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  #61  
Alt 17.09.2002, 02:20
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Hallo Jörgi,

so, nun musste ich doch noch mal schnell nachgucken, ob Du schon was geschrieben hattest und evtl. auf Antwort wartest. Ich weiß nämlich selber noch sehr genau, wie es bei mir war, als mein Vater an Gallengangskrebs erkrankte und ich das ganze Internet abgegrast habe (da ist man über jeden Hinweis froh). Genau deswegen wollte ich auch erstmal abwarten und nicht irgendwelche Hiobsbotschaften schreiben, weil das Netz schon voll davon ist. Ich werde jetzt einfach mal stichpunktartig zusammen fassen, was ich herausbekommen habe.

Leider IST es zwar so, dass Gallengangskrebs eine eher seltene und schwierige Krebsart ist und die Prognosen hören sich nicht allzu gut an. Aber es ist ein Vorteil, wenn der Krebs so früh wie möglich erkannt wurde (z.B. durch Zufall bei der Entfernung von Gallensteinen!), was bei Deinem Vater ja der Fall gewesen zu sein scheint. Es heißt nämlich immer, nur eine OP hat Aussicht auf Heilung, und die ist meist nicht mehr möglich, wenn der Tumor schon groß ist (weil die Lage zu schlecht ist, benachbarte Organe zu dicht in der Nähe liegen, eine OP schlichtweg zu gefährlich wäre).

Zum Thema Lasern (Stichwort LITT): Wir hatten in einer Spezialklinik in Berlin angefragt und hatten auch in der Hamburger Uniklinik einen Termin in der entsprechenden Abteilung, und uns wurde gesagt, dass man Gallengangstumore NICHT lasern kann. Dies sei nur bei Lebermetastasen möglich, die nämlich kugelförmig und daher "fassbar" sind.

Skeptisch sollte man sein, wenn Chemo vorgeschlagen wird. Immer wieder und überall findet man in Fachliteratur, dass eine Chemo bei diesem Tumor und auch vom Tumor gestreuten möglichen Metastasen (weil sie ihren Ursprung in der Galle haben) WIRKUNGSLOS ist. Die Chemo schwäche nur den Körper, helfe aber nicht gegen den Tumor. Es gäbe kein Medikament dagegen.

Eine weitere Möglichkeit scheint die PDT zu sein (Photodynamische Therapie). Diese soll lebensverlängernd und lebensverbessernd wirken und wird in einigen wenigen Kliniken (Bonn, Berlin), soweit ich weiß im Rahmen einer Studie angeboten.

Es gibt sicher noch etliche andere Krebstherapien, aber m.E. kommen weitere Therapien bei dieser Krebsart nicht in Frage. Es wird in der letzten Zeit viel von der Hyperthermie gesprochen (Erwärmung des Körpers bis 41 Grad, manchmal in Verbindung mit Hochdosischemo) etc., etc.

Außerdem soll es eine Behandlung mit Iridiumdraht geben (an die Strahlenabteilung in der Uniklinik wenden und dort nachfragen, die Strahlentherapeuten dort können das abklären).

Es lohnt sich sicher, an mehreren Stellen GLEICHZEITIG zu fragen!
Es ist meist NICHT so, dass einen die betreffenden Ärzte automatisch weiterverweisen, wenn sie nicht weiter wissen oder interdisziplinär (= alle Fachärzte - Chirurgen, Strahlentherapeuten, Onkologen etc. beraten gemeinsam über den Fall) arbeiten, auch wenn es so sein SOLLTE.
Werdet selber aktiv!

Wie Howie auch schon geschrieben hatte, sollte man keine Zeit verlieren und unbedingt eine gute Uniklinik mit erfahrenen Operateuren aufsuchen.

Klingt komisch, der "Versuch", den Tumor zu veröden... Ihr solltet DIE Methode herausfinden, die Deinem Vater wirklich helfen kann (alle - Professoren, Ärzte usw., raten dringend immer, die Möglichkeit einer OP abzuklären)!
Ich würde nichts herumprobieren lassen. Es gibt auch eine Theorie, dass ein Tumor Probleme machen kann, wenn man einmal an ihn herangegangen ist.

Verursacht der Tumor Beschwerden wie Gelbsucht, wird meist ein Stent gelegt, so dass die Gallenflüssigkeit wieder abfließen kann.

