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  #16  
Alt 16.08.2010, 10:34
Hoffnung09 Hoffnung09 ist offline
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Standard Nimm Abschied.......

Hallo Lilli

Das schlimmste, was einem passieren kann - man MUSS von einem geliebten Menschen Abschied nehmen. Ob Alt oder Jung, beides tut sehr weh. Es geht nicht darum ob man etwas erreicht hat oder nicht. Man hat diesen Menschen geliebt und man versteht/begreift nicht, dass gerade dieser Mensch gehen muss!!! Man erhält nie eine Antwort auf die Frage WARUM?

Als unser 5 jähriger Junge 12 Tage nach der Rezidiv (Rückfall) Diagnose vor fast 4 Monaten in unseren Armen eingeschlafen ist, kann ich dir heute sagen, dass mir nichts mehr in den Sinn kommt, was ich ihm noch hätte sagen wollen, denn wir haben ihm VORHER alles gesagt und seine Wünsche erfüllt.

Uns hat es geholfen, gegenseitig loszulassen und auf WIEDERSEHEN zu sagen. Denke daran: Irgendwann, irgendwo, sieht man sich wieder.

Für uns Hinterbliebene gibt es eine Art Würde, wo wir so die schöne Erinnerungen an unser geliebtes Kind / bei dir die Mutter, in Gedanken und Gefühlen haben können. Klar, es tut verdammt weh und es ist schmerzhaft. Man wird nie über den Verlust hinweg kommen.

Halte deine Gedanken in einem Tagebuch fest, solange du noch in der Lage bist alles aufschreiben zu können. Mach Videoaufnahmen von dir und teile deine Gedanken an deine Söhne/Lieben mit. Oder lass deine Söhne daran teilhaben.

Was wir von unserem geliebten Junge gelernt haben ist, dass wir keine Angst vor dem Tod haben müssen. Bei der Rezidiv Diagnose hat unser Junge als erstes gefragt, nachdem er von der Vollnarkose aufgewacht ist: Wer war der Mann mit den weissen Haaren, der während dem Bilder machen von seinem Kopf (MRI), neben ihm gestanden ist? Wir sind uns sicher, dass wir beim sterben nicht alleine sein werden und uns jemand begleiten oder abholen wird, wenn unsere Seele die Reise nach "oben" antritt. Übrig bleibt dann noch die Hülle, die wir im Boden beerdigen oder zu Asche machen.


Die grösste Angst hatten wird, dass unser Junge schmerzen hat oder ersticken müsste beim einschlafen. Doch die Ärzte haben uns sehr gut unterstützt und wurden vom Pflegeteam sehr gut betreut. Er bekam Schmerzmittel. Darum hatte unser Junge keine schmerzen beim und erhielt zur Unterstützung auch Sauerstoff damit er nicht erstickungsängste haben musste. Er war beim Einschlafen ganz entspannt und hatte ein Lächeln auf den Lippen.

Es muss für DICH stimmen.

Wünsche dir alle Kraft dieser Welt.
__________________
Wenn du bei Nacht in den Himmel schaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
(Antoine de Saint-Exupery)

Euer Matthias 6.3.05 - 22.4.10

(3.4.10)

Geliebt, vermisst und unvergessen.
  #17  
Alt 16.08.2010, 15:22
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Zitat:
Das schwere daran ist,wenn ich sowas oder ähnliches meinen Kindern sage,vieleicht noch im ruhigen Ton,das wird so emotional,das halte ich nicht aus,ich brech dann zusammen.
Mit den Worten meiner Therapeutin würde ich jetzt sagen:
Gerade das ist erlaubt, weinen, wütend sein auf die Schei**-Krankheit, verzweifelt sein ... das erlaubst Du Dir nicht, hm?

Du schützt Deine Kinder nicht, wenn Du Deine Gefühle vor ihnen verbirgst ...
sie spüren es sowieso. Zeig Dich ihnen ruhig, Dein Innerstes - es heißt ja nicht dass Du ihnen ALLES sagen musst was in Dir vorgeht - dazu ist der Kleine wahrscheinlich auch zu klein.

Aber es ist wichtig, einen Teil der Trauer und Wut und alles mit ihnen zu teilen, damit sie nicht eines Tages fragen müssen: wer war unsere Mama überhaupt? Oft macht dieses große Schweigen einen noch kaputter - die Familie und auch einen selbst.

