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  #1  
Alt 11.05.2013, 16:47
Tina1966 Tina1966 ist offline
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Standard Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo zusammen,
ich habe schon versucht, mich über die Suchfunktion über Avastin zu informieren, habe aber bisher nichts zu dem gefunden, was ich suchte.
Ich hatte ein Ovarialkarzinom rechts mit Metastasen in den Lymphknoten, welches am 29. Januar 2013 operiert wurde - alles Nähere dazu habe ich bei meiner Vorstellung geschrieben.
Seit dem 26. Februar 2013 bekomme ich nun Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel im 3-wöchigen Rhythmus. Ab der zweiten Chemo kam noch Avastin dazu.
Zu den Nebenwirkungen von Avastin habe ich nur gesagt bekommen, dass es Wundheilungsstörungen verursacht. Bei einem Schminkkurs im Krankenhaus kam das Gespräch auf die Nebenwirkungen von Avastin. Anderen Patientinnen ging es damit gar nicht gut. Da fing ich dann an, im Internet darüber nachzulesen. Mit großem Entsetzen las ich dort, dass Avastin in den USA die Zulassung verloren hat. Die Begründung: Die Nebenwirkungen übersteigen den Nutzen. In Studien mit über 10.000 Patientinnen zeigte sich, dass die Gesamtüberlebenszeit bei Behandlung mit Avastin gar nicht verlängert wird und die rezidivfreie Zeit nur zwei oder wenig mehr Monate verlängert wird. Außerdem hat mich schockiert, dass Avastin die tödlichen Nebenwirkungen der anderen Chemotherapeutika von 1 Prozent auf 3,3 Prozent erhöht.
Auf meine Nachfrage im Krankenhaus bekam ich leider keine befriedigende Antwort. Die Ärztin wusste gar nicht den Grund, warum es keine Zulassung mehr hat. Die einzige Aussage: Ich solle dem Medikament die Chance zur Wirkung geben.
Da ich aber ziemlich unter den Nebenwirkungen von Avastin leide, weiß ich nicht, wie lange ich mir das Zeug noch geben lassen soll. Laut Tumorboard soll ich Avastin ein Jahr lang bekommen.
Die Berichte über Avastin habe ich nicht der Regenbogenpresse entnommen, sondern z. B. aus dem Ärzteblatt oder von der Arzneimittelkommission der Ärzte.

Welche Erfahrungen habt Ihr bezüglich Avastin? Haben sich vielleicht auch Andere gegen die Behandlung mit Avastin entschieden (habe ich in einem Beitrag von Steinhaus vom 26.04.13 gelesen).

Es wäre super und ich würde mich unheimlich freuen, wenn Ihr mir hier mit Rat und Tat beiseite stehen könntet.

