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  #1  
Alt 20.11.2012, 15:30
Carmelita85 Carmelita85 ist offline
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Standard Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Hallo an Alle,

erst mal muss ich sagen, dass ich wahnsinnig froh bin, dieses Forum gefunden zu haben! Es hilft mir dabei, mich nicht ganz so "unnütz" zu fühlen.

Mein Vater hat letztes Jahr die Diagnose Blasenkrebs bekommen, kurz darauf hat er eine Neoblase bekommen.
Im April diesen Jahres wurden Metastasen in seiner Leber gefunden, die Chemo hat darauf nicht angeschlagen. Die Ärzte haben ihm noch ca 1 bis 1 1/2 Jahre gegeben. Von alledem hat er mir aber nichts erzählt. Ich habe erst letzten Samstag davon erfahren, dass sein Befund sich rapide verschlechtert hat und es nun heißt, höchstens bis Weihnachten.
Ich werde mich nicht einfach so damit abfinden, daher bin ich schon seit Tagen dabei dieses Forum zu durchwühlen.
Ich habe unter anderem etwas von einer Lebendspende der Leber gelesen. Mir ist klar, dass ich ihn damit nicht heilen kann, aber wäre es nicht möglich dadurch noch ein paar Monate zu gewinnen?

Ich wäre euch wirklich dankbar, wenn mir jemand etwas dazu sagen kann.

Liebe Grüße, Carmen
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  #2  
Alt 22.11.2012, 10:41
Carmelita85 Carmelita85 ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Guten Morgen,

hat keiner eine Antwort darauf?
Die Ärzte haben uns nur noch ein paar Woche gegeben. Ich will meinen Vater aber nicht einfach so aufgeben, was kann ich tun?
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  #3  
Alt 22.11.2012, 15:15
Ed1 Ed1 ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Hallo carmelita,
es tut mir leid dass der Zustand deines Vaters so ernst ist und sich noch keiner gemeldet hat. Ich komme vom NZK-Forum und kann nicht viel dazu beitragen. Nur ein Spezialist kann beurteilen, ob eine Transplantation überhaupt noch in Frage kommt, aber die Wartezeiten sind sehr lang....

Ist Dein Vater bei einem Spezialisten in Behandlung oder hat sich dort Rat geholt? Das ist sehr wichtig!!!

Habt Ihr schon überlegt, ob ihr Euch einem Palliativzentrum anvertraut?
Lasst Euch helfen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut!

lg
ed
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  #4  
Alt 22.11.2012, 16:35
Carmelita85 Carmelita85 ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Hallo Ed,

vielen Dank für deine lieben Worte!
Mein Vater hat mir ja leider kaum etwas gesagt und dann kam letzte Wochenende der Schock für mich...
Er hatte selbst etwas von Transplantation geredet, aber er würde wohl als Krebspatient gar nicht auf die Liste kommen.
Ich habe nun aber herausgefunden, dass ich einen Teil meiner Leber spenden könnte. Lese aber auch überall, dass das nur geht, wenn nicht noch andere Organe von Metastasen betroffen sind. Warum weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat mir meine Stiefmutter gestern gesagt, dass er wohl auch Metastasen im Becken hat. Dazu kommt, dass seine Nebennieren, sowie eine Niere entfernt worden sind und ich nicht weiß, was der Körper dann noch alles mit macht.
Leider vermute ich, dass es alles ernster ist, als er mir sagt... Ich werde morgen nach der Arbeit zu ihm fahren und ihn darum bitten, zumindest jetzt ehrlich zu mir zu sein.
Ich kann ihn verstehen, dass er mir erst jetzt was gesagt hat, ich selber wünschte mir aber, dass ich es früher gewusst hätte, dann wären die Chancen wesentlich besser gewesen. Ich habe Angst, dass mein vater einfach zu früh aufgegeben hat und noch nicht alle Möglichkeiten abgewägt hat. Ich weiß, dass ist egoistisch und leicht gesagt, wenn man die ganzen Schmerzen nicht selber durchmachen muss, aber er ist mein Vater und ich will nicht, dass er weg ist.
Nun sagt vermutlich jeder, genieß die Zeit, die du noch mit deinem Vater hast, aber ich kann das doch nicht so einfach hinnehmen und ihn aufgeben?!
Ich weiß nicht was ich machen soll...
Für mich bricht eine Welt zusammen, obwohl ich ehrlich gesagt immer noch nicht so recht begreife, was da gerade um mich herum geschieht...
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  #5  
Alt 22.11.2012, 17:57
Anderl Anderl ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Hallo Carmelita,

zuerst möchte ich versuchen dich ein bisschen zu drücken

Die Diagnose Krebs ist der Hammer. Ich selbst habe diese im Sommer bekommen und bin noch immer noch nicht wirklich drüber weg.

