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  #46  
Alt 23.10.2014, 20:28
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo,

Viel neues gibt es nicht zu berichten. Meine Gemütslage ist ganz ok mit ein paar kleinen Ausschlägen nach unten. Am Dienstag war ich wieder zur Trauerbegleitung. War wieder gut. Am Samstag geht es mit der großen wieder zur Kindertrauergruppe.

Die Fotobücher sind gestern gekommen. Beim ersten Ansehen musste ich ziemlich schlucken. Ich weiß aber noch nicht genau, wie und wann ich sie den Kindern gebe. Vielleicht erst zu Weihnachten? Bin noch unentschlossen. Der kleine war heute früh im Auto so komisch, da hab ich ihn gefragt, ob er traurig ist. Und er sagte, ja, weil Mami nicht da ist... heute Nachmittag gab es dann noch so ein Erlebnis. Wir beide waren auf dem Friedhof und er guckt zum Himmel und sagt: "Mama im Himmel. Mami nicht da ist, meine Schuld" Oh Mann, da hatte ich erstmal zu tun. Natürlich ihn zu trösten und mit mir..

LG
Thomas
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Meine geliebte Annika *11.09.1977 22.08.2014
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  #47  
Alt 23.10.2014, 22:14
Benutzerbild von anni.
anni. anni. ist offline
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Lieber Thomas,

ich glaube deine Kinder werden dir auch in 20 Jahren noch unglaublich dankbar für die Idee mit den Fotobüchern sein. Es ist einfach eine tolle Sache, um sich an schöne sorgenfreie Zeiten zu erinnern. Und wirklich was völlig anderes, als auf dem PC digitale Bilder anzuschauen... finde ich zumindest Meistens merkt man vom Gefühl her einfach, wann der passende Zeitpunkt da ist, um so etwas zu übergeben, deshalb mach dir keinen Kopf darüber.

Kinder verarbeiten solche Sachen natürlich auch noch mal ganz anders. Als ich vorhin deinen Beitrag gelesen habe, musste ich schon schlucken. Das stelle ich mir wirklich alles andere als einfach vor. Ich bin mir aber sicher, du schaffst das. Und die Kinder auch. Ich drücke dich ganz fest!

Alles Liebe
Anni
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Mein lieber Papa (*1958):

05/2014 ED Primär inoperables Thymuskarzinom
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Wir haben die Wahrheit so gut es ging verlogen.
Es war ein Stück vom Himmel, dass es dich gibt.
Herbert Grönemeyer
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  #48  
Alt 25.10.2014, 22:58
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo zusammen,

@anni: Danke Dir. Ich werde es so machen, wie so oft in letzter Zeit. Ich höre auf mein Herz. Irgendwann wird der Moment kommen und ich werde wissen, dass es der richtige ist...

Gestern ging es mir richtig schlecht. War tief drin im Trauerloch...

Aber heut ist schon wieder Besserung in Sicht. War heute mit der Großen zur Trauergruppe und es war echt gut. Nicht nur für sie, auch für mich. Die meisten der Eltern blieben da und wir haben uns gut unterhalten. Habe schon länger festgestellt, dass "darüber" reden mir gut tut und für mich beschlossen, damit offen und kommunikativ umzugehen. Hat sich heute wieder bestätigt.

LG
Thomas
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  #49  
Alt 25.10.2014, 23:30
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Taziana Taziana ist offline
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Hey Thomas,
Ich lese von von Anfang an bei dir mit, auch schon im angehörigen Forum und deine Geschichte hat mich sehr mitgenommen.
Meine Mama ist vor kurzem verstorben und auch ich war mit meiner Tochter bei der trauerbewàltigung und beim psychologischen Dienst. Wir haben folgende Tipps bekommen:
-ein Album anlegen
Jedes mal wenn man an die Person denken muss, egal ob glücklich oder traurig wird eine Seite im Album gefüllt. Egal ob gemalt, gebastelt, Foto eingeklebt oder ein Gedicht geschrieben. Bei meiner Tochter wirkt es wunder sie macht es sehr gerne und es tut ihr sichtlich gut. Ich habe dazu so ein Hochzeitsfotoalbum gekauft, weil es einfach wertig ist und die Seiten auch dicker pappe!

-Kerze Anzünden
Meine Oma war sehr gläubig. Sie hat früher immer in der kirche eine Kerze für ihre Mutter angezündet und an sie gedacht. Ichstand oft neben ihr und habe Jesus die Füße gekitzelt... Er stand auf einem Podest, sodass ich mit 5 genau auf Augenhöhe mit seinen Zehen war. Als sie starb, ging ich in die Kirche und zündete für sie eine Kerze an, nicht weil ich so gläubig bin. Ich denke einfach es hätte ihr gefallen, es war ihre Art von Zuneigung. Heute zünde ich dort 2 Kerzen ein... 1ich und 1 meine Tochter 😊 Auxh zuhause haben wir eine Kerze, die wir anzünden, wenn wir gerade doll an meine Mama denken.

