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  #16  
Alt 12.05.2015, 12:59
InaS InaS ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Hallo,
ich bin 21 Jahre alt und mein Vater hat Krebs. Darmkrebs mit Lebermetastasen.
Ich habe auch das Gefühl dass mich keiner so recht versteht (außer meine Mutter und Freunde meiner Mutter, mit denen ich mich auch super verstehe).
Manchmal denke ich dass meine Freunde halt einfach zu jung sind um mich zu verstehen. Ich gönne es ihnen von ganzen Herzen dass sie sich nicht mit einer schweren Krankheit oder einen Verlust eines Elternteils auseinandersetzen müssen.
Tja und wie gehe ich an bestimmten Tagen mit der Trauer um? Es ist unterschiedlich. Im Grunde würde ich behaupten, dass ich recht gut mit meiner Trauer umgehen kann. Aber gestern war ein schlimmer Tag. Ich hatte Geburtstag und meinen Vater ging es richtig schlecht. Er hat nicht seine Flüssignahrung getrunken oder über haupt was zu sich genommen. Er konnte mir noch nicht mal richtig gratulieren. Seinen Zeigefinger konnte er hochheben. Was mich dabei so traurig gemacht hat war der Gedanke: Wie er sich fühlen muss, was er für Gedanken haben muss wenn er es nicht mehr schafft seiner Tochter, die er liebt zu gratulieren? Das muss doch schlimm für ihn sein, besser gesagt weiß ich dass es schlimm für ihn ist. Und das zerbricht mir dann das Herz.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit
LG Ina
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  #17  
Alt 13.05.2015, 07:16
Rudola Rudola ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

ach kallirhoe,
ich kann dir nur sagen mich hat das Thema auch sehr "hergenommen"
meine Mama hat ebenfalls BDSK mit lebermetastasen und eine ganz schlechte Prognose
ich bin schon 40.sie ist 61. es ist auch für mich verdammt zu früh!!!
es ist immer zu früh.
meine Mama ist meine beste freundin, meine engste vertraute
sie würde und wird mir jeden tag aufs schmerzlichste fehlen
und ich kann mir noch gar nicht vorstellen wie ich ohne sie sein soll

ich kann dir all das worüber du schreibst ja so gut nachfühlen
den neid auf all die Menschen mit gesunden mamas
bei mir kommt auch noch der "neid" auf die dazu, die gesunde kleine kinder im arm halten und die ihrer gesunden mami die freude schenken können , oma sein zu dürfen. ..
nicht dass ich wirklich ein "neidiger Mensch" bin-im Gegenteil
ich gönne anderen doch ihr Glück-aber ich hätt mir doch so vieles selbst auch gewünscht. ..
:-(
ich sehe wie die welt da draußen läuft , Menschen die eis essen und sich an der sonne freuen-und fühl mich nicht mehr "zugehörig"-als wär ich in eine einsame schattenwelt voller Angst geworfen, die "da draußen" niemand "verstehen" kann...

ich hab den Muttertag so gespalten verbracht
einerseits in einer schmerz-Trance die alles in watte gepackt hat und mich wie gesagt fremd macht in dieser welt
andrerseits in tiefer dankbarkeit dass Mama noch da ist und es ihr "so gut" ging...wir konnten sogar essen gehen und (allerdings sehr schwankend) sogar ein paar schrittchen in der au spazieren gehen. ..
aber der Gedanke das nicht mehr oft haben zu dürfen dreht mir das herz um

ich liebe sie halt so sehr
und habe keine Ahnung wie damit umgehen
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  #18  
Alt 13.05.2015, 10:41
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Ylva Ylva ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Hallo,

