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  #1  
Alt 19.08.2014, 16:54
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard BSDK der Mama

Vorweg möchte ich diesem Forum ein großes Lob aussprechen. Es ist schön zu sehen, wie man sich hier gegenseitig unterstützt, Mut macht oder einem einfach nur „zugehört“ wird. Vielen Dank somit an alle, die dieses ermöglichen!!

Nun zu mir bzw. meiner Geschichte – ich entschuldige mich schon direkt für meinen Roman, den ich schreiben werde.

Es geht um meine Mutter. Sie ist gerade 65 geworden und der größte Schatz, den man sich nur wünschen kann ( wie hoffentlich jeder über seine Mama denkt ).
Mitte Mai ging sie zum Arzt, auf Grund von Verdacht auf Magenschleimhautentzündung. Daraufhin kam sie direkt ins Krankenhaus. Am 15. Mai wurde Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Lebermetastasen festgestellt. Natürlich brach uns (meiner Schwester, Mutter und mir) der Boden unter den Füßen weg. Ich muss dazu sagen, dass meine Oma ebenfalls Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte – jedoch noch zwei weitere Tumore. Meine Mutter hat ihre Mutter zu Hause gepflegt, bis sie für immer eingeschlafen ist und hat immer gesagt, sie möchte nie so leiden wie ihre Mutter (das tut sie aber!)– das hat sie auch der Ärztin gesagt. Auch ich habe immer gesagt, ich möchte einen Menschen nie wieder so leiden sehen, wie Oma. In meiner Familie ist Krebs bisher so gut wie immer die Todesursache gewesen.
Nach der Diagnose wurde ein Gallenröhrchen gesetzt, da die Galle schon sehr angestaut war. Ebenfalls wurde ein Port gesetzt – das alles natürlich nicht ohne Komplikationen. Es war schon schlimm. Es folgten Fieberschübe und sie musste Antibiotika nehmen. In dieser Zeit hatten wir einen Termin beim Onkologen. Meine Mutter konnte man überhaupt nicht wiedererkennen. Sie ist immer eine flotte, lebensfrohe Frau gewesen. Der Arzt hat sich für eine Chemo mit Gemcitabine entschieden. 1 x in 3 Wochen, dann eine Woche Pause und weiter. Später sollte eine Kombinationschemo gemacht werden. Soweit kam es leider bisher nicht.
Die Chemo hat sie „gut“ verkraftet. Es waren kaum Nebenwirkungen, sie war nur etwas müde. Sie hat in dieser Zeit bei mir gewohnt, da man noch nicht wusste, wie es alles auszuhalten ist und sie nicht ganz alleine sein sollte. Trotzdem konnte man noch raus und etwas unternehmen. Meine Mutter ist hochmotiviert gewesen den Krebs zu bekämpfen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Natürlich gab es aber sehr viel Weinerei! In der Woche, wo sie Chemopause hatte, sollte ein neuer Stent gesetzt werden, dieses Mal in Metall. Sie bekam aber vorher 1 Thrombose im Arm und 3 im Bein und eine Lungenembolie. Somit wurde sie einen Tag nach ihrem 65.Geburtstag wieder ins Krankenhaus eingewiesen. Sie lag 3 Wochen gewickelt von oben bis unten aber es wurde immer besser. Wir haben uns gefreut, dass es endlich weitergehen kann aber haben uns zu früh gefreut.
Ich habe bei meiner Mutter geschlafen und wir habe noch etwas unternommen. Zwei Tag nach der Entlassung, bin ich morgens aufgewacht und meine Mutter war in einem sehr seltsamen Zustand. Kaum Reaktion, konnte nicht aufstehen, starrte – sie hat einem einfach nur Angst gemacht. Man hätte aber auch meinen können, dass sie noch im Halbschlaf ist. Daraufhin habe ich meine Schwester angerufen, die dann auch kam. Im Endeffekt ist sie mit Notarzt ins Krankenhaus gekommen. Sie bekam direkt Antibiotika. Es stellte sich heraus, dass sie eine Sepsis hatte und Portinfektion. Der Port wurde einen Tag später mit einer Not OP entfernt. Die Sepsis war wirklich sehr, sehr übel und wir haben zwei Tage gebangt. Eigentlich war ich nur noch am weinen, das konnte man sich nicht anschauen! Sie