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  #16  
Alt 09.09.2013, 19:29
Werner K Werner K ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo Bruni,
ich bin richtig froh über deinen Beitrag.
Denn der Strahlemann meinte heute auch, die Erfolgsaussicht auf Heilung sei bei mir durch Bestrahlung genauso hoch wie die bei Operation.
Da klickte es bei mir natürlich- bei OP Kehlkopf weg, bei Bestrahung+Chemo nicht.
+ gleiche Erfolgschancen.
Deshalb habe ich mich jetzt auch gegen die OP entschieden.
Über sämtliche (mögliche) Nebenwirkungen wurde ich natürlich informiert.
Bisher geplanter Ablauf:
7 Wochen Bestrahlung (Montag bis Freitag)
Woche 1 und Woche 5 zusätzlich Chemo, die dann stationär in der Klinik.

Da ich ansonsten kerngesund bin, gehe ich optimistisch in die Behandlung.
Der Beginn wird wohl noch zwei Wochen auf sich warten lassen und der Doc meint, es wäre auch kein Problem, wenn ich mich bis dahin wieder anders entscheide.

Danke euch allen und Gruß
Werner
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  #17  
Alt 09.09.2013, 20:24
karinelke karinelke ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo Werner,

mein Mann, der übrigens auch Werner heisst und 58 Jahre alt ist, hatte im Oktober 2011 ein Larynx CA-links RcT3N0M0. Wir wurden ebenfalls vor die Wahl gestellt: Kehlkopf raus oder nur Strahlen-chemo-Therapie.Da mein Mann noch ein bisschen seine eigene Stimme behalten wollte, hat er sich für die Strahlen-Chemo-Therapie entschieden. Ausserdem erfuhren wir noch, daß bei Total-OP ebenfalls vorsichtshalber bestrahlt wird. Er bekam 35 Bestrahlungen und 6 Chemo. Es war bestimmt nicht leicht für Ihn in den ersten Wochen, da er auch noch zudem eine Trachestoma hatte. Er hatte sehr viele Nebenwirkungen, in den ersten Wochen konnte er nur mit Flüssig-Nahrung leben. Aber es wurde von Woche zu Woche besser. Heute, kann er wieder alles essen, manches halt nur mit viel Flüssigkeit, aber es geht ihm im grossen und ganzen wieder gut.Mein Mann kann z.Zt. nicht selber schreiben, da er sich in der REHA befindet und in Rente geschickt werden soll von der ARGE.
Ich wünsche Dir und deiner Familie viel Kraft und die richtige Entscheidung.
Melde dich mal wieder, wie es Dir geht.

Karinelke

PS.: die Strahlen-chemo-Therapie war 11/2011 bis 1/2012. Bis heute nichts mehr vom Tumor zu sehen.

Geändert von karinelke (09.09.2013 um 20:38 Uhr)
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  #18  
Alt 09.09.2013, 20:51
Wangi Wangi ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo Werner,