-reden,reden,reden
Es ist unglaublich traurig und bedruckend, dass der Tod des geliebten Menschen immer präsent ist... Ich wünschte manchmal, ich könnte einfach meine Trauer vergessen und alles ist wie früher... Das wünscht sich hier sicherlich jeder... Und die kleinsten haben es oft am schwersten, weil sie denken,sie könnten schuld an alles sein. Wie haben mit den Kindern viele Gespräche geführt. Meine Tochter hatte lange Albträume und "schlimme Gedanken" über die sie nicht sprechen wollte. Deshalb waren wir auch nochmal bei der psychologischen Beratung, ich habe mir einfach sorgen gemacht. Und dort sprach die auch über ihre Gedanken, mir wollte sie es nicht sagen. Sie hatte Angst, dass ich auch krank werden, und wenn sie es ausspreche könne es wahr werden. Die haben ihr die Angst sehr gut in Gesprächen nehmen können... Bei mir hat sie eher gemauert. Sie dachte, sie muss stark sein- weil ich sonst noch trauriger wäre. Solche Gedanken lösen sich nach und nach auf, wenn man den Kindern einfach zeigt, dass es in Ordnung ist wenn sie Angst haben und traurig sind. Der Gedanke ohne meine Mama zu drin, macht mir auch Angst... Und ich bin 30! Also, was deine Kinder verkraften müssen ist leider echt ein Brocken!

Was ich hier und im anderen Posting von dir gelesen habe, werdet ihr das schaffen! Du machst das toll!

Ich denke an dich und deine Kinder! Und daran, wie es ist von einer fremden Person zu lesen, die Soviele intime Dinge über einen weiß, obwohl man sie gar nicht kennt... Ist bestimmt sonderbar!

Grüße tazi!
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Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot. Der ist nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird.

Mama (Bronchialkarzinom) 05.05.1949 - 27.06.2014
Oma (Nierenzellkarzinom) 24.08.1925 - 03.01.2004
Opa (Bronchialkarzinom) 24.07.1929 - 06.10.2001
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  #50  
Alt 25.10.2014, 23:54
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo Taziana,

bei mir ist ja das Thema geregelter Schlaf gerade nicht so gut, daher bin ich jetzt noch unterwegs hier. Habe mich gefreut, dass Du mir mal wieder schreibst. Sorry, hatte das nicht mitbekommen, dass Deine Mama gestorben ist. Mein aufrichtiges Beileid dafür und...keine Worte...

Danke für Deine Vorschläge. Dazu folgendes:

Album
-> Werd ich mal ins Auge fassen. Die Große ist immer recht kreativ mit basteln und malen. Das wäre bestimmt was für sie.

Kerze anzünden
-> Am Grab habe ich immer eine Kerze für mich und eine Kerze für die Kinder stehen. Wenn die leer sind, dann tauschen wir sie aus. Bei uns ist die Kirche nur an Feiertagen geöffnet. Davon abgesehen, habe ich damit rein gar nichts am Hut...

Reden, reden, reden
-> Die Große hat mir oft gesagt, sie dachte, dass sie mich noch trauriger macht, wenn sie weint. Mittlerweile hatten wir schon viele Momente gemeinsam. Ich denke, so langsam öffnet sie sich so richtig.
-> Ich habe schon mit vielen Leuten drüber geredet. DIe Erkenntnis ist, dass die Trauer niemals weggeht, aber anders wird. Sie ist vielleicht später nicht mehr so präsent, aber immer noch da. Ma muss versuchen, sich irgendwie damit zu arrangieren.

Ob ich es schaffen werde? Mmmh, glaub schon. Obwohl es oft Momente gibt, wo ich denke, dass es niemals so weitergehen kann... so ohne Annika. Aber in guten Momenten bin ich mir ziemlich sicher, dass es klappt. Aber im Ernst: Hab ich eine Wahl? Hatte ich je eine? Es MUSS gehen... Das ist es doch, oder?

LG
Thomas
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  #51  
Alt 26.10.2014, 00:23
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Taziana Taziana ist offline
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Ach ja... Ich denke oft an dich und deine Kinder. Habe auch meinem Mann davon erzählt und ihn gesagt, wie schrecklich es wäre wenn er jetzt an Krebs sterben würde. Ich kann so nachvollziehen wie schrecklich sich das anfühlt.

