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  #31  
Alt 31.05.2010, 20:44
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Äh... also. Nein, ich bin nicht plötzlich gesund geworden. Aber ich habe dennoch gerade richtig gute Laune bekommen!!!

http://www.preussen-blog.de/gehn-wir...en-im-park/613

Nicht bös sein, wenn ich meist Links poste, ja? Ich mag Euch!
  #32  
Alt 31.05.2010, 22:51
BrigitteR. BrigitteR. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Ich habe schon im Blog geschrieben, menno freue ich mich für meinen Sir George. Und wenn er schon Smileys benutzt - dann muss die gute Laune net auszuhalten sein, Georg mag normal keine Smileys.

Ich hoffe sehr, dass auch von anderen Seiten gute Nachrichten zu lesen sind und schicke mal allgemein schöne Grüße aus Bärlin in die Runde.

Brigitte
  #33  
Alt 31.05.2010, 22:53
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Levira Levira ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Also, ich bin Dir schon mal nicht böse, wenn ich in Deinem Blog stöbern darf.

Irgendwie weiss ich gar nicht, wie ich das schreiben soll, damit es nicht blöd rüberkommt. Aber ich freue mich für Dich, dass Du wieder Licht am Horizont siehst. Auch wenn dieses Licht OP heisst.

Alles Gute und natürlich drücke ich Dir ganz fest die Daumen!
  #34  
Alt 01.06.2010, 10:10
Kerstin N. Kerstin N. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Cool! Super Nachrichten!

Liebe Grüße aus Lena-City(Hannover)
  #35  
Alt 08.06.2010, 20:28
Alexandra1968 Alexandra1968 ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Hallo Georg,

woooo biiiiiist Duuuuuuuuu?

Ich bin hier über Deine Geschichte gestolpert und finde Dich einfach nur genial, souverän, durchdacht, flapsig, großklappig und vorallem total sympathisch.

Bitte melde Dich wieder. Wie geht es Dir?

Glaube bitte an die Kraft in Dir und lass' Dich nicht treiben ....

Ganz liebe Grüße,
Alexandra
  #36  
Alt 09.06.2010, 08:57
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Moin in die Runde,
es tut sich was... eines habe ich gelernt, glaube ich: Man ist diesen anonymen Ameisenhaufen, wie der MNR-Klinik der Düsseldorfer Uni, solange hilflos ausgeliefert, fühlt sich als dort in dem emsigen Betrieb einsam und verstört, solange man es nicht schafft, sein jeweiliges Gegenüber dazu zu bekommen, einen als Einzelwesen zu erkennen.

Die (falsche) Diagnose "inoperabel" bekam ich auf dem Flur zu hören, mitten im Trubel beim Bettenbauen und zweimal zur Seite geschubbst von (wohlmeinenden) kleinen Frauen, die, in große Tücher gewickelt, die Fußböden naß machten. Die Mitteilung "HCC" bekam ich, sehr beiläufig, von einem völlig gestressten Arzt zwischen zwei Telefonaten, in denen es um Terminverschiebungen ging. Die für mich lebenswichtige Information "noch operabel" bekam ich telefonisch mitgeteilt.

Alles das waren grausame Wahrheiten und mich macht fassungslos, wie sie dort damit umgehen. Ich kenne und verstehe die Hintergründe, die Personalüberlastung, den Stress, aber eines habe ich gestern dem (dafür überhaupt nicht verantwortlichen) Chirurgen mitgeteilt, als er mich anrief, um die nächsten Schritte mit mir zu vereinbaren: Diese MNR-Klinik braucht dringend einen Projektmanager mit viel Entscheidungsbefugnis, der die Abläufe dort koordiniert und auch einmal auf den Tisch haut, daß die Fetzen fliegen. Ich will mich nicht selbst loben, aber ich bin es gewohnt, Probleme zu lösen, mich durchzusetzen. Und ich bin nicht unintelligent und kann die Informationen bestehen. Was aber, wenn jemand krank wird, der all' das nicht ist? Der vielleicht auch noch die Sprache nicht gut beherrscht?