gut wenn du für dich eine Entscheidung getroffen hast, die auch von den Ärzten unterstützt wird.
Die Radio/Chemo wird kein Spaziergang. Ich hätte nie und nimmer dabei arbeiten können.
Ich hatte T4, habe vor Anfang der Bestrahlung Zähne gezogen bekommen, weil an denen Taschen waren in denen sich Bakterien ansiedeln können und wenn die bestrahlt worden wären hatte es mir Löcher in die Wange gefressen.
Vor der Bestrahlung habe ich eine Woche, also 5 Tage, jeden Tag eine 18 Stunden Chemo bekommen, um den Tumor schon mal mürbe zu machen . Da war ich auch stationär aufgenommen.
Dann gab es 6 Wochen Bestrahlung, mit einem Linearbeschleuniger mit hochenergetische Strahlung, 33 Stück mit insgesamt 72 Gy und dazu jede Woche eine Chemo. Die Chemo war mit Cisplatin und 5Fu, also so ein richtiger Giftcocktail wie eine Arzt später mal sagte .
Am Anfang bin ich jeden Tag mit dem Auto zur Klinik gefahren, nur am Chemo-Tag bleibt man Übernacht da.
So ab der Mitte der Therapie ging das nicht mehr mit dem Auto, da hab ich dann ein Taxi genommen, bezahlt die Krankenkasse.
Nach 2/3 Der Behandlung sollten es dann 2 Bestrahlungen täglich geben und weiterhin wöchentlich eine Chemo. Da hätte ich die 2x täglich Anfahrt, obwohl die Klinik bei uns in der Stadt ist, nicht geschafft und wurde stationär aufgenommen.
Es wurde daraus ein 5 wöchentlicher Krankenhaus Aufenthalt, weil sie mich nach Ende der Therapie erst mal wieder aufbauen mussten. Muss dazu sagen ich bin alleinstehend, meine beiden Söhne waren zu der Zeit im Ausland. Meine Schwester kümmerte sich zwar um mich, aber ich war so platt, dass ich es gerade mal so, an der Wand entlang, bis zum WC geschafft habe.
Zwischendurch wollten sie die Behandlung auch abbrechen wegen meines sehr schlechten Zustandes, war kurz vor einer Lungenentzündung und der Körper hätte dann keine Kraft mehr gehabt da gegen anzugehen.
Ich habe aber durchgesetzt dass weiter gemacht wurde und das war auch gut so. Nach den 5 Wochen bin ich dann sofort zur AHB gefahren. Ich konnte gar nichts essen und trinken, wurde komplett durch eine PEG ernährt und zwar die durch die Bauchdecke, nicht durch die Nase, die wurde mir auch noch vor der Behandlung gelegt. War auch gut so, sonst wäre ich wohl zwischendurch verhungert .
Bei der AHB habe ich durch eine Logopädin erst mal wieder schluckweise Trinken gelernt und dann gingen auch Cremesuppen, später weiches Gemüse und Kartoffelbrei. Das war dann monatelang meine Nahrung, zusätzlich weiter über die Peg ernährt. Durch einen Tip hier habe ich mir dann auch einen Logopäden zu Hause gesucht und den besuche ich auch heute noch einmal wöchentlich (damals waren es 2 mal).
Meine vordere Halsmuskulatur ist durch die Bestrahlung sehr geschädigt und das erschwert das Essen, weil die für das Heben und Senken des Kehlkopfes und damit das Öffnen der Speiseröhre zuständig ist. Und deshalb macht mein Logopäde weiterhin Schlund-Gymnastik mit mir, zur Stärkung und Entspannung der Muskulatur.
Ich möchte dir durch meinen ausführlichen Bericht keine Angst machen, aber du solltest auch wissen worauf du dich einlässt.
Weniger hier können während oder gleich nach der Behandlung arbeiten und haben schon heftige Neben- und Nachwirkungen. Meine Behandlung war übrigens 2009, also noch nicht so lange her.
Und mir blieb nach der Diagnose auch keine Zeit mehr für eine Vorbehandlung, (Glück gehabt Maria ).
Also bei mir ist es heute so dass ich keine schärferen Sachen essen kann, ich merke sofort wenn eine Prise Curry drin ist. Auch Säure geht gar nicht, da merke ich auch einen Spritzer im Käsekuchen . Ausserdem gehen keine trockenen Sachen und sehr Feste auch nicht. Das heißt Fisch geht am Besten der Pangasius und Scholle, Lachs ist zu fest und bei Fleisch geht Hähnchen Filet und Kalbfleisch ganz gut.
Aber man wird erfinderisch und somit kann ich trotzdem sehr gut leben und freue mich über jede Verbesserung wegen des Essens, die es auch heute noch, nach 4 Jahren, gibt.
Werner, das Alles muss bei dir nicht kommen oder es kann auch noch schlimmer sein, das weiß niemand vorher.
Aber das Wichtigste ist dass du die Behandlung durchziehst und den Krebs in den Allerwertesten trittst.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei

Liebe Grüße
Wangi
__________________

Geändert von Wangi (09.09.2013 um 21:43 Uhr)
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  #19  
Alt 09.09.2013, 23:55
Werner K Werner K ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hi Wangi
Zahnuntersuchung machte ich heute auch gleich mit. Passt alles.
Ich hab dem Strahlemann erzählt (natürlich nicht von diesem Forum und auch ohne irgendwelche Namen), dass man im Internet doch schon sehr abschreckende Beispiele findet, wie so eine Radio/Chemo verlaufen kann.
Er meinte, dass sowas natürlich vorkommt und es man nie ganz ausschliessen kann, dies aber eher selten passiert.
Ausserdem gäbe es zu bedenken, dass Menschen, denen durch diese Therapie geholfen wurde, dies weniger publik machen, als jene, die damit Probleme hatten.
Klang für mich irgendwie einleuchtend.
Natürlich konnte auch er keine 100%-Garantie abgeben.

