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  #781  
Alt 22.03.2007, 01:13
GI-Blue GI-Blue ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Lieber Dieter,

ich kann bestätigen, dass die Dosierung von der Körpergröße und auch dem Körpergewicht abhängt. Ich bin selber 191 cm groß und wiege zwischen 98 und 104 kg. (jeweils nach und vor einem Therapiezyklus). Ich erhalte gemäß meines Gewichts und der Körpergröße 5x40 Mio. IE pro KOF pro Woche über jeweils 20 Therapietage. Das bedeutet drei Hochdosiszyklen a 4 Wochen mit jeweils 12 Wochen Pause dazwischen.

Im Oktober 06 habe ich meine Therapie in Heidelberg begonnen. Ich habe nun zwei Zyklen überstanden. Der dritte folgt im Mai.

Ich möchte Dir gerne etwas von Deiner Angst oder Sorge nehmen. Vorab nur ein paar Bemerkungen. Meine eigne Erfahrung hat gezeigt, dass jeder unterschiedlich intensiv die Nebenwirkungen empfindet. Ich habe tatsächlich einen Leidenskameraden kennengelernt, der sogar noch halbtags arbeiten konnte. Das war aber wohl eher die Ausnahme. Trotz aller Anstregungen und Nebenwirkungen komme ich mit der Therapie sehr gut zurecht.
Der Therapiebeginn, d.h. die ersten zwei bis drei Tage sind bei tatsächlich von starken Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Gliederschmerzen geprägt. Jedoch ist der Schmerz nicht anhaltend. Spätestens gegen 18 - 19 Uhr war ich wieder schmerzfrei. Nach diesen ersten Tagen stellt sich schnell eine umfassende Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Übelkeit ein. Das bleibt dann auch so über den restlichen Zeitraum, bzw. die Symptome verstärken sich natürlich.

Das klingt im ersten Moment natürlich abschreckend, es ist aber durchaus erträglich. Ich habe mich bei kleinen Spaziergängen, ausgiebigen Wohlfühlbädern und mit Hilfe von viel frischem Obst an Abenden immer wieder erholen önnen. Nach den vier Wochen benötige ich dann immer ein paar Tage der Erholung aber dann sind auch alle Nebenwirkungen abgeklungen. Bis zur nächsten Therapie arbeite ich dann wieder. Vollzeit und ohne Einschränkungen.

Du solltest Dich also nicht iritieren lassen, sondern genau überlegen welche Therapie für Dich die beste ist. Ich war auch in drei Kliniken und habe mich dort beraten lassen. Für mich klang die Hochdosistherapie am überzeugendsten. Über einen Therapieerfolg kann ich leider keine Auskunft geben, da ich noch in Therapie bin.

Ich hoffe ich konnte Dir mit meinen Erfahrungen mit der Hochdosistherapie weiterhelfen.

Alles Gute, Till
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  #782  
Alt 22.03.2007, 09:57
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sunny23 sunny23 ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

mich hat das mit der hochdosis sehr stark verunsichert, weil man ja fast nur von den auswirkungen der hochdosis zu lesen bekommt. bei mir war sie gott sei dank nicht nötig
und die erste niedrigdosis hab ich sehr gut vertragen. habe sie vormittags gespritzt bekommen, weil mir im kh der pen noch erklärt wurde, habe vorher keine medikamente wie empfohlen genommen, weil ich der meinung war, wirds schlimm, kann ich danach auch noch was nehmen. würde das jedem, der keine hochdosis bekommt empfehlen, nicht von vornherein schmerzmedi zu nehmen
ich bin gut ohne ausgekommen, war zwar am nachmittag sehr müde und schwindlig, bin halt dann brav unter meiner decke liegengeblieben und hab mich bedienen lassen >(müssen ), aber nach einer ruhigen nacht mit tiefen schlaf ist alles vorbei
das nächste mal spritze ich auch abends, und dann bin i überzeugt, werd i gar nix mitbekommen

