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  #1  
Alt 22.09.2016, 09:44
Plenske Plenske ist offline
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Unglücklich Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Hallo ihr Lieben,
ich habe mich heute hier angemeldet, weil ich so langsam nicht mehr weiß wohin mit mir... Mein Papa bekam vor 3 Jahren die Diagnose Darmkrebs, wurde behandelt, dann wurden Metastasen in der Leber festgestellt, er wurde operiert. Die Aussichten waren nicht schlecht. Bis letzten Monat. Bei einer Nachsorgeuntersuchung stellten die Ärzte erneut Leberkrebs fest. Unheilbar. Heute bekommt er die erste Chemo - unwissend, ob das überhaupt noch hilft.

Ich (27) habe das Gefühl, dass ich irgendwas tun muss, um ihm zu helfen.
Ihm nur zur Seite stehen kann doch nicht alles sein?! Mein ganzes Leben lang war er an meiner Seite und für mich da, da muss man als Kind doch mehr tun können, als seinem Vatre beim Sterben zu zusehen? Ich informiere mich viel über Behandlungsmöglichkeiten, Sterbemöglichkeiten usw. Aber eigentlich möchte ich gar nicht an ein Leben ohne ihn denken. Wie soll das funktionieren? Wie wird es Mama ergehen? Ich probiere immer eine Stütze zu sein, weine viel, wenn ich alleine bin. Der Gedanke daran, dass er schrecklich leiden muss, zerreißt mir mein kleines Tochterherz. In der Phase, in dem es ihm schlechte rgeht, ziehe ich mich oft von Freunden zurück, weil ich Schuldgefühle habe, wenn es mir hut geht, ich lache oder Ähnliches.

Hat jemand von euch Erfahrungen? Oder "Tipps", wie man mit dem Gedanken einigermaßen gut zurecht kommen kann oder was einen "befreit"?

Danke im Voraus und liebe Grüße
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  #2  
Alt 22.09.2016, 10:01
fluturi fluturi ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Hallo Plenske,

es tut mir leid, dass du so einen schweren Weg vor dir hast. Mir geht es ganz ähnlich. Ich bin nur wenig älter als du. Mein Vater hat ebenfalls Darmkrebs. Er wurde dieses Jahr 3 mal operiert. Leider hat sich der Krebs trotz dessen weiter ausgebreitet. Nun macht er seit Juli eine Chemo, die bisher gut anschlägt. Gib die Hoffnung nicht auf! Jeder Tag ohne Schmerzen und große Nebenwirkungen ist ein gewonnener Tag für unsere Väter.

Ich bin auch oft sehr traurig und habe mich von vielen "Freunden" entfernt. Dennoch lass dir nicht die Freude und den Spaß an deinem Leben nehmen. Ein schlechtes Gewissen und eine nur noch traurige Tochter. Das würde deinem Papa sicher nicht gefallen.

Ich wünsche euch alles Gute!
__________________
Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung. - Albert Camus
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  #3  
Alt 22.09.2016, 10:06
Plenske Plenske ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Danke für deine lieben Worte.

Es macht die Situation zwar nicht besser, aber es hilft, wenn man weiß,
dass auch noch andere Personen dieses unendliche Leid ertragen müssen.

Natürlich würde ihm das nicht gefallen, wenn ich die Lebensfreude verliere,
aber das ist auch leichter gesagt, als getan. Aber das weißt du wahrscheinlich selst.

Euch natürlich auch alles erdenklich Gute - vielleicht tauschen wir uns ja nochmal aus.

Liebe Grüße
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  #4  
Alt 22.09.2016, 11:20
Knoblauchgarnele Knoblauchgarnele ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Hallo Plenske,