Aber zurück zu meinem Fall: Der Chirurg rief mich gestern Abend so um 20 Uhr herum an. Ruhig, sachlich, freundlich. Er hatte gerade 7 Stunden operiert. Hat sich brav entschuldigt für die späte Kontaktaufnahme (schongut, kein Problem) und kam dann gleich zur Sache. Ich bin so faul, deshalb bitte ich Euch, die Details in der Kommentarspalte hier nachzulesen:
http://www.preussen-blog.de/mnr-klin...-1#comment-359

Vor allem aber muß ich jetzt ja auch noch Alexandra antworten.

—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.

Liebe Alexandra,
danke für die Blumen. Nein, meine Bescheidenheit reicht nicht aus, um Deine Komplimente nun höflich zurückzuweisen. Harr, harr... Ich bin ein Mann (simpel konstruiert), ich bin Rheinländer:
http://www.preussen-blog.de/der-rheinlander/183
und mein Sternzeichen ist der Löwe (sag' mir zweimal am Tag, wie toll ich bin und Du kannst von mir verlangen, was Du willst als Frau. Tatsache.) Ich sag ja: simpel konstruiert.
Wo ich bin? Steht im Impressum meiner Netzseite: In Ratingen. Das liegt zwischen Düsseldorf und Essen. Ratingen ist für mich nur ein Wohnstädtchen, ich bin ursprünglich natürlich Düsseldorfer. In den 80er/90er Jahren habe ich rund 10 Jahre für einen amerikanischen Konzern im Software-Bereich gearbeitet (an Großrechnern, von PC habe ich keine Ahnung) und bin sehr häufig montags irgendwohin geflogen und erst freitags wiedergekommen. Deshalb sind wir damals nach Ratingen gezogen, das direkt am Düsseldorfer Flughafen liegt (und nicht anders herum). Jetzt sind die Kinder groß, meine Frau verwirklicht sich selbst - u.a., indem sie sich von mir getrennt hat vor rund 18 Monaten.
http://www.preussen-blog.de/tot-mann-tot/89

Eigentlich hatte ich gerade mit dem Projekt "Umzug nach Düsseldorf" begonnen. Wollte mir dort im Süden der Stadt einen Standort für meinen Betrieb suchen http://www.Bleisetzer.de und dort dann das letzte Drittel meines Lebens verbringen. Meine drei Schwestern und meine Mutter leben dort. Dann kam der Liebe Gott, lieh sich von Thor (kennste den? Starker Typ) dessen Hammer und haute mir damit eins direkt vor die Stirn. Das war vor... ungefähr... ich weiß nicht mehr. Von wann datiert mein erster Eintrag hier? Damals jedenfalls war das. Seitdem ist mein Leben in Aufruhr (ich hasse das) und ich versuche, es neu zu regeln.

Jeder geht anders mit einer solchen Diagnose um. Ich habe viel gelernt - wie immer in meinem Leben auf die harte Tour. Zum Beispiel habe ich gelernt, daß eine solche Diagnose für Euch Angehörige mindestens so hart ist wie die Betroffenen. Ich meine zu wissen, daß man mir, wenn es zu Ende geht, die Schmerzen wird nehmen können. Ich werde dann irgendwo in einem Bett liegen und vor mich hindämmern. Ich werde dann irgendwann "hinüberschlafen". "Leberkrebs ist gnädig", schrieb mir jemand aus diesem Forum per Email. Daran halte ich mich fest. Bin ich tot, habe ich es hinter mir. Aber so, wie ich selbst seit 16 Jahren jeden Tag an meinen Vater denke, der damals starb und ihn vermisse, geht es wohl jedem Angehörigen. Ihr lebt weiter, Ihr leidet weiter.

