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  #1  
Alt 19.09.2013, 07:44
Karoline1979 Karoline1979 ist offline
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Registriert seit: 19.09.2013
Beiträge: 1
Standard Sexualität

Hallo ihr Lieben!

ich habe lange überlegt ob ich überhaupt schreiben soll. Das Thema scheint mir so profan neben den ganzen essentiellen Fragen, die hier sonst gestellt werden, aber mich beschäftigt es momentan und vielleicht bin ich damit nicht ganz allein.
Ich habe auch nicht viel dazu im Forum gefunden und schreibe bewusst im Unterforum Eierstockkrebs, da es mir hauptsächlich um die körperlichen Aspekte geht, die bei uns durch die OP ja anders sind als bei anderen Patienten.

Kurz zu mir: ich bin 34 Jahre alt und bekam vor knapp 3 Jahren die Diagnose Eierstockkrebs. Danach Total OP und seitdem verschiedene Behandlungen, da nie Tumorfreiheit erzielt werden konnte. Ich bin verheiratet mit einem tollen Mann, der mir immer zur Seite stand und steht.

Die momentane Behandlung vertrage ich ganz gut und ich lebe eigentlich recht normal. Psychisch geht es mir seit längerem auch sehr gut, ich denke ich habe einen 'gesunden' Umgang mit der Krankheit gefunden (zumindest so lange nichts akutes vorfällt).

So, jetzt aber zum Thema Sexualität. Diese ist seit meiner OP vor über 2 Jahren komplett aus meinem Leben verschwunden. Am Anfang gab es lange Zeit gar kein anderes Thema als den Krebs, da denke ich, dass das ganz normal ist. Aber nachdem so viel Zeit vergangen ist und eine gewisse Normalität eingekehrt ist, bin ich doch überrascht, dass dieser Aspekt immer noch vollkommen ausgeblendet ist.

Es ist einfach so, dass ich körperlich null Interesse habe. Es kommt überhaupt kein Wunsch nach Sexualität auf, keine Regung, kein Gedanke daran, gar nichts.

Gestern habe ich in einer Frauenzeitschrift einen Leserbrief einer Frau gelesen, die sich zu einem Artikel über den tollen Sex nach der Menopause geäussert hat. Sie schrieb, dass sie sich mittlerweile wie ein asexuelles Wesen fühle, ohne das geringste Interesse an Sex und dass es bestimmt vielen Frauen nach den Wechseljahren so ginge.

Also mir geht es auch so. Und euch? Ist das normal? Kann was dagegen unternommen werden?

Ich bin ja noch sehr jung und fände es sehr schade, wenn mir zusätzlich zu allem anderen auch die Sexualität verloren ginge. Mein Mann lebt ja ebenfalls im Zölibat und obwohl er sich in keinster Weise beschwert, muss es doch sehr schwer für ihn sein, denn seine Libido wurde ja nicht einfach wegoperiert (da wir fast 24 Stunden täglich zusammen sind, kann ich auch ausschließen, dass er sich da anderweitig Erleichterung verschafft).

Vielleicht gibt es ja jemanden, der mir seine Erfahrung zu dem Thema schildern möchte.

Viele Grüße

Karo
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  #2  
Alt 22.09.2013, 13:09
Benutzerbild von tasajo
tasajo tasajo ist offline
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Registriert seit: 20.01.2009
Beiträge: 722
Standard AW: Sexualität

Liebe Karo,

gut, dass Du dieses Thema gepostet hast, es ist sehr wichtig.

Ich habe aufgrund einer BRCA 1 Mutation eine Total-OP hinter mir und kann Dir nur folgendes raten:
Es gibt ein "Gedächtnis" für Deine sexuellen Empfindungen.
Auch wenn Du z ZT keinerlei Lust verspürst, wenn Du Dich erst mal wieder an den Sex ran traust, wirst Du mit der Zeit wieder mehr Lust und auch Verlangen verspüren.
Nach der OP war es bei mir auch anders, aber wir haben uns langsam, aber sicher wieder an das Thema herangearbeitet.
Du wirst nicht glauben, wie schön Du es finden wirst und wie froh Du nach dem Ereignis sein wirst....
Ihr seid beide viel zu jung für ein asexuelles Leben.
Sex ist gesund!

Alles Gute.
__________________
....wir stehen immer in der mitte.....
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  #3  
Alt 04.10.2013, 14:25
SandraR76 SandraR76 ist offline
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Registriert seit: 19.07.2010
Ort: Bayern
Beiträge: 4
Standard AW: Sexualität

Hallo Karo,

Deine Sorgen und Ängste kann ich sehr gut nachvollziehen!
Ich hatte 2010 mit 33 Jahren eine Total-OP aufgrund Ovarial-Ca Figo 3c und mittlerweile bereits das 2.Rezidiv. 2012 wurde ich nochmals großflächig operiert und dieses Jahr habe ich bei der PIPAC-Studie in Herne teilgenommen.
Nach der Total-OP haben mein Mann und ich geheiratet, da war es besonders traurig, dass wir ein halbes Jahr auf Sex verzichten mussten wegen dem Heilungsprozess. Und danach war es für mich eine zeitlang beim Akt sehr schmerzhaft und unschön . Gegen die Schmerzen half dann zum Glück schnödes Gleitmittel.
Dazu kommen seither die fehlenden Östrogene, ich bin gedanklich und körperlich sehr weit vom Thema Sex entfernt, so ähnlich wie bei Dir!
Weil ich mich aber nicht davon verabschieden möchte und meinen Mann natürlich auch nicht ins Zölibat schicken will haben wir folgendes für uns vereinbart:
wir "verabreden" uns zum Sex, d.h. ich bekomme die Möglichkeit mich gedanklich und körperlich einzustimmen und werde nicht spontan überfallen . Ich nehme dann meistens ein schönes Bad, creme mich duftend ein und versuche den Kopf freizubekommen. Tatsächlich ist es wirklich so, dass wenn man miteinander schläft (auch ohne Begierde) der Körper dabei erwacht und sich wieder hingeben kann.
Zugeben muss ich aber auch, dass ich seither keinen Orgasmus mehr hatte und eher unser Beisammensein geniesse . Geistig befriedigend ist es auf jeden Fall. Und ich glaube, dass wir durch unsere "Dates" genauso viel Sex haben wie andere Paare, die auch schon mehrere Jahre zusammen sind.

Aber natürlich haben wir durch meine Krankenhausaufenthalte und das normale Alltagsleben auch mal wochenlange Pausen, aber das ist auch für meinen Mann in Ordnung. Da bin ich sehr froh, dass ich mit ihm sehr offen immer über alles sprechen kann und er auch mit mir!

Liebe Karo, ich hoffe, ich kann Dir ein wenig Mut zusprechen, dass Du auch weiterhin ein Sexleben haben kannst, nur vielleicht anders wie vor der OP!
Als ich damals den Professor gefragt habe wie das nun wird mit der Sexualität hat er geantwortet ich hätte ja wohl andere Sorgen und Probleme wie den Sex...die Ärzte können mit diesem Thema bei jungen Frauen überhaupt nicht umgehen!! Einzig in der Selbsthilfegruppe für junge Krebspatientinnen können wir und meine Leidensgenossinen darüber frei sprechen, vor allem auch darüber, welche Probleme unsere Partner mit dieser Situation haben. Gibt es so eine Gruppe vielleicht auch in Deiner Nähe?

Ich wünsche Dir erstmal alles Gute,
viele Grüße

SANDRA
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