wünsch euch einen sonnigen tag ihr lieben
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  #783  
Alt 22.03.2007, 21:03
Ostsachse Ostsachse ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Till
Hast Du die Therapie im Rahmen einer Studie angeboten bekommen? Von Deiner Dosierung höre ich zum ersten mal. Bekommst du zwischen den 3 Zyklen auch Interferon oder bist du die 3 Monate dazwischen Interferonfrei? Wie ist eigentlich Dein Krankheitsverlauf? Bei mir wurde angeboten 20 mill IE pro m² Körperfläche 4 Wochen lang per Infusion stationär im Krankenhaus. Danach 11 Monate 10 mill IE 3 mal wöchentlich mit der Nadel. Hattest du die Wahl zwischen verschiedenen Varianten oder hat man dir nur diese eine angeboten.
Dieter
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  #784  
Alt 23.03.2007, 17:21
GI-Blue GI-Blue ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Dieter,

Die Therapie wurde mir im Rahmen einer Studie angeboten. Die Studie ist wie folgt angelegt (ich zitiere aus der Infobroschüre):

"Randomisiertes, multizentrisches Therapieoptimierungsprotokoll zur adjuvanten Behandlung des malignen Melanoms im Stadium III: Intermittierende, hochdosierte i.v. Gabe von Interferon-alfa-2b vs. Standard hochdosierte Interferon-alfa-2b-Therapie."

Wenn sich der Patient dazu entschieden hat an der Therapie teilzunehmen wird er einem Behandlungsarm zugeteilt.

Arm A (Standard IFN-alfa-2b Hochdosis-Schema):
Woche 1-4 i.v. Phase 4 Wochen 5x20 Mio. I.E. IFN-alfa-2b/m²
Woche 5-52 s.c. Phase 48 Wochen 3x10 Mio. I.E. pro Woche

Arm B (Intermittierendes i.v. IFN-alfa-2b Hochdosis-Schema):
Woche 1-4 i.v. Phase (siehe oben)
Woche 5-16 Therapiepause
Woche 17-20 i.v. Phase
Woche 21-32 Therapiepause
Woche 33-36 i.v. Phase
Woche 37-52 Therapiepause

Ich hatte letztlich keinen Einfluss darauf in welchen Arm ich komme. Ich hatte mich aber persönlich schon für Arm B entschieden. Glücklicherweise wurde ich auch dort zugeteilt.

Dein Therapieangebot ist das Standard IFN-alfa-2b Hochdosis-Schema. Ich kenne auch einige Patienten aus Heidelberg, die gemäß des Standard-Hochdosis-Schemas behandelt werden. Die ersten vier Wochen sind identisch mit meinem Therapieschema, nur dass sie eben ab der fünften Woche mit einem Pen selber 3 mal 10 Mio. I.E. spritzen. Ich habe mich erst kürzlich mit einem Leidenskameraden getroffen, der so behandelt wird. Er arbeitet mittlerweile wieder vier Stunden täglich und hat auch schon wieder Basketball und Fussball gespielt.

"Bei mir wurde angeboten 20 mill IE pro m² Körperfläche 4 Wochen lang per Infusion stationär im Krankenhaus." So ist es bei mir auch. Aber die Infusionen erfolgen teilstationär. D.h. ich komme um acht Uhr in die Klinik, werde dort an eine NaCl-Infusion angeschlossen, um neun an die Interferon Infusion, im Anschluss läuft wieder die NaCl-Infusion nach und um 12 verlasse ich die Klinik wieder und gehe nach Hause, bzw. in meine Pension. Die 40 Mio. I.E. resultieren aus meiner Körpergröße und Gewicht.

Zu meinem Krankheitsverlauf:

Im Juli 06 wurde bei mir ein ulceriertes superfiziell spreitendes malignes Melanom festgestellt.
Tumordicke nach Breslow: 1,6mm
Clark-Level: III
TNM Stadium: pT 2b, PN X, PM x

