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  #1  
Alt 16.06.2014, 15:02
Nimnrod Nimnrod ist offline
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Registriert seit: 16.06.2014
Beiträge: 2
Standard Zystischer Ovarialtumor

Hallo allerseits,

vor einigen Tagen wurden beim Ultraschall nach schmerzen im unteren Bauch Zysten an meinen Eierstöcken entdeckt. Ansich nix tragisches, so'n nettes Ding ist mir vor einem Jahr auch schonmal geplatzt, deshalb habe ich schon oft nachgelesen und bin zu dem Schlus gekommen, dass man sich da ja erstmal keine sorgen machen sollte.

Heute morgen kam ein Anruf von meiner Frauenärztin, ich solle dringend vorbei kommen, mit meinen Blutwerten würde etwas nicht stimmen. Gesagt, getan.
Mein CA125-Wert liegt bei 100 und eine meiner Zysten müsse raus.
Ich habe nichts verstanden, bin mit meiner KH-Überweisung erstmal nach Hause gefahren und habe vor mich hin gestarrt. Mittlerweile war ich auch im Krankenhaus, Vorbesprechung ist am Fr, OP am Mo, aber mich quält dieses nichts-wissen bis dahin unglaublich.

Was bedeutet dieser erhöhte CA125-Wert für mich? Kann das ganze eine gutartige Sache sein? Muss bei so einem Eingriff der Eierstock mit raus? Cancer-Antigen.. Das klingt, als hätte ich Krebs. Heißt das das?

Ich bin 25 und Kinderlos und hatte schätzungsweise noch nie solche Angst vor einem Ärztlichen Vorgespräch.

Da ich im Internet bisher nicht wirklich schlau wurde, werde ich den Threat auch aktuell halten, wenn ich mehr weiß, bis dahin hoffe ich, dass einige von euch mir vorab schon weiterhelfen können..

Danke
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  #2  
Alt 16.06.2014, 16:43
Charl0tte Charl0tte ist offline
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Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Hallo Nimnrod,

willkommen hier!

WENN es Eierstockkrebs ist bei Dir, dann wird das mit letzter Sicherheit erst die pathologische Untersuchung des Tumors, des evtl. vorhanden Bauchwassers (Aszites, aber davon hast Du ja nichts geschrieben) und dem sonstigen entnommenen Gewebe ans Licht bringen können. Der CA 125 ist nicht DER 100-% sichere Indikator, zudem gibt es für Eierstockkrebs verschiedene Tumormarker, es gibt nämlich sehr unterschiedliche Tumore und auch noch andere Tumormarker. Der CA 125 reagiert auch auf Entzündungen, Endometriose ... Bei mir war der CA 125 auf über 1.600, sprich 100 ist jetzt nicht soooooo gigantisch. Aber wie gesagt, er ist allein NICHT aussagekräftig.

Die Unsicherheit und das psychisch belastende Warten lässt sich leider nicht vermeiden. Das ist so. Gerne würde ich Dir was anderes sagen!

Eine Frage, eine SEHR WICHTIGE, eigentlich DIE WICHTIGSTE Frage ist: Wo lässt Du Dich operieren? Es MUSS ein Krankenhaus sein, das auf die OP für Eierstockkrebs (wenn es sich denn also solchen herausstellen sollte) spezialisiert ist und das sind leider nicht viele. Nutze die Wartezeit, Dich über den Operateur, das Krankenhaus, die Zertifizierung für gynäkologische Krebs-OPs des Krankenhauses genauestens zu informieren!!! Ruf beim Krebsinformationsdienst an und frage nach zertifizierten Zentren für Eierstockkrebs. Das ist eine anspruchsvolle OP!!!!! Es geschieht leider immer wieder, dass Frauen unsachgemäß in Krankenhäusern oder Tageskliniken operiert werden, die NICHT auf diese OP eingerichtet sind und UNERFAHRENE Operateure am Werk sind. Du hast jetzt noch die Möglichkeit - falls es denn Krebs sein sollte, was ich nicht hoffe, Du bist ja noch so jung! - sicherzustellen, von einem guten erfahrenen Operateur sorgfältig operiert zu werden. Das ist JETZT Deine aktuelle wichtigste Aufgabe!!!