Vielen, vielen Dank und liebe Grüße
Tina
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Total-Operation 29. Januar 2013, Chemo mit Carboplatin , Paclitaxel und Avastin (seit 2. Chemo) seit 26.02.2013
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  #2  
Alt 11.05.2013, 20:45
Tina1966 Tina1966 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo Marietta,
vielen Dank für Deine Antwort und Deinen Willkommensgruß.
Du hast völlig recht. Es ist sehr schwierig, die Nebenwirkungen von Carboplatin und Paclitaxel von den Nebenwirkungen von Avastin zu unterscheiden. Ich habe hauptsächlich das Problem, dass egal durch was verursachte Nebenwirkungen nicht abheilen können. Ich habe z.B. eine Fissur (Riss) im Schließmuskel - verursacht durch die Verstopfungen - der einfach nicht heilt. Ca. 2 Wochen nach der Chemo kommt der Höchststand, da sind die Schmerzen fast nicht mehr zu ertragen. Außerdem bekomme ich regelmäßig ca. eine Woche nach der Chemo Schnupfen mit Nasenbluten, der erst kurz vor der Chemo wieder verschwindet. Schmerzen im Bauchraum habe ich auch, die sind aber nicht so schlimm. 4 Tage nach der Chemo schwillt bei mir das Gesicht und die Zunge an. Die Zunge entzündet sich dann immer ganz schlimm, da sie seitlich gegen die Zähne drückt. Dieses Mal kriege ich das fast gar nicht in den Griff. Sprechen kann ich nur noch sehr undeutlich und Essen ist eine Qual. Ich hatte gestern beim Blutabnehmen im Krankenhaus nachgefragt. Die meinten aber, dass man erst was macht, wenn es noch schlimmer wird.
Da ich halt immer so Probleme mit Verstopfung habe - das kommt immer erst nach Trinken von einem Liter Moviprep wieder in Gang - habe ich die größte Angst vor einer Darmperforation.
Die andere Patientin bekommt schon länger nur noch Avastin. Sie hat wohl die größten Probleme mit Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in den Füßen. Als wir gemeinsam aus dem Krankenhaus gegangen sind, konnte sie kaum laufen.
Ich habe diese Probleme mit starken Muskel- und Gelenkschmerzen in den Beinen und Füßen auch. Bei mir trat das aber schon nach der ersten Chemo auf, bei der ich noch gar kein Avastin bekam.
Ich glaube, ich werde mir nochmal einen Termin mit der Oberärztin machen und nochmal in Ruhe darüber reden. Vielleicht ist es ja eine Option, einfach mal Pause mit Avastin zu machen und die letzten beiden Chemos ohne das Zeug zu machen. Dann hätten alle Entzündungen mal eine Chance auf Abheilung. Ich bekomme meine Chemo im Krankenhaus Weinheim. Das liegt ganz nahe an Heidelberg und Mannheim. Ich habe mich aber für Weinheim entschieden, da ich mich sehr gut aufgehoben fühle. Viele Patientinnen von Mannheim oder Heidelberg sind nach Weinheim gewechselt haben, weil man dort oftmals sehr unpersönlich behandelt wird. Das Krankenhaus in Weinheim arbeitet aber auch mit dem Tumorzentrum in Heidelberg zusammen. Jeder Fall wird in einem gemeinsamen Tumorboard besprochen und die entsprechende Behandlung ausgewählt.
Dein Tip mit dem Bauchgefühl ist auch gut. Das hat eine andere Patientin mir auch schon geraten. Sie hat es viel schlimmer getroffen, hat mittlerweile ein zweites Rezidiv und jetzt eine künstliche Blase und einen künstlichen Darmausgang. Sie hat auch schon Entscheidungen mit dem Bauch getroffen und hinterher haben ihr die Ärzte gesagt, dass das eine gute Entscheidung war.
Also nochmals vielen Dank für Deine Denkanstöße.
Ich wünsche auch allen ein beschwerdefreies Wochenende und natürlich gute Besserung.
Liebe Grüße,
Tina
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Total-Operation 29. Januar 2013, Chemo mit Carboplatin , Paclitaxel und Avastin (seit 2. Chemo) seit 26.02.2013
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  #3  
Alt 12.05.2013, 18:56
Steinhaus Steinhaus ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Liebe Tina,

ich kann Deine Ängste bezüglich Avastin sehr gut verstehen. Mein Arzt hatte es mir von Anfang an zur herkömmlichen Terapie als Bevacizumab verordnet. Nachdem ich nach der zweiten Chemotherapie sehr unangenehme Herzbeschwerden hatte, erhöhtes Herzklopfen und starke Brustbeklemmungen, habe ich mich ebenfalls im Internet schlau gemacht, und entdeckt, dass dieses Medikament unter einem anderen Namen, nämlich Avastin, sehr kritisch beschrieben wird. Auch die Patienteninformation bestätigten diese Berichte. Das hat bei mir zur Entscheidung geführt das Medikament absetzen zu lassen. Mein Onkologe, der mich vorher nicht wirklich über das Medikament aufgeklärt hatte, hatte sich ohne zu Mucken sofort dazu bereiterklärt. Ich hatte mich schon auf Konfrontation eingestellt........Sagte mir aber auch noch, dass er nicht glaube, dass meine Beschwerden davon kommen würden. Doch nach meinen nächsten Chemotherapien hatte ich keinerlei Herzbeschwerden mehr.
Dies sind nun meine Erfahrungen, aber raten kann ich Dir natürlich nicht. Ich selbst bin tumorfrei operiert, deshalb dachte ich, sind meine Voraussetzungen für eine Standardtherapie ganz gut. Ich bin sehr froh, dass ich Avastin nicht mehr bekommen habe.
Vielleicht konnte ich Dir bei Deiner Entscheidung ein wenig hilfreich sein. Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht.
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  #4  
Alt 12.05.2013, 20:55
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XsunnyX XsunnyX ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo!
Ich kann das gut verstehen, dass du dir da Gedanken über die Avastin-Therapie machst! Leider hört man immer mal wieder negative Berichte, was einem natürlich ein ungutes Gefühl gibt....