Dass dein Vater dir nichts gesagt hat, denke ich, wird daran liegen, dass er selbst es noch nicht verdaut hat und dich damit nicht belasten möchte.
Mir ging es auch so, dass ich eigentlich mit niemanden über die Krankheit reden wollte. Natürlich mein Mann und meine Kinder und dann auch die nächsten Verwandten. Aber Freunde und Nachbarn konnte ich dies erst später sagen.

Ich kann dir deine Fragen leider nicht beantworten, aber vielleicht kannst du mit zum Arzt deines Vaters gehen. Für euch hoffe ich, dass man deinem Vater helfen kann. Ich wünsche euch alles erdenklich Liebe und Gute.

Andrea
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  #6  
Alt 23.11.2012, 07:42
Ed1 Ed1 ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Liebe Carmelita,

wenn bereits Metastasen in anderen Organen sind, dann ist es schwer, dass noch eine Leber-OP durchgeführt wird, weil der Krebs sich schon überall im Körper befindet,,,

Es ist schwer, die Diagnose anzunehmen und zu verdauen. Für Dich und für Deinen Vater. Jeder geht seinen ganz eigenen Weg mit der Krankheit umzugehen. Lass Dich nicht verrückt machen von den Sätzen"was wäre wenn": wenn die Krankheit früher entdeckt gewörden wäre vielleicht mehr zu machen gewesen wäre etc. Das ist nicht sicher und ändert nicht mehr die Tatsachen,,,,

Sprich mit deinem Vater, was er machen will. Auch psychologische Betreuung ist gut, um mit den Gedanken und GEfühlen, die auftauchen, klar zu kommen, auch mit der Ohnmacht, die man spürt.

Sei für ihn da.
lg
ed


Ed
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  #7  
Alt 23.11.2012, 12:27
Carmelita85 Carmelita85 ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Liebe Andrea,

es tut mir leid von deiner Krankheit zu lesen. Ich hoffe, dir geht es gut?
Ich frage mich auch ständig wie es meinem Vater mit der Diagnose geht. Ich verzweifel hier gerade, aber wie muss es meinem Vater wohl gehen, schließlich ist er davon betroffen. Er macht Witze und ist fröhlich (solange er keine Schmerzen hat), sagt ich solle nicht immer weinen, denn es ist nun halt so. Ich weiß aber nicht wirklich, ob ich ihm das so abnehmen soll. Er hat mir erst jetzt davon erzählt, weil er mich nicht beunruhigen wollte und er davon ausging, dass er noch länger Zeit hätte. Meine Brüder wussten schon vorher davon, dass er nicht mehr heilbar ist. Ich bin aber absolutes Papakind und er hat wohl geahnt, dass ich besonders daran zu knabbern hab. Ich möchte aber nicht, dass er wegen mir gute Miene zum bösen Spiel macht. Es soll hier um ihn und nicht um mich gehen. Außerdem kann ich meinen Vater ja auch verstehen, dass er mich "schonen" wollte, aber ich hätte die Zeit mit ihm viel besser nutzen können. Jetzt rennt uns, laut Ärzte, die Zeit weg.

Lieber Ed,

es ist schwer nicht ständig daran zu denken, was wäre wenn..., denn ich hab solche Schuldgefühle. Ich hab seine Diagnose nicht ernst genommen. Entschuldige, dass ich das jetzt schon wieder sage, aber ich hätte mich schon früher darum kümmern können ihm zu helfen. Ich hab es einfach hingenommen, dass er gesagt hat, es ginge ihm gut und es würde alles wieder werden, obwohl ich immer ein schlechtes Gefühl dabei hatte.

Die Situation momentan ist schwer. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Sobald ich ihn sehe ist mir nach heulen zumute, aber ihm wäre ein Lächeln bestimmt tausendmal mehr wert. Aber wie soll ich das tun? Außerdem fühlt es sich das dann so an, als hätte ich es akzeptiert, ihn aufgegeben und das will ich nicht.
Es ist alles so wirr in meinem Kopf. Das erste was ich am Montag gemacht habe war nach Grabgestecken geschaut, total anteilslos, als würde ich nach einem Adventskranz schauen, dann auf einmal der Gedanke, was machst du da?! Dein Vater ist noch nicht tot und wer weiß, vielleicht irren sich die Ärzte auch. Habe stundenlang allmögliche Foren durchsucht, dann wieder etwas Hoffnung, die kurz darauf wieder verfliegt, weil mir jemand sagt, ich solle mir nicht unnötig Hoffnungen machen...

