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  #46  
Alt 23.01.2009, 03:30
iLive iLive ist offline
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Standard AW: Wir haben ein Problem - Hodenkrebs

Hallo Kiwi!

Erstmal Glückwunsch, dass Ihr's (hoffentlich!) überstanden habt!

Jetzt wollte ich noch einen Nachtrag zum Thema Bettbelegung machen... in den Unikliniken Köln wurden Innere und Infektiologie zusammengelegt.

Mit dem Erfolg, dass ich - Köln - mehrmals Männer mit fortgeschrittenem HIV/AIDS, Malaria und ähnlich angenehmen Dingen auf dem Zimmer hatte.
Liebenswerte Typen, allesamt, aber etwas gruselig war's schon, zumal AIDS-Patienten gerne auch unter Sekundärinfektionen oder Pilzinfektionen leiden. Ich habe mir deshalb öfters mal Sorgen gemacht wegen gemeinsamer Toilettenbenutzung und so, aber obwohl mein Immunsystem runtergefahren war, ist da nichts passiert!

Der zweite Nachtrag zum Thema "Freunde":

Genau wie Du habe ich bemerkt, dass sich manche Leute nie melden, andere sporadisch, wieder andere - oft welche, von denen man es nicht erwartet hätte - plötzlich voll für einen da sind.

Da habe ich auf der einen Seite etwa zwei Pärchen im erweiterten Freundeskreis, die haben mich ständig besucht, abgelenkt, aus dem Krankenhaus geholt. Menschen, denen ich bis dato nicht so nahe stand, dass ich damit gerechnet hätte.

Und dann habe ich auf der anderen Seite da zwei, die mich ewig als "besten Kumpel" bezeichnen und sich nur haben blicken lassen, wenn sie von ihren Freundinnen gezwungen wurden.

Übel nehm' ich's ihnen nicht. Es gibt Menschen, die können damit nichts anfangen, die haben Angst vor Krankenhäusern, vielleicht sogar Ekel. Und ich wüsste nicht, wie ich agieren würde, wäre es umgekehrt. Selbst jetzt, nachdem ich selbst in dieser misslichen Lage war/bin.

Komischerweise kann ich trotzdem positive Bilanz ziehen: Ich habe mehr echte Freunde, als ich gedacht hätte Und hatte eigentlich keinen Tag im Krankenhaus keinen Besuch. Ich bin saufroh, dass ich solche Leute kenne!

Allerdings gibt's dann auch noch die, die nur einmal vorbeigekommen sind. Nicht, weil ihnen die Zeit fehlte, sondern einfach mal so, den Kranken begaffen, damit man was zu erzählen hat. Mit diesen Leuten werde ich künftig nicht mehr verkehren, denke ich

Aber trotzdem: Man merkt, wer ehrlich ist, wer in der Not für einen da ist. Und das ist im Grunde ja auch was Gutes, dann weiß man auch, wem man künftig Zeit widmen sollte und wem nicht. Eine Art Bereinigungsprozess. Ist sicher nicht verkehrt, man sammelt ja wirklich zahllose Vollidioten ein im Leben und die kann man danach bedenkenlos absägen

Gruß,
Christian
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  #47  
Alt 23.01.2009, 08:08
drowning drowning ist offline
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Standard AW: Wir haben ein Problem - Hodenkrebs

also ich kann vom ähnlichen berichten.
wenn meine mutter und mein vater sorgen um mich machten, dann nicht vor mir, sondern vor meiner frau.
die dachten sich alle, vor mir muß man stark sein, etc und solch scheiß.
und es ist für alle eine ausnahmesituation.

ich als krebsler liege da, schau dass ich die chemos durchdrücke und den ganzen scheiß. angehörige haben verlustängste, die angst den krebsler runterzuzehen und solch scheiß.
wie oft meine frau fertig war, nachdem sie mich besuchte denke ich mir.
ich war nicht fertig als sie ging, sondern froh, dass sie mich besuchte.