Um es nun nicht zu ernst werden zu lassen - es ist 7:50 Uhr morgens, Mensch... noch einmal kurz zu Deinem lieben Kommentar:

Ja, ich bin alles das, was Du mir an Attributen zuschreibst. Und darüber hinaus bin ich auch noch ein kleiner, verängstigter Junge, der manchmal schluchzend (innerlich) schreit und in den Arm genommen werden will. Da ist nur halt niemand in meinem Real Life, die das macht. (ich bin fürchterlich hetero, deshalb "DIE das macht".). Und ich kann ja nicht wildfremde Frauen auf der Straße damit belästigen, oder? Also muß ich das Problem auf eine symbolische Ebene herunterwracken, also auf das Virtual Life. Auf das Forum hier, auf meinen Blog. Ihr erfüllt hier tatsächlich für mich die Rolle der In-den-Arm-nehmenden. Dafür bin ich Euch aus tiefstem Herzen dankbar. Man nennt das Nächstenliebe. Und es ist das, was die Pfaffen in der Kirche jeden Sonntag predigen, aber was weder sie selbst, noch ihre Gemeindemitglieder regelmäßig leben. Aber ich mache daraus niemandem einen Vorwurf.

Ich grabsche im RL und im VL nach jeder Zuwendung und jedem freundlichen Wort, das ich bekommen kann. Ich werbe darum, mache auf Mitleid, öffne mich und zeige, wie mein Innenleben aussieht. Und weil ich zwar ein simpel konstruierter Mann bin, aber auch ein sehr kompliziertes Kerlchen, verklauseliere ich mein Bitten um Zuwendung, bis selbst ich es kaum noch erkennen kann.

Du siehst: Ich mache das aus purem Eigennutz.

Wer wissen will, wie ich ticke, kann alles das in den (zumeist fiktiven) Erzählungen finden, die ich in meinem Blog veröffentlicht habe. Schon lange vor dieser Sch... Diagnose. Letztendlich bemühe ich mich, so zu sterben - und ich werde sterben an diesem Ding - wie ich immer leben wollte: Wie ein Mann. Saublöd, ne? Aber ich bin halt "old fashioned". Mal sehen, ob es mir gelingt.

Beste Grüße an alle.

Georg
  #37  
Alt 10.06.2010, 11:34
Alexandra1968 Alexandra1968 ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Hallo Georg,

köstlich, wie Du schreibst. Darüber vergesse ich tatsächlich immer wieder, weshalb wir uns eigentlich "getroffen" haben.

ja, es ist schrecklich, wenn man in einer solchen Situation alleine ist bzw. alleine gelassen wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr wichtig ist, eine starke Schulter zu haben, die einen - wie Du sagst - einmal (gerne auch zweimal) in den Arm nimmt und stützt. Hast Du noch Kontakt zu Deiner Ex? Wie geht sie mit diesem Thema um? Und Deine Kinder/ Verwandte?

Ich bin vom Typ her ähnlich gestrickt wie Du. Ich bin zwar kein Löwe (dafür aber Zwilling), bin trotzdem/ deshalb immer die Starke, Lustige und Ironische in meinem Bekanntenkreis. Umso schwerer fällt es einem dann, sich einfach mal fallen zu lassen. Irgendwie hatte ich damals, als mich der BK ereilte, das Gefühl, ich müsste für meine Umwelt stark sein (und dieses Gefühl hat mich sicherlich nicht betrogen, da das Umfeld bzw. die Familie - wie Du auch schon sagtest - oft noch mehr leidet als man selbst). Dabei hätte es eigentlich gerade anders herum sein müssen. Man bürdet sich durch diese Art und Weise teilweise eine noch größere Last auf. Auf der anderen Seite hat mich aber diese Art, wie ich sie mehr oder weniger irgendwann bewusst lebte, vor dem gefürchteten Loch gerettet, in das ich zeitweise um ein Haar reingefallen wäre.

