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  #1  
Alt 23.07.2015, 20:41
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Karin55 Karin55 ist offline
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Beiträge: 584
Standard CLL und Brustkrebs

Hallo,

ich schreibe hier schon länger, aber immer im Bereich Brustkrebs. Ich habe seit vielen Jahren eben diesen Krebs, der 2006 trotz guter Prognose auch noch ins Bauchfell metastasierte. Das alles wird seit nunmehr 9 Jahren durch eine "Antihormontherapie" in Schach gehalten, erstaunlich lange eigentlich.

Vor 2 Jahren bekam ich zusätzlich die Diagnose CLL, die ich nach dem ersten Schrecken nur noch verdrängen konnte, weil ich hörte, dass sie lange nicht so gefährlich sei wie met. Brustkrebs. Blutuntersuchungen haben zusätzlich ergeben, dass ich von einer absolut milden Form betroffen war. Also lebte ich bis heute in der sog. "Watch & Wait-"Situation.

Da sich die Blutwerte verschlechterten, zwar nicht dramatisch, aber gleichzeitig meine Befindlichkeit schlechter wurde und ich überall am Hals Lymphknoten hatte, entschied sich meine Ärztin, mit Bendamustin und Rituximab anzufangen.

Ich bin jetzt im 2. Zyklus und würde mich gerne mit anderen austauschen, z. B., wie sie sich fühlten unter der Behandung und vor allem auch nach den ganzen Zyklen. Momentan bin ich einfach nur platt, obwohl Bendamustin ja eigentlich gar keine so großen Nebenwirkungen haben soll.

Vielleicht meldet sich jemand, vielleicht auch jemand mit Zweitkrebs.

Karin
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  #2  
Alt 28.07.2015, 18:21
Bea65 Bea65 ist offline
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Standard AW: CLL und Brustkrebs

Hallo Karin,

mir geht es annähernd ähnlich wie dir. 09/2011 wurde bei mir Brustkrebs festgestellt, es folgten OP (links Ablatio, rechts BE) und Bestrahlungen rechts. Seitdem mache ich eine AHT mit Tamoxifen.
Im Februar 2014 dann die nächste Diagnose: AML M5a. Anders als bei dir ging es mir sehr schlecht (so wurde die AML festgestellt) und ich landete sofort im KH. 6 Monate mit 5 Zyklen Chemo stationär, zwischendurch immer mal ein, zwei Wochen zu Hause, wie das halt so läuft bei AML. Ende August war ich durch, alles bestens, bis Ende Januar 05 ein molekulares Rezidiv festgestellt wurde. Zum Glück minimal nachweisbar, und der entsprechende Marker NPM1 stieg auch nur sehr langsam. Blasten waren nicht im Blut, aber irgendwann wären sie dagewesen, daher riet man mir zur SZT. Ich war fit "wie ein Turnschuh", habe dann am 26.6.05 eine SZT bekommen und bin seit dem 23.7. wieder zu Hause. Bisher ist alles gut verlaufen und ich bin eigentlich schon wieder ganz gut auf den Beinen.
Das alles hilft dir mit deinen Fragen überhaupt nicht weiter. Aber ich fühle mich angesprochen durch die grundsätzliche Thematik "Brustkrebs und Leukämie". Mich beschäftigt natürlich die Frage, ob die Leukämie Folge der Bestrahlungen ist. Mein Onkologe meinte, die molekularen Werte gäben diesen Zusammenhang nicht her, der Doc der KMT-Station ist da anderer Meinung. Er sagt, immer wenn eine Bestrahlung oder Chemo vorausgegangen ist, kann man einen Zusammenhang nicht ausschließen. Für die Prognose wäre es natürlich schon schön, eine eindeutige Aussage zu bekommen. Wie ist das bei dir, sehen die Ärzte einen Zusammenhang? Hattest du beim BK auch nur Bestrahlungen?
Dir alles Gute und dass du die Behandlung gut verträgst! Leider kann ich da keine Erfahrungswerte beisteuern.
Lieben Gruß
Beate
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  #3  
Alt 30.07.2015, 11:48
SaraD SaraD ist offline
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Registriert seit: 18.03.2014
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Beiträge: 4
Standard AW: CLL und Brustkrebs