hat insgesamt 3 Wochen Antibiotika bekommen, denn auch der MRSA-Keim hat sich angesiedelt. Mama hat einfach alles mal mitgenommen, was möglich war. Sie kommt bis heute ( nach 6 Wochen ) noch nicht aus dem Bett. Bewegen geht einigermaßen, Reden tut sie noch sehr langsam. Nach 5 Wochen waren wir das allererste mal mit dem Rollstuhl an der frischen Luft und sie war doll am weinen, dass sie nach Hause möchte. Wir haben ihr in dieser schwierigen Zeit erklärt, warum es alles so lange dauert und sie so schwach ist. Sie fragt immer wieder, womit sie das verdient hat und was sie schlechtes getan hätte.
Letzte Woche kam sie für 4 Tage in die Kurzzeitpflege, was überhaupt nicht geklappt hat. Mit Mama ging es in dieser Zeit rapide bergab, dabei hatten wir doch gerade erst ein Erfolgserlebnis. Sie hatte Schmerzen ohne Ende und die Übelkeit kam sehr durch. Sie kam dann wieder auf die Palliativ. Die Medikamente wurden etwas umgestellt bzw. höher dosiert. Ihr ist ganz oft schlecht und ist richtig doll am leiden. Letzten Freitag wusste sie gar nicht wohin vor Schmerzen und ich stand hilflos daneben und wusste einfach gar nicht, wie ich helfen konnte. Als sie eingeschlafen war habe ich erstmal Rotz und Wasser geheult – das ist wirklich nicht zum aushalten seine Mama so leiden und wie ein Häufchen Elend zu sehen. Meine Güte!
Nun bekommt sie seit gestern wieder Antibiotika, da die Entzündungswerte innerhalb von einer Woche doppelt angestiegen und die Leberwerte schlecht sind. Zusätzlich hat sie wieder Gelbsucht bekommen. Natürlich ist sie wieder ganz geschlaucht, genervt und ängstlich, was nun wieder ist. Sie möchte immer noch einfach nur nach Hause.
Nun auch meine Fragen…es wird in jedem Bericht geschrieben, dass man nicht leiden muss…es wird gesagt, der Arzt muss sich Zeit nehmen etc. Man fühlt sich jedoch alleine gelassen und keiner sagt einem irgendwas. Man muss sich als Angehöriger alles nachlesen, was man machen könnte etc. und die Ärzte und Schwestern darauf hinweisen. Was ist da bloss los??? Und wieso kann einem keiner bei Papierangelegenheiten helfen? Man steht da und weiss von nichts und bekommt keine Hilfe. Ist die Situation nicht schon schwer genug?
Es geht auch um die Frage, wie es weiter geht. Wenn medizinisch nicht mehr geholfen werden kann..was sollen wir tun. Ich möchte Mama absolut nicht in ein Hospiz bringen – ich weiss, es ist „schön“ und „hoffnungsvoll“ dort aber sie soll nicht aufgeben oder denken wir schieben sie ab. Ich würde ihr gerne den Wunsch erfüllen mit einer 24-Std.-Kraft nach Hause zu können. Hat in dieser Hinsicht jemand Tipps?
Man möchte auch eigentlich über so viel mit Mama reden. Aber sobald man nur darüber nachdenkt ein Thema anzusprechen ist man schon wieder von Tränen übergossen.
Man liest auch, was noch alles kommen kann, man bekommt noch mehr Angst. Kann man irgendwie vorbeugen??? Ist ja nicht so, dass man eh schon Angst vor dem Tag und der Nacht hat. Ich für meine Verhältnisse bin immer vor- und nach der Arbeit sowie ca. das ganze Wochenende bei meiner Mama. In jeder freien Minute bin ich bei ihr und bekomme ab und an schon einen kleinen Anranzer. Ich mag sie aber nicht alleine lassen, das möchte ich mir nicht vorwerfen und ich habe ihr immer versprochen für sie da zu sein. Davon ab kann ich mir noch nicht vorstellen, wie es mal werden soll, denn wir sind wie Zwillinge und haben einiges zusammen durchgemacht und erlebt.
Ich habe Berichte und Befunde angefordert, um diese nach Regensburg, Linz und Heidelberg zu schicken, wo es immer mal neue Verfahren gibt – die Hoffnung gibt man doch eigentlich nicht auf! Auch wenn man jeden Tag einen neuen Dämpfer bekommt. Sie hatte doch überhaupt noch gar keine Chance gegen den Krebs zu kämpfen :-(