Na ja, und manche Leute, die sich damals noch "Freundin" schimpften sagten "Ach, das schafft die Alex schon. Die ist so stark. Toll wie sie das macht ...." und wurden nie mehr wieder gesehen. Soviel zu "starken Schultern", die man in dieser Situation mehr als nötig hätte.

Wenn Du wirklich auch innen drinnen (überwiegend) so bist, wie Du schreibst, hast Du natürlich die besten Chancen gesund zu werden und das danach auch zu bleiben. Man darf nur niemals selbst daran bzw. an sich selbst zweifeln!!!! Passivität hat in solch einer Lebenslage keinen Platz. Ich glaube bzw. weiß heute, dass mein Glaube an mich selbst und an meine eigene Kraft Berge versetzt hat.

Ui, jetzt hab' ich Dich aber zugetextet.

Viele Grüße,
Alexandra
  #38  
Alt 22.06.2010, 19:26
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Bingo!

http://www.preussen-blog.de/der-lieb...usen-nicht/944

  #39  
Alt 22.06.2010, 21:28
BrigitteR. BrigitteR. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

JUUUUUUUUUHUÙUUUUUUUUUUUUUUUU unser Georg hat es geschafft, er kann operiert werden. Ich freu mich wahnsinnig für ihn.
Deine Floppy - muss Dich nun mal ganz dolle knuddeln, auch wenn's mal kneift, da musste durch
  #40  
Alt 24.06.2010, 10:09
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Bitte sagt mir Eure Meinung.
Aber bitte haltet mich nicht für eingebildet oder so etwas...

Mit meinem Schreiben über meine Krebs-Erkrankung habe ich aus einem einzigen Grund begonnen: Es bringt ein bißchen Struktur in mein panisches Denken. Ich lese meine eigenen Artikel immer wieder einmal durch, erkenne, wie ich damals fühlte beim Schreiben und registriere die Veränderung im Denken bei mir. Es hilft mir also und nur das allein war mir wichtig.

So habe ich ja auch Euer Forum hier gefunden, das mich zunächst — weil ich es nicht richtig verstand — zutiefst erschreckte. Ich las so viel von Eurem Leid hier. Und überlas die vielen positiven Schilderungen.

Nun zu meiner Frage:
Sehr viele Leser meines Blogs kommen über Euer Forum. Es werden wohl Stammleser von hier sein, aber ganz sicher auch Betroffene, die, wie ich "damals" (Au Mann, das ist gerade ein paar Wochen her), Hilfe suchen. Die Artikel über meine Krebserkrankung werden um ein Vielfaches häufiger gelesen als meine anderen Blog-Einträge. Aber tatsächlich kommentiert kaum jemand die Krebs-Einträge.

Dennoch habe ich das Gefühl, daß es Betroffenen etwas gibt, dort regelmäßig zu lesen, denn viele kommen immer wieder. Was meint Ihr dazu? Bringen meine Beiträge auch anderen etwas? Nicht nur mir? Ich frage das nicht, um Beifall oder Komplimente zu bekommen. Es wäre ein schönes Gefühl für mich, weil ich dann auf diese Weise auch etwas zurückgeben kann. Indem ich einfach zeige, wie andere, also ich, mit der Diagnose umgehen.

Was meint Ihr?

Mir ist völlig klar, daß das Veröffentlichen eines Links zu einem anderen Blog... sich nicht gehört. Deshalb ausdrücklich danke an die Forenleitung hier, die das zuläßt.

Georg
  #41  
Alt 24.06.2010, 12:44
Alexandra1968 Alexandra1968 ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Hallo Georg,

selbstverständlich bringt es vielen Lesern etwas, wenn sie positive Nachrichten lesen (bzw. besser ausgedrückt: wenn sie Nachrichten von positiven Menschen lesen), die, wie in Deinem Fall auch noch kreativ und interessant geschrieben sind. Außerdem fühlt man sich manchen Menschen hier im Forum (besonders) verbunden - auch wenn man sie nie persönlich kennen lernt - und möchte wissen, wie es mit ihm/ ihr weiter geht. Man fühlt mit dem Menschen mit. Teilweise wird man sogar mit Informationen versorgt, die man ohne diese Beiträge gar nicht bekommen würde.

