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  #1  
Alt 15.05.2014, 13:44
rosie2 rosie2 ist offline
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Standard Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Liebe alle,
bei mir wurde kürzlich ein Adenokarzinom des Gebärmutterkörpers festgestellt. G2, T1b, keine weiterer Befall, Lymphknoten 0/28, Tumorgröße 3cm, 0,4 cm vom GEbärmutterrand entfernt.
Nach der Lymphknotenentfernung wurde mir ein Afterloading, also Bestrahlung der Scheidenschleimhaut zur Verhinderung von Lokalrezidiven empfohlen.
Bin unschlüssig, was ich tun will: Lokalrezidive in der Scheide machen nur einen Teil aller Rezidive aus, dafür sind die Nebenwirkungen offenbar nicht ohne. Da ich 54 Jahre alt bin, freue ich mich weder auf Probleme beim Geschlechtsverkehr wegen degenerierter Scheidenschleimhaut, Entzündungen in Darm und Blase usw.
Welche Erfahrungen habt Ihr?
Habt Ihr Literaturtipps? Die DKFZ-Materialien habe ich durch.
Ich freue mich über Infos.
Viele Grüße
Rosie2
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  #2  
Alt 15.05.2014, 17:22
Hexlein73 Hexlein73 ist offline
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Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Hallo Rosi,

ich wurde vor einem Jahr ebenfalls mit Endometriumkarzinom diagnostiziert, G1, PT1a, ich hatte "nur" eine Radikaloperation.
Was für mich schlimm genug war und ist, denn ich bin erst 40 Jahre alt und die Folgen dieser OP waren und sind für mich verheerend.

Was die Scheidenschleimhaut betrifft: Ja, das kann sein, dass die leidet nach einer Bestrahlung.
Allerdings, bei mir ist nach dieser OP eh alles ausgetrocknet und "eingeschrumpelt", ganz ohne Bestrahlung.
Wie uraltes Pergamentpapier ist die Scheidenschleimhaut nun.
Meine FÄ meinte dazu, das läge daran, dass mein Körper keine Hormone mehr in sich hat, und Schleimhäute nur mittels Östriol sich aufbauen können. Und das hab ich ja nicht mehr.
Ohne massiven Einsatz von Salben und Cremes ist es unmöglich, schmerzfreien Sex zu haben. Alles sehr schlimm für noch junge Menschen (mein Partner ist in meinem Alter), sich plötzlich mit Sachen herumzuplagen, die normalerweise 80-Jährige haben.

Denn wenn ich schon keine Lustgefühle und keine Erregung mehr fühlen kann, Schmerzen dabei will ich sicher nicht haben- und du bestimmt auch nicht.

Muss die Bestrahlung denn sein? Wie hoch ist das Risiko auf ein lokales Rezidiv, wenn du es lässt?
Was sagt dein/e Gyn?
Würdest du dich sicherer fühlen, wenn du die Bestrahlungen machen lässt?
Nebenwirkungen sind auch nicht bei jeder gleich, nur leider kann man vorher nicht sagen, wie es bei dir sein wird.
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  #3  
Alt 15.05.2014, 18:53
Waldhotel Waldhotel ist offline
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Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Hallo Rosi,
Ich hatte im Januar 14 auch die Total-OP wegen Gebärmutterkrebs, mit Ergebnis Gott sei Dank - G1. Mein Onkologe meinte , wenn wir jetzt die Radiologen fragen sagen die Bestrahlung , er meinte aber ich bräuchte sie nicht, das ist immer schwierig ich solle auch nochmal überlegen, denn die Nebenwirkungen sind nicht ohne und bei G1 würde er nur zur Vorbeugung eines Rezidivs nicht bestrahlen, also habe ich ihm vertraut, ob das alles genau so richtig ist weis ich nicht , das Leben ist ja immer Risiko.
Ich habe auch ohne Bestrahlungen genug Schwierigkeiten mit meiner Blase, die ist seit der OP nicht ok immer wieder HWE. auch habe ich eine Senkung bekommen da ja die Gebärmutter und Hals als Stütze fehlen. Aber ich muß zufrieden sein, hier im Forum gibt es viel schlimmere Sachen und Ergebnisse.
Hoffe , du entscheidest dich richtig. Alles Gute!
Waldhotel
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  #4  
Alt 29.05.2014, 23:10
rosie2 rosie2 ist offline
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Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Danke für Eure Antworten! Jetzt habe ich immerhin die Rückmeldung des Gynäkologen, dass das Rezidivrisiko um 5-7 Fälle pro 1oo Pat. gesenkt wird. Über Nebenwirkungshäufigkeiten konnte mir weder er noch die Ärzte in der Strahlentherapie etwas sagen. Sie sagen nur, sie hätte bei ihren Patientinnen noch nicht viel davon gehört (warum auch immer - vielleicht nicht nach Problemen beim Sex gefragt???).
Ich überlege noch und will mir eine zweite Meinung einholen. Wisst Ihr, wo man gut beraten wird? Ich muss dazusagen, dass laut Leitlinien bei mir tatsächlich bestrahlt werden müsse. Die vorgeschlagene Dosis war 6x5Gray. Wieviel war es bei Euch?
LG Rosie
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  #5  
Alt 29.05.2014, 23:23
mse13 mse13 ist offline
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Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Hallo Rosie,
ich habe vor Kurzem 4 Afterloadings hinter mich gebracht. Keinerlei Probleme deshalb. Ich hatte Gebärmutter Krebs durch Müllerschen Mischtumor, G3, also sehr aggressiv. Chemo habe ich abgelehnt, ebenso Bestrahlung von außen. Ob die Afterloadings etwas gebracht haben, werde ihm natürlich nie erfahren, aber geschadet haben sie auf jeden Fall nicht.
Alles Gute für dich.
Liebe Grüße
Monika

