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  #1  
Alt 27.02.2018, 21:38
Sandy!!... Sandy!!... ist offline
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Unglücklich Vater Non Hodgkin und Prostatakrebs?

Hallo an alle,

ich muss hier kurz meine Geschichte loswerden...

Kurz zur Krankheitsgeschichte: mein Vater (63Jahre) hatte im September 2016 den Verdacht auf Prostatakrebs vom Arzt mitgeteilt bekommen...der Arzt hatte ihn ein Kkh in Regensburg empfohlen-bis er dort einen Termin hatte und Untersucht wurde (er hat auch ein wenig gebraucht) war April 2017. Nach langem hin und her wurde er dann im September 2017 in einer anderen Klinik operiert und ihm wurde die Prostata entfernt. Dort hat er Hormone in den Bauch eingesetzt bekommen als Therapie. Kurz danach wurden Knochenmetastasen festgestellt und eine große Lymphknote am Hals. Dort hieß es Non Hodgkin Lymphon was aber nichts mit der Prostata zu tun hat ...also ein neuer Krebs ...jetzt hat er im Dezember bestahlung wegen dem Knochenkrebs bekommen was aber Metastasen waren...danach folgten 4 Wochen Reha und jetzt soll er einer der schlimmsten Chemos bekommen (lt.Arzt)wegen seines Non Hodgkin...
Er nimmt mich nächste Woche Freitag mit in das Arztgespräch-damit ich auch genau Bescheid weiß...

Ich habe 1.Angst dass in mir alles wieder hochkommt da vor 3 Jahren meine Mutter an Krebs gestorben ist ...
Und 2. Ich verstehe das nicht -es kann doch sein dass die lymphknotenvergrösserung was mit dem Prostatakrebs zu tun hat...zudem muss ich dazu sagen dass er auch gerne trinkt und ich den Arzt nicht vor meinem Vater fragen möchte ob das dann möglich ist mit der Chemo...nicht dass es ihn dann die Schuhe auszieht...

vielleicht hat jemand von euch schon Erfahrungen gemacht mit Entweder 2 verschiedenen Krebsarten und //oder Alkohol und Chemo...

Jedenfalls hat es jetzt schon mal gut getan darüber zu schreiben...
Lg

Geändert von gitti2002 (28.02.2018 um 00:24 Uhr) Grund: NB
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  #2  
Alt 07.03.2018, 05:15
lotol lotol ist offline
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Beiträge: 620
Standard AW: Vater Non Hodgkin und Prostatakrebs?

Hallo Sandy,

so ungefähr kann ich mir vorstellen, wie beunruhigt Du bist.

Zitat:
Nach langem hin und her wurde er dann im September 2017 in einer anderen Klinik operiert und ihm wurde die Prostata entfernt. Dort hat er Hormone in den Bauch eingesetzt bekommen als Therapie. Kurz danach wurden Knochenmetastasen festgestellt und eine große Lymphknote am Hals. Dort hieß es Non Hodgkin Lymphon was aber nichts mit der Prostata zu tun hat ...also ein neuer Krebs ...jetzt hat er im Dezember bestahlung wegen dem Knochenkrebs bekommen was aber Metastasen waren...danach folgten 4 Wochen Reha und jetzt soll er einer der schlimmsten Chemos bekommen (lt.Arzt)wegen seines Non Hodgkin...
Er nimmt mich nächste Woche Freitag mit in das Arztgespräch-damit ich auch genau Bescheid weiß...
Grundsätzlich siehst Du es ganz richtig:
I.d.R. besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Lymphomen und anderen Krebsen.
Und die genauen Ursachen von Lymphomen sind bisher unbekannt.

Sie unterscheiden sich auch von anderen Krebsen dadurch, daß sie nicht lokal begrenzt, sondern systemisch sind.
D.h. das ganze Lymphsystem ist betroffen, und das kann in mehreren Abartigkeiten in ihm auch ganz gut festgestellt werden.

Z.B. per Ultraschall, CT und MRT sieht man ganz gut, ob ein bösartiges Lymphom bereits auf andere Organe übergegriffen hat und auch bereits diese dadurch "krebsig" geworden sind.

M.W. ist das aber deshalb eher selten, weil spätestens dann, wenn das Lymphsystem "rebelliert" bzw. nahezu "zusammengebrochen" ist, das schon längst bemerkt wurde und zur Feststellung eines Lymphoms führte.
Mit evtl. sofort gebotenen Maßnahmen gegen das Lymphom.