Hast du zufällig eine Quelle für den Zulassungsentzug von Avastin für Ovarialkarzinom in den USA? Ich weiß nämlich nur, dass Avastin dort für Brustkrebs die Zulassung verloren hat - ich denke es besteht eine Ähnlichkeit, aber ich würde die Therapie von Brust- und Ovarial Krebs trotzdem nicht vergleichen!

Aber tatsächlich ist auch für Ovar-CA Avastin umstritten. Es gibt aber viele Ärzte, die große Hoffnung rein stecken und von den Resultaten begeistert sind. Tatsächlich ist die Idee die hinter Avastin steckt ziemlich gut. Es unterdrückt das Tumorwachstum durch die Hemmung der Angiogenese, d.h. der Tumor kann keine winzigen Blutgefäße mehr ausbilden und dadurch nicht mehr wachsen. Das Problem ist, dass solange man Avastin nimmt, die Resultate super sind, aber eben die kleinen "übrigen" Tumorzellen dadurch nicht unbedingt vernichtet werden, so dass nach dem 1 Jahr Therapie diese evtl. wieder wachsen können. Deshalb finde ich persönlich (aber im IDealfall sollte sich da jeder selber ein Bild drüber machen), dass man sich überlegen muss, ob man diese 1 Jahr "Tumorfrei/Rezidivfrei" geschenkt bekommen möchte, aber dafür diese Avstin-Therapie mit allen Nebenwirkungen & Risiken macht, oder man darauf verzichtet und hofft auch so möglichst lange rRezidivfrei zu bleiben und dafür Therapie-freie Zeit genießen kann.... jeder Patient hat da wahrscheinlich eine andere Einstellung und deshalb finde ich, sollte das auch total individuell entschieden werden!

Ich wünsche dir alles Gute & Liebe!
Hanna
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  #5  
Alt 13.05.2013, 09:04
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Christine55 Christine55 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Guten Morgen ihr Lieben,
ich hatte letztes Jahr im Februar mein erstes Rezidiv. Seit Mai 2012 bekomme ich zu Erhaltungstherapie Avastin, alle drei Wochen. Bisher 16 mal. Ich habe, bis auf einen leichten Bluthochdruck und Verstopfung keinerlei Nebenwirkungen. Mein Tumormarker ist nach der zweiten Chemo letzten Jahres relativ schnell wieder erhöht gewesen. Mir gibt das Avastin das Gefühl den Krebs (Tumormarker) momentan gestoppt zu haben und die nächste Chemo noch hinauszögern zu können. Für mich selbst bedeutet das, geschenkte Zeit mit guter Lebensqualität. Mein Onkologe sagte mir (wie bei Marietta) dass Avastin unbegrenzt gegeben werden kann, allerdings besteht halt die Gefahr, dass Löcher im Darm entstehen können. Ich bin mir dieser Gefahr immer bewusst. Aber: jedes Medikament, jede Chemo, jede Narkose... können - müssen aber nicht - Nebenwirkungen haben. Nicht desto trotz, haben mein Onkologe und ich uns entschlossen, in 6 Wochen eine Pause vom Avastin zu machen um zu sehen, was ohne passiert.
Tina, ich denke du solltest über deine Gedanken bezüglich Avastin nochmal mit deinen Ärzten sprechen, eventuell noch eine zweite Meinung einholen und dann auch auf dein Gefühl hören. Du bist ja auch noch mittendrin in deiner Chemo, die sicher anschlagen wird. Wünsch dir für die kommende Zeit alles, alles Gute und viel Kraft!!
Marietta, ich habe tatsächlich auch schon mal gehört, dass Avastin den Tumor ganz verschwinden lassen kann. Lass uns doch mal ganz positiv sein und hoffen dass es so sein kann. Auch dir alles Liebe.
Wünsch euch allen einen schönen Tag.
Christine
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  #6  
Alt 13.05.2013, 10:48
Tina1966 Tina1966 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Antworten. Das hat mir sehr geholfen.

Soweit ich weiß, hatte Avastin in den USA nur die Zulassung bei Brustkrebs. Da diese verloren ging, wurde die Zulassung für EK gar nicht beantragt.
Hier findet Ihr z.B. etwas über die verlorene Zulassung:
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-843821.html
Über die Suche "Avastin Nebenwirkungen" bei Tante Google werdet Ihr aber noch viel mehr darüber finden.