auch ich kann euch so gut verstehen, mir geht es genau so. Nicht nur am Muttertag, sondern eigentlich fast jeden Tag.
Bei meiner Mama ist es 10 Jahre her, dass sie die Diagnose Brustkrebs bekam. 10 Jahre. Es folgte das ganze Programm. Ich war damals 17. Wollte ausziehen, irgendwie meinen Weg gehen und bin dann geblieben, weil ich nicht weg konnte, bis heute. Wir haben ein sehr enges Verhältnis und ich habe wahnsinnige Angst sie zu verlieren. Und diese Angst begleitet mich seit 10 Jahren. Ich fühle mich so zerissen, weil ich natürlich auch sehr dankbar bin, für die Zeit die wir miteinander haben dürfen, was anderen nicht vergönnt ist, ich will nicht jammern oder undankbar erscheinen aber mich begleiten die Gedanken "war das dass letzte Weihnachten", "wie oft werden wir noch Geburtstage feiern" oder "gemeinsam lachen" so oft. Ganz besonders schlimm ist es vor den Nachsorgeuntersuchungen. Oder wenn Mama was hat. Momentan hustet sie und dann läuft das Kopfkino ununterbrochen. Ende Mai stehen Untersuchungen an, wenn ich daran denke wird mir schlecht. Ich weiss, dass ich wohl mehr Abstand halten sollte und vielleicht noch dankbarer für die Zeit sein sollte, aber zum einen war ich schon immer sehr sensibel und mache mir Gedanken über alles mögliche und zum anderen ist meine Mutter halt wirklich der wichtigste Mensch in meinem Leben.
Ich habe oft Angst, diese Gedanken und Ängste auszusprechen, aufzuschreiben, weil ich weiß, dass andere sich diese Zeit, trotz dieser Ängste, sehnlichst wünschen würden und ich bin auch unendlich dankbar und weiss unser Glück zu schätzen. Das weiss ich wirklich. Es ist nur manchmal einfach nicht so leicht, diese Gedanken zu verdrängen. Und manchmal habe ich das Bedürfnis darüber zu sprechen und verstanden zu werden.

Ylva
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  #19  
Alt 13.05.2015, 20:46
LiebesHerz LiebesHerz ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Liebe Ylva,

du brauchst dich nicht deiner Ängste wegen zu schämen, nur weil ihr das Glück habt, schon 10 Jahre geschafft zu haben. Diese Ängste sind normal, menschlich und überhaupt nicht undankbar. Es ist schön dass ihr soviel zeit habt und jeder sollte sich für euch freuen und euch alles Glück der Welt wünschen dass deine Mutter wirklich geheilt ist.
Ich kenne das auch... Meine Mutter hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und dafür bisher einen wirklich guten Verlauf. Wenn ich all die schrecklichen Geschichten und schlimmen Verläufe hier lese, schäme ich mich oft wenn ich, anstatt dankbar zu sein (was ich wirklich bin!), dennoch oft eine schreckliche Angst habe. Oder dass ich mich kaum traue zu schreiben wie gut es ihr momentan geht weil es so vielen viel schlechter geht. Aber ich glaube das ist nicht richtig. Jeder hier wünscht einem nur das beste , eben weil alle wissen wie es sich anfühlt, wenn man nicht weiß wieviel zeit noch bleibt.
Ich mache mir dann immer klar, dass niemand auf der Welt weiß wieviel zeit bleiben wird. Eigentlich müsste sich jeder immer fragen "war das das
letzte Weihnachten?". Ich versuche daher die Krankheit als Gelegenheit zu sehen, dankbarer sein zu können über die zeit die man gemeinsam hat. Ich besuche meine Mutter jetzt viel häufiger, ich genieße die zeit in vollen Zügen. Hätte ich sie plötzlich durch einen Herzinfarkt oder Unfall verloren, hätte ich diese Chance nicht gehabt. Insofern "verdanke" ich der Krankheit schon etliche wunderschöne Wochenenden, bewusste Auenblicke und tolle Gespräche. Die Krankheit hat mir die Augen für die Endlichkeit geöffnet und das ist nicht nur schlecht.

Ich wünsche dir und deiner Mutter von Herzen einen weiter guten, gesunden Verlauf!!

