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  #1  
Alt 04.03.2011, 23:27
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo,

ich bin neu hier, lese schon seit einiger Zeit sämtliche Beiträge mit und hab mich nun endlich "getraut" selbst mal zu schreiben. Ihr habt mir alle in den letzten Monaten so sehr mit Euren Beiträgen geholfen, daß ich mich nun auch mal vorstellen will und euch kurz meine Geschichte erzählen möchte:
Ich bin 47 Jahre alt und kinderlos, war immer regelmäßig zur Krebsvorsorge und hatte im März 2010 das erste Mal Pap III. 3 Monate später das gleiche Ergebnis. Daraufhin Anfang November Koni. Laut meiner Gyn ist die Sache bei 80% der Frauen damit erledigt. Nachdem ich nie irgendwelche Probleme hatte, dachte ich natürlich das dies bei mir auch der Fall sein wird. Das Ergebnis sollte ca 1 Woche später kommen. Nach ca. 10 Tagen rief mich meine Gyn an und meinte das Ergebnis wäre unklar und würde noch zu einem anderen Pathologen zur Abklärung geschickt. Ab da wurde ich schon unruhig, ließ aber den Gedanken an Krebs noch nicht wirklich an mich ran. Allerdings hat das warten schon sehr an meinen Nerven gezerrt. Nochmals ca. 10 Tage später, es war ein Freitag, kam ein Anruf vom KH in dem ich operiert wurde, ich solle sofort zum OA kommen, man müsse was besprechen. Ab da war ich nur noch neben mir Als ich vor dem OA saß und hörte das es sich um ein Adenocarzinom mit Lymphbahnbefall handelt und man sofort nochmal operieren müsse und es gleich anschließend mit Chemo und Bestrahlung weitergehen soll, war ich zwar äußerlich gefaßt und nüchtern, aber innerlich ist grade die Welt explodiert. Brauch ich wahrscheinlich keinem von euch sagen was da in einem vorgeht. Bin sofort nach dem Gespräch kurz vor Praxisschluß noch zu meiner Gyn und die hat gesagt ich solle nicht sofort unters Messer, sondern mir erst noch eine Zweitmeinung einholen. Das anschließende Wochenende war das schlimmste meines Lebens!!!!!! Ich war wie gelähmt!!!! Dank meiner Gyn hatte ich gleich am Dienstag drauf einen Termin in einer Uniklinik und das war das beste was mir passieren konnte. Nach dem Gespräch mit dem dortigen OA gings mir viel besser, er erklärte mir super die Op-Methode und meinte es wird auch gleich ein Schnellschnitt während der Op gemacht um zu sehen ob Lymphknoten befallen seien. Wenn ja, würde die Op abgebrochen und gleich mit Chemo begonnen, wenn nicht, dann würde Gebärmutter, Eierstöcke und Lymphknoten rauskommen. Und dann bestünde die Chance das nach der Op keine Chemo nötig sei. Um die Narben der Koni abheilen zu lassen wurde der OP-Termin auf kurz nach Weihnachten gelegt. Weiß nicht mehr wie ich Zeit rumbekommen hab, war schrecklich und nach Weihnachten war mir auch nicht, aber irgendwie gings rum. Leider hab ich zwei Tage vor der Op erfahren das nochmal verschoben werden muß da der Operateur nicht da sei. Also neuer Termin: 03. Januar 2011. Und ich kann nur sagen: das war die beste Entscheidung meines Lebens in die Uni-Klinik zu gehen. Die Op wurde auf meinen Wunsch laparoskopisch gemacht. Da der Wächterlymphknoten nicht befallen war wurde alles rausgenommen, incl 45 Lymphknoten.Nach einer Nacht auf der Intensiv kam ich auf Station. Nach 14 tagen wurde ich entlassen und derzeit befinde ich mich derzeit noch auf Reha.3 Wochen nach der Op hab ich die tollste Nachricht überhaupt erhalten: Alle 45 Lymphknoten waren tumorfrei. JUHU!!!! Die Ärtze meinten das nun keine Chemo nötig sei. Ich bin darüber natürlich sehr froh und hoffe das dieser blöde Krebs ganz aus dem Körper raus ist. Nun eine Frage an euch: durch die Lymphknotenentnahme bemerke ich nun das meine Oberschenkel etwas anschwellen, vor allem wenn ich mich mehr bewege. Hat jemand die gleichen Symptome? Bekomme in der Reha Lymphdrainage und soll das auch weitermachen. Bin eigentlich "im richtigen Leben" sportlich da ich Berufsreiterin bin und den ganzen Tag auf dem Pferd sitze (der Gedanke an meine Pferde hat mich auch die ganze Zeit obengehalten). Auch haben die Ärzte gesagt das nun die Wechseljahre gleich einsetzen und ich bei Beschwerden allerdings keine Hormone oder sonstiges nehmen darf (fördert angeblich das Krebswachstum). Allerdings merk ich außer Schweißausbrüchen derzeit noch nichts, hoffe das bleibt so. Hat eine von euch Probleme in dieser Art nach der OP?
So, jetzt hab ich nen ewigen Roman geschrieben und euch hoffentlich nicht zu sehr gelangweilt. Würde mich sehr freuen wenn ihr mir antworten würdet.
Liebe Grüße, Gabi
ps. Sollte jemand der die OP noch vor sich hat und einen "genaueren OP-Bericht und der Zeit danach" haben wollen, schreib ich gerne alles ausführlicher auf.
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  #2  
Alt 07.03.2011, 15:37
Kathrin84 Kathrin84 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom




möchte gern meine Erfahrungen berichten.

Bei mir wurden 55 Lymphknoten entfernt und anfangs gabs auch keine Probleme.
Meine OP ist nun schon ein paar Monate her...das Ödem hat sich eher schleichend entwickelt. Ich habe ebenfalls mit Kompressionsstrümpfen(bis zur Leiste) angefangen,leider reichen diese nun nicht mehr aus. Die Lymphe hat sich nun in Bauch und Intimbereich breit gemacht. Das ist echt fies.

Meine Strumpfhose ist schon in Auftrag gegeben-ich hoffe damit läßt sich das Gröbste regeln.
Ob es bei Dir so läuft kann natürlich niemand sagen-kommt Zeit kommt Rat.

Alles Gute
Kathrin
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  #3  
Alt 07.03.2011, 16:00
Benutzerbild von Cee
Cee Cee ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Vielleicht sollten wir nochmal einen gesonderten Thread "Probleme nach Entnahme der Lymphknoten" eröffnen; Man wird ja weder im KH noch beim Gyn tatsächlich aufgeklärt, weil denen das Problem anscheinen nicht groß genug ist...

Ich habe nun, 2,5 Jahre nach der Wertheim auch immer wieder mal Probleme mit dem Lymphabfluss, ist aber in den Beinen/Schambereich fast erträglich, nur am Bauch kneifts immer mal ziemlich blöd

Erfahrungen mit Lymphdrainage habe ich auch, das immer gut geholfen und ist bei Erkrankten wie uns eigentlich eine Dauermedikation. Nur habe ich persönlich leider nicht genügend Zeit, da immer wieder hin zu rennen... Was aber auch hilft ist: übermässige Wärme vermeiden, was da heisst (je nach Problematik wenig oder gar nicht)

- wenig Sauna
- wenig Vollbäder
- wenig Heiz-/Körnerkissen
- wenig heisse Fussbäder
- keine abschnürende Kleidung (enge Hose/Rock/Strümpfe)

Das heisst aber auch: mal prüfen, ob Frau nachts zu warm schläft (Bettdecke), ob die Haltung während der Arbeit nicht einengend ist (Sitzen) etc.

Ich muss jetzt mal weiter und hoffe, das reicht für's erste
__________________
Liebe Grüße

Cee


© HUNGER, PIPI, KALT - so sind Mädchen halt!
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  #4  
Alt 07.03.2011, 17:33
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo alle zusammen,