In mir ist die Entscheidung gereift, dass ich die letzten beiden Chemos ohne Avastin machen werde. Ich möchte den verschiedenen Baustellen/Kolateralschäden in meinem Körper die Gelegenheit geben, endlich mal abzuheilen.
Meine Aphten im Mund heilen überhaupt nicht ab. Ich war gestern nochmal im Krankenhaus, um die Ärztin draufschauen zu lassen. Aber wirkliche Tipps oder Hilfe habe ich leider nicht bekommen. Heute morgen rief mich nun das Krankenhaus an, ich solle morgen nochmal vorbeikommen. Sie bestellen bei ihrer Apotheke noch eine andere Mundspüllösung. Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass die andere Resultate bringt. Ich muss im wahrsten Sinne des Wortes abwarten und Tee trinken. Und selbst das bekomme ich kaum runter.
Ich weiß, dass Aphten hartnäckig sind, aber normalerweise gehen die nach einer Woche auf jeden Fall zurück. Bei mir ist aber überhaupt keine Besserung zu sehen. Darauf habe ich nicht nochmal Lust, daher werde ich mit Avastin aussetzen. Ob ich danach damit weitermache, werde ich dann noch klären.
Vielleicht sind die Nebenwirkungen geringer, wenn man das Avastin alleine bekommt. Ich möchte nicht alles auf Kosten der Lebensqualität tun.

Also nochmals vielen Dank und eine hoffentlich gute Woche für alle.

Liebe Grüße
Tina
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  #7  
Alt 13.05.2013, 19:38
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XsunnyX XsunnyX ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hi Marietta!
Danke für deinen Beitrag! Ich wusste noch gar nicht, dass Avastin mittlerweile teilweise auch für einen längeren/unbegrenzten Zeitraum eingesetzt wird! Finde ich gut & hoffe sehr, dass du damit erfolgt hast. Drücke dir die Daumen!

Liebe Grüße
Hanna
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Geändert von gitti2002 (15.05.2013 um 23:51 Uhr) Grund: Beiträge anderer User nicht in der vollen Länge noch mal als Zitat ins Forum stellen
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  #8  
Alt 15.05.2013, 13:04
The Witch The Witch ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Um dein PS zu ergänzen: Es ist auch in den USA weiter für andere Krebsformen zugelassen; gerade erst wurde die Zulassung für Darmkrebs sogar erweitert - anders als der Strangtitel suggeriert*. Auf der Seite der FDA (Federal Drug Administration der USA) ist die komplette Entscheidung mit Begründung nachzulesen - und da wird exakt so argumentiert, wie du es oben darlegst.

* Da dieser Strang bei der Suche nach "Avastin" unabhängig von der Krebsform auftaucht, halte den Titel für fahrlässig falsch.
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  #9  
Alt 10.10.2013, 15:25
Tina1966 Tina1966 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo zusammen,

danke für Eure Antworten.

Bitte entschuldigt, dass ich mich eine ganze Zeit nicht gemeldet habe, aber ich habe erst mal die Chemotherapie hinter mich gebracht, bin 5 Wochen danach in AHB, dann nach kurzer Zeit in Urlaub. Seitdem bin ich ziemlich beschäftigt mit vielen Arztbesuchen.
Leider habe ich durch die Chemotherapie medikamentenbedingten grauen Star bekommen. Außerdem habe ich leider noch einige andere Baustellen wie z.B. Entzündungen in beiden Schultern, erhöhten Calcium-Wert usw.

Ich habe mich gegen die Therapie mit Avastin entschieden. Das entsprach einfach meinem Bauchgefühl. Außerdem hat auch meine Ärztin im KH gesagt, dass Avastin eh nicht die guten Zahlen hat, wie von der Pharmaindustrie versprochen.

Seit heute nachmittag bin ich leider ziemlich verzweifelt, da bei der ersten Kontrolle des Tumormarkers durch meine Gynäkologin rausgekommen ist, dass er auf 71 (nach der letzten Chemo war er bei 20) gestiegen ist. Sie ist sich aber nicht sicher, ob das nicht evtl. an den unterschiedlichen Laboren liegt.

Kann das sein, dass der Tumormarker nach so kurzer Zeit schon wieder so hoch angestiegen ist? Die Untersuchungen bei der Gyn. waren völlig unauffällig - kein Wasser oder ähnliches.

Danke für Eure Antworten.