Ihr Lieben, ich danke euch, dass ihr meinen langen Text gelesen habt und freue mich auf Zuschriften.
Ich habe versucht es einigermaßen kurz zu halten…

Geändert von gitti2002 (19.08.2014 um 17:06 Uhr) Grund: NB
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  #2  
Alt 20.08.2014, 05:22
Benutzerbild von RudiHH
RudiHH RudiHH ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Hallo
Ich habe mir es durchgelesen wirklich sehr viel.
Das mit der Port Infektion ist wirklich übel.

Alles gute zu euch wo kommt ihr her?

Lieben Gruß
__________________
.
Rüdiger
--------------------------------------------------
Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

Wir werden Kämpfen!
Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
http://krebs-infozentrum.de/index.ph...sch-Nein-BSDK/
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  #3  
Alt 20.08.2014, 07:39
mausi69 mausi69 ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Guten Morgen!

Auch ich habe deinen Beitrag gelesen und fühlte mich in die Zeit zurück versetzt als meine Mama noch kämpfte!
Bei diesem Krebs könnt ihr nichts vorbeugend tun! Schmerzen müssen und dürfen bei Krebspatienten nicht sein nimmt Kontakt zu einem palliativdienst auf! Das ist ganz wichtig!
Wenn du deine Mama nicht in ein Hospiz geben möchtest, besteht die Möglichkeit das du dich entweder krank schreiben lässt (aber eher unwahrscheinlich da du nicht weißt wie lange der Kampf dauert) oder du lässt dich unentgeltlich für die Pflege deiner Mama freistellen! Brauchst dann allerdings Unterstützung von einem Pflegedienst!

Habt ihr schon eine Pflegestufe oder wenn nicht schon einen Antrag gestellt?

Lg mausi
__________________
Meine Mama
BSDK ED 05.02.2014

28.07.1949 - 22.06.2014

Du warst es wert so sehr geliebt zu werden!
Du bist es wert, das so viel Traurigkeit an deiner Stelle geblieben ist!



http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62514
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  #4  
Alt 20.08.2014, 13:37
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.
Ich weiss, der Text ist sehr lang - aber es tat auch gut es einfach mal zu schreiben.

Rüdiger, die Portinfektion hat einfach alles kaputt gemacht :-( Wir kommen aus Niedersachsen. Danke für die Wünsche.


Mausi, erst einmal noch mein Beileid. Ich weiss man findet keine richtigen Worte! Der Verlust deiner Mama tut mir wahnsinnig leid. Ich habe in der Signatur gelesen, dass sie Mamas Jahrgang ist und sich die Zeit gerade relativ überschneidet.
Ich weiss, das überall gesagt wird, dass Schmerzen nicht sein müssen aber es ist die Hölle. Ich versteh es auch nicht. Sie hat gestern abend sehr viel Medikamente bekommen, weil sie diese schlimme Übelkeit und Schmerzen hatte. Es hat von 18-21:30 Uhr gedauert, bis mal etwas angeschlagen hat.
Mit einem Palliativdienst sind wir in Verbindung. Heute wollte sie auch vorbei kommen.
Pflegestufe 1 sind wir nun auf jeden Fall. Die zweite ist beantragt aber so wie ich das verstanden habe prüfen die zu Hause erst einmal die Umstände?
Mit der Freistellung werde ich mich erkundigen! Mein Problem ist nur, dass ich - wenn ich krank geschrieben oder freigestellte werde - direkt mit meiner Kündigung rechnen kann. Ist mir aber auch ehrlich gesagt egal, denn die Zeit mit Mama gibt mir keiner mehr und ich möchte mir niemals etwas vorwerfen!
Darf ich fragen, wie du deine Mama gepflegt hast? War sie in einem Hospiz?
Man weiss einfach nicht was richtig oder falsch ist
Danke für deine Tipps!