Auf jeden Fall kann man eine Mistel-Therapie machen (begleitend), die krebshemmend und gut auf den Allgemeinzustand wirkt und auch andere ganzheitliche Krebstherapien (z.B. Behandlung bei einem Homöopathen, das ist begleitend kein Problem, man muss die Ärzte nur informieren). Auch damit sollte man frühzeitig beginnen! Die Mistel kann von jedem Arzt gespritzt werden. Hilfe findet man hier auf jeden Fall bei anthroposophischen Ärzten oder in einer anthroposophischen Klinik, aber auch in vielen anderen allgemeinen Kliniken. Bezahlen muss man das selbst. Aber es kann wirklich helfen! Auch, dass es einem besser geht.

Ein Vorteil ist, dass Dein Vater nicht mehr ganz jung ist. Im Alter wachsen diese Dinger scheinbar oft langsamer.

Also, ich kann nur noch mal sagen - nicht zu lange warten, sich nicht abspeisen lassen mit wochenlangen Untersuchungen in Kliniken! Zwar sind die nötig für eindeutige Befunde, aber ich würde mich parallel weiter informieren.

Ich denke schon, dass Du aus der Entfernung etwas tun kannst. Du kannst herumtelefonieren, Dich informieren, evtl. Termine abmachen, Dich um einen Platz in einer (speziellen) Klinik für Deinen Vater bemühen, wie Du es auch tun würdest, wäre er an Deinem Wohnort. Und Du kannst ihm immer wieder signalisieren, dass Du da bist. Wichtig ist auch, was Dein Vater möchte! Wenn er bestimmte Therapien gänzlich ablehnt, sollte man es respektieren.

Mail mich trotzdem gerne an, wenn Du möchtest. Ich finde es schwierig, solche Dinge hier einzustellen, weil sie auch manche Menschen verunsichern können!
Andererseits möchte ich auch gerne mein Wissen weitergeben an Menschen, die so verzweifelt sind wie ich es vor einiger Zeit war. Letztlich WISSEN kann man es nicht mit Bestimmtheit, wie es weiter geht. Ich hoffe, ich konnte Dir trotzdem ein wenig helfen.

Lieben Gruß und alles Gute für Deinen Vater
Tina
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  #62  
Alt 17.09.2002, 19:38
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Guten Abend, Tina,
(das ist drei 4. Versuch, hier eine Nachricht an Dich los zu lassen - mein PC dreht jetzt wohl auch noch durch)
ich habe Dir eine Nachricht an Deine eMail-Adresse geschickt...
Schlaf`gut nachher (das gilt natürlich auch für alle anderen in diesem Forum!!).
Viele liebe Grüße aus dem Norden
sendet Jörgi
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  #63  
Alt 18.09.2002, 11:26
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Hallo
an Tina und alle Betroffenen in diesem Forum,

bis ich heute dieses Forum entdeckte, wußte war ich mit meiner Ahnungs- und Hilflosigkeit ziemlich alleine. Jetzt habe ich wenigstens die Hoffnung mit Hilfe des Wissens der anderen sinnvoll recherchieren und dann auch etwas Konstruktives beitragen zu können.

Meine Mutti (81) wurde vor drei Tagen mit nicht operablem Gallenblasentumor diagnostiziert: der Tumor verschließt die Gallengänge, heute soll ein Stentlegen probiert werden. Wenn das klappt, ist danach gar keine Therapie wohl mehr vorgesehen. Das möchte ich aber nicht so ohne weiteres hinnehmen.

Vor fast genau einem Jahr hat sie 4 OPs durchgestanden, und wir haben gekämpft wie die Löwen bis sie in eine echte gute Reha nach Heidelberg kam. Sie war wieder ganz fit.
Jetzt haut mich die Krebsdiagnose völlig um. Auch, weil ich dachte, nichts unternehmen zu können.

Bei den 4 OPs letztes Jahr war auch ein endoskopischer Eingriff, um einige Gallensteine zu entfernen, die den Gallengang verstopften. Da hat man offenbar den Krebs nicht entdeckt, denn nach allem was ich bisher las, entwickelt der sich nicht so schnell.

