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  #1  
Alt 16.10.2017, 23:22
Teatime Teatime ist offline
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Standard Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hallo Zusammen,

ich mittlerweile 34, aus einer Hochrisikofamilie hätte da ein paar Fragen. Mir wurde von meinen Ärzten eine prophylaktische Mastektomie angeraten. Trotz zahlreicher Krebsfälle wurde in unserer Familie kein bisher bekannter Gendefekt gefunden.

Ich zögere die Entscheidung schon eine Weile hinaus, habe bereits 2014 hier mal gepostet. Aktuell will ich es aber endlich angehen!

Mich würde interessieren wie lange man bei einer Mastektomie mit Silikonaufbau im Krankenhaus bleiben muss. Wie lange man nicht schwer heben darf und ab wann Sport wieder erlaubt ist. Und ob es möglich ist irgendwann wieder auf dem Bauch zu schlafen.

Falls jemand noch Erfahrungen zur Kostenübernahme der KK hat wäre ich auch dankbar.

Vielen Dank für eure Zeit
Viele Grüße Teatime
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  #2  
Alt 17.10.2017, 09:09
Eirene Eirene ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hallo Teatime,

Achtung Spoiler-Alarm: Meine Antwort enthält möglicherweisen Tatsachen, die du in der momentanen Situation gar nicht unbedingt lesen möchtest. Jedenfalls habe ich mir vor meiner OP immer die schönen Beiträge rausgesucht

Ich wurde im Januar 2016 positiv auf BRCA1 getestet. Im Juni 2016 habe ich dann die prophylaktische Mastektomie mit Silikonimplantaten gemacht. Ich habe in der Zeit zwischen Bekanntgabe des Ergebnisses und der OP auch viel gelesen und gesucht und bin auf Beiträge von Frauen gestoßen bei denen anscheinend alles supereasy war. Ich muss ganz ehrlich sagen, ganz so easy war es bei mir nicht. Ich denke, jeder steckt das anders weg und es läuft nicht immer gleich!

Bei mir wurden die Implantate unter dem Brustmuskel gesetzt - das heißt, der obere Teil der Implantate wird abgedeckt. Da das Drüsengewebe komplett entfernt wird, sieht man die untere Hälfte der Implantate, also leichte Falten und Dellen bei Bewegung, ist halt nichts Körpereigenes. Ich war 10 Tage im Krankenhaus, da meine Drainagen nicht aufgehört haben zu laufen. Meine Brustwarzen, die ich auf jeden Fall behalten wollte, waren nach der OP extrem beleidigt. Jeweils das untere Drittel auf beiden Seiten sah aus, als würden sie es nicht packen. Im Dezember 2016 hatte ich immer noch offene Stellen und heute hat sich starkes Narbengewebe entwickelt, das nicht wirklich nach Brustwarze aussieht.

Insgesamt war ich 6 Wochen nach der OP krankgeschrieben. Durch die verzögerte Wundheilung konnte ich erst recht spät mit Physiotherapie beginnen, bzw. lange keine richtigen Dehnübungen machen, da die Wunden dann immer wieder aufgegangen sind. Dadurch waren Schulter und Arme ziemlich eingerostet. Es hat bestimmt ein halbes Jahr gedauert, bis ich wieder einigermaßen Kraft hatte. Beim Sport kommt es etwas darauf an, welchen Sport du meinst. Ich bin nach etwa 6 Wochen das erste mal wieder auf unser Kardiofitnessgerät geklettert. Da kann man wunderbar einstellen, wie stark man sich verausgaben möchte und die Arme schön wieder in Schwung bringen. Dieses Jahr im April haben wir zuhause fleißig renoviert inklusive Möbel rücken, Wände streichen usw. und es hat ganz gut geklappt. Mein Problem beim Sport ist, dass man immer spürt, wie der Brustmuskel sich bewegt und das Implantat mitgeht und das ist schon merkwürdig.

Auf dem Bauch schlafe ich eigentlich gar nicht mehr, weil ich es als unangenehm empfinde, wenn die Implantate drücken. Aber ich kann inzwischen super auf der Seite und dem Rücken liegen, obwohl ich zuvor ein absoluter Bauchschläfer war. Es ist sogar besser für meinen Nacken. Für Sportübungen auf dem Bauch lege ich ein Kissen unter, das klappt wunderbar.