Lg
Zwilleling
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  #5  
Alt 20.08.2014, 14:04
Benutzerbild von Monika Rasch
Monika Rasch Monika Rasch ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Hallo zwilleling, gerade am Samstag war ich zu der Beerdigung eines Sportgruppenkameraden.
Er hatte seit einem Jahr BSDK,
und nach unzähligen Krankenhausaufenthalten und zuhause Betreuung durch seine 4
Kinder(abwechselnd, alle erwachsen, alle auch schon verheiratet und eigene Kinder) ging es irgendwann einfach nicht mehr- obwohl die 4 sich
abwechselten.
Dann war er 2 Wochen bei einer Tochter einquartiert, und trotz SAPV ging
es über ihre Kraft und er kam ins Hospiz.
Es war für alle eine Erlösung.
Er fühlte sich dort total wohl,bekam Besuch von Freunden und
Sportkollegen- die nie zu ihm nachhause gegangen wären weil sie
meinten dort zu stören.
Es hat noch gute Gespräche gegeben, und die Kinder( Ferienreisezeit
begann, alle hatten gebucht, wollten mit ihren Kindern weg) konnten
beruhigt wegfahren, abwechselnd.
Du alleine - wie willst Du es schaffen- will Deine Mama das denn
überhaupt, macht es ihr nicht ein schlechtes Gewissen, wenn Du selber
auch noch elend wirst ?
Hospiz ist kein abschieben, Hospiz ist die Möglichkeit ohne das ganz alltägliche Sorgengeschäft einfach noch eine gute Zeit mit Deiner Mama zu verbringen, qualitativ richtig gute Zeit.
__________________
Mein Ehemann Georg+36jährig+1988(NHL)
Mein Liebster Joachim+42jährig+1997 (kleinzell. Bronchial Ca.)
Ich : 2002 DCIS re.Mamma, operiert, bestrahlt, AHT
Meine Schwester Heike +2011(Bronchialca)
Unsere Mama +2013(operiertes Glioblastom, Nierenversagen bei Temodal Therapie)
Meine Schwester Sandra(45),TN mamma Ca.metastasiert, +21.11.2015
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  #6  
Alt 20.08.2014, 14:21
Chari Chari ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Zitat:
Zitat von Zwilleling Beitrag anzeigen

Nun auch meine Fragen…es wird in jedem Bericht geschrieben, dass man nicht leiden muss…es wird gesagt, der Arzt muss sich Zeit nehmen etc. Man fühlt sich jedoch alleine gelassen und keiner sagt einem irgendwas. Man muss sich als Angehöriger alles nachlesen, was man machen könnte etc. und die Ärzte und Schwestern darauf hinweisen. Was ist da bloss los?

Und wieso kann einem keiner bei Papierangelegenheiten helfen? Man steht da und weiss von nichts und bekommt keine Hilfe. Ist die Situation nicht schon schwer genug?
Es geht auch um die Frage, wie es weiter geht.

Wenn medizinisch nicht mehr geholfen werden kann..was sollen wir tun. Ich möchte Mama absolut nicht in ein Hospiz bringen – ich weiss, es ist „schön“ und „hoffnungsvoll“ dort aber sie soll nicht aufgeben oder denken wir schieben sie ab.