Im August wurde eine Sentinel Node Biopsie durchgeführt. Die zwei markierten und entfernten Lymphknoten waren konventionell histologisch tumorfrei. Immunhistologisch konnte aber ein kleineres Nest von MART-1 positiven Zellen finden. Nun musste ich mich für eine Therapie entscheiden. In Koblenz und Mainz wurde mir eine Lymphknotendissektion in der rechten Axilla vorgeschlagen mit anschließender Niedrigdosis Interferontherapie über fünf Jahre. An der Uni-Klinik Heidelberg wurde mir das Hochdosis Schema angeboten. Nach Ansicht der behandelnden Oberärzte war eine komplette Lymphknotendissektion nicht nötig. Für mich ist es absolut den Versuch wert auf eine komplette Lymphknotendissektion in der rechten Axilla mit dem Risiko den rechten Arm nicht mehr 100prozentig benutzen zu können zu verzichten. Dafür aber den harten Weg einer Hochdosistherapie auf mich zu nehmen.
Im September habe ich dann den ersten Therapiezyklus hinter mich gebracht. Dann zwölf Wochen Pause. Im Januar erfolgte der zweite Zyklus und im Mai beginnt der letzte Teil der Therapie.
Bisher ergaben alle Untersuchungen, dass alle Organe gesund sind. Jedoch musste ich auch einen Rückschlag hinnehmen. Denn im Januer zeigte sich, dass der im August in Koblenz gewählte Sicherheitsabstand von 0,5cm um den Primärtumor zu gering war. Auf der Narbe bestätigte sich mein Verdacht, dass im Narbengewebe etwas zurückgeblieben ist. Somit wurde mir dann im Januar großzügig Gewebe entfernt, mit einem Sicherheitsabstand von 2cm rund um die alte Narbe. Dies wurde aber bereits im Gesunden entfernt.

Wie bereits erwähnt arbeite ich bis zur nächsten Therapie wieder Vollzeit. Nicht weil ich muss, sondern weil ich will! Leider musste ich warten bis ich mit dem Sport beginnen konnte. Denn die Narbe am Rücken ist nun ordentlich groß und es daurte fast bis heute bis sie verheilte.

Ich prüfe mal, ob ich einen Link für Dich finde zum nachlesen. Sobald ich etwas gefunden habe poste ich wieder.

Bis dahin wünsche ich Dir und allen anderen betroffenen Lesern Kraft, Glaube, Vertrauen und auch das nötige Glück.

Till
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  #785  
Alt 25.03.2007, 21:46
Ostsachse Ostsachse ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Till
Danke für deine ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Dadurch kann ich wenigstens abschätzen wie weit mein Behandlungsvorschlag etabliert ist und wie es anderen damit geht. Ich fahre jetzt erst mal nach Mannheim um zu sehen was in Sachen Tumorimpfung möglich ist.
Dieter
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  #786  
Alt 29.03.2007, 10:34
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sunny23 sunny23 ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

hallo ihr lieben...muss mich mal so ordentlich aus , nach meiner anfänglichen euphorie über die gute verträglichkeit des interferons, kommt nun das böse erwachen in form von durchfall...es ist ein wahnsin..ich spritze abends, morgens rinn ich aus..kann e scho fast nix mehr essen, weil ich so ein enormes sättigungsgefühl habe, aber es rinnt und rinnt und hört net auf..mittlerweile scho 4 kilo verloren seit mitte märz..langsam reichts..haben schon verschiedene dinge versucht, um das zu stoppen, aber irgendwie hilft nix.. kreislauf is mittlerweile jenseits von gut und böse ( rr 90/50) ..hmpf
so das wars schon wieder...wird wieder bergauf gehen, aber nerven tuts mich trotzdem
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  #787  
Alt 29.03.2007, 21:35
Sven69 Sven69 ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Ihr Lieben,

ganz neu bin ich hier im Forum und auf der Suche nach Euren Meinungen, da ich am überlegen bin eine Inteferon Therapie zu machen.

