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  #31  
Alt 11.07.2015, 17:08
Mel_1 Mel_1 ist offline
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Hallo Jomi,

hast Du die Heimkosten schonmal von einem Anwalt prüfen lassen?
Würde ich machen lassen.
Was Deine Lebenssituation betrifft....meine Mama hatte das selbe durch....immer nur für andere da...mein Vater lebte gemütlich, sie rackerte.
Sie wurde betrogen und nicht sehr nett behandelt, wenn sie nicht funktionierte.
Meine Mama rauchte wie ein verstopfter Kamin...bis der Lungenkrebs mit 57 gekommen ist.
Der Oberbrüller...meine Mama machte Chemo und wusste, sie wird bald sterben...mein Vater aber meinte immer er ist eh kränker...hat schlimm Rücken, also muss Muttern alles schleppen.
Als meine Mama einschlief war ich irgendwie erleichtert...auch wenn 58 zu jung war.
Mein Vater machte einen auf trauernden Witwer...da hätte ich k... können.
Nicht viel später hatte er seine langjährige Affäre zu sich geholt.
Ich hab aus dem Leben meiner Mutter gelernt, egoistisch zu leben...und ich mach das auch.
Mir wurde kurz vor dem Tod meiner Mama mein allerliebster Mann durch Krebs genommen.
Jetzt...nehm ich auf keinen Menschen mehr Rücksicht, ich mach das, was mir Spaß macht.
Ich wünsch Dir viel Kraft und hoffe, Du bekommst irgendwie alles geregelt...denk bitte dran, dass DEin Mann Dir zu Unterhalt verpflichtet ist.
LG
Mel
  #32  
Alt 31.07.2015, 18:15
Jomi Jomi ist offline
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Standard AW: Verzweifelt

habe bald nochmal ein Gespräch beim Doc, und Ende August dann Chemo. Ich persönlich glaube, dass das mein Ende beschleunigen wird - aber ist mir mittlerweile auch nicht mehr so unrecht. Meine Lebensfreude ist verschwunden, so sehr ich mich auch bemühe, noch irgendetwas schön zu finden. Ohne diverse Pillen etc wäre ich ja schon gar nicht mehr lebensfähig - hätte mir so etwas jemand früher gesagt, ich hätte es nicht geglaubt.
Hätte ich das alles vorher gewußt, hätte ich diese Whipple OP niemals machen lassen - ich fühle mich seither auch körperlich wie verstümmelt. Daß das Leben danach körperlich, wie auch seelisch, so sein würde, hat mir niemand gesagt. Mit dem Wissen von heute würde ich mich anders entscheiden - ein Leben um jeden Preis kann einem nur jemand anbieten, der gesund ist, und diese grausamen Belastungen nicht kennt.
Ich bete jeden Abend für diejenigen, die noch eine Chance auf Heilung haben - das Schlimmste, das man bei dieser übelen Geschichte genommen bekommt, ist die Hoffnung. Da bleibt einem wirklich nichts mehr.
Ich hoffe mittlerweile nur noch, dass ich nicht allzu qualvoll sterben muss - das ist wirklich alles. Ich tue im Moment nichts mehr dafür, dass ich dieses Leben noch lange aushalten muss.


Ich wünsche allen anderen Betroffenen ganz viel Glück - an Gottes Segen mag ich nicht mehr so recht glauben....
  #33  
Alt 31.07.2015, 19:36
vintage vintage ist offline
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liebe jomi,

täglich habe ich an dich gedacht...
wenn du vom ende schreibst und sicherlich auch angst davor hast,
so hoffe ich, dass du für die letzte zeit eine gute begleitung hast.
ich habe bei meinem mann gesehen, dass ihm eine frau vom hospizdienst,
die gespräche mit ihr und auch was sie sonst so in die treffen einbrachte, sehr geholfen und gut getan haben.
es ist so schwer, ja vielleicht fast unmöglich, diese (mangelnde) perspektive akzeptieren zu müssen.
besonders, wenn man geistig voll da ist.

ich wollte nur sagen, dass ich an dich denke. und dir kraft sende für deinen weg.
__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...
  #34  
Alt 01.08.2015, 11:14
Eisfee Eisfee ist offline
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Liebe Jomi,

auch ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg.
Das alles kann wirklich nur verstehen, wer das selber durchmacht. Selbst als Angehöriger ist es unmöglich sich das alles in seinem ganzen Ausmaß vorstellen zu können.