Jetzt sagen die Ärzte, man könne nichts mehr machen, aber ich kann doch nicht einfach nur zugucken.

Kann ich die Misteltherapie nur beim Heilpraktiker bekommen oder schon jetzt in der Klinik darum bitten? (Ich will's mir mit den jetzt behandelnden Ärzten nicht "verderben", schließlich bin ich ja auf sie angewiesen)
Wie ist das mit der Hyperthermie, von der ich las - muß da einen Onkologen finden oder können das die Klinikärzte auch veranlassen?

Ich würde mich sehr über Antworten, Tipps, Erfahrungen freuen,
und wünsche Euch allen und Euren Kranken viel Kraft und viel Glück
Uschi
meine eMail: UALenz@aol.com
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  #64  
Alt 19.09.2002, 22:01
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Liebe Uschi,

ich kann verstehen, dass Du nicht nur tatenlos zusehen willst. Mir ging es genauso. Jedoch hast Du sicher schon an meinen Aufzählungen gesehen, dass es DIE Therapie bei Gallengangstumoren nicht gibt. Ich weiß nicht, ob es bei Gallenblasentumoren anders ist, m.E. ist die Lage da günstiger, die Gallenblase kann, wenn der Tumor nicht zu groß ist, einfach herausgenommen werden, die braucht man nicht.
Eine Stent-Legung ist eine palliative (also lindernde, aber nicht heilende) Maßnahme. Danach kann es den Patienten aber auf jeden Fall wieder viel besser gehen, weil die Flüssigkeiten im Körper wieder so fließen können, wie sie sollen.

Eine Misteltherapie kann jeder Arzt und jedes KKH durchführen. Normalerweise wird die Misteltherapie eingestellt (Dosis, Präparat) auf den jeweiligen Menschen. Am Anfang kann so etwas wie Fieber und Schüttelfrost auftreten. Wenn das Medikament erstmal einstellt ist, läuft es meist sehr gut! Es bringt sicher auf jeden Fall eine große Erleichterung und verbessert den Allgemeinzustand ungemein. Außerdem wirkt Mistel krebshemmend.
Es gibt einige Schulmediziner, die das nicht gerne machen, aber es gibt auch viele, die dafür sind. Ich würde es einfach ansprechen. Wichtig ist nur, dass die behandelnden Ärzte Bescheid wissen, was Deine Mutter bekommt.

Habt doch nicht immer solche Angst davor, es Euch mit den Ärzten zu "verderben" (ich kenne das selber auch...)! Sie sollen den Menschen helfen, und dies ist ihre Pflicht. Es darf einem nicht unangenehm sein, Fragen zu stellen! Und letztlich - womit könnt Ihr besser leben, damit, dass Euch ein Arzt blöd findet oder, dass Eure Lieben leiden???
Unsere Aufgabe als Angehörige ist, das BESTE für die Patienten herauszubekommen und alles zu tun, damit es ihnen so gut wie möglich geht (und ggf. auch aufzupassen, dass sie richtig behandelt werden / keine Patzer passieren, es passiert immer wieder). Mehr kann man dann nicht tun.
Und man darf auch nicht vergessen, dass Ärzte auch nur Menschen sind, überarbeitet, selber frustriert von dieser schlimmen Krankheit, dass sie nicht mehr tun können... da kommt es sicher auch mal vor, dass sie nicht bester Laune sind, auch wenn sie das sein sollten...

Ich würde einfach FRAGEN nach der Mistel und keine Zeit verlieren! Manchmal sind Ärzte auch dankbar fürs Mitdenken, und gerade, wenn sie selber der Auffassung sind, es ist hoffnungslos, sind sie oft nicht ablehnend, wenn es darum geht, noch mal etwas zu versuchen. Manchmal hilft es ja!

Zu einem Heilpraktiker kann man sicher auch gehen. Das übernehmen die Kassen nicht (das Präparat muss man sowieso auch selber kaufen). Aber man kann es auch bei einem anthroposophischen Kassenarzt probieren, evtl. auch naturheilkundlichem.