Bei Dir gibt es denn Vorteil, wenn man nichts von Dir hört, kann man auf Deine Webseite gehen und gucken, wie es Dir geht und ob es positive Nachrichten gibt. Die anderen, die nur hier schreiben, kann man dann quasi nur hier anschreiben (man sieht ja öfter mal, dass ein Thema wieder "hochgeschupst" wird).

Bleibe weiter so positiv und lass' uns weiterhin wissen, wie es Dir geht.

Viele Grüße,
Alexandra
  #42  
Alt 26.06.2010, 15:04
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Nur für Euch.
Ich wollte es den nicht betroffenen Lesern in meinem Blog nicht zumuten. Ich befürchte, sie wären überfordert. Die Nachricht, daß ich am 13. Juli 2010 ins Krankenhaus eingeliefert werde, habe ich dort nur in einem Nebensatz erwähnt. Aber ich glaube, es ist richtig, wenn Ihr hier auch die Hintergründe kennt:

Am 13. Juli 2010 werde ich in die Chirurgie des Universitätsklinikums eingewiesen.

Man wird dann zunächst stationär einige Herzuntersuchungen in der Kardiologie vornehmen. Ich stelle mich darauf ein, daß sie eine Katheter-Untersuchung machen werden, denn ich habe das Gefühl, daß sich Stents zugesetzt haben in meinen Herz-Arterien.

Die Operation wird in zwei Optionen umfassen. Welche davon zum Tragen kommt, kann erst während des Eingriffes entschieden werden. Das bedeutet: Wenn ich aus der Narkose erwache, werde ich nicht sofort wissen, ob ich alles hinter mir habe oder nur die erste Option.

Der Chirurg hat es mir in einem langen Telefonat genau erklärt. Und ich habe es verstanden:

Die Hauptmasse des Tumors sitzt im rechten Leberlappen. Der muß also komplett herausgenommen werden. Aber eine Art Dorn reicht auch in den kleineren, linken Leberlappen hinein. Erst in der direkten Begutachtung können sie dann entscheiden, ob noch genügend gesundes Lebergewebe übrig ist, wenn sie den Tumor entfernen. Ist das der Fall, nehmen sie das Scheißding 'raus und gut ist. Das ist die Option No. 1.

Reicht ihrer Meinung nach die Gesamtmenge an verbleibendem, gesundem Gewebe nicht aus, müssen sie zunächst dafür sorgen, daß mehr gesundes Lebergewebe generiert wird. Dazu verschließen sie über die Pfortader, eine Vene, die Blutzufuhr zum rechten Leberlappen mit dem Tumor. Dazu setzen sie einen Katheter, rollen mich aus dem OP in die Radiologie im Keller und dort führt dann ein Radiologe sogenannte Mikrosphären, das sind winzige Kügelchen, in diese VVene ein und verstopft sie. Das ist das SIRT-Verfahren. Diese Methode ist nicht neu und man hat in der Uniklinik Erfahrung damit.

Durch diese Maßnahme wird das gesunde Lebergewebe des linken Leberlappens zum Wachstum angeregt. Nach zwei bis sechs Wochen ist dann soviel neue Lebermasse da, daß nun in einer zweiten Operation der Tumor entnommen werden kann. Das wäre dann die Option No. 2.

Überflüssig zu erwähnen, daß mir die erste Option lieber wäre. Aufwachen und hören «Sie haben's geschafft.». Das wäre schon was. Kommt es zur Option No. 2, so muß ich nicht in der Klinik bleiben, sondern kann nach Hause. Man macht dann im wöchentlichen Abstand eine Untersuchung, um festzustellen, ob und wieviel neues Gewebe sich gebildet hat. Bleibt abzuwarten, inwieweit sich mein Allgemeinzustand in dieser Wartezeit verschlechtert.