Mein Fazit ist, dass mir die OP auf jeden Fall viel Angst und Panik genommen hat. Ich würde nicht sagen, dass heute alles wunderbar ist, da das Körpergefühl ein anderes ist und das schon eine gewisse Gewöhnung braucht, die bei jedem unterschiedlich lange dauert. Aber das MRT hat ergeben, dass es kein Restdrüsengewebe mehr gibt und außer 1x im Jahr Ultraschall muss ich nichts mehr machen, das gibt mir auf der anderen Seite sehr viel Lebensqualität zurück. Natürlich ist mir klar, dass es keine Garantie gibt, aber ich würde die Entscheidung jederzeit wieder so treffen!

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass du für dich deine Entscheidung triffst und dahinter stehst. Hätte, wäre, wenn hilft danach gar nichts, das macht nur schwach.

Viele Grüße und einen sonnigen Herbsttag!

Eirene

Geändert von Eirene (17.10.2017 um 09:17 Uhr)
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  #3  
Alt 17.10.2017, 09:44
hierfalsch hierfalsch ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hallo teatime,

Ich habe meine Brüste noch, kann Dir daher nichts raten, aber ich habe eine FRAGE: Und zwar hat man mir (Hochrisikofamilie kein Gendefekt) die Mastektomie, die ICH wollte ausgeredet.
Meinst Du, Du könntest etwas genauer erzählen, wie die Situation ist und welche Ärzte Dir dazu geraten haben? (Bei mir war das Brustzentrum Köln für familiären Brust und Eierstock krebs letztlich ausschlaggebend für "Brüste behalten")
Vielen Dank und alles gute.
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  #4  
Alt 17.10.2017, 16:38
Benutzerbild von Hertzhaus
Hertzhaus Hertzhaus ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hallo Teatime, ich hatte 2012 eine beidseitige prophylaktische Mastektomie wegen hoher familiärer Belastung und BRCA 2-Mutation mit anschließender Rekonstruktion mittels Implantaten.... und sollte 6 Wochen nach der OP wieder arbeitsfähig sein. Der Eingriff ist dermaßen daneben gegangen, dass ich nie wieder arbeiten konnte und heute Erwerbsminderungsrente beziehe. Ich hatte mehrere Folgeoperationen, die keine Besserung brachten. Zuletzt wurden die Implantate ohne weiteren Aufbau im Dezember 2015 entfernt. Mir blieben starke chronische Schmerzen durch schwere Adhäsionen. An Sport ist bis heute kaum zu denken...

Ich schreibe das, weil ich damals ohne Zweifel war, meinem Chirurgen blind vertraut habe, mir niemand gesagt hat, wie fatal eine Mastektomie auch ausgehen kann. Den Hinweis auf eine Komplikationsrate von 2 bis 3 % habe ich geflissentlich überhört und nur die positiven Berichte bewusst wahrgenommen.

Der Eingriff ist kein Spaziergang und er sollte sehr gut überlegt sein. Aber auch dann wirst du erst HINTERHER wissen, ob es die richtige Entscheidung war. Zum einen war es für MICH (bedingt) der falsche Weg, aber andere Frauen sind eben durchaus sehr gut damit gefahren... Zum anderen wurden erst unter der Mastektomie multifokale Tumoren bei mir gefunden, die vorher nicht diagnostiziert waren. Glück im Unglück?

Ich wünsche dir, dass das Glück ganz auf deiner Seite ist
__________________

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Geändert von Hertzhaus (17.10.2017 um 20:59 Uhr)
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  #5  
Alt 18.10.2017, 06:20
dharma1 dharma1 ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Liebe Teatime!
Mich würde auch brennend interessieren, wie deine Situation hinsichtlich der familiären Vorbelastung ist, wenn dir eine prophylaktische Operation empfohlen wurde.
Ich, 39, komme aus Österreich und stamme ebenfalls aus einer Hochrisikofamilie (Großmutter Eierstockkrebs, Mutter 2x Brustkrebs 2001 und 2012 hormonpositiv und jetzt ist aktuell im März 2017 meine Schwester mit 45 Jahren an triple negativen Brustkrebs erkrankt), die Gendiagnostik war jedoch negativ, dh kein (derzeit bekannter) Gendefekt vorhanden.
Ich habe den Humangenetiker ersucht, eine schriftliche Stellungnahme zu erstellen, in dem die Hochrisikosituation bestätigt und zumindest intensive Früherkennungsuntersuchungen empfohlen werde. Zu prophylaktischen Operationen befragt hat er gemeint, dass dies schwer wäre, wenn man "jedoch einen Chirurgen finden würde, der dies machen würde, dann würden auch die Krankenkassen mitziehen".