ich wurde in Erlangen operiert. Man riet mir von Anfang an zu einer kompletten OP. Die Alternative dazu (wird vorwiegend in Amerika eingesetzt) wäre Bestrahlung und Chemo gewesen, aber sie meinten das ich gute Chancen hätte, nach der OP keine weitere Therapie zu brauchen. Natürlich konnte mir vorher keiner versprechen das nicht doch Lymphknoten befallen sind, aber letztendlich wars ja dann trotzdem so. Die OP wurde wirklich sehr gut vorgenommen (OP-Dauer 5 Std.). Hatte danach paar Probleme mit dem Stuhlgang und schlimmen Blähungen , aber da konnten ja die Ärzte nichts dafür.
Ich wurde dann nach 2 Wochen entlassen und im Arztbrief stand: Regelmäßige Kontrollen gem. Leitlinien alle 3 Monate, Tragen von Antithrombosestrümpfen. Bei meiner Nachsorgeuntersuchung 3 1/2 Wochen nach der OP meinte der Prof das meine Beine gut aussähen und ich die Strümpfe nach 5-6 Wochen weglassen könne. Lymphdrainagen bräuchte ich erstmal nicht.
In der Reha merkte ich nun, dass bei vermehrter Bewegung die Beine anlaufen und bekam dort dann auch die Lymphdrainagen. Heute wurde ich entlassen und bin anschließend gleich zu meiner Ärztin um mir ne Strumpfhose verschreiben zu lassen.

Kathrin, wurdest Du in der Klinik oder Reha über das "Lymphproblem" aufgeklärt? Mir wurde nämlich nun in der Reha gesagt das dies sehr lange (einige Jahre) dauern kann bis sich da alles wieder einspielt und sich die Lymphe andere Bahnen sucht. Solange soll man den Körper mit den Drainagen unterstützen - und natürlich mit den Strumpfhosen.
Darf ich fragen ob Deine Lymphknoten alle frei waren? Was hattest Du für eine OP-Methode?

Cee, Du hast recht mit Deiner Meinung das dieses Problem wenig von den Ärzten angesprochen wird. Natürlich ist das bei unserer Erkrankung auch erstmal "zweitrangig" wenn man das so sagen darf. Ich bin ja auch total happy das die OP super verlief , möchte halt jetzt nur nix "versäumen" , da so ein Ödem ja schon recht ätzend werden kann.

Meine erste Nachuntersuchung nach der OP hab ich Anfang April. Es wird auch wieder ein PAP-Abstrich gemacht. Ist das üblich? Die Gebärmutter gibts doch nicht mehr, wo sich der Krebs einnisten könnte? Entschuldigt bitte wenn ich so blöd frag.

Liebe Grüße, Snoopy

Geändert von gitti2002 (17.07.2012 um 01:41 Uhr) Grund: Angesprochene Userin hat ihre Beiträge gelöscht
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  #5  
Alt 07.03.2011, 21:11
Kathrin84 Kathrin84 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo Snoopy,

ich wurde auch in Erlangen operiert.

Ich wurde beim Aufklärungsgespräch auf ein ev. Ödem hingewisen.Auf Reha war ich nicht-hab mir dafür ne Auszeit bei meiner Mama gegönnt Das war sehr hilfreich!

Bei mir waren 7 Lymphknoten befallen
Eine Wertheim-Op war auch bei mir vorgesehen-doch bei Lymphknotenbefall wird die Op abgebrochen-also wurden während 3,5h alle sichtbaren Lymphknoten entfernt.

Die Eierstöcke wurden nach oben verlagert-Gebärmutter erhalten.
Anschließend folgte dann eine Chemo(6x Cisplatin),eine Bestrahlung(28), Hyperthermie(9) und zum krönenden Abschluß eine Brachytherapie(4 Tage im Bett mit stündlicher Bestrahlung via implantiertem Applikator)

Wie gesagt-ich dachte ich bleibe verschont vom Wasser. Es hat echt eine ganze Weile auf sich warten lassen. Ich bekomme nun 2x die Woche Drainagen und warte nun sehnsüchtig auf meine Strumphose> oh Gott,dass ich das mal sagen würde


LG
Kathrin

Geändert von gitti2002 (07.03.2011 um 23:04 Uhr) Grund: Klinikname
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  #6  
Alt 07.03.2011, 22:58
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo Kathrin,