Mir wurde am 13.2. in Erlangen ein superfiziell spreitendes, die Dermis rasenartig infiltrierendes malignes Melanom vom Hinterkopf entfernt. Clark Level 4 und Eindringtiefe 1.2mm, pT2a, keine Ulzeration. Eine nachfolgende weitere Exzision mit 1cm Sicherheitsabstand und die Entfernung beideitiger Lymphknoten hat histologisch keine weiteren Anzeichen eines Tumorbefalls ergeben. Die Lymphknoten wurden auch immunohistochemisch auf HMB45 untersucht, auch da keine weiteren Verdachtsmomente.
Mir wurde gesagt, dass ich mit 1.2mm Eindringtiefe unterhalb der Grenze liege ab der eine Interferontherapie empfohlen wird, man hat sie mir aber trotzdem angeboten. Mein Hausarzt sagt, ich soll es nur dann machen, wenn ich daran glaube und ich ohne den Versuch einer Therapie nicht leben könne.
Nach allem was ich bislang gelesen habe über diese Therapie habe ich mich noch nicht klar dafür oder dagegen entscheiden können.

Macht der Unterschied zwischen 1.2mm und 1.5mm soviel aus, dass eine Therapieentscheidung davon abhängen sollte?

Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?

Liebe Grüße,
Sven
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  #788  
Alt 29.03.2007, 22:12
hedi2 hedi2 ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Sven,

ich bin aus Österreich. Ich habe den gleichen Befund wie Du. Mein Melanom war am Unterschenkel und wurde im Herbst 2005 entfernt.
Man hat mir keine Interferon-Therapie empfohlen.
Bisher ist nichts nachgekommen.

Kann Dir allerdings auch nicht raten, da es für mich jetzt zu spät für Interferon ist und damals habe ich es nicht angedacht, weil es nicht im Raum gestanden ist.

Alles Gute für Dich

Hedi
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  #789  
Alt 29.03.2007, 23:56
Benutzerbild von Claudia Junold
Claudia Junold Claudia Junold ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hi Sven,
ich bin aus Bayreuth und daher (nur soweit es sein muß. Ich bin heute erst aus der Uni Mannheim zurückgekommen..) auch in Erlangen in Behandlung. Warum bist Du nicht in Würzburg an der Uniklinik?
Click mal auf meinen Profil, dann siehst Du meinen Verlauf. Mir wurde 2003 auch eine IF-Therapie angeboten, die ich nach reiflicher Überlegung abgelehnt habe. Wo die Grenze liegt, ab wann man eine IF-Therapie angeboten bekommt, ist unterschiedlich. Ich weiß von vielen Leuten, denen das ab 1,00mm angeboten wurde. Es kommt aber auch drauf an, welche Art von IF-Therapie Du bekommen solltest. Es hat sich leider herausgestellt, daß die "normale" IF-Therape eher wenig bringt, wobei die Nebenwirkungen aber ziemlich heftig und auch nach Abschluß der Therapie anhalten können. Es gibt Hinweise darauf, daß eine Hochdosis-Therapie u.U. einen geringen Vorteil bringen könnte - aber hier sind die Nebenwirkungen natürlich noch viel härter! Ich selbst habe mich für biologische Metaprophylaxe entschieden und bin für meine knapp 4 metafreien Jahre sehr dankbar! Man kann Dir keinen Rat geben. Du solltest aber hier in diesem Threat auch die alten Beiträge lesen, da erfährst Du eine Menge über IF und kannst Dir vielleicht besser eine eigene Meinung bilden. Meine Meinung deckt sich eher mit der Deines (und auch meines!) Hautarztes. Aber Deine Entscheidung wirst Du selbst treffen müssen. Dafür wünsche ich Dir sehr viel Glück!
Liebe Grüße

Claudia
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  #790  
Alt 30.03.2007, 16:38
Fischer Christiane Fischer Christiane ist offline
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Lächeln AW: Interferon-Therapie

