nicht hingehört, so möchte ich doch ein paar Eindrücke von meinem Klosteraufenthalt hier festhalten."

Warum sollte es hier nicht hingehören? Oder - anders gefragt - wenn nicht hierher, in deinen Strang, wo sonst sollten deine Eindrücke hingehören?

"Man belässt den anderen "in der Ruhe"."

Das kam durch deine Zeilen wunderbar rüber, und ist etwas, das viele verloren haben in unserer "kommunikativen" Welt, glaube ich. Besonders schön fand ich zu lesen, wie deine essenstechnischen Vorlieben gleich registriert und liebevoll aufgegriffen wurden.

"Im Ja zum Willen Gottes verliert das Leiden seine Macht."


Dieser Satz hat mich sehr nachdenklich gemacht...


"Auf die Fragen, die ich mit ins Kloster genommen hatte, fand ich dort keine direkte Antwort."


Ich habe mich eine zeitlang mit Familienaufstellungen beschäftigt, selbst an zweien teilgenommen. Der Kursleiter sagte wärend der Seminarwoche, die Erlebnisse dort würden nachwirken, auch wenn wir es nicht gleich "am nächsten Tag spüren". Das kann ich mittlerweile für mich bestätigen. Alles braucht seine Zeit.
Wir werden Antworten auf unsere Fragen bekommen, oft gerade dann, wenn wir nicht damit rechnen.

Ich bewundere, wie du mit deiner Krankheit umgehst, Ecki.
Du vermittelst eine gelebte Ruhe und Zuversicht, die in mir als Leser deiner Zeilen nachwirken.

Ich bin selbst nicht (LK-) betroffen, aber seit den Erlebnissen der letzten Jahre spüre ich immer wieder, wie schnell sich Dinge ändern können, wie fließend "Grenzen" sind. Dieses Wissen hat mich verändert.

Danke, dass du von deinem Kloster-Wochenende erzählt hast.
Ich fand es sehr wertvoll.

Liebe Grüße
Blume
__________________
In uns allen findet sich die Quelle höchster Weisheit -
die Quelle der Liebe.
(Thich Nhat Hanh)
  #50  
Alt 30.05.2010, 11:59
yagosaga yagosaga ist offline
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Zitat:
Zitat von Blume68 Beitrag anzeigen
Ich bewundere, wie du mit deiner Krankheit umgehst, ... Du vermittelst eine gelebte Ruhe und Zuversicht, die in mir als Leser deiner Zeilen nachwirken.
Liebe Blume,

meine Situation ist sicher nicht mit vielen anderen Krebspatienten zu vergleichen. Ich bringe durch Beruf und Lebenserfahrungen viele Voraussetzungen mit, die mir den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Gut zwei Jahrzehnte habe ich kontinuierlich Krebspatienten selbst begleitet und besucht, ich kenne also die unterschiedlichsten Krankheitsverläufe. Ich habe Menschen erlebt, die bitter verzweifelten. Ich habe aber auch Menschen erlebt, die inmitten unheilbarer Krankheit mit solch einer Fröhlichkeit und Wärme gesegnet waren, dass es auf mich einfach nur ansteckend wirkte. Ich habe Patienten erlebt, die an dem Erbrechen und der Übelkeit der Chemo verzweifelten, als es noch nicht diese guten Medikamente wie heute gab. Ich habe Menschen erlebt, die entgegen allen Prognosen noch ganz viel Lebenszeit gewannen und Menschen, die innerhalb von Tagen nach der Diagnose verstarben. Und jeder Mensch ging mir persönlich nahe. Von daher weiß ich einfach schon sehr viel über die Möglichkeiten der Krankheitsverarbeitung, und weiß auch, was förderlich und hinderlich ist.

Ein zweites: zu meinem Beruf gehört es auch, Trauergespräche zu führen und zu bestatten. Durchschnittlich einmal die Woche, und das auch 20 Jahre lang. Mit jedem Sterbefall musste ich mich also immer auch mit meinem eigenen Tod auseinandersetzen. Und es war alles mit dabei, vom Kind, das gleich nach der Geburt starb, dem dreijährigen Jungen, der an Neuroblastom starb, von Selbstmördern und Mordopfern, und die 102jährige Frau, also nichts, was es nicht gibt. Ich musste wiederholt auch mit der Kripo Todesnachrichten überbringen: ein Familienvater von zwei Kindern im Kindergartenalter, der bei einer Motoradtour im Harz starb u.v.a. mehr. Und selbst bei den härtesten und dramatischsten Fällen musste ich die Nerven behalten, mir durfte die Stimme nicht versagen, ich musste den Angehörigen Halt und Zuversicht geben, auch wenn mir selbst dabei so schlecht und so mulmig war, dass ich am liebsten fortgelaufen wäre - ich musste standhaft bleiben und mich ohne einen Deut der Verunsicherung in der Gewalt haben. Diese Form der Selbstbeherrschung kommt mir jetzt auch zugute. Und es ist für mich wirklich leichter, mit mir selber umzugehen als andere leiden zu sehen!