Jana
__________________
Meine Mutter:
Pankreas-Ca ED 7/2014
verstorben am 3.11.15

Immer in meinem Herzen...
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  #20  
Alt 14.05.2015, 09:48
Christinchen79 Christinchen79 ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Habe Muttertag im Hospiz verbracht, einen tollen Kuchen gebacken. Es war das letze, was sie mit Genuss gegessen hat. Leider kann sie kaum schlucken, es wird schlimmer.
Sie ist erst 54. irgendwie bin ich am Ende meiner Kräfte. Man ist da, macht und tut, versucht kleine Freuden zu machen, verbietet sich Trauer.
Bin mit der Situation an sich ziemlich allein, kein Partner der wibeb unterstützt und ich möchte meine Freunde nicht damit belasten. Deswegen lass ich es hier mal raus ...
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  #21  
Alt 15.05.2015, 00:40
Eisfee Eisfee ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Kann dich total verstehen, meine Mutter ist 51 und vor kurzem wurde eine Lebermeta entdeckt von ursprünglich einem NN-Ca

Weiß an manchen Tagen nicht was ich tun soll, es ist sehr zermürbend einfach und die Angst riesengroß dass sie den Kampf eines Tages verliert

Heute ist es wieder ganz schlimm
__________________
Meine Mama:

Juni 2014: Nebennierenrindenkarzinom T2N0M0V1
R(0) Resektion , orale Tabletten-Therapie mit Lysodren

Februar 2015:Metastasen in Lunge und Leber

August 2015: Lokalrezidiv und multiple Lebermetastasen

am 23.10.15 ist sie ins Regenbogenland gegangen
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  #22  
Alt 15.05.2015, 01:20
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Ylva Ylva ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

@LiebesHerz
Danke, für deine so lieben und wahren Worte
ich denke, dass die krankheit einen sehr prägt und bei all dem schlimmen und negativen auch irgendwas "gutes" hinterlässt. und das ist aufjedenfall, dass "zu schätzen wissen" und dankbar sein, für die kleinen dinge, die kleinen dinge überhaupt wahrnehmen.
und trotzdem hat all das so einen üblen beigeschmack. manchmal habe ich es satt, ständig diese angst zu haben. ständig zu denken, wie oft werden wir das noch miteinander haben, kopfkino wenn sie hustet oder über rückenschmerzen klagt...natürlich sollte man sich erst verrückt machen, wenn es soweit ist...,aber manchmal überrollt es mich einfach. dann bin ich froh, wenn ich mich hier austauschen kann.

ich wünsche euch allen, und natürlich allen mamas und papas ganz viel kraft.

ylva
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  #23  
Alt 15.05.2015, 17:40
tinep tinep ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Hallo Kallirhoe,

wir hatten ja schon einmal geschrieben. ich bin länger nicht mehr ins forum, weil ich mich zu sehr rund um die Uhr mit der Krankheit beschäftigt habe und der Trauer.

bei meiner Mutter wurde Ende 2013 eierstockkrebs diagnostiziert. Hat jetzt wieder eine Chemo hinter sich. Heute das niederschmetternde Ergebnis: Lebermetastasen weiter fortgeschritten trotz chemo.

ich schäme mich jetzt das zu sagen, aber ich bin inzwischen irgendwie so abgehärtet. ich hatte eine zeit da habe ich wegen der ganzen sache nichts mehr gemacht. das einzige was noch ging war arbeiten, dazu musste ich mich jeden morgen zwingen. sogar duschen oder ein brot schmieren erscheinte mir unnötig und wertlos im angesicht dieser diagnose und der angst um meine mama.

alles hat sich angefühlt wie blei. von aufwachen bis einschlafen sind meine gedanken um nichts anderes gekreist. ich wurde sehr verbittert und wütend und wollte dieses leben, so wie es sich jetzt seit 2 jahren verändert hatte, nicht akzeptieren. dass das jetzt zu mir und meiner familie gehört, habe ich nicht angenommen.
irgendwann ging es einfach so nicht mehr weiter.