Wohin gehst Du mit Deiner Trauer, Deiner Wut, Deinen Tränen?

Sag Deinen Kindern dass Du gerne bleiben würdest.
Vielleicht fällt auch in ihnen die Schranke und setzen ihr Bedürfnis mit Dir über die Krankheit und das was folgt zu sprechen, frei ... wahrscheinlich schweigen sie überwiegend, weil sie denken sie machen es Dir sonst noch schwerer ...

Weint zusammen alle Tränen die geweint werden müssen, denn ihr habt verdammt allen Grund dazu ...

Informiere vielleicht auch die Lehrer der Kinder, damit sie ein Auge auf sie haben können und sie auch auffangen.

Heike und ihren Kindern hat das sehr geholfen - Heike selbst hat es geholfen zu wissen welche Wege ihre Kinder aufzugreifen versuchen wollten und den Kindern hat es geholfen dass ihre Mama damit ruhiger sein konnte.

Wenn der erste schlimmste Druck weg ist (und er wird weggehn, wenn es offen ausgesprochen ist) könnt ihr euch zB Gedanken machen, wo die Kinder leben werden. Und vielleicht ist es wichtig, ihnen zu sagen, dass Du nicht erwartest dass sie den ganzen Weg mit Dir gehen ...
Heike hat 5 Kinder (es bleiben ja ihre ;o)) - die alle unterschiedlich die Zeit durchstanden. 2 von ihnen haben die Mama nur ganz selten besucht, haben schon versucht sich loszulösen und sich vorab nicht mehr mit der Situation zu belasten als sie es mussten ... sie wußten, dass sie ihre Kraft brauchen werden ...
Eine war jeden Tag über Stunden bei ihr - sie wollte es so, aber es tat ihr gar nicht gut, wie sich im NAchhinein herausstellt.

Die anderen beiden haben sich hinter ihren Jobs versteckt ...

Du wirst Deinen Weg finden ...

Und ich wünsche Dir und euch die nötige Kraft dazu.

Liebe Umarmung,
Angie
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  #18  
Alt 16.08.2010, 19:04
Beab Beab ist offline
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Hallo Lilli,

ich bin auch Mutter und wenn ich mir vorstelle ich müsste meine Kinder jetzt verlassen, dann zerreisst mich diese Vorstellung innerlich. Und dann noch die Angst vor der Krankheit, nicht zu wissen was kommt, dass muss alles schrecklich sein.

Ich würde meinen Kindern auch ein Tagebuch schreiben. Was Du Dir für sie wünschst, dass sie zusammenhalten sollen, dass Du immer bei ihnen sein wirst, wie du die Tage jetzt erlebst usw.

Dann haben sie etwas ganz persönliches , schönes von Dir. Das wird sie bestimmt trösten. Und damit kannst Du ihnen vieles auf den Weg geben.


Ich wünsche Dir noch viel schöne Zeit mit Deinen Kindern.


Bea
  #19  
Alt 16.08.2010, 19:47
Lilli44 Lilli44 ist offline
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Standard AW: Ich auch

Ihr seid so aufmerksam,ihr hört mir zu,ich darf euch meine Gedanken schreiben,ohne dafür verurteilt zu werden oder in Frage gestellt zu werden.
Das tut echt gut.
Ja,ich verberge meine Wut,meine Traurigkeit am meisten,und meine Verzweiflung.Vor meinem Therapeuten versuche ich meine Gefühle zu zeigen,aber es gelingt mir kaum.Wenn es zum Ende des gespräches kommt,dann zeigt sich mehr und mehr mein wahres"gesicht".
Aber dann ist die Sitzung auch schon wieder beendet ohne das ich meine ganze Verzweiflung zeigen konnte.
Ich tue es ja auch aufschreiben,aber zwischen aufschreiben und darüber sprechen,das ist doch ein Unterschied.
Und mir ist so dannach es auszusprechen und zu zeigen.
Zuhause versuche ich es auch langsam an in meinem bett für mich allein zu zeigen,aber da ist etwas,was es nicht zulässt.
Mein Therapeut meinte,ich sei noch zu sehr darin im Kampf die Krankheit zu leugnen oder zu verdrängen,er sagte das ist eigentlich normal was ich da mache,aber ich helfe mir damit nicht,denn es geht ja darum,das ich lernen soll "loszulassen".
Er meinte weiter,ich wäre "noch"nicht bereit loszulassen.