Ich beiße ja schon am Tod meiner Mama... Ich halte mich dann oft mit den Gedanken über Wasser, dass es so sein muss. Eltern sterben eben, aber einen Partner zu verlieren, dass ist unbeschreiblich.

Gestern war ich einkaufen und griff nach den lieblingspralinen meiner Mama und dachte: da freut sie sich!
Und ich hatte sofort Feuchte Augen und ich wusste nicht was ich tun sollte, ich hätte so los heulen können. Ich hab mich gehasst, weil ich "vergessen" hatte, dass sie nicht mehr da ist. Ich denke jeden Tag an ihren Tod - das bestimmt mein Leben, wie kann ich dann so unüberlegt sein? Es war schrecklich. Solche Situationen sind echt eine Herausforderung. Seit 4 Monaten fehlt meine Mama jetzt. Und das wissen, dass sie nie wieder kommen wird schmerzt immer noch, ich frage mich manchmal wie andere ihr leben weiter Leben..? Ob ich vielleicht nur was falsch mache, oder verstehe? Bei dem Gedanken daran mein Leben "einfach" weiter zu Leben, werde ich so traurig. Der Gedanke, dass der Tod z Leben gehört ist für mich kein Trost und manchmal habe ich Angst zu verbittern.

Ich stand dann gestern so an der Kasse und vor mir eine 65 jährige Dame mit ihrem Mann und ihrem... Ich schätze 85/90 jährigen Vater. Sie sagte zu ihm, Papa ich hol dir was du brauchst! Und er "nein! Ich bin noch flink" ging aus der Schlange zum Kühlregal und kam mit ner Streichwurst stolz wie molli zurück!

Heute finde ich das total süß! Gestern hatte ich die am liebsten alle übern Haufen gefahren... Nicht, dass ich anderen nicht gönne, dass deren Eltern noch leben, aber ich frage mich dann... Warum musste meine Mutter mit Anfang 60 sterben, wenn andere mit 90 noch zum wurstregal flitzen und sich ne Wurst holen?? 😔 Kennst du solche Gedanken? Ich fühl mich dann nur noch schlechter als vorher, weil ich das Gefühl Habe ich gönne den anderen das nicht und ich finde das falsch.

Ja, ich kann auch nicht schlafen... Ich lese dann hier - wenn ich an sie denke... Ich lese eure Geschichten und fühle mit euch, weiß das ich nicht alleine bin mit dem Schmerz und das tut mir gut! Danke, für den Einblick in dein Leben.
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  #52  
Alt 26.10.2014, 07:58
mausi69 mausi69 ist offline
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Hallo Thomas!

Schön von dir zu lesen! Du machst das echt prima und ja du hast leider wie wir alle keine Wahl du musst jetzt dein Leben ohne Annika Leben nicht nur für dich auch für eure Kinder!

So wie es deiner kleinen geht ging es meiner erwachsenen Tochter die immerhin schon 25 Jahre jung ist!

Weinen vor mir hat sie selten gemacht und reden mit mir während des Kampfes gar nicht, weil sie Angst hatte mich noch mehr runter zu ziehen. Ich habe ihr in vielen Gesprächen zu verstehen gegeben sie soll ruhig mit mir weinen und reden kann sieund soll sie mit mir. Es wurde dann Schritt für Schritt besser!
Nur jetzt vier Monate nach dem Tod meiner Mama spricht sie selten von ihrer omi sie kann es einfach nicht noch nicht!


@Taziana mir geht's genauso wie dir, ich verdränge manchmal das meine Mama gestorben ist und erschrecke mich dann fürchterlich, wenn mir wider bewusst wird sie ist nicht mehr da und kommt nie wider. Das ist völlig normal!


Es stimmt die Trauer verändert sich, wird uns aber unser ganzes Leben begleiten!

Alles liebe zu euch zwei!

Lg mausi
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28.07.1949 - 22.06.2014

Du warst es wert so sehr geliebt zu werden!
Du bist es wert, das so viel Traurigkeit an deiner Stelle geblieben ist!



http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62514
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  #53  
Alt 28.10.2014, 12:53
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo zusammen,

Wollte mich nur mal kurz melden. Mir geht es gerade gut, fast schon zu gut. Habe oft ein schlechtes Gewissen und denke, dass ich eigentlich traurig sein müsste... Aber naja, das nächste Loch kommt bestimmt...

Hab gerade Urlaub. Die große hat Ferien und den kleinen hab ich natürlich auch zu Hause. Ist schon schön, morgens bis halb 9 mit den Kindern im Bett zu liegen...