Hallo Sven,
ich hatte auch ein Melanom an der linken Wade und habe danach auch einmal wöchentlich Pegasys gespritzt zwei Jahre lang. Es war erträglich, aber nach zwei Jahren war jetzt endlich Schluss. Ich hatte nach zwei Jahren auch ziemlich viele Nebenwirkungen erlitten (Wasserbildungen, Müdigkeit, Reizbarkeit etc.). Jetzt nach zwei Jahren geht es mir nach Pegasys wirklich gut und ich hatte jetzt erst vor einer Woche eine PET Untersuchung und es ist nichts vorhanden und sichtbar. Zum Glück. Ich habe auch am Oberschenkel keine Lymphknoten mehr. Alles heraus.
Dies zur Information!
Gruss
Christiane
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  #791  
Alt 31.03.2007, 00:48
Bigfather Bigfather ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Sven,

ab welcher Tumortiefe eine IF-Therapie empfohlen wird,kann ich Dir auch nicht sagen,aber laut meines Arztes ist laut Studie mit der anfänglichen 4-wöchigen HD,und danach mit einer über längeren Zeit angewendeten geringeren Dosierung die besten Erfahrungen gemacht worden!Habe selbst am Anfang 4 Wochen lang 36Mill.Einh.bekommen,und danach ein halbes Jahr 18 bzw.12Mill.gespritzt!Die 3Mill.die ich jetzt spritze,merke ich in keinster Weise!Auch die anfängliche HD hatte ich gut vertragen!Nur was in der Zt.bis zu meiner niedrigen Dosierung an Nebenwirkungen auftrat war schon heftig!(10kg) Gewichtsverlust,Nervenschmerzen,Schüttelfrost etc.!Spritze jetzt seit 1 Jahr 3X3 Mill.die Woche,und es geht mir gut damit!
Ich lese hier immer wieder im Forum,das auf Grund der Nebenwirkungen des IF von einer Therapie ab geraten wird!Es stimmt,es ist eine Studie in der noch keiner richtig sagen kann,ob es mehr Nutzen oder mehr Nebenwirkungen hat!Aber dafür sind solche Studien ja da!Und bis jetzt einer der wenigen Möglichkeiten,die man hat!Ich persönlich weiß ehrlich auch nicht,ob sie wirklich etwas bringt,aber bis jetzt sind meine NS immer gut aus gefallen,und das heisst doch auch etwas!Nachteilig,bis auf die genannten Nebenwirkungen kann es nicht sei es zu machen,und NW sind bei jedem Medikament möglich,und dagegen kann man etwas machen!Aber nur wegen der Angst vor den NW davon zu lassen?Ich weiß nicht?Aber entscheiden muß es wirklich am Ende jeder für sich allein!
Gruß Didi
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  #792  
Alt 31.03.2007, 13:05
babs_Tirol babs_Tirol ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Eine IF – Therapie wegen der Nebenwirkungen abzulehnen ist wohl nicht das Thema.

Sondern der Sinn einer Niedrigdosis-IF-Therapie- ob die überhaupt sinnvoll ist-und gegen Metastasen hilft – ist wohl eher das Thema.

Im Jahr 2003 als ich bei meinem Melanom CL 3 / 0,8 mm auch noch befallene Wächterlymphknoten hatte, da betrachtete ich die Niedrigdosis-Therapie mit 3 Mio. Einheiten über 3 Jahre, als meine persönliche Lebensversicherung.
Man kann es auch nachlesen- in diesem Thread -in meinen alten Beiträgen.

Allerdings tauchten bei mir nach 2 ½ Jahren Lymphknotenmetastasen auf, so dass die Ärzte mir empfahlen die IF-Therapie zu beenden, weil es in meinem Fall nicht half.

Ich habe gerade relativ aktuelle Empfehlungen zur IF-Therapie auf Seite 11- des PDF-Dokuments - vom Centrum für integrierte Onkologie, der Unihautklinik Köln vom 27.06.2006 entdeckt.
Hier der Link: http://www.medizin.uni-koeln.de/klin...den/cio_mm.pdf

Dort steht bei Melanomen ab 1,5mm- wenn kein Wächterlymphknotenbefall vorliegt. Eine 18 – 24 Monate- IF-alpha Therapie 3 Mio.E.- 3 x wöchentlich.

Bei Melanomen ab 1,5 mm mit positiven Wächterlymphknotenbefall wird empfohlen: 4 Wochen- 20 Mio.E.- IF-alpha täglich, danach 11 Monate 10 Mio. E. 3 x wöchentlich.