Ich fahre nach der Arbeit zu meinem Vater, ich werde ihm zumindest erzählen, was ich alles gelesen habe. Außerdem würde ich ihn gerne fragen, ob ich auch mal mit seinem Arzt reden dürfte. Der würde mir objektiv sagen, was los sei, doch ich weiß nicht wie ich das meinen Vater fragen soll.

Ich habe ein Buch "Papa, erzähl mal" für meinen Vater gekauft, dort stehen zig Fragen über die Kindheit, das Leben etc drin, die er ausfüllen kann. Ich werde ihn nachher darum beten, es zumindest zum Teil auszufüllen und versuche dabei den Gedanken zu verdrängen, dass es sich auch schon wieder so entgültig anfühlt. Als ich mir nämlich die Frage gestellt habe, was kannst du deinem Vater noch Gutes tun, ist mir nämlich leider schmerzlich bewusst geworden, wie sehr ich meine Vater die ganzen letzten Jahre vernachlässigt habe und dass ich so wenig über ihn weiß... Ich bin froh dieses Buch gefunden zu haben, denn dann habe ich etwas von meinem Vater, dass ich mir immer wieder zur Hand nehmen kann. Er hat immer so gerne witzige Geschichten erzählt, von unserer Kindheit zB, ich hoffe, das kann er alles dort niederschreiben.

Liebe Andrea, lieber Ed, ich danke euch beiden! Ihr wisst gar nicht, wie sehr mir eure Worte helfen!
Ich kann so schlecht darüber reden, denn dann muss ich nur noch weinen. Das Schreiben fällt mir leichter und es hilft mir

Ganz liebe Grüße an euch beide!
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  #8  
Alt 23.11.2012, 13:26
Ed1 Ed1 ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Hallo Carmelita,
ich bin eine "sie" , das war vom Namen her nicht klar.

Wer sagt, dass du nicht weinen darfst? Lass alle Deine Gefühle raus, das gehört zum Leben dazu. Akzeptieren heisst schon lange nicht aufgeben, sondern nur dass Dir, mir, allen, auf einem Schlag bewußt wird, dass unsere Lebenszeit hier auf Erden begrenzt ist und wir dankbar sein müssen für jeden schönen Tag, den wir erleben, insbesondere für die schöne Zeit, die du mit deinem Vater hattest, in Deiner Kindheit und auch jetzt noch!!!
Dass du sagst, du hast seine Krankheit nicht ernst genommen,so darfst Du das nicht sehen. Bei mir hat es drei Jahre gedauert bis ich wahrlich realisiert habe, dass ich Krebs habe und diese Tatsache in mich hineingesickert ist. Und ich bin die Betroffene: Wie sollst du das in der kurzen Zeit schaffen?

Es ist noch genügend zeit, Deinem Vater zu zeigen, wie sehr Du ihn liebst.
Die Idee mit dem Buch ist einfach wunderbar

Wir sind auch da, wenn Du was schreiben willst.

lg
Ed


(48, weiblich, NKZ)
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  #9  
Alt 24.11.2012, 17:11
Anderl Anderl ist offline
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Standard AW: Nach Neoblase, Lebermetastasen, Chemo umsonst, keine andere Möglichkeit?!

Liebe Carmelita,

die Krankheit zu akzeptieren dauert bei mir auch noch an. Oft denke ich, jetzt wach ich dann aus dem Albtraum auf. Ich war immer gesund und habe auch meist gesund gelebt und dann bekomm ich diesen Schei.......

Ich bin übrigens in Psychologischer Betreuung (Gesprächstherapie). Eine sehr junge Psychologin, aber sie hat mir schon geholfen. Das kann man auch als Angehöriger bekommen, vielleicht hilft dir sowas.

Ich kann deinen Vater gut verstehen, wenn er Witze macht und lustig ist. Er möchte so normal wie möglich leben und auch so behandelt werden. Mir geht es zumindest so. Neulich fragte mich mein Vater, ob er mir Weihnachtsplätzchen kaufen soll, weil ich das doch sicher nicht mehr kann. Ich dachte ich hör nicht recht, ich bin noch lange nicht so weit, dass ich keine Plätzchen mehr backen kann

Ich wünsche dir und deinem Vater noch viele schöne und auch lustige Stunden.
Grüße
Andrea
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blasenkrebs, lebermetastasen, leberspende


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