habe viel gelesen in letzter zeit und mich gedanklich damit auseinandergesetzt.
dass manche menschen solche schicksalsschläge aushalten müssen. dass der tod teil des lebens ist, dass man traurigkeit zulassen muss, aber sich nicht darin sulen darf. ich übe mich in dankbarkeit trotz allem.
ich will dem Krebs nicht die Macht geben, auch mein Leben zu zerstören. Das ist das letzte was meine Mutter will. Das lasse ich nicht zu. Diese Krankheit wird meine Seele, meine Hoffnung und meine positive Lebenseinstellung nicht auch zerfressen.

lange hatte ich das gefühl, mir "darf" es nicht gut gehen, wenn es mama nicht gut geht. jetzt denke ich, ich bin es ihr schuldig, dass ich etwas aus meinem leben mache.

ich werde schon irgendwie zurecht kommen, wenn meine mama nicht mehr da sein wird. denke ich.
ihr auch. es wird ein teil von uns sein, uns verändern, vielleicht sogar die ein oder andere gute eigenschaft mit auf den weg geben. nämlich gesundheit wertzuschätzen, einen tag in der sonne mehr zu genießen, kleine probleme nicht groß zu machen, nicht oberflächlich zu sein.

es gibt ein zitat das ich liebe:

“In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.”
— Albert Camus

vielleicht verdränge ich auch in letzter zeit alles. meine mama ist körperlich recht fit zur zeit und kann eigentlich alles machen. isst auch gut und geht viel spazieren.
vielleicht wird es auch wieder ganz anders, wenn es ihr schlechter geht. habe immer noch große angst was da kommen wird.

sehr große sorgen mache ich mir dagegen um meinen papa. schließlich verbringt er fast jeden tag 24 stunden mit ihr. ich weiß nicht was aus ihm werden wird...ich hoffe er wird es schaffen, einen neuen alltag zu finden und sich nicht aufgeben.

aber noch ist meine mama ja da. sie liegt auf dem sofa und ließt. und da lege ich mich jetzt dazu.


liebe grüße
tine (fast 27, mama 69 Jahre alt)
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  #24  
Alt 27.05.2015, 10:15
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Ylva Ylva ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Liebe tine, ich bewundere dich für die worte die du gefunden hast und deinen weg damit umzugehen!! Ich versuche es auch, Rede mir gut zu, versuche es anzunehmen wie es ist und scheitere dann doch.
Ich versuche mich abzulenken aber es fällt mir schwer. Am Freitag stehen die Nachsorge Untersuchungen an (Mammo, US, Blut etc)
Ich habe Angst.

Ylva
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  #25  
Alt 27.05.2015, 21:57
LiebesHerz LiebesHerz ist offline
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Standard AW: Muttertag - Freude und Traurigkeit

Liebe Tine,

da hast Du ganz schöne und passende Worte gefunden finde ich! Es beschreibt genau das was ich auch gerade denke. Es hilft niemandem wenn man sein Leben auch noch dem Krebs opfert. Ich habe heute nach einemBesuch bei meiner Mutter der es weiterhin sehr gut geht ebenfalls beschlossen,dass jetzt Schluss ist. Schluß mit der Angst, Schluss mit dem Pessimismus, Schluss mit dem Lauern was als nächstes schlimmes kommt. Ich habe jetzt einfach beschlossen dass schon alles gut wird. Zuversicht und Optimismus können sicher nicht heilen, aber sie schaden ganz gewiss nicht.
Ich habe es so satt, dass der Krebs mein Leben bestimmt!!!! Es reicht!

Es ging mir in der ersten zeit nach der Diagnose auch so wie dir, du hast es so passend beschrieben.. Diese bleiernde Last die sich den ganzen Tag auf einen legte.. Zu nichts mehr Energie, nichts hat mehr Freude gemacht, nichts hätte mehr einen Sinn. Es tut so gut zu lesen, dass es andere auch so erlebt haben, man fühlt sich gleich nicht mehr alleine...

Schön fand ich auch dass du geschrieben hast, dass wir schon klar kommen werden.. Ohne unsere Mamas.. Es wird schwer.. Aber es ist der Lauf des Lebens... Und die Mamas wollen dass wir glücklich sind!


Ylva, ich wünsche euch gute Ergebnisse! Bin fest überzeugt dass alles gut ist!
Ich verstehe dich... Du hast deine Mama einfach sehr lieb.. Es wird alles gut.