Der plastische Chirurg, der meine Mutter operiert hat, hat gemeint, "dass eine OP bei einem vorhandenen Gendefekt kein Problem wäre, aber bei einer nur Hochrisikosituation ohne nachgewiesenen Gendefekt, täte er sich jedoch sehr, sehr schwer". Außerdem erkranke ja nur jede 8. Frau an Brustkrebs.
Ich habe ihm dann gesagt, dass wir in unserer Familie aufgrund der Vielzahl der Erkankungen seit meiner Großmutter eine Trefferquote von 100% haben, was die Krebserkrankungen anbelangt, dh jede Frau in unserer Familie ist an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt. Er hat aber empfohlen die intensivierte Vorsorge an einem dafür spezialisten Institut durchführen zu lassen.

Die Aussage, dass nur jede 8. Frau erkrankt, hilft mir daher nicht wirklich weiter, weil man in unserer Familie "die 7 gesunden Frauen" ja erst einmal suchen und finden müsste.

Für mich ist diese Situation wirklich belastend, denn einerseits wird man von den Familienangehörigen (die ja alle bereits erkrankt waren bzw sind) und den Ärzten als "überängstlich dargestellt und es würden ja die intensivierten Früherkennungsuntersuchungen ausreichen, ich soll froh sein, dass kein Gendefekt gefunden wurde und man solle positiv denken, usw, usf", andererseits beschäftigt mich dieses Thema aber tagtäglich.
Bei meiner Schwester lag zwischen den beiden MRT´s gerade mal ein Zeitraum von 5 Monaten (November 2016 im März 2017 wurde dann der Knoten entdeckt).
Für mich ist es daher eher die Frage "wann ich erkranke" und nicht "ob ich erkranke".

Ich wäre daher für Informationen dankbar, wie man eventuell doch als "nur Hochrisikopatient ohne Genmution" an eine prophylaktische OP gelangt, damit ich Argumente für mein Vorhaben in der Hand habe.
Vielen Dank, dharma1
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  #6  
Alt 20.10.2017, 09:22
Myianna Myianna ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hey ho!
Also ich kann fast nur positives erzählen...
Ich bin 30 Jahre jung und bin mit Ende 28 an BK erkrankt! Hormonbedingt und schnellwachsend der blöde Scheisser...
Meine Mutter ist enenfalls an BK erkrankt... gleicher Tumor... gleiche Seite.... Befund der Genanalyse: negativ!
Ein auffüllen mit Eigenfett kam bei mir nicht in Frage also Implantat!
Ich war direkt sicher das ich wenn direkt beide Seiten machen lassen möchte! Das hab ich bei der KK auch durch bekommen!
Bei mir war unsicher ob ich die Brustwarze behalten kann oder nicht aber sie konnte schlussendlich bleiben!
Ich habe 2 wochen im Krankenhaus gelegen, da sich die betroffene Seite etwas entzündet hatte! Ging aber mit einem Antibiotikum gut in den Griff...
Danach dann mit den Redonks nach Hause... selber gewechselt... alles super!
Es ist am Anfang eine umstellung (besonders mit dem BH... musste ich ein halbes Jahr tragen) aber ich bin von vornherein sehr positiv da dran gegangen! Nicht heben war lange bei mir aber ich hab mich fein dran gehalten und somit lief die Heilung sehr gut!
Ich bin übrigens nicht als Anschlussheilbehandlung in Reha gefahren, da ich ja nichts hätte machen dürfen! Habe mir noch nen Monat zuhause gegönnt! Das war top richtig... somit konnte ich in der Reha wieder Sport machen und körperlich wieder super aufbauen... ich war nämlich so fit wie ein Waschlappen!
Auf dem Bauch hab ich früher schon schlecht schlafen können - von daher fehlt es mir nicht wirklich!
Man sieht die Bewegung vom Brustmuskel... das Silikon liegt bei mir ebenfalls drunter!
Aber um ehrlich zu sein stört mich das nicht! Ich freue mich eher das ich noch beide Brüste mit Brustwarzen habe, ebenso wie das mein Körper die Dinger (bis jetzt) super angenommen hat! Sowas sind für mich kleine Makel die dazu gehören... es ändert sich durch die Diagnose BK eh alles... das gehört jetzt für mich einfach dazu!