Hyperthermie wird in einigen Kliniken gemacht, z.B. in der Uniklinik. Es gibt darüber etwas auf der Biokrebs-Seite (www.biokrebs.de).
Von der Hyperthermie hatte ich nicht so einen guten Eindruck - allerdings hat man schon viel davon gehört, dass Leute sich darum reißen, so etwas von der Kasse bezahlt zu kriegen. Vielleicht gibt es unterschiedliche Arten? Ich hatte nur von der Variante gehört, bei der der Körper unter Vollnarkose so stark erhitzt wird (was sich für mich nicht ungefährlich anhört) in Verbindung mit Hochdosischemo. Da Chemo nicht wirken soll bei Gallengangs- (blase??)tumoren...
Es ist die Frage, inwieweit so etwas den Körper auch total schlaucht und was dann letztlich besser ist (sicher kann es nicht jeder machen).

Übrigens - man kann (und sollte) auch Zweitmeinungen einholen. Man kann die Unterlagen anfordern und damit auch Termine bei anderen Ärzten zur Beratung wahr nehmen. Das ist ganz alltäglich. Und man kann ja auch so telefonisch einfach mal anfragen (bei verschiedenen Abteilungen, KKHs).

Die Frage ist, ob man in "dem Alter" noch strapaziöse Behandlungen durchführen sollte. Demgegenüber steht nämlich, dass Krebs im Alter viel langsamer wächst. Es gab auch schon Leute, die an den Folgen von irgendwelchen Behandlungen gestorben sind (ich will Dich jetzt nicht bange machen, aber mit diversen Chemos z.B. ist nicht zu spaßen, wenn sie auch auf der anderen Seite wieder Leben retten können).

Alles Gute für Deine Mutter (und auch für Euch anderen) und nicht den Mut verlieren!
Tina
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  #65  
Alt 20.09.2002, 11:56
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Hallo Tina,
vielen vielen Dank für Deine schnelle + ausführliche Antwort, sorry komme erst heute dazu zu schreiben.

Gestern bekam ich auch noch Auskünfte vom Krebsinformationsdienst KID in Heidelberg, was mir zusammen mit Deinen Worten erstmal zu etwas "Rückenwind" verhalf.

Obowhl ich gestern mit meinen Fragen nicht soweit bei den Docs kam, wie ich hoffte - es ist wie "Hase und Igel", man hat sich kaum etwas orientiert zu Fragen, schon ist wieder alles anders: Ich wollte die Nichtoperabilität (immerhin weiß ich jetzt, daß der Krebs seinen Anfang im Gallengang genommen hat) hinterfragen, da mußte ich mit dem Fehlschlag des Stentsetzens zurechtfinden.
Die Docs waren sich nicht einig über das "was nun" und einer wollte aufgeben. Gott sei Dank probieren sie heute doch den Stent von außen zu legen.

Der "Rückenwind", KID und Du brachten mich außerdem auf die Idee, unseren Hausarzt einzuschalten; er wird ein direktes Gespräch mit den Klinikdocs führen und einen 'Hausbesuch am Klinikbett' machen. Er ist Internist und kann mir so (hoffentlich) eine zweite Meinung geben, weil er ja seine Patientin jahrelang kennt und gut einschätzen kann, was wir ihr körperlich zumuten können.

Die Leute von KID haben mir auch bewußt gemacht, dass wir meine Mutter (sie ist geistig ganz fit) beim Bewerten, was zu tun ist, gut einbinden müssen. Sicher wird meine Mutter meinen Rat brauchen - gleichtzeitig muß ich ihr aber die Informationen, die sie psychisch vertragen kann, auch zugänglich machen.

Von KID kam übrigens die Einschätzung, welche sich mit Deinen Aussagen deckt, dass die Hyperthermie bei dieser Krebsart nicht erfolgversprechend zu sein scheint.

DANKE für das, was Du mir über die Mistel geschrieben hast; ich werde das sofort mit den Ärzten besprechen.

Für alle, die wie ich vielleicht erst 'am Anfang' mit dieser Krebsart sind, möchte ich hier nochmal die Telefonnr (habe ich ja auch hier aus dem Forum) vom Krebsinformationsdienst in HD einblenden: 06221 - 410121 (ich kam morgens um 8 gleich durch) oder eine eMail schicken an: kid@dkfz-heidelberg.de (am besten gleich schreiben, was man an Infos schon hat) mit Telefonnummer zum Zurückgerufen werden.