Oh je, man sollte schon die Vorschau nutzen. Natürlich "ich" nicht "ihm". Ich hatte 4mal 2gray.

Geändert von gitti2002 (30.05.2014 um 00:23 Uhr) Grund: Beiträge zusammengeführt
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  #6  
Alt 01.06.2014, 16:24
Zaubi100 Zaubi100 ist offline
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Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

hallo Rosie2,
seit neun Jahren schon lese ich in diesem Forum, habe mich wegen deiner Frage nun auch offiziell angemeldet: ich war 2005 mit 45 Jahren betroffen von Endometrium-Ca, Klassifikation mind. pT2b (ausgedehntes Adenocarcinom, Infiltration bis an die Serosa reichend), pN0 (0/28), pMX, leider auch G2. Nach Hysterektomie, Salpingektomie, Adnexektomie, parametraner und paraaortaler Lymphonodektomie war die anschl. Behandlungsempfehlung meines Arztes die Brachytherapie. Mit dem Strahlentherapeuten (an einer anderen Klinik als der Operateur) gab es danach durchaus kontroverse Diskussionen, denn er wollte unbedingt noch die 30 perkutanen Bauchbestrahlungen machen, die er für notwendig hielt. Diese habe ich konsequent abgelehnt (es war sehr anstrengend, da bei jeder meiner sieben Brachytherapietermine das Thema Bauchbestrahlung wieder angesprochen wurde). Ich habe gegen Widerstand des Radiologen, aber mit der moralischen Unterstützung meines Operateurs, die große Bauchbestrahlung wegen der zu befürchtenden gravierenden Nebenwirkungen "erfolgreich verweigert". Die Brachytherapie umfasste 7 x 3 Gy, war nicht angenehm, aber auszuhalten. Während der Therapie hatte ich mehrfach leichte Blasenentzündungen, das war alles. Gut helfen kann man sich in der Zeit mit Tampons, die z. B. mit Naturjoghurt getränkt sind und schön kühlen oder man bestreicht Tampons mit Bepanthen-Salbe gegen die Entzündung; das waren brauchbare Tipps meiner FÄ. Die einzige dauerhafte Folgewirkung von OP, Hormonentzug und Brachytherapie ist bei mir eine dünnere, trockenere und empfindlichere Scheidenschleimhaut, aber dagegen lässt sich mit Gels, Zäpfchen usw. was machen. Die Degeneration der Scheidenschleimhaut kann auch vom Hormonmangel der Wechseljahre kommen, das ist nicht unbedingt allein der Strahlentherapie geschuldet. Alles in allem bin ich froh, dass ich nur die Brachytherapie hatte; die Folgen sind für mich harmlos im Vergleich zu den großflächigen perkutanen Bauchbestrahlungen. Ich würde es jederzeit wieder so machen und denke, die Brachytherapie kann man als Vorbeugung gegen die doch immer wieder vorkommenden Scheidenstumpfrezidive auf sich nehmen. Aber sicher reagiert jeder Mensch individuell auf die Strahlentherapie, niemand keine seine Erfahrungen verallgemeinern. Wie du siehst, lebe ich noch, es geht mir gut. Ich hatte bis jetzt viel Glück und kann nur hoffen, dass das noch lange so bleibt.
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  #7  
Alt 07.06.2014, 19:10
rosie2 rosie2 ist offline
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Beiträge: 6
Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Hallo Zaubi100,
vielen Dank fürs Anmelden und die ausführliche Beschreibung. Das ist schon eher ermutigend. Offenbar ist es nicht notwendig, mit 6x5 Gray zu arbeiten. Ich gehe erst einmal in eine andere Klinik und hoffe, dass man dort zugewandter ist.
Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du gesund bleibst!
Lieber Gruß
Rosie2
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  #8  
Alt 20.06.2014, 12:07
shinelightlikeadiamond shinelightlikeadiamond ist offline
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Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Hallo Rosie,
ich hatte im Winter 2013 28 Bestrahlungen von aussen und danach noch 2x3 Afterloadings. ich war auch skeptisch, ob das denn noch sein müsse, hatte auch 5x Chemo, und beim MRI wurde festgestellt, dass bereits nach 18 Bestrahlungen der Tumor nicht mehr eindeutig nachweißbar war (Primärtumor war 1,3cm, ein Lymphknoten war befallen).
Ich hab es aber durchgezogen, mit Komplemetärmedizinischer Begleitung, und im Nachhinein muss ich sagen, ich würde es wieder tun. Die Nachwirkungen waren zwar nicht sehr toll, Schmerzen und leichte Blutungen beim GV, aber ich hab dann ganz viel mit Ringelblumensalbe geschmiert (auch weil mir immer das Horrorszanario der "Schrumpfscheide" erklärt wurde). Hatte nach 3 Monaten Untersuchung, und die Ärztin war ganz aus dem Häuschen, weil man absolut nichts mehr erkennen kann, sie meinte, wenn man es nicht wüßte, würde man nicht merken, dass ich diese Kranheit und Therapie durchmachte.
Ich schmier noch immer regelmässig, ist schon fast ein Ritual, und mir gehts hervorrragend. Auch die Nachwirkungen der Chemo, das Kribbeln in den Beinen, wird langsam aber sicher besser.