Irgendwie muss ich mich aber entscheiden und ich versuche nun Radio/Chemo.
Sollte es nicht klappen oder ich aus irgendwelchen Gründen diese Entscheidung bereuen müssen- naja, dann kann ich nur sagen: Pech gehabt.

Gruß Werner
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  #20  
Alt 10.09.2013, 00:23
Benutzerbild von wolfgang46
wolfgang46 wolfgang46 ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo Werner,

Du darfst gerne Deinen Ärzten vom Krebs-Kompass erzählen, denn wir sehen dieses Forum auch als Unterstützung für die Ärzte an.
Das hier vorhandene Wissen kann kein Arzt, sei er auch noch so gut, seinen Patienten bieten. Hinzu kommt, dass wir hier bereits alle Therapien durchgemacht, durchlitten haben.
Unsere Erfahrungen sind wertvolle Hilfen für die Ärzte. Sie dürfen diese gerne nutzen.

Und man darf auch nicht vergessen, wie viel positive Berichte hier zu lesen sind.

Bei Dir mache ich mir auch keine großen Sorgen, dass Du es gut schaffst.
Ich habe das Gefühl, dass Du angefangen hast zu kämpfen und das ist das Wichtigste bei dieser Krankheit.
Du wirst nun eine harte Zeit haben, denn Strahlentherapie ist für sich schon hart, aber die Kombi mit der Chemo ist schon ein Brocken der zu bewältigen ist.

Irgendwann wirst Du schreiben, dass Du es geschafft hast.

Wir begleiten Dich sehr gerne auf diesem Weg bis zum Ziel.

Ich wünsche Dir jetzt die Stärke und Kraft die für Diesen Weg notwendig ist.

Alles Gute
bis bald
Wolfgang


.
__________________
Die im Krebs-Kompass von mir verfassten Texte dürfen auf anderen Homepages und in anderen Foren ohne meine Zustimmung nicht verwendet oder veröffentlicht werden. Das gilt auch für Auszüge aus meinen Texten.
Hilfe für Kehlkopfoperierte gibt es auch unter: Bundesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e. V.
www.kehlkopfoperiert-bv.de

Geändert von wolfgang46 (10.09.2013 um 00:26 Uhr) Grund: Formatierungen
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  #21  
Alt 10.09.2013, 00:25
Werner K Werner K ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hi Karinelke,
ist toll wenn dein Werner den Krebs besiegt hat.
Ich stehe ja erst am Anfang der Durststrecke, aber Erfahrungsberichte wie der deine lassen einen doch schon die Zukunft positiver sehen.
Dass es kein Spaziergang wird ist mir völlig bewusst.
Doch die Vorstellung, den Rest meines Lebens ohne Kehlkopf zu verbringen raubte mir die Lust auf den Rest meines Lebens.
Nichts lässt sich mit dem Gefühl vergleichen, wenn man auf der Bühne ein schwieriges Solo gemeistert hat und sich bei der jubelnden Menge bedanken darf

No risc, no fun

Gruß Werner
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  #22  
Alt 10.09.2013, 08:24
Brynhildr Brynhildr ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Zitat:
Zitat von Werner K Beitrag anzeigen
....gleiche Erfolgschancen.
Deshalb habe ich mich jetzt auch gegen die OP entschieden.
Über sämtliche (mögliche) Nebenwirkungen wurde ich natürlich informiert.
....
Guten Morgen
und gute Entscheidung. Positives Herangehen ist immer gut!
Es ist drin, das das neue "gesund" dann hinterher anders ist, als das "gesund" vorher - aber es ist absolut lebenswert

Meine Stimme ist monatelang noch beeinträchtigt gewesen, und der Mund ist immernoch etwas trockener als früher.... aber das geht.