Ich muß auch erst lernen, einfach um Hilfe zu bitten, ohne im Moment etwas zurückgeben zu können.
Tina, danke für Deinen Einsatz - ich melde mich, sobald wir ein bißchen weitergekommen sind - Du hast mir einen wichtigen Schubs zum Aufstehen gegeben und die Mistel für mich aus der "nebulösen Ecke" geholt.

Ich wünsche allen hier sehr viel Kraft
Uschi

Ich bin immer noch auf der Suche nach Tipps und Hinweisen, womit jemand gute Erfahrungen gemacht hat! Hier oder unter eMail: ualenz@aol.com
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  #66  
Alt 21.09.2002, 19:40
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Hallo Uschi,

Du bist sicher auf dem richtigen Weg! Meinem Vater konnte ich nicht (mehr) helfen, aber es freut mich, wenn ich ein kleines bisschen anderen helfen kann, denen es so geht wie mir vor einiger Zeit. Für die Ärzte ist dies auch ein schwieriges, da seltenes und noch nicht sehr erforschtes Thema.

Schön, dass Du beim KID durchkamst, ich hatte es vor einigen Wochen unendlich oft probiert, auch morgens um 8 gleich und kam nie durch...

Ich sehe auch drei ganz wichtige Dinge: Der Wille des Patienten (der letztlich nicht unerheblich für den Erfolg einer Therapie ist), die Mistel bei Krebs allgemein (und erst recht bei Arten, bei denen es keine eigentliche Therapie gibt) und anthroposophische Ärzte/Kliniken (die oft schulmedizinisch sind und den Zusatz Anthroposophie haben).

Bei meinem Vater hatten sie auch zuletzt probiert, den Stent nochmal zu korrigieren, was nicht klappte (der erste Eingriff, die eigentliche Stent-Legung war problemlos). Danach ging es ihm sehr schlecht. Die Krankheit war sowieso schon weit fort geschritten und der Eingriff hat ihn zusätzlich geschwächt (was unter normalen Umständen aber kein Problem darstellen sollte). Die Ärzte sagten mir aber, an dem Versuch, den Stent neu zu legen (vielmehr wird bei zweiten Mal teleskopartig ein kleinerer Stent durch den großen geschoben, um die Verstopfung wieder frei zu bekommen), sei er nicht gestorben. Zwar gäbe es manchmal auch Entzündungen (was generell bei der Erkrankung auch so passieren kann), aber die seien sehr problemos mit Antiobiotika in den Griff zu bekommen.

Ich kann trotzdem nur noch mal jedem ans Herz zu legen, nach dem Eingriff (Stent-Legung) im KKH zu bleiben (mein Vater wollte dies nicht, da der erste Eingriff so gut verlief). Es ist nötig, hinterher einen Tropf zu bekommen. Direkt der Tag nach dem Eingriff kann es ein bisschen Ziehen und der Körper braucht Erholung (Tropf, Ruhe). Dann ist es meist unproblematisch!

Liebe Grüße, weiterhin viel Kraft und ich will noch lange hier von Euch lesen!
Tina
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  #67  
Alt 01.10.2002, 09:14
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Liebe Marianne,
sorry, dass ich so lange nicht geantwortet habe, aber ich war im Urlaub.
Zu deinen Fragen: Die Whipple-OP war recht umfangreich bei mir, sie hat 4 1/2 h gedauert, ich war anschließend noch 12 Tage stationär in der Klinik (Uni-Klinik Tübingen), zum Glück gab es keine Komplikationen; ich war vor der Op in guter körperlicher Verfassung, "fit" und sportlich durchtrainiert, das hat wohl auch zu der relativ kurzen stationären Aufenthaltsdauer geführt.
Alles Gute und Grüsse
Mimi
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  #68  
Alt 04.10.2002, 20:50
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Liebe Mimi,

schön, wieder mal von Dir zu hören. Hast Du Dich ein bisschen im Urlaub erholt? Ich hoffe, es hat sich auch jemand bei Dir gemeldet, der Ähnliches erlebt hat. Trotzdem interessiert es mich auch als nur-Angehörige, wie es Dir jetzt so geht und natürlich auch den anderen!
Was heißt noch mal genau Whipple-OP (war das nicht eine "Umleitung" der Gallengänge?)?