LG
Thomas
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  #54  
Alt 28.10.2014, 13:44
DieterZ DieterZ ist offline
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Hallo Thomas,

wenn Du Dich heute mal gut fühlst, gönne es Dir, es steht Dir auch zu. Hat sich jetzt wohl ganz langsam auch Dein "Innenleben" auf eine neue Situation "gemeldet"! -

Sicher die unangenehmen Löcher und dunklen Ecken sind überall und tun sich oft überraschend schnell auf, das tun aber die hellen und lichten Augenblicke auch!!!. Der Ozean des Lebens hat eben genauso seine heftigen Wogen mit allen Auf- und Ab's wie alles andere auch!

Für einen Gedankengang wie "Warum gerade meine Frau....." hatte ich eigentlich nie einen wirklichen Platz! Bei mir war die Formulierung anders: "Es gibt zig-tausende von Kramkheiten, warum muss sie gerade diese kriegen"! Ist ein kleiner Unterschied für mich - nützt aber alles nix. Denn wenn ich denke "Warum meine Frau" muss ich sofort weiterdenken: Warum ein anderer, keiner will DIESE Krankheit haben!!!!!!!!!!!!!!!!

Thomas ich wünsche Dir weiter schöne und helle Tage - es ist Dein Weg den Du gehst und niemand's anderen!

Taziana - viel Kraft für Dich und das die Zeit Dir hilft, das es nicht mehr so sehr schmerzt!

Liebe Grüße
Dieter
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  #55  
Alt 12.11.2014, 15:21
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anni. anni. ist offline
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Lieber Thomas,

ich wollte dir mal liebe Grüße da lassen.
Ich hoffe, es geht dir und den Kindern einigermaßen gut zur Zeit!

Alles Gute
Anni
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Herbert Grönemeyer
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  #56  
Alt 14.11.2014, 14:49
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo Anni,

vielen lieben Dank für Deine Grüße. Hab ein paar Tage nicht reingeschaut, daher es eben erst gelesen.

Wie Du siehst, hab ich momentan nicht so den Drang zu schreiben. Aber dann will ich trotzdem mal kurz ein Update da lassen... Also momentan geht es mir ziemlich gut. Der Alltag klappt gut. Arbeit macht Spaß. Klar, gibt es hin und wieder Hänger, aber in letzter Zeit nichts dramatisches. Das letzte große Loch hatte ich Ende Oktober, einen Tag nach meinem letzten Posting. Ich hoffe mal, dass das heute kein schlechtes Omen ist und die gute Phase noch eine Weile hält. Das einzige, was mir momentan Sorgen macht, ist meine Mutter. Sie hatte letztens MRT, was leider nicht so gut ausfiel. Die ganze Tablettenchemo, die sie gerade hatte, hat absolut nichts gebracht. Seit Montag bekommt sie wieder ambulant alle drei Wochen eine andere Chemo. Damit, so hoffen sie, sollen die Metastasen in Leber und Bauch wieder schrumpfen und evtl. mit Brachytherapie nachbearbeitet werden.

Den Kindern geht es auch gut. Die Große macht sich sehr gut in der Schule. Und der Kleine ist lt. Erzieherin "völlig normal". Sie machen uns Freude und sorgen dafür, dass Leben in der Bude herrscht. Nicht nur für mich, auch für Schwiegereltern oder meine Eltern.

Liebe Grüße an alle!
Thomas
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Geändert von Tomislav2 (14.11.2014 um 14:53 Uhr)
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  #57  
Alt 14.11.2014, 15:38
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Monika Rasch Monika Rasch ist offline
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Lieber Thomas,
so ist es doch gut.
Wenn man noch Kinder zu versorgen hat dann hat man die Pflicht, diese
kleinen Menschen zu behüten.
Das gelingt Dir.
Weiterleben irgendwie .
Schlechte Tage darfst Du haben, und musst auch dann nicht der Strahlemann für Deine Mäuse sein.
Papa ist traurig.
Alles Andere wäre doch auch verkehrt.
Du machst das gut