ist ja ein Ding das Du auch in Erlangen operiert wurdest. Bei mir hatte im Vorgespräch auch der Arzt angekündigt, bei der OP im Schnellschnitt den Wächterlymphknoten zu untersuchen und bei Befall die OP abzubrechen. Nachdem der aber i. O. war, wurde weiteroperiert. Ansonsten wäre auch die Therapie die Du bekommen hast, angewandt worden. Bin jetzt im nachhinein auch sehr froh drum, ich glaub das was Du mitgemacht hast war sicherlich alles andere als Zuckerschlecken.
Vorher war mir alles so ziemlich egal, ich war so am Boden und sogar soweit die OP abzusagen und mein Leben einfach so weiterzuleben wie bis zu dem Zeitpunkt der Diagnose. Mir wars echt ernst damit, hab ich auch den Ärzten gesagt. Hab aber dann auch gehört das es solche Reaktionen auf die Hiobsbotschaft einer bösartigen Erkrankung öfter gibt. Irgendwie schaltet da das Hirn einfach ab. Nunja, ich habs Hirn dann wieder eingeschalten und hab dem Bösewicht erstmal den Kampf angesagt.
Wielang ist Deine OP her und wann gings danach los mit den Wassereinlagerungen?
Ich denke mit Lymphdrainagen und TÄGLICHEM Strumpfhosentragen kriegt manns einigermaßen in Griff. Haben die zumindest in der Reha gesagt. Ist aber halt ne Sache die uns den Rest unseres Lebens begleitet. Aber die Hauptsache ist das der mistige Krebs wegbleibt. Dafür würd ich Tag und Nacht ne Strumpfhose tragen! Hab mir heut von der Ärztin gleich noch Lymphdrainagen verschreiben lassen, werd ich mir auch so ein bis zweimal die Woche geben lassen, ist ja ganz angenehm.

Mimmi, wegen der TMMR-Methode hab ich auch vor dem Eingriff nachgefragt. Hatte mich auch im Internet darüber informiert das dies in Leipzig angewandt wird. Allerdings kam das wahrscheinlich für mich nicht in Frage, die waren sich sicher das hier die radikale OP am sinnvollsten ist.
Das mit R1 hat mich doch etwas beunruhigt und hab alle Berichte nochmal durchgelesen. Nun muß ich zu meiner Schande gestehn, dass ich Dir das Tumorstadium VOR der Operation - also nach der Koni -abgeschrieben hab.
Es muß heißen: pTls. L1(lt. Antragsangabe), V0 Pn0,pn0 (0/45, davon 0,1sn rechts) R0 ICD-0:8140. So, jetzt hab ichs richtig abgeschrieben. Übrigens hat die Reha-Therapeutin den gleichen Satz gebraucht wie Du:" Die Operateure sind meißt richtig gute Fachärzte und machen auch nen Super-Job, aber für das "Danach" - wie z. B. Lymphödeme - muß man sich selbst anderweitig kümmern.

Liebe Grüße , snoopy

Geändert von gitti2002 (07.03.2011 um 23:06 Uhr) Grund: Arztname
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  #7  
Alt 08.03.2011, 20:09
ricola ricola ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo,

wollte mich mal kurz hier einklinken, da ich gelesen habe, dass du Berufsreiterin bist. Ich hab das ganze vor mittlerweile 2 Jahren hinter mich gebracht.
Ich kenne die ganzen Ängste, Bedenken und das Kopfwirrwarr ganz gut.

Ich hatte ein AdenoCA pt1b alles zu 0 zum Glück, allerdings nicht Gebärmutterhals, sondern Gebärmutterschleimhaut, damals war ich 36 Jahre alt, hatte danach auch keine Chemo, aber die Brachytherapie. Fehlen tut bei mir nun Gebärmutter, Eierstöcke und Wächterlymphknoten. Anfangs hatte ich auch immer Wasser in den Beinen, mal da ein Ziepen, dort ein Aua.... man horcht ja anfangs so wild in sich hinein und sucht schon danach, was noch kommen könnte. Die Wechseljahrsbeschwerden waren bei mir absolut erträglich, ich schlafe schlechter, und ab und an wirds mir heiss, aber das ists bei mir auch schon.

Meine Erfahrung nach 2 Jahren: es werden sicherlich einige Dinge bleiben, mit denen man aber lernt umzugehen. Manches hat sich auch wieder erledigt für mich. Ich trage keine Kompressionsstrümpfe mehr. Hab ansonsten auch kaum noch Probleme. Den Schwerbehindertenausweis auf den Tisch zu knallen bei verschiedensten Möglichkeiten ist für mich noch heute komisch, aber meistens sehe ich den einfach als positive Verstärkung^^.
Meine Nachsorgeintervalle sind mittlerweile bei alle 6 Monate angekommen. Und ich kenne das auch mit dem Pap Abstrich an dem Scheidenende. Kann man wohl schauen, ob da doch evtl. wieder veränderte Zellen auftauchen?
Da es bei mir mit dem Pap gar nichts zu tun hatte, hab ich mich da anfangs auch gewundert.