Ich spiele kein Instrument, aber ich pfeife manchmal vor mich hin - und das ging direkt nach der Behandlung auch nicht mehr .... und nun kann ich wieder , aber diese Triller-Töne, die ich früher konnte, gehen noch nicht wieder (bin 9 Monate nach Bestrahlungsende) ..., dafür braucht man wohl etwas mehr Feuchtigkeit auf der Zunge, muss diese etwas rollen ... , wobei rollen geht - also, die Beweglichkeit der Zunge ist zurück... Das kann man dann trainieren

Liebe Grüße!
Bruni
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  #23  
Alt 10.09.2013, 10:56
Wangi Wangi ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo Werner,

das sollte auch nicht so gemeint sein dass deine Entscheidung nicht die Richtige ist, hätte wahrscheinlich genauso entschieden .
Du solltest auch nur einen Bericht lesen der nicht NUR Positives aussagt.
Mein Tumor war sehr flächig und verzweigt, deshalb musste auch grossflächig bestrahlt werden, auch deshalb wohl die Einschränkungen.

Und trotzdem lebe ich heute wieder ein gutes Leben, erst gestern war ich wieder Cappu trinken und heisse Waffeln essen, Beides mit Sahne, die Waffeln sogar doppelt, denn ohne rutscht es nicht .
Und meinen Bericht sehe ich durchaus auch als Positiven an, denn ich habe es geschafft den Krebs bis jetzt zu besiegen, das darfste den Ärzten ruhig weiter sagen

Wäre schön wenn wir dich durch die Behandlung begleiten dürfen, ich habe hier immer sehr viel und gute Hilfe erfahren.

Liebe Grüße
Wangi
__________________

Geändert von Wangi (10.09.2013 um 11:48 Uhr)
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  #24  
Alt 10.09.2013, 20:40
karinelke karinelke ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Halle Werner,

ich muss Wangi in vielen Dingen Recht geben. Es war warhaftig, wie du sagst, kein Spaziergang. Mein Mann war 3 Tage immer stationär und 1 Tag ambulant während der Strahlen-Chemotherapie. Fahrten zum Krankenhaus werden von der Kasse übernommen. Er konnte auch Wochenlang nichts essen. Nach und nach wohl wieder Stückchenweise mit viel trinken und vielen Schmerz- und Betäubungsmitteln. Durch die Strahlen war sein ganzer Hals verbrannt. Allerdings, heilten die Wunden nach Beendigung der Therapie relativ schnell obwohl er Diabetiker ist.
Auch heute noch hat mein Mann Probleme beim Schlucken, hat auch noch Geschmacksstörungen. oder starke Hustenanfälle, da der Schleim ziemlich fest sitzt. Rasieren brauch er sich auch nicht mehr. Vor der Therapie wurden ihm auch die letzten Zähne gezogen. In dieser Zeit hat mein Mann ca. 12 kg an Gewicht verloren, es gab viele Probleme, aber mit einem eisernen Willen ist alles zu schaffen. Aber nicht nur der Patient selber leidet, sondern auch die Angehörigen ( Ehefrau/Mann). Ich selber war 4 Wochen lang beim Arzt in Behandlung und habe mir Beruhigungsspritzen abgeholt.
Aber immer positiv denken, es kommen auch wieder bessere Zeiten und es gibt in deinem Leben bestimmt auch vieles für das es sich lohnt den Kampf aufzunehmen.

Gruss
Karinelke
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  #25  
Alt 10.09.2013, 23:51
Benutzerbild von Marbi
Marbi Marbi ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Werner
... die Entscheidung ist gefallen. Lass es auf dich zukommen und vertraue auf deine Ärzte und scheue dich nicht, bei den auftretenden Problemen mit deinen Radiologen und Onkologen zu sprechen - sie können einschätzen, ob diese serienmäßig oder nicht sind (Bakterien, Pilze etc.). Gemeinsam mit ihnen und allen hier wirst du es durchstehen, alle stehen hinter dir, als ständige Ansprechpartner.

