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  #1  
Alt 16.01.2016, 12:37
SweetieST SweetieST ist offline
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Standard DAS tat "uns" gut - Dinge die man hören wollte/konnte

Unten gibt es ja einen Strang, Sprüche die man nicht mehr hören kann
Finde ich total super, als ich alles gelesen habe leuchteten mir viele Dinge ein die ich so nicht gesehen hatte! Danke hierfür

Nun würde mich mal interessieren:

Empfandet ihr zu viele Liebes Bekundungen als erdrückend?
Oder hat es euch genervt wenn man über die Zukunft gesprochen hat ?

Zum Beispiel wir verreisen dann noch dort hin und dahin ?

Mir ist schon klar dass da jeder individuell ist, aber was ihr denn gerne gehört habt?
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  #2  
Alt 07.04.2016, 20:59
Safra Safra ist offline
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Beiträge: 545
Standard AW: DAS tat "uns" gut - Dinge die man hören wollte/konnte

Gute Idee,
mal danach zu fragen. Es gibt nicht nur die Dinge zum "Hören", sondern auch zum "Tun". Also:

Wünsche des Kranken respektieren, z.B. nicht besuchen/anrufen, wenn es nicht erwünscht ist

mal fragen, was gut tut. Z.B. Hilfe beim Haare waschen, wenn es alleine nicht geht,

oder von einer Therapeutin ein Eisbecher auf Klinikkosten, weil man psychisch unten ist

Safra
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  #3  
Alt 25.04.2016, 12:16
hierfalsch hierfalsch ist offline
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Beiträge: 342
Standard AW: DAS tat "uns" gut - Dinge die man hören wollte/konnte

Mir tut das Gefühl gut, dass man mich nicht abgeschrieben hat. So schrieb bspw eine flüchtige Bekannte "Ich feiere meinen Geburtstag, hab mich aber bisher nicht getraut Dich einzuladen. Vielleicht kommst Du für ne halbe Stunde rum, wenn Dir danach ist? Ich würde mich freuen.". Der Termin ist einen Tag nach der nächsten Chemo, ich werde höchstwahrscheinlich nicht hingehen. Aber dass sie eine müde-kreidebleiche-glatzköpfige hierfalsch, die sie an die Endlichkeit des Daseins erinnert (die Mutter dieser Bekannten starb unter einer grauenhaften Chemo, ich hätte echt Verständnis, wenn ihr das nicht gemütlich wäre) gerne auf ihrer Geburtstagsparty sehen möchte, das hat mich sehr gefreut!!!
Es tut mir gut, wenn mal mich nach wie vor als Menschen - nicht als Krebs-auf-zwei-Beinen behandelt. Ja, ich lese die selben Bücher, gucke die selben Filme, interessiere mich für die selben Dinge, mag die selben Leute. Ich will keine gedämpften Stimmen, keine Mitleids-Anrufe von Leuten, die mich niemals angerufen hätten, wenn ich nicht krank geworden wäre und kein Schleichen-um-den-heißen Brei. Ich will, das man ganz normal mit mir umgeht.
Meine Freundin sagte "Was für eine Scheiße!!!" als ich ihr von meinem Krebs erzählt habe. Mein Mann sagte "Ich liebe Dich!" Damit war alles gesagt. Besser kann man es für mich nicht ausdrücken!
Und mir sind Liebes-und Zuneigungs-Bekundungen niemals zu viel. Ich mag es, wenn Freundinnen Lasagne vorbei bringen oder Socken stricken, oder... Nur ehrlich müssen diese Bekundungen sein. Ich bin nicht blöd!!! Ich spüre, ob da ein Kollege krampfig zwei Sätze auf eine Genehsungskarte gerotzt hat, um das weg zu haben, oder ob ein besorgter Bekannter nicht weiß was er sagen soll. Letzteres ist rührend und hilfreich. Ersteres möge man mir ersparen.

Meine höchstpersönliche Meinung. Denn wir sind nach wie vor Individuen.

Geändert von hierfalsch (25.04.2016 um 12:23 Uhr)
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  #4  
Alt 17.10.2016, 14:09
Benutzerbild von Frank Emm aus Weh
Frank Emm aus Weh Frank Emm aus Weh ist offline
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Registriert seit: 26.09.2016
Ort: Witten, NRW
Beiträge: 71
Standard AW: DAS tat "uns" gut - Dinge die man hören wollte/konnte

ja, das kann ich nur bestätigen:
alles was wirklich von Herzen kommt, mag es noch so einfach oder manchmal sogar unbeholfen sein, tut einfach gut.
Ein Beispiel: einen Tag nach meiner Diagnose, als ich vollkommen am Boden zerstört war, traf ich einen lieben Nachbarn, der vor 6 Jahren eine Prostatakrebs-OP hatte. Der klopfte mir auf die Schulter und sagte: "Willkommen im Club! Ich weiß nicht, ob du es wusstest, aber hier im Dorf laufen mindestens 20 Leute rum, die alle vor einigen Jahren Krebs hatten. Ich sag das nur, damit du jetzt nicht als erstes zum Friedhof rennst und dir einen Platz reservierst."

Das war jetzt eher die grobe Tour, aber es hat mir wirklich gut getan, denn dadurch ist mir erst bewusst geworden, dass es auch ein Leben nach der Diagnose geben kann. Es war für mich ein Anstoß dazu, die Krankheit anzunehmen und eine positive Einstellung zu meiner Situation zu finden. Das werd ich dem Kerl nicht vergessen
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