Auch für meine Mutter heißt es leider langsam, dass wir uns auf den letzten Weg machen.
__________________
Meine Mama:

Juni 2014: Nebennierenrindenkarzinom T2N0M0V1
R(0) Resektion , orale Tabletten-Therapie mit Lysodren

Februar 2015:Metastasen in Lunge und Leber

August 2015: Lokalrezidiv und multiple Lebermetastasen

am 23.10.15 ist sie ins Regenbogenland gegangen
  #35  
Alt 01.08.2015, 15:32
MissMabel83 MissMabel83 ist offline
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Liebe Jomi,
Zufällig auf deinen Bericht gestoßen bin ich sehr traurig.Tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Hast du denn jemanden mit dem du reden kannst? Erkundige dich doch rechtzeitig nach einem Palliativdienst, falls es sowas bei euch in der Nähe vibt. Die Leute da begleiten dich- sowohl um deine Beschwerden zu lindern, als auch einfach "nur" da zu sein. Manchmal helfen Gespräche mit Nichtangehörigen, weil die einfach zuhören. Man muss sich nicht für seine Entscheidung rechtfertigen. Dass du dich innerlich gegen eine Chemo sträubst kenne ich von meiner Mama. Sie hatte ähnliche Gedanken wie du. Es ist gut wenn du ein Medikament bekommt um etwas ruhig zu werden. Und du hast recht, wenn man gesund ist hat man keine Vorstellung was in so einer Situation durchlitten wird. Ich wünsche dir trotzdem alles alles Gute. Alle Entscheidungen die du triffst sind die richtigen. Du kennst dich schließlich am besten. Viel Glück, Carolin
  #36  
Alt 01.08.2015, 15:49
Femaleinstinkt Femaleinstinkt ist offline
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Liebe Jomi,
Oh jeh wie soll ich anfangen..... Deine Beiträge lösen so viel in mir aus.
Ich habe meinen allerliebsten Schatz im Mai verloren und es tut so weh. Wir waren in keiner leichten Lebenssituation. Schon lange vor seiner Krankheit habe ich oft den Satz gesagt: will man irgendwann seine letzten Atemzüge machen und auf ein unglückliches Leben zurückschauen?
Und nun lese ich Deine Beiträge. Mit fehlen wirklich fast die Worte um zu beschreiben was in mir vorgeht. Es tut mir so unendlich leid wie Du denkst und fühlst. Es muss ganz schrecklich sein für Dich. Das was Du erlebst sind meine größten Ängste.
Oh Jomi ich muss Dich einfach mal still drücken denn mir fehlen doch die Worte. Man möchte immer gerne noch was Gutes wünschen.....aber was kann man Dir wünschen? Ich denke ich wünsche Dir jemanden mit dem Du reden kannst und der Dir etwas von Deiner Verzweiflung "abnehmen" kann - wie auch immer.
  #37  
Alt 03.08.2015, 13:46
Swabs Swabs ist offline
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Liebe Jomi
Dein Beitrag hat mich sehr berührt .
Vor gut einem Jahr war ich in einer ähnlichen Situation. Nach der OP hatte man mir gesagt, dass ich langsam meine privaten Angelegenheiten regeln soll und doch hat man mir eine Chemo angeboten. Ich war etwas verwirrt, dachte "was bringt mir das noch" und wofür denn noch mehr leiden, wenn es eh nichts mehr bringt? Und die eine Ärztin meinte "machen Sie jetzt noch alles was Sie schon immer wollten - eine grosse Reise etc". Super, ich konnte mich ja kaum auf den Beinen halten. Ich war wütend auf mich, auf meine Ärzte und wusste nicht so genau wie es weitergehen sollte. Ich habe mich zur Chemo entschieden, dachte entweder wird es besser und ich kann dann wirklich eine Traum-Reise unternehmen oder es wird schlimmer und ich trete die letzte Reise an. Es ist alles ein wenig anders gekommen, nach 15 Monaten bin ich noch da, war tatsächlich auf einer Auslandreise und es geht mir relativ gut.

