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  #1  
Alt 17.10.2014, 00:42
Menimane Menimane ist offline
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Standard BSDK - Acht Monate später geht es mir sehr gut

Hallo zusammen,

ich habe vor ein paar Monaten hier reingeschaut, ziemlich viel negative Geschichten gelesen und es dann wieder nicht mehr reingeschaut.

Ich bin jetzt 46 jahre alt - als es losging war ich noch 45 Jahre.
Ich hatte (habe?) Bauchspeicheldrüsenkrebs - jaaaa, mein Schalentier, das mich (hoffentlich nur noch virtuell) für die nächsten Jahre verfolgen wird.

Entdeckt wurde es durch Zufall bei einer Routineuntersuchung meiner Hausärztin, die einen Ultraschall des Bauchs gemacht hat (ich hatte keine Beschwerden). Das war Anfang Januar. Sie telefonierte sofort mit Internisten um eine zweite Meinung zu bekommen - nächstes Ultraschall drei Tage später - "Raumforderung" im Schwanz und hinterem Corpus der Bauspeicheldrüse - MRT angeordnet. - Nachdem ich etwas rumtelefoniert habe, bekam ich einen Termin in der nächsten Woche - IPMN im Pankreasschwanz - bitte abklären, ob Karzinom oder noch gutartig. - Dann habe ich eine Woche auf einen Termin zum Abklären gewartet und bin selbst aktiv geworden und das nächste Krankenhaus, das auf Pankreaserkrankungen spezialisiert ist, kontaktiert. - Nordwestkrankenhaus in Frankfurt am Main.

Nach einer Beratung beim Professor habe ich entschlossen, dass ich so schnell wie möglich operiert werden will. Am 10.02. war die OP - Pankreaslinksresektion, Milz, Gallenblase, Blinddarm (weil schon mal entzündet) und diverse Lymphknoten wurden entfernt und eine Wucherung auf der Leber biopsiert. Das Ergebnis kam eine Woche später: In der Bauchspeicheldrüse war bereits Krebs - die Schnittkante aber sauber, alle andere Organe/Proben waren sauber. - R0M0N0
Nachdem ich wieder einigermaßen laufen konnte habe ich meine Entlassung am 23.02.2014 durchgesetzt.

Trotzdem wurde Chemo mit Gemcitabine für 6 Monate angesetzt. Sie begann im März und endete im August. - Immer einmal in der Woche Chemo 3 Wochen lang - eine Woche Pause - und wieder rein.

Die Chemo habe ich sehr gut vertragen. Am Chemotag und manchmal am nächsten Tag hatte ich Grippesymptome wie Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, aber ein oder zwei Tage später ging es wieder. Übel war es mir nie. Haare habe ich massig verloren - aber breit verteilt, so dass noch was übrig geblieben ist. - Eine Beanymütze hilft da sehr viel.

Was ich von Anfang an nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gemacht habe, war das ich fast jeden Tag spazieren gegangen bin. Erst ein paar hundert Meter am Tag und das habe ich immer wieder gesteigert.
Jetzt gehe ich - nicht jeden Tag, aber mehrmals in der Woche - so 3 - 5 Km - manchmal mehr - fahre Fahrrad, gehe Schwimmen usw. Ich bin heute körperlich fitter als in den letzten 3- 4 Jahren vor der Krankheit.

Ich habe die Krankheit auch genutzt um Dinge zu tun, die mir Spaß machen - ich habe neue Dinge über Natur und Handwerk gelernt, ausprobiert und angewendet. Es sind ein paar tolle neue selbstgemachte Dinge entstanden. Durch die Schwerbehinderung habe ich verbilligte Jahreskarten für Museen usw. bekommen und das genutzt. - Ist das geil! - Das ist eine große Bereicherung.

Ich habe Abstand zu meinem Job gefunden und mir überlegt, wie ich weitermachen will. - Seit gestern bin ich in der Wiedereingliederung - erst mal bis Ende Oktober mit 3 Stunden täglich. - Es ist gut, wieder im "normalen Leben" anzukommen, und ich will in absehbarer Zeit wieder voll arbeiten - ob da mal ein Krebs in den nicht mehr vorhandenen Teilen meiner Bauchspeicheldrüse war oder nicht - völlig wurscht. Ich will zurück in die Normalität und ich fühle mich stark und fit wie seit Jahren nicht.

Keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Es kann ja durchaus sein, dass das Schalentier wieder zurück kommt. - Aber das ist nicht jetzt! Ich mache mir Gedanken, falls es soweit sein sollte. Bis dahin genieße ich mein Leben und gehe sogar gerne zur Arbeit.

Ach ja übrigens: Meine Verdauung funktioniert - mit kleiner Unterstützung durch Enzyme (nur am Abend bei der Hauptmahlzeit) - sehr gut. Klar zwickt es mal hier und da. Aber das tut es auch bei gesunden Menschen - Zwiebeln, Kohl oder Linsen blähen halt - und dann ... sorry ... pupst man. Das ist unabhängig davon, ob die Bauchspeicheldrüse noch ganz funktioniert oder nur noch, wenn sie möchte, in Teilen.

Ich weiß jetzt zumindest, was ich tun muss, um meine schlanke Figur zu behalten - Enzyme absetzen

Soweit für heute.

Ich finde die meisten Beiträge hier einfach frustierend und wollte daher mal von meiner Erfahrung berichten.
Das Schalentier wird nicht dadurch besser, dass man wegen ihm jammert.

VG
Bärbel

Geändert von gitti2002 (22.10.2014 um 21:02 Uhr) Grund: youtube Link
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  #2  
Alt 17.10.2014, 06:52
Benutzerbild von KesGa
KesGa KesGa ist offline
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Standard AW: BSDK - Acht Monate später geht es mir sehr gut

hallo Bärbel
das machst du richtig,es freut mich für dich,dass du so eine Stärke und Lebensfreude besitzt,das Schöne nicht aus den Augen zu verlieren.Und ich drücke dir die Daumen,dass du weiterhin all das verwirklichen kannst,was du vor hast.
Ich denke,so wie jeder Mensch individuell ist,ist auch der Krebs verschieden.
Auch ich lasse mich nicht hängen,mache schon während meiner ewig dauernden Chemo tägl.Spaziergänge,war reiten(etwas,was ich schon immer mal machen wollte und in nichtsahnenden Tagen nie getan habe) und sitze oft mit den Nachbarn draussen im garten zusammen und lache mich weg.
Doch bei jedem Menschen sitzt der Krebs woanders,manche haben Metastasen und sind inoperabel,aber das weisst du bestimmt selbst.
Die Energie,die du für dich hast,kann dir niemand wegnehmen,auch keine Berichte über weniger glückliche Verläufe.Wenn ich hier schlimme Erfahrungen lese,denke ich,wieviel Glück ich hatte,dass ich noch operiert werden konnte.Und auch wenn die Chemo mich nervt,und ich meine Haare zählen kann und ich mich manchmal wie 90 fühle danach,habe ich Hoffnung.
Ich bin froh,dass jemand wie du,auch einmal etwas positives ,stärkendes mitteilt,eine die selbst betroffen ist..das vermiss ich hier am meisten.
Ich wünsche dir alles Glück der Erde und dass du stabil bleibst,dass weniger "gute" Erfahrungen von anderen bei dir statt Ängste Mitgefühl auslösen.
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  #3  
Alt 17.10.2014, 21:38
Menimane Menimane ist offline
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Hallo KesGa,

danke für Deine Antwort.
Ja, ich weiß, dass jeder Krebs anders ist und dass es Menschen gibt, die nicht mehr operiert werden können.
Es ist mir ja auch bewußt, dass er bei mir wieder kommen kann. - Ich kenne die Studien und Statistiken, will aber dafür kämpfen, dass ich bei den 8 % 5-Jahres-Überlebenden bin.

Und ich hatte in der ganzen Zeit auch Tage, an denen es mir sehr schlecht ging - gerade direkt nach der OP, als ich mich kaum bewegen konnte oder als die Schmerzpumpe ausgestellt wurde und ich in einen kalten Entzug geriet, bei dem mir niemand half. (In der Schmerzpumpe wird ein synthetisches Morphin benutzt, wie mir ein KH-Mitarbeiter bestätigte. Den kalten Entzug haben alle bis auf einen Pfleger geleugnet.)