Liebe Grüße
Tina
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  #69  
Alt 07.10.2002, 13:37
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Liebe Tina,
danke für Deine Antwort/ Interesse,
ja, es geht mir ganz ordentlich, manchmal gibt es Verdauungsstörungen (Durchfälle, Blähungen), die Kondition läßt noch zu wünschen übrig,-( fast immer müde), seit letzter Woche arbeite ich wieder Vollzeit, und das strengt mich schon ziemlich an.
Zur Whipple-OP: Es werden hier neue Anschlüsse und Verbindungungen hergestellt. Also z.B. der Ansatz des verbliebenen Gallengangsstücks direkt an eine Dünndarmschlinge genäht, der Pankreaskopf kam ebenfalls weg bei mir, auch hier wird dann eine Verbindung vom Pankreasschwanz zum Dünndarm hergestellt, der halbe Magen wurde entfernt, auch hier eine Verbindung direkt zu einem Dünndarmstück geschaffen, der 12-Fingerdarm wurde ebenfalls vollständig entfernt. Die OP kann natürlich auch andere Schwerpunkte haben und statt dessen einen Teil Leberentfernung nötig machen.Dann sind die anderen Organe wohl weniger betroffen.
Die Angst bleibt natürlich auch, am nächsten Montag habe ich wieder eine Nachsorgeuntersuchung...
Liebe Grüße
Mimi

P.S. Sind ähnlich Betroffene auch hier im Forum??
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  #70  
Alt 07.10.2002, 17:57
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Hallo Mimi,
Hallo an alle anderen im Forum,
ich bin "nur Angehörige", meine Mutti ist die Kranke. Ich bin mir nicht sicher ob, Dir unsere Erfahrung nützlich ist, bei meiner Mutti wurde endoskopisch die Verbindung von der Gallenblase zum Dünndarm gelegt, an den anderen betroffenen Organen wurde nichts gemacht (leider). Jetzt kommt der Appetit langsam wieder; damit halt auch Blähungen. Morgen soll sie aus der Klinik entlassen werden, und wir sind noch am Rotieren wegen einer Anschlußtherapie.
Womit hast Du gute Erfahrung gemacht? Du scheinst ja schon ein ganz großes Stück geschafft zu haben, wenn Du schon wieder arbeiten gehst.
Ich drücke Dir für Montag ganz fest die Daumen!!!!!!!!!!!!!
Liebe Grüße
Uschi
ualenz@aol.com
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  #71  
Alt 08.10.2002, 08:22
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Hallo Uschi,
Ich hatte nach der großen Bauch-OP eine Anschlußheilbehandlung, wobei es galt den Körper wieder fit zu machen,der ja bei einem großen Schnitt viel mehr geschwächt ist als nach einem endoskopischen Eingriff. Also Kreislauftraining,Atemgymnastik, Bewegungsbad stand auf dem Programm. Ich hab mir die Klinik nach einem Standort rausgesucht, an dem ich mich wohl fühlte, das tut dann auch für die Psyche gut. Dort waren dann auch nicht so viele Krebskranke, sondern hauptsächlich Orthopädiefälle. Das war für mich persönlich auch ganz positiv etwas Anderes zu sehen.
Ich glaube, es gibt bei diesen Reha-Kliniken auch nicht allzu große Unterschiede.