Ich schwör auf Ringelblumensalbe!

Alles Gute Dir!
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  #9  
Alt 30.06.2014, 00:27
rosie2 rosie2 ist offline
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Beiträge: 6
Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

Liebe shinelikeadiamond,
Das ist sehr ermutigend. Ich habe mich jetzt doch gegen die Bestrahlung entschieden und hoffe auf die guten Wirkungen von frischer Luft und viel Gemüse? und ein paar Mittelchen: Mistenspritzen, Equizym und basische Ernährung. Dr. Coy hatte ich kurz probiert, das hat mich aber mehr gestresst als alles andere.
Was machst Du denn komplementärmedizinisch?
Herzliche Grüße von Rosie2
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  #10  
Alt 30.06.2014, 19:45
shinelightlikeadiamond shinelightlikeadiamond ist offline
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Beiträge: 11
Standard AW: Afterloading Gebärmutterkarzinom - Erfahrungen?

ich hatte eine homöopathische begleitherapie.
weiters habe ich eine echt gute broschüre geliehen bekommen einer krebs-komplementärmedizinerin aus linz. da standen so empfehlungen wie viel spazierengehen, selen als ergänzungsmittel, visualisieren...ich hab mir halt herausgesucht, was mir entsprochen hat. habe viel ananas und himbeeren gegessen, brokkoli und kurkuma. bestrahlungskost hab ich abgelehnt, wozu soll das gut sein?
ich glaube, es ist auch sehr wichtig, sich mental und seelisch mit der krankheit auseinander zusetzen. das dauert natürlich, aber ich kann jetzt sagen, ich habe das beste daraus gemacht und auch für mich was gelernt.
die letzte große unetrsuchung war grade (mri) und es ist alles bestens. regel hab ich zwar keine mehr, nur ab und zu blutungen, aber wechselbeschwerden hab ich auch keine.
bin oft selber erstaunt, wenn ich daran denke, dass ich wirklich krebs hatte.
bin sehr dankbar, dass es mir gut geht.
wünsche dir das beste!
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Stichworte
adenokarzinom, afterloading, bestrahlung, brachytherapie, endometriumkarzinom


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