Das mit deiner Mama tut mir so leid.
__________________
Mein Ehemann Georg+36jährig+1988(NHL)
Mein Liebster Joachim+42jährig+1997 (kleinzell. Bronchial Ca.)
Ich : 2002 DCIS re.Mamma, operiert, bestrahlt, AHT
Meine Schwester Heike +2011(Bronchialca)
Unsere Mama +2013(operiertes Glioblastom, Nierenversagen bei Temodal Therapie)
Meine Schwester Sandra(45),TN mamma Ca.metastasiert, +21.11.2015
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  #58  
Alt 18.11.2014, 21:41
Sandra_ Sandra_ ist offline
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Lieber Thomas,

durch Zufall bin ich auf diese Seite gekommen. Das letzte Mal war ich als Gast zu Besuch um zu stöbern als mein Mann noch gelebt hat.
Als ich Eure Geschichte gelesen habe, war es mir ein dringendes Bedürfnis mich zu registrieren....
Ich bin seit Ende März Witwe. Mein Mann ist keine 37 Jahre geworden. Wir haben fast vier Jahre gekämpft und den Kampf letzlich doch verloren. Unseren Sohn (6 Jahre) habe ich im September auch alleine eingeschult. Lieber Thomas ich kann so gut verstehen wie es in dir aussieht und wie du dich fühlst.
Eines kann ich Dir versprechen: Die Zeit heilt die tiefen Wunden.
Dennoch die Trauer begleitet uns. Wir haben sie angenommen.
Das war ein hartes Stück Arbeit. Jetzt gibt es überwiegend Momente in denen wir uns an meinen Mann erinnern ohne sofort zu weinen. Das tut uns gut...

Ich zünde mit meinem Kleinen regelmäßig eine virtuelle Kerze auf der Gedenkseite meines Mannes (gedenkseiten.de) an. Uns hilft das immer sehr, wenn es mangels Zeit mal wieder nicht für einen Besuch am Grab reicht.
Vielleicht ist das ja auch etwas für Euch.

Mein Beileid und Mitgefühl für Dich und Deine Kids.
Melde Dich gerne...
Alles Liebe

Sandra
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  #59  
Alt 21.11.2014, 11:58
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo mal wieder,

hab seit längerem mal wieder reingeschaut und mich über die Antworten gefreut.

@Monika: Danke!

@Sandra_: Auch Dir danke. Das mit der Gedenkseite hatte ich schon mal in Erwägung gezogen, aber noch nicht umgesetzt. Vielleicht macht ich das nochmal.

Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Es geht mir weiterhin ganz gut. War also kein böses Omen...

LG
Thomas
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  #60  
Alt 22.11.2014, 16:10
Tomislav2 Tomislav2 ist offline
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Hallo,

muss mich heute doch nochmal melden. Denn heute ist ein besonderer Tag. Es ist jetzt genau ein viertel Jahr her, dass Annika starb. Zeit, kurz anzuhalten und zurückzublicken.

Mmh, wie fang ich an? Momentan geht es mir gut, auch heute. Ich hoffe auch, dass sich in Zukunft nicht allzu große Löcher auftun. Wie ging es mir in den drei Monaten? Zuerst war alles wie in Trance. Die Beerdigung, die Einschulung, die Bürokratie. Alles musste erledigt und geschafft werden. Als das geschafft war, kam ein großes Loch. Ziemlich übel. Ab und an gibt es noch kleinere Löcher, aber keines so extrem wie das. Was half mir da raus? Ein wichtiger Punkt war die Arbeit. Geregelter Alltag, Struktur, dazu die netten Kollegen, mit denen ich viele gute Gespräche führte. Wo wir beim zweiten Punkt wären: Reden, reden, reden. Viele Gespräche, sei es mit der Trauerbegleiterin, mit selbst betroffenen oder oder oder. Das Forum half mir in der Zeit der Krankheit sehr und auch in der ersten Zeit der Trauer. Es half mir auch, einige nette Menschen kennzulernen, mit denen ich auch weiterhin außerhalb des Forums in Kontakt stehe. Momentan hab ich nicht so den Drang, hier oft zu schreiben. Es "zieht" mich gerade nicht so hier her. Aber ab und an schaue ich doch rein.

Und auch wenn es mir gerade gut geht, Annika fehlt an allen Ecken und Enden. Ganz oft wünsch ich mir auch unser "altes" Leben zurück von vor der Krankheit. Halt als kleine glückliche Familie. Die sich jetzt Sorgen gemacht hätte, wo es nächstes Jahr in den Urlaub hin geht. Aber gut. Es ist wie es ist. Und ich versuche, das Beste aus der Situation zu machen.

In den Erinnerungen überlagert die Zeit der Krankheit momentan noch die schönen Momente davor. Wenn ich an sie denke, habe ich oft Bilder aus dem Krankenhaus vor mir. Aber ich bin froh, dass ich den letzten Abend mit ihr verbringen durfte.

Mal schauen, was die Zukunft bringt. Auf jeden Fall wurde die Kur genehmigt. Mitte Mai geht es mit den Kindern nach Sellin auf Rügen.

Liebe Grüße
Thomas
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