Er hat da recht,ich kann nicht loslassen,ich will es auch nicht(noch nicht)ich will und kann nicht wahrhaben das ich totkrank bin,ich wollte leben,ich wollte wie alle andere Frauen endlich an mich denken können,ich wollte an Beziehung denken,ich wollte einfach nur leben,ich habe doch soviel Lied im Leben erfahren müßen,warum muß auch jetzt diese Krankheit sein?

Es tut mir leid ihr lieben,ich fühle mich gerade so verzweifelt.


Lilli44
  #20  
Alt 16.08.2010, 21:28
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Liebe Lilli,
wenn ich Dich hier gerade lese, dann könnten die Worte von meiner freundin stammen ... sie hatte auch ein schweres Leben ...

Gerade im Juli letzten Jahres hatte sie den Absprung aus ihrer Ehe geschafft und war mit 2 ihrer Kinder in eine eigene süße Wohnung gezogen ...
Sie wollte endlich ein Leben in Ruhe und Frieden anfangen .- endlich überhaupt mal was haben was man LEBEN nennen kann ...

Das ist nun gerade 1 Jahr her.

Vielleicht schafft man nicht "das große Glück" im Leben zu finden, aber viele kleine Glücklichkeiten zusammen ergeben vielleicht auch ein großes Glück?
Nicht zu selten sehen wir all das Schöne und Gute nicht mehr und beißen uns an dem fest was schlecht ist, was uns stresst.

Achtet man auf das kleine Glück, bekommt jede liebe Geste, jedes Lächeln eine größere Bedeutung!

Ich glaube Du brauchst erstmal eines: Geduld mit Dir selbst
Es ist so vieles was Du da verarbeiten musst, so vieles was Dir sicher durch den Kopf geht, so viele Gefühle ...

Also hab auch etwas Geduld mit Dir!

Sehr liebevolle Grüße für Dich!
Angie
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  #21  
Alt 16.08.2010, 21:46
yagosaga yagosaga ist offline
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Liebe Lilli44,

eben gerade habe ich Deine Geschichte hier gelesen, die mich sehr berührt. Ich weiß, wie das ist, wenn die Zeit zerrinnt, und wenn ich mich frage, was ist das Leben noch wert, wenn es aus Warten auf den Tod besteht? Und dabei möchte ich doch auch die verbleibende Zeit so sinnvoll wie möglich gestalten. Sie soll aus Leben bestehen und nicht aus Warten.

Abschied nehmen, Sterbevorbereitung, das kenne ich auch, und das ist ja auch richtig und wichtig. Aber trotzdem tut es weh, so unendlich weh. Gerade an den eigenen Kindern wird mir ja bewusst, was ich höchstwahrscheinlich alles nicht mehr miterleben werde...

Ich habe meinen Kindern Mut gemacht, sich Hilfe zu suchen, Menschen, mit denen sie über die Situation zuhause sprechen können. Ich weiß auch, dass sie es tun und dass es ihnen hilft.

Es ist ja auch so unendlich schwer, sich immer wieder das "Mutmachgerede" von so vielen Bekannten und sogar Freunden anzuhören. Und der Therapeuit, der scheinbar immer schon einen Schritt weiter ist, verlangt er von Dir Dinge, zu denen Du noch nicht bereit bist?

Letztlich bestimmst Du aber, was Sache ist. Und wenn Du noch nicht bereit bist, dann ist das zunächst so. Und wenn Du verzweifelt bist, dann lass Dir das nicht nehmen. Auch die Verzweiflung hat ihren Raum und ihren Platz.

Uns alle, die wir hier mit einer todbringenden Krankheit beladen sind, bewegt die Frage, warum ich und warum jetzt? Es gibt darauf keine pauschale Antwort, und selbst wenn ich eine für mich selber finde, heißt das noch lange nicht, dass sie auch für andere gilt.

Es gibt ja viele Helden in unserem Land. Menschen, die dazu gemacht werden: Fußballer, Politiker, Stars. Aber ich glaube, die wahren Helden sind wir, die wir unsere Krankheit annehmen, ertragen, aushalten und durchhalten müssen. Kein Gesunder würde mit uns freiwillig tauschen. Und was wir an Selbstbeherrschung und auch Tapferkeit (auch inmitten aller Verzweiflung) aufbringen, kann kaum jemand ermessen, der das nicht selbst an sich erlebt hat. Du gehörst sicher mit zu ihnen.