«Der Schmerz der Leber ist der Schlaf.», sagt man. Und meint damit, daß die Leber selbst keine Schmerzzellen hat, also nicht weh tut. «Leberschmerzen» kann man nur indirekt haben, weil eine vergrößerte Leber auf umliegende Organe drückt. Aber die Leber ist die Entgiftungszentrale des Körpers. Arbeitet sie nicht mehr vollständig, können diese Giftstoffe nicht mehr ausreichend aus dem Körper herausgefiltert werden. Man verspürt dann eine regelrecht bleierne Müdigkeit. Macht die Augen zu und schläft ein, obwohl es früh am Morgen ist und man gerade acht Stunden Schlaf hinter sich hat. Man ist dann auch körperlich nicht voll belastbar. Ob ich so sechs Wochen lang arbeiten kann, um meinen Lebensunterhalt und die laufenden Kosten zu verdienen und danach noch einmal für ca. vier Wochen aufgrund der Hauptoperation ausfallen kann, weiß ich jetzt noch nicht. Das gilt es bis zur Einweisung zu klären. Wird mir schon etwas einfallen. Ach, was wäre ich doch jetzt * und nur jetzt * kleiner Beamter oder Angestellter, bei denen die Bezüge weiterlaufen. Naja.

Tja. So ist es.

Ob ich das überstehe, weiß ich nicht. Es klingt sehr heftig in meinen Ohren.

Georg
  #43  
Alt 26.06.2010, 16:59
tommy1985 tommy1985 ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Hallo Georg,

in so einer Situation musst du nicht aufgeben. Beten hilft dir und das Vertrauen auf Gott. "Was bei den Menschen nicht möglich ist, ist bei Gott möglich"!

Gruß
  #44  
Alt 26.06.2010, 18:18
sissy sissy ist offline
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Ort: Österreich
Beiträge: 386
Standard AW: Meine Diagnose

Lieber Georg!

Damit du weißt, dass wir schon in Gedanken bei dir sind.

Ich wünsche dir alles, alles Gute und viel Kraft, das es so klappt, wie du es dir vorstellst und wünscht.

Auch möchte ich dir sagen, zu o. Beitrag von dir, in diesem Forum sind, so wie ich, oft Angehörige von Betroffenen, die ihre Liebsten leider an dieser Diagnose verloren haben. Das ist schlimm, ich weiß, nur ich denke du weißt es selbst.


L. G.

Sissi
  #45  
Alt 26.06.2010, 19:30
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Standard AW: Meine Diagnose

Zitat:
Zitat von tommy1985 Beitrag anzeigen
Hallo Georg,

in so einer Situation musst du nicht aufgeben. Beten hilft dir und das Vertrauen auf Gott. "Was bei den Menschen nicht möglich ist, ist bei Gott möglich"!

Gruß
Ich glaube, für Gott ist es nicht wichtig, ob ich hier bei ihm bin oder dort bei ihm. Er hat mich ja so oder so. Er hält es nur reichlich lange offen, mh?

Ich werde sicher sehr tief tauchen, wenn ich aufwache und sie mir sagen, daß sie nun über das SIRT die Funktion der rechten Leberhälfte unterbunden haben, um nun auf das Wachsen der linken zu warten. Ob das wohl funktioniert? Vielleicht werde ich zu schwach sein, um dann noch selbstbestimmt zu handeln. Das wäre von großem Übel für mich. Ich habe immer gesagt, daß ich, wenn ich merke, daß ich nicht mehr selbstbestimmt leben kann, eine eigene Entscheidung treffe. Nun gilt es, gut abzuwägen, wann dieser Zeitpunkt gekommen ist.

Ich will das ganz nüchtern sehen. Fatalismus = Gottergebenheit ist nichts für einen Straßenjungen. Der beißt, solange er kann dann geht er mit möglichst fliegenden Fahnen unter. Man wird sehen. Zumindest dauert es nicht mehr lange.

Georg
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