Was ich Dir sagen will - Eine Chemo kann Besserung/Linderung bringen! Wie es mit Dir weitergeht hängt aber auch ein wenig von Dir ab. Möchtest Du diese Chemo und was soll sie Dir bringen? Wofür möchtest Du kämpfen? Wenn Du Dich jetzt aufgibst und Dein Leben für Dich zu Ende ist - fragt es sich ob Du Dir noch eine Chemo aufzwingen möchtest. Du alleine entscheidest denn es ist Dein Leben! Und mach Dir keine Sorgen, die heutige Medizin kann es schon so einrichten, dass Du nicht qualvoll sterben musst, wenn Du das so wünscht. Je nachdem wie Deine Familienverhältnisse aussehen wären allenfalls eine Pat.-Verfügung und ein Testament eine gute Idee....

Wie immer Du Dich entscheidest, ich denke an Dich

Liebe Grüsse Swabs

Geändert von Swabs (03.08.2015 um 23:16 Uhr)
  #38  
Alt 08.08.2015, 12:23
berliner-engelchen berliner-engelchen ist offline
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Zitat:
Zitat von Jomi Beitrag anzeigen
, .... Ich persönlich glaube, dass das mein Ende beschleunigen wird - aber ist mir mittlerweile auch nicht mehr so unrecht. Meine Lebensfreude ist verschwunden, so sehr ich mich auch bemühe,,....
liebe Jomi,
erlaube mir, dieser Aussage etwas entgegenzusetzen. Zumindest es zu versuchen.

es gibt einige Parallelen zu meiner eigenen Erkrankung und daraus wiederum einiges, das Dir Mut machen könnte.
ich bin an Eierstockkrebs erkrankt. als die Krankheit endlich richtig diagnostiziert wurde, war sie schon weit fortgeschritten. Ich selbst war 40 Jahre alt, meine Kids 1 und 2,5 Jahre alt.
Habe mich durch die Erstbehandlung gequält mit einer Riesen-Op und darauf folgender Chemo. Ein halbes Jahr später Metastasen. Zu diesem Zeit punkt hat mein Onkologe mir die gleiche Prognose wie Dir gegeben: 1 maximal 3 Jahre, wenn es gut läuft.
ich habe mich der Chemotherapie gestellt und habe mittlerweile schon das 5. Jahr hinter mir. klar, die Chemotherapien setzen mir schwer zu, ich vertrage sie schlecht. aber trotzdem kämpfe ich mich immer weiter und es ist meist ein sehr schönes, glückliches Leben, zu dem ich gefunden habe.

bei der letzten REzidivDiagnose war die Leber komplett durchzogen von Metastasen, die Pfortader war umschlungen und konnte nicht mehr richtig arbeiten. Nun, ein halbes Jahr später ist das Unglaubliche eingetreten: fast alle Metas aus der Leber sind durch die Chemo wieder weg. Und ich habe noch Therapie vor mir, so dass ich mit weiterem Glück, alle Lebermetas in Griff bekomme. Für wie lange, weiß ich nicht, aber für den Moment ist das ein beglückender Therapie-Erfolg, für den es sich lohnt zu leben.

Vielleicht ist aber dieser letzte Satz das für dich entscheidende: du brauchst ein Leben, für das es sich zu leben lohnt. Und das kannst du schaffen, davon bin ich überzeugt.
Du hattest soviel Pech im Leben, aber auch das Glück, ein Kind zu haben!!!

Es ist an der Zeit, dass dein Leben sich wieder zum Positiven wendet. Und wenn ich dir damit nicht zu nahe trete, sehe ich einige Ansatzpunkte, wie man das hinbekommen könnte.