Alles Gute für Deine Mutti
Mimi
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  #72  
Alt 22.10.2002, 17:07
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Hallo Mimi und an alle Anderen im Forum.
Mein Vater hatte im September eine Whipple-OP.
Dabei haben sie ihm den Pankreaskopf, 12-Fingerdarm, 2/3 Magen, Gallenblase und 4 regionale Lymphknoten entfernt. Was die Organe betrifft, meinen die Ärzte alles betroffene entfernt zu haben. Leider sind aber 2 von den 4 Lymphknoten befallen gewesen. Eine Chemo lehnt das Krankenhaus wegen unwirksamkeit ab.Mein Vater soll nun aller 3 Monate zur Untersuchung.Aber was heißt denn das? Kann man denn wirklich nur hoffen und nichts tun. Was für eine Lebendserwartung hat er? Was kann ich tun?(ich wohne 500km weit weg-leider)Kann mir jemand Antwort auf meine Fragen geben? Ich habe schon einen Text in Aussichtslos verfaßt, da war ich aber noch nicht auf diese Seite gestoßen.
Danke und liebe Grüße
Hanna
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  #73  
Alt 31.10.2002, 14:01
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Hallo Hanna,
Jetzt muss ich Dir endlich mal schreiben, hab damals auch so auf Antwort(en) gehofft. Wie geht es Deinem Vater nach der OP? Erholt er sich einigermassen?
Ich wohne auch fasst so weit weg von meinen Eltern - es ist blöd, nicht in der Nähe zu sein und helfen zu können.
Wenn Du Fragen hast, schreib´einfach zurück, ich versuche Dir, das, was ich weiss, zu beantworten.
Eins ist wichtig: Nie die Hoffnung aufgeben, kämpfen lohnt sich immer!
Ich würde mich auch weiter wegen ner Chemo umhören - ich finde, Dein Vater hat gute Vorraussetzungen dafür wenn Du sagst "es ist alles raus" Wissen die Ärzte, ob noch mehr Lymphknoten befallen sind?
Ich hoffe, von Dir was zu hören, hab am 27. September meine erste Nichte "bekommen" mit Namen Hannah.
Ich wünsche Euch alles Gute, bis dann, Damaris
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  #74  
Alt 31.10.2002, 14:20
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hallo Britt
danke für deine mail.ich werde mich weiter informieren
danke nochmals tschau martna
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  #75  
Alt 07.11.2002, 20:28
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Hallo, alle die in diesem Forum lesen. Bei meiner Mutter hat man diese Krebsart im Sommer 2000 festgestellt. Er wurde zuerst nicht richtig diagnostiziert. Es waren zuerst Verdauungstörungen lt. Ärzte. Nach den Leberwert Gamma-GT von über 500 habe sie sie auf Hepatitis behandelt. Die Augen wurden gelblich und das Jucken am ganzen Körper. Ich weiss, dass diese Krankheit sehr spät festgestellt werden kann. Laut Statistik überwiegend Frauen als Männer. Nicht jeder Radiologe der ein CT erstellt, kann es auch deuten. Die besten Adressen die ich kennen gelernt habe sind: Uni-Klinik Mainz (Leber-Transplantationschirurgie) und die Chariéte Berlin. Ich bin seit 20J. in der Medizin tätig. Man muss hinter den Ärzten her sein. Es geht schliesslich um einen Menschen den man sehr liebt. Meine Mutter ist in der Uni-Mainz operiet worden,bei ihr ging es noch. Sie hat in dieser Zeit 25kg abgenommen. Ich habe sehr viel mit Krebspatienten zu tun und eines wird diesen Menschen immer empfohlen, nicht so viel abnehmen. Der Körpe wird so schnell zuuuuu schwach um diesen Krankheitsweg zu überstehen. Ich habe meiner Mutter mit einer speziellen Ernährung geholfen, die in Kiel speziell für Krebspatienten entwickel wird, sie hat wieder 15 kg zugenommen. Ich gebe Euch gerne den Namen und die Adresse von Kiel.
In der Zeit, in der ich mich mit dieser Krankheit befassen musste habe ich gelernt nicht mehr so egoistisch zu sein. Ich liebe meine Mama, ich habe aber auch lernen müssen, dass Sie diese Krankheit hat und nicht ich.
Die Operation die meine Mutter überstehen musste hat mich mehr mitgenommen, als dieser verfluchte Krebs. Versucht soviel Information über den patholgischen Befund nach der Operation zu bekommen. Versucht selbst die CT- Bilder kennen zu lernen und zu deuten. Nehmt die CT oder MRT Bilder an Euch und geht zu anderen Ärzten. Es gibt immer jemand dem man vertraut und der vielleicht Hoffnung geben kann. Versucht eine Aufliste über Eure/die Blutwerte zu führen. Es dient alles dazu, um einen schnell zu Handeln und neue Therapie zu finden.
Der Tod hat nie einen Sinn, aber man kann vielen Menschen (wenn es auch nicht die eigenen sind) helfen. Die Forschung der Medizin ist doch schon so weit. Ich habe leider auch die GENE meiner Eltern..... vielleicht habe ich eine Chance, später, älter zu werden.
Angelika name@domain.de
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