Hatte mich vorab in der Zeit vor der OP aber schon mental von meinen Brüsten verabschiedet
Stand ich vorm Spiegel und hab mich immer wieder verabschiedet... man wird ja auch leicht Banane :P

Aber wie du liest bin ich zufrieden!
Lg Myianna

Ach ja:
Mein Arzt war ebenfalls nicht begeistert über die Entscheidung beide Seiten operieren zu lassen, aber er hat es akzeptiert weil er aufgrund der Erkrankung meiner Mutter sehr wohl wusste was in meinem Kopf abgeht!
Und somit hat er sich für mich bei der Krankenkasse stark gemacht und mir einen Ärztebrief mit Darstellung und seiner ärztlichen Sicht mitgegeben!
Ich war in einem Brustzentrum!
Krankenkasse ist bei mir die Barmer. Die haben das sofort für mich durchgewunken!

Ich kann euch alle super verstehen und bin maßlos enttäuscht von euren Ärzten!
Vielleicht solltet ihr euch noch mal umschauen was es sonst noch für Ärzte in der Umgebung gibt!

Lg
Myianna

Geändert von gitti2002 (21.10.2017 um 01:03 Uhr) Grund: Beiträge zusammengeführt
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  #7  
Alt 24.10.2017, 00:00
Teatime Teatime ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hallo Mädels,

entschuldigt bitte meine späte Antwort. Danke das ihr euch alle Zeit genommen habt mir zu schreiben.

Ich antworte euch mal der Reihenfolge nach:

@Eirene: Ich glaube es ist normal, dass man sich nur die guten und alles easy Beiträge durchliest und hofft das alles gut geht. Ich bin aber auch so, dass ich lesen und sehen will wie es ist wenn alles schief läuft. Meine Mutter wurde 10x operiert weil viel schief lief. Ich hab Angst vor der Op aber noch mehr Angst vor der Krankheit. Die Entscheidung fällt mir wahnsinnig schwer und ich hoffe ich kann dazu dann stehen, wie du schreibst und bereue es nicht! Danke

@hierfalsch: Hallo also meine Situation ist folgende. Meine Mutter und Oma sind/waren an Brustkrebs erkrankt und fast alle Frauen mütterlicherseits. Einschließlich Cousinen usw. wir haben einen großen Stammbaum kranker Menschen. Ich selbst bin alle 6 Monate zur Kontrolle. Hatte bisher zwei Stanzen und ein Fibroadenom 4,5 cm wurde entfernt. Aktuell mehrere auffällige Bereiche Zysten und eine längliche Verkalkung. Ich habe bei sechs Ärzten Meinungen eingeholt. Eine Ärztin war dagegen die anderen fünf haben meine Angst verstanden. Die letzte Ärztin hat mir gesagt bei dem Stammbaum gibts quasi nichts mehr zu überlegen. Ich war übrigens in zwei verschiedenen Brustzentren. Falls du noch Fragen hast dann versuche ich dir zu helfen. Mich würde interessieren warum und mit welchen Argumenten sie dich überzeugt haben es nicht zu tun. Danke

@Hertzhaus: Was soll man da sagen! Ein Drama das du erlebt hast und ja tatsächlich Glück im Unglück. Es ist mit Sicherheit nicht das was man lesen will wenn man vor dieser Entscheidung steht aber ich finde es sind diese Geschichten die man lesen sollte. Wer weiß was bei mir passiert. Wie es ausgeht. Wie ich danach über alles denke. Aber dank deiner Antwort sehe ich es jetzt mit Sicherheit noch realistischer! Danke

@dharma1: Genau das sage ich auch immer. Nicht ob sondern wann ich erkranke. Für mich steht gefühlt schon fest, dass es mich irgendwann erwischt. Warum sollte es ausgerechnet bei mir gut gehen? Bist du in einem Brustzentrum? Ob ich an eine prophylaktische Op komme weiß ich auch noch nicht. Ich warte noch auf das Attest meiner Ärztin um es überhaupt einreichen zu können. Aber ich kann dich gerne auf dem Laufenden halten. Auch würde ich mir an deiner Stelle noch Meinungen von anderen Ärzten anhören. Nicht alle sind auf dem aktuellen Stand oder schneiden in gesundes Fleisch! Danke