Beste Grüße
Ecki
  #22  
Alt 17.08.2010, 00:14
Beab Beab ist offline
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Wer sollte sich das Recht herausnehmen, Dich zu verurteilen? Oder irgendwas in Frage zu stellen?

Es ist doch ganz normal, dass Du nicht loslassen möchtest. Das ist der Lebenswille. Und gerade wenn man Kinder hat, möchte man nicht loslassen. Wir , die wir gesund sind, können mit Sicherheit niemals nachempfinden wie es einem Kranken geht, der sowas Schlimmes erfahren hat und verarbeiten muss.

Schreib Dir doch auf was Du das nächste Mal mit dem Therpeuten besprechen möchtest. Was Dir auf dem Herzen liegt. So ist der Anfang des Gesprächs einfacher. Und Du kannst die Zeit besser nutzen.

Hast Du Dir eigentlich schon eine zweite Meinung eingeholt? Von einem anderen Arzt, einer anderen Klinik? Soweit ich informiert bin machen das die meisten Betroffenen so. Wir machen das auch mit unserem Vater. Ich möchte auf jeden Fall , dass er auch in einer anderen Klinik untersucht und beraten wird. Denn dazu hängt viel zu viel von der Operation ab, als dass man sich mit einer einzigen Meinung zufrieden geben sollte.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Bea.
  #23  
Alt 17.08.2010, 11:08
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hohesonne hohesonne ist offline
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Liebe Lilli,
meinem Mann und mir hat man damals nicht viel Hoffnung gemacht (Gliobl.IV)
und trotz OP hatte er keine hohe Lebenserwartung... Wir waren damals erst 2 Monate verheiratet und hatten uns erst spät kennengelernt.
Das ist jetzt 9 Jahre her (!!) und er ist immer noch bei mir!

Meinem Mann hat sicherlich die homöopatische Misteltherapie geholfen, da bin ich ganz sicher!
Versuche doch, wenn du die Kraft hast, einen Arzt in deiner Stadt zu finden, der sich mit Homöopatie auskennt und dich(!zusätzlich!) bei der Erkrankung unterstützt.
Die Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt, es kommen also keine zusäzlichen Kosten auf dich zu.
Die Mistel kann keine Wunder vollbringen, aber sie unterstützt den Körper in der Abwehr, in den Selbstheilungskräften.
Bitte versuch es auch!

Ganz liebe Grüße!
Bettina
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Manchmal wollt ich fast verzagen und ich glaubt ich trüg es nie. Und dann hab ich's doch getragen. Aber fragt mich bloß nicht wie.
H.Heine

Mein Mann: Zustand nach Hirntumor OP 2001,
Chemo, Bestrahlung. Jetzt Spätfolgen und Folgeschäden von der Hirnbestrahlung
Zustand nach Schlaganfall 2001
Herzkrank
Lebt seit 2015 in einem Pflegeheim
  #24  
Alt 17.08.2010, 21:12
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Whow, so viele Jahre mit dieser Erkrankung? Das tut so gut zu lesen!!!
Wollte grad schreiben (und tu es jetzt auch):
Schau auch mal hier, Lilli! Kämpfe für Dich!

http://www.krebs-kompass.org/forum/s...5&postcount=14


Angie
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  #25  
Alt 19.08.2010, 18:09
Lilli44 Lilli44 ist offline
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Standard AW: Ich auch

So,nun weiter.

Ich mache mir wegen einem Vorfall und einer fesstellung von vorgestern Sorgen.

Auf dem heimweg von meinem Therapeuten muß ich u.a.eine Strassenkreuzung überqueren.Ich lief ein paar schritte und plötzlich ohne erkennbaren Grund konnten sich meine Füße nicht mehr weiterbewegen,sie blieben einfach stehen obwohl ich versuchte zu gehen,ich konnte nicht laufen.
es war ein gefühl,als würden meine Füße mir nicht mehr gehorchen wollen,die Autos links und rechts hupten und schimpften mich aus,ich hätte sie nicht alle,aber ich konnte einfach nicht laufen,dieser Stillstand meiner Füße dauerte so 2 min,2 min,die mir wie eine Ewigkeit vorkamen,ich hatte solche Angst,denn wo werde ich als nächste stehenbleiben ohne das ich es will?
Ich dachte die ganze Zeit,ich verblöde langsam.Auf einer Strassenkreuzung ohne Grund stehen zu bleiben,das war ein so schreckliches gefühl,das steckt mir noch immer in den Knochen.