Ein Drittes: wer so lange und so dicht am Tod arbeitet und das als Pfarrer tut, der setzt sich auch ganz anders mit dem Glauben an Gott auseinander. Ich habe immer nach Gewissheit gesucht und geforscht, und ich habe Zweifel zugelassen, ausgehalten und auch be- und verarbeitet. Das übrigens oft auch in Publikationen oder Hörfunksendungen. Ich muss mich jetzt in der Krebserkrankung nicht neu mit diesen Fragen auseinandersetzen, sondern konnte sofort an bisher Erlebtes und Erfahrenes anknüpfen.

Es gibt sicher noch einiges anderes zu erwähnen, was mir im Moment nicht einfällt. Aber es ging mir jetzt nur darum, deutlich zu machen, dass ich mich einfach auch in einer besonderen, fast möchte ich sagen privilegierten Situation befinde, die etwas mit meiner Herkunft und Lebenserfahrung zu tun hat. Ich merke inzwischen nach drei Monaten auch, dass bei uns weitgehend "Krebsalltag" eingezogen ist. Das Leben hat sich "normalisiert". Ich lebe zwar mit der Perspektive, dass es schnell zu Ende gehen kann - der Kleinzeller ist sehr heimtückisch. Aber ich lasse mich davon nicht beherrschen. Und wenn meine Konfirmanden auf der Straße mich fragen, wie es mir geht, dann sage ich auch mal: "Ich lasse mir von dem Lungenkrebs doch nicht den Tag verderben", und wenn ich sie dabei anstrahle, dann kommen auch danach tolle Gespräche zustande.

Viele Grüße
Ecki

P.S. auch die Familie und die drei Kinder sind nicht zu vergessen, der 16jährige und die 15jährige, beide in der Pubertät und immer mit einem flotten herben Spruch auf den Lippen, und die fast vierjährige in der Trotzphase, die kein Entkommen aus der Normalität zulassen

Geändert von yagosaga (30.05.2010 um 12:17 Uhr) Grund: P.S. angefügt
  #51  
Alt 30.05.2010, 14:54
Spätsommer1 Spätsommer1 ist offline
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Standard AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen

Hallo Yagosaga schön dass du wider im Forum bist und du von relative guten Ergebnissen zu berichten hast vor allem auch bezüglich deiner Leberwerte ich wünsche dir weiter dazu alles gute
Hallo Verena52 Hallo Gabi,Hallo Marisol
Da bin ich wieder die die ersten 3 Tage des dritten Chemo-Zyklen habe ich ganz gut überstanden. Die nächsten 3Tage nehme ich noch täglich 2*40mg Kortison jetzt noch den 8.dann den 15Tag für das Vincristin um den dritten Zyklus abzuschließen .Ich hoffe ich schaff ihn dieses Mal komplett da ich gestern ja noch zusätzlich die Aufbauspritze gegen das abfallen oder für den Aufbau der (Leukozyten)bekam .Habe seit heute etwas Kratzen im Hals na ich werde das mal mit Hex oral aus meinem Medikamentenfundus behandeln mal sehen ob es hilft. wollte heute eigentlich eine kleine Rund zu Fuß machen aber bei uns ist das Wetter mal Regen Wind als o nicht dafür angetan freiwillig nach draußen zu gehen als lassen wir es und warten auf Wetterbesserung.
__________________
Wenn es einen Glauben gibt,
der Berge versetzen kann,
so ist es der Glaube an die eigene Kraft
  #52  
Alt 30.05.2010, 15:32
yagosaga yagosaga ist offline
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Standard AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen

Hallo Spätsommer1 und alle anderen,

spazierengehen ist ganz wichtig für mich, ich gehe nachher auch, wenn sich ein "Regenloch" auftut.

Es heißt übrigens, dass der Kleinzeller ein reiner Raucherkrebs sein soll. Ich selbst habe mit 21 Jahren angefangen zu rauchen (... schön blöd, wenn man so spät noch anfängt...) und mit 31 Jahren aufgehört, ca. eine Schachtel am Tag oder ersatzweise Selbstgedrehte. Seit 19 Jahren rauche ich nicht mehr. Und trotzdem hat es mich erwischt ...