Umgekehrt kann ein lokaler Krebs zwar auch in Lymphknoten "einstreuen", weil allen Organen sogen. "Wächter-Lymphknoten" zugeordnet sind.
Das wird aber dann bei OP beurteilt.
Im Zweifelsfall werden dann evtl. befallene LK auch gleich mit herausgeschnipselt.

Dabei macht man im Interesse von Patienten auch gar nicht lange herum:
Man geht auf "Nummer Sicher", weil es um Leben und Tod geht.
Typisches Beispiel ist BK, wo LK i.d.R. großzügig auch gleich mit entfernt werden.

Ob das bei Prostata-OP auch so ist, weiß ich nicht.
Du könntest aber beim Arztgespräch danach fragen, ob da irgendwelche LK auch "krebsig" waren bzw. mit entfernt wurden.

Frag bitte jedenfalls danach, ob die Milz bei Deinem Vater vergrößert ist.
Die ist nämlich Teil des Lymphsystems.

Ganz generell ist es nicht nur so, daß es unzählige Arten von Lymphomen gibt, sondern auch so, daß alle ganz gut behandelbar sind.

Frag also bitte im Arztgespräch danach, welches NHL Dein Vater genau hat.
Denn eigentlich verstehe ich nicht so recht, wieso hier jemand überhaupt von einer der "schlimmsten" Chemos spricht.

Ich hatte ein eher "böse bösartiges" Lymphom.
Das Kuriose dabei ist, daß die am besten plattmachbar sind.
6 Zyklen Standardtherapie (R-CHOP 14 + AK Rituximab) reichten dazu aus, um eine sehr gute Remission erreichen zu können.
(Auf ursprünglich angedachte weitere 2 Zyklen (nur noch AK Rituximab) konnte deshalb verzichtet werden.)

Natürlich kann ich nicht beurteilen, inwieweit eine angedachte Chemo für Deinen Vater "schlimm" sein könnte, weil die "Verträglichkeit" von ihr sicher auch von seinem Allgemeinzustand abhängt.
Frag also bitte bzgl. geplanter Therapie nach, welche genau "durchgezogen" werden soll.

Und mach bitte Deinem Vater auch MUT, daß er diese Therapie nicht nur "durchstehen" kann, sondern daß sie meistens auch erfolgreich ist.
Eben deshalb, weil es sich dabei um eine systemische "Krebs-Bekämpfung" handelt.


Wenn 6 Zyklen Standardtherapie angedacht sind, kannst Du Deinem Vater ganz getrost versichern, daß die ihn nicht allzusehr "schlauchen" werden.
Die ersten drei davon "steckt" man bei gutem Allgemeinzustand eigentlich "weg" wie nichts.
Dann kommt ein merkbarer Einbruch der Kräfte, der auch im Unterforum LDK immer wieder als typisch beschrieben wird.
Ist aber auch nichts, was einen "umhaut".

Das mag bei Deinem Vater etwas anders gelagert sein, weil er nun schon Einiges hinter sich gebracht hat.
Wie ist denn sein derzeitiger Zustand?
Physisch und psychisch?
Wobei es viel wichtiger ist, daß Dein Vater psychisch "auf der Höhe" ist.

Zitat:
Und 2. Ich verstehe das nicht -es kann doch sein dass die lymphknotenvergrösserung was mit dem Prostatakrebs zu tun hat...zudem muss ich dazu sagen dass er auch gerne trinkt und ich den Arzt nicht vor meinem Vater fragen möchte ob das dann möglich ist mit der Chemo...nicht dass es ihn dann die Schuhe auszieht...

vielleicht hat jemand von euch schon Erfahrungen gemacht mit Entweder 2 verschiedenen Krebsarten und //oder Alkohol und Chemo...
Daß die LK-Vergrößerung etwas mit dem Prostatakrebs zu tun hat, ist eher unwahrscheinlich, weil die "Wächter-LK" für die Prostata ja nun nicht gerade am Hals sitzen.


Was Dein Vater trinkt, weiß ich nicht.
Kann Dir aber nur raten, mit ihm abzustimmen, was Du im Arztgespräch unbedingt erfragen willst.
Das liegt ja schließlich auch in seinem Interesse.
Und wenn er sich dagegen "spreizen" sollte, mach ihm bitte klar, daß Du dennoch das fragen wirst, was Du wissen willst.
Um ggf. gemeinsam mit ihm entscheiden zu können, wie richtiges Vorgehen auszusehen hat.