@Myianna: Warst du in der Früherkennung oder wie hast du bemerkt das was nicht stimmt? Danke das du so ausführlich geschrieben hast. Ich bin auch schon die ganze Zeit am Verabschieden. Irgendwie eine Hassliebe, man will sie loswerden und dann wieder doch nicht. Für Außenstehende ist das ganze eh total Crazy.
Meine Krankenkasse weiß noch nichts von unseren Plänen. Eine blöde Situation, da man null einschätzen kann wie sie entscheiden. Ich hoffe für alle ohne Genmutation, dass sie die Leitlinien bald ändern. Danke
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  #8  
Alt 24.10.2017, 08:21
Eirene Eirene ist offline
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Hallo Teatime,

es gibt einen Artikel aus der Ärztezeitung zum Thema Mastektomie präventiv nur bei Mutation. Da geht es um ein aktuelles Gerichtsurteil von August diesen Jahres: https://www.aerztezeitung.de/politik...-mutation.html

Ich denke für das Attest ist es wichtig, dieses Urteil zu kennen (vermutlich kennen es die Ärzte sowieso, aber sicher ist sicher ) um richtig argumentieren zu können. Auch wenn es leider nicht gerade zu deinem Vorteil gefällt wurde...

Da bin ich inzwischen ja schon fast froh, dass es bei mir so eindeutig war. Diese Ungewissheit muss wirklich schlimm sein!

Ich drücke dir die Daumen, dass die Krankenkasse mitspielt und du die OP bezahlt bekommst, solltest du dich tatsächlich dafür entscheiden.

Viele Grüße und einen schönen Tag!

Eirene

Geändert von gitti2002 (24.10.2017 um 23:55 Uhr) Grund: Link eingefügt
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  #9  
Alt 24.10.2017, 09:00
hierfalsch hierfalsch ist offline
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Hallo teatime,

Warum ich es gelassen habe? *Puh* also, ich will Dir da echt nicht reinreden, ja? Aber da Du schreibst, Du willst alles wissen:

Also ich war wie gesagt in Köln. Ich wollte nach meiner Krebsdiagnose die doppelte Mastektomie - Gendefekt oder kein Gendefekt. Die Humangenetikerin dort sagte, es SEI auch möglich Brustkrebs ohne Brüste zu bekommen "Man kann halt nicht jede Zelle entfernen"" und zeigte mir die Zahlen.

Es hat wohl mal einen Versuch mit freiwilligen Hochrisikopatientinnen ohne Gendefekt gegeben. 100 Frauen (also viel zu wenige um statistisch relevant zu sein, aber halt doch genug, dass es MICH beeindruckt hat...) ohne Gendefekt bekamen eine hautsparende doppelte Mastektomie. Die Neuerkrankungsquote DIESER 100 Frauen entsprach EXAKT dem statistischen Neuerkrankungsrisiko OHNE Mastektomie. "Wenn es nicht an der Brustdrüse liegt, hilft es nicht diese zu entfernen"...

Als sie mir DAS erklärt hatte. Und ich DAS kapiert hatte -
DA habe ich es gelassen.

Ich habe geheult und mich scheußlich gefühlt. Ausgeliefert und dazu verflucht jetzt einen Brustkrebs nach dem anderen zu bekommen, bis zum Tod... aber ich habe halt gedacht, dass es bei DEN Zahlen ja sinnvoller wäre prophylaktisch den Blinddarm zu entnehmen oder sonst was... Für 0% statistische Chance meinen Chemo-geschwächten Körper durch Stress mit Krankenkasse und eine große OP treiben???
Schließlich will ich doch nicht auf Biegen und Brechen BRUSTKREBS vermeiden, dass wir schon bei 0% Verzweiflungstaten sind???!!!. Ich will doch eigentlich nicht STERBEN. Und es gibt sooooo viele Dinge, die das statistische Risiko WIRKLICH senken... z.B. wollte ich demnächst mal eine Koloskopie machen lassen zur Darmkrebsvorsorge. Z.B. Sport, Stress reduzieren, Psyche behandeln, gesunde Ernährung... Alles statistisch gesehen relevant!!!! Alles "könnte schlechter könnte aber auch besser sein" bei mir...