LG
babs_Tirol
__________________
"Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben" Pearl S. Buck, 1892-1973, Literatur-Nobelpreisträgerin 1938
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  #793  
Alt 10.04.2007, 21:09
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Kirsche72 Kirsche72 ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo @ Alle,
wollte mich auch mal wieder melden. Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Osterfest.
Eigentlich sollte bei mir ja auch eine IF-Therapie im Mai begonnen werden. Ich wollte mir letzte Woche einen stationären Termin geben lassen.... Am Abend hat mich der Prof. der Uni Hautklinik persönlich noch einmal angerufen. Er meinte, daß er mir die Therapie nicht mit ruhigem Gewissen empfehlen könnte...hä? Ich war schon etwas erstaunt darüber, zumal ich Anfang März bei der TU-Nachsorge erst darauf angesprochen wurde, es mal mit der IF-Therapie zu probieren. Der Prof. begründete es damit, daß ich 1. eine relativ geringe Tiefe (1,2mm) hatte, 2. das Medikament wahnsinnige Nebenwirkungen haben könnte, 3. man den neuesten Studien zufolge erst eine IF-Therapie mit mindestens 2mm TU-Dicke beginnen würde, und 4. die IF-Therapie früher zwar schneller begonnen wurde, aber es da noch nicht die Sentinel-Node-Biospie gab. Nachdem bei mir ja keine Metastasen gefunden wurden, würde er mir also davon abraten. Tja, da stand ich nun...hatte mich schon seelisch darauf eingestellt....Andererseits bin ich jetzt irgendwie doch ganz froh, daß ich mich zunächst dagegen entschieden habe. Ich hoffe, daß war ne gute Entscheidung von mir.
So, das war´s mal in Kürze.
Liebe Grüße an Alle
Marion
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  #794  
Alt 10.04.2007, 21:21
Benutzerbild von Claudia Junold
Claudia Junold Claudia Junold ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo liebe Marion,
es ist umstritten, ab welcher Eindringtiefe eine IF-Therapie angeraten wird. Ich kenne die Empfehlung ab 1mm! Was mich aber interessieren würde ist, ob es bei Dir um eine Niedrig- oder Hochdosistherapie ging. Was die Niedrigsdosis anbelangt, so habe ich 2003 schon soviele negative und konträre Meinungen gehört, daß ich mich aufgrund des schlechten Schaden/Nutzen-Verhältnisses (auch wegen evtl. Nebenwirkungen auf meine Augen) ganz bewußt dagegen entschieden habe. Die Hochdosis-Therapie soll aber etwas mehr bringen - wieviel genau weiß ich aber nicht und es würde mich schon sehr interessieren. Ich bin mit meiner Entscheidung kontra IF aber nach wie vor immer noch sehr zufrieden und glücklich... :0))
Liebe Grüße

Claudia
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  #795  
Alt 10.04.2007, 21:53
hedi2 hedi2 ist offline
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Standard AW: Interferon-Therapie

Hallo Kirsche,

ich kann Dir nur sagen (schau mal in meinem Profil), ich hab die gleiche Diagnose wie Du.
Ich bin aus Österreich. Mir wurde die Interferon-Therapie NICHT angeboten, ja nicht einmal mit mir besprochen. Daher vermute ich lediglich, daß in unserem Fall keine gegeben wird. Oder?

Was mich auch noch brennend interessieren würde - ich habe im Mai meine nächste Untersuchung - hat jemand von Euch genaue Intruktionen bzg. der Selbstuntersuchung bekommen. Irgendwie fühle ich mich da schlecht informiert. Ich weiß gar nicht, worauf ich genau schauen soll. Kann nur vermuten, verdächtige Muttermale. Bei den Lymphbahnen glaub ich, sollte ich auch schauen, weiß aber nicht an welchen Stellen. Die Narbe sollte man sich auch ansehen hab ich erst unlängst da gelesen. Die ist einfach nur mit Narben übersät, wonach genau ich da schauen soll, weiß ich eigentlich auch nicht.

Kann mir da jemand Auskunft geben?
Werde im Mai auf jeden Fall mal fragen bzw. auch mal ein bißl schimpfen, warum er mir das noch nicht gesagt hat.

Liebe Grüße an Euch alle

Hedi
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