Da ist zum einen die finanzielle Belastung durch deine Eltern, die dich immens belastet. Vielleicht kannst Du dem entfliehen, indem Du dich jetzt erst mal auf unbestimmte Zeit krank meldest. Dann muss die Firma des Mannes erst mal zahlen. Dann kannst Du dich, da palliativ erkrankt so wie ich, einen Rentenantrag stellen und in eine 100% Rente gehen. Das steht palliativ an Krebs erkrankten Menschen fast immer zu. In diesem Fall musst Du dich dann beraten lassen, ob du überhaupt noch deinen Eltern zahlungspflichtig bist. im besten Falle nicht.

Wenn Du dich einsam fühlst in dem Haus, gibt es einige Möglichkeiten, das zu ändern. Frag mal hier im KK herum, ob jemand in deiner Nähe wohnt und ein ähnliches Schicksal hat. ich beispielsweise habe, obwohl ich glücklicherweise auch mit tollen Freunden gesegnet bin, tatsächliich durch den KK eine Leidensgenossin gefunden, die mittlerweile zu einer meiner sehr guten Freundinnen geworden ist - und sie wohnt gerade mal 5 min. von mir entfernt !!!

Zudem gehöre ich zu denjenigen, die sich trotzigerweise zu meiner Rezidiv-Diagnose, als ich mich damit auseinandersetzen musste, dass ich frühzeitig sterben werde, eine Katze geholt habe und dadurch sehr viel Glück erfahren habe. Mittlerweile sind es schon 2 und bald sogar 3, die mir gerade zu therapiezeiten sehr viel helfen mit Kuscheln, da sein, schnurren ....
Wie wäre es mit einem Hund ?? oder zwei Katzen, die deine Beine schnurrend umstreichen ????? ich kann das nur sehr empfehlen ...

Trenne dich von allen Menschen, die dir nicht gut tun oder distanziere dich weitestmöglich von ihnen - niemand hat JETZT das recht mehr, dir weh zu tun. Deine Schwi-Ma nicht, deine Eltern nicht, dein Mann nicht.
Umgebe dich nur noch mit Menschen, die wichtig und gut für dich sind.
Fülle dein Leben an mit den Dingen, die schön sind für dich und du wirst sehen: auch wenn es kürzer ist als man früher gedacht hat, ist es trotzdem noch sehr lebenswert.

Noch ein Wort zu den Prognosen: kein Arzt kann und sollte prognostizieren, wie lange man noch zu leben hat. aus meinen 1-3 Jahren maximal sind mittlerweile 5 Jahre geworden, ich bin im 6.ten und habe nicht vor, diese Welt bald zu verlassen. mir wäre viel Leid erspart geblieben, wenn ich die Worte des Arztes, die sich im Nachhinein als Unsinnig heruasgestellt haben, nie hätte hören müssen.
Niemand kann wissen, wie eine Chemo anschlägt. Niemand kann wissen, wie schnell oder auch wie langsam ein Krebs progressiv ist. Ich habe einmal die völlig verblüffende Erfahrung gemacht, dass meine Krebszellen mitten in der Progressionsphase einfach gestoppt haben. Der Tumor war da, wuchs aber ein 3/4 Jahr nicht mehr weiter ....

ich habe dadurch gelernt: vergiss alle Prognosen .... (ein sehr gutes Buch dazu, das ich gelesen habe ist von David Servant-schreiber)

ich lebe Momente und kurzfristige Planungen aus. habe darauf mein ganzes Leben ausgerichtet. Wir haen beispielsweise einen Wohnwagen gekauft, weil langfristige Buchungen keinen Sinn mehr machen für mich. ich weiß ja nie, wie es mir geht. Dadurch sind wir unabhängig und können jederzeit einfach losfahren. Wenn es mir gut geht: WEIT, wenn es mir nicht so gut geht, dann halt einfach in der Umgebung. Da lass ich mich doch durch den doofen Krebs nicht unter Druck setzen


ich wünschte, ich könnte dir Mut machen und zeigen, dass auch ein begrenztes Leben mit Krebs gut und lebenswert ist. ich hoffe so sehr, nur einen kleinen Funken Zuversicht in dein Herz gepflanzt haben zu können.