Drück euch!

Jana
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Meine Mutter:
Pankreas-Ca ED 7/2014
verstorben am 3.11.15

Immer in meinem Herzen...
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  #26  
Alt 25.06.2016, 16:34
Kallirhoe Kallirhoe ist offline
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Unglücklich Wenn man weiß, es geht bald ins "Forum für Hinterbliebene"...

Hallo liebe Kämper und Mitkämpfer.

Meine liebe Mama (zu junge 54 Jahre) hat jetzt 3 Jahre gegen BSDK gekämpt. Anfangs hatte man ihr ein halbes Jahr gegeben, aber sie hat insgesamt unglaubliche 56 Sitzungen an Chemos durchgehalten. Einfach eine Kämpferin!!! Ich (inzwischen 27 Jahre) war bei fast jeder einzelnen Chemo dabei und auch sonst haben wir mehr Zeit miteinander verbracht - wir haben viel geweint, aber auch viel gelacht und jetzt ist unsere Verbindung stärker als eh und je.

Vorgestern kam die niederschmetternde Enddiagnose: Leberversagen Sie hatte in den letzten Wochen zwar sichtlich abgebaut und man hatte es auch irgendwo vermutet, aber dennoch ist es ein Schock die letzten Tage quasi schwarz auf weiß angekündigt zu bekommen.

Nun sitzen wir alle beisammen - ihre Mama, ihr Mann, ihr Bruder und ihre beiden Kinder samt Partner - und verbringen gemeinsam die letzten Tage oder Stunden. Es ist so unglaublich traurig. Vor allem meine Oma, also ihre Mama, und mein Stiefvater, sprich ihr Ehemann, tun mir so unglaublich leid: Meine Oma hat vor 3 Jahren (im Jahr der Diagnose) ihren lebenslangen Mann verloren und verliert jetzt ihr Kind; mein Stiefvater liebt meine Mutter über alles und kann ohne sie einfach nicht leben. Jeden immer wieder weinen zu sehen, ist so herzzerreißend.

Ich selbst fühle mich, als wäre ich in den letzten 3 Jahren um 10 Jahre gealtert... und kann mir einfach nicht vorstellen, dass meine Mama bald einfach nicht mehr da ist...

Ich habe länger nichts mehr hier geschrieben (bin eher eine stille Leserin) und musste mir das jetzt mal von der Seele schreiben. Ich freue mich über Beiträge jeglicher Art

Kallirhoe
__________________
Meine liebe Mama (54) BSDK. Diagnose März 2013. Noch immer am Kämpfen...

Geändert von Kallirhoe (25.06.2016 um 21:19 Uhr)
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  #27  
Alt 25.06.2016, 17:15
vintage vintage ist offline
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Standard AW: Wenn man weiß, es geht bald ins "Forum für Hinterbliebene"...

Liebe kallirhoe,


was kann/soll ich sagen.... ja, es ist herzzerreissend und der krebs ist so gemein und es ist ungerecht.

deine Mama hat - mit eurer unterstützung - so viel zeit herausgeschunden...das ist unglaublich tapfer von ihr und euch allen.

eure nähe ist eure stärke.
es ist einfach ein alptraum, wenn man weiss, das man nun loslassen muss.

ich bin auch in der krankheitszeit meines mannes (5 Monate) um zehn jahre gealtert.
und auch ein jahr nach seinem tod kann ich es immer noch nicht fassen.

nimm deine gefühle wahr.
ihr habt das beste gemacht, was ging!
sie beim abschied begleiten zu dürfen ist dennoch ein grosses geschenk.
diese nähe konnte nur so entstehen. und ihr könnt auch später noch davon zehren.

viel kraft dir als tochter, deiner mama, deinem stiefvater, deiner oma, deinem onkel und seiner familie.

liebe gruesse, vintage
__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...
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  #28  
Alt 25.06.2016, 20:29
Benutzerbild von Yogi 12
Yogi 12 Yogi 12 ist offline
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Standard AW: Wenn man weiß, es geht bald ins "Forum für Hinterbliebene"...