Ich würde ihr gerne den Wunsch erfüllen mit einer 24-Std.-Kraft nach Hause zu können. Hat in dieser Hinsicht jemand Tipps?
Hallo du

Bei uns war es am Anfang auch so dass die Ärzte sich nicht wirklich gut verhalten haben, mit uns als Angehörige wird selten geredet und meine Mama wollte uns nie alles mitteilen was der Arzt gesagt hat (bzw manchmal bekam sie nur eine Zettel mit Ärztekauderwelsch und wir mussten dann daheim googeln was damit überhaupt gemeint ist)

Unserer Hausärztin war auch sehr unsensible, sie meinte zu Mama dass sie mit ihren 45+ doch Glück hatte solange leben zu dürfen und zwei fast erwachsene Kinder zu haben (meine Schwester beim Befund 14 und ich 21) während andere junge Mütter schon an Krebs erkranken.

Den ersten richtig guten Arzt (aus meiner Sicht) hatten wir dann erst auf der Palliativstation, der hat sich auch Zeit für die Angehörigen genommen und viel mit uns geredet (besonder mit meiner Schwester und mir)

Mein Papa hat alles mit den Behördensachen geregelt, Frühpension und dann die Pflegegelder. Dauert leider nur sehr lange, als wir endlich Stufe 2 bekommen haben, hatten wir schon den Antrag für die nächste Stufe draussen (aber wir sind nicht aus Deutschland also vielleicht ist es dort besser) Jedenfalls kommt es mir so vor als würde man in D mehr unterstützt werden (wenn ich zb lese dass manche noch CTs bekommen obwohl die Chemo schon eingestellt wurde - wir mussten um jedes CT betteln und als es "austherapiert" hieß nachdem die palliative Chemo nichts brachte wars sowieso vorbei damit)

Meine Mama wollte auch immer zuhause sterben, wir hatten auch eine 24 Stunden Hilfe bekommen aber das war leider ziemlich umsonst. Hat meiner Mama mehr Nerven gekostet als sonst was. (konnte nicht kochen und meine Mama ist noch 3 Wochen vor ihrem Tod selber in der Küche gestanden/ist weggelaufen wenn Mama sich übergeben musste/ist stundenlang verschwunden und war nicht auffindbar) Aber wie gesagt wir sind aus Ö also vielleicht ist in D dort die Pflege besser.

Am Ende war sie dann 2 Wochen im KH (weil sie eine Beinwasserablasstechnik getestet haben) aber dann ist sie gleich danach auf die Palliativ gekommen und nicht wieder nach Hause.

Am Ende war die Mama froh auf diese Station gekommen zu sein, zu Hause hätte es einfach nicht funktioniert und auf der Station waren wirklich alle super zu ihr und ihr hat es dort gut gefallen (auch wenn sie kaum eine Woche dann dort war nur) Wie Monika schon gesagt hat, sieh es nicht als abschieben oder so sondern als Hilfe.
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  #7  
Alt 20.08.2014, 14:22
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Hallo Monika,

vielen Dank für den Bericht. Um deinen Sportkollegen tut es mir leid Es ist wirklich traurig.
Hm, also es ist so.
Meine Mutter hat ihre Mutter ja auch zu Hause gepflegt bis sie gestorben ist. Mama würde so etwas niemals nicht von uns Kindern verlangen. Wir sind auch nur zu Zweit. Meine Schwester hat Familie und ich bin alleine.
Das Hospiz ist natürlich eine "gute Sache", das weiss ich wohl. Es ist halt so, dass es in unserem Ort keines gibt - auch das ist natürlich nicht das Problem.
Meine Mutter sagt nur immer wieder, dass sie nach Hause möchte und sie sich auf eine 24-Std.-Pflege "einlassen" würde. Das heisst bei ihr schon was.
Wenn man das Wort Hospiz hört, denkt man immer direkt an das Ende und sieht gar nicht das positive darin. Ich persönlich habe einfach höllisch Angst, dass sie dann direkt aufgibt, darunter leidet nicht in ihrer Umgebung ist, Freunde nicht so schnell da sein können...etc. Ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Sie soll auch nicht denken, dass wir sie aufgegeben haben, weisst du was ich meine?
Sie kann ja nicht einmal mehr aus dem Bett ( nach der Blutvergiftung ), das heisst wir können nichtmal irgendwas unternehmen und noch schöne Zeit verbringen oder ihr Wünsche ausserhalb erfüllen.
Ich habe halt überlegt einen 24-Std.Pflegedienst zu beanspruchen, dazu den Palliativdienst und mich. Ich würde alles für sie tun!
Wovor ich so Angst habe - die Medikamente. Sie hat einfach so viel und oft Schmerzen, dass gar nicht so oft ein Pfleger kommen könnte und die 24-Std.Kraft darf die Medikamente nicht geben. Wenn das nicht so ein Problem wäre
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  #8  
Alt 20.08.2014, 14:25
Chari Chari ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Zitat:
Zitat von Zwilleling Beitrag anzeigen
Wovor ich so Angst habe - die Medikamente. Sie hat einfach so viel und oft Schmerzen, dass gar nicht so oft ein Pfleger kommen könnte und die 24-Std.Kraft darf die Medikamente nicht geben. Wenn das nicht so ein Problem wäre
Bei uns gab es da zwei Möglichkeiten, eine ohne medizinische Ausbildung und eine mit medizinischer Ausbildung (wobei das nur heißt das Frau X vor 20 Jahren mal Krankenschwester gelernt hat)

Wobei natürlich die zweitere Option um einiges teurer ist pro Tag.
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  #9  
Alt 26.08.2014, 18:30
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Hallo ihr Lieben.

Ich brauche eure Hilfe.
Meine Mama (65) hat Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Lebermetastasen, festgestellt am 15. Mai 2014.
Bisher bekam sie einen Zyklus, sprich 3x1 Chemo. Mehr konnte nicht gemacht werden, da sie Thrombosen, Lungenembolie, Portinfektion und Blutvergiftung bekam. Sie liegt seitdem eigentlich im Krankenhaus und kommt nicht auf die Beine.
Dann kam die schreckliche Übelkeit und höllische Schmerzen. Diese Woche wurde beim Ultraschall aber festgestellt, dass die Metastasen zurückgegangen sind.
Ich habe Befunde u Berichte an einige Kliniken geschickt. Heute kam ein Anruf aua Essen Ruhr, dass ich auf einen Termin vorbeikommen kann. Ich möchte mir niemals vorwerfen, dass ich nicht alles probiert habe.
Ich weiss Bsdk ist eigentlich nicht zu heilen aber es ist die Mama.

Ihr würdet es auch probieren oder meint ihr, dass alles umsonst ist?

Geändert von gitti2002 (26.08.2014 um 18:38 Uhr) Grund: Themen zusammengeführt
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  #10  
Alt 26.08.2014, 23:43
Flinchen Flinchen ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

hi du,
bei uns hat meine mama zwar magenkrebs mit lebermetastasen,aber unsere geschichten ähneln sich...
ich lebe auch in niedersachsen, meine mutter wohnt aber in essen. wir haben uns in der uni-klinik auch eine zweite meinung eingeholt,denn ich will auch nichts unversucht lassen.
mach das und fahr hin-vielleicht aber nur du alleine?
bei uns haben sie die Therapie des behandelnden krankenhauses in essen bestätigt und das das mir eine große erleichterung.
ich wünsche dir weiterhinviel kraft!!
alles liebe
kristina
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  #11  
Alt 29.08.2014, 15:49
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Chari, dir nochmal vielen Dank für deine "Geschichte" Es ist schon alles schlimm genug dass man so etwas schlimmes erleben muss und wenn man sich dann nichtmal aufgehoben fühlen kann ist es nicht gut.

Flinchen, dir auch Danke für den Zuspruch!

Den Arzt aus der Klinik hat uns angerufen und gesagt, dass die das Gleiche von der Behandlung gemacht hätten. Es gibt also tatsächlich keine Chance😢
Nun wurden gestern wie Thrombosen in beiden Beinen festgestellt. Aber laut Schwestern ist es ja nur Wasser. Mama hat auch wieder Luftprobleme - bei den letzten Thrombosen hatte sie Lungenembolie. Ich hoffe soweit kommt es nicht wieder...aber lt Schwestern ist es die Schwäche. Jaja!

Meine Mama leidet sehr an der Übelkeit. Bekommt zwar schon Vomex etc aber hilft nicht. Die Astronautenkost ist nun abgestellt um zu testen ob es davon kommt. Aber wenn es der Tumor ist...gibt es denn nichts, was man dagegen machen kann??? Es wird doch immer gesagt es soll keiner leiden

Morgen schauen meine Schwester und ich uns das Hospiz an😢
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  #12  
Alt 29.08.2014, 16:20
mausi69 mausi69 ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Hallo!

Leider ist der BSDK mit einer von den aggressivsten!
Es muss und darf kein Krebspatient leiden. Meine Mama hatte bis zum Schluss keine schmerzen, das ist wichtig. Habt ihr Kontakt zu einem palliativarzt?

Ihr müssen so schnell als möglich die schmerzen genommen werden, was ist das denn für ein Krankenhaus?
Seit ihr sicher das es Wasser in den Beinen ist? Vermutlich können es auch erweißeinlagerungen sein. Dazu kommt es wenn die Organe nicht mehr richtig arbeiten! Am besten einen Arzt danach fragen!

Es ist eine gute Lösung das ihr euch ein Hospiz anseht. Glaub mir meine Mama wollte auch immer nach Hause, aber wir hätten es auch zusammen mit dem Pflegedienst nicht geschafft sogar dieser hat uns nahe gelegt in ein Hospiz zu gehen!
Und ich muss dir sagen ich habe es nicht bereut. Um Mama wurde sich 24 Stunden gekümmert wir konnten Verantwortung abgeben und konnten dadurch die Zeit die uns noch blieb mit ihr genießen!

Ich wünsche euch Kraft für euren weg!
Ps: ich hatte dir auch schon eine PN geschickt, ich bin nämlich leicht verwirrt, weil dein thread erst im BSDK Forum stand!
Lg mausi
__________________
Meine Mama
BSDK ED 05.02.2014

28.07.1949 - 22.06.2014

Du warst es wert so sehr geliebt zu werden!
Du bist es wert, das so viel Traurigkeit an deiner Stelle geblieben ist!



http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62514
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  #13  
Alt 10.10.2014, 15:02
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Auch wenn ich nicht ganz so viele Zuschriften hatte und ich länger nicht angemeldet war, wollte ich kurz erzählen, dass auch meine Mama ihren Kampf verloren hat und am 10. September für immer eingeschlafen ist (((((

Ich verfluche den Krebs und das, was er mit sich bringt!
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  #14  
Alt 10.10.2014, 15:09
mausi69 mausi69 ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Hallo!

Oh mein Gott ich bin tief betroffen! Mein aufrichtiges beileid!
Ich kann es gar nicht glauben. Es tut mir so leid!
Wie geht es dir?

Lg mausi
__________________
Meine Mama
BSDK ED 05.02.2014

28.07.1949 - 22.06.2014

Du warst es wert so sehr geliebt zu werden!
Du bist es wert, das so viel Traurigkeit an deiner Stelle geblieben ist!



http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62514
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  #15  
Alt 10.10.2014, 15:14
Zwilleling Zwilleling ist offline
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Standard AW: BSDK der Mama

Vielen Dank Mausi!

Ich habe dir soeben erstmal auf deine PN geantwortet.
Die Beerdigung war erst letzte Woche, da erst eine Einäscherung stattgefunden hat. Es ist alles so schlimm.
Tja, wie geht es einem. Mein Herz wurde rausgerissen und ich verstehe die Welt nicht mehr :-(
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bauchspeicheldrüsenkrebs, lebermetastasen, sepsis


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