ja, man ist möchte als Angehöriger helfen und kann es zumindest medizinisch nicht. Das habe ich bei meiner Frau auch lange Versucht. (der ursprüngliche Tumor ist weg, aber es gibt auch Lymphknotenmetastasen deren Entfernung nichts bringen würde. Also gibt es keine "Heilung" mehr, aber "Verlängerung")
Ich kann Dir nur sagen, was ich versuche: Eine möglichst schöne Zeit mit meine Frau und unseren Kindern (6&9 Jahre) zu verbringen. Jeder leidensfreie, normale Tag ist ein Geschenk. Ich versuche so normal wie möglich zu sein und positive Energie auszustrahlen. Wir planen mehr Urlaube und Ausflüge. Leben viel bewusster. Wenn ich mal sehr traurig bin und Zeit für mich brauche, dann gehe ich allein sparzieren oder setze mich in ein Cafe.
Die Ärzt können Euch noch Zeit verschaffen. Siehe Dir mal den Bericht von Dimolaidis dazu an. Den kann ich Dir empfehlen, weil er alles schön zusammenfasst. Deinen Vater wird es wahrscheinlich auch freuen, wenn Du nicht nur trauerst. Grüße von Knoblauchgarnele.
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  #5  
Alt 22.09.2016, 11:21
Dimolaidis Dimolaidis ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Zitat:
Zitat von Plenske Beitrag anzeigen
Bis letzten Monat. Bei einer Nachsorgeuntersuchung stellten die Ärzte erneut Leberkrebs fest. Unheilbar. Heute bekommt er die erste Chemo - unwissend, ob das überhaupt noch hilft.
Leberkrebs oder Lebermetastasen vom Darmkrebs? Ist ein Unterschied bei den Behandlungsoptionen.
Mein Vater hatte Darmkrebs mit Lebermetastasen. Der Darmkrebs wurde rausoperiert, die Lebermetastasen waren so gross das sie inoperabel waren.
Er bekam dann alle möglichen Chemos, Tace und Sirt und überlebt damit fast 3,5 Jahre.

Zitat:
Zitat von Plenske Beitrag anzeigen
Ich informiere mich viel über Behandlungsmöglichkeiten
Wenn es Lebermetastasen vom Darmkrebs sind fallen mir spontan als Chemos ein:
Folfox
Xeloda (Tablettenchemo) in Kombination mit Avastin (Antikörper)
Folfiri mit Aflibercept (Antikörper)
Stivarga gibts in Deutschland scheinbar nicht mehr
Lonsurf (TAS 102)

und wenn er nicht K-Ras mutiert ist noch Panitumumab.

Dann kann man noch Chemo direkt in die Leber injizieren. Nennt sich TACE.

Und dann kann man noch kleine mit Strahlung geladene Kugeln in die Leber applizieren, ebenfalls über den Katheder. Die strahlen den Tumor kaputt und verstopfen die Versorgungswege (Blutgefäße) des Tumors. Nennt sich SIRT, Gibts nicht überall. Und wirkt auch gut bei Leberkrebs. Damit mein Vater das bekommt mussten wir das Krankenhaus wechseln.

Zitat:
Zitat von Plenske Beitrag anzeigen
Ich (27) habe das Gefühl, dass ich irgendwas tun muss, um ihm zu helfen.
Ihm nur zur Seite stehen kann doch nicht alles sein?! Mein ganzes Leben lang war er an meiner Seite und für mich da, da muss man als Kind doch mehr tun können, als seinem Vatre beim Sterben zu zusehen? Ich informiere mich viel über Behandlungsmöglichkeiten, Sterbemöglichkeiten usw.
Leider doch. Wir als Angehörige müssen ohnmächtig akzeptieren das wir hier gegen einen übermächtigen Gegner kämpfen. Und du kannst sehr sehr viel an seiner Seite machen. Du kannst ihm zeigen wie gut du zurecht kommst. Du kannst mit ihm Zeit verbringen. Geht raus, die grossen Reisen sind vielleicht nicht mehr drin. Aber Orte die ihr mochtet in der Umgebung. Probiert neue Restaurants aus wenn ihr mal essen geht. Wenn es nicht so gut geht, bestellt abwechseln Essen vom Restaurant. Schau was ihm im Leben vielleicht etwas Probleme bereitet, hilf ihm das zu ändern. Die eine Chemo hat meinem Vater Probleme beim Gehen bereitet, wir kauften ihm Nike Free, er konnte wieder laufen wie früher. Das wirkt vielleicht wie Kleinkram, aber es gibt dem Kranken Sicherheit. "Du hast ein problem? - Ich finde eine lösung! Du bist nicht allein!"

Das kann eine grosse und sehr wichtige Aufgabe sein.



Zitat:
Zitat von Plenske Beitrag anzeigen
Wie soll das funktionieren? Wie wird es Mama ergehen? Ich probiere immer eine Stütze zu sein, weine viel, wenn ich alleine bin. Der Gedanke daran, dass er schrecklich leiden muss, zerreißt mir mein kleines Tochterherz.
Es muss.
Du musst es aber aus seiner Sicht sehen, wenn er dich leiden sieht macht ihm das auch zu schaffen.
Ich habe mit meinem Vater nie direkt darüber gesprochen wann er stirbt, wie es dann sein wird. Aber er hat am Ende gesehen wie wunderbar alles lief als wir ihm den Alltag abnahmen, das keiner von uns Angst hatte. Irgendwie haben wir normal bis zum Ende gelebt und der Tod kam dann überraschend.