Wangi,
ja, ich bin den Ärzten hier von Herzen dankbar. Vor allem über die tiefe Menschlichkeit im Umgang mit ihren Patienten - und da schließe ich die Mitarbeiter der gesamten Onkologie nicht aus, die immer ein freundliches Wort und ein Lächeln auf den Lippen hatten. Außerdem die tägliche Ansprechmöglichkeit unserer Onkologin ohne Terminvereinbarung - einfach kommen und warten bis ein paar Minuten Zeit ist. Auch ohne dem Beisein des Patienten wurden mir zwischendurch Fragen beantwortet. Sie war ihm Ärztin und mir Psychologin zugleich und das in Alter von Mitte dreißig. Meinen Respekt für diesen Einsatz! Die gesamte Behandlungszeit dauerte über sieben lange Monate und ist in dieser Weise hier Standard bei fortgeschrittenen metasierten Tumoren dieser Art. Die gesamte Strahlendosis war 80 Gy! und es wurde der obere Brustkorb mitbestrahlt ... und ich denke, dass wohl auch jeder Körper anders auf eine so einschneidende Behandlung reagiert. (Vorab Giftcoctail: 3 x Chemo jedesmal Caboplatin + 5FÜ Dauerinfusion 5 Tage + Dolcetaxel/Taxotere). Begleitend zur Radiologie dann wöchentlich noch einmal 6 Wochen von 9 Wochen (Carboplatin+Dolcetaxel). Dann wurde das Risiko für die Nieren zu groß und das einzugehen, wurde nicht als nötig befunden.

Nicht zu vergessen
... das stets sonnige Wetter (z. Zt. 26 Grad) und die relativ hohe Luftfeuchtigkeit spielen hier wohl auch eine große Rolle beim Allgemeinbefinden, vor allem im Bezug auf die Mundtrockenheit. Hektik ist hier meist ein Fremdwort - auch im Hospital trotz Menschenmassen. Die nächste große Straße liegt einige Kilometer entfernt. Das Meer liegt vor der Tür und wir sind von Pinienwald umgeben, also ein optimales und gesundes Klima, das man nicht unterschätzen sollte.

Also Werner
... Augen zu und durch, irgendwann ist es vorbei und dann wird die Zeit zeigen, wie schnell man wieder zur alten oder neuen, veränderten Form aufläuft und was man daraus macht. Niemand weiß was die Zukunft bringt. Auch deiner Familie wünsche ich viel Kraft, denn auch ich muss erst wieder langsam Luft holen, zu mir kommen und wieder lachen lernen. Ich merke erst jetzt, wie schwer es war.

Bis bald, Maria
__________________
10.11.2012 DIAGNOSE: T3N2bM0 - Oropharynx Zungenbasis/Ummantelung der Halsvene (inoperabel)

Drei Zyklen Chemotherapie
Totalremission

40 x Bestrahlung (IMRT) + Chemotherapie = tumorfrei
(vergrößerte Lymphknoten = Fibrose)

Geändert von Marbi (11.09.2013 um 09:09 Uhr)
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  #26  
Alt 11.09.2013, 17:22
Wangi Wangi ist offline
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Hallo Karinelke,

Danke, ich kam mir schon vor wie die Jammerliese hier.
Ich bin sehr erstaunt wie viele hier berichten dass also genauso geht wie vorher, auch dass sie wieder Alles essen können. Denn das kann ich von mir absolut nicht sagen.
Ich stoße immer wieder an meiner Grenzen, bei meiner Belastbarkeit und auch beim Essen. Ich habe auch immer eine Flasche Wasser dabei, weil es passiert dass mir "die Spucke wegbleibt" und zwar so, dass ich nicht mehr reden könnte wenn ich das Wasser nicht dabei hätte.
Vor nicht langer Zeit habe ich versucht einen Hamburger zu essen, es war als ob ich in ein Stück dicke Pappe beissen würde und runter bekommen habe ich ihn nicht.
Also bei mir hat sich schon Einiges verändert.
Das soll sich jetzt aber nicht so anhören als ob ich unglücklich wäre. Wenn ich bedenke wie ich nach der Behandlung angefangen habe und wo ich jetzt stehe finde ich das Super und mir geht es richtig gut und ich geniesse das Leben.