Es war sehr gut von Deiner Frauenärztin, Dich gleich in ein Krankenhaus zu schicken, damit das abgeklärt wird, und zwar in einem Rahmen, in dem auch - im äußersten Notfall - sofort auf eine Krebs-OP umgeschwenkt werden kann. Es ist SEHR wichtig, dass Du beim ERSTEN Mal richtig operiert wirst und nicht in "Häppchen". Sollte es Krebs sein, ist das für Deine Prognose mitentscheidend.

Sorry für die klaren Worte, aber was hilft's hier drum herum zu reden? Die Gedanken hast Du eh schon, sonst hättest Du Dich hier ja nicht gemeldet. Die Erleichterung, falls es Fehlalarm sein sollte, wird um so größer sein.

Liebe Grüße und alles Gute
Charl0tte

Geändert von Charl0tte (16.06.2014 um 16:50 Uhr) Grund: vertippt und was vergessen
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  #3  
Alt 16.06.2014, 17:35
Benutzerbild von Tündel
Tündel Tündel ist offline
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Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Liebe Nimnrod,

auch von mir ein Willkommen hier bei uns, auch wenn es zugegeben ein saublöder Anlass ist. Du bist gut aufgehoben und kannst alles fragen! Blöde Fragen gibts nicht!

Was Charlotte () schreibt, ist sooooo richtig! Bitte geh in ein zertifiziertes Krankenhaus und lass nicht einen Eierstockkrebs-geilen, neugierigen "das-müssen-wir-uns-angucken"-Operateur da dran!
Das passiert nach Aussagen eines der besten, Prof. S. in der Hauptstadt zu bis zu 50% der Frauen mit Erstdiagnose!
Und eine ist schon zuviel!

So, und nun zu den Fakten: Ob es Krebs ist und wie weit der nun entwickelt ist, sieht man erst bei der OP. Das sit natürlich doof, aber leider nicht zu ändern. Die Arzte, wenn sie denn verantwortungsbewusst sind, werden dich zu einem entsprechend qualifizierten Operateur weiterschicken. Frag nach, wie oft die sowas schon gemacht haben!!!!!
Wenn dir was komisch vorkommt, spring denen vom Tisch. Ich hab das so gemacht, bin eine Woche vor der geplanten Op weggelaufen, nach Be. gefahren und hab mich von Prof. S. operieren lassen! Mit gutem Erfolg.
Prof. S. war ehrlich. Da hieß es nicht: "inoperabel, nicht heilbar, aber behandelbar, Sie haben noch ein paar Monate!", sondern: "Ich kann es operieren! Ich kann Ihnen aber nicht sagen, ob ich alles kriege, das sehe ich erst, wenn Sie vor mir liegen!"
Das ist leider wirklich so!

Du bist noch so jung, verbaue dir nicht deine Chancen, indem du unerfahrene Leute rumschnipseln lässt. Keiner weiß, wann es zu Ende mit ihm geht! Auch diese superschlauen Docs nicht.
Aaaaaaaaber DU kannst viel tun, damit du länger lebst, sollte es Krebs sein!
GEH ZU EINEM ERFAHRENEN CHIRURGEN IN EIN QUALIFIZIERTES ZENTRUM!!!!!!!!!!

Ich wünsch dir viel Kraft für die nächste Zeit, sie wird hart, aber du schaffst das!
__________________
Tündel

Das Leben ist halt lebensgefährlich!!!
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  #4  
Alt 17.06.2014, 00:25
Edeka Edeka ist offline
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Beiträge: 439
Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Liebe Nimnrod,

willkommen hier! Es ist gut, daß Du Dir hier Rat holst!
Ich möchte mich Charlotte und Tündel anschließen: lass Dich bitte nur in einem ordentlichen Krankenhaus operieren!
Bei mir hieß es damals ebenfalls, ich hätte eine Zyste, mein Tumormarkerwert Ca 125 war 131, also ähnlich wie bei Dir. Der Wert kann, wie Charlotte ja auch schon geschrieben hat, auch durch andere Dinge, vor allem durch Endometriose, in dieser Höhe sein. Aber zur Sicherheit sollte man den Befund operativ abklären lassen.

Ob der Eierstock mit raus muß, kann man vor der OP nicht sicher sagen. Vermutlich ist es sicherer, ihn ganz zu entfernen. Die Funktion kann aber der zweite Eierstock allein übernehmen, Du kannst danach noch problemlos schwanger werden.