Oder als ich ein paar Wochen später mit extremen Schmerzen im Unterbauch als Notfall eingeliefert wurde, 3 Tage lang alle zwei Stunden Galle erbrach und einfach nur litt. Meine Verdauung war damals noch nicht richtig in Gang gekommen, ich hatte was "Falsches" gegessen und noch keine Enzyme verschrieben bekommen. Die Ärzte schwankten zwischen "Darmverschluss" (laut bildgebenden Verfahren) und "kein Darmverschluss, der Bauch ist weich". Es war kein Darmverschluss, höchstens der Beginn davon und hat von selbst aufgehört. - Ich wusste, dass ich was "Falsches" gegessen hatte und dass das vorbei geht- auch wenn mir niemand glauben wollte; O-Ton: "Das liegt an ihrer Krankheit, das ist häufig. Die Leute bekommen dann Stens" (ähm, mein Krebs ist wegoperiert und es war 'ne Linksresektion also nicht "das Übliche"). Daraus habe ich die Kraft genommen, das hinzunehmen und den Mut nicht zu verlieren. - Es ging vorbei. Und auch während diesen Tagen gab es schmerzfreie Stunden, die ich dann besonders wahrgenommen und geschätzt habe. (Ach ja, interessant war auch, dass ich nach den 3 Tagen - sorry - Kotzen auch einen extremen Kaliummangel hatte und ich von einer Ärztin höre, das liege am Krebs (der zu der Zeit aber schon sicher entfernt war). Drei Tage übergeben und keine Nahrung hat den Kaliummangel ausgelöst - nicht der nicht mehr vorhandene Krebs.)
Wieder daheim habe ich mit gekochtem Haferbrei (mit Honig und Rosinen - lecker! - Ist unser Standardfrühstück im Mittelalterlager seit vielen Jahren - erkaltet auch als Wurfgeschoss zu verwenden ), Stampfkartoffeln (wegen dem Kalium) und Joghurt mit einem Kostaufbau angefangen und da ich jetzt endlich auch Enzyme verschrieben bekommen habe, hat sich nach und nach alles eingespielt.
Jetzt esse ich alles ohne Probleme. Was wäre ein Döner ohne Krautsalat oder die Indische Küche ohne Linsencurrys? )

Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, sich nicht in der Krankheit zu verlieren und nicht zuzulassen, dass sie das gesamte Leben bestimmt.
An dem blöden lateinischen Spruch: "Carpe diem" (Nutze den Tag) ist sehr viel dran. Ich denke so: Schau dir genau an, wie es dir jetzt gerade geht und wenn es OK ist, mache was, was dir Spass macht oder genieße zumindest, dass es OK ist.

Mein Papa ist vor knapp einem Jahr an Krebs gestorben - nur zwei Monate bevor das mit meiner Sache losging. Ich habe ihn Ende Oktober letzten Jahres noch einmal zuhause besucht - kurz nachdem er die Diagnose bekommen hatte, dass er außer dem seit Jahren bekannten Prostatakrebs auch einen Lungenkrebs hat, der im Körper metastasiert hat. (Mein Papa hat nie geraucht.) Ich finde es bis heute einfach nur schade und sehr, sehr traurig, dass mein Papa bei meinem Besuch vor allem geweint hat, anstatt sich darüber zu freuen, dass ich da bin und wir Zeit miteinander verbringen können. (Ich wohne ca. 130 km von meinem Herkunftsort entfernt, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen ist und ich habe kein Auto. Daher sind meine Besuche bei meinen Eltern eher selten.)

Zwei Wochen später habe ich zuletzt mit meinem Papa telefoniert. Da war er schon in der Palliativstation - ich habe ihn drei Tage später besucht. Er konnte nicht mehr reden. Und zwei Tage später war er tot. - Ich finde es soooo schade, dass er bei meinen letzten Besuch zuhause vor allem Trauer empfand und wir uns nicht richtig freuen konnten, dass wir alle (noch) am Leben sind und uns haben.

Daher ist mein Ansatz: Nutze den Tag! Schau, was heute Gutes geschieht, tue etwas, was gut und richtig ist und freue Dich daran. Morgen kann es anders sein, aber Morgen ist noch nicht da. (Man kann morgen auch von einem Auto überfahren werden - ohne dass man ein Schalentierprogramm hat.)