Neulich habe ich einen Artikel gelesen, dass in Amerika viele viele Frauen aus Angst - gegen die Statistik - die Brüste abnehmen lassen. Dieser Artikel sprach davon, dass man letztlich die Psyche operiere und die Frauen sich dann sicherer "fühlten", denn bisher seien keine Erfolge zu sehen...
Der Operateur einer Bekannten hat auf die Frage nach Mastektomie mit "Wir operieren hier Krebs und keine Angst" geantwortet. Und für den Krebs sei die brusterhaltende OP die richtige Wahl...

Ich würde besser schlafen, wenn ich glauben würde, dass es BEI MIR so einfach ist: Brüste ab, Eierstöcke raus und ich werde nicht krank. Klar würde ichs tun. Sofort.
Aber ...
Bei der Humangenetikerin in Köln habe ich es begriffen: Ich bekomme keine solche Sicherheit. Niemand weiß, wo dieser komische Hochrisikofaktor bei uns herkommt und die Wahrheit ist, dass mich auch eine doppelte Mastektomie nicht vor ihm schützt. Mein Risiko bleibt.

Ich bin herumgelaufen und habe "Mir wäre der Gendefekt lieber gewesen" gedacht. Und dann kam meine Freundin mit dem MSH6 Gendefekt. Und der ist DERMASSEN ekelhaft, dass sich DIESER Gedanke auch wieder verkrümelt hat.

Die Wahrheit ist, dass niemand weiß, wo bei uns in der Familie der Krebs ständig herkommt.
Die Wahrheit ist, dass alles was man prophylaktisch operiert daher eine blinde verzweifelte "Ich tue ALLES" Aktion wäre... Und ich bin diesem "tue ALLES" Prinzip ja auch durchaus zugeneigt. Aber ich bin nur ein Mensch. Und daher wird unter allem was ich TUE etwas anderes leiden, was ich dann nicht mehr schaffe. Und so versuche ich jetzt erstmal DAS zu tun, wovon bekannt ist, dass es das Brustkrebsrisiko SENKT... Sport. Gesunde Ernährung. Weniger Stress. Psyche anschauen. Dazu das Hochrisikoprogramm der Uni Klinik, regelmäßiger Untraschall der Leber...

Sicherheit sieht anders aus. Keine Frage. Aber ich frage mich halt, wo ich heute wäre, wenn ich in blinder Panik gegen meine Vernunft entschieden hätte. Was wäre nach der Mastektomie gekommen? Würde ich jetzt irgendwelche obskuren Kräuter schlucken oder nackt-um-die-Eiche-tanzen weil es ja helfen KÖNNTE???

UND außerdem war ich vor 4 Wochen zur Kontrolle. Alles in Ordnung...

Teatime, ich will Dir nicht abraten. Deine Situation ist eine andere als meine, ICH war ja schon krank. Was man mir gesagt HÄTTE, wenn ich keinen Krebs gehabt HÄTTE habe ich nicht gefragt. - Was hätte es geändert?... Sowas muss man selbst entscheiden.

Ich war allerdings völlig baff wie tief dieses "Brust ab und gut ist" in den Köpfen steckt... Ich hab mit meiner Freundin fast gestritten "Aber hierfalsch sei doch VERNÜNFTIG sieh mal Du brauchst die Titten doch nicht dringender als Dein LEBEN"... Klar hätte sie Recht. Ich brauche die Brüste ÜBERHAUPT NICHT!!!! Aber wenn es nicht hilft sie zu entfernen, DANN schadet es. Große OP, nur ein Mensch und so...

Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung...
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  #10  
Alt 24.10.2017, 15:41
Myianna Myianna ist offline
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Hey ho!
Also ich habe damals beu mir selber ertastet und bin dann bei den Ärzten durchgereicht worden! Damals hieß es noch Zyste... "so glatt umrandet ist das kein Tumor" "Nein! Da brauchen sie sich keine Gedanken machen"
Nach der Stanze war es dann "Das hätte ich niemals gedacht"
Kann man sich auch nichts von kaufen! Mein Glück war das ich sehr früh war und der Tumor bei mir außen an der Brust saß, sodass man ihn gut fühlen konnte! Somit habe ich Glück im Unglück gehabt und es saß noch nichts in den Lymphknoten!
Ich habe schon immer recht kleine Brüste gehabt und meine Gyn gab mir den Rat das es auch eine ästhetische Sache ist und dann beide Brüste gleich aussehen wenn in beiden Silikon sitzt! Allerdings war das in dem Moment für mich Nebensache! Die Angst war da viel mehr das Thema!
Im nachhinein war die Entscheidung für mich richtig auch wenn ich im Kopf zwischenzeitlich bedauert habe das wenn ich noch Kinder bekommen wollte nie werde stillen können! Diese Erfahrung wurd mit der OP genommen!
Aber wie gesagt: es ist klar das es nicht so ist wie vorher aber ich hab meine Brüste "lieb"... habe sie angenommen als mein Eigen und komme damit super zurecht!
Ich denke wenn man den Prozess für sich annimmt macht alleine die Einstellung viel aus!
Obwohl ich mir über mein Glück sehr bewusst bin und ich weiß das viele Frauen probleme damit haben!!!