Zitat:
Zitat von Plenske Beitrag anzeigen
In der Phase, in dem es ihm schlechte rgeht, ziehe ich mich oft von Freunden zurück, weil ich Schuldgefühle habe, wenn es mir hut geht, ich lache oder Ähnliches.
Hmm. Stell dir mal einen Raum vor in dem Kranke und Angehörige sitzen uns alle haben Panik und weinen. Das bringt keinem was. Natürlich war ich, wenn ich alleine war traurig. Man würde alles tun und es gibt doch nichts was das Problem gänzlich löst. Nur lindert. Irgendjemand muss voran gehen. Vielleicht rufen: Der Scheiss hat uns zwar erwischt aber wir tun gemeinsam unser möglichstes. Und wenn es uns mal erwischt, dann war es halt so. Aber bis dahin geniessen wir jede einzelne Sekunde unseres lebens.

Ich habe meinen Vater die 3,5 jahre begleitet, war bei jedem Arzttermin dabei. Das Freundschaftsverhalten ändert sich. Ich habe weniger beliebige Sachen gemacht. "Etwas trinken gehen", was ich schon so oft gemacht habe? Da war ich raus. Das hat mir in der Situation nichts gegeben. Wenn ich mich mit Freunden getroffen habe, dann haben wir eher nen kleine Ausflug sonntag nachmittags gemacht. Oder neue Burgerläden ausprobiert. Eben auch etwas Mühe gemacht.

Als mein Vater die letzten Wochen das haus nicht verlassen konnte und ich an seiner Seite war kamen Freunde vorbei wenn mein Vater schlief und wir sind schnell zum Imbiss damit ich überhaupt mal raus konnte. Je nach Bedarf.

Kapsel dich nicht ab, aber es schadet vielleicht auch nicht etwas zu selektieren. Wenn du aber merkst dir tut etwas gut, dann mach das ruhig.
Dein Vater will auch das seine Tochter lebt.

Und kümmer dich nicht um Sterbemöglichkeiten. Erstmal kann man medizinisch was machen und Zeit gewinnen.
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  #6  
Alt 22.09.2016, 11:29
vintage vintage ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Zitat:
Zitat von Plenske Beitrag anzeigen
Ihm nur zur Seite stehen kann doch nicht alles sein?!
doch, das ist doch schon viel.

__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...
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  #7  
Alt 22.09.2016, 11:39
Plenske Plenske ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Ich kann eure Texte gar nicht durchlesen ohne zu weinen.

Ich muss das erstmal auf mich wirken lassen, bin aber äußerst froh darüber,
dass ihr mir Antworten gebt. Ehrlich und sachlich. Das ist viel wert, lieben Dank!
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  #8  
Alt 22.09.2016, 16:22
Safra Safra ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Hallo,

ja, der Schock ist noch frisch. Mich trifft es leider auch jedes Mal, wenn ich so eine Geschichte lese, denn es könnte auch mich betreffen...

Na, egal, als ehemalig Betroffene kann ich Dir auch sagen: Für mich war es ein sehr beruhigendes Gefühl, dass ich wusste, Kinder und Mann werden auch ohne mich klar kommen. Sie werden trauern, aber ihre Welt dreht sich weiter. Ich würde es mir schlimm vorstellen, wenn ich denken müsste: oh Gott, was werden sie nun tun, wer wird das Essen kochen, saubermachen usw., bloß als Beispiel. Alle waren da, als ich sie gebraucht habe, und alle waren traurig, mehr, als ich es damals mitbekommen habe. Aber es ging alles seinen Gang.

Dimolaidis hat das alles wieder mal wunderbar auf den Punkt gebracht. Lass es sacken! Es ist noch nicht das Ende!

Liebe Grüße! Safra
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  #9  
Alt 22.09.2016, 21:42
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Liebe Plenske, in der Behandlung von Darmkrebs hat sich in den letzten Jahren doch allerhand getan.
Leider noch nicht genügend, um allen erkrankten dauerhaft zu helfen, gerade die Therapie von Metastasen hat Fortschritte gemacht.
Ich denke, Du solltest ihn ganz direkt fragen, was er gerade benötigt. Er wird es dir nicht immer direkt sagen können.
Bleibt mit den behandelnden Ärzten in Verbindung, gegen viele Nebenwirkungen der Therapie kann man heute etwas tun.

Zitat:
Der Gedanke daran, dass er schrecklich leiden muss, zerreißt mir mein kleines Tochterherz.
Es gibt inzwischen wirksame Schmerztherapien, bitte laßt Euch zu einem entsprechenden Spezialisten überweisen.