Schreib und frag und berichte von Dir, wann immer du magst und kannst!

Alles Liebe wünscht
das berliner chen
  #39  
Alt 08.08.2015, 14:50
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Tündel Tündel ist offline
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Liebe Jomi,

ich werde dir jetzt ein wenig auf die Zehen springen! Das ganze Leben ist lebensgefahrlich und immer tödlich!
Keiner, auch der beste Doc nicht, kann dir sagen, wann dein Leben endet!

Mir hat man auch eine nette Prognose ins Gesicht geklatscht: "inoperabel, unheilbar, Die haben hoch drei Monate!" Das war im Oktober13!
Uuuuund ich lebe immer noch!
Einen guten Teil daran haben Leute, die mir in den Hintern getreten sind und es immer wieder tun, wenn mich das heulende Elend packt!!! Gell li!

Einen weiteren großen Snteil hat ein seeeeeehr kompetenter Chirurg, der trotz der tollen Prognose des Kollegen operierte und mir ebenfalls auf die Zehen sprang, verbal natürlich!

Wir alle haben Angst, das steht uns zu! Die Angst muss auch sein! Schließlich wurde unser alller Zukunftsplanung auf den Kopp gestellt.
Aber Aufgeben gilt nicht!

Augen zu, Hintern zusammmenkneifen und durch!
Das Leben ist schön, zu schön um es wegzuwerfen!

Alles Gute!
__________________
Tündel

Das Leben ist halt lebensgefährlich!!!
  #40  
Alt 09.08.2015, 07:23
ulrikes ulrikes ist offline
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Liebe Jomi,
ich kann gut nachvollziehen, dass dich die ganze Situation verzweifeln lässt. Erst die Diagnose, dann die familiäre und finanzielle Situation. Das ist jedes für sich schon schwer genug. Aber gerade deshalb gibt es Hilfsangebote. Bitte wende dich an solche Hilfsangebote, die können sehr viel für dich regeln bzw. wieder in die Reihe bringen. Denkbar als Hilfsangebote wäre erstmal der Hausarzt oder ein anderer Arzt, dem du vertraust. Sie können dich dann auch gezielt weitervermitteln bzw. Termine für dich ausmachen (nicht nur medizinisch, sondern auch wegen des sozialen Teils). Ansonsten fällt mir spontan auch Organisationen wie Cari-tas, Krebs-Selbsthilfe-Gruppen vor Ort, Deutsche Krebshilfe oder auch der Sozialdienst von Krankenhäusern ein. Nicht jeder wird dir dort komplett helfen, aber sie können dich durch den dichten Dschungel lotsen und zeigen, wo es weitere Hilfe gibt.
Wegen Chemo oder nicht, dass ist definitiv deine freie Entscheidung. Da kann dir auch kein Arzt rein reden. Aber Chemo-Verweigern nur um schneller zu sterben, finde ich doof. Da gibt es schmerzfreiere Wege. Ist dein Kind nicht Grund genug weiterzuleben oder irgendetwas anderes, was Du magst? Ich werde selber seit 5 Jahren nur palliativ behandelt. Mit anfänglicher Lebenserwartung von 0,5 Jahren. Bei mir gab es beim erstenmal auch Metastasen an der Leber, beim zweiten Mal waren sie in der Leber und beim dritten Mal haben sie sich nicht mal mehr in Richtung Leber getraut. Mir geht es nicht so gut wie einem Gesunden, aber das Leben ist definitiv lebenswert.
Bitte vertrau Dich jemanden in deiner Umgebung an, der Erfahrung mit Krebs hat und Du wirst sehen, dass es Wege gegen die Verzweiflung gibt.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute
Ulrike
  #41  
Alt 11.08.2015, 12:40
Jomi Jomi ist offline
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heute bekam ich ein Schreiben meiner Krankenkasse: ich soll/muß einen Antrag auf Reha einreichen - kennt sich jemand mit sowas aus ?
In eine Reha werde ich nicht gehen, ich werde niemals 4 Wochen meiner mir noch so wertvollen Lebenszeit opfern, um diese mit fremden Menschen in einer fremden Umgebung zu verbringen. Meine Chemo beginnt in ca. 3 Wochen.
Ich habe einen kleinen Hund, der ohne mich eingeht. Weiß jemand, was man da tun muß ?
  #42  
Alt 11.08.2015, 18:00
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Liebe Jomi,
es ist besser, Du legst schriftlich (per Einschreiben mit Rückschein) Widerspruch gegen das Schreiben ein. Begründe dies mit der in 3 Wochen beginnenden Chemotherapie,die Du in der Praxis Deiner bisherigen behandelnden Ärzte durchführen möchtest.
Solltest Du eine Rechtsschutzversicherung haben, kannst Du auch die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen.
Bei der Begründung für den Widerspruch ist es wichtig, sich mit den behandelnden Ärzten abzustimmen.

