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  #1  
Alt 30.06.2015, 12:21
Juli100 Juli100 ist offline
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Beiträge: 64
Standard Ist das normal? Kaum mehr ansprechbar und null Appetit

Hallo miteinander,
meiner Frau (Endometriumkarzinom) geht es nicht mehr gut. Sie ist jetzt zu Hause, und wir haben einen palliativen Dienst, der uns in Sachen Schmerzmittel betreut.
Positiv ist, dass sie momentan keine Schmerzen hat, weil sie über eine kleine Schmerzpumpe am Port eine Palladon-Mischung bekommt. Außerdem erhält sie jeden Morgen eine Infusion mit Flüssigkeit und Sachen für den Magen (u. a. auch Cortison).

Allerdings macht mich ihr Gesamtzustand doch sehr traurig. Sie schläft fast den ganzen Tag. Sie bekommt zwar viel mit, antwortet manchmal auch sinnvolle Sachen, aber oft auch eher wirr.
Außerdem hat sie seit fast 3 Tagen nichts gegessen. Sie hat keinen Appetit. Sie wird jetzt noch mal parentale Ernährung über den Port bekommen, um vielleicht etwas zu Kräften zu kommen.

Sie hat in den vergangenen 2-3 Wochen stark abgebaut. Als ich sie am 10. Juni aus dem Krankenhaus abolte, haben wir danach noch zusammen das Auto gewaschen und gesaugt. Dann am Wochenende saßen wir mit Freunden im Garten und haben uns normal unterhalten. Sie hatte trotz starker Phentanyl-Schmerzpflaster immer noch Schmerzschübe, und in diesen Momenten fiel es sehr schwer sie so zu sehen.
Seit der Schmerzpumpe sind zwar die Schmerzen weg, aber sie ist immer wie benebelt. Wir können kein längeres vernünftiges Gespräch führen. Ich wollte einige Sachen besprechen, aber es klappt nicht. Durch die Appetitlosigkeit hat sie noch mal abgenommen und hat so wenig Kraft, dass sie nicht mehr alleine nur zur Toilette gehen kann.
Heute ist der 30. Juni, und es ist alles ganz anders als am 10.

Ist das normal? Gibt es keine Alternative der Schmerzlosigkeit, aber so, dass man noch reden kann und nicht nur dahindämmert wie unter Drogen?
Ist das mit dieser Appetitlosigkeit normal?

Was sind Eure Erfahrungen?

Ihr Wunsch ist es noch immer, sich aufzuraffen und noch mal als letzte Hoffnung eine Chemo mit Caelyx zu machen, in der Hoffnung, unsere kleine Tochter weiter aufwachsen zu sehen. Die Ärzte sagen natürlich, dass das in diesem Zustand nicht geht und haben da auch Recht. Aber jetzt wo sie so benebelt ist, sehe ich es irgendwie als meine Pflicht an, mich darum zu kümmern, ob man nicht noch irgendwas für sie machen kann. Oder einfach mit ihr besprechen, wie sie alles sieht und was sie sich im Fall des Ablebens wünscht.

Ich denke mir: Mag sein, dass es das Ende ist - aber dann doch nicht so!
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  #2  
Alt 30.06.2015, 17:14
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Registriert seit: 08.04.2009
Beiträge: 2.160
Standard AW: Ist das normal? Kaum mehr ansprechbar und null Appetit

Hallo,
gerade habe ich deinen Beitrag von heute nachmittag gelesen. Es tut mir sehr .leid, dass deine Frau so sehr abgebaut hat.
Zitat:
Seit der Schmerzpumpe sind zwar die Schmerzen weg, aber sie ist immer wie benebelt. Wir können kein längeres vernünftiges Gespräch führen. Ich wollte einige Sachen besprechen, aber es klappt nicht. Durch die Appetitlosigkeit hat sie noch mal abgenommen und hat so wenig Kraft, dass sie nicht mehr alleine nur zur Toilette gehen kann
Fakt ist, dass sie sehr starke Schmerzmittel bekommt und diese ihre Nebenwirkungen haben. Es ist nicht immer einfach, einen Patienten mit starken Schmerzen so einzustellen, dass er weitgehend schmerzfrei sind.

Zitat:
Sie hatte trotz starker Phentanyl-Schmerzpflaster immer noch Schmerzschübe, und in diesen Momenten fiel es sehr schwer sie so zu sehen.
Gerade die Schmerzspitzen (dies nennen die Fachleute so) sind manchmal schwer zu behandeln.
Bitte teile dem behandelnden Arzt Deine Beobachtungen mit, sage ihm auch, dass Du wichtige Angelegenheiten noch mit Deiner Frau besprechen willst. Ich denke, der Artzt wird dies verstehen und die Dosis der Medikamente entsprechend anpassen.

Nun möchte ich Dir und Deiner Familie noch ein großes Kraftpaket auf die Reise schicken,

Liebe Grüße,
Elisabethh.
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