Liebe Grüße an Dich und ein großes Kraftpaket,
Elisabethh.
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  #10  
Alt 23.09.2016, 21:20
Riesenschnuffel Riesenschnuffel ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Liebe Plenske,
erstmal schicke ich dir ein grosses Kraftpaket.
Noch lebt dein Vater, deshalb geniesse die Zeit, die euch zusammen noch bleibt.

Mein Vater ist am 1.August gestorben, ok ich bin 10 Jahre älter als du, hatte aber die gleichen Gedankengänge, als die Diagnose stand. Ein Leben ohne Papa, einfach unvorstellbar. Und was wird aus Mama, wenn er nicht mehr da ist ?

Wichtig ist, dass du da bist und ihn nach Möglichkeit begleitest. Meine Mutter erzählt mir immer wieder, dass sie dankbar ist, dass ich ihm beim letzten Atemzug die Hand gehalten habe, dass sie das alleine nicht geschafft hätte.
Ich habe auch heute noch, 1.5 Monate nach dem Tod mit Alpträumen zu kämpfen, aber ich würde es immer wieder so machen. Sei danach für deine Mama da. Bei meiner merke ich, dass es ihr guttut, wenn jemand der nahesteht da ist und sie sich ausweinen kann. Ich nehme ihr vieles ab (Papierkram, Arbeiten rund ums Haus(Dinge die sonst immer mein Papa gemacht hat) und auch sonst sind wir gut "zusammengewachsen" in den letzten Wochen und Monaten.

Das Leben ohne Vater geht-es muss ja weitergehen. Aber er fehlt an allen Ecken und Enden und das tut unheimlich weh.

LG Riesenschnuffel
(der schon wieder Tränen kullern)
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  #11  
Alt 24.09.2016, 00:03
Susi705 Susi705 ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Liebe Plenske,

ich kann deine Worte so so gut nachvollziehen, ich bin jetzt 26, mein Vater war letztes Jahr an Speiseröhrenkrebs erkrankt... auch keine tollen Aussichten, aber stand jetzt konnte er nach Behandlung und großer OP erstmal vom Krebs befreit werden.

Deine Gedanken sind wie meine, ich habe auch heute noch Angst, wenn er alle 3 Monate zur Kontrolle ist.
Eine Stütze sein ist schon ganz ganz viel, einfach da sein, im Alltag helfen. Meinem Vater fiel es nie leicht, danke zu sagen. Es tat unglaublich gut das zu hören, als ich ihn zur Chemo begleitet habe oder nach der OP jeden Tag 120km gefahren bin, um ihn zu besuchen.

Du machst schon so viel, aber ich bitte dich: Kümmer dich auch um dich. Ich habe mich genauso wie du verhalten und dadurch auch Freunde verloren - sie haben es nicht verstanden (aber dann sind sie es vielleicht auch nicht wert).

Ich glaube nicht, dass dein Papa möchte, dass du nur zuhause sitzt und weinst. Man darf auch mal mit Freunden lachen, sonst gehst du am Ende an deiner Psyche kaputt.
Schlimm, schwierig, ich kanns so gut nachempfinden.

Ganz liebe Grüße,
Susi
__________________
Mein Papa - Speiseröhrenkrebs 07/2015 - 11/2015 -> aktuell krebsfrei :-)
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  #12  
Alt 26.09.2016, 08:36
Plenske Plenske ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Ach ihr Lieben - Danke für eure Worte.

Es tut "gut" zu wissen, dass andere das selbe oder ein ähnliches Schicksal teilen und das man trotzdem weiterleben kann/ muss.

Liebe Susi705: ich hoffe sehr, dass dein Vatre krebsfrei bleibt. Ich drücke die Daumen!!! Ich werde probieren kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn es mir mal gut geht.

Danke auch an Riesenschnuffel: mir kamen bei deinem Text auch sofort die Tränen. Den Platz unserer Väter kann nun mal niemand ersetzen - ganz klar, dass er an allen Ecken und Enden fehlt. Wenn ich das so lese, bricht mein Herz schon wieder Ich wünsche dir und deiner Mama alle Kraft der Welt!