Beste Grüße
Ecki
  #53  
Alt 30.05.2010, 20:22
yagosaga yagosaga ist offline
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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Chemotherapie beim Kleinzeller. In der ersten Zykluswoche bekomme ich am 1. Tag 100 mg. Cisplatin, am 2., 3. und 4. Tag 340 mg. Etoposid, dann Wochenende Pause und am 8. Tag 100 mg. Cisplatin. Danach zwischen zwei und drei Wochen Pause bis der nächste Zyklus beginnt.

Ist das Standardtherapie, dass am 1. und am 8. Tag Cisplatin gegeben wird, ich lese sonst nur von einer Gabe Cisplatin pro Zyklus.

Beste Grüße
Ecki
  #54  
Alt 30.05.2010, 20:55
chrisi69 chrisi69 ist offline
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Hallo Ecki,

bei meinem Papa war es so:
1.Tag: Carboplatin und Etoposid
2. und 3. Tag nur Etoposid
wieviele mg von jedem weiß ich nicht mehr.
Der nächste Zyklus wurde dann vom 1. Tag weggerechnet, alle 22 Tage. Außer das Blutbild passte nicht, dann wurde etwas verschoben.

Liebe Grüße
Christiane
__________________
Mein Papa: ED Dezember 2009 kleinzelliges Bronchialkarzinom
gestorben am 5. Januar 2011
  #55  
Alt 30.05.2010, 22:10
piper piper ist offline
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Zitat:
Zitat von yagosaga Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Chemotherapie beim Kleinzeller. In der ersten Zykluswoche bekomme ich am 1. Tag 100 mg. Cisplatin, am 2., 3. und 4. Tag 340 mg. Etoposid, dann Wochenende Pause und am 8. Tag 100 mg. Cisplatin. Danach zwischen zwei und drei Wochen Pause bis der nächste Zyklus beginnt.

Ist das Standardtherapie, dass am 1. und am 8. Tag Cisplatin gegeben wird, ich lese sonst nur von einer Gabe Cisplatin pro Zyklus.

Beste Grüße
Ecki
Nein, man muss das eindeutig sagen: Standard ist das nicht!

Wir geben Cis Tag 1 (75mg/m²) und dann Eto Tag 1-3, und dann erst wieder mit Tag 22 den neuen Zyklus.

Cis ist nephrotoxisch und sollte aufgrund seine myelosuppressiven Wirkung (gegen das Blutbild) nur alle 3 Wochen gegeben werden .... man kann natürlich Cis auf 3 Tage hintereinander geben, aber dann nur mit 25mg/m² (in Summe also wieder 3x25 = 75mg/m²).

die m² kannst du beziehen auf deine Körperoberfläche, diese abhängig ist von Gewicht und Größe ...

nachlesen kannst du hier:

http://strahlentherapie.uk-wuerzburg...otherapie.html

unter Tab. 3 steht mein beschriebenes Schema unter der Abkürzung PE, wobei hier Cis höher dosiert wird mit 90mg/m²

deine Körperoberfläche kannst du hier berechnen:

http://www.labor-limbach.de/Berechnu...rob.127.0.html

du würdest insgesamt 200mg Cis bekommen...abhängig von deinen Körpermaßen kann das passen, die Gabe auf 2x über 8 Tage ist mir dennoch sehr neu ...

lg
  #56  
Alt 30.05.2010, 22:34
yagosaga yagosaga ist offline
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Hallo piper,

herzlichen Dank für die Rückmeldung. Ich habe es mal durchgerechnet. Bei 2,2 m² Körperoberfläche kommen 200 mg. Cis hin, wenn mit 90mg/m² dosiert wird. Ich vertrage es gut, auch die Nebenwirkungen der Chemo sind für mich nicht störend. Allerdings sind bisher immer drei Wochen Abstand zwischen den Infusionen gewesen, weil das Blutbild sich erst stabilisieren musste.

Auch wenn es scheinbar kein Standard ist, wenn es mich rettet, ist es gut. Die Leber war zum Zeitpunkt der Diagnose bereits stark metastasiert, auf den CT-Bildern habe ich ca. 20 Lebermetastasen gezählt, die größte ca. 3,5 cm. groß. Die Beschwerden waren heftig. Es bestand also schon ein gewisser Handlungsbedarf.

Vom Gefühl her hatte ich den Eindruck, dass die Metastasen bereits nach dem zweiten Zyklus weg waren. Ich habe jetzt den dritten Zyklus hinter mir und in der kommenden Woche ist Zwischenauswertung, da bin ich mal gespannt, wie dann der Befund aussieht.