Und zu guter Letzt: mein Pferd war mir in der ganzen Zeit der beste Therapeut. Ich sass 2 Wochen nach der OP unsinnigerweise wieder auf dem Pferd. Nicht schlau, aber meine Psyche hat es gebraucht! Erst nachdem es mir körperlich wieder besser ging, kam der Kopf hinterher und begann zu verarbeiten, was da alles gewesen ist.

Wünsche Euch alles Gute, in der Regel schreibe ich hier nur noch ganz selten, aber ich wollte euch doch auch Mut machen, dass sich vieles auch wieder relativieren kann. Die Zeit bringts einfach.....

Liebe Grüsse,
ricola
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  #8  
Alt 08.03.2011, 21:40
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo Ricola,

schön, daß Du Dich gemeldet hast.
Na Dein Bericht hört sich ja schon mal super positiv an Das Du allerdings zwei Wochen nach der OP schon wieder am Pferd gesessen bist, ist ja der Wahnsinn. Ich war zwei Wochen in der Klinik und wäre nicht mal annähernd aufs Pferd gekommen Ich muß auch sagen das mich der Gedanke an meine Pferde während der ersten schon schlimmen Zeit sehr geholfen hat. Hab auch gleich zu den Ärzten gesagt das ich unbedingt wieder reiten will. Fang jetzt auch wieder an und muss sagen das es besser geht als ich gedacht habe.

Das mit den Wechseljahrsbeschwerdern hält sich auch noch einigermaßen in Grenzen. Seit der OP schlafe ich auch wenig und schlecht, aber das ging wirklich schon im KH los. Und das mit den Hitzewallungen geht auch noch so. In KH wurde mir schon gesagt das ich ca 6 Wochen nach der OP damit rechnen müßte das es losgeht. Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüche, Gewichtszunahme, Schlafstörungen, usw. Also wenns nicht schlechter wird als jetzt, komm ich ganz gut klar damit.
Auch das Du die Kompressionsstrümpfe weglassen kannst, macht schon mal Hoffnung das es evtl doch nicht für ewig ist. Ich hab mir nun eine Strumpfhose aus dem Fachgeschäft geholt und muß sagen das es gar nicht so schlimm ist.
Ich wünsch Dir weiterhin viel Freude mit deinem Pferd und da Du - ganz wichtig - gesund bleibst
Liebe Grüße, snoopy
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  #9  
Alt 08.03.2011, 21:55
Kathrin84 Kathrin84 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo Snoopy,


meine Op war im September 10.
Das Ödem hat sich im Januar!? eingestellt.

Morgen bekomme ich dann meine Strumpfhose und hoffe das Beste
Ich drück Dir die Daumen,dass sich Dein Wasser in Grenzen hält.


LG
Kathrin
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  #10  
Alt 08.03.2011, 22:05
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo Kathrin,

ist schon komisch das es bei Dir so lange gedauert hat, bis es mit dem Ödem losging. Ein Vierteljahr!? Seltsam. Aber nun mußt auf jeden Fall dranbleiben und schön brav Deine Strumpfhose anziehen.
Hab meine heut früh schon wieder rangewürgt (im wahrsten Sinne des Wortes). Ist gleich mal Frühsport. Plan an Anfang mal 10 Minuten mehr zum anziehn ein
Hab am Donnerstag wieder Lymphdrainage und mach das jetzt auch erstmal wöchentlich ein- bis zweimal.
Meld Dich mal wie Du klar kommst mit dem "Liebestöter"

LG Snoopy
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  #11  
Alt 08.03.2011, 22:10
Kathrin84 Kathrin84 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

ja ich werd dann berichten. Hab mich ja nicht mal an die Strümpfe gewöhnt , aber was sein muß....

LG
Kathrin

Geändert von gitti2002 (10.03.2011 um 03:05 Uhr) Grund: Arztname
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  #12  
Alt 08.03.2011, 22:22
snoopy39 snoopy39 ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hei Kathrin,

finds echt lustig hier gleich jemand zu treffen der im selben KH war und noch dazu beim gleichen Operateur. .
Was die OP betrifft bin ich auch super zufrieden, die Jungs machen schon ´nen guten Job Ist inzwischen alles sehr gut verheilt.