Ich hoffe du triffst für dich ebenfalls die richtige Entscheidung und ich drücke dir die Daumen!!
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  #11  
Alt 06.11.2017, 21:30
Teatime Teatime ist offline
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Standard AW: Einmal aushöhlen und auffüllen bitte!

Hallo zusammen,

@Eirene: Ich hab den Artikel durchgelesen aus der Ärztezeitung. Leider kann man daraus nicht erkennen ob die Betroffene aus einer Hochrisikofamilie stammt oder nur "normal" erkrankt ist. Das macht für die KK natürlich einen Unterschied. Ich werde mal versuchen das gesamte Urteil dazu zu finden. Aber danke für den Hinweis.


@hierfalsch: deine Worte haben mich schon stark ins Grübeln gebracht muss ich sagen. Ich finde es unglaublich mutig wie du dich entschieden hast. Vielleicht muss ich ein bisschen mehr erzählen damit man meine Entscheidung versteht. Ich gehe seit Jahren aus keinem Sono und aus keinem MRT ohne einen auffälligen Befund. Meine Brüste halten jedes Mal eine Überraschung bereit. Klar die Geräte sind hochsensibel und entdecken ALLES. Trotzdem ist es sehr belastend und ich empfinde meine Brüste als tickende Zeitbomben die ich so schnell wie möglich loswerden möchte. Auch Ärzte sind nur Menschen und sie haben nicht alle eine Einheitsmeinung aber ich vertraue meiner Ärztin. Sie meinte "Da gäbe es nichts zu überlegen". Und sollten sie tatsächlich nur die Psyche operieren, dann ab mit den Dingern!

@Myianna: danke für deine lieben Worte. Ich hoffe auch das ich das alles so annehmen kann wie es kommt und ich hinterher keine Beschwerden habe. Wegen dem Optischen mache ich mir grad gar nicht so viele Sorgen. Meine Brüste sind eh schon zerstochen und die Entfernung von einem fast fünf Zentimeter Knoten hat auch seine Spuren hinterlassen. Wenn man nicht viel Busen hat fehlt dann halt was :-) Und ich habe zwei Kinder gestillt. Dazu kann ich dir nur sagen, sei froh das du sie los bist. Eine Schwangerschaft ist eine Hormonexplosion und sollte was wachsen dann wächst es noch schneller. Ich musste deshalb nicht nur zur normalen Schwangerschaftsvorsorge sondern auch noch zusätzlich alle paar Wochen zum Sono.


Heute habe ich übrigens mein Attest an die Krankenkasse geschickt. Noch bin ich ruhig aber ich denke bald fange ich an den Postkasten zweimal täglich zu checken oder noch öfter. Drückt mir bitte die Daumen Mädels
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  #12  
Alt 06.11.2017, 21:55
hierfalsch hierfalsch ist offline
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Liebe teatime,

Ich verstehe Deine Entscheidung sehr gut, hätte genauso entschieden!!!

Wenn die Ärzte sagen es hilft, dann ab mit dem Mist, was sonst?!!!

Ich wollte Dich nicht ins Grübeln bringen, habe nur meine Entscheidung erklärt. Wie gesagt: Es war eine andere Situation.

Toitoitoi!!!!
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  #13  
Alt 06.11.2017, 22:04
Teatime Teatime ist offline
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Hallo Hierfalsch,

ich will das ja, ich will grübeln und überlegen und andere Meinungen dazu hören. Ich will nicht danach sagen müssen "Oh man wenn mir das einer vorher erzählt hätte" Ich brauche Meinungen von betroffenen Menschen.

Danke dir
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Stichworte
gendefekt, hochrisiko, mastektomie, prophylaktisch, silikon


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