Viele Grüße
Ecki
  #57  
Alt 31.05.2010, 16:46
yagosaga yagosaga ist offline
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Hallo zusammen,

heute hatte ich Ultraschall. Zwischenauswertung der ersten drei Chemozyklen. Es sieht tatsächlich sehr gut aus, besser als nach drei Zyklen zu erwarten wäre. Das Ultraschallbild der Leber hatte sich völlig verändert. Nach einigem Suchen fand der Arzt in der Leber nur noch eine Metastase mit ca. 1 cm. Durchmesser. Ich bin natürlich sowas von happy, weiß aber auch, auf welch fragilem Boden ich mich bewege. Aber erstmal freue ich mich Gott sei Dank.

Nächste Woche geht es mit dem vierten Zyklus weiter.

Beste Grüße
Ecki
  #58  
Alt 31.05.2010, 16:52
Mariesol Mariesol ist offline
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Standard AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen

Lieber Ecki,

ich bin wieder vom Urlaub zurück und habe wieder sehr gerne bei Dir gelesen!
Möchte ein herzliches Hallo da lassen.
Habe heute einen sehr interessanten Artikel in der Zeitung gelesen...über die Patienten Support Group der Thorax Klinik Heidelberg.
Ein offenes Forum in wechem sich Patienten, Angehörige und Mediziner bei regelmäßigen Treffen austauschen. Hier geht es um Erfahrungsaustausch und das Hochleistungsmedizin ein Gesicht bekommt. Hier sind Angehörige, Kranke und Mediziner im gleichberechtigten Dialog.....es wird versucht die Sichtweise des einzelnen zu erfassen...ohne die unterschiedlichen Haltungen zu zerreden.Gemeinsam wurde eine Broschüre entwickelt. Proffessor Thomas nimmt an diesen Gesprächsrunden teil und sagt sehr treffend: "Jeder ob Erkrankt oder Angehörig oder Hinterblieben, trägt einen großen Rucksack voller Unsicherheiten mit sich herum. Darum ist es so wichtig gegen diese Hilflosigkeit anzugehen."
Natürlich könne man verdrängen...versuchen zu vergessen...aber nicht jeder möchte den Erinnerungen und dem Leid ausweichen sondern aktiv werden. Es gibt so viel zu tun und jeder Mensch kann selbst entscheiden wie er mit dem Erlebten umgehen möchte...aber es muss eben eine Plattform zum Austausch vorhanden sein.

Ich bin sehr froh, dass es so etwas in Heidelberg gibt...gerade habe ich erfahren, dass der Bandscheibenvorfall meines lieben Nachbars......Lungenkrebs ist! In der Stimme seiner Frau schwang so viel Hoffnung...aber auch so viel Angst...und jedes Wort war ein großes Fragezeichen.Ich habe sie sanft in den Arm genommen und alles was ich über ein Jahr lang gefühlt hatte, war wieder da! Nein ...Ecki...ich werde es nicht abschütteln können. Ich habe die ganze Nacht geträumt...es ist da in meinem Unterbewusstsein rumort es...alles andere wäre wohl auch unnatürlich.

Ich freue mich sehr über dein positives Ergebnis....mach weiter so!!

Einen warmen Gruß sendet Mariesol

Geändert von Mariesol (10.06.2010 um 17:45 Uhr)
  #59  
Alt 31.05.2010, 23:30
Antiironie Antiironie ist offline
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Standard AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen

Lieber Ecki,

ich freu mich das dein Ultraschall so gut ausgefallen ist, mach bitte weiter so.

lg Anja
__________________
Mama 09.2006 kleinzelliges Bronchialkarzinom seit 03.2007 krebsfrei
Papa 03.2008 kleinzelliges Bronchialkazinom, 10.2008 Hirnmetastasen - gestorben Juli 2009
  #60  
Alt 01.06.2010, 00:00
johanna84 johanna84 ist offline
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Lieber Ecki,
als erstes möchte ich Dir sagen daß ich Dich sehr gerne lese. Habe Dir eigentlich schon gestern geschrieben, aber dann ist mein PC abgestürzt.
Bei meinem Papa war es wie bei Christiane: 1.Tag Carboplatin, 2. und 3. Etoposit ( das war die standarttherapie neben Cisplatin, die aber bei meinem Papa wegen Nierenleiden nicht angesagt war). meiner Kenntniss nach ist Cisplatin bei vorhandenen Nierenleiden schädigend, Carboplatin hingegen schädigt das Knochenmark.

Mein Papa war auch starker Raucher, hat aber vor 25 Jahren aufgehört zu rauchen, trotzdem hat es ihn erwischt... Vielleicht war es aber auch Asbest, dem er in Polen und dann in Deutschland jahrelang ausgesetzt wurde? wer weiß....

Ich wünsche Dir weiterhin gute Ergebnisse, viel Kraft und Gottes Segen (obwohl ich da nicht mehr so weiß wo ich dran bin)

Alles Gute,
Johanna
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