Dann bemerke ich seit einiger Zeit,das ich vergesslich werde,immer wenn ich von der Therapie kam(das mache ich schon Jahre so)habe ich die Theragespräche in mein Tagebuch aufgeschrieben damit ich es nicht mehr vergessen kann,und damit ich es loslassen konnte.
Jetzt ist es einige Zeit so,das ich schriftlich das nicht mehr kann,denn sofern ich vor dem Schreibblock sitze,kann ich mich an nichts mehr erinnern was wir in dem Gespräch besprochen hatten.
Erzählen geht so einigermassen aber das aufschreiben geht nicht mehr.Auch das macht mir Sorge,denn immer mehr von meiner Fähigkeit entschwindet mir.

Mein Thera meinte,das sind schon die ersten Ausfallerscheinungen die vom Gehirntumor stammen können,das bedarfe einer erneuten Abklärung.
Und er sagte mir auch,diese neuen Symptome sagen mir auch,ich dürfe nicht mehr verdrängen,es sei schon zu offensichtlich das mit mir was nicht mehr in Ordnung ist.
Er sagte mir,ich kämpfe so sehr innerlich mit mir,damit nichts nach aussen sich zeige,egal ob es die Krankheit ist oder meine Gefühle,ich wehre mich imens,und das "stehenbleiben"auf der Kreuzung und der anfangende "Gedächtnisverlust"sei ein Zeichen,das sie gesehen und wahrgenommen werden wollen,denn dahinter verstecke sich das,was ich so verdränge.

Ich weiß wie ein "Sterbeprozess"verläuft,und ich bin wirklich ohne das ich es bewusst steuern kann in der 2.und dritten Phase,wobei sich die Positionen sich wechseln oder nur eines davon auftritt.Das wären leugnen/nicht wahrhaben wollen/nicht glauben können,und Wut,Verzweiflung,Agression.
Ich bin noch nicht soweit zu aktzeptieren,denn mit dem aktzeptieren wird das "loslassen"eingeläutet.Ich weiß nicht,ob ihr das versteht.

Und bevor hier jemand denkt,ich hätte nicht auch die zweite meinung eines anderen Arztes eingeholt den muß ich sagen,ich habe das alles getan,auch dieser Arzt mußte bestätigen was der erste schon bereits festgestellt hatte.

Und ganz sicher probier ich alles was ich tuen kann um den Krbes zu besiegen aber ich bin nun mal ein realist und kein optimist.
Und meine neusten "Erscheinungen"kommen nicht einfach so,das hat schon seinen grund.


Eine sich sorgende Lilli44
  #26  
Alt 19.08.2010, 20:35
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Liebe Lilli .......

alles was ich Dir schreiben könnte drückt nicht aus, wie sehr ich mit Dir fühle
und bei Dir bin.

Zitat:
denn mit dem aktzeptieren wird das "loslassen"eingeläutet.Ich weiß nicht,ob ihr das versteht.
Ja - und Du hast recht damit.
Man kann nicht loslassen, wenn man nicht soweit ist dass man das "Jetzt" und den Weg, der vor einem liegt, akzeptieren gelernt hat.

Dein Therapeut hat wohl recht, dass das, was Du nicht sehen willst (weil Du es nicht verkraften kannst) sich auf andere Art seinen Weg sucht, damit Du es sehen lernst.

In diesem Moment wünschte ich mir, ich könnte zaubern
oder Dir ein kleines Wunder schicken ...

Mit Dir fühlende und traurige Grüße,
Angie
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  #27  
Alt 20.08.2010, 11:38
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hohesonne hohesonne ist offline
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Liebe Lilli.....

Was kann ich dir schreiben......?
Nur, vielleicht, daß ich an dich denke - täglich - und mich frage: wie mag es wohl Lilli gehen....??

In Gedanken nehme ich dich ganz sanft in den Arm.......

