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  #31  
Alt 17.09.2017, 22:12
rocketpocket rocketpocket ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Liebe Clea,

schön, dass ihr den Geburtstag gefeiert habt. Ich glaube, dass das ein guter Weg ist, um sich an das unfassbare zu gewöhnen. Ich kann dich so gut verstehen... Fühle dich mal ganz doll umarmt.

Liebe Grüße
rocketpocket
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  #32  
Alt 18.09.2017, 21:26
Clea Clea ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Ich drück euch zurück, die ihr das lest, ihr könnt es genauso gebrauchen.
Tut gut.
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  #33  
Alt 18.09.2017, 22:39
Wolle2 Wolle2 ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Liebe Clea.

Schön, dass Ihr zusammen den Geburtstag Deiner Mutti begangen habt. Es ist mehr eine stille Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse.
Möge dieses Gedenken für die nächste Zeit viel Kraft geben.

Mit lieben Grüßen.
Wolle2.
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  #34  
Alt 13.10.2017, 12:01
Clea Clea ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Fast ein Monat ist seit Ma´s Geburtstag vergangen.
Ich war vier Tage auf einer Fortbildung, da hatte ich abends viel Zeit,
über alles nachzudenken. Man dreht sich trotzdem im Kreis, denn die Fragen,
ob man etwas anders, besser hätte machen können, etwas verhindern können, etwas sehen müssen, es einfach hätte laufen lassen sollen, diese Fragen kann niemand beantworten.
An einem Mittag gab es Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree, Mensch, das hätte ihr geschmeckt, nur das Sauerkraut wäre ihr nicht sauer genug gewesen.
Hab ne Portion für sie mitgegessen und ich konnte mich drüber freuen.

Nun ist ihr Grab abgesackt und wir werden wohl nochmal ein paar Stunden in die Wiederherstellung hineinstecken müssen. Es ist ja komplett mit kleinen Steinchen abgedeckt. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, die Unkrautfolie nochmal abzuheben und Erde drunter zu kippen, oder ob es nicht besser ist, einfach einpaar Säcke Steinchen von oben nach zu kippen.
Was da unten vor sich geht, dass so ein Grab von heute auf morgen 10cm tiefer liegt, möchte ich mir gar icht ausmalen.
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  #35  
Alt 06.11.2017, 11:34
Clea Clea ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Mein erster Geburtstag ohne meine Ma. Ohne sie hätte ich überhaupt nie auch nur einen Geburtstag gefeiert und so habe ich viel an sie gedacht.
Das Grab ist auch wieder schön. Der Gärtner hat nochmal Erde drauf geschaufelt.
Wir müssten nur die Steine zur Seite schieben und hinterher wieder drauf.
Hört sich einfach an, ist aber Plackerei. Mein Bruder hat das ganz allein gemacht.
Er sagte, da ist jede Hand zuviel, es reichen seine beiden. Da haben wir ihn gelassen.
Vielleicht brauchte er es auch.
Den Account, mit dem ich für meine Ma die Bundesligaergebnisse tippe, hat mich an einem Spieltag verlassen, so dass ich jetzt ganz schön abgefallen bin. Das Anfängerglück ist auch nicht mehr auf meiner Seite. So muss ich zum ersten Mal mit Platz 65000 leben.
Mutti, das wäre dir nicht passiert.Schlechter als der Pistor warst du nie.
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  #36  
Alt 27.12.2017, 21:25
Clea Clea ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Heute genau vor einem Jahr fing Ma's Leidensweg an.
Es ist so unvorstellbar. Es tut so weh wie letztes Jahr.
__________________
Meine Ma
17.9.1957-19.2.2017, 59 Jahre, Lungenkrebs mit Hirnmetastasen
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  #37  
Alt 28.12.2017, 10:05
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SchneeEngel SchneeEngel ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Der Schmerz wird wohl nie vergehen.. Man lernt nur besser damit umzugehen.

Ein Mutterherz ist durch nichts auf dieser Welt zu ersetzen..♡

Drück dich ganz lieb. Du machst das alles so toll.

Lieben Gruß
SchneeEngel
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  #38  
Alt 28.12.2017, 10:54
rocketpocket rocketpocket ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Liebe Clea,

ich verstehe Dich nur zu gut. Vor genau einem Jahr hat auch bei uns die Diagnose meiner Mutter alles verändert. Eine schlimme Zeit.

Ich drück Dich mal ganz doll.

rocketpocket
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  #39  
Alt 31.12.2017, 13:06
desireh desireh ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Liebe Clea

Ich kann mir leider so gut vorstellen wie du dich fühlst.
Schon 1 Jahr, der Schmerz wird aber immer der gleiche sein.
Manchmal scheint es etwas naiv aber ich bin doch immer überrascht, wie viele an dem idiotischen Lungenkrebs leiden müssen.