Liebe Grüße
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  #13  
Alt 26.09.2016, 15:52
Claudia90 Claudia90 ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Hallo Plenske,

es tut mir sehr leid für dich und deinen Vater.
Ich 25, habe genau das selbe momentan.
Mein Vater hat letztes Jahr die Diagnose Bauspeicheldrüsenkrebs bekommen.
Es wurde relativ früh entdeckt und konnte komplett operabel entfernt werden.
Dann zur Nachsorge direkt Chemo, da es eine der aggressivsten Krebsarten ist.
Chemo fast gut überstanden, aber zum Ende hin wurde es schlimm.
Ich fasse mich etwas kürzer- mitte des Jahres wurden wohl Metastasen in der Lunge entdeckt. Ich habe das Gefühl die Ärzte haben Ihn eh schon abgeschrieben.
Sein Zustand jetzt- seid einer Woche neue Chemo- rapide verschlechtert. Schläft nur noch, kann kaum noch essen bei sich behalten etc.
Ich fühle mich wie du. Bin verzweifelt und verstehe die Welt nicht. Ich kapsel mich auch ab. Verstehe die Menschen um mich rum nicht mehr. Habe keine zeit und keine Lust auf meine Freunde...
Ich weiß auch nicht was ich tun soll :/
Mein Vater redet nicht darüber. Und auch osnt, kann ich gar nichts tun. Er will sich auch in fast nichts helfen lassen, auch wenn es alleine eigentlich nicht mehr geht. Ich gehe Vollzeit arbeiten, das schlimmste ist für mich das er immer allein ist...
Zu meiner Mutter haben wir kaum Kontakt.

Ich weiß leider keine aufmunternden Worte für dich, denn ich wüsste keine, die mir selber helfen - und so vllt auch dir helfen-..
Außer das wird duchhalten müssen.
Ich versuche mich am Riemen zu halten. Traurig sein, kann ich wenn es soweit ist ( natürlich funktioniert dieser Vorsatz nicht immer)
Aber ich erwarte von meinem Vater das er kämpft, also werde ich das auch, ich versuche dies irgendwie zu unterstützen.
Ich bin im zwiespalt zwischen, mich Seelisch darauf vorbereiten aber nicht aufzugeben.
Ich wünsche euch noch ein Paar schöne Tage,Monate,Jahre.
Ich fühle mit dir, fühl dich gedrückt!!!

Liebste Grüße

Geändert von Claudia90 (26.09.2016 um 15:56 Uhr)
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  #14  
Alt 26.09.2016, 16:42
veronika77 veronika77 ist offline
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Standard AW: Mein Papa (58) wird sterben - wie komm ich (27) ohne Papa zurecht

Lieber Plenske!

Bei mir war es meine Mutter, die am 25.8. gestorben ist mit 65 Jahren. Auch sie hatte Darmkrebs-diagnostiziert 2009, danach war Ruhe, bis Anfang April alles wieder anfing, diesmal Metastasen in Lunge und Hirn. Was das heisst muss ich nicht sagen. Sie hat sich gegen jegliche Behandlungen entschieden, was ich anfangs nicht verstehen konnte/wollte. Jetzt im nachhinein verstehe ich sie gut. Ihr Moto war immer: Entweder ganz oder gar nicht. Sie hat sehr viel Stärke bewiesen und das hat mir auch die Kraft gegeben, dass alles mit ihr und meinem Vater und Bruder durchzustehen. Das Annehmen ist das Schwerste. Ich muss aber sagen, dass wir die Zeit ab Diagnose so intensiv wie nie verlebt haben. Wir waren uns Nahe und konnten alles miteinander besprechen. Wir sind im Reinen auseinandergegangen und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Ich bin jetzt einen Monat später natürlich noch sehr traurig darüber dass ich sie nicht mehr sehen, mit ihr sprechen kann, aber ihr Leiden hat ein Ende und sie durfte, wie sie wollte, zuhause im Beisein meines Vaters und einer Freundin friedlich einschlafen. Es ist schwer loszulassen, aber ich bin undenklich dankbar für die Zeit, wo ich meine Mama hatte und diese kann mir keiner nehmen! Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Kraft und Zuversicht. Verbringe viel Zeit mit deinem Papa und sag ihm, wie sehr du ihn lieb hast....
alles Gute für dich...

liebe Grüsse
Veronika77
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  #15  
Alt 07.10.2016, 11:54
Plenske Plenske ist offline
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Standard Chemo + Antikörper - Pickelchen und Juckreiz

Hallo ihr Lieben,

bereits 3 Mal hat mein Papa nun seine Chemo + Antikörper bekommen.
Schon nach der Zweiten bekam er Pickelchen auf der Kopfhaut und an der Stirn, nun langsam am ganzen Körper. Das soll - laut dem Arzt - wohl eine "normale" Reaktion und ein Zeichen von Wirkung sein.

Meine Frage aber nun: hat jemand von euch damit Erfahrung und einen Tipp was man gegen den Juckreiz oder die Pickelchen unternehmen kann?

Danke & liebe Grüße!!!

Plenske
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