mich durften auch nicht viele leute besuchen ( frau, sohn, eltern, 2 freunde, bruder)
mehr wollte ich nicht, wegen der ansteckungsgefahr.
alle anderen freunde haben einmal angerufen, und dann war ausgemacht, dass ein freund die nachrichten streut.

es hat sich für mich und meine frau sehr viel verändert.
auf der einen seite will man normalität, auf der anderen seite haßt man oberflächlichkeit und sinnlosigkeit.
da mein sohne ein wenig über 2 jahre ist, hat er halt viel kontakt mit anderen kindern in dem alter, und deren eltern. die jetzt in den bekanntenkreis gewandert sind.
ich halte die stellenweise nicht mehr aus, weil was die für probleme haben, ist für mich lächerlich, aber eben nicht für die.
das mein sohn mit 2 jahren nicht in den englisch-frühförderunterricht geht, we alle anderen, hat damit zu tun, dass ich möchte, das mein kind als kind aufwächst.
das er spielen kann, dass er sein leben genießt, dass es ihm gutgeht, und damit auch uns. dass er fröhlich aufwächst. denn er hat genug mitgemacht.
und schlechte chancen, dass ich lange für ihm da bin.

alte bekannte und freunde , die in den 20ern hängengeblieben sind, die noch saufen und hardcoremäßig feiern, bei denen habe ich mich schon vor der erkrankung zurückgezogen.
aber es ändert sihviel für einen, und für außenstehende ist es so, wie wenn sie eeine schwere grippe haben. ein paar wochen nach de heilung ist der gedanke weg....

also liebe kiwi, ich glaube es ergeht den meisten so wie dir/euch
__________________
bunteeffekte.wordpress.com das ist mein blog, meine geschichte, mein seelenmüll
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  #48  
Alt 23.01.2009, 17:33
matze01 matze01 ist offline
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Beiträge: 131
Standard AW: Wir haben ein Problem - Hodenkrebs

Hi Kiwi,

das hat sich fast so angehört, wie bei mir. Ich hatte auch während der Chemo. und Strahlentherapie nebenbei noch mit familiären Problemen zu kämpfen. Ich bin dann auch erstmal auf Abstand zu meinen Eltern gegangen. Mittlerweile versuche ich den Kontakt zu halten, allerdings ist da irgendwas zerbrochen.....

Mit den Freunden war es ähnlich, wie bei euch...einige kamen andere nicht. Auch da habe ich meine Schlüsse draus gezogen. Wie vorher gesagt, ist es für Aussenstehende schwer zu verstehen, was in einem vorgeht und daß man eben nicht mehr einfach sagen kann: "Ich bin jetzt wieder gesund".

Ich wünsche euch alles Gute!
__________________
Gruß Matze

Alles wird gut!

Meine Story auf: https://sites.google.com/site/matzesseite
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  #49  
Alt 07.02.2009, 21:44
M+M M+M ist offline
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Beiträge: 95
Standard AW: Wir haben ein Problem - Hodenkrebs

Halli HAllo
Kaum zu Glauben
Meinem Mann gehts besser und jetzt hat er in seiner Stammkneipe 2 alte sogenannte Freunde getroffen.
Was soll man dazu sagen
Ich weiß es nicht
Die meinten nur: Mensch siehst du gut aus, .... bla bla bla
OK, Sie haben sich zwar gefreut ihn zusehen aber irgendwie war es nicht mehr wie vor einem halben Jahr.
SCHADE
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  #50  
Alt 08.02.2009, 12:45
enekin enekin ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 189
Standard AW: Wir haben ein Problem - Hodenkrebs

Hy

Mensch das freut mich das es deinen Mann wieder gut geht,ja das leben verändert einen nach so einer scheiß Sachen.
Aber es geht auch wieder-wir haben auch gemerkt was für Freunde hinter uns stehen,den rest kannste in die Tonne hauen.
Ich weiß auf lle fälle auf wem ich mich jeder zeit verlassen kann.
in 6-8Monaten sieht die Welt für euch ganz anders aus.


LG niki
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