Ich denke oft an dich, fühl dich gedrückt.
Dési
__________________
Mami, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs
28.8.1950-10.10.2017

Papi, Prostatakrebs
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  #40  
Alt 04.01.2018, 20:59
Clea Clea ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für eure Worte. Tut gut.
Momentan denke ich oft, heute vor einem Jahr hat sie ihre letzte Zigarette geraucht. Jetzt lag sie im OP, jetzt war sie von der Beatmung ab, jetzt hat sie ihren ersten Joghurt gegessen, jetztjetztjetzt. Ich hab das alles wieder sehr präsent. Dazu gehört leider auch wieder das Grübeln und die Schlaflosigkeit. Tagsüber bin ich sehr erschöpft.
Es fühlt sich an, als würde sich eine Depression manifestieren. Ich bin so leer.
Ich sage hier immer allen, keine Vorwürfe machen, nach vorne schauen, Krone richten, weitergehen. Und das ist ja auch alles richtig, sagt mein Kopf. Warum macht das Herz denn nicht mit?
Mein Vater hat ne Neue. Er wollte nicht allein bleiben und das kann ich auch gut verstehen. Sie ist nett. Scheint ne Art Seelenverwandschaft zu sein. Sie hat schon zwei Partner verloren und scheint dran zu knabbern. Ich gönne es beiden. Mein Bruder ist nicht so zart besaitet, der lebt längst wieder sein Leben. Und ich meins ja auch.
Ich bin Schulpflegschaftsvorsitzende geworden. Habe mich in unsere MAV wählen lassen und hab mich für unseren Spielplatz engagiert. Die Leere ist so proppenvoll aufgefüllt.
Trotzdem ist es leer.
Ohne meine Mama. Mein Mamilein. Meine Ma.
__________________
Meine Ma
17.9.1957-19.2.2017, 59 Jahre, Lungenkrebs mit Hirnmetastasen

Geändert von Clea (10.01.2018 um 17:22 Uhr)
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  #41  
Alt 05.01.2018, 10:43
Adlumia Adlumia ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Hallo, liebe Clea,

was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen.
Ich fragte und frage mich oft, müsste ich nicht weiter sein in der "Bearbeitung/Verarbeitung" meiner Trauer?
Warum scheint es manchmal so schwer sich im alltäglichen Leben irgendwie wohl zufühlen, dazugehörig, vollkommen?
Man macht, man tut, man hat seine Aufgaben - du hast viele neue übernommen.
Und du schreibst: Alles ist voll und doch leer.
Vielleicht versuchen wir diese Lücke zu stopfen, weil sie so sehr weh tut aber, ich denke, diesem Schmerz, diesem Verlust, man entkommt ihn in dem Sinne nicht, denn so oder so tritt er immer wieder ins Bewusstsein, so sehr ich auch tue und so sehr ich auch versuche vielleicht dagegen anzukämpfen, weil man sich vielleicht wieder "normal" fühlen will, es geht nicht - jetzt nicht.
Also was bleibt?
Ich denke, wir können nur lernen diese ganze Gefühlsspanne anzunehmen.
Annehmen, dass man gerade so und so fühlt, dass z.B. der Verstand jenes sagt, aber das Herz (und ist das Herz eigentlich nicht so viel weiser?) braucht seine Zeit
Alles, was ist, annehmen - das sehe ich für mich zumindest als große Herausforderung an um mit meinem Verlust umzugehen. Oft setze ich mich zur Wehr gegen so manches Gefühl und doch merke ich: Mein Widerstand verursacht noch mehr Leid, also darf es sein - das Gefühl, welches auch immer es ist...

Du hast viel Stärke in dir, gibst auch hier vielen anderen Kraft und Mut aber du darfst dir auch zugestehen, schwach zu sein. Es ist richtig, weiterzugehen und sein Leben so gut es geht zu leben aber man darf auch Innehalten, am Boden sein, Beklagen, Jammern egal was, was eben gerade Ausdruck deiner Trauer sein möchte!
Deshalb wünsche ich dir die Stärke, deine Schwäche, die Verwundbarkeit in solchen Momenten anzunehmen!

Adlumia
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  #42  
Alt 18.01.2018, 22:45
Clea Clea ist offline
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Standard AW: Ma´s Sonne ist untergegangen

Danke, Adlumia, dass du shreibst.
Ich sehe ja, dass viele mitlesen, und sie nicken sicherlich auch mit dem Kopf,
aber eine geschriebene Antwort tut gut.
Heute waren wir beim Notar. Mein Bruder und ich haben das Erbe ausgeschlagen.
Papa ist jetzt alleiniger Eigentümer des Hauses.
Dort wieder zu sitzen war dieses mal viel leichter als im letzten Sommer.
Da war alles noch so frisch.
Jetzt geht es auf unseren ersten Jahrestag zu. Ein Jahr, ich kann es noch gar nicht glauben. Der Notar ist schräg gegenüber von dem Krankenhaus, in dem wir ein und aus gegangen sind. Mein Bruder war schon da und hatte einen Kakao to go in der Hand. Den hatte er sich oben in der Cafeteria geholt, der war wirklich sehr lecker. Ob ich das getan hätte? Ich glaube nicht. Da oben, eine Etage über der Onko, wo wir so lange zu Gast waren, muss ich nicht so schnell wieder sein.
Was ich schön finde, mein Bruder plant für seinen Geburtstag eine kleine Party.
Letztes Jahr ist das alles ins Wasser gefallen, weil Ma zwei Tage zuvor gestorben war. Dieses Jahr soll ihm nichts dazwischen kommen.
Das finde ich auch für mich erstrebenswert. Er macht weiter. Ich mache zwar auch weiter, aber es fühlt sich noch so unecht an. So zwanghaft. Mach was, irgendwas, sonst übermannt es dich. Fliehe vor der Welle, bevor sie über dir hereinbricht. Meinem Bruder nehme ich das ab. Er macht Pläne, überlegt, was er zu Essen macht und freut sich auf seinen Tag. Und das soll er auch.
__________________
Meine Ma
17.9.1957-19.2.2017, 59 Jahre, Lungenkrebs mit Hirnmetastasen
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