Liebe Grüße
Wangi
__________________
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  #27  
Alt 16.09.2013, 17:07
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ernstbreitsch ernstbreitsch ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo Werner,
ich bekam 1997 auch Kehlkopfkrebs, heute bin ich 66 Jahre alt.
Als ich im Oktober 1997 an selber Stelle wie Du jetzt, fragte ich meinen HNO-Arzt was würden Sie an meiner Stelle tun. Seine Antwort war: Herr Breitsch, wenn ich ein Kind mit derselben Diagnose hätte und vor dieser Entscheidung standen würde, würde ich als Arzt sagen, nehme den Sichersten weg, lasse Dir den ganzen Kehlkopf wegmachen!
Diese Arztantwort habe ich befolgt und es geht mir bis heute gut.
Gruß Ernst
__________________
winke:

Geändert von gitti2002 (26.10.2014 um 19:53 Uhr) Grund: Vollzitat entfernt
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  #28  
Alt 07.10.2013, 01:40
Werner K Werner K ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Hallo miteinander,
ich ließ jetzt ein paar Wochen nichts von mir hören.
Inzwischen wurde eine Zahnschiene angefertigt, um den Zahnschmelz vor der Strahlung
zu schützen, eine Maske erstellt, die ich während der Bestrahlung übergestülpt bekomme
und damit an die Liege angeschnallt werde, damit ich mich nicht bewegen kann.
Auf der Maske werden auch die Markierungen gemacht (nicht wie früher, auf der Haut).
Dann wurde nochmals eine CT-Ultraschall mit Maske und ein Kernspin durchgeführt, damit die auch genau treffen.
Ja und dann noch ein „Port“ einoperiert, für die Chemo.
Dann noch ein Langzeit-EKG, damit die sehen ob's herztechnisch Probleme gibt.
Heute um Neun soll ich mich im Klinikum rechts der Isar in München melden, werde die erste
Woche wegen der Chemo stationär behandelt.
Geht also bald los, Strahlen und Chemo- deswegen schreib ich um 01:45 hier noch, weil ich eh nicht schlafen kann.
Aber der Tumor werkelte inzwischen fleissig weiter und macht mir jeden Tag mehr Ärger.
Also weg damit!
Da sie dort kein WLAN haben, werde ich versuchen per Internetstick hier zu berichten.
Weiß aber nicht ob das klappt.
Nagut.
Dann „per aspera ad astra“

Wird schon schiefgehen.

Beste Grüße und vor allem Gesundheit an alle hier!

Werner
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  #29  
Alt 07.10.2013, 08:18
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ernstbreitsch ernstbreitsch ist offline
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Standard AW: Bestrahlen/Chemo oder Komplett OP?

Guten Morgen Werner,
nun also ist alles vorbereitet und es kann nun gegen den Krebs der Kampf aufgenommen werden.
Du hast dich also für Chemo und Bestrahlungen entschieden. Ich möchte dir sagen, jede Entscheidung für sich zu einer bestimmten Richtung der Krebsbehandlung ist die richtige für jeden einzelnen. Zumindest sehe ich das so.
Ich wünsche dir all erdenklichen Erfolg und gutes Gelingen und lasse immer mal wieder etwas von dir hören.
Gruß Ernst
__________________
winke:
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  #30  
Alt 07.10.2013, 10:11
Wangi Wangi ist offline
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Hallo Werner,

die selben Vorbereitungen habe ich auch durch, nur statt des Ports habe ich eine PEG gelegt bekommen, zur Nahrungsaufnahme. Im Nachhinein hab ich es bereut keinen Port gehabt zu haben, die ständige Stecherei war schmerzhaft und meine Venen danach lange Zeit kaputt.
Diese Eine-Woche-Chemo hatte ich auch, täglich 18 Stunden. Mir wurde gesagt das wird gemacht um den Tumor auf die Bestrahlung vorzubereiten, hat anscheinend gut geklappt, bin durch die Bestrahlung den T4 Tumor losgeworden, was keiner so richtig geglaubt hat .
Das Gleiche wünsche ich dir auch und dass du halbwegs gut durch die Behandlung kommst. Ich drücke fest die Daumen.

Liebe Grüße
Wangi
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bestrahlung, operation


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