Ganz liebe Herzensgrüße von Bettina
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H.Heine

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  #28  
Alt 20.08.2010, 11:41
yagosaga yagosaga ist offline
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Liebe Lilli,

Zitat:
Zitat von Lilli44 Beitrag anzeigen
... Auch das macht mir Sorge,denn immer mehr von meiner Fähigkeit entschwindet mir.
Mein Thera meinte,das sind schon die ersten Ausfallerscheinungen die vom Gehirntumor stammen können,das bedarfe einer erneuten Abklärung.
Und er sagte mir auch,diese neuen Symptome sagen mir auch,ich dürfe nicht mehr verdrängen,es sei schon zu offensichtlich das mit mir was nicht mehr in Ordnung ist.
Er sagte mir,ich kämpfe so sehr innerlich mit mir,damit nichts nach aussen sich zeige,egal ob es die Krankheit ist oder meine Gefühle,ich wehre mich imens,und das "stehenbleiben"auf der Kreuzung und der anfangende "Gedächtnisverlust"sei ein Zeichen,das sie gesehen und wahrgenommen werden wollen,denn dahinter verstecke sich das,was ich so verdränge.
Ich verstehe das nicht. Es geht Dir saubeschissen (verzweih das Wort), Du bist Dir völlig im Klaren, worum es geht, und dann redet Dein Thera von "nicht verdrängen"? Das halte ich für völlig unangebracht. Schon allein der Vorwurf des Verdrängens hat meines Erachtens nichts in einer therapeutischen Sitzung verloren. Dein Thera kann sich ja darüber Gedanken machen, aber dann muss er auch so geschickt sein, dass er Dich durch vorsichtiges Fragen langsam auf die Fährte setzt, so dass Dir von selbst ein Licht aufgeht.

Aber letztlich bestimmst Du allein, wie weit Du Dich den anstehenden Fragen und Problemen öffnest, und vergiss nicht, dass Verdrängen auch seine guten Seiten hat: die Verdrängung hilft Dir auch, den Alltag zu bewältigen in Deiner Geschwindigkeit und in Deinem Rhythmus. Du kannst nicht schneller als Du kannst, und Du solltest Dich von nichts und niemanden unter Druck setzen lassen! Ich wünsche Dir so sehr, dass Du den Blick frei bekommst für das Schöne und das Gute, was Dir jetzt hilft!

Beste Grüße
Ecki
  #29  
Alt 21.08.2010, 19:24
parigo parigo ist offline
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Standard AW: Ich auch

Salut Lilli

Hast Du Dir Hilfe beim Sozialdienst geholt?
Die Helfen bei Behördegänge und wenn es darum geht das Dich jemand betreuht.Du solltest nicht mehr aleine zu Therapeuten gehen, nicht das Du wieder nicht mehr laufen kannst.Du brauchst und Du hast Anrecht auf Unterstützung.

Gruss

Parigo
  #30  
Alt 22.08.2010, 15:10
Lilli44 Lilli44 ist offline
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@parigo

Ja,ich hab mich schon vor geraumer zeit um eventuelle Hilfsangebote gekümmert,denn das ich einma Hilfe gebrauchen werde,damit war zu rechnen,ein Anruf genügt und die Hilfe wird gestartet.
Zusätzlich treffe ich mich jede Woche mit meiner Hospizhelferin,die bietet mir auch soviele Möglichkeiten an,wie mir geholfen werden kann.
Ich bin selbst Hospizhelferin und hole mir Hilfe von einer Hospizhelferin,klingt doch etwas absurd oder nicht?
Meine Hospizhelferin ist sehr nett,ich bin gern mitlerweile mit ihr in Kontakt.

Der Vorfall mit der Strassenkreuzung ist bisher nicht wieder aufgetaucht,ich hoffe,das es ein "Ausrutscher"war *hoff*
Aber im Unterbewusstsein spielt diese Angst auf jeden Fall eine Rolle,das sich so etwas wiederholen kann.
Wenn der Eindruck hier entstehen könnte,mein Thera setzt mich da irgentwie unter Druck oder verlangt von mir etwas,was nicht machbar ist,dann muß ich bekräftigen,das genau das mein Thera nicht macht.
Er lässt mir alle Zeit und gibt mir jeden Raum um mich mit der Krankheit auseinander zu setzen,oder anfange "loszulassen".
Mein Thera sagt nie zu mir:ich möchte das sie dies oder jenes anfangen oder das aufhören,er lässt mir meine Wege selbst machen,er weist mir lediglich die Richtung und fragt mich dafür was ich brauche um diese Richtung einzuschlagen.

Wie wichtig findet ihr Therapeutische Begleitung bei Krebs?


Lilli44
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