LG snoopy

Geändert von gitti2002 (10.03.2011 um 02:59 Uhr) Grund: Arztname
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  #13  
Alt 09.03.2011, 20:53
ricola ricola ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Huhu Snoopy.....

zum Glück hast das auch keiner gesehen, wie ich mich auf meinen damals jungen "Kaltblöder" gemüht habe 2 Wochen nach der OP.... meine Freundin, die dabei war hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil der Jungspund damals alles andere als zuverlässig war, und so manches Mal irgendwelche Hopser produziert hat^^, aber er hat mich da lang getragen wie ein rohes Ei.... die Tiere merken das wohl schon, wenns drauf ankommt.

Ich hab auch 2 Wochen das Krankenhaus von innen gesehen, hab ja auch einen Schnitt von über dem Bauchnabel bis runter zum Schambein... Frankensteins Tante, sag ich dann immer, aber egal. Ich sag mir immer, es hätte alles noch wesentlich schlimmer sein können. Daher versuch ich einfach alles zu geniessen und das beste daraus zu machen. Und diese Zeit kommt auch wieder, wo man nicht mehr nur daran denkt, wem man gerade so von der Schippe gesprungen ist, oder sich permanent darüber Gedanken macht, was alles hätte sein können und sein sollen. Auch die Stimmungsschwankungen, das Schlafen, etc. relativiert sich zumindest bei mir. Ich hab mir anfangs da selbst so einen Druck gemacht, wenn man im Bett liegt und sich aufregt, dass schon wieder eine Stunde um ist, und man nicht geschlafen hat.... mittlerweile steh ich einfach auf und lese und gehe wirklich erst schlafen, wenn ich merke, dass ich müde werde.

Seit Februar arbeite ich nun wieder zu hundert Prozent, das schlaucht mich nach der langen Zeit schon ziemlich. Ich merke aber eigentlich nur noch, dass mein Immunsystem noch nicht so ganz das tut, was es soll. Ich arbeite mit Kindern, und bei jeder Rotznase hab ich gleich ne Angina oder irgendeinen andren Mist. Das ist gerade meine Baustelle. Und die ist ja nun wirklich harmlos gegen das ganze andere, das man so durch hat.
Stimmungsmäßig hat mich das Ganze eigentlich eher noch stärker gemacht! Ich lebe nicht mehr ganz so naiv in den Tag hinein, kenne meine Grenzen besser, und kann auch mal Nein sagen. Das ist so mein Fazit bisher, und das ich jede Menge netter Menschen kennengelernt habe, die ich sonst nicht kennen würde (z.B. von den Rehas oder auch von hier).

Die Strümpfe liegen im Schrank^^, mir gehts gut, ich bin vermutlich fitter als vor dem ganzen Mist! Und ich lebe jetzt einfach mal in dem Glauben, dass es das jetzt erstmal soweit war. Und ich bin mir auch sicher, sollte mich der Krebs doch nochmal irgendwann einholen, wüsste ich hoffentlich anders damit umzugehen. Nicht mehr diese Panik und Unwissenheit, mit der man anfangs so alleine da steht. Hätte ich den KK hier nicht gehabt, hätte mir damals auch wahrlich was gefehlt.

Wünsch Euch was,
Lg, ricola
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  #14  
Alt 09.03.2011, 22:37
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Hallo Ricola,

super das es Dir nach dem ganzen Sch... wieder so gut geht und Du positiv nach vorne siehst. Das ist auch die richtige Einstellung! Ich versuch das auch und es gelingt mir auch meistens, aber manchmal kommt bei mir trotzdem schon noch die Angst durch das doch noch irgendwo was sitzen könnte. Ein Bekannter von mir hatte vor 4 Jahren Prostatakrebs, wurde operiert, alles war gut und nun ist der Krebs mit voller Gewalt wiedergekommen. Es hat sich im ganzen Körper ausgebreitet und er bekommt nun die 3. Chemo. Und eine gute Freundin ist vor 4 Jahren mit 56 an Krebs gestorben. Bei ihr gings auch mit GM-Krebs los und 5 Jahre später kam er wieder - und dann überall. Natürlich versuch ich da nicht so dran zu denken. Gibt ja auch ganz viele die das "Misttier" ein für alle mal los sind. Werde auf jeden Fall sämtliche Nachsorgeuntersuchungen wahr nehmen!!!
Ist aber auch so das ich seit dem "bewußter" lebe. Freu mich über Dinge die früher völlig selbstverständlich waren. Heute wars bei uns so schön warm in der Sonne das ich das erste Mal eine kurze Schrittrunde mit meinem Pferdchen draußen gedreht habe. War einfach nur klasse Machich morgen wieder