Liebe Karin 55

Ich möchte dir gerne schreiben, weil sich mein Vater derselben Chemotherapie im Jahr 2013 unterzog. Bei ihm wurde damals ein follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom Stadium 4, mit Befall des Knochenmarks, festgestellt. Er erhielt einige Zyklen (die genaue Anzahl weiß ich leider nicht) Bendamustin und den monoklonalen Antikörper Rituximab. Rückblickend kann ich dir sagen, dass mein Vater diese Therapie sehr, sehr gut vertragen hat. Bevor die Chemoinfusion am Port angeschlossen wurde, bekam er eine Infusion mit Zofran. Ihm war kein einziges Mal übel, er musste nie erbrechen und hatte generell einen guten körperlichen Zustand, was mich (nach einer Chemo) damals sehr verwunderte. Für zuhause erhielt er ebenfalls Zofrantabletten, falls ihm nach übel werden sollte - diese musste er aber nie anwenden! Unser Onkologe meinte damals, dass Bendamustin sehr gut verträglich ist und es nur sehr, sehr selten zu starken Nebenwirkungen kommt. Das einzige Problem, was mein Vater hatte, war, dass seine Verdauung manchmal streikte - d.h. er wurde die "Chemo-Zeit" über immer wieder von Verstopfung geplagt und musste daher öfter abführen - aber das ist nicht unbedingt erwähnenswert und fällt absolut nicht ins Gewicht. Die Blutwerte waren natürlich auch im Keller, weshalb er Neulasta spritzen musste.
Rituximab wurde von ihm auch sehr gut vertragen. Laut unserem Onkologen reagieren manche Menschen allergisch darauf - bei denen wird es dann nicht mehr angewendet. Mein Vater ist bereits am Ende seiner Erhaltungstherapie mit Rituximab angelangt - er erhielt nach dem letzten Bendamustin-Zyklus noch zwei Jahre alle zwei Monate das Rituximab - ohne gröbere Nebenwirkungen oder Folgeerscheinungen. Nach der Gabe ist er einen Tag lang ziemlich müde/groggy und schläft viel, aber das ist nicht weiter schlimm, solange es ihm gut geht. Im Großen und Ganzen hat mein Vater (gottseidank) keine schlimmen Erinnerungen an diese Therapie, weil alles ziemlich nebenwirkungsfrei ablief. Nun hoffen wir, dass das Lymphom noch lange in Remission bleibt und nicht so schnell zurück kehrt - sonst würde nämlich Hochdosis und Stammzellspende am Plan stehen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, liebe Karin 55. ich hoffe, dass ich dir mit 'unserer' Geschichte ein wenig die Angst und Sorgen nehmen konnte, sodass du den blöden Schalentier jetzt zeigen kannst, wo der Hammer hängt

Alles Liebe,
Sara
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  #4  
Alt 30.07.2015, 20:26
Bernd51 Bernd51 ist offline
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Beiträge: 167
Standard AW: CLL und Brustkrebs

Hallo Karin,

bei mir war es umgekehrt. Seit 2005 CLL und 2011 nun die erste Therapie mit
Bendamustin und Rituximab. Beim erstenmal bekam ich einen Allergieschock.
Sie haben mir dann immer vorher reichlich Cortison gegeben.Bekommen ist es mir ganz gut, ich bin dabei noch arbeiten gegangen. Nach 6 Zyklen alle Werte
im grünen Bereich, bis heute noch. Leider bekam ich kurze Zeit später ein Antikörpermangel-
syndrom. Wurde auch mit der regelmäßigen Gabe von Immoglobulin über viele Monate behandelt.
Zum Ende 2012 bekam ich dann Lungenkrebs, 2013 einen weiteren Tumor in der Lunge
( 2 verschiedene Sorten), wurde alles in 3 Operationen entfernt. Ich gelte im
Moment als knubbelfrei. Aber ich bin mir sehr sicher, das die Schwächung meines
Immunsystems durch das Antikörpermangelsyndrom bei der Entstehung des Lungenkrebses
ein Rolle gespielt hat. Die Gelehrten meinen, das es nicht unüblich ist, das CLL´er
zu einem Zweitkrebs neigen. Also immer schon aufpassen. Ich wünsche Dir alles Gute.
Lg. Bernd
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Leben heißt kämpfen.
Ruhe wirst du im Grab haben.
Seneca.
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  #5  
Alt 06.08.2015, 18:44
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Karin55 Karin55 ist offline
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Registriert seit: 16.08.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 584
Standard AW: CLL und Brustkrebs

Danke für die Antworten. So wie ich sehe, ist wirklich jeder Fall anders und man kann absolut nichts miteinander vergleichen.

Bea, so wie ich weiß, ist ja eine AML noch eine ganz andere Krankheit. Aber ich habe nach Brustkrebs auch "nur" eine Bestrahlung bekommen.

Bernd, die CLL kam wohl sicher hinterher, denn meiner Erstdiagnose BK war schon im Jahre 2000.

Mittlerweile (nach ungefähr einer Woche) fühle ich mich einigermaßen fit, was man so fit nennen kann. In eineinhalb Wochen geht es weiter mit dem 3. Zyklus. Mal sehen, ob die Nebenwirkungen wieder so krass sind.

Euch allen alles Gute.

Karin
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