Liebe Grüße
Tina
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  #10  
Alt 06.11.2013, 00:42
ovar2 ovar2 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

hallo tina,
ich hoffe, du weißt inzwischen über den grund deines TM-anstiegs bescheid?! falls nicht, lass nicht locker! bei mir war es ähnlich. MRT hat nichts gezeigt. onkologe: jetzt hilft nur zuwarten. das wollte ich aber ganz sicher nicht, habe recherchiert und rumtelefoniert, bis ich ein PET-CT in der essener UK bekommen habe.
ich habe ein rezidiv (oder rest-tumor, wie der operateur vermutet, 1 jahr nach ersttherapie) kurz vor der lendenwirbelsäule. gottseidank aber vermutlich noch gut operabel.
nächste woche ist die OP.
ich hatte seit monaten schmerzen im gesäß. erst wenn ich rad gefahren bin, dann immer. so wie muskelkater vom fahrradfahren. vermutung osteopath war, dass es narbenverwachsungen im bauchraum sind.
nun kenne ich den grund!
lass nicht locker, solltest du noch nicht wissen, was los ist!
apropos: ich habe bei ersttherapie avastin abgelehnt (auf anraten eines onkologen), nun empfiehlt einer neuer arzt dringend die behandlung damit, und ich muss mir diese gewissenfrage wieder stellen!
ich hatte stadium IIIc
alles gute!
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  #11  
Alt 09.11.2013, 16:52
Tina1966 Tina1966 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo Ovar2,
ja, mittlerweile weiß ich den Grund des Tumormarker-Anstiegs. Es sind im MRT wieder vergrößerte Lymphknoten an der Hauptschlagader festgestellt worden.
Allerdings hat man mir freigestellt, gleich oder etwas später wieder in die Chemo zu gehen. Das würde "am Ende" kein Unterschied machen. Auch die Tumorboard-Konferenz in Heidelberg hat empfohlen, erst bei körperlichen Anzeichen - die ich nicht habe - eine Chemotherapie zu beginnen.
Also warte ich nun, bis sich irgendwas tut und genieße die Zeit ohne Chemo. Mein Mann und ich haben beide Anfang Dezember Geburtstag, dann kommt Weihnachten und Anfang Januar wird meine Mutter 70, da wollte ich keine Chemo haben. Anfang Januar wird wieder eine Kontrolle gemacht, mal sehen was dann der Tumormarker sagt.
Ansonsten versuche ich meine Abwehrzellen wie Fische in meinem Körper loszuschicken, um die Tumorzellen zu suchen und sie auffressen zu lassen. Dazu mache ich noch Misteltherapie, nehme Enzyme und Vitamin D, Zink und Selen. Vielleicht hilft das ja was?
Ich will auf keinen Fall aufgeben, sonst könnte ich mich ja gleich in den Sarg legen. Also werde ich halt nochmal kämpfen.
Ich wünsche Euch allen auch viel Kraft beim Kämpfen!
Ganz liebe Grüße,
Tina

PS. Meine erste Frage an die Oberärztin war, ob es ein Fehler war, dass ich Avastin abgelehnt habe. Die Antwort: Nein gar nicht. Das Rezidiv wäre auf jeden Fall aufgetreten, man hätte es nur zwei Monate später entdeckt! Soviel zur Wirkung von Avastin. Die zwei Monate, die man im Schnitt an Gewinn hat, beruhen wohl nur darauf, dass man es wohl später entdeckt.
Also bleibe ich dabei: Weiter kein Avastin!
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Total-Operation 29. Januar 2013, Chemo mit Carboplatin , Paclitaxel und Avastin (seit 2. Chemo) seit 26.02.2013

Geändert von Tina1966 (09.11.2013 um 16:55 Uhr)
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  #12  
Alt 04.01.2014, 14:13
queensheep queensheep ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo,
meine Chemo begann im Dez 2011, Avastin wurde etwa im Jan 2012 für EK zugelassen. Im Internet hatte der Hersteller das Ergebnis seiner Studien veröffentlicht und da hieß es im Durchschnitt 4 Monate mehr progressionsfreie Zeit, also wenn der Krebs zurück kommt dann später. Die AGO, die die Leitlinien zur Krebsbehandlung für EK erstellt, hatte zu dem Medikament noch etliche offene Fragen und Studien am Laufen, darunter auch die Frage, ob Avastin die Gesamtüberlebenszeit verlängert.
Mir erschien der Nutzen von Avastin zu gering für die Risiken die damit verbunden sind. Ich bin gespannt, wie die Studien der AGO ausgehen und ob Avastin dann in die Leitlinien aufgenommen wird.
Ich persönlich bin der Überzeugung, dass ich für mich die richtige Entscheidung getroffen habe.
Liebe Grüße
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  #13  
Alt 04.01.2014, 17:39
berliner-engelchen berliner-engelchen ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo Queenshep,

herzlich willkommen und sschön, dass Du hergefunden hast.
vieles hast Du nun schon hinter dir - das ist wundervoll. Das kritische erste Jahr ist ebenfalls rezidiv-frei verlaufen - herzlichen Glückwunsch!!