Hallo Kallirhoe,

es war gut noch Zeit zu haben, aber "jetzt" wo es bald dem Ende zugeht ist es sehr schmerzhaft, dass du und deine Familie bald Abschied von einem geliebten Menschen nehmen müsst.
Die intensiven Gefühle in der Zeit in der du deine Mutter begleitet hast machen verwundbar aber auch achtsam.
Sie wird gespürt haben, dass du ihr neben Angst und Schmerz auch mit ganz viel Liebe begegnet bist.
Vielleicht ist das Sterben dann nicht mehr so beängstigend, man schreitet voran und es fühlt sich besser an als man es sich je vorgestellt hat?

Meinem Mann waren nach der Lungenkrebsdiagnose trotz anders lautender Prognosen nur 8 Monate Lebenszeit vergönnt und ich bedaure dass die innigen Momente der Zuneigung die wir auch hatten durch das Mehrbettzimmer in einem allgemeinen Krankenhaus und vielleicht auch durch das "nicht wahrhaben wollen", für mein Empfinden zu kurz kamen.
Obwohl ich damals sehr traurig war, dass er keine Chance auf Lebensverlängerung hatte, bin ich mittlerweile dankbar , dass mein Mann keine unnötig lange Leidenszeit hinnehmen musste.
Die Auswirkungen seiner Abwesenheit spüre ich heute, bald 2 Jahre danach - wenn auch deutlich milder - immer noch.
In dieser Zeit hat es Zeichen der Verbundenheit mit anderen gegeben, aber ich musste auch lernen mit Enttäuschungen allein fertig zu werden.

Es ist leider so, dass alles was wir lieben uns früher oder später genommen wird und dass diese unfreiwilligen Veränderungen schwer wiegen.

Ich wünsche deiner Mutter eine friedliche schmerzfreie Vollendung ihres Lebens und dir und deiner Familie ein gutes fürsorgliches Miteinander, damit die nächste schwere Zeit die dann kommt erträglicher wird.


Herzliche Grüße

Yogi
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  #29  
Alt 25.06.2016, 22:11
Cinderellarot Cinderellarot ist offline
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Beiträge: 13
Standard AW: Ich habe Angst, dass...

Hallo Kallirhoe,
ich kann das so nachvollziehen auch meine Mama liegt im Sterben,
es ist ein Schock die Hoffnung wurde genommen.
Sie ist ja auch noch Jung deine Mutti, und auch deine Oma tut mir so Leid..
Ich bin bei meiner Mama Tag und Nacht jetzt an ihrer Seite
Und fühle gar nix mehr irgendwie bin ich ein Roboter aber Nachts dann schaue ich immer ob sie noch atmet..kann kaum einschlafen..
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  #30  
Alt 26.06.2016, 00:45
veronika77 veronika77 ist offline
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Beiträge: 14
Standard AW: Ich habe Angst, dass...

Liebe Kallirhoe!
Ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst. Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du. Ich möchte dir erst einmal viel Kraft wünschen, und sei stolz auf dich, dass du so für deine Mama da gewesen bist. Der Tod ist so entgültig, dass stimmt, aber die Hoffnung auf ein "Danach" lässt mich doch hoffen. Meine Mama wohnt leider etwas weiter von mir weg, deshalb versuche ich alle 2 Wochen hinzufahren (am Anfang der Diagnose waren wir öfter dort). Bin auch täglich in Kontakt mit meinem Papa, der sie noch daheim zusammen mit einem Pflegedienst pflegt. Nehme die Momente die du noch mit deiner Mum hast auf-sie wird immer bei dir sein. Ich habe in den letzten 2.5 Monaten meine Beziehung zu meiner Mutter noch intensiviert und wir haben über vieles sprechen können, was mir jetzt auch dazu hilft, loslassen zu können, obwohl ich sie natürlich noch so lange wie möglich bei mir halten möchte. Dieses Ungewisse ist zeitweise doch sehr zermürbend. Kopf hoch...
Alles Gute und liebe Grüsse
Veronika
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