Es gibt da auch nichts zu beschönigen:
Kannst ja ruhig auch mal nachfragen, wie seine Leber beieinander ist.
Weil die Leber unser zentrales Stoffwechsel-Organ ist.

Ist die Leber Deines Vaters so gut beieinander wie die meinige, kann er ruhig auch jeweils NACH den Chemo-Zyklen Bier trinken.
Unmittelbar DAVOR aber nicht:
Da gilt striktes Alkoholverbot!!

D.h. mit 0 Promille den Zyklus starten und am Zyklustag auch NULL Alkohol trinken.
Dazwischen kann man, sich mäßigend, schon Alkohol trinken.
Ist ja, z.B. in Form von Bier, immerhin auch eine "angenehme" kcal-Zufuhr.
Man darf dabei m.E. auch nicht ganz vergessen:
Welche Freuden hat denn jemand noch, der eine Chemo durchzumachen hat?
Bachblüten-Tee trinken??


Die Zytostatika sind sowas von "affenstark", daß mäßiger Alkoholkonsum ihre beabsichtigte Wirkung NICHT zu vermindern vermag.

Erklärt sich bei aufmerksamen Beobachtern von Chemos dadurch, daß man die Zytostatika innerhalb eines Tages weitestgehend "herauspinkelt".
Genauer gesagt, den Überschuß von diesen "Keulen", mit denen Lymphome "niedergeknüppelt"/plattgemacht werden.

Sicher kann ich hierbei nur für mich sprechen:
War vor meinem Lymphom "pumperlgesund" und bin es auch danach wieder.
Alkoholkonsum während der Therapie:
- anfangs NULL
- nach erkennbarer Wirkung der Chemo allmählich wieder auf für mich "normal" erhöht
- bedeutet: nach dem 4. Zyklus - wie gewohnt - 3 Maß Bier täglich getrunken

Ergebnis meiner Chemo:
Alles i.O. - wie eh und je.

Sicher kann man weder bei Lymphomen, noch bei ihren Behandlungserfolgen irgendetwas generalisieren, weil es unwägbare individuelle Einflußfaktoren dabei gibt.

Ich will auch hier nicht irgendwelche Diskussionen darüber "lostreten".
Sondern Dir damit nur sagen, daß - individuell bewertet - alles relativ ist:
Was dem einen "bekommt", kann beim anderen "schädlich" sein.

Laß Dich davon nicht beeindrucken!
Sondern frag nach.
Beharrlich, um bestmöglich klären zu können, was für Deinen Vater das Beste sein könnte.

"Löcher" die Ärzte in Gesprächen nach allem, was Dich interessiert.
Du wirst dabei etwas ganz anderes (als wichtig) "hören" als Dein Vater.
Und danach stimmt Euch darüber ab, so lange Ihr das noch tun könnt!

Denn es können auch Zeiten kommen, in denen Dein Vater nicht mehr in der Lage dazu ist, sein Wollen artikulieren zu können.
Bis dahin MUSS aber klar sein, was er - für den Fall der Fälle - will.

Klär auch das bitte - unabhängig von allem anderen.
Weil das vordringlich eine rein innerfamiliäre Vertrauensfrage ist.
Bezogen auf einen Krebskranken und Familienangehörige, denen er sich anvertraut, wenn es darum geht, sein Wollen verwirklichen zu können, wenn er selbst nicht mehr dazu in der Lage sein sollte, das auch durchsetzen zu können.


Nebenbei noch zu (gleichzeitig) unterschiedlichen Krebsen:
So eine Vermutung bestand bei meinem Lymphom auch mal.
Da war ich dann schon einigermaßen "bedient", was Krebse anbelangt.

Nach Rückfrage bei meiner Onkologin ist das aber eine ganz "einfache Kiste":
Zunächst wird der lebensbedrohlichste Krebs bekämpft, und erst danach der nächste.
Ist ja eigentlich auch logisch:
Es gilt, zu "retten", was noch zu retten ist.


Liebe Grüße und viel Glück Dir und Deinem Vater.
lotol
__________________
Krieger haben Narben.
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Stichworte
angehörige, non hodgin, prostatakrebs


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