LG snoopy
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  #15  
Alt 10.03.2011, 00:48
ricola ricola ist offline
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Standard AW: Wertheim-OP und Lymphknotenentnahme nach Adenocarzinom

Hallo Snoopy,

ich hab ja auch schon ein bisschen Vorsprung an "Zeit"^^, hättest du mich vor einem Jahr gefragt, hätte ich mit Sicherheit eine ähnliche Antwort gegeben. Das ist ja, was mich bewogen hat, dir zu schreiben, ich sehe da viele Parallelen. Meine Threads von damals hab ich hier gelöscht, als ich hier mit ein paar Damen "Zoff" hatte, daher kann ich dir das nicht mehr zeigen. Aber ich hab manchmal haargenau die gleichen Sätze geschrieben, wie du jetzt.
Eigentlich schreibe ich sonst nur noch im Haustierthread, da mich viele Schicksale hier sonst zu sehr selbst runtergezogen haben. Und es ist halt so, den Leuten, denen es tatsächlich wieder gut geht, die schreiben meist nach einer Weile hier auch nicht mehr, oder eben nur noch sehr selten. Man trifft sich hier ja eher, weil es einem NICHT so gut geht, und weil man Input und Gleichgesinnte möchte. So kriegt man halt auch mit, wie liebgewonnene Menschen den Kampf verlieren. Ich hatte das im Bekanntenkreis eher nicht, kenne es nur von meinem Opa, der nach einem halben Jahr nach der Diagnose sich hingelegt hat und gestorben ist, weil der Arzt das so zu ihm gesagt hatte. Naja, er war auch zeitlebens starker Raucher.... ich will damit nur sagen, man beschäftigt sich damit eigentlich erst wirklich ernsthaft, wenn es einen selbst betrifft. Ansonsten ist das Umfeld ja meist eher hilflos.
Bei mir hat sich die Jahre ganz krass die Spreu vom Weizen getrennt. Und ich kann mit Leuten nix mehr anfangen, die über ihr eigentlich tolles Leben nur meckern, über ihre Kinder schimpfen, als seien es Landplagen, usw.
Da platzt mir so manches Mal der Kragen. ^^

Letztes Jahr hab ich in Bezug auf Ängste so meine Erfahrungen gemacht. Ich hab mich so verrückt gemacht, dass ich schon richtig depressiv wurde, schlafen konnt ich ja sowieso nicht, meinen Job war ich auch mehr oder weniger los, bzw. ich wurde versetzt, und wie gesagt, mein Freundeskreis veränderte sich auch. Das war mir einfach zu viel Veränderung auf einmal, ich war total überfordert. Der Körper funktionierte wieder, aber der Kopf nicht. Ich dachte echt, jetzt wirste noch "irre" dazu^^.
Ich hab dann eine Reha gemacht, die auch Psychosomatik dabei hatte, von den Selbstmordgefährdeten bis zum Waschzwang war da allerlei dabei. Und ich konnte mir dann doch sagen: so schlimm ist alles gar nicht bei mir. Es hat mir geholfen, das ganze mal aus anderer Perspektive zu sehen. Mancher Gesunde weiss auch nicht, was ihn in 2 Monaten, 2 Jahren, 10 Jahren.... treffen wird. Sie denken einfach nicht darüber nach. Und so möchte ich es auch wieder halten. Möglichst so leben, als sei alles normal, brav zur Nachsorge wackeln, auf sich achtgeben ja.... , aber nicht mehr die Angst das Leben bestimmen lassen.
Ich hab nun meine Neuanfänge einigermaßen verdaut: neue Grenzen, neuer Job (schon der zweite in der Zeit.... es wird immer einfacher^^), neue Kontakte.... und nicht mehr zu sehr an dem zu Kleben, was nicht zu ändern ist.

Wünsch dir eine gute Nacht^^ (von schlaflos zu schlaflos, hihi....)
ricola
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