Wie man immer wieder feststellt, ist bei dieser Krankheit in jedem Stadium alles möglich.

noch ein kurzes NB zu Deinem Beitrag, damit bei niemand Verwirrung aufkommt: in Deutschland ist Avastin bereits in die Leitlinien aufgenommen.
Die Firstline-Behandlung sieht derzeit Carboplatin + paclitaxel + Avastin als Erhaltungstherapie vor. Das ist Behandlungsstandard.
Secondline hat man auch eine Chance, und thirdline muss man mitunter echt ziemlich kämpfen wie ich oder auch gar nicht wie bei anderen (Kühlraum-Eva, Mosi-Bär, Conny und andere).

Die Aberkennung der Zulassung in den USA bezieht sich NICHT auf EK, sondern BK und Darmkrebs.

LG + weitterhin alles Gute
Birgit
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  #14  
Alt 05.01.2014, 13:21
queensheep queensheep ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo Berliner-Engelchen,

danke für dein Hinweis. Ich musste gleich mal nachschauen, wie die Leitlinie nun aussieht, ich beschäftige mich kaum mit dem Thema und lese hier nur sehr sporadisch. In den Leitlinien steht für firstline Therapie (http://www.krebsgesellschaft.de/down...zversion.pdf):
Beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom (IIIB-IV) kann eine zusätzliche Behandlung mit Bevacizumab erwogen werden.

Also die Frage, ob Avastin/Bevacizumab oder nicht stellt sich weiterhin.

Ich wünsch dir alles Gute.
Übrigens: netter Nickname
Liebe Grüße

Geändert von queensheep (05.01.2014 um 14:13 Uhr)
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  #15  
Alt 05.01.2014, 15:59
Sandra43 Sandra43 ist offline
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Standard AW: Avastin hat in den USA keine Zulassung mehr

Hallo Queensheep,

Dadurch dass aber nun mal in der Leitlinie für die First-Line Therapie steht,
das Avastin gegeben werden kann, wird es aber nun -zumindest in dieser Situation- auch keine Probleme mehr mit der Bezahlung durch die KK geben.

Und es wird dadurch bei Neuerkrankungen mittlerweile auch standardmäßig "angeboten" (natürlich nur, wenn es keine individuellen Komponenten gibt, die dagegen sprechen)

Ob man selbst es nehmen will oder eben nicht, nun das müssen und dürfen wir Betroffene letztlich selbst entscheiden ;-)

Für den einen ist eine (statistisch) ermittelte Chance auf eine durchschnittliche Verlängerung des progressionsfreien Zeitraumes von 3 oder 4 Monaten in Abwägungen mit den Nebenwirkungen es Wert es mit dem Avastin zu versuchen.

Für andere ist das Risiko der möglichen Nebenwirkungen zu hoch und Sie entscheiden sich gegen Avastin.

Ich persönlich finde es positiv, wenn man wenigstens die Möglichkeit hat diese Entscheidung zu treffen.
Kaum einer wird eine Avastin-Therapie aus der eigenen Tasche zahlen können.

Ich persönlich habe mich in meiner derzeitigen Rezidivsituation dafür entschieden es mit Avastin zu probieren und für mich persönlich ist das immer noch die absolut richtige Entscheidung.

Ich denke das ist es was zählt, wir müssen entscheiden es zu nehme (so wie z.B. Ich) oder es zu lassen (so wie z.B. Du) und wenn wir dann auch später überzeugt sind für uns richtig entschieden zu haben dann ist das vollkommen OK.

Es ist aber schlimm, wenn man das Avastin gerne probieren würde die KK es aber nicht bezahlt , weil man das x. rezidiv hat und das Avastin in den Leitlinien dafür nicht als Behandlungsoption vorgesehen ist.

Viele Grüße
Sandra
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