Ich gehöre übrigens leider zu denen, die unsachgemäß operiert wurden.
Wenn Du Fragen hast, nur zu.

Hoffentlich stellt sich heraus, daß alles ganz harmlos ist!

Viele liebe Grüße und alles Gute!
Edeka
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  #5  
Alt 17.06.2014, 10:19
Sandra43 Sandra43 ist offline
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Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Hallo Nimrod,

Blöder Anlass dennoch willkommen
Schließe mich im wesentlichen meinen Vorschreiberinnen an
Pass ein bisserl auf, dass Du in guten Händen bist, nur so für alle Fälle.
Es ist mir aber auch noch mal wichtig zu betonen, dass der Tumormarker bei Eierstockkrebs wirklich erstmal nicht sonderlich aussagefähig ist.
Es gibt 1000 Gründe für einen erhöhten Wert, die nichts mit Krebs zu tun haben!!!
(Ich habe auch schon von einer völlig gesunden Frau gelesen, bei der dieser Wert dauerhaft erhöht ist.)
Ist also ein blödes Indiz, es muss leider geprüft werden, ist aber dennoch in Deiner Situation so, als ob man in eine Schneekugel schaut und darin die Lottozahlen finden will ...
Jetzt musst Du da aber leider durch und dann auch noch warten bis die OP Ergebnisse da sind
Ich wünsche Dir alles gute und absolut harmlose Ergebnisse und das so schnell wie möglich, damit Du Dein normales Leben wieder weiterleben kannst.

Viele Liebe Grüße
Sandra
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  #6  
Alt 17.06.2014, 14:21
Edeka Edeka ist offline
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Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Liebe Nimnrod,

noch kurz: um vor der Operation die Wahrscheinlichkeit besser einschätzen zu können, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, könnte/sollte man zusätzlich einen zweiten Tumormarker untersuchen. Den He-4. Zusammen sind der Ca125 und der He-4 viel aussagekräftiger als der Ca125 allein.
Zu diesem Thema kannst Du "Roma-Index" googeln.
(Viele Ärzte kennen den He-4-Marker noch nicht, er ist erst relativ neu auf dem Markt. Bestehe ruhig auf dieser Untersuchung, sie steht Dir zu.. )

Liebe Grüße
Edeka
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  #7  
Alt 17.06.2014, 15:34
Nimnrod Nimnrod ist offline
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Beiträge: 2
Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Vielen Dank für die vielen offenen Antworten.
Fühle mich jetzt nicht mehr ganz so "dumm stehengelassen", wie ich es nach meinem Frauenarztbesuch war. Jetzt kann ich bei meinem Vorgespräch gezielter Fragen stellen und danach mit einem besseren Gefühl entscheiden, wo man an mir rumschneidet
Die erste Panik und der erste Schock ist auch schon verdaut, also bleibt abwarten, den Teufel nicht an die Wand malen und die Sonne genießen, anstatt sich das "Worst-case-Szenario" auszumalen.
Bin gespannt auf Freitag Vielen, vielen Dank nochmal für die Antworten
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  #8  
Alt 17.06.2014, 15:44
Sandra43 Sandra43 ist offline
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Beiträge: 438
Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Drücke Dir die Daumen, noch ein Rat:
Schreibe Dir Deine Fragen auf und notiere Dir auch die Antworten
Und falls es irgend geht nimm jemanden mit (4Ohren hören einfach besser und 2 Menschen vergessen nicht so schnell so viel wie einer :-))

Liebe Grüße
Sandra
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  #9  
Alt 20.06.2014, 10:49
berliner-engelchen berliner-engelchen ist offline
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Beiträge: 1.981
Standard AW: Zystischer Ovarialtumor

Liebe NImrod,

für das heutige Vor-Gespräch alles Gute.

Es gibt übrigens ein neues Verfahren, von dem ich allerdings nicht weiss, ob es in Dtl. von den Ärtzen schon angewendet wird.
Falls Du wirklich einen positiven befund erhalten solltest, nach der OP,
weise Deine Ärzte doch mal auf folgenden Artikel über Molekulares Krebsprofiling hin:
http://www.wallstreet-online.de/nach...ligence-zeigen

Für mich kam diese medizinische Entwicklung leider zu spät - aber für dich könnte es im Falle des Falles interessant sein.

LG
Birgit
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