Zitat:
Ruf bei deiner Kasse an und sage ,das du keine Reha wünscht dann brauchst du auch den Antrag nicht ausfüllen.
Vielleicht gibt es aber auch eine Klinik wo man einen kleinen Hund mitnehmen kann.Einfach mal fragen
Dies ist nicht so eine gute Idee, da die Krankenkasse sich auf die Mitwirkungspflicht des Versicherten aus dem Sozialgesetzbuch beruft und es dann auch mal Schwierigkeiten mit der Weiterzahlung des Krankengeldes geben kann.

@Liebe Jomi, hat man Dir eine Frist für den Antrag auf Reha gestellt?

Liebe Grüße an Dich,
Elisabethh.
  #43  
Alt 14.08.2015, 13:18
Jomi Jomi ist offline
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ich habe eine Frist von 10 Wochen - hat man denn nur 1 Jahr Anspruch auf Krankengeld ? Als wenn das Kranksein nicht reicht, bekommt man auch immer wieder die "finanzielle" Keule...
Ab September letzten Jahres habe ich Krankengeld bekommen - nun dieses Schreiben. Heul !
  #44  
Alt 14.08.2015, 23:20
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Liebe Jomi,
man kann für 78 Wochen Krankengeld wegen der gleichen Erkrankung innerhalb von 3 Jahren beziehen. Da während einer langen Erkrankung meistens auch Rehamaßnahmen stattfinden, ist der Begriff der Lohnersatzleistungen sicherlich treffender.Der Gesetzgeber gestattet, daß mehrere 3 Jahreszeiträume gleichzeitig laufen können, z.B. wenn jemand eine Krebserkrankung hatte, später noch einen Sportunfall. Dann werden beide Zeiträume nebeneinander betrachtet, dies ist eine komplizierte Materie.

Es ist durchaus üblich, dass sich die Krankenkasse beim Versicherten melden und ihn bitten, eine Reha zu beantragen. Beim erkrankten löst dieses Vorgehen meistens große Ängste aus. Allerdings erfüllen die Kassen mit der Aufforderung eine Reha zu beantragen, eine gesetzliche Pflicht.
Wenn Du Dich in der jetzigen Situation dazu nicht in der Lage fühlst, dann lege Widerspruch gegen den Bescheid ein und bitte Deine behandelnden Ärzte um Unterstützung.

Liebe Grüße,
Elisabethh.
  #45  
Alt 15.08.2015, 20:55
berliner-engelchen berliner-engelchen ist offline
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Liebe Jomi,

da Du ja auch seit sicher seit vielen vielen Jahren arbeitest, wie es Deinen Schilderungen zu entnehmen ist, kann es auch durchaus sein, dass eine Erwerbminderungsrente ggf. sogar bei 100% Schwerbehinderung gar nicht so schlecht ausfällt. Davor solltest Du keine Angst haben und dich dahingehend mal beraten lassen.

Hast Du denn evtl. schon einen Schwerbeschädigtenausweis beantragt? Das bedeutet auch einige finanzielle Vorteile, u.a. hinsichtlich Steuer.

Alles Gute
Birgit
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