Liebe Grüße
Bärbel

Geändert von gitti2002 (22.10.2014 um 21:03 Uhr) Grund: youtube Link
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  #4  
Alt 17.10.2014, 21:49
SonneGb SonneGb ist offline
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Standard AW: BSDK - Acht Monate später geht es mir sehr gut

Dein Bericht ist Super, dein Schalentier kommt nie wieder, mit so guten positiven Gedanken traut es sich nicht bin mir sicher.Alles Gute weiter für Dich d.So Gisela
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  #5  
Alt 19.10.2014, 07:40
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RudiHH RudiHH ist offline
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Hallo Bärbel
Ich bin Angehöriger und schreibe deshalb dort.
Meine Frau ist auch so ein gutes Beispiel!
Ich habe durch das lesen hier damals wieder Mut gefasst und seit dem Kämpfen wir.
Bei meiner Lieben wurde der BSDK leider viel zu spät entdeckt.(Tumormarker 8400)
Aber sie Lebt noch, auch wenn ihr nur noch 2 Monate gegeben wurden.
Ihr geht es jetzt entsprechend gut und wir haben noch Zeit bekommen trotz alles Negativen Statistiken.
Wir wollen die Statistik jedenfalls ganz gehörig nach oben Korrigieren!
Danke das du hier den Menschen mit dieser schrecklich Diagnose Mut machst!
Das ist wirklich sehr wichtig.
Lieben Gruß aus Hamburg
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Rüdiger
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Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

Wir werden Kämpfen!
Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
http://krebs-infozentrum.de/index.ph...sch-Nein-BSDK/
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  #6  
Alt 20.10.2014, 00:49
Ricö Ricö ist offline
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Hi Bärbel, ich gehöre hier gar nicht her komme eher aus dem LK Bereich, aber durch einen zufall habe ich dich uns dein positives schreiben hier gelesen, ich bin begeistert wie du da so mit umgehst und bis jetzt alles so toll gemeistert hast.. ich bin mit sicher ( ich bete für dich ) das du zu den Paar % gehörst die es schaffen werden...... du bist auch noch viel zu jung um zu gehen... das mit deinem Vater tut mir leid und es ist schade das ihr noch kaum zeit für euch hattet.... da muss ich mal was erzählen, mein vater, der herr hat ihn Seelig wonte in meinem ogt aber wir sassen darum auch nicht täglich zusammen... weihnahten 95 war ich bei ihm dann hab ich ihn das ltzte mal leben gesehen gahabt im märz hatte er einen tödlichen Herzinfarkt, das hat mir auch den boden unter den füssen weg gerissen . da ich ihn ja auch 3 Monate nicht mehr gesehen hatte ,(

ok weiter zu dir ich bewundere auch deinen Elan erst ein paar 100 meter dann bis zu 5 km cool.. ich wübsche ich hätte diese kraft, aber Frauen haben in solchen Sachen einfach mehr Power..... ich wünsch dir noch mal ganz viel jahre ohne kummer und leid

lg rico
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  #7  
Alt 21.10.2014, 11:39
naku naku ist offline
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Standard AW: BSDK - Acht Monate später geht es mir sehr gut

Hallo Bärbel,

freut mich sehr für dich, dass bei dir bis jetzt alles so prima gelaufen ist und ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass das auch so bleibt.
Deine Geschichte hat mich an die meines Vaters (48 Jahre) erinnert, der im Mai 2013 die Diagnose erhielt, allerdings mit einer Metastase in der Leber. Deshalb bekam er zuerst Chemo, konnte jedoch anschließend auch operiert werden, da diese wohl ihre Wirkung zeigte. Bei ihm dann auch Ende August 2013 Pankreaslinksresektion mit allem was dazu gehört und die Metastase an der Leber weg. Danach, wie auch bei dir, wieder 6 Monate Chemo. Leider haben sie nun im September bei der Nachsorge wieder 2 Stellen an der Leber entdeckt, welche sie sofort wieder heraus operierten. Das waren wohl letzte Überbleibsel vom Primärtumor vom letzten Jahr. Jedenfalls ist dieser Mist jetzt wieder raus und wir hoffen, dass der Krebs nun endgültig keine Lust mehr hat wiederzukommen. Trotz dieses Rückschlags sind wir positiv und versuchen, jeden Moment zu genießen. Auch er hat sich, wie du, neue Hobbys gesucht, hat nach der Diagnose Sport gemacht und sehr auf seine Ernährung geachtet. Mein Papa wird auch zu den wenigen Prozent gehören, die 5 Jahre später noch leben!

Ganz viele Grüße an alle Kämpfer!
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  #8  
Alt 27.10.2014, 21:13
Menimane Menimane ist offline
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Standard AW: BSDK - Acht Monate später geht es mir sehr gut

Hallo zusammen,

ich will nur mal kurz einen Zwischenstand berichten.
Habe mir doch tatsächlich eine Erkältung zugezogen - letzte Woche - das ist die fehlende Milz. Meine Hausärztin grinste, als ich erzählte, dass ich in der Wiedereingliederung bin und meinte, dass sie schon gedacht hat, dass ich mir nach dem Wiedereinstieg in den Beruf eine Infektion zuziehen könnte. Sie hat mir Amoxi (Penicillin) verschrieben, womit ich gut zurecht gekommen bin. Kein Problem - es geht nach ein paar Tagen wieder gut. - War Freitag wieder arbeiten.

Heute hatte ich eine Nachuntersuchung mit MRT, CT und Blutentnahme. Die Ergebnisse bekomme ich am Mittwoch. - Drückt mal die Daumen. Aber ich denke, dass alles OK ist. Ich fühle mich gut und bin fit.
- Morgen geht's zur Arbeit ... ich warte auf "meine Kids" ... "meine" jungen Menschen, die ich auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen kann. - Ich weiß, dass ich da noch gebraucht werde und gute Arbeit leisten kann - und ich liebe die Arbeit mit den jungen Menschen.
Das Schalentier bekommt mich nicht mehr - oder nicht mehr so schnell! - Ich esse gerne Schalentiere (Krebse, Garnelen, Gambas, Muscheln usw.) - Da soll es erst mal kommen! (Übrigens haben wir wieder "R"-Monate - Muscheln essen! Und genießen!)

Grüße an alle Kämpfer/innen! Wir zeigen "klare Kante" und werden überleben!
Jeden Tag leben!

LG
Bärbel
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  #9  
Alt 28.10.2014, 12:30
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RudiHH RudiHH ist offline
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Danke für deinen Zwischenbericht!
Meine Liebe denkt genauso der Mist so sehen wo er bleibt bei ihr jedenfalls nicht.
Lieben Gruß aus Hamburg
__________________
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Rüdiger
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Wir werden Kämpfen!
Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
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  #10  
Alt 30.10.2014, 23:32
Anchilla Anchilla ist offline
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Hallo,

ich bin ganz neu hier und es tut gut, so positives zu lesen.

Ich selbst hatte am 29.9.14 eine Whippler-OP. Und hab dabei dann gleich mitgenommen, was kein Mensch brauch. Magen arbeitete erst mal nicht, ich brauchte eine Magensonde, weil ich immer wieder erbrach. Dann stellte man ein Abszess hinter der Leber fest. Diese Behandlung war auch nicht gerade schön.
Aber zum Glück keine sichtbaren Metastasen.

Ich bin 53 Jahre, berufstätig, aber das allerwichtigste sind meine 3 Enkel (8,5,18 Monate). Das bedeutet, dass ich noch gar keine Zeit habe, einen Abgang zu machen. Ich nehme den Kampf auf. Erst mal mit Chemo, aber auch mit Änderungen meines Lebens.

Eigentlich war ich immer gesund, erst nachdem ich im April meine Ernährung auf gesund umgestellt habe und wöchentlich 3x im Sportstudio war, wurde ich krank. Nun rauche ich nicht mehr, denke viel mehr an mich selbst, ernähre mich weiter gesund und werde auch weiter Sport machen.

Momentan sieht bei mir alles gut aus, aber ich weiß natürlich, dass der Krebs sehr oft wieder kommt. Aber ich werde nicht aufgeben und bin auch nicht bereit, meine Gedanken immer zum Krebs wandern zu lassen.

Ich WILL und WERDE leben.

Lieber Gruß

Anchilla
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  #11  
Alt 23.11.2014, 21:16
Menimane Menimane ist offline
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Huhu zusammen,

ich möchte noch mal einen Zwischenstand abgeben.

Ich bin aktuell krebsfrei (!), körperlich fitter als seit Jahren (habe Muskeln an den Beinen, wie seit meiner aktiven Volleyballerzeit (bis vor 24 Jahren) nicht mehr), fühle mich prima und werde ab morgen wieder voll arbeiten.
Ich gehe täglich zu Fuß zur Arbeit und zurück (ca. 2,5 km pro Weg) und lasse den Stress nicht an mich ran kommen.

Nach der letzten Nachuntersuchung gab es noch ein wenig Aufregung. Da war eine "Raumforderung" im Bauchfell, die die Ärzte schon seit März beobachteten - und sie wurde nach und nach immer kleiner. Trotzdem wurde sie vorletzte Woche biopsiert - Ergebnis: Fettgewebe - kein Tumor!

- Muss noch ein Überbleibsel von den 15 kg mehr sein, die ich bis Sommer 2013 auf die Waage brachte - bevor ich ein bewusstes Abspeckprogramm ansetzte - vor der Diagnose. Mein Schalentier war noch nicht so ausgeprägt, dass es mich hätte Kilos verlieren lassen, sondern ich habe die ersten 10 kg ehrlich und diszipliniert durch FDH weggehungert. Die nächsten 5 kg sind allerdings der OP, der verminderten Fettverdauung (weil ich bei den meisten Mahlzeiten keine Enzyme nehme) sowie meinem Bewegungsprogramm geschuldet. - Ich habe jetzt bei 1,72m schlanke 60 kg - in etwa so wie vor 10 Jahren und ich fühle mich verdammt gut damit.

Jetzt kann ich erst mal bis zur nächsten Nachuntersuchung zwei Monate lang ganz normal leben. Das fühlt sich verdammt gut an! "Normalität" und nicht ständig mit dem Schalentier konfrontiert zu werden, ist ausgesprochen wichtig für mich und bestimmt auch für andere Betroffene.
Ich bin von Anfang an offen mit der Sache umgegangen und habe allen in meinem Umfeld kommuniziert, was genau mit mir los war und ist und genauso auch gezeigt, dass ich kämpfe und es mir nach und nach immer besser geht. Jetzt möchte ich zeigen, dass es mir gut geht. Ich bin aktuell genauso gesund, wie die meisten anderen Leute ohne Schalentierprogramm (oder vielleicht sogar gesünder), auch wenn mir einige Organe fehlen und ich gelegentlich Unterstützung bei der Verdauung brauche. Aber das ist ein Ponyhof.

Was mich kirre (und leicht aggressiv) macht, ist, wenn z. B. jemand, der mich eigentlich täglich (auf der Arbeit) sieht, immer wieder ihren/seinen Smalltalk mit mir um das Schalentier kreisen lässt. Ja, ich weiß, wie gefährlich dieses Ding ist. (Ich hatte dieses Ding und bin informiert. Aber ich bin zur Zeit krebsfrei! Und wenn ich es nicht wäre, brauchte ich das auch nicht.) Ja, ich weiß, dass ich nochmal Glück hatte (vorerst zumindest). Das brauche ich nicht mit der gleichen Person jeden Tag zu diskutieren. - Das nächste Mal vergesse ich meine Höflichkeit und mache einen Spruch, versprochen.
Ich denke, dass das anderen Schalentierpatienten ebenso geht, deshalb sage ich das hier mal. Lasst uns doch die Normalität, solange es geht und behandelt uns nicht ständig als Kranke, wenn wir es selbst nicht möchten! Rücksichtnahme und Hilfe, wenn es durch die Krankheit Einschränkungen gibt, ist ok, aber bitte keine Bevormundung ... und bitte nicht ständig über die Krankheit jammern!

Es mag ja Menschen geben, die sich ab einem bestimmten Alter (oder altersunabhängig) nur darüber definieren, was bei ihnen zwackt und zwickt und das gerne anderen mitteilen. Aber ich glaube aus Erfahrung, dass das eher seltener Menschen sind, die wirkliche schlimme Krankheiten wie Krebs haben und diese ganzen Prozeduren über sich ergehen lassen müssen. Die meisten anderen Krebspatienten, die ich gesprochen habe, wünschen sich Gesundheit und Normalität und nicht einen ständigen Smalltalk über irgendwelche Wehwehchen sowie ihrer/seiner Krankheit. (Damit meine ich nicht Gespräche mit den vertrauten Menschen, sondern das Gelaber und den Smalltalk von Außestehenden, die manchmal nur nerven.) - Sorry, das ärgert mich bei manchen Leuten und muss ich hier mal sagen.


Lasst niemals zu, dass das Schalentier euer ganzes Leben und Denken bestimmt!

Ich hoffe, ich kann weiterhin und sehr lange positive Erfahrungen und Entwicklungen posten, um allen Betroffenen Mut zu machen und zu zeigen, dass es trotz dieses sch...aggressiven Schalentiers Lebenswillen, Lebensqualität und eine Möglichkeit auf ein normales Leben gibt.

Jeden Tag leben! Niemals aufgeben! Fight cancer!

Viele Grüße an alle Kämpfer/innen und ihre Angehörige

Menimane

Geändert von Menimane (23.11.2014 um 23:30 Uhr)
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  #12  
Alt 24.11.2014, 17:19
Hildegard H. Hildegard H. ist offline
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hallo Menimane, ich kann mich Deinen Worten in vollem Umfang anschließen.Ich bin nach einer Pankreas-CA-OP nunmehr seit 16 Jahren und 12 Tagen krebsfrei und habe auch nie einen Hehl aus meiner Krankheit gemacht;bin offen damit umgegangen und will und wollte NIE Mitleid haben. Bis auf wenige Ausnahmen haben das fast alle Leute, die um diese Vorerkrankung wußten, respektiert.
Mit meiner langen Überlebenszeit nach der OP habe ich vermutlich die Statistik etwas 'verschoben' -aber das tut mir gar nicht leid.
Mach weiter so und geh davon aus, daß du mit allem 'durch' bist!.
Liebe Grüße von Haus zu Haus
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  #13  
Alt 24.11.2014, 17:49
Benutzerbild von KesGa
KesGa KesGa ist offline
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es ist wirklich toll,das von euch zu lesen und ich wünsche euch weiterhin das Beste.
Ich bin ja noch ziemlich frisch,also am Anfang,aber selbst bei meiner Nachuntersuchung wurde nichts gefunden,jippieh.Die nächste wird erst in 5 Monaten sein.Zeit zum durchatmen und auftanken.
Habe zwar nach d.Chemo eine milde Lungenentzündung bekommen,die werden wir auch noch i.d.Griff bekommen und ich muss sagen,ich freue mich sehr über solche Erfahrungen wie die von euch beschriebenen.
Alles Gute für uns
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  #14  
Alt 28.11.2014, 00:52
Menimane Menimane ist offline
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Huhu an alle, die mitlesen

Schalentiere vernichten ist mein Auftrag.

Esst sie einfach auf. - Heute gab es bei uns Muscheln in Schalotten-Creme-Fraiche-Wein-Sud, keine Krebse, aber Muscheln sind auch Schalentiere. Lecker! Yam-yam!
Das nächste Mal gibt's Schalentiere mit Beinen und Scheren. Krebse aufessen und sich nicht vom Krebs aufessen lassen ist die Parole!

Haltet alle die Ohren steif und kämpft!

Liebe Grüße an alle Kämpfer/innen. Wir schaffen das!

VG
Bärbel
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  #15  
Alt 08.03.2015, 21:13
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Hallo zusammen,

ich möchte mich mal wieder melden.

Übermorgen sind 13 Monate nach der OP vergangen - es geht mir sehr gut.

CT/MRT sind sauber, Tumormarker zwar erhöht, aber ich lebe ganz normal, arbeite Vollzeit und bin fit wie ein Turnschuh.
Ich werde engmaschig überwacht - falls da wieder was sein sollte, sind schnell Behandlungsoptionen da.

Solange ich mich gesund und fit fühle, ist das sowieso das Wichtigste.

Lebe jeden